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1/2009
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03.01.09
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Papst Benedikt XVI. hat den Mainzer Kardinal Karl Lehmann in den P�pstlichen Medienrat berufen
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Lehmann geh�rt schon zu mehreren Vatikan-Einrichtungen, u.a. zur wichtigen Kongregation f�r die Bisch�fe sowie zum P�pstlichen Einheitsrat. (rv)
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04.01.09
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Vatikan: Ausblick auf das Jahr des Papstes
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2009 - das Jahr Afrikas. Papst Benedikt XVI. und der Vatikan werden sich in diesem Jahr besonders mit den Bed�rfnissen dieses Kontinents befassen. Das sollte Ansporn sein f�r viele,
meint Vatikansprecher Pater Federico Lombardi. Sein Ausblick auf das Jahr 2009 des Papstes in diesem Beitrag von Stefan Kempis: F�r die gro�e Welt da drau�en war 2008 vor allem das Jahr der Finanzkrise –
d�ster wie selten zuvor sind denn auch die Prognosen f�r das neue Jahr. Benedikt XVI. wird 2009 in einer seit langem erwarteten Sozialenzyklika wohl auch zu dieser Krise Stellung nehmen. Lombardi meint:
�Mir scheint es interessant, dass alle, ob gl�ubig oder nicht, sehr schnell begriffen haben, dass an der Wurzel dieser Wirtschaftskrise ethische Komponenten stehen. Es hat da eine
Suche nach Reichtum �ber eine Finanzdynamik gegeben, die von der Produktion und der wirklichen Arbeitsleistung abgekoppelt war: Daf�r wird nun die Rechnung pr�sentiert. Der Papst kommt h�ufig auf dieses Argument
zur�ck; das zeigt nicht nur seine Anteilnahme an den Leiden und Schwierigkeiten, die so viele Menschen jetzt wegen dieser Krise durchmachen, sondern weist auch auf die Tatsache hin, dass die Wirtschaft umgebaut
werden muss, um menschenw�rdiger und solider zu werden, um also mehr R�cksicht auf die Bed�rfnisse des Menschen und seiner W�rde zu nehmen. Und darum braucht die Wirtschaft – so betont der Papst –
grundlegende Werte: f�r eine gleiche, solidarische, gerechte Entwicklung f�r alle.“
Im Jahr 2009 wollte Papst Benedikt eigentlich ins Heilige Land reisen; die Medien spekulierten in letzter Zeit schon �ber ein Datum, im Gespr�ch war der Mai. Die Bomben von Gaza in
den Tagen nach Weihnachten zeigen aber, wie prek�r solche Planungen sind. Pater Lombardi:
�Es ist offensichtlich, dass da verschiedene Punkte, bei denen Erwartungen geweckt werden, im Moment noch problematisch sind; man sollte eher etwas vorsichtig sein, wenn man auf
dieses beginnende Jahr blickt.“
Sicher ist hingegen, dass der Vatikan im Jahr 2009 aufmerksam nach Afrika blicken wird. Nicht nur wegen der wichtigen Wahlen in S�dafrika, sondern auch, weil Benedikt im M�rz nach
Kamerun und Angola reisen will und im Herbst dann eine bisch�fliche Sondersynode f�r Afrika in Rom zusammentritt.
�Die Leiden so vieler V�lker Afrikas sind gro�: Erschreckende Massaker an Armen oder Hungersn�te wie im Moment in Simbabwe... Was k�nnen wir tun, um
solche dramatischen Situationen k�nftig zu verhindern? Es geht darum, dass ein Kontinent mit gro�em Potential und gro�em Reichtum an Ressourcen – nicht nur materiellen, sondern vor allem menschlichen
Ressourcen – endlich seinen Beitrag leisten kann f�r die Menschheit und die Kirche von heute und morgen. Das Engagement des Papstes gibt uns ein Beispiel: Wir alle sollten 2009 auf diesen Kontinent
schauen!“ (rv)
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12.01.09
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Vatikan: Kardinal Laghi verstorben
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Der italienische Kurienkardinal Pio Laghi (86) ist tot. Er starb nach Angaben des Vatikan in der Nacht zum Samstag in einem r�mischen Krankenhaus. Der
Vatikandiplomat war zuletzt Pr�fekt der Bildungskongregation von 1990-1999. Zuvor vertrat er den Heiligen Stuhl u.a. als Delegat in Israel und den USA. Laghi hatte noch am Papstempfang f�r die r�mische Kurie vor
Weihnachten teilgenommen. - Die Beerdigung findet am Dienstag um 11 Uhr in der Petersbasilika statt. Geleitet wird das Requiem vom Kardinaldekan Angelo Sodano. Papst Benedikt XVI. wird die Aussegnung vornehmen.
- Von 1991 bis 1999 war Laghi Pr�fekt der Kongregation f�r das katholische Bildungswesen und damit f�r die wissenschaftliche Aus- und Fortbildung der rund 400.000 Priester weltweit sowie f�r die katholischen
Universit�ten und theologischen Hochschulen zust�ndig. - Nach Laghis Tod z�hlt das Kardinalskollegium 190 Mitglieder. Von diesen sind 116 j�nger als 80 Jahre und d�rften somit an einer Papstwahl teilnehmen. -
Der am 21. Mai 1922 in der Emilia Romagna geborene Laghi begann nach Promotion und Ausbildung an der p�pstlichen Diplomatenakademie seine Karriere 1952 als Sekret�r an der Nuntiatur in Nicaragua. Eine erste
gro�e Herausforderung war 1969 der Dienst als Apostolischer Delegat in Jerusalem nach dem Sechs-Tage-Krieg. Ab 1974 bekleidete er den Botschafterposten in Argentinien zur Zeit der Milit�rjunta; 1980 ging er als
Apostolischer Delegat in die USA. 1990 wechselte Laghi in die r�mische Kurie. Dort war er zun�chst Pro-Pr�fekt und nach seiner Kardinalserhebung 1991 Pr�fekt der Bildungskongregation. 2001 entsandte Papst
Johannes Paul II. den damals 79-J�hrigen nach Israel und zu den Pal�stinenserbeh�rden, um eine pers�nliche Botschaft des Papstes zu �berbringen und beide Seiten zur Wiederaufnahme von Friedensgespr�chen zu
ermutigen. (rv)
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22.01.09
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Patriarch Stephanos II. Ghattas verstorben
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Der fr�here koptisch-katholische Patriarch Stephanos Ghattas ist an diesem Dienstag im Alter von 89 Jahren in Kairo verstorben. Er war im Jahr 2006
als Altersgr�nden von seinem Amt zur�ckgetreten. Papst Johannes Paul II. hatte Ghattas im Jahr 2001 zum Kardinal berufen. Vor seiner Berufung ins Bischofsamt war Ghattas Professor f�r Philosophie und Theologie
gewesen. Mit seinem Tod hat das Kardinalskollegium noch 189 Mitglieder, von denen 116 berechtigt sind, in einem Konklave den n�chsten Papst zu w�hlen.
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24.01.09
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Vatikan: Exkommunikation aufgehoben
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Papst Benedikt XVI. hat die Exkommunikation der vier Bisch�fe der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. aufgehoben. Ein
entsprechendes Dekret des Pr�fekten der Bischofskongregation, Kardinal Giovanni Battista Re, hat der Vatikan an diesem Samstag bekannt gegeben. Der Papst reagiere damit auf ein entsprechendes Gesuch des
Generalsuperiors der Gemeinschaft, hei�t es darin. Bischof Bernard Fellay hatte sich am 15. Dezember 2008 neuerlich an die P�pstliche Kommission �Ecclesia Dei” gewandt, die f�r die Auss�hnung mit
traditionsorientierten Gruppen zust�ndig ist. In diesem Schreiben versicherte der Pr�lat auch im Namen der �brigen drei Bisch�fe der Gemeinschaft, Bernard Tissier de Mallerais, Richard Williamson und Alfonso
de Galarreta, �alle unsere Kr�fte in den Dienst der Kirche Unseres Herrn Jesus Christus zu stellen, die die katholische Kirche ist”, ihre Lehren zu akzeptieren und an den Primat Petri und seine
Vorrechte zu glauben. Die Exkommunikation der Bisch�fe der Piusbruderschaft bestand seit 21 Jahren. Die vatikanische Bischofskongregation hatte sie am 1. Juli 1988 festgestellt, einen Tag nach der
unerlaubten Weihe der Bisch�fe durch den Gr�nder der Bruderschaft, Erzbischof Marcel Lefebvre. Dieser argumentierte in der Folge, er habe aus einer Notlage heraus gehandelt, um den Glauben der Kirche zu
bewahren. Benedikt XVI. habe beschlossen, die kirchenrechtliche Situation der Bisch�fe zu �berdenken, weil er ihrem �spirituellen Unbehagen” infolge der Strafe der Exkommunikation mit �v�terlicher
Einf�hlsamkeit” begegne, hei�t es in dem Dekret. Auch glaube er ihren schriftlichen Versicherungen, mit den Autorit�ten des Heiligen Stuhles ernsthaft �ber die bestehenden Differenzen reden zu wollen,
um �bald zu einer vollen und zufrieden stellenden L�sung des zugrunde liegenden Problems” gelangen zu k�nnen. Mit der Aufhebung der Exkommunikation wolle man den Beziehungen zu der Bruderschaft
�Stabilit�t geben”. Dieses �Geschenk des Friedens” zum Ende der Weihnachtszeit solle auch ein Zeichen sein, die �Einheit in der Barmherzigkeit der Universalkirche” zu f�rdern und �den
Skandal der Spaltung” zu �berwinden, hei�t es in dem Dokument.(rv)
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24.01.09
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�Holocaust-Leugnung inakzeptabel”
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Die �u�erungen des britischen lefebvrianischen Bischofs Richard Williamson zum Holocaust sind �in keiner Weise akzeptabel”. Das sagte
Vatikansprecher P. Federico Lombardi am Tag der Ver�ffentlichung des Dekrets, das die Exkommunikation der vier Bisch�fe der Piusbruderschaft – darunter Williamson - aufhebt. Williamson hatte in einem
Interview mit dem schwedischen Fernsehsender SVT bestritten, dass die Nationalsozialisten sechs Millionen Juden ermordet haben. Die R�cknahme der Exkommunikation durch Papst Benedikt XVI. stehe aber mit den
�u�erungen des Traditionalistenbischofs in keinem Zusammenhang, stellte Lombardi klar. Die Aussagen des Bischofs waren auf breite Kritik gesto�en. Auch die Staatsanwaltschaft im deutschen Regensburg
ermittelt in dieser Angelegenheit. Der Obere der lefebvrianischen Piusbruderschaft in Stuttgart, Franz Schmidberger, lie� nach Bekanntwerden des Interviews auf der Website der Priesterbruderschaft verlauten,
�dass f�r �u�erungen, wie sie Bischof Williamson angeblich gemacht hat, nur der Urheber selber verantwortlich ist und diese nicht die Haltung der Priesterbruderschaft St. Pius X. widerspiegeln”.
Bischof Bernard Fellay, der Obere der Priesterbruderschaft St. Pius X., stellte in einem Schreiben an den schwedischen Sender klar, dass es sich um eine �Privatmeinung” Williamsons handle, und
kritisierte das Vorgehen der Redaktion, den Bischof zu historischen Themen zu befragen. (rv)
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27.01.09
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Vatikan: Programmpunkte f�r Afrika
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Papst Benedikt XVI. bereist von 17. bis 23. M�rz 2009 Kamerun und Angola. Der Heilige Stuhl best�tigte an diesem Montag die genauen Daten und gab
erste Eckpunkte des Programms bekannt. Demnach fliegt der Papst am Dienstag, den 17. M�rz um 10 Uhr nach Yaound�, der Hauptstadt Kameruns, wo er um 16 Uhr erwartet wird und noch am Flughafen eine
Begr��ungsrede h�lt. Tags darauf stattet er dem Pr�sidenten der Republik einen H�flichkeitsbesuch ab und trifft sich im Anschluss mit den Bisch�fen Kameruns in der �rtlichen Christk�nigs-Kirche. In der
Nuntiatur, wo der Papst – wie gew�hnlich auf seinen Reisen, soweit sie Hauptst�dte ber�hren – auch n�chtigen wird, findet ein gemeinsames Mittagessen mit den Bisch�fen statt. Es folgt eine
Vesper mit Priestern, Ordensleuten und Vertretern anderer christlicher Kirchen. Auch dabei wird Benedikt eine Ansprache halten. Am Donnerstag steht in der Nuntiatur ein Treffen mit Vertretern der
Muslimischen Gemeinschaft Kameruns auf dem Programm. Danach begibt sich der Papst in das Fu�ballstadion der Hauptstadt (Fassungsverm�gen: 70.000 Zuschauer) zu einem gro�en Gottesdienst, mit dem auch die
Ver�ffentlichung des �Instrumentum Laboris“ f�r die II. Afrika-Bischofssynode im Herbst 2009 feierlich begangen wird. Am Nachmittag besucht Benedikt Kranke im kirchlichen Pflegezentrum �Kardinal
Paul-�mile L�ger“ und h�lt dabei eine Rede. Zur�ck in der Nuntiatur geht es weiter mit Ausblicken auf die Afrika-Synode: Der Papst spricht zu den Angeh�rigen des Vorbereitungskomitees, die auch zum
Abendessen bleiben. Am Vormittag des 20. M�rz bricht der Papst mit dem Flugzeug nach Luanda, in die Hauptstadt Angolas, auf. Nach dem H�flichkeitsbesuch beim Pr�sidenten der Republik ist ein Treffen mit
politischen Autorit�ten und mit Vertretern des diplomatischen Korps anberaumt. Am Abend widmet sich Benedikt den Bisch�fen Angolas und Sao Tom�s. Zwei Begegnungen mit dem Papst h�lt der Samstag bereit:
Am Vormittag feiert Benedikt eine Messe mit den Bisch�fen, Priestern, Ordensleuten, kirchlichen Bewegungen und Katecheten des Landes in der Kirche Sao Paolo in Luanda. Am Nachmittag trifft er sich mit
Jugendlichen im Coquerios-Stadion von Luanda. Bei der gro�en Freiluft-Messe am Sonntag auf dem Cimangola-Feld in Luanda werden die Bisch�fe der �Versammlung der Interregionalen Assoziation der Bisch�fe
des S�dlichen Afrika“ (IMBISA) konzelebrieren. Mit katholischen Frauenverb�nden trifft sich Benedikt Sonntagnachmittag in der Pfarrei Santo Antonio in Luanda. Montagvormittag geht es f�r das
Kirchenoberhaupt wieder zur�ck nach Rom. Die Abschiedszeremonie auf dem Flughafen von Luanda ist f�r 10 Uhr eingeplant, die Ankunft in Rom-Ciampino f�r 18 Uhr. (rv)
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31.01.09
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Vatikan: �Nichts gewusst“
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Bis zum letzten Moment habe der Vatikan �absolut nichts“ von der Holocaust-Leugnung des britischen Lefebvre-Bischofs Richard Williamson gewusst. Dies sagte der
Pr�sident der P�pstlichen Kommission �Ecclesia Dei“, Kardinal Dar�o Castrill�n Hoyos, am Donnerstag gegen�ber der italienischen Tageszeitung �Corriere della Sera“. Hoyos hatte die
Verhandlungen mit den Lefebvrianern vor der Aufhebung der Exkommunikation gef�hrt. Bei Bekanntwerden des Interviews mit Williamson sei das Dekret bereits an die Lefebvre-Bisch�fe �berreicht gewesen, so
der Kurienkardinal. Unterdessen legte Vatikansprecher P. Federico Lombardi nochmals dar, dass eine Leugnung der Shoah v�llig inakzeptabel sei. �Wer die Shoah leugnet, wei� nichts vom Geheimnis
Gottes“, sagte Lombardi in seinem Editorial f�r Radio Vatikan. Von dieser erschreckenden �Demonstration der Macht des B�sen“ werde der Glaube an die Existenz Gottes herausgefordert. Umso
schwerwiegender sei es, so Lombardi, wenn die Holocaust-Leugnung aus dem Munde eines Priesters oder Bischofs komme.
�Der Papst hat in der j�ngsten Generalaudienz die tiefgehende Betrachtung anl�sslich seines Besuchs im Konzentrationslager Auschwitz wieder aufgenommen. Er hat nicht nur
jede Form des Vergessens oder der Leugnung der Trag�die der Vernichtung von sechs Millionen Juden verurteilt, er hat gleichzeitig an die dramatischen Fragen erinnert, die diese Ereignisse an das Gewissen
eines jeden Menschen und jedes Gl�ubigen stellen.“
Der Papst habe nach dem �Warum?“ gefragt, nach dem Grund f�r das scheinbare Schweigen und die Abwesenheit Gottes.
�Mit diesem doppelten Geheimnis konfrontiert - die schreckliche Gewalt des B�sen auf der einen und die scheinbare Abwesenheit Gottes auf der anderen Seite ist die letzte
Antwort des christlichen Glaubens die Passion des Sohnes Gottes. … Wir k�nnen und d�rfen diese Fragen nicht meiden und noch weniger sie leugnen. Unser Glauben ist sonst tr�gerisch und leer.“
(rv)
Deutschland: Zollitsch und M�ller ver�rgert Wenn der britische
Traditionalistenbischof Richard Williamson zur katholischen Kirche geh�ren will, m�sse er seine �u�erungen zum Holocaust zur�cknehmen und sich entschuldigen. Das sagte der Vorsitzende der Deutschen
Bischofskonferenz am Donnerstag vor Journalisten. Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch bedauerte bei einem Besuch der Synagoge in Mannheim zugleich, dass sich der Vatikan vorab offenbar nicht
besser �ber Williamson informiert habe. Mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland wolle er weiter Kontakt halten, sagte Zollitsch nach der Ank�ndigung der Zentralratsvorsitzenden Charlotte Knobloch,
unter solchen Voraussetzungen k�nne es derzeit keine Gespr�che geben. Eine Entschuldigung des Holocaust-Leugners reiche nicht aus, erkl�rte Knobloch an diesem Freitag in M�nchen. Der Zentralrat erwarte
jetzt ein �klares Signal aus dem Vatikan“. Zollitsch:
�Ich verstehe die Entt�uschung von Charlotte Knobloch. Doch ich pers�nlich bin von meiner Geschichte her ein Mensch, der prinzipiell nie Br�cken abbricht. Ich versuche
vielmehr neue Br�cken zu bauen. Deshalb werde ich von meiner Seite versuchen, Br�cken zu bauen.“
Auch der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig M�ller verteidigt den Papst: Die Aufhebung der Exkommunikation gegen den Traditionalisten-Bischof habe nichts mit dessen
skandal�sen �u�erungen zu tun, sagte er dem K�lner Domradio.
�Ich bin ver�rgert, dass man nun den Papst kritisiert und nicht die Worte Williamsons. Denn es ist ganz klar, dass der T�ter dieser Geschichte Williamson ist und nicht der
Papst. Es ist ein ungl�cklicher Zufall von zwei voneinander unabh�ngigen Vorg�ngen. Wenn man die Kaltschn�uzigkeit sieht, mit der Williamson �ber das Leiden von Millionen von Menschen – Kindern und
Erwachsenen – sprach, dann steigt die Zorneswut hei� ins Gesicht. Es ist einfach unertr�glich, dass jemand der – wenn auch illegal – zum Bischof geweiht worden ist und somit Nachfolger
der Apostel und Verk�ndiger des Evangeliums ist, eine solche unglaubliche Position vertritt.“ (rv)
Kirchenrechtler �ber Piusbruderschaft: �Zum Teil sehr anma�ende T�ne“
�Meine Rechtsauffassung ist, das die vier Bisch�fe weiterhin suspendiert bleiben“. Das sagte der M�nchner Kirchenrechtsprofessor Pater Stephan Haering OSB im Interview von Radio Vatikan. Seiner
Einsch�tzung nach muss die Piusbruderschaft jetzt nicht nur theologische Kl�rungen mit dem Vatikan suchen, sondern dabei auch ihren anma�enden Ton �ndern. (rv)
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2/2009
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02.02.09
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Kardinal Kasper sieht �Fehler im Management der Kurie”
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Der Vatikan-Verantwortliche f�r das Gespr�ch mit anderen christlichen Konfessionen und mit dem Judentum beklagt mangelnde Kommunikation im Vatikan, was die
Exkommunikation von Lefebvre-Bisch�fen betrifft. �Man hat da vorher im Vatikan zuwenig miteinander gesprochen und nicht abgecheckt, wo die Probleme auftreten”, meinte Kardinal Walter Kasper im
Gespr�ch mit Radio Vatikan. Von Moskau aus, wo er an den Feiern zum Amtsantritt des orthodoxen Patriarchen Kyrill teilgenommen hat, sagte Kasper am Montag, er sehe die derzeitige Debatte �mit gro�er
Besorgnis”. Im �Management der Kurie” seien Fehler gemacht worden. Gegen�ber Radio Vatikan sagt Kardinal Kasper:
�Ich beobachte die Debatte mit gro�er Besorgnis: Niemand kann sich dar�ber freuen, dass Missverst�ndnisse aufgetreten sind. Es sind sicher auch Fehler gemacht worden im
Management der Kurie – das will ich ganz ausdr�cklich sagen. Aber in der Substanz hei�t die Aufhebung dieser Exkommunikationen ja nur, dass man sozusagen ein Hindernis weggenommen hat, damit man
nun eintreten kann in das Gespr�ch mit der Lefebvre-Bewegung, �ber eine ganze Reihe von theologischen Fragen. Soweit ich das beurteilen kann, wird es kein leichtes, sondern ein schwieriges Gespr�ch
sein – sowohl �ber die �kumene wie �ber den interreligi�sen Dialog wie �ber die Eucharistie oder die Religionsfreiheit… Es sind viele Fragen da zwischen uns und ihnen. Der Papst wollte das
Gespr�ch er�ffnen, weil er die Einheit nach innen will und nach au�en. Wir hoffen, dass es nun zu einem guten Gespr�ch kommt, aber es kann keine Rede davon sein, dass diese Lefebvre-Bisch�fe jetzt
schon in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche sind. Sie sind nach wie vor suspendiert. Wir hoffen, dass wir jetzt ein ernsthaftes Gespr�ch er�ffnen, wobei sie vor allem Schritte des
Entgegenkommens machen m�ssen.”
Ob es im Vatikan manchmal an interner Kommunikation mangelt, meint Kardinal Kasper:
�Ich bin der Meinung: Ja. Ich muss das ganz offen sagen. Man hat da vorher im Vatikan zuwenig miteinander gesprochen und nicht mehr abgecheckt, wo die Probleme auftreten
k�nnen. Es hintendrein zu erkl�ren, ist nat�rlich immer viel, viel schwieriger, als wenn man das gleich gemacht h�tte. Ich h�tte mir auch mehr Kommunikation vorher gew�nscht.” (rv)
Klare Worte: Deutschsprachige Bisch�fe zu Papst und Lefebvre Bisch�fe
im deutschsprachigen Raum bem�hen sich in der Debatte um Papst und Lefebvre-Anh�nger um Schadensbegrenzung. H�ren Sie bei uns einen Beitrag von Stefan Kempis mit Kommentaren des Wiener Kardinals
Christoph Sch�nborn und des deutschen Erzbischofs Robert Zollitsch. Beide leiten die jeweilige Bischofskonferenz ihres Landes. (rv)
Deutschland: Maier, �Einheit um einen hohen Preis“ Der Vatikan
h�tte vor der Aufhebung der Exkommunikation der Lefebvre-Bisch�fe die nationalen Bischofskonferenzen einbeziehen m�ssen. Das sagte der Religionsphilosoph und fr�here Pr�sident des Zentralkomitees der
deutschen Katholiken, Hans Maier, an diesem Montag gegen�ber Radio Vatikan. Die derzeitige Krise h�tte vermieden werden k�nnen, w�ren mehr Menschen an der Entscheidung beteiligt gewesen, so Maier im
Gespr�ch mit Birgit Pottler.
�Es ist ein unverzeihlicher Fehler, auch ein politisch handwerklicher Fehler, dass man diejenigen Bischofskonferenzen, wo die meisten Leute der Bruderschaft leben, also
die schweizerisch, deutsche und franz�sische nicht vorher unterrichtet wurde; daher auch die Hilflosigkeit in den �u�erungen der Bisch�fe, daher auch das Stimmengewirr, das aus Rom kam. Auch Kardinal
Walter Kasper hat ja deutlich diese Holocaust-Leugnung kritisiert und verurteilt, auch der Papst hat das klar gestellt. Aber wenn das so ist, warum hat man nicht fr�her eine breitere Einigung, einen
Konsens �ber diese Fragen herbeigef�hrt? Eine so wichtige und entscheidende Frage muss in einem gr��eren Kreis behandelt werden.“ (rv)
Kommentar: �Missverst�ndnis und Debakel” Missverst�ndnisse und
mangelnde Professionalit�t – ein Kommentar vom Leiter der deutschsprachigen Sektion von Radio Vatikan, Pater Eberhard von Gemmingen SJ, zur aktuellen Diskussion um Richard Williamson und die
Beweggr�nde von Papst Benedikt XVI., die Exkommunikation gegen die Lefebvre-Bisch�fe aufzuheben:
�Papst Benedikt ist in eine �u�erst schwierige Situation geraten. Seine besten Absichten, das Schisma mit den Lefebvre-Anh�ngern zu beheben,
wird missverstanden und wurde vom Vatikan unprofessionell bekannt gegeben. Viele Katholiken sind von Papst Benedikt entt�uscht, weil sie den Eindruck haben, er komme einer faschistischen Gruppe zu weit
entgegen. Dabei steht Papst Benedikt, wie er oft gesagt hat, voll hinter dem Zweiten Vatikanum, voll und ganz hinter Religionsfreiheit, hinter dem Dialog mit den Juden, und voll zur �kumene. Er
verurteilt Antisemitismus. Sein eigentliches Grundanliegen ist die Rettung der christlichen Wurzeln unserer Kultur. Offenbar gibt es im Vatikan Organisations- und Kommunikationsm�ngel. Hier bei
Radio Vatikan kann ich eigentlich nur noch sagen: Beten Sie f�r den Papst und seinen Stab. Ein solches Missverst�ndnis und Debakel darf nie wieder passieren.” (rv)
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04.02.09
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Vatikan: �Papst kannte Williamson-�u�erungen nicht“; Williamson muss widerrufen
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Der Papst hat die �u�erungen von Bischof Richard Williamson zur Holocaust-Leugnung zum Zeitpunkt der Aufhebung der Exkommunikation nicht gekannt. Das stellte am
Mittwochnachmittag das Vatikanische Staatssekretariat klar. Bevor Williamson in der Kirche seinen bisch�flichen Dienst aus�ben darf, m�sse er sich auf unzweideutige und �ffentliche Weise von seinen
Stellungnahmen zur Shoah distanzieren. Wir dokumentieren hier die Erkl�rung aus dem Staatssekretariat in einer eigenen Arbeits�bersetzung:
Angesichts der Reaktionen, die das j�ngste Dekret der Bischofskongregation ausl�ste, in dem die Exkommunikation gegen vier Bisch�fe der Bruderschaft Pius X. aufgehoben wurde, und mit Blick
auf die negationistischen oder reduktionistischen Erkl�rungen des Bischofs Williamson von der genannten Bruderschaft zur Shoah, halten wir es f�r opportun, einige Aspekte der Angelegenheit
klarzustellen. 1. Aufhebung der Exkommunikation Wie schon fr�her betont, war das Dekret der Bischofskongregation vom 21. Januar 2009 ein
Akt, mit dem der Heilige Vater gro�z�gig wiederholten Bitten des Generaloberen der Bruderschaft Pius X. entgegen kam. Seine Heiligkeit wollte ein Hindernis f�r die �ffnung einer T�r zum Dialog
beseitigen. Er erwartet sich jetzt, dass die vier Bisch�fe eine vergleichbare Bereitschaft ausdr�cken, durch v�llige �bernahme der Lehre und Disziplin der Kirche. Die schwerwiegende Strafe der
Exkommunikation �latae sententia“, die die genannten Bisch�fe sich am 30. Juni 1988 zugezogen hatten und die am 1. Juli desselben Jahres formell erkl�rt worden war, war eine Folge ihrer
illegalen Weihe durch Bischof Marcel Lefebvre. Die Aufhebung der Exkommunikation hat die vier Bisch�fe von einer schwerwiegenden kanonischen Strafe befreit, hat aber nicht die juridische Lage der
Bruderschaft St. Pius X. ge�ndert, die sich gegenw�rtig keiner kanonischen Anerkennung in der katholischen Kirche erfreut. Auch die vier Bisch�fe haben, auch wenn ihre Exkommunikation aufgehoben ist,
keine kanonische Funktion in der Kirche und �ben in ihr kein berechtigtes Amt aus. 2. Tradition, Lehre und Zweites Vatikanisches Konzil F�r
eine k�nftige Anerkennung der Bruderschaft St. Pius X. ist die volle Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils und des Lehramts der P�pste Johannes XXIII., Paul VI., Johannes Paul I., Johannes
Paul II. sowie Benedikt XVI. eine unerl�ssliche Bedingung. Wie schon im Dekret vom 21. Januar 2009 betont wurde, wird es sich der Heilige Stuhl nicht nehmen lassen, mit den Betreffenden auf die
f�r opportun erachtete Weise die noch offenen Fragen zu vertiefen, um zu einer vollst�ndigen und zufrieden stellenden L�sung der Probleme zu kommen, die zu diesem schmerzhaften Bruch gef�hrt
haben. 3. �u�erungen �ber die Shoah Die Stellungnahmen von Bischof Williamson zur Shoah sind absolut inakzeptabel und sind vom Heiligen
Vater klar zur�ckgewiesen worden, wie er selbst am vergangenen 28. Januar hervorgehoben hat, als er mit Bezug auf diesen furchtbaren V�lkermord seine volle und nicht hinterfragbare Solidarit�t mit
unseren Br�dern bekr�ftigt hat, denen der Erste Bund gilt. Er hat betont, dass die Erinnerung an diesen schrecklichen Genozid die �Menschheit dazu bringen muss, nachzudenken �ber die unvorhersehbare
Gewalt des B�sen, wenn es das Herz des Menschen erobert“, und f�gte hinzu, die Shoah bleibe �f�r alle eine Mahnung gegen das Vergessen, gegen die Leugnung oder den Reduktionismus, denn die
Gewalt gegen einen einzigen Menschen ist Gewalt gegen alle“. Bischof Williamson wird, um zu bisch�flichen Funktionen in der Kirche zugelassen zu werden, auch auf absolut unzweideutige und
�ffentliche Weise auf Distanz zu seinen Stellungnahmen zur Shoah gehen m�ssen – Stellungnahmen, die der Heilige Vater im Moment der Aufhebung der Exkommunikation nicht kannte. Der Heilige
Vater bittet alle Gl�ubigen um Begleitung im Gebet, damit der Herr den Weg der Kirche erleuchte. M�ge der Eifer der Hirten und aller Gl�ubigen wachsen, um die heikle und schwere Mission des
Nachfolgers des Apostels Petrus als �H�ter der Einheit“ in der Kirche zu unterst�tzen. Aus dem Vatikan, am 4. Februar 2009. �bersetzung: Stefan von Kempis (rv)
Vatikan/Deutschland: Lombardi weist Kritik zur�ck Nachdem vor allem im deutschen
Sprachraum die Kritik an einem vermeintlichen Schweigen des Papstes immer lauter wurde, hatte sich am Dienstagabend zun�chst Vatikansprecher Pater Federico Lombardi eingeschaltet. Der Papst habe
Aussagen, die den Holocaust leugnen, mehrmals unmissverst�ndlich verurteilt, stellte Lombardi auf Deutsch und Italienisch klar. Der Vatikansprecher erinnerte an die Papstworte in der K�lner Synagoge
2005, im Konzentrationslager Auschwitz 2006 und zuletzt bei der Generalaudienz am 28. Januar dieses Jahres. Die deutlichen Worte des Papstes galten auch Bischof Richard Williamson, pr�zisierte
Lombardi und zitierte:
�W�hrend ich erneut aus ganzem Herzen meine volle und unbestreitbare Solidarit�t mit unseren Br�dern, den Tr�gern des ersten Bundes, zum Ausdruck bringe, w�nsche ich,
dass die Shoah die Menschheit dazu anstiftet, nachzudenken �ber die unvorhersehbare Macht des B�sen, wenn es das Herz des Menschen ergreift. Die Shoah sei f�r alle eine Mahnung gegen das Vergessen,
gegen die Leugnung oder die Reduzierung…“
Lombardi weiter: �Die Verurteilung von Aussagen, die den Holocaust leugnen, konnte nicht klarer sein, und aus dem Kontext erschlie�t sich, dass diese sich auch auf die
Positionen von Bischof Williamson und alle �hnlichen Positionen bezogen.“
Die Aufhebung der Exkommunikation der Piusbruderschaft, zu denen auch der umstrittene Bischof Williamson geh�rt, habe nichts mit einer Legitimierung von Aussagen zu
tun, die den Holocaust leugnen, betonte Lombardi weiter. Benedikt verurteile jede Leugnung der Shoah auf das Sch�rfste.
Damit reagierte Lombardi auch auf die Kritik von Bundeskanzlerin Merkel an der Haltung des Papstes in der Diskussion um den Umgang mit dem Holocaust. Die Kanzlerin
hatte Benedikt XVI. am Dienstag am Rande einer Pressekonferenz in Berlin zu einer eindeutigen Stellungnahme aufgefordert. W�rtlich sagte Merkel:
�Es ist im allgemeinen nicht an mir, innerkirchliche Entscheidungen zu bewerten oder zu kommentieren. Allerdings ist das anders, wenn es um Grundsatzfragen geht. Und
ich glaube es ist schon eine Grundsatzfrage, wenn durch eine Entscheidung des Vatikans der Eindruck entsteht, dass es die Leugnung des Holocausts geben k�nnte, und dass es auch um grunds�tzliche
Fragen des Umgangs mit dem Judentum geht. Deshalb darf das nicht ohne Folgen im Raum stehen bleiben. Das ist nach meiner Auffassung auch nicht nur eine Angelegenheit der christlichen Gemeinden, der
katholischen Gemeinden in Deutschland und der j�dischen Gemeinden, sondern es geht darum, dass von Seiten des Papstes und von Seiten des Vatikans sehr eindeutig klargestellt wird, dass es hier keine
Leugnung geben kann und dass es nat�rlich einen positiven Umgang mit dem Judentum insgesamt geben muss. Diese Klarstellungen sind aus meiner Sicht noch nicht ausreichend erfolgt.“
Ermutigend f�nde sie aber die vielen Stimmen aus der katholischen Kirche, die seitens des Vatikans eine deutliche Distanzierung von den
Positionen des Holocaust-Leugners Williamson forderten, betonte Merkel weiter. Zustimmung erhielt Merkel von der fr�heren Bundestagspr�sidentin Rita S�ssmuth (CDU). Dem Berliner Inforadio sagte
S�ssmuth, es bestehe ein massiver Widerspruch zwischen der Grundeinstellung des Papstes und seinem Handeln im Fall Williamson. Merkel sei daher moralisch verpflichtet gewesen, sich in die Debatte
einzuschalten. - Mit ihrer Kritik am Papst stie� die Kanzlerin jedoch nicht nur auf Gegenliebe. Gegenstimmen kamen aus den Reihen der katholischen Bisch�fe, aber auch aus der Union. (rv)
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05.02.09
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Eine Klarstellung aus der Redaktion
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Unser Redaktionsleiter P. Eberhard von Gemmingen stand (und steht) in diesen Tagen Dutzenden deutschsprachigen Medien Rede und Antwort zur Debatte nach der Aufhebung
der Exkommunikation f�r die Bisch�fe der Piusbruderschaft. Einige Medien haben eine Aussage Pater Gemmingens sinnentstellend wiedergegeben. So schreibt etwa die �S�ddeutsche Zeitung“ im
Untertitel zu einem ihrer Artikel: �W�hrend der Papst offenbar ver�rgert auf die offene Kritik aus Deutschland reagiert, vermutet ein Leiter von Radio Vatikan sogar R�cktrittsgedanken bei
Benedikt.“ Dieser Untertitel interpretiert eine Pressemitteilung des Radiosenders NDR Kultur, der Pater Gemmingen interviewt hatte. In diesem Gespr�ch sagte unser Redaktionsleiter auf die
Frage, ob in der aktuellen Lage ein R�cktritt des Papstes denkbar sei, w�rtlich:
"So wie ich den Papst kenne, hat dieser in seinem Herzen m�glicherweise schon mal gedacht: 'Irgendwann muss ich vielleicht
zur�cktreten, damit das Petrusamt gut wahrgenommen wird.’ Also ich glaube nicht, dass er so lebt und denkt wie sein Vorg�nger, der sagte, ein Papst tritt nicht zur�ck, weil Benedikt weniger
mystisch und mehr theologisch ist und sagt, Petrus muss funktionieren k�nnen. In diesem Sinn glaube ich, dass er durchaus den R�cktritt nicht ausschlie�t. Allerdings glaube ich nicht, dass er den
R�cktritt erw�gen w�rde, um einem Problem aus dem Weg zu gehen, um zu sagen, das ist mir zu kompliziert, ich bin zu alt, um das zu l�sen. Das glaube ich wiederum nicht, weil er dann sagt, ich will
nicht meinem Nachfolger ein solches Problem aufladen.“ (rv)
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06.02.09
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Lefebvrianer auf Kollisionskurs – Sarkozy entsetzt �ber Shoah-Leugnung
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Die Priesterbruderschaft Pius X. bleibt offenbar auf Konfrontationskurs zur katholische Kirche. Trotz der
Suspendierung durch den Vatikan plant die Gruppe anscheinend neue Priesterweihen. Das berichtet der �K�lner Stadt-Anzeiger“. Nach Angaben der Zeitung habe einer der vom Papst begnadigten
Bisch�fe, der Schweizer Bernard Fellay, f�r Ende Juni neue Priesterweihen angek�ndigt. Der Bischof, der diese Weihen durchf�hrt, k�nnte sich dadurch laut Kirchenrecht automatisch wieder die
Exkommunikation zuziehen. Fellay ist Leiter der Bruderschaft, in der sich die Anh�nger des abtr�nnigen Erzbischofs Marcel Lefebvre sammeln. Bereits am Sonntag soll Fellay in der N�he von Regensburg
auch schon so genannte �niedere Weihen“ vorgenommen haben. Die Angaben der Zeitung sollen an diesem Nachmittag von der Bruderschaft best�tigt worden sein. Fellay ist wie die anderen drei
Traditionalisten-Bisch�fe weiterhin vom priesterlichen Dienst in der katholischen Kirche suspendiert. Die Piusbruderschaft ist vom Vatikan nicht anerkannt. Der Trierer Kirchenrechtler Peter Kr�mer
wertete die Weihehandlung als Zeichen daf�r, dass die abtr�nnigen Bisch�fe nicht gewillt seien, sich der Disziplin der katholischen Kirche zu unterwerfen. Insbesondere die geplante Priesterweihe
sei ein Akt �bewussten Ungehorsams gegen die Autorit�t des Papstes“. Der M�nsteraner Kirchenrechtler Klaus L�dicke bezweifelte, dass es den Traditionalisten tats�chlich um eine
Wiedereingliederung in die katholische Kirche gehe. Mit der R�cknahme der Exkommunikation h�tten sie vielmehr den Wegfall eines Hemmnisses erreicht, das ihnen den Zulauf ultrakonservativer
Katholiken bisher erschwert habe. Unterdessen nahm der deutsche Distriktobere der Priesterbruderschaft, Franz Schmidberger, den Ausdruck �Kindersch�nder“ f�r den Propheten Mohammed �mit
gro�em Bedauern“ zur�ck. Zur Begr�ndung betont Schmidberger in einer Erkl�rung, diese Wortwahl sei geeignet, �Muslime in ihren religi�sen Gef�hlen zu verletzen“. Mit einem Statement,
das an diesem Freitag ver�ffentlicht wurde, setzt sich Schmidberger au�erdem gegen viele verzerrende Berichte �ber die Priesterbruderschaft zur Wehr. Es sei zu manchmal geradezu b�sartigen
Angriffen gekommen. Der franz�sische Pr�sident Nicolas Sarkozy ist schockiert �ber die Leugnung der Shoah durch den Traditionalistenbischof Richard Williamson. Es sei �unertr�glich und
unfassbar“, dass solche �u�erungen �im 21. Jahrhundert noch m�glich sind“, meinte Sarkozy im franz�sischen Fernsehen. (rv)
Lefebvrianer: Ein eher rechtes Weltbild Wer sind die Pius-Br�der,
aus welchem geistigen Umfeld kommen sie, wof�r stehen sie politisch? Das sind Fragen, die von den uns�glichen Bemerkungen Williamsons zum Holocaust aufgeworfen werden. Jozef Niewiadomski ist
Professor f�r Dogmatik und Dekan der Katholischen Fakult�t an der Universit�t Innsbruck. Er will nicht alle Lefebvre-Anh�nger unter rechtsextremen Generalverdacht stellen. Dazu sagte er:
�Es ist aber sicher so, dass das Weltbild der Pius-Bruderschaft, gest�rkt vor allem durch einzelne Aussagen von Erzbischof Marcel Lefebvre und die sp�teren
Ver�ffentlichungen, doch ziemlich in rechte Kreise bis hin zu rechtsradikalen Kreisen hineinreicht. Ich w�rde schon sagen, dass es in der Pius-Bruderschaft immer noch die Ideen gibt, die moderne
Prinzipien wie Menschenrechte, wie Toleranz, wie Achtung vor jedem anderen Menschen – auch anderen Religionen – ablehnen, und den extremen Antisemitismus. In den letzten Jahren hat man
immer wieder einzelne Mitglieder der Pius-Bruderschaft auch im Kontext von rechtsgerichteten politischen Gruppierungen gesehen, etwa bei Le Pen. Ich finde, die ganze Auseinandersetzung macht uns
auf irgendetwas sehr deutlich aufmerksam...“
Die Debatte dieser Tage findet Niewiadomski letztlich heilsam: Sie mache darauf aufmerksam, dass das Thema Lefebvrianer nicht nur liturgische, sondern auch
politische Facetten habe. Eine volle R�ckkehr der Pius-Bruderschaft in die Kirche vermag er sich nicht ganz vorzustellen.
�Als gl�ubiger Mensch sage ich: Man soll dem g�ttlichen Geist keine Grenzen setzen und an die Bekehrungsbereitschaft und -f�higkeit eines jeden glauben. Wenn ich mir
allerdings die ersten Reaktionen anschaue, die auf die Aufhebung der Exkommunikationen von einzelnen Mitgliedern der Pius-Bruderschaft bereits gekommen sind und den Tenor haben ,Nicht wir werden
umdenken, sondern wir werden dazu beitragen, dass die Kirche umdenkt’ – dann bin doch ein bisschen skeptisch.“ (rv)
Deutschland: Genn fragt �Wes Geistes Kind seid ihr?“ �Mit
dem, was am Leidvollsten ist“ hat der ernannte Bischof von M�nster, Felix Genn, seine erste Pressekonferenz an diesem Freitag dort begonnen: mit diesen �unseligen – eigentlich unter
meiner W�rde sie zu kommentieren – �u�erungen zum Holocaust“. Der Papst habe in der Frage des Verh�ltnisses zum Judentum �so viele Zeichen gesetzt“,
�dass man �berhaupt nicht daran denken kann, dass er ein Antisemit ist, oder die Beziehungen zum Judentum kappen will. Wenn er nach Israel fahren sollte, wird es
sicher noch einmal einen starken Akzent in dieser Richtung geben.“
Er sei �berzeugt, so Genn,
�dass Benedikt nichts von den �u�erungen Williamsons gewusst hat“.
Im Vatikan m�sse man sich jetzt fragen, wie es dazu kommen konnte, dass �das Image des Papstes und des Papsttums so angegriffen“ wurde. Der Leiter einer
Beh�rde m�sse sich auf den Dienst seiner Mitarbeiter verlassen k�nnen.
�Ich leite ja selbst eine Beh�rde und wei� ja auch nicht alles, was in meinen Abteilungen geschieht. Ich muss ja auch gar nicht alles wissen, sondern ich verlasse
mich darauf, dass meine engsten Mitarbeiter ihre Verantwortungsbereiche wahrnehmen und zwar ordentlich wahrnehmen und dass mein Dienst als Bischof nicht besch�digt wird.“
Die Holocaust-Leugnung Williamsons habe ein �hochsensibles Kapitel“ ber�hrt, �das in unserem Volk immer noch nicht aufgearbeitet ist“. Im Umgang mit der
Piusbruderschaft m�sse man jetzt die Frage stellen, �wes Geistes Kind seid ihr eigentlich?“ Genn bekennt, dass auch er sich bislang nicht intensiv mit den Positionen der Lefebvre-Anh�nger
auseinandergesetzt habe.
�Was da zu Tage tritt, habe ich in der Weise nicht gewusst, und das hat mich auch in der Weise nicht ber�hrt. Ich habe gedacht, das sind Schismatiker... Aber jetzt,
nachdem die Exkommunikation aufgehoben ist, m�ssen sie zeigen, dass sie wirklich so p�pstlich sind, dass sie alle von einem Papst unterzeichneten Dokumente des II. Vatikanums auch anerkennen. Sie
sagen ja, dass sie den Papst anerkennen, jetzt will ich sehen, was geschieht... Sie k�nnen ja nicht sagen, die einen Dokumente sind p�pstlich, die anderen nicht.“
Der aktuellen – zun�chst schwer verst�ndlichen – Debatte kann der Bischof bei allem vordergr�ndigen Schaden f�r das Ansehen der katholischen Kirche daher
auch Positives abgewinnen. Sie kl�re letztendlich die Stellung der Piusbruderschaft.
�Jetzt kann man ihnen auf die Finger schauen. Das was ich jetzt von ihnen lese, ist so horrend – das kann auch dazu f�hren, dass man sagt, jetzt ist Schluss:
Wir sind hier, und ihr bleibt da. Auch dazu kann es kommen. Dann ist der Schnitt aber eindeutig.“
Die bisherigen �u�erungen und Reaktionen der Piusbruderschaft tr�gen nicht zur Auss�hnung bei.
�Vielleicht war es notwendig, dass das ganze Durcheinander hochkam, damit man jetzt sagen kann: ,Liebe Piusbruderschaft, ihr habt lange genug in der Ecke gestanden,
wir sind euch jetzt entgegen gekommen, ihr habt um Aufhebung der Exkommunikation gebeten, das haben wir euch gew�hrt.’ Wer das entsprechende Dekret liest, sieht, dass da noch viele offene
Fragen sind, sieht, dass gesagt wird, es muss verhandelt werden. ,Wenn ihr euch aber so benehmt, dann geht das nicht.’ Es kann doch nicht einer, der den Holocaust leugnet im Ernst daran
denken, dass er Bischof der katholischen Kirche wird.“ (rv)
Die Debatte geht weiter Der Wiener Kardinal Christoph Sch�nborn
hat am Freitag neuerlich betont, dass die Haltung der katholischen Kirche zum j�dischen Volk in der Konzilserkl�rung �Nostra Aetate“ eindeutig und verbindlich festgelegt ist. Diese Festlegung sei auch im Katholischen Weltkatechismus noch einmal in aller Deutlichkeit wiederholt worden. Wie Kardinal Sch�nborn betonte, ist die �vollinhaltliche Annahme“ des Zweiten Vatikanischen Konzils einschlie�lich von �Nostra Aetate“ und der Erkl�rung �ber die Religionsfreiheit �Dignitatis humanae“ unabdingbare Voraussetzung f�r eine Eingliederung der Pius-Bruderschaft in die Kirche. Die Konzilserkl�rung entziehe jedem Antisemitismus den Boden, wenn es w�rtlich hei�t: �Obgleich die j�dischen Obrigkeiten mit ihren Anh�ngern auf den Tod Christi gedrungen haben, kann man dennoch die Ereignisse seines Leidens weder allen damals lebenden Juden ohne Unterschied noch den heutigen Juden zur Last legen.“ Eine st�rkere Betonung des Zweiten Vatikanischen Konzils in der Kirche w�nscht sich der Innsbrucker Bischof Manfred
Scheuer. In einem ORF-Interview am Freitag r�umte Scheuer Fehler in der j�ngeren Entwicklung in der Kirche ein, aus denen man jetzt dringend lernen
m�sse. Die Vatikan-Entscheidung zur Pius-Bruderschaft wolle er nicht in Zusammenhang mit der Ernennung des Linzer Weihbischofs Gerhard Maria Wagner sehen. Scheuer w�rtlich: �Da w�rde man Wagner
nicht gerecht. Lefebvrianer ist er keiner, konservativ ist er sicher.“ �Vieles, was in den letzten Tagen �ber Papst Benedikt in der �ffentlichkeit gesagt worden ist, war b�sartig“.
Das schreibt der Basler Bischof Kurt Koch, Pr�sident der Schweizer Bischofskonferenz, in einem ausf�hrlichen pers�nlichen �Brief an die
Gl�ubigen“. Der Papst habe in seinem bald vierj�hrigen Pontifikat sehr deutlich gezeigt, �dass Antisemitismus mit dem christlichen Glauben schlechterdings nichts zu tun haben kann“. Das
Konzil stehe in der Kirche nicht zur Disposition, betont Koch. �Ist der Preis f�r die Bem�hungen um Einheit nicht zu gro�?“, fragt er dann und kommt zum Schluss: �Ich bin �berzeugt, dass die
Geschichte Papst Benedikt darin Recht geben wird, bis zum �u�ersten gegangen zu sein, um die Spaltung, die nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil eingetreten ist, zu heilen.“ Gleichzeitig
meint Koch, dass mit dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems nach der Wende von 1989 die Zeit f�r eine neue Verst�ndigung mit den Befreiungstheologen reif sein k�nnte. Der Papst habe mit
seiner Brasilienreise im Mai 2007 daf�r �einen guten Anfang“ gesetzt, �auf dem man weiterbauen k�nnte“. Die Katholische Fakult�t der Universit�t Wien
kritisiert die Aufhebung der Exkommunikation der Lefebvrianer sowie die Ernennung des Linzer Weihbischofs Gerhard Maria Wagner. In einer Erkl�rung vom Freitag ruft sie die Katholiken zu Verantwortungsbewusstsein auf. Es handle sich bei den derzeitigen Konflikten �keineswegs um blo�e 'Nebenschaupl�tze', sondern um wesentliche - gesellschaftlich h�chst relevante - Konsequenzen des christlichen Glaubens, die an das Selbstverst�ndnis der Kirche r�hren“. Was die Pius-Bruderschaft betrifft, sehen die Theologen keine Grundlage f�r ihre institutionelle Eingliederung in die Kirche. Das Zweite Vatikanische Konzil sei ein �unverzichtbarer Teil“ der kirchlichen Tradition. Die Fakult�t begr��t die �klaren Aussagen“ von Kardinal Sch�nborn zur �Ungeheuerlichkeit einer Leugnung der Shoah“ und die Aufforderung des Papstes, Williamson m�sse widerrufen und sich entschuldigen. Die deutsche
�Edith-Stein-Gesellschaft“
betont in einer Erkl�rung die enge Verbindung zwischen Katholiken und Juden. Williamsons �u�erung �verh�hnt das Leiden der Opfer, insbesondere der j�dischen, und das Zeugnis der Leidenssolidarit�t von Edith Stein mit dem j�dischen Volk. Die �u�erungen von Bischof Williamson sind ein unertr�glicher Affront, der absolut nicht hingenommen werden kann.“ Es d�rfe �nicht nur in Worten, sondern auch im Handeln der Kirche“ nicht der geringste Zweifel daran aufkommen, dass die Kirche keine Holocaust-Leugner in ihren Reihen duldet. Der Verband regt an, Holocaust-Leugnung als Straftatbestand mit Exkommunikation in das kirchliche Gesetzbuch aufzunehmen. Die
Kirche Gro�britanniens
versichert der j�dischen Gemeinschaft ihre Solidarit�t. Der Primas von England und Wales, Kardinal Cormack Murphy-O'Connor, hat nach Zeitungsangaben an den Oberrabbiner Jonathan Sacks geschrieben. Er �bedauere“ die Folgen, die sich aus der R�cknahme der Exkommunikation Williamsons ergeben h�tten. Dessen Verleugnung des Holocaust habe �absolut keinen Platz in der katholischen Kirche und ihrer Lehre“. In seiner Antwort erkl�rte Sacks laut �Telegraph“, f�r viele Juden auf der ganzen Welt h�tten die katholisch-j�dischen Beziehungen �gro�en Schaden“ genommen. Der belgische Primas entschuldigt sich bei den Juden f�r die �u�erungen von Bischof Williamson. Auch wenn er sich nicht pers�nlich schuldig f�hle, bedr�cke ihn doch die �absolute intellektuelle Unredlichkeit und Verneinung der Geschichte“ durch Williamson. Das sagte Kardinal Godfried
Danneels von Br�ssel in einem Fernsehgespr�ch. Daf�r entschuldige er sich. (rv)
Vatikan: Keine Medienschelte – �Wir hatten Kommunikationsprozess nicht in der Hand“
Der Sprecher des Vatikans ist unzufrieden dar�ber, dass es im Zusammenhang mit der Aufhebung der Exkommunikationen vor zwei Wochen zu Pannen und Kommunikationsfehlern gekommen ist. Im Gespr�ch
mit der franz�sischen Tageszeitung �La Croix“ meinte Jesuitenpater Federico Lombardi: �Das Kommuniqu�, das das Dekret begleitete, lie� zu viele Aspekte im Unklaren und gab dadurch Raum zu
verschiedenen Interpretationen.“ Au�erdem sei das Dokument schon zu fr�h auf �Internetseiten und an Zeitungen gelangt“: �Wir hatten den Kommunikationsprozess nicht in der Hand.“
�ber die Aufhebung der Exkommunikationen habe der Vatikan nur mit Bischof Fellay verhandelt: �Die Meinungen der anderen Bisch�fe hat man nicht genug beachtet.“ Lombardi w�rtlich: �Wenn es
einen gibt, der das wissen musste, dann war das Kardinal Castrillon Hoyos.“ Abgekl�rt �u�ert sich Lombardi, der u.a. den Vatikanischen Pressesaal leitet, zur Debatte �ber Vatikan und
Lefebvre in den Medien. �Die Medien sind nicht besser oder schlimmer als sonst auch.“ Doch nat�rlich gebe es auch �antikirchliche Str�mungen“ dort. Zu anderen Zeiten, etwa beim letzten
Konklave oder bei den Reisen Benedikts XVI., sei es aber auch der Kirche gelungen, in den Medien ein positives Bild von sich zu zeichnen. Lombardi bedauert, dass auch viele Katholiken die j�ngste
Entscheidung des Vatikans nur schwer verstehen: �Einige Dokumente sind eigentlich nur f�r Spezialisten im Kirchenrecht oder f�r Theologen bestimmt.“ Da sei es problematisch, dass sich heute
�jedes Dokument, ganz gleich welcher Art es ist, direkt in der �ffentlichkeit wieder findet. Das wird dann schwierig zu handhaben.“ Lombardi l�sst erkennen, dass er unter normalen
Umst�nden durchaus die Abstimmung mit den Bischofskonferenzen sucht. �Aber manchmal ist ein Dokument schon in der Hand von Ortsbisch�fen, bevor wir es haben.“ Er glaube, dass �in der Kurie
erst noch eine Kultur der Kommunikation geschaffen werden muss“. Er w�nsche sich, dass die einzelnen Vatikan-Abteilungen rechtzeitig den Pressesaal des Heiligen Stuhls informierten �und auch
eine erkl�rende Note schreiben, wenn der Sachverhalt komplex ist“. Lombardi w�rtlich: �Wenn die j�ngsten Erl�uterungen vom Staatssekretariat schon von Anfang an gegeben worden w�ren, dann
h�tten wir uns einige leidenschaftliche Tage erspart.“ Andererseits sei es aber auch �unm�glich, jede Schwierigkeit zu vermeiden. Wir m�ssen auch mal bereit sein, ein Risiko
einzugehen.“ (rv)
Deutschland: �Die Mehrzahl der Piusbruderschaft will Auss�hnung“
Wie weiter mit den Piusbr�dern? Wie viele von ihnen wollen wirklich die Auss�hnung mit dem Papst? Wie sehen andere traditionsorientierte Gruppen die Auseinandersetzungen nach der Aufhebung der
Exkommunikation? Wir haben dar�ber mit Propst Gerald Goesche gesprochen. Er war in fr�heren Jahren f�r die Piusbruderschaft t�tig und gr�ndete 2003 das traditionsorientierte, aber papsttreue
Institut St. Philipp Neri in Berlin. Ob die Piusbruderschaft jetzt vor einer Spaltung stehe, wollte Gudrun Sailer zun�chst von Propst Goesche wissen. Herr Propst, wie uneins ist die
Piusbruderschaft? Kommt es zu einer Spaltung in zwei Gruppen, eine, die mit Rom sprechen m�chte, und eine andere, die Dialog ablehnt?
�Das ist ganz schwierig zu beurteilen. Ich habe aber festgestellt, dass die Aufhebung der Exkommunikation insofern gute Fr�chte hat, als Bischof Fellay sich so klar
ge�u�ert hat und so sehr auf Seiten des Heiligen Vaters steht wie bisher noch nicht. Auch Pater Schmidberger hier in Deutschland hat sich �hnlich vernehmen lassen. So dass ich mir vorstellen
k�nnte, dass doch ein sehr gro�er Teil der Piusbruderschaft auf jeden Fall jetzt auch eine vollkommene Auss�hnung mit dem heiligen Stuhl und eine Regelung der Situation suchen wird. Ich glaube,
dass Bischof Fellay da wirklich F�hrung �bernommen hat ist ein neues Element, was sehr wichtig ist. Ich denke auch, dass die Mehrzahl der Gl�ubigen und der Priester, wenn sie in die Richtung
gef�hrt werden, eigentlich eine Auss�hnung mit Rom und eine vollkommene Ordnung der Situation wollen.“
Der Ton der Piusbruderschaft war manchmal au�erordentlich harsch, was die katholische Kirche betrifft – da ist von der Konzils-Sekte die Rede, davon, dass die
Katholische Kirche sich bekehren und auf die Sicht der Piusbruderschaft einschwenken muss. Es geh�rte schon auch Gro�mut von Seiten des Vatikans dazu, diese Friedensgeste zu setzen, die
Exkommunikation aufzuheben. Damit ist f�r die Piusbruderschaft eine ganz neue, noch nie da gewesene Situation entstanden. Meinen Sie, die Bruderschaft wird ihren Ton jetzt m��igen?
�Also es gibt nat�rlich auch ein Interview von Bischof Tissier de Mallerais, wo er den alten Ton so ein bisschen beibeh�lt, in dem Sinne,
dass vor allem Rom sich bekehren muss. Insofern kann man da nicht ganz sicher sein. Aber man muss zwei Dinge beachten: Auf der einen Seite sind auch die gl�ubigen Priester und Bisch�fe der
Piusbruderschaft Menschen von heute, die oft genauso h�sslich ihre Anliegen vorbringen, wie das die Herrschaften aus der linken Ecke auch tun. Das ist ein bisschen spiegelverkehrt. Das andere ist,
dass wenn es die Aussicht auf eine kirchliche Regelung gibt, dann oft schon der Ton sich �ndert, weil viele dann leichter merken, welche Verantwortung sie haben und dass einfach auch diese
Vorstellungen von Erzbischof Lefebvre, das Experiment der Tradition zu wagen, jetzt so nahe ist, dass man das eigentlich nicht ausschlagen kann. Man merkt das an den traditionellen Gruppen, die zu
einer Auss�hnung mit Rom gelangt sind, ob in Campos oder bei den schottischen Redemptoristen oder anderswo, dass der Ton dann, fast von heute auf morgen, sich sehr ver�ndert hat und sehr vern�nftig
geworden ist.“ (rv)
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07.02.09
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Lombardi: �Papst wollte ein Zeichen f�r die Zukunft setzen“
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Die Aufhebung der Exkommunikation der vier Lefebvre-Bisch�fe war ein �Zeichen f�r die Zukunft“. Das betont Vatikan-Sprecher Federico Lombardi in seinem
w�chentlichen Editorial f�r Radio Vatikan. Die entstanden Schwierigkeiten zeigen, so Lombardi, dass �der Weg der �kumenischen Einheit“ schwierig und lang sei. Man merke dabei, welchen Preis
die Christen bezahlen m�ssten, um diese Einheit erreichen zu k�nnen. Lombardi w�rtlich:
�Die dargebotene Hand des Papstes ist und bleibt f�r uns alle eine erstaunliche Geste des Mutes. Damit hat er bewiesen, wie wichtig es ihm ist, f�r die Einheit zu
arbeiten. Er ging soweit, dass er auch Risiken auf sich nahm. Diese Risiken bestanden u.a. darin, dass vieles vor dem Beschluss nicht klar bzw. unbekannt war. Gerade deswegen ist diese Geste ein
Appell an uns alle. Das gilt insbesondere f�r die Mitarbeiter des Papstes wie f�r jegliche Mitglieder der Kirche: Wir d�rfen den Papst in solchen F�llen nicht allein lassen, wenn es darum geht,
Schwierigkeiten zu meistern.“
Auch in schwierigen Zeiten kann man vieles hinzulernen, f�gt Jesuitenpater Lombardi an.
�Das gilt f�r alle Beteiligten des �kumenischen Dialogs. Jeder sollte in Bescheidenheit und Bereitschaft den Weg suchen, der zur Einheit f�hrt. Jede Krise bietet
die M�glichkeit, einen Schritt weiterzukommen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Das wird uns nicht unbedingt zu einer m�chtigeren Kirche f�hren, aber sie sollte sich zu einer Kirche der Liebe
und Vergebung wandeln. In einer solchen Kirche kann es keinen Gegensatz zwischen Konzil und Tradition geben!“ (rv)
Kirchenrechtler: �Sie sind keine katholischen Bisch�fe“
Der Bischof der Pius-Bruderschaft, Richard Williamson, will vorerst seine Leugnung des Holocaust nicht widerrufen. Er wolle zun�chst �die historischen Beweise pr�fen“, sagte er dem
Nachrichtenmagazin �Der Spiegel“. F�r eine erneute Exkommunikation Williamsons ist die Leugnung des Holocaust aus kirchenrechtlicher Sicht kein hinreichender Straftatbestand -das sagte
Klaus L�dicke dem K�lner Domradio. L�dicke ist emeritierter Kirchenrechtler an der Universit�t M�nster. Man m�sse angesichts der jetzigen Debatte betonen, so L�dicke, dass die vier
Lefebvre-Bisch�fe nie ein offizielles Amt innerhalb der katholischen Kirche innehatten.
�Dadurch, dass sie illegal geweiht worden sind, sind sie nie in die Gemeinschaft mit dem Papst getreten. Sie d�rften daher nicht an einem Konzil teilnehmen. Sie
sind der Weihe nach Bisch�fe, aber nicht dem Amte nach! Sie k�nnen darum auch kein kirchliches Amt wiederbekommen, weil sie katholisch betrachtet keine Bisch�fe sind.“
In diesem Fall seien auch dem Vatikan durchaus Fehler unterlaufen. Man h�tte sich vorher besser �ber die einzelnen Lefebvre-Bisch�fe informieren sollen, findet
L�dicke:
�Der Vatikan hat dazu die passenden Strukturen - die haben aber in diesem Fall nicht funktioniert. Diese Struktur besteht darin, dass
das Staatssekretariat durch die Leitung eines p�pstlichen Diplomaten das n�tige Sensorium an den Tag legt, um zu wissen, welche Auswirkungen Erkl�rungen des Heiligen Stuhls haben. Bevor dann eine
solche Entscheidung auch vollzogen wird, muss das Staatssekretariat dies �berpr�fen. In diesem Falle h�tte es dem Papst sagen k�nnen, dass die Aufhebung der Exkommunikation eine Auswirkung auf
den Dialog mit den Juden und auf das Verh�ltnis zu Deutschland sowie f�r die �kumene hat. Aus irgendwelchen Gr�nden hat diese Zusammenarbeit im Vatikan diesmal nicht geklappt.“ (rv)
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07.02.09
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Deutschland: �Papst-Besuch ist bisher nur eine Hoffnung“
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Deutsche Medien haben in den vergangenen Stunden berichtet, Papst Benedikt XVI. plane eine dritte Deutschlandsreise im kommenden Jahr. Dies wurde nach einem
ZDF-Interview mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, verbreitet. Dabei wurde der Freiburger Oberhirte allerdings nicht immer ganz richtig zitiert.
Der Mediensprecher der Bischofskonferenz (und langj�hrige Mitarbeiter von Radio Vatikan), Matthias Kopp, pr�zisiert das Statement von Zollitsch:
�Erzbischof Zollitsch hat in dem Interview mit dem ZDF gesagt, er hoffe, dass der Papst n�chstes Jahr nach Deutschland komme. Er
hoffe, dass m�gliche Stationen Berlin und Freiburg seien. Mehr hat er aber nicht dazu gesagt. Es handelt sich also um eine Hoffnung und nicht um eine Best�tigung. Denn es gibt keine konkrete
Planung dazu. Es ist eine Hoffnung.“ Eine dritte Deutschlandreise w�re f�r den Papst der erste offizielle Staatsbesuch in seinem Heimatland. 2005 nahm Benedikt XVI. am Weltjugendtag in
K�ln teil, im September 2006 bereiste der Papst ausschlie�lich Orte in seiner bayerischen Heimat, n�mlich M�nchen, Alt�tting, Marktl am Inn, Regensburg und Freising. (rv)
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08.02.09
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Vatikan/D: Angela Merkel und Papst Benedikt r�umen Missverst�ndnisse aus
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Papst Benedikt XVI. und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel haben in einem Telefonat �ber die Verstimmungen der vergangenen Tage geredet. �Es war ein
gutes und konstruktives Gespr�ch, getragen von dem gemeinsamen tiefen Anliegen der immerw�hrenden Mahnung der Shoah f�r die Menschheit“, teilten der vatikanische Pressesaal und der
Sprecher der Bundesregierung, Ulrich Wilhelm, am Sonntag in einer gemeinsamen Erkl�rung mit. Der Papst und die Kanzlerin h�tten �in gro�em gegenseitigen Respekt“ ihre Haltungen
ausgetauscht. Es sei die Bundeskanzlerin gewesen, die um das Gespr�ch gebeten habe, so die Mitteilung. Zu der Verstimmung zwischen deutscher Bundesregierung und Heiligem Stuhl war es nach der
Aufhebung der Exkommunikation f�r die Bisch�fe der Priesterbruderschaft St. Pius X. gekommen, als Merkel eine klare Haltung des Vatikans im Fall des Holocaust-Leugners Bischof Richard
Williamson gefordert hatte. Unionspolitiker und Kirchenvertreter sprachen daraufhin von einer nicht akzeptablen Einmischung in kirchliche Angelegenheiten.
Der Vatikansprecher und der Sprecher der Bundesregierung verwiesen jetzt noch einmal auf die Erkl�rung des Papstes von der
Generalaudienz am 28. Januar und der Bundeskanzlerin vom vergangenen Donnerstag. Am Mittwoch hatte der Papst von Williamson einen Widerruf verlangt. Merkel begr��te daraufhin die Haltung des
Vatikans als �wichtiges und gutes Signal“. (rv)
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09.02.09
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Argentinien: Traditionalisten setzen Williamson als Seminarleiter ab
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Das Leugnen der Shoah durch den traditionalistischen Bischof Richard Williamson hat Folgen. Offenbar hat ihn die Priesterbruderschaft
St. Pius X. als Leiter eines Priesterseminars bei Buenos Aires abgesetzt. Das berichtet eine argentinische Nachrichtenagentur. Derweil mehren sich auch in der katholischen Kirche Stimmen, die
einen Ausschluss Williamsons fordern. Die Nachricht kam per Fax: Williamson sei von der Leitung des Seminars La Reja in Argentinien entbunden worden. Das erkl�rte Pater Christian
Bouchacourt, f�hrendes Mitglied der Lefebvre-Anh�nger in Lateinamerika, in einer d�rren Mitteilung. Williamsons �u�erungen g�ben �nicht im geringsten die Haltung unserer Gemeinschaft
wieder“, so das Schreiben weiter. Eine offizielle Best�tigung f�r die Absetzung von Williamson lag zun�chst nicht vor. Am vergangenen Mittwoch hatte Papst Benedikt den abtr�nnigen Bischof
aufgefordert, seine Leugnung des V�lkermords an den Juden unmissverst�ndlich und �ffentlich zur�ckzunehmen. Dies lehnt der 68-J�hrige aber in einem schriftlich gef�hrten Interview mit dem
Nachrichtenmagazin �Der Spiegel“ ab. Williamson leitete seit 2003 das Priesterseminar in dem Ort La Reja westlich der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. (rv)
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12.02.09
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Papst empf�ngt j�dische Vertreter
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Die Beziehung zwischen dem Vatikan und den Juden �steht auf der soliden Grundlage des Zweiten Vatikanischen Konzils, sie kann auch zwischenzeitliche R�ckschl�ge
verkraften. Wir k�nnen sogar gest�rkt daraus hervorgehen.“ Diese vers�hnlichen Worte sprach an diesem Donnerstag eine hochrangige j�dische Delegation vor Papst Benedikt XVI. im Vatikan
aus. Das Kirchenoberhaupt seinerseits wiederholte, dass die Kirche �zutiefst und unwiderruflich dazu verpflichtet ist, allen Antisemitismus zur�ckzuweisen“. Auch zur Shoah selbst fand der
Papst abermals deutliche Worte: �Der Hass und die Menschenverachtung“, die ihr deutlich wurden, �waren ein Verbrechen gegen Gott und gegen die Menschlichkeit.“ Es sei ��ber jeden
Zweifel erhaben, dass jede Leugnung oder Minimierung dieses furchtbaren Verbrechens nicht tolerierbar und rundweg inakzeptabel ist. Dieses schreckliche Kapitel unserer Geschichte darf nie
vergessen werden!“ Beide Seiten sprachen auch von der bevorstehenden Visite Papst Benedikts im Heiligen Land: �Das gelobte Land erwartet Ihre Ankunft“, so der New Yorker Rabbiner
Arthur Schneier.
Rabbiner: Historischer Tag �Shalom, Eure Heiligkeit!“ Das setzte den Ton bei
dieser Audienz, die man – nach dem Trubel der letzten Wochen – durchaus als historisch werten kann. Wie schon nach der Aufregung �ber die Karfreitags-F�rbitte war es wieder der New
Yorker Rabbiner Arthur Schneier, ein geb�rtiger �sterreicher, der dem Papst Gespr�chsbereitschaft signalisierte – in einem �kritischen Moment f�r katholisch-j�dische Beziehungen“,
wie er selbst sagte. Deutliche Worte im Vatikan. Schneier dankte dem Papst daf�r, dass dieser am Mittwoch letzter Woche seine Solidarit�t mit den Juden erkl�rt und jeder Holocaust-Leugnung
eine Absage erteilt hatte. Er dankte auch daf�r, dass sich Benedikt wie sein Vorg�nger Johannes Paul zur Konzilserkl�rung �Nostra Aetate“ bekennt, die f�r eine �Vers�hnung zwischen der
Kirche und dem j�dischen Volk“ stehe. Der Rabbiner warb daf�r, die Erinnerung an den Holocaust in den Schulen wachzuhalten: Das �Nie wieder“ m�sse den n�chsten Generationen
vermittelt werden.
Zeichen f�r Israelreise �Wie die Juden in der W�ste nicht nur die zweiten Tafeln
der Zehn Gebote mit sich trugen, sondern auch die ersten, zerbrochenen, so tragen auch wir mit uns die Erinnerung an Jahrhunderte der Verfolgung, Unterdr�ckung und Dem�tigung. Aber wir sind
durch die Vergangenheit nicht gel�hmt, sondern glauben weiter an den H�ter Israels.“ Rabbi Schneier nannte den Staat Israel, der vom Vatikan erst in den neunziger Jahren diplomatisch
anerkannt wurde, als Erf�llung der Prophezeiung des Ezechiel: �Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig, und ich bringe euch wieder in euer Land.“ �Das Gelobte Land
erwartet Ihre Ankunft.“ Dieser kleine Satz war nichts anderes als die wieder aufgerissene T�r zu einer Papstreise nach Israel. Schon l�nger war eine solche Visite f�r den Mai im
Gespr�ch; jetzt deutet alles darauf hin, als wolle Papst Benedikt angesichts des Williamson-Skandals erst recht an dem Reiseplan festhalten. Rabbi Schneier endete mit einer optimistischen Note:
�Unsere Beziehung steht auf der soliden Grundlage des Zweiten Vatikanischen Konzils; sie kann auch zwischenzeitliche R�ckschl�ge verkraften. Wir k�nnen sogar st�rker daraus hervorkommen... M�ge
Er, der f�r Frieden im Himmel sorgte, uns helfen, Friede auch auf Erden zu schaffen.“ Au�er Rabbi Schneier hielt an diesem Donnerstag auch Alan Solow eine kleine Rede – er kommt
aus Chicago, gilt als enger Vertrauter des neuen US-Pr�sidenten Barack Obama und steht erst seit wenigen Wochen an der Spitze des Dachverbands der wichtigsten j�dischen US-Verb�nde. Auch Solow
sprach von einem �kritischen Moment“ und �gespannten Beziehungen zwischen der Kirche und der j�dischen Gemeinschaft“: �Die Aufforderung des Heiligen Stuhls an Bischof Williamson,
seine furchtbare Leugnung des Holocaust zur�ckzunehmen, war ein willkommener Schritt. Es muss immer wieder klargemacht werden, dass keine Art der Holocaust-Leugnung toleriert werden darf.“
Appell gegen Antisemitismus Solow appellierte an den
Papst, sich deutlich gegen Antisemitismus zu engagieren. �Die Geschichte lehrt uns, dass solche Intoleranz und solcher Hass alle mit in den Abgrund zu rei�en drohen, wenn man ihnen nicht
entgegentritt. Auf den alarmierenden Angriff auf eine Synagoge in Caracas folgte ein �berfall auf die Nuntiatur des Vatikans. Auch wenn das nicht direkt in Zusammenhang steht, zeigt es, dass
wir alle solcher Aufwiegelei und solchem Extremismus zum Opfer fallen.“ Und auch Solow fand klare Worte zu einer m�glichen Papstreise ins Heilige Land: �Wir begr��en und unterst�tzen
die geplante Reise Eurer Heiligkeit nach Israel. Die Menschen und F�hrer in Israel sehen ihr wie wir erwartungsvoll entgegen... Die wachsenden Versuche, den Staat Israel zu d�monisieren und zu
delegitimieren, sind sehr besorgniserregend. Eure Heiligkeit kann mithelfen, die Stimmen von Extremisten zur�ckzudr�ngen, die im Nahen Osten oder anderswo in der Welt zur Vernichtung Israels
aufrufen oder die Terrorismus gegen seine B�rger f�rdern.“
Worte des Papstes Der Papst selbst dankte dann in seiner
Ansprache f�r die deutlichen Worte von Rabbi Schneier und Herrn Solow. Es tue ihm immer gut, �etwas Zeit mit meinen j�dischen Freunden zu verbringen“, so Benedikt. Er erinnerte an seinen
Besuch in der Synagoge von K�ln kurz nach seinem Amtsantritt – und an seine Visite auf dem Gel�nde des fr�heren Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau im Mai 2006.
�Welche Worte k�nnen eine so tief bewegende Erfahrung ad�quat wiedergeben? Als ich diesen Ort des Horrors betrat, diesen Schauplatz unermesslichen Leids, dachte
ich an die unz�hlige Schar von Gefangenen, darunter so vielen Juden, die auf diesem Weg in die Gefangenschaft in Auschwitz und all den anderen Lagern geraten waren. Diese Kinder Abrahams
hatten, kummervoll und erniedrigt wie sie waren, wenig mehr als den Glauben an den Gott ihrer V�ter, um sie aufrecht zu halten – einen Glauben, den wir Christen mit euch teilen, unseren
Br�dern und Schwestern.“ �Wie k�nnen wir auch nur ann�hernd das Monstr�se begreifen, was in diesen infamen Gef�ngnissen stattgefunden hat? Die ganze menschliche Rasse f�hlt tiefe Scham
angesichts der w�sten Brutalit�t, die sich damals an Eurem Volk g�tlich hielt. Erlaubt mir, zu wiederholen, was ich bei dieser d�steren Gelegenheit sagte: Die F�hrer des Dritten Reichs wollten
das ganze j�dische Volk vernichten, um es aus den Reihen der V�lker dieser Erde auszul�schen.“
Papst bereitet Israelreise vor Auch Benedikt kam dann auf
eine m�gliche Reise nach Jerusalem zu sprechen.
�Ich bereite eine Reise nach Israel vor, ein Land, das Christen wie Juden heilig ist, weil man dort die Wurzeln unseres Glaubens findet. Ja wirklich, die Kirche
n�hrt sich aus der Wurzel dieses guten Olivenbaums, der das Volk Israel ist – und auf den die wilden �lbaum-�ste der Heiden aufgepfropft wurden.“ Das war – genauso wie die vom
Papst letztes Jahr neuformulierte Karfreitagsf�rbitte – ein Zitat aus dem R�merbrief des Apostels Paulus. �Seit den fr�hesten Tagen des Christentums ist unsere Identit�t und jeder Aspekt
unseres Lebens und unseres Gottesdienstes eng an die alte Religion unserer V�ter im Glauben r�ckgebunden.“
Mit der Formulierung �V�ter im Glauben“ variierte der Papst die ber�hmte Formel, die sein Vorg�nger Johannes Paul beim Besuch der r�mischen Synagoge
gefunden hatte. Der polnische Papst hatte dabei die Juden als die ��lteren Br�der“ der Christen bezeichnet.
�Die zweitausendj�hrige Geschichte der Beziehungen zwischen Judentum und Kirche hat viele verschiedene Phasen erlebt, darunter einige schmerzvolle. Jetzt, wo wir
uns in einem Geist der Vers�hnung treffen k�nnen, sollten wir fr�heren Schwierigkeiten nicht erlauben, uns davon abzuhalten, dass wir einander die Hand der Freundschaft reichen. Und wo g�be es
denn auch eine Familie, in der es nicht zu irgendwelchen Spannungen kommt?“
Benedikt XVI. und das Konzil Der Papst nannte die
Konzils-Erkl�rung �Nostra Aetate“ einen �Meilenstein auf unserem Weg zur Vers�hnung“. �Die Kirche ist zutiefst und unwiderrufbar darauf verpflichtet, allen Antisemitismus
zur�ckzuweisen und weiter gute, dauerhafte Beziehungen zwischen unseren zwei Gemeinschaften aufzubauen. Wenn es ein Bild gibt, das diese Verpflichtung ausdr�ckt, dann ist es Johannes Paul II.
an der Klagemauer in Jerusalem, der Gott um Vergebung bittet f�r alle Ungerechtigkeit, die das j�dische Volk erlebt hat.“ �Ich mache mir sein Gebet zu eigen: Gott unserer V�ter, du
hast Abraham und seine Nachkommen erw�hlt, um deinen Namen zu allen Nationen zu tragen. Wir sind tief betr�bt �ber das Verhalten derer, die im Lauf der Geschichte diesen deinen Kindern Leid
zugef�gt haben. Wir bitten dich um Vergebung, und wir verpflichten uns selbst zu wahrer Br�derlichkeit mit dem Volk des Bundes.“
Noch einmal fand der Papst klare Worte zum Holocaust:
�Der Hass und die Menschenverachtung, die in der Shoah deutlich wurden, waren ein Verbrechen gegen Gott und gegen die Menschlichkeit. Das sollte jedem klar sein
– vor allem jenen, die in der Tradition der Heiligen Schrift stehen... Es ist �ber jeden Zweifel erhaben, dass jede Leugnung oder Minimierung dieses furchtbaren Verbrechens nicht
tolerierbar und rundweg inakzeptabel ist. Die Shoah muss eine Warnung an alle sein, nicht zu vergessen, nicht zu verneinen und nicht zu verkleinern... Dieses schreckliche Kapitel unserer
Geschichte darf nie vergessen werden!“
Zu Recht sei Erinnern auch �memoria futuri“, also ein Warnzeichen f�r die Zukunft, so Papst Benedikt. Die Menschheit m�sse alles tun, um eine �hnliche
Katastrophe in Zukunft zu verhindern. Er bete darum, dass die Erinnerung an den Holocaust �unsere Entschlossenheit st�rkt, die Wunden zu heilen, die zu lange die Beziehungen zwischen Christen
und Juden schmerzvoll gemacht haben.“ Es war eine gro�e Rede des Papstes, eine Audienz der deutlichen Worte – und ein klares Signal, dass der Vatikan aus dem Fall Williamson
seine Lehren gezogen hat. Auch die T�ren zu einer Papstreise nach Israel sind an diesem Donnerstag f�r alle sichtbar aufgesprungen. Rabbi Schneier berichtete nach der Audienz vor Journalisten,
er habe dem Papst auch noch etwas auf deutsch gesagt: �Ich habe die Sonne gebracht.“ Damit meinte er nicht nur das Wetter. (rv)
Vatikan: Rabbi Schneier - �Papst ist ein Br�ckenbauer“
Eine freundliche Atmosph�re herrschte beim Treffen des Papstes mit den Pr�sidenten der wichtigsten j�dischen Verb�nde in den USA. Das best�tigt nach der Zusammenkunft der New Yorker
Rabbiner Arthur Schneier. Er hatte Benedikt bereits mehrmals getroffen. So war Schneier auch einer der Gastgeber beim US-Besuch Benedikts im April 2008 als er den Papst in seiner Synagoge in
New York empfing. Gegen�ber Radio Vatikan erz�hlt der geb�rtige �sterreicher, wie es diesmal beim Papst war:
�Er hat nicht nur mich sehr herzlich begr��t. Ich habe die ganze Delegation vorgestellt. Er war sehr pers�nlich und sehr warmherzig. Wir haben �ber das Wetter in
Rom gesprochen, dass es in den letzten Tagen geregnet habe und dass heute die Sonne scheine. Wir sprechen jeweils immer auf Deutsch miteinander.“
Schneier sagte dem Papst, dass die vergangenen Tage f�r einen Holocaust-�berlebenden wie ihn �schmerzhaft und schwierig“ gewesen seien.
�Deshalb war dieses Treffen wichtig. Denn in den letzten Wochen ist durch die Williamson-Aff�re eine gro�e Spannung entstanden. Doch mit der Erkl�rung des
Papstes wurde eine klare Richtung gesetzt. Und ich habe gesp�rt, dass es sich nicht nur um eine selbstverst�ndliche Erkl�rung handelte sondern auch eine sehr pers�nliche – ja vom Herzen
kommende – Note war. Das Konzilsdekret �Nostra Aetate“ und das Zweite Vatikanische Konzil im Allgemeinen sind das Prinzip der Beziehungen der Juden mit den Christen.“ Die
Aufhebung der Exkommunikation f�r die vier Lefebvristen-Bisch�fe ist eine gro�e Herausforderung f�r die Juden, wie der New Yorker Rabbiner weiter hinzuf�gt.
�Die Williamson-Aff�re ist nicht eine j�dische Angelegenheit. Die Frage ist aber, ob er �Nostra Aetate“ akzeptiert oder nicht. Und es geht nicht nur um
Bischof Williamson. Es geht um die Pius-Bruderschaft. Sie m�ssen Stellung nehmen, ob sie die Richtung von Papst Benedikt XVI. und von Johannes Paul II. akzeptieren. Das bedeutet auch, dass sie
gegen Antisemitismus und gegen die Holocaust-Leugnung sein m�ssen.“
Eine m�gliche Papstreise im Fr�hling k�nnte den j�disch-katholischen Dialog weiter st�rken, glaubt Arthur Schneier.
�Papst Benedikt ist auch Pontifex Maximus. Ein Pontifex Maximus ist einer, der Br�cken baut. Hoffentlich wird er der Pontifex sein, der den Frieden weiter halten
kann.“ (rv)
Die Audienz f�r j�dische Vertreter - ein Durchbruch Zur
Papstaudienz von diesem Donnerstag eine Einsch�tzung von Stefan Kempis. Das Treffen im Apostolischen Palast dauerte genau 29 Minuten und 40 Sekunden. Diese Zeit hat gen�gt, um einen ersten
Schlussstrich unter den Skandal Williamson zu ziehen. Die Audienz war in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Selten sprechen Papst-G�ste eine so deutliche Sprache. Wohl noch nie au�er in
Auschwitz hat Benedikt XVI. so klare Worte zum Holocaust und zum Judentum gefunden – die Worte und auch die Emotion, auf die viele in den letzten Wochen gewartet haben. Noch nie hat sich
der Papst so unmissverst�ndlich, so ohne Wenn und Aber, hinter die Vergebungsbitte von Johannes Paul gestellt. Das war ein �Mea Culpa“ im Benedetto-Stil. Und die T�r zur Papstreise nach
Israel ist weit aufgesprungen. Wann es zum letzten Mal eine Audienz von solcher Eindringlichkeit gegeben hat? Kein Zweifel: Das war der Empfang f�r Botschafter aus mehrheitlich islamischen
L�ndern, nach der Regensburger Rede des Papstes. Was die Audienz damals f�r die Beziehungen zum Islam bedeutete, das bedeutet die Audienz von diesem Donnerstag f�r die Beziehungen zum Judentum.
Ein Durchbruch. Willkommen in Jerusalem, Heiliger Vater. (rv)
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12.02.09
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Der Vatikanstaat feiert seinen 80. Geburtstag mit einem Konzert
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An diesem Donnerstagabend erklingt in der Audienzhalle H�ndels Oratorium �Der Messias“. F�r die Darbietung vor Papst Benedikt
XVI. wird das Zweieinhalb-Stunden-Werk auf etwa eine Stunde gek�rzt. Das Oratorium mit dem ber�hmten �Halleluja-Chor“ war noch nie im Vatikan zu h�ren. Ausgef�hrt wird es vom irischen
RTE Concert Orchestra und dem Chor der Kathedrale von Dublin. Die Alt-Partie �bernimmt die in Hamm geborene und in Halle an der Saale wirkende Gesangssolistin Ulrike Schneider. Zum
80-Jahr-Jubil�um gibt es au�erdem einen dreit�gigen Kongress und eine zwei Monate dauernde Ausstellung �ber den Vatikanstaat, die im �Braccio di Carlomagno“ am Petersplatz zu sehen ist.
- Am 11. Februar 1929 unterzeichneten der Heilige Stuhl und das K�nigreich Italien die Lateranvertr�ge. Damit den kl�rten der italienische Staat und die katholische Kirche nach 60 Jahren der
Ungewissheit den Status der Vatikanstadt. (rv)
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14.02.09
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Papst Benedikt XVI. hat drei Vizepr�sidenten f�r die Afrika-Synode ernannt
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Es sind der afrikanischen Kurienkardin�le Francis Arinze, der Senegalese Th�odore-Adrien Sarr und der S�dafrikaner Wilfrid Fox
Napier. Die Spezialsynode der Bisch�fe findet vom 4. bis 25. Oktober im 2009 im Vatikan statt. Der Erzbischof aus Ghana, Kardinal Peter Turkson, wurde zum Generalrelator der Synode ernannt.
Papst Benedikt ernannte au�erdem den Erzbischof von Luanda Dami�o Antonio Franklin sowie den Bischof von Sarh, Edmond Djitangar zu Spezialsekret�ren dieser Bischofssynode. - Die
Afrika-Synode findet vom 4. bis 25. Oktober im Vatikan statt. Sie steht unter dem Thema: Die Kirche in Afrika im Dienst der Vers�hnung, der Gerechtigkeit und des Friedens. Es ist die zweite
Versammlung von katholischen Bisch�fen dieses Kontinents; das erste Treffen war 1994. (rv)
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16.02.09
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�sterreich: �Konsequenzen f�r die Zukunft ziehen“
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�Wir schulden den Menschen ein Wort der Kl�rung, wollen aber auch der Hoffnung Ausdruck geben, dass mit jeder Krise Chancen verbunden sind.“ Das
halten die �sterreichischen Di�zesanbisch�fe in einem gemeinsamen Hirtenbrief fest, den sie bei einer Sondersitzung in Wien an diesem Montag verabschiedet haben. Kardinal Christoph
Sch�nborn hatte als Vorsitzender der Bischofskonferenz eine �au�erordentliche Konsultation“ einberufen, Thema war die derzeitige Situation der Kirche in �sterreich. �In dem
Hirtenbrief wird auf die verschiedenen Aspekte der aktuellen kirchlichen Situation in �sterreich Bezug genommen“, teilte die Erzdi�zese Wien am Montag Nachmittag mit. Aus den
Ereignissen der vergangenen Wochen m�sse man lernen, so die Bisch�fe, und �aus den Fehlern die richtigen Konsequenzen f�r die Zukunft ziehen“. Die Sondersitzung diente dazu, �die
Ereignisse zu beraten, die in den vergangenen Tagen Sorge und Ver�rgerung in und au�erhalb der Kirche hervorgerufen haben“. Der von den zehn Di�zesanbisch�fen unterzeichnete Brief
richtet sich an die Gl�ubigen und an alle B�rger des Landes. Die Bisch�fe nehmen Bezug auf die Debatten um die Ernennung von Gerhard Maria Wagner zum Weihbischof von Linz und die
Piusbruderschaft. Offen sprechen sie Spannungen, gerade die in der Di�zese Linz an. Mit der j�ngsten Ernennung seien diese �wieder akut geworden“. Doch �der pastorale Weg“ in
den dort offenen Fragen zum Verh�ltnis von Weihesakrament und Laienapostolat k�nne �nur im Einklang mit der Weltkirche begangen werden“. Das Thema der Bischofsernennungen sei
deswegen �so bedeutsam“, betonen die Bisch�fe, �weil es seit Mitte der achtziger Jahre in �sterreich mit etlichen Problemen verbunden war“. �Zu zahlreich waren die
Kontroversen um Bischofsernennungen, zu schmerzlich die Konflikte und die Risse in der Kirche, die sie ausgel�st haben. Daher ist gerade in diesem Bereich h�chste Sensibilit�t
angebracht.“ F�r die Ernennungen in den n�chsten Jahren erwarteten die Gl�ubigen �mit Recht, dass das Verfahren der Kandidatensuche, die Pr�fung der Vorschl�ge und die letzte
Entscheidung sorgf�ltig und mit pastoralem Gesp�r vorgenommen werden“. Dadurch k�nne sicher gestellt werden, �dass Bisch�fe nicht ,gegen’, sondern ,f�r’ eine Ortskirche
ernannt werden“. Zur Debatte im Zusammenhang mit der Aufhebung der Exkommunikation der vier Bisch�fe der Piusbruderschaft halten �sterreichs Bisch�fe fest: �Wir hoffen, dass es
gelingen wird, die unzureichenden Kommunikationsabl�ufe auch im Vatikan zu verbessern, damit der weltweite Dienst des Papstes nicht Schaden erleidet.“ (rv)
�sterreich: Wagners �R�cktritt aus freien St�cken“
Gerhard Maria Wagner bittet den Papst um die R�cknahme seiner Ernennung zum Linzer Weihbischof. Das geht aus einer knappen Pressemeldung der Di�zese Linz vom Sonntagabend hervor. Aus
dem Vatikan gibt es dazu bislang keine offizielle Reaktion, da das R�cktrittsgesuch zun�chst schriftlich eingehen muss. In Linz hie� es jedoch bereits am Sonntagabend, �dieser Bitte wurde
vom Heiligen Stuhl entsprochen“. Im Wortlaut hei�t es in der Pressemitteilung, die per Mail um 19 Uhr 10 bei Radio Vatikan einging: �Der designierte Weihbischof von Linz, Dr.
Gerhard Maria Wagner, hat den Di�zesanbischof Dr. Ludwig Schwarz gebeten, folgende Stellungnahme an die Medien zu �bermitteln: ,Angesichts der heftigen Kritik bin ich im Gebet und nach
R�cksprache mit dem Di�zesanbischof zu dem Entschluss gekommen, den Heiligen Vater in Rom um R�cknahme meiner Ernennung zum Weihbischof von Linz zu bitten.’ + Bischof Dr. Ludwig
Schwarz“ Die Ernennung des Weihbischofs f�r Linz, Gerhard Maria Wagner, und umstrittene Positionen des 54-J�hrigen unter anderem zu einer �Heilung“ von Homosexuellen oder
dem Hurrikan �Katrina“ als vermeintliche Gottesstrafe f�r New Orleans hatten in �sterreich auch innerhalb der katholischen Kirche zu einer anhaltenden Debatte gef�hrt. Der R�cktritt
von Gerhard Maria Wagner sei �im Interesse und zum Wohl der Di�zese Linz“ erfolgt, sagte der ober�sterreichische Di�zesanbischof Ludwig Schwarz im Gespr�ch mit
�Kathpress“. Wagner hat sich am Tag nach seiner Bitte um R�cknahme seiner Bestellung erleichtert �ber diesen Schritt gezeigt. �Dieser R�cktritt geschieht aus freien
St�cken“, sagte der bisherige Pfarrer von Windischgarsten (Ober�sterreich) an diesem Montag im �1-�Morgenjournal“. �Ich bin sehr erleichtert aufgestanden, im Vergleich zu den
letzten N�chten“, so Wagner. Er habe �von Anfang an, als ich ernannt wurde, nat�rlich den Widerstand gesp�rt“, bekannte der Geistliche – er m�sse �auch ehrlich sagen,
auf sehr oft unbarmherzige und lieblose Weise“. Er habe sich h�ufig die Frage gestellt, was er tun soll, was gut sei f�r die Kirche. �Das war dann letztlich auch f�r mich jetzt die
Entscheidung, dass ich gesagt habe, ich gebe den Auftrag an den Papst zur�ck“, so Wagner. Er sei �innerlich frei“ und gl�cklich �ber diese Entscheidung, �wenngleich ich wei�,
es gibt andere, die dar�ber nicht gl�cklich sind“. Zu seiner pers�nlichen Zukunft erkl�rte Wagner, er wolle weiterhin in seiner Pfarrei t�tig sein: �Ich bin bisher Pfarrer in
Windischgarsten gewesen und werde auch in Zukunft Pfarrer in Windischgarsten sein.“ Er habe sich �bisher gefreut und freue mich jetzt auch wieder, mich dieser Aufgabe ganz widmen zu
k�nnen“. F�r diesen Montag hatte der Vorsitzende der �sterreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Sch�nborn, die Di�zesanbisch�fe des Landes zu einer au�erordentlichen
Beratung nach Wien gerufen. Die Einladung dazu erging aber bereits am vergangenen Freitag, das Treffen fand trotz des Verzichts Wagners wie geplant statt. Thema der eint�gigen Sitzung war
die derzeitige Situation der Kirche in �sterreich. Kardinal Sch�nborn hatte im Vorfeld von �Schadensbegrenzung“ gesprochen. (rv)
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17.02.09
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Kardinal Kim Sou-hwan verstorben
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Am 16.02.2009 ist der S�dkoreaner Stephen Kardinal Kim Sou-hwan im Alter von 86 Jahren verstorben. Kim Sou-hwan war emeritierter Erzbischof von Seoul. Am
28.04.1969 war er durch Papst Paul VI. in den Kardinalsstand erhoben worden. Ein Jahr vorher wurde er zum Erzbischof von Seoul ernannt. Seine Titelkirche war S. Felice da Cantalice a
Centocello. Mit seinem Tot umfasst das Kardinalskollegium noch insgesamt 188 Kardin�le.
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19.02.09
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Israel/Vatikan: Botschafter im Gespr�ch
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Voraussichtlich im Mai reist Papst Benedikt XVI. ins Heilige Land - die offizielle Best�tigung durch den Vatikan kommt mutma�lich im M�rz, doch der
Papst selbst hat diese Visite im Gespr�ch mit j�dischen Repr�sentanten aus den USA bereits angek�ndigt. All die j�ngsten Querelen (Stichwort: Bischof Williamson) haben die
Reisevorbereitungen nicht zum Erliegen gebracht. Mordechay Lewy, Israels Botschafter beim Heiligen Stuhl, sieht in der Visite einen weiteren Schritt der Ann�herung zwischen seinem
Land und dem Vatikan – trotz aller Hindernisse. Im Gespr�ch mit Radio Vatikan meinte er:
�Ich sehe, dass wir seit l�ngerer Zeit ein gutes Verh�ltnis zur christlichen und katholischen Welt suchen. Trotz der Missverst�ndnisse und der
Schwierigkeiten, von denen wir alle wissen in den letzten Wochen. Ich denke, das spricht f�r das gemeinsame Interesse sowohl der katholischen Kirche als auch Israels, dass man trotz
der Unwegsamkeiten, die ausgeglichen worden sind, immer im Auge gehabt hat, dass man ein gemeinsames Interesse hat, vielleicht im selben Boot sitzt, und dass man immer daran denken
muss, wie man aus solchen Krisen auch herauskommt. Und ich glaube, das ist durchaus ein diplomatischer Erfolg: dass trotz aller Unkenrufe die Sachen auf beiden Seiten gegl�ttet worden
sind und dass wir diesen Besuch als weiteren Schritt der Ann�herung sehen.“
Israels Regierung hatte in einer Sondersitzung nach der Papstaudienz f�r eine j�dische Delegation aus den USA beschlossen, Benedikts Besuch �h�chste
Priorit�t“ einzur�umen. Wie Israels Bev�lkerung �ber Papst Benedikt denkt, lasse sich schwer auf den Punkt bringen, meint Lewy. Seiner Einsch�tzung nach ist das Gesamtverh�ltnis
zwischen Juden und Katholiken in Israel �nicht einfach“.
�Da d�rfen wir keine Illusionen hegen: Nur ein Bruchteil der Juden ist aktiv im Dialog. Ich hoffe, dass diese Kreise sich
weiter ausbreiten. Ich glaube, vor allem gibt es eine Gleichg�ltigkeit: Es ist nicht in deren Priorit�ten. Eines der Indizien daf�r ist meiner Meinung nach: Die Wogen der Entr�stung
nach der Aff�re Williamson waren in der j�dischen Welt – spezifisch in Israel - relativ milde, wenn man das mit Deutschland vergleicht. Ich glaube, der Grund daf�r war, dass wir
wirklich mit anderen Dingen besch�ftigt waren. Ich m�chte daraus nicht schlie�en, dass die Sache weniger ernst beurteilt worden ist oder nicht – die Schlagzeilen galten vielmehr
der Wahl in Israel und vielleicht der Berichterstattung �ber Gaza und deren Ausl�ufer, so dass dieser Sache weniger Platz einger�umt worden ist.“ (rv)
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22.02.09
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Pius XII. - ein Papst in Bedr�ngnis
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Die geplante Reise des Papstes ins Heilige Land, die bevorstehende Seligsprechung Pius XII., aber auch die j�ngsten Ereignisse im Umfeld der
Traditionalisten haben die Debatte um die Rolle dieses Papstes w�hrend des Zweiten Weltkriegs neu angeheizt. H�tte der Papst die Greueltaten Hitlers stoppen k�nnen, in dem er Krieg
und Judenverfolgung �ffentlich verurteilte? Professor Karl-Joseph Hummel ist Direktor der Kommission f�r Zeitgeschichte mit Sitz in Bonn. Aldo Parmeggiani fragte ihn, wie er das
�Schweigen“ Pius XII. zum Holocaust beurteilt.
�Dazu muss man sagen, dass der Papst zun�chst die M�glichkeit gar nicht gehabt hat und es muss schon die Frage erlaubt sein, warum die
Nationalsozialisten gerade an diesem Punkt, der in ihrem Rassismus an erster Stelle stand, auf den Papst in Rom h�tten h�ren sollen, wenn sie in anderen Punkten nicht auf ihn geh�rt
haben und wir wissen ja, dass aus dem Streit um das Reichskonkordat 1933, dass die Nationalsozialisten auch da nicht bereit waren auch nur an einem einzigen Punkt nachzugeben.
Tats�chlich war das Schweigen f�r Pius XII. die Voraussetzung, dass er handeln konnte, also die Nicht�ffentlichkeit war die Voraussetzung daf�r, dass zum Beispiel �ber die
Nuntiaturen, Roncalli in Ankara oder der Nuntius in Budapest,P�sse ausgestellt worden sind, die die Ausreise nach S�damerika erm�glicht haben oder Taufen vorgenommen worden sind,
oder j�dische Kinder in katholische Familien oder in Kl�ster vermittelt worden sind.“
Welche Leitlinien haben Ihres Erachtens Herr Hummel Pius XII. zu seinem Verhalten veranlasst? H�tte es dazu �berhaupt Alternativen gegeben?
�Pius XII. war Zeit seines Lebens ein abw�gender, �berlegender Diplomat, der mit juristischer Bildung sehr bedacht reagiert hat und nicht vorschnelle
Entscheidungen getroffen hat. Diese eher abwartende diplomatische Haltung steht nun in Konkurrenz zu einer moralischen F�hrungsrolle, die von ihm erwartet worden war, auch von
vielen Katholiken erwartet worden war. Nat�rlich ist es vorstellbar, dass ein anderer Papst sich anders verhalten h�tte, und sein pers�nlicher Sekret�r, Pater Leiber, hat in einem
Interview einmal gesagt, er glaube, dass Pius XI. sich anders entschieden h�tte und in dem Protest gegen die Ermordung der europ�ichen Juden an die �ffentlichkeit gegangen w�re.
Aber er wollte sich nicht festlegen, welches Ergebnis das bessere gewesen w�re. F�r Pius XII. war es wichtig, ad maiora mala evitanda.“
Nach der �ffnung der vatikanischen Archive wissen wir auch, dass es sehr viele alternative �berlegungen gab, die dann aus ganz verschiedenen Gr�nden
verworfen worden sind. Ein Beispiel?
�1937 hat der Vatikan �berlegt, nach dem Scheitern der Enzyklika 'Mit brennender Sorge', die in Deutschland nur
dazu gef�hrt hat, dass die Verfolgungsma�nahmen zugenommen haben, aber damit die Situation der Katholiken nicht verbessert worden war, nach diesem Scheitern auf nationaler Ebene
eine weltweite Offensive gegen den Nationalsozialismus zu inszenieren, und diese weltweite Initiative ist dann unterbleiben, weil Kardinal Faulhaber in M�nchen davon abgeraten hat,
mit der Begr�ndung, diese Offensive w�rde dem Druck der Nationalsozialisten auf die katholische Kirche weiter erh�hen und w�rde in Deutschland zu einer Kirchenspaltung f�hren, weil
es die Katholiken zwingt, sich zwischen Staat und Kirche zu entscheiden.“(rv)
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23.02.09
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Kardinal Pham Dinh Tung verstorben
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Paul Joseph Kardinal Pham Dinh Tung ist am 22.02.2009 im Alter von 89 Jahren verstorben. 1963 ernannte ihn Papst Johannes XXIII. zum Bischof von Bac
Ninh. Von 1963 bis 1990 stand er unter Hausarrest. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1994 zum Erzbischof von Hanoi und im selben Jahr zum Kardinalpriester im
Kardinalskollegium.Pham Dinh Tungs Titelkirche war S. Maria “Regina Pacis” in Ostia mare.
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23.02.09
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USA: Neuer Erzbischof f�r Big Apple
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New York hat einen neuen Erzbischof: Papst Benedikt XVI. hat an diesem Montag den bisherigen Erzbischof von
Milwaukee, Timothy M. Dolan, in dieses Amt berufen. Er ersetzt Kardinal Edward M. Egan, dessen R�cktritt aus Altersgr�nden der Papst zugleich annahm. Dolan stammt aus Saint
Louis (Missouri), wo er 1976 die Priesterweihe empfing und 2001 Weihbischof wurde. Dazwischen leitete er unter anderem sieben Jahre lang das P�pstliche Nordamerikanische Kolleg
in Rom. Das Erzbistum New York ist nach Los Angeles das zweitgr��te der USA, 1.700 Priester und vier Weihbisch�fe sind ihm zugeordnet. Dolan galt als Favorit f�r das Amt des
New Yorker Erzbischofs; allerdings war daf�r auch Erzbischof William Levada im Gespr�ch, der Pr�fekt der vatikanischen Glaubenskongregation. Der 59-j�hrige Dolan kann beim
n�chsten Konsistorium mit der Verleihung der Kardinalsw�rde rechnen. Theologisch gilt der neue New Yorker Oberhirte als gem��igt konservativ. Im US-Wahlkampf 2008 tadelte
er den demokratischen Kandidaten f�r das Amt des Vizepr�sidenten, den Katholiken Joe Biden, sowie Nancy Pelosi, die Sprecherin der Demokraten im US-Kongress, daf�r, die Lehre
der Kirche in der Frage der Abtreibung falsch darzustellen. In der Bischofskonferenz ist Dolan Pr�sident des Leitungs- und Kontrollgremiums (�Board of Directors“).
Au�erdem geh�rt er dem Finanzkomitee an und ist Konsultor im Komitee f�r Gerechtigkeit und Frieden. (rv)
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24.02.09
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Kurienkardinal Jose Saraiva Martins zum Kardinalbischof ernannt
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Damit steigt der 77-j�hrige Saraiva Martins in die protokollarisch h�chste Klasse des Kardinalskollegiums auf.
Dieser Gruppe geh�ren weitere sechs Purpurtr�ger an. Neben den Italienern Angelo Sodano (Kardinaldekan), Giovanni Battista Re (Bischofskongregation) und Tarcisio Bertone
(Kardinal-Staatssekret�r) sind dies der Franzose Roger Etchegaray und der Nigerianer Francis Arinze. Saraiva war bis Juli 2008 Pr�fekt der Heiligsprechungs-Kongregation. Papst
Benedikt XVI. wies ihm am Dienstag das Titularbistum Palestrina in der N�he von Rom zu. Saraiva folgt an diesem Titelsitz dem schwarzafrikanischen Kardinal Bernardin Gantin
nach, der im Mai 2008 mit 86 Jahren gestorben war. – Das derzeit 187 Mitglieder z�hlende Kardinalskollegium ist in drei Klassen aufgeteilt. Neben den Kardinalbisch�fen
gibt es die Gruppe der Kardinalpriester, meist Erzbisch�fe gro�er Di�zesen, sowie die der Kardinaldiakone. Zu Letzteren geh�ren meist Kurienvertreter wie die Deutschen Walter
Kasper und Paul Josef Cordes. Die Einteilung hat heute nur noch protokollarische Bedeutung. Die Unterscheidung hat heute nur noch protokollarische Bedeutung. Der Kreis der
Kardinalbisch�fe hat maximal sechs Mitglieder. Die Zahl der Kardinalpriester, darunter meist Oberhirten gro�er Di�zesen der Weltkirche, liegt bei �ber 140 und die der
Kardinaldiakone, zumeist Vertreter der Kurie bei rund 35. (rv)
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24.02.09
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Kardinalvikar Agostino Vallini protokollarisch bef�rdert
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Mit einem Dekret vom Dienstag berief Benedikt den Kardinalvikar in die Klasse der Kardinalpriester. Der
68-j�hrige Vallini z�hlte bisher zur Gruppe der Kardinaldiakone. Seit Juni 2008 leitet er im Auftrag des Papstes die Di�zese Rom. Die Einteilung in die drei Klassen der
Kardinaldiakone, Kardinalpriester und Kardinalbisch�fe geht auf die alte Praxis zur�ck, dass der Papst als Bischof von Rom vom Klerus der Stadt gew�hlt wurde. In Erinnerung
an diese Tradition hat jeder Kardinal in Rom heute einen Titelsitz als r�mischer Diakon, Priester oder romnaher Bischof. (rv)
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25.02.09
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Vor 550 Jahren: Geburtstag eines deutsch-fl�mischen Papstes
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Er war der vielleicht ungew�hnlichste Papst der Renaissance – der Deutsche bzw. Flame Hadrian VI. Asketisch und fromm, karitativ und
streng beschreiben historische Quellen den Kirchenmann, der es 1521 v�llig unverhofft aus kleinen Verh�ltnissen an die Spitze der Kirche schaffte. Am 2. M�rz j�hrt sich
sein Geburtstag zum 550. Mal.
Gudrun Sailer sprach mit dem Hadrian-Biografen P. Markus Graulich, der hier in Rom an der p�pstlichen Universit�t der Salesianer
Kirchenrecht lehrt.
Er war der vielleicht ungew�hnlichste Papst der Renaissance – der Deutsche bzw. Flame Hadrian VI.
Asketisch und fromm, karitativ und streng beschreiben historische Quellen den Kirchenmann, der es 1521 v�llig unverhofft aus kleinen Verh�ltnissen an die Spitze der Kirche
schaffte. Am 2. M�rz j�hrt sich sein Geburtstag zum 550. Mal. Gudrun Sailer sprach mit dem Hadrian-Biografen P. Markus Graulich, der hier in Rom an der p�pstlichen
Universit�t der Salesianer Kirchenrecht lehrt. Als sich die Kardin�le nach dem Tod des Medici-Papstes Leo X. im Dezember 1521 zum Konklave versammelten, waren sie
allseits in der Klemme. Nach einer Zeit kultureller Bl�te war das Papstamt, war die Kirche von innen wie von au�en in Gefahr. Die T�rken bedr�ngten den S�dosten Europas,
und im deutschen Reich scharte Luther trotz Kirchenbanns immer mehr Anh�nger um sich. In einer solchen Lage fiel die Wahl der Kardin�le – auf einen Flamen.
�Hadrian VI., den kannte kaum einer, der war auch gar nicht in Rom, als das Konklave tagte, sondern in Spanien, und die Nachricht seiner Wahl hat ihn erst ein Monat
sp�ter erreich, als man einen Gesandten hingeschickt hatte, und er ist ein v�llig untypischer Mensch. V�llig ohne All�ren, der sehr lange mit seiner Doktorarbeit warten
musste, weil er sich die Feier nicht leisten konnte.“ Adrian Florensz wurde am 2. M�rz 1459 in Utrecht geboren, das zu jener Zeit Teil des r�mischen Reiches
deutscher Nation war. Er stammte aus einfachen Verh�ltnissen: �Sein Vater war vermutlich Fl��er, Schiffsbauer, im Binnenschiffahrtsgewerbe t�tig.“ Hadrian
selbst wurde Priester und Gelehrter. An der Universit�t Leuven arbeitete er sich zum Rektor hoch. Dann wurde er... �durch Zuf�lle, die das Leben schreibt, Berater
Karls V., dann Statthalter in Spanien, und �ber Karl V. dann auch Kardinal.“ Seine Kardinal-Kollegen kannten mit einer Ausnahme den Deutschen nicht im
mindestens, ahnten also kaum, wie er sich als Papst machen w�rde. Der deutsche Papst hingegen hatte klare Ideen, die er bereits als Theologe herausgebildet hatte. Sein
Verst�ndnis vom Papstamt war au�erordentlich modern, sagt Graulich: �Wer ein Amt in der Kirche hat, der muss dasein wollen und nicht vorstehen wollen. Und er muss
dasein wollen F�R die anderen. Pro esse, nicht Prae esse. Das war sein Amtsverst�ndnis. Er hat auch in seiner Konzeption, und zu seiner Zeit ist der Gedanke ja noch
erlaubt, er hat f�r sich gesagt, der Papst kann nicht unfehlbar sein, es gibt auch P�pste, die geirrt haben, also er hat dieses Amt nicht so �berh�ht wie sein Vorg�nger
Leo X., der sagte, jetzt hat uns Gott das Papstamt geschenkt, jetzt wollen wir es auch genie�en.“ Zwei gro�e Anliegen verfolgte der Flame, ganz im Sinn jener, die
ihn gew�hlt hatten: Er wollte die Christenheit einigen und gegen die T�rken vorgehen. In beiden F�llen erreichte Hadrian VI. freilich nichts. Im Fall der T�rken konnte er
die F�rsten nicht einigen, und das christliche Europa musste den Fall von Rhodos hinnehmen. Im Fall der Kirchenreform scheiterte er an internen Widerst�nden. Bezeichnend
f�r sein Denken und Handeln, f�r seinen Reformwillen war seine Botschaft f�r den N�rnberger Reichstag 1522. Dort schickte er einen Nuntius hin und lie� ihn jenes ber�hmte
Schuldgest�ndnis der Kirche ablegen: �Die Pest ist von diesem Hof ausgegangen und hat die Kirche infiziert, und sie muss auch vom Haupt her gesunden. Deshalb
verspricht Hadrian, alles zu tun um die Kurie zu reformieren, und er hofft, dass die Bisch�fe das ihre tun, um die L�nder zu reformieren, und dann wird das alles wieder
gut werden. Aber die Bisch�fe wollten gar nicht reformieren. Er scheitert auch an der mangelnden Mitarbeit der Bisch�fe.“ �hnlich erging es dem ungl�cklichen
Hadrian im eigenen Haus. An der Kurie war und blieb er ein Fremder. Denn der Papst, der aus dem Norden kam, war viel zu radikal. �Sie m�ssen sich vorstellen, er kommt
nach Rom in einer Zeit, in der Michelangelo hier arbeitet, und er schmei�t ihn hinaus. Weil ihn Kunst nicht interessiert. Er l�sst den Hof schlie�en, in dem der Laokoon
steht, �sunt idoles paganorum“, das sind heidnische Gottheiten, das interessiert ihn nicht – er l�sst den Skulpturenhof zumauern. All das, was eben im
Renaissance-Papsttum �bertrieben war, von Leo X., Julius II. vor allem, damit macht er so radikal Schluss, dass eben gar nichts mehr bleibt. Dann kommt eine Pest in Rom,
die raubt ihm wichtige Monate und auch die besten Mitarbeiter, und dann bleibt er alleine. Einsam, kaum mit jemand, der ihn unterst�tzt.“ Drei Jahrzehnte lang
waren gro�e Kunstm�zene auf dem Papstthron gesessen – drei Jahrzehnte, in denen Rom zur kulturell bedeutendsten Stadt Europas avanciert war. Damit ist unter dem
asketischen Hadrian erst einmal Schluss. �Man sagt in den zeitgen�ssischen Quellen, was bei anderen P�psten die K�nstler und Musiker waren, das waren bei Hadrian die
Armen. Die hat er unterst�tzt.“ P. Graulich ist f�r seine Hadrian-Biografie an die Quellen gegangen und hat Adrian Florensz auch etwa durch dessen Handschriften
in Leuven kennen gelernt. Handschriften, die nicht nur inhaltlich aussagekr�ftig sind, findet Graulich: �Die sind total akkurat und alle zehn Seiten mal einen
Einschub, den er an die Seite schreibt. Das sind Handschriften, die er benutzt, um Vorlesungen zu halten. Er war sicher ein systematischer Mensch, von dem man sehr viel
lernen konnte, ich muss aber ehrlich zugeben, so sympathisch mir seine Figur ist, so sehr h�tte ich Angst, ihm gegen�ber zu stehen. So dieser klassische deutsche Professor
halt, ein bisschen unnahbar, ganz in seiner B�cherwelt und seinen Folianten lebend. Mich fasziniert die Figur, aber es ist halt, dieses Tremendum est faszinosum –
ich frage mich, h�ttest du ihn treffen wollen – vielleicht eher nicht!“ Hadrian �berlebte seine Papstwahl nur eineinhalb Jahre. Danach starb er an
Ersch�pfung – nicht an Gift, wie eine Untersuchung aus den 70er-Jahren belegt. Begraben liegt der fl�mische Papst in der deutschen Nationalkirche Santa Maria dell
Anima in Rom. Die Kardin�le, die wenig sp�ter zum Konklave zusammenkamen, waren dieselben, die eineinhalb Jahre zuvor Hadrian auf den Papstthron gew�hlt hatten. Der Mann
aus Utrecht scheint nachhaltig abschreckend auf die Kirchenm�nner gewirkt zu haben – so sehr, dass die P�pste der n�chsten 500 Jahre, bis zu Karol Wojtyla,
ausschlie�lich Italiener sein sollten. Markus Graulichs Biografie "Hadrian VI. - Ein deutscher Papst am Vorabend der Reformation" erscheint kommenden Sommer
im Verlag Ferdinand Sch�ningh. (rv)
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27.02.09
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Vatikan: �Erkl�rung Williamsons nicht ausreichend“
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Ein Entschuldigungsbrief von Richard Williamson f�r seine �u�erungen zum Holocaust liege dem Vatikan nicht vor – und �berdies
gen�gten die Erkl�rungen des Lefebvre-Bischofs den Forderungen des Heiligen Stuhls nicht. Das stellte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi an diesem Freitag klar.
Donnerstag Abend hatte die katholische Nachrichtenagentur Zenit berichtet, bei der P�pstlichen Kommission Ecclesia Dei sei eine Erkl�rung Williamsons eingegangen, in der
er seine umstrittenen Aussagen zum Holocaust zur�cknimmt. Dazu Pater Lombardi w�rtlich:
�Zu dem Schreiben des Bischofsder Priesterbruderschaft Pius X., Richard Williamson, vom 26. Februar 2009 stellen wir klar, dass es sich
dabei nicht um einen Brief an den Heiligen Vater oder an die Kommission Ecclesia Dei handelt. Die so genannte Erkl�rung des Bischofs scheint die Bedingungen nicht zu
erf�llen, die das Staatssekretariat in seiner Note vom 4. Februar 2009 gestellt hat. Darin ist n�mlich festgehalten, dass der Bischof sich von seinen Positionen zur Shoah
auf absolut unmissverst�ndliche Weise und �ffentlich distanzieren muss.“
In seinem Schreiben vom Donnerstag hatte sich Williamson f�r die Folgen seiner Aussagen entschuldigt und diese
relativiert. Er habe nur die Meinung eines Nicht-Historikers ge�u�ert, die sich auf die verf�gbaren Erkenntnisse von vor 20 Jahren gest�tzt habe. Er bitte alle, die sich
aufgrund seiner Worte �aufrichtig entr�stet haben, vor Gott um Vergebung“. Explizit zur�ck nahm er seine �u�erungen zum Holocaust nicht. Williamson hatte in einem
schwedischen Fernseh-Interview Anfang November in Regensburg die Existenz von Gaskammern zur Vernichtung von Menschenleben verneint und die Zahl der ermordeten Juden auf
�maximal 300.000“ beziffert. (rv)
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3/2009
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01.03.09
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Reaktionen auf Erkl�rung von Williamson
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Vatikansprecher Federico Lombardi hat am Freitag eine Entschuldigung des Lefebvre-Bischofs Richard Williamson im Zusammenhang mit dessen
Leugnung des Holocausts als nicht ausreichend bezeichnet. Williamson m�sse seine �u�erungen vollst�ndig und �ffentlich widerrufen, bekr�ftigte Lombardi. Williamson hatte
der katholischen Nachrichtenagentur Zenit zufolge zwar erkl�rt, es tue ihm leid �solche Bemerkungen gemacht zu haben“, jedoch offen gelassen, ob er seine Ansichten
ge�ndert hat. In einer am Donnerstag in London ver�ffentlichten Erkl�rung bat er alle, die sich aufgrund seiner Worte aufrichtig entr�stet h�tten, �vor Gott um
Vergebung“, so Zenit. Williamson hatte vor rund vier Monaten behauptet, dass es f�r die Existenz von Gaskammern keine historischen Beweise gebe und dass nicht
sechs Millionen Juden, sondern 200.000 bis 300.000 Juden von den Nazis ermordet worden seien. (rv/zenit)
Kommentar des Redaktionsleiters, Pater Eberhard von
Gemmingen SJ: Der Bischof der Piusbruderschaft, Richard Williamson, hat sich zwar in der �ffentlichkeit ge�u�ert, aber er hat nicht an den
Vatikan und den Papst geschrieben. Daher hat der Pressesprecher des Vatikans, Pater Federico Lombardi, gegen�ber den Medien erkl�rt, der Lefebvre-Bischof habe nicht das
getan, was der Papst von ihm gefordert hatte. In einer Erkl�rung des vatikanischen Staatssekretariats vom 4. Februar hatte es gehei�en, Williamson m�sse seine
antisemitischen �u�erungen und seine Holocaust-Leugnung eindeutig zur�cknehmen. Und dies nicht nur gegen�ber der allgemeinen �ffentlichkeit sondern gegen�ber dem
Heiligen Stuhl. Bischof Williamson vermeidet dies offensichtlich.
Ich finde es sehr erfreulich, dass der Vatikansprecher der Welt�ffentlichkeit mitgeteilt hat, dass dies nicht den Forderungen des
Vatikans entspreche. Auf der anderen Seite aber will der Vatikan nun nicht t�glich auf diese oder jene �u�erungen von Bischof Williamson reagieren. Dieser exzentrische
Bischof darf nicht das Tempo diktieren. Daher wird der Vatikan m�glicherweise in den n�chsten Tagen auf weitere �u�erungen von Williamson nicht reagieren. Wenn er dies
t�te, w�rde er nach der Pfeife von Williamson tanzen, was absolut unangemessen w�re.
Im �brigen bin ich der Ansicht, dass der Vatikan schon hinreichend klargemacht hat: Die antisemitischen �u�erungen und die
Holocaustleugnung von Williamson sind untragbar. Papst Benedikt steht zu den Aussagen des Zweiten Vatikanums �ber das Verh�ltnis der katholischen Kirche zu den Juden.
Wer gutwillig ist, konnte alles Notwendige h�ren. Vor allem haben die j�dischen Gespr�chspartner l�ngst erkannt, dass durch die Medien f�lschlicherweise der Eindruck
geschaffen wurde, Papst Benedikt entferne sich von der Judenfreundschaft seines Vorg�ngers. Dies war nie der Fall. Nur haben manche Medien diesen falschen Eindruck
vermittelt. Auch die Welt�ffentlichkeit darf sich ihre Themen nicht durch einen exzentrischen Bischof diktieren lassen. Man sollte Bischof Williamson links liegen lassen
und ihn einfach nicht mehr h�ren. Das bedeutet keineswegs, dass eine Holocaust-Leugnung geduldet werden kann. Aber auch andere Holocaustleugner werden nicht ernst
genommen, sondern eben als exzentrische Spinner behandelt, die gleichwohl vor die entsprechenden Gerichte zitiert werden sollen.
Meine Meinung: K�mmern wir uns um die entscheidenden judenfreundlichen �u�erungen der katholischen Kirche. Und nehmen wir die b�sen
�u�erungen von Pius-Br�dern und ihren Bisch�fen nicht zu ernst. Es reicht, wenn sie bestraft werden. Das aber muss geschehen. (rv)
D/Italien: Williamson-Entschuldigung unzureichend
Die Entschuldigung des umstrittenen Traditionalistenbischofs Richard Williamson f�r seine Leugnung des Holocausts wird in katholischer Kirche, Judentum und Politik
als unzureichend bewertet. Die Pr�sidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, zeigte sich �ber
die neue Stellungnahme des 68-j�hrigen Briten entsetzt. Der Generalsekret�r des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer,
sagte, sich lediglich f�r zugef�gte Schmerzen zu entschuldigen, sei �v�llig ungen�gend“. Damit seien Williamsons �u�erungen �ber den Holocaust nicht auszur�umen.
Er m�sse sie widerrufen. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries
schloss nicht aus, dass die Bundesrepublik die Auslieferung des britischen Holocaust-Leugners Williamson beantragt. Auch der Pr�sident der Vereinigung der j�dischen Gemeinden Italiens,
Renzo Gattegna, hat sich skeptisch �ber die Entschuldigung ge�u�ert. Die Erkl�rung des aus Argentinien ausgewiesenen
Briten sei �zweideutig“, betonte er der Mail�nder Tageszeitung �Corriere della Sera“ vom Freitag zufolge. M�glicherweise sei Williamsons j�ngste Erkl�rung
�schwerwiegender“ als seine bisherigen �u�erungen. Gattegna wies darauf hin, dass der Bischof der traditionalistischen Pius-Bruderschaft es auch in seiner j�ngsten
�u�erung �sorgf�ltig vermeidet, eine unwiderlegliche historische Wahrheit anzuerkennen“. (rv)
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02.03.09
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Neuer Pr�sident des P�pstl. Rates f�r Migranten
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Der p�pstliche Rat f�r die Seelsorge an Migranten und Menschen unterwegs hat einen neuen Pr�sidenten: Papst
Benedikt XVI. hat an diesem Samstag Erzbischof Antonio Maria Vegli� zum neuen Vorsitzenden des Migrantenrates berufen. Bisher war Vegli� Sekret�r der Kongregation f�r
die orientalischen Kirchen. Der Erzbischof l�st damit den langj�hrigen p�pstlichen Beauftragten f�r Migranten, Kurienkardinal Renato Raffaele Martino, ab. –
Antonio Maria Vegli� wurde am 18. M�rz 1962 zum Priester geweiht. Er promovierte in Kanonischem Recht und trat 1968 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls
ein. Er war als Apostolischer Pro-Nuntius in Papua-Neuguinea, auf den Salomonen, im Senegal und auf Mali t�tig. 1984 wurde er zum Bischof geweiht. Als Sekret�r der
Kongregation f�r die orientalischen Kirchen arbeitete er seit 2001. (rv)
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05.03.09
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In einem r�mischen Kloster in der
N�he des Laterans ist ein wichtiges Dokument zu Papst Pius XII. aufgetaucht.
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Die Notiz vom November 1943 f�hrt 24 Verfolgte des Nazi-Regimes auf; diese sollten auf Wunsch des Papstes
gerettet werden. Darum habe – so das Dokument w�rtlich – der Heilige Vater angeordnet, �diesen Verfolgten in den Kl�stern Gastfreundschaft zu
gew�hren“. Viele oder alle der auf der Liste aufgef�hrten Personen waren offenbar Juden. Der Relator im Seligsprechungsprozess f�r Pius, Jesuitenpater Peter
Gumpel, spricht von einem �seltenen Zeugnis“. Es gebe zwar viele m�ndliche Hinweise auf solche Rettungsaktionen des Pacelli-Papstes f�r verfolgte Juden, aber
so gut wie keine schriftlichen Belege. Das Dokument kam jetzt im Kloster der Augustinerinnen von �Santi Quattro Coronati“ zum Vorschein. Es ist einer von nur
zwei existierenden schriftlichen Hinweisen auf die Rettungsaktion; ein zweites, schon l�nger bekanntes Dokument aus dem Vatikan in dieser Hinsicht galt dem Bistum
Assisi. (rv)
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07.03.09
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Vatikan/Frankreich: Als der Papst in �Babylonischer Gefangenschaft“ war
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Vor 700 Jahren leitete Papst Clemens V. in Avignon die �ra der so genannten �Babylonischen Gefangenschaft“ des Papsttums ein.
Ursache des Avignon-Exils waren die politischen Wirren in Rom und Italien sowie der Druck der franz�sischen Krone. Bis 1376 f�hrten insgesamt sieben franz�sische
Petrus-Nachfolger die Geschicke der Kirche von Avignon aus. Das feiern die Gl�ubigen dort an diesem Wochenende. Und ein franz�sischer Kurienkardinal vertritt Papst
Benedikt bei den Feierlichkeiten: Kardinal Paul Poupard wird an diesem Samstag und Sonntag am ehemaligen Papstsitz �ber die Bedeutung des Avignon-Exils der P�pste
sprechen. Gegen�ber Radio Vatikan erkl�rte der emeritierte Vorsitzende des P�pstlichen Kulturrats Poupard, weshalb die �Babylonische Gefangenschaft“ keinen
Bruch in der Kirchengeschichte bildet:
�Denn es ging damals darum, die Kontinuit�t der Petrus-Nachfolge fortzuf�hren. Auch dank des Aufenthalts in Avignon konnte diese
Linie vom Apostel Petrus bis hin zu Benedikt XVI. weiter gef�hrt werden. Aus historischer Sicht war es notwendig, dass damals das Kirchenoberhaupt von Rom weggehen
musste. Doch es ist nicht korrekt zu sagen, dass es sich um eine Gefangenschaft handelte. Denn der Papst und die Kurie sind freiwillig nach Avignon gereist. Sie
konnten nur dort hingehen, weil sich kein anderer Ort vorfand.“
Heute wird in der s�dfranz�sischen Stadt gefeiert, was aber damals als Schmerz empfunden wurde. Kardinal Poupard:
�Es waren schwere Zeiten. Denn es ist ja nie normal, dass ein Bischof gezwungen wird, seinen Sitz zu verlassen. Das gilt
insbesondere f�r den Bischof von Rom. Damals war aber das Papsttum mit den politischen Wirren jener Zeit verbunden. Daraus schlie�en wir f�r die heutige Zeit, dass
die Petrusnachfolge nicht eine politische sondern eine geistige Autorit�t bleiben muss.“ (rv)
Anmerkung von VH zur Babylonischen Gefangenschaft
(lesen Sie hierzu die Konklavegeschichte):
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10.03.09
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Vatikan: �Aufmerksamkeit auf ganzen afrikanischen Kontinent richten“
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In einer Woche bricht Benedikt XVI. auf nach Afrika. Es ist die 18. Reise eines Papstes auf den afrikanischen Kontinent. Der
deutsche Papst selbst besuchte als Kardinal die kongolesische Hauptstadt Kinshasa, seine 11. internationale Pastoralreise als Kirchenoberhaupt f�hrt ihn jetzt
nach Kamerun und Angola. Andere Kontinente habe der Papst bereits bereist, Afrika sei jetzt an der Reihe, erkl�rte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi an
diesem Dienstag vor Journalisten.
�F�r Oktober ist au�erdem die Sondersynode f�r Afrika angesetzt. Die Reise steht also in enger Verbindung mit der Synode und will
die Aufmerksamkeit der ganzen Kirche auf diesen Kontinent richten.“
�Die Kirche im Dienst von Vers�hnung, Gerechtigkeit und Frieden“ ist das Thema der Pastoralreise und der Afrikasynode
gleicherma�en. In Kameruns Hauptstadt Yaound� wird Benedikt XVI. stellvertretend an 42 Bisch�fe des Kontinents das Arbeitspapier f�r die Sondersynode im Oktober
�bergeben. Johannes Paul II. �berreichte an gleicher Stelle vor 14 Jahren das Abschlussdokument der ersten Afrika-Synode. Die Reiseziele Kamerun und Angola
erm�glichen dem Papst eine besonders exemplarische Visite des afrikanischen Kontinents: Er besucht die n�rdliche und s�dliche Hemisph�re. In den beiden L�ndern
werden au�erdem die drei wichtigsten Sprachen Afrikas gesprochen, Englisch, Franz�sisch, sogar noch etwas Deutsch in Kamerun, Portugiesisch in Angola. Angola
war das erste Missionsland s�dlich der Sahara. Der Papst wolle dort die Christen st�rken, und zum Frieden aufrufen, so Lombardi. Die kriegsgeplagte Geschichte
Angolas ist f�r die Planer der Papstreise beispielhaft f�r den Kontinent.
�Das Land hat 27 Jahre B�rgerkrieg hinter sich und ist auf dem Weg zur Auss�hnung. Doch Angola steht jetzt vor dem Wiederaufbau.
Eine Botschaft im Zeichen des Synodenthemas Frieden und Vers�hnung ist f�r dieses Land also wichtig, das versucht, nach den schlimmen Zeiten neu
anzufangen.“
Erstmals besucht Benedikt XVI. im Laufe einer Pastoralreise zwei L�nder. Die vatikanischen Tourenplaner legten Wert darauf, dass
sich die Programmpunkte nicht wiederholen. In Kamerun liegt der Schwerpunkt auf den kirchlichen Themen und der Begegnung mit den Bisch�fen. Benedikt wird
au�erdem ein Krankenzentrum besuchen. Erster und international bedeutender Programmpunkt in Angolas Hauptstadt Luanda ist der Besuch beim Pr�sidenten,
verbunden mit einer politischen Rede des Papstes. Lombardi:
�Das ist der Ort f�r die Ansprache des Papstes �ber Afrika, die sich sowohl an die Kirche als auch an
den Kontinent richtet und international ausgerichtet ist.“ Benedikt XVI. will in Angola mit dem Volk und seinen Problemen und Sehns�chten in Kontakt
kommen: In einem der neuen Fu�ballstadien Afrikas begegnet der Papst den Jugendlichen. Vor der Abreise am 22. M�rz trifft er – erstmals im Programm bei
einer Papstreise – katholische Frauenbewegungen, auf eigenen Wunsch einer Pfarrei in einem der �rmsten Stadtteile Luandas. (rv)
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12.03.09
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Papstbrief an Bisch�fe. Der offizielle Text
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Benedikt XVI. hat einen Brief an Bisch�fe aus aller Welt geschrieben. Darin antwortet er auf Kritik und Fragen zu seinem Umgang
mit der Causa Williamson und den Lefebvre-Anh�ngern. Der Brief wurde am Donnerstag Mittag vom Vatikan ver�ffentlicht. Wir dokumentieren hier den autorisierten
Text; Quelle ist der Pressesaal des Heiligen Stuhls.
�BRIEF SEINER HEILIGKEIT PAPST BENEDIKT XVI. AN DIE BISCH�FE DER KATHOLISCHEN KIRCHE in
Sachen Aufhebung der Exkommunikation der vier von Erzbischof Lefebvre geweihten Bisch�fe
Liebe Mitbr�der im bisch�flichen Dienst!
Die
Aufhebung der Exkommunikation f�r die vier von Erzbischof Lefebvre im Jahr 1988 ohne Mandat des Heiligen Stuhls geweihten Bisch�fe hat innerhalb und au�erhalb
der katholischen Kirche aus vielf�ltigen Gr�nden zu einer Auseinandersetzung von einer Heftigkeit gef�hrt, wie wir sie seit langem nicht mehr erlebt haben.
Viele Bisch�fe f�hlten sich ratlos vor einem Ereignis, das unerwartet gekommen und kaum positiv in die Fragen und Aufgaben der Kirche von heute einzuordnen
war. Auch wenn viele Hirten und Gl�ubige den Vers�hnungswillen des Papstes grunds�tzlich positiv zu werten bereit waren, so stand dagegen doch die Frage nach
der Angemessenheit einer solchen Geb�rde angesichts der wirklichen Dringlichkeiten gl�ubigen Lebens in unserer Zeit. Verschiedene Gruppierungen hingegen
beschuldigten den Papst ganz offen, hinter das Konzil zur�ckgehen zu wollen: eine Lawine von Protesten setzte sich in Bewegung, deren Bitterkeit Verletzungen
sichtbar machte, die �ber den Augenblick hinausreichen. So f�hle ich mich gedr�ngt, an Euch, liebe Mitbr�der, ein kl�rendes Wort zu richten, das helfen soll,
die Absichten zu verstehen, die mich und die zust�ndigen Organe des Heiligen Stuhls bei diesem Schritt geleitet haben. Ich hoffe, auf diese Weise zum Frieden
in der Kirche beizutragen.
Eine f�r mich nicht vorhersehbare Panne bestand darin, da� die Aufhebung der Exkommunikation �berlagert wurde von dem Fall
Williamson. Der leise Gestus der Barmherzigkeit gegen�ber vier g�ltig, aber nicht rechtm��ig geweihten Bisch�fen erschien pl�tzlich als etwas ganz anderes: als
Absage an die christlich-j�dische Vers�hnung, als R�cknahme dessen, was das Konzil in dieser Sache zum Weg der Kirche erkl�rt hat. Aus einer Einladung zur
Vers�hnung mit einer sich abspaltenden kirchlichen Gruppe war auf diese Weise das Umgekehrte geworden: ein scheinbarer R�ckweg hinter alle Schritte der
Vers�hnung von Christen und Juden, die seit dem Konzil gegangen wurden und die mitzugehen und weiterzubringen von Anfang an ein Ziel meiner theologischen
Arbeit gewesen war. Da� diese �berlagerung zweier gegens�tzlicher Vorg�nge eingetreten ist und den Frieden zwischen Christen und Juden wie auch den Frieden in
der Kirche f�r einen Augenblick gest�rt hat, kann ich nur zutiefst bedauern. Ich h�re, da� aufmerksames Verfolgen der im Internet zug�nglichen Nachrichten es
erm�glicht h�tte, rechtzeitig von dem Problem Kenntnis zu erhalten. Ich lerne daraus, da� wir beim Heiligen Stuhl auf diese Nachrichtenquelle in Zukunft
aufmerksamer achten m�ssen. Betr�bt hat mich, da� auch Katholiken, die es eigentlich besser wissen konnten, mit sprungbereiter Feindseligkeit auf mich
einschlagen zu m�ssen glaubten. Um so mehr danke ich den j�dischen Freunden, die geholfen haben, das Mi�verst�ndnis schnell aus der Welt zu schaffen und die
Atmosph�re der Freundschaft und des Vertrauens wiederherzustellen, die – wie zur Zeit von Papst Johannes Paul II. – auch w�hrend der ganzen Zeit
meines Pontifikats bestanden hatte und gottlob weiter besteht.
Eine weitere Panne, die ich ehrlich bedaure, besteht darin, da� Grenze und Reichweite der
Ma�nahme vom 21. 1. 2009 bei der Ver�ffentlichung des Vorgangs nicht klar genug dargestellt worden sind. Die Exkommunikation trifft Personen, nicht
Institutionen. Bischofsweihe ohne p�pstlichen Auftrag bedeutet die Gefahr eines Schismas, weil sie die Einheit des Bischofskollegiums mit dem Papst in Frage
stellt. Die Kirche mu� deshalb mit der h�rtesten Strafe, der Exkommunikation, reagieren, und zwar, um die so Bestraften zur Reue und in die Einheit
zur�ckzurufen. 20 Jahre nach den Weihen ist dieses Ziel leider noch immer nicht erreicht worden. Die R�cknahme der Exkommunikation dient dem gleichen Ziel wie
die Strafe selbst: noch einmal die vier Bisch�fe zur R�ckkehr einzuladen. Diese Geste war m�glich, nachdem die Betroffenen ihre grunds�tzliche Anerkennung des
Papstes und seiner Hirtengewalt ausgesprochen hatten, wenn auch mit Vorbehalten, was den Gehorsam gegen seine Lehrautorit�t und gegen die des Konzils betrifft.
Damit komme ich zur Unterscheidung von Person und Institution zur�ck. Die L�sung der Exkommunikation war eine Ma�nahme im Bereich der kirchlichen Disziplin:
Die Personen wurden von der Gewissenslast der schwersten Kirchenstrafe befreit. Von dieser disziplin�ren Ebene ist der doktrinelle Bereich zu unterscheiden.
Da� die Bruderschaft Pius’ X. keine kanonische Stellung in der Kirche hat, beruht nicht eigentlich auf disziplin�ren, sondern auf doktrinellen Gr�nden.
Solange die Bruderschaft keine kanonische Stellung in der Kirche hat, solange �ben auch ihre Amtstr�ger keine rechtm��igen �mter in der Kirche aus. Es ist also
zu unterscheiden zwischen der die Personen als Personen betreffenden disziplin�ren Ebene und der doktrinellen Ebene, bei der Amt und Institution in Frage
stehen. Um es noch einmal zu sagen: Solange die doktrinellen Fragen nicht gekl�rt sind, hat die Bruderschaft keinen kanonischen Status in der Kirche und
solange �ben ihre Amtstr�ger, auch wenn sie von der Kirchenstrafe frei sind, keine �mter rechtm��ig in der Kirche aus.
Angesichts dieser Situation
beabsichtige ich, die P�pstliche Kommission �Ecclesia Dei“, die seit 1988 f�r diejenigen Gemeinschaften und Personen zust�ndig ist, die von der
Bruderschaft Pius’ X. oder �hnlichen Gruppierungen kommend in die volle Gemeinschaft mit dem Papst zur�ckkehren wollen, in Zukunft mit der
Glaubenskongregation zu verbinden. Damit soll deutlich werden, da� die jetzt zu behandelnden Probleme wesentlich doktrineller Natur sind, vor allem die Annahme
des II. Vatikanischen Konzils und des nachkonziliaren Lehramts der P�pste betreffen. Die kollegialen Organe, mit denen die Kongregation die anfallenden Fragen
bearbeitet (besonders die regelm��ige Kardinalsversammlung an den Mittwochen und die ein- bis zweij�hrige Vollversammlung), garantieren die Einbeziehung der
Pr�fekten verschiedener r�mischer Kongregationen und des weltweiten Episkopats in die zu f�llenden Entscheidungen. Man kann die Lehrautorit�t der Kirche nicht
im Jahr 1962 einfrieren – das mu� der Bruderschaft ganz klar sein. Aber manchen von denen, die sich als gro�e Verteidiger des Konzils hervortun, mu� auch
in Erinnerung gerufen werden, da� das II. Vaticanum die ganze Lehrgeschichte der Kirche in sich tr�gt. Wer ihm gehorsam sein will, mu� den Glauben der
Jahrhunderte annehmen und darf nicht die Wurzeln abschneiden, von denen der Baum lebt.
Ich hoffe, liebe Mitbr�der, da� damit die positive Bedeutung wie
auch die Grenze der Ma�nahme vom 21. 1. 2009 gekl�rt ist. Aber nun bleibt die Frage: War das notwendig? War das wirklich eine Priorit�t? Gibt es nicht sehr
viel Wichtigeres? Nat�rlich gibt es Wichtigeres und Vordringlicheres. Ich denke, da� ich die Priorit�ten des Pontifikats in meinen Reden zu dessen Anfang
deutlich gemacht habe. Das damals Gesagte bleibt unver�ndert meine Leitlinie. Die erste Priorit�t f�r den Petrusnachfolger hat der Herr im Abendmahlssaal
unmi�verst�ndlich fixiert: �Du aber st�rke deine Br�der“ (Lk 22, 32). Petrus selber hat in seinem ersten Brief diese Priorit�t neu formuliert: �Seid
stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die in euch ist“ (1 Petr 3, 15). In unserer Zeit, in der der Glaube in
weiten Teilen der Welt zu verl�schen droht wie eine Flamme, die keine Nahrung mehr findet, ist die allererste Priorit�t, Gott gegenw�rtig zu machen in dieser
Welt und den Menschen den Zugang zu Gott zu �ffnen. Nicht zu irgendeinem Gott, sondern zu dem Gott, der am Sinai gesprochen hat; zu dem Gott, dessen Gesicht
wir in der Liebe bis zum Ende (Joh 13, 1) - im gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus erkennen. Das eigentliche Problem unserer Geschichtsstunde ist
es, da� Gott aus dem Horizont der Menschen verschwindet und da� mit dem Erl�schen des von Gott kommenden Lichts Orientierungslosigkeit in die Menschheit
hereinbricht, deren zerst�rerische Wirkungen wir immer mehr zu sehen bekommen.
Die Menschen zu Gott, dem in der Bibel sprechenden Gott zu f�hren, ist
die oberste und grundlegende Priorit�t der Kirche und des Petrusnachfolgers in dieser Zeit. Aus ihr ergibt sich dann von selbst, da� es uns um die Einheit der
Glaubenden gehen mu�. Denn ihr Streit, ihr innerer Widerspruch, stellt die Rede von Gott in Frage. Daher ist das M�hen um das gemeinsame Glaubenszeugnis der
Christen – um die �kumene – in der obersten Priorit�t mit eingeschlossen. Dazu kommt die Notwendigkeit, da� alle, die an Gott glauben, miteinander
den Frieden suchen, versuchen einander n�her zu werden, um so in der Unterschiedenheit ihres Gottesbildes doch gemeinsam auf die Quelle des Lichts zuzugehen
– der interreligi�se Dialog. Wer Gott als Liebe bis ans Ende verk�ndigt, mu� das Zeugnis der Liebe geben: den Leidenden in Liebe zugewandt sein, Ha� und
Feindschaft abwehren - die soziale Dimension des christlichen Glaubens, von der ich in der Enzyklika �Deus caritas est“ gesprochen habe.
Wenn also
das Ringen um den Glauben, um die Hoffnung und um die Liebe in der Welt die wahre Priorit�t f�r die Kirche in dieser Stunde (und in unterschiedlichen Formen
immer) darstellt, so geh�ren doch auch die kleinen und mittleren Vers�hnungen mit dazu. Da� die leise Geb�rde einer hingehaltenen Hand zu einem gro�en L�rm und
gerade so zum Gegenteil von Vers�hnung geworden ist, m�ssen wir zur Kenntnis nehmen. Aber nun frage ich doch: War und ist es wirklich verkehrt, auch hier dem
Bruder entgegenzugehen, �der etwas gegen dich hat“ und Vers�hnung zu versuchen (vgl. Mt 5, 23f)? Mu� nicht auch die zivile Gesellschaft versuchen,
Radikalisierungen zuvorzukommen, ihre m�glichen Tr�ger - wenn irgend m�glich - zur�ckzubinden in die gro�en gestaltenden Kr�fte des gesellschaftlichen Lebens,
um Abkapselung und all ihre Folgen zu vermeiden? Kann es ganz falsch sein, sich um die L�sung von Verkrampfungen und Verengungen zu bem�hen und dem Raum zu
geben, was sich an Positivem findet und sich ins Ganze einf�gen l��t? Ich habe selbst in den Jahren nach 1988 erlebt, wie sich durch die Heimkehr von vorher
von Rom sich abtrennenden Gemeinschaften dort das innere Klima ver�ndert hat; wie die Heimkehr in die gro�e, weite und gemeinsame Kirche Einseitigkeiten
�berwand und Verkrampfungen l�ste, so da� nun daraus positive Kr�fte f�r das Ganze wurden. Kann uns eine Gemeinschaft ganz gleichg�ltig sein, in der es 491
Priester, 215 Seminaristen, 6 Seminare, 88 Schulen, 2 Universit�ts-Institute, 117 Br�der und 164 Schwestern gibt? Sollen wir sie wirklich beruhigt von der
Kirche wegtreiben lassen? Ich denke zum Beispiel an die 491 Priester. Das Geflecht ihrer Motivationen k�nnen wir nicht kennen. Aber ich denke, da� sie sich
nicht f�r das Priestertum entschieden h�tten, wenn nicht neben manchem Schiefen oder Kranken die Liebe zu Christus da gewesen w�re und der Wille, ihn und mit
ihm den lebendigen Gott zu verk�nden. Sollen wir sie einfach als Vertreter einer radikalen Randgruppe aus der Suche nach Vers�hnung und Einheit ausschalten?
Was wird dann werden?
Gewi�, wir haben seit langem und wieder beim gegebenen Anla� viele Mi�t�ne von Vertretern dieser Gemeinschaft geh�rt –
Hochmut und Besserwisserei, Fixierung in Einseitigkeiten hinein usw. Dabei mu� ich der Wahrheit wegen anf�gen, da� ich auch eine Reihe bewegender Zeugnisse der
Dankbarkeit empfangen habe, in denen eine �ffnung der Herzen sp�rbar wurde. Aber sollte die Gro�kirche nicht auch gro�m�tig sein k�nnen im Wissen um den langen
Atem, den sie hat; im Wissen um die Verhei�ung, die ihr gegeben ist? Sollten wir nicht wie rechte Erzieher manches Ungute auch �berh�ren k�nnen und ruhig aus
der Enge herauszuf�hren uns m�hen? Und m�ssen wir nicht zugeben, da� auch aus kirchlichen Kreisen Mi�t�nendes gekommen ist? Manchmal hat man den Eindruck, da�
unsere Gesellschaft wenigstens eine Gruppe ben�tigt, der gegen�ber es keine Toleranz zu geben braucht; auf die man ruhig mit Ha� losgehen darf. Und wer sie
anzur�hren wagte – in diesem Fall der Papst -, ging auch selber des Rechts auf Toleranz verlustig und durfte ohne Scheu und Zur�ckhaltung ebenfalls mit
Ha� bedacht werden.
Liebe Mitbr�der, in den Tagen, in denen mir in den Sinn kam, diesen Brief zu schreiben, ergab es sich zuf�llig, da� ich im
Priesterseminar zu Rom die Stelle aus Gal 5, 13 – 15 auslegen und kommentieren mu�te. Ich war �berrascht, wie direkt sie von der Gegenwart dieser Stunde
redet: �Nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand f�r das Fleisch, sondern dient einander in Liebe! Das ganze Gesetz wird in dem einen Wort zusammengefa�t: Du
sollst deinen N�chsten lieben wie dich selbst! Wenn ihr einander bei�t und zerrei�t, dann gebt acht, da� ihr euch nicht gegenseitig umbringt.“ Ich war
immer geneigt, diesen Satz als eine der rhetorischen �bertreibungen anzusehen, die es gelegentlich beim heiligen Paulus gibt. In gewisser Hinsicht mag er dies
auch sein. Aber leider gibt es das �Bei�en und Zerrei�en“ auch heute in der Kirche als Ausdruck einer schlecht verstandenen Freiheit. Ist es
verwunderlich, da� wir auch nicht besser sind als die Galater? Da� uns mindestens die gleichen Versuchungen bedrohen? Da� wir den rechten Gebrauch der Freiheit
immer neu lernen m�ssen? Und da� wir immer neu die oberste Priorit�t lernen m�ssen: die Liebe? An dem Tag, an dem ich dar�ber im Priesterseminar zu reden
hatte, wurde in Rom das Fest der Madonna della Fiducia – unserer Lieben Frau vom Vertrauen – begangen. In der Tat – Maria lehrt uns das
Vertrauen. Sie f�hrt uns zum Sohn, dem wir alle vertrauen d�rfen. Er wird uns leiten – auch in turbulenten Zeiten. So m�chte ich am Schlu� all den vielen
Bisch�fen von Herzen danken, die mir in dieser Zeit bewegende Zeichen des Vertrauens und der Zuneigung, vor allem aber ihr Gebet geschenkt haben. Dieser Dank
gilt auch allen Gl�ubigen, die mir in dieser Zeit ihre unver�nderte Treue zum Nachfolger des heiligen Petrus bezeugt haben. Der Herr beh�te uns alle und f�hre
uns auf den Weg des Friedens. Das ist ein Wunsch, der spontan aus meinem Herzen aufsteigt, gerade jetzt zu Beginn der Fastenzeit, einer liturgischen Zeit, die
der inneren L�uterung besonders f�rderlich ist und die uns alle einl�dt, mit neuer Hoffnung auf das leuchtende Ziel des Osterfestes zu schauen.
Mit
einem besonderen Apostolischen Segen verbleibe ich im Herrn Euer
[Benedictus PP. XVI] Aus dem Vatikan, am 10. M�rz 2009.
Papstbrief – die Kerns�tze
Wir dokumentieren hier die Kerns�tze aus dem Brief des Papstes an die Bisch�fe zur Causa Williamson und den Lefebvre-Anh�ngern.
Quelle ist der Vatikanische Pressesaal. Er hat die offizielle Fassung des Papstbriefes am Donnerstag Mittag ver�ffentlicht. �Liebe Mitbr�der im
bisch�flichen Dienst! (Ich f�hle) mich gedr�ngt, an Euch, liebe Mitbr�der, ein kl�rendes Wort zu richten, das helfen soll, die Absichten zu verstehen, die
mich und die zust�ndigen Organe des Heiligen Stuhls bei (der Aufhebung der Exkommunikationen) geleitet haben. Ich hoffe, auf diese Weise zum Frieden in der
Kirche beizutragen. Eine f�r mich nicht vorhersehbare Panne bestand darin, da� die Aufhebung der Exkommunikation �berlagert wurde von dem Fall Williamson.
Der leise Gestus der Barmherzigkeit ... erschien pl�tzlich als etwas ganz anderes: als Absage an die christlichj�dische Vers�hnung... Da� diese �berlagerung
zweier gegens�tzlicher Vorg�nge eingetreten ist und den Frieden zwischen Christen und Juden wie auch den Frieden in der Kirche f�r einen Augenblick gest�rt
hat, kann ich nur zutiefst bedauern. Ich h�re, da� aufmerksames Verfolgen der im Internet zug�nglichen Nachrichten es erm�glicht h�tte, rechtzeitig von dem
Problem Kenntnis zu erhalten. Ich lerne daraus, da� wir beim Heiligen Stuhl auf diese Nachrichtenquelle in Zukunft aufmerksamer achten m�ssen. Betr�bt hat
mich, da� auch Katholiken, die es eigentlich besser wissen konnten, mit sprungbereiter Feindseligkeit auf mich einschlagen zu m�ssen glaubten... Eine
weitere Panne, die ich ehrlich bedaure, besteht darin, da� Grenze und Reichweite der Ma�nahme vom 21. 1. 2009 bei der Ver�ffentlichung des Vorgangs nicht klar
genug dargestellt worden sind. Die Exkommunikation trifft Personen, nicht Institutionen... Die L�sung der Exkommunikation war eine Ma�nahme im Bereich der
kirchlichen Disziplin: Die Personen wurden von der Gewissenslast der schwersten Kirchenstrafe befreit... Solange die doktrinellen Fragen nicht gekl�rt sind,
hat die Bruderschaft keinen kanonischen Status in der Kirche und solange �ben ihre Amtstr�ger, auch wenn sie von der Kirchenstrafe frei sind, keine �mter
rechtm��ig in der Kirche aus. Angesichts dieser Situation beabsichtige ich, die P�pstliche Kommission �Ecclesia Dei“ ... in Zukunft mit der
Glaubenskongregation zu verbinden. Damit soll deutlich werden, da� die jetzt zu behandelnden Probleme wesentlich doktrineller Natur sind, vor allem die Annahme
des II. Vatikanischen Konzils und des nachkonziliaren Lehramts der P�pste betreffen. Die kollegialen Organe, mit denen die Kongregation die anfallenden Fragen
bearbeitet, ... garantieren die Einbeziehung der Pr�fekten verschiedener r�mischer Kongregationen und des weltweiten Episkopats in die zu f�llenden
Entscheidungen. Man kann die Lehrautorit�t der Kirche nicht im Jahr 1962 einfrieren - das mu� der Bruderschaft ganz klar sein. Aber manchen von denen, die sich
als gro�e Verteidiger des Konzils hervortun, mu� auch in Erinnerung gerufen werden, da� das II. Vaticanum die ganze Lehrgeschichte der Kirche in sich tr�gt.
Wer ihm gehorsam sein will, mu� den Glauben der Jahrhunderte annehmen und darf nicht die Wurzeln abschneiden, von denen der Baum lebt... Die Menschen zu
Gott, dem in der Bibel sprechenden Gott zu f�hren, ist die oberste und grundlegende Priorit�t der Kirche und des Petrusnachfolgers in dieser Zeit. Aus ihr
ergibt sich dann von selbst, da� es uns um die Einheit der Glaubenden gehen mu�... Wenn also das Ringen um den Glauben, um die Hoffnung und um die Liebe in der
Welt die wahre Priorit�t f�r die Kirche in dieser Stunde ... darstellt, so geh�ren doch auch die kleinen und mittleren Vers�hnungen mit dazu. Da� die leise
Geb�rde einer hingehaltenen Hand zu einem gro�en L�rm und gerade so zum Gegenteil von Vers�hnung geworden ist, m�ssen wir zur Kenntnis nehmen. Aber nun frage
ich doch: War und ist es wirklich verkehrt, auch hier dem Bruder entgegenzugehen, �der etwas gegen dich hat“ und Vers�hnung zu versuchen (vgl. Mt 5,
23f)? Mu� nicht auch die zivile Gesellschaft versuchen, Radikalisierungen zuvorzukommen...? Kann es ganz falsch sein, sich um die L�sung von Verkrampfungen und
Verengungen zu bem�hen und dem Raum zu geben, was sich an Positivem findet und sich ins Ganze einf�gen l��t?... Gewi�, wir haben ... viele Mi�t�ne von
Vertretern dieser Gemeinschaft geh�rt - Hochmut und Besserwisserei, Fixierung in Einseitigkeiten hinein usw. ... Aber sollte die Gro�kirche nicht auch
gro�m�tig sein k�nnen im Wissen um den langen Atem, den sie hat; im Wissen um die Verhei�ung, die ihr gegeben ist? ... Manchmal hat man den Eindruck, da�
unsere Gesellschaft wenigstens eine Gruppe ben�tigt, der gegen�ber es keine Toleranz zu geben braucht; auf die man ruhig mit Ha� losgehen darf. Und wer sie
anzur�hren wagte - in diesem Fall der Papst -, ging auch selber des Rechts auf Toleranz verlustig und durfte ohne Scheu und Zur�ckhaltung ebenfalls mit Ha�
bedacht werden... Der Herr beh�te uns alle und f�hre uns auf den Weg des Friedens...“ (rv)
Vatikan: Offizielle Erkl�rung zum Papstbrief
Der Brief von Papst Benedikt zum Trubel um die Lefebvre-Anh�nger wurde am Donnerstag im Vatikan offiziell vorgestellt.
Vatikan-Sprecher Federico Lombardi gab zu dem Papstschreiben einige Erkl�rungen ab. Wir ver�ffentlichen den Text des Jesuitenpaters (der auch Generaldirektor
von Radio Vatikan ist) in vollem Wortlaut auf deutsch.
Erkl�rung des Briefes von Papst Benedikt XVI. zur R�cknahme
der Exkommunikation der Lefebvre-Bisch�fe vom vatikanischen Pressesaal.
Warum und wann ist der Brief geschrieben worden?
- Um - nach einer Diskussion von unvergleichlicher Vehemenz - ein kl�rendes Wort �ber die Intention des
Papstes und der Organe des Heiligen Stuhls zu sprechen und um so einen Beitrag f�r den Frieden in der Kirche zu leisten –
Geschrieben wurde der
Brief in der zweiten H�lfte Februar, vor Beginn der Exerzitien.
Die Fehler oder Pannen, die dazu beigetragen haben
- Der Fall �Williamson“, also das Missverst�ndnis, dass durch die R�cknahme der Exkommunikation der
Weg der Vers�hnung zwischen Christen und Juden verlassen w�rde. Der Papst anerkennt einen Informationsmangel und dankt den Juden, die das Missverst�ndnis
erkannt und die Vertrauensatmosph�re wieder hergestellt h�tten.
Mangelnde Klarheit bei der Vorstellung von Bedeutung und Grenzen der Aufhebung der
Exkommunikation.
Bedeutung und Grenzen des Schrittes von 21. Januar 2009
- Die Exkommunikation betrifft Personen und nicht Institutionen. Bischofsweihen ohne Erlaubnis bedeuten
die Gefahr eines Schismas. Daher werden die betroffenen Personen mit der sehr harten Strafe, der Exkommunikation, bestraft, um sie so zur Einheit zur�ck zu
rufen. Nachdem die Betroffenen grunds�tzlich die Vollmacht des Papstes anerkannt hatten, zielt die R�cknahme der Exkommunikation dem gleiche Ziel: die
Einladung der vier Bisch�fe zur Einheit.
Die Institution St. Pius-Bruderschaft hat aber aufgrund der Lehre keinen kirchenrechtlichen Status. Solange die
Lehrfragen nicht gekl�rt sind, �ben auch ihre Amtstr�ger legal kein Amt in der Kirche aus.
Die Zukunft der Kommission �Ecclesia Dei“ und ihre Beziehung zur Bruderschaft Pius X.
- Da die grundlegenden Fragen lehrm��iger Art sind, wird die Kommission Ecclesia Dei mit der
Glaubenskongregation verbunden und ihre Entscheidungen werden von ihren kollegialen Organen in ihren Versammlungen entschieden (unter Einbeziehung der
Pr�fekten der anderen Kongregationen und des Episkopates).
Die Fragen betreffen vor allem die Anerkennung des 2. Vatikanischen Konzils und des
nachkonziliaren Lehramtes der P�pste. Was die Pius-Bruderschaft betrifft: “Man kann das Lehramt der Kirche nicht im Jahr 1962 einfrieren.“ (also
vor dem 2. Vatikanum). Was die Verteidiger des 2. Vatikanums betrifft: �Das 2. Vatikanum tr�gt die ganze Lehrgeschichte der Kirche in sich. Man kann die
Quellen, von dem der Baum lebt, nicht abschneiden.“
War die R�cknahme der Exkommunikation wirklich notwendig?
Auf diese Frage antwortet der Papst in zwei Abs�tzen: Die wahren und gro�en Priorit�ten des Pontifikates sind von ihm von Anfang an klar
unterstrichen worden:
- Die Menschen zu Gott f�hren, zu dem Gott, der in der Bibel spricht und sich in Christus geoffenbart hat.
Die Einheit der Christen, �kumene Der interreligi�se Dialog mit allen, die an Gott glauben, um den Frieden zu suchen. Das Zeugnis der Liebe in der
sozialen Dimension des christlichen Glaubens (Deus Caritas est)
Der Papst f�hrt dann fort: Wenn einerseits der m�hevolle Einsatz f�r Glaube, Hoffnung und Liebe die
wirkliche Priorit�t ist, so sind doch andererseits auch ein Teil davon die �kleinen und mittleren Vers�hnungen“ wie die mit der Pius-Bruderschaft.
Der Papst geht dann von dem Faktum aus, dass �die Geste einer ausgestreckten Hand Ausgangspunkt f�r einen gro�en L�rm und so genau zum Gegenteil von
Vers�hnung wurde“ und er stellt eine Reihe von Fragen,
um nach - den Kriterien des Evangeliums - zum Nachdenken anzuregen.
- War und ist es wirklich so verkehrt, in diesem Fall die Vers�hnung zu suchen, mit einem �Bruder, der
etwas gegen dich hat“ – wie es in Bergpredigt hei�t?
Muss nicht auch die Zivilgesellschaft die Radikalisierungen �berwinden (es gibt auch gute
Erfahrungen mit Gemeinschaften, die von Rom getrennt waren). Kann es uns gleichg�ltig lassen, eine so gro�e Gemeinschaft wie die Pius-Bruderschaft
wegziehen zu lassen? (bei vielen ihrer Priester sind doch Dimensionen der Liebe zu Christus und der Wunsch ihn zu verk�nden) Auch wenn es bei
Repr�sentanten der Bruderschaft offene Defekte gibt, wie Hochmut, Besserwisserei, Einseitigkeit, so muss man doch auch die Verf�gbarkeit von anderen
anerkennen. Muss sich die Gro�kirche nicht gro�m�tig zeigen, offen, langatmig im Glauben und selbstkritisch angesichts der internen Fehler.
Zum Schluss gibt es einen starken Satz, eine wahre Herausforderung f�r das Gewissen auch bei
strikten Kriterien f�r die Geste des Papstes und seiner Intentionen (innerhalb und au�erhalb der Kirche): �Manchmal hat man den Eindruck, dass unsere
Gesellschaft wenigstens eine Gruppe braucht, der man keinerlei Toleranz schuldig ist, gegen die man ganz friedlich Hass schleudern darf. Und wer sie
anzur�hren wagt– in diesem Fall der Papst – auch der verliert das Recht auf Toleranz und auch er kann ohne Scheu und Reserve mit Hass bedacht
werden.“ Der Brief schlie�t mit einer leidenschaftlichen Reflexion des Apostels Paulus �ber die Liebe als Erf�llung des Gesetzes und �ber die
Warnung vor der Versuchung, sich �gegenseitig zu bei�en und zu verschlingen“ (Galater 5,13-15) – als falsch verstandene Freiheit. Diese
Versuchung gibt es auch heute in der Kirche – schreibt der Papst – wir d�rften uns dar�ber nicht wundern, sondern m�ssen ihr widerstehen und
immer neu die absolute Priorit�t der Liebe lernen. �Der Herr besch�tze uns alle und f�hre uns auf dem Weg des Friedens.“ (�bersetzung: P. Eberhard v.
Gemmingen SJ, rv)
Presseschau zum Papstbrief
�berwiegend positiv reagieren die Medien in Deutschland auf den Papstbrief. Ins Auge fallen zwei
Ausnahmen: die �Frankfurter Allgemeine“ auf der rechten, die Berliner �tageszeitung“ auf der linken Seite. Generell wird die Berichterstattung
�ber den Papstbrief aber von Informationen �ber das Schulmassaker in Baden-W�rttemberg in den Hintergrund gedr�ngt. �Sp�t, aber nicht zu sp�t“ kommt
der Papstbrief nach dem Urteil der �Rheinischen Post“: �Er zeichnet sich durch Selbstkritik,
Vers�hnungsbereitschaft und christliche Barmherzigkeit aus“. Benedikts Schreiben �besch�mt hoffentlich diejenigen bis hinein ins Kanzleramt, die den
Papst ins reaktion�re, antij�dische Zwielicht getaucht haben.“ �In ungew�hnlicher Offenheit legt das Kirchenoberhaupt seine Beweggr�nde dar und wirbt
f�r seinen Kurs“, meint das ZDF. Das �Hamburger Abendblatt
“ findet den Brief �so �berraschend und ungew�hnlich wie die umstrittene Aufhebung der Exkommunikation“ der vier Lefebvre-Bisch�fe. Dem Blatt
f�llt vor allem auf, dass Benedikt gleich zweimal das Wort "Panne" gebraucht“. Die �berlegung des Papstes, dass der Vatikan k�nftig st�rker
aufs Internet achten m�sse, habe sich schon am Mittwoch bewahrheitet, als die FAZ das Schreiben unautorisiert auf ihre Homepage setzte. �Ein offenes und
starkes Wort“, urteilt die katholische �Tagespost“. �Am Ende geht es darum, wer das letzte Wort
hat.“ Benedikt habe �auf dem H�hepunkt der hysterischen Aufregung in seiner Heimat die schw�rzeste Woche seines Pontifikats durchlebt“. Die
Offenheit des Papstes gebe dem Brief �St�rke“: �Er geht direkt auf die immer wieder lautgewordene Frage ein, ob es denn f�r den Vatikan nichts
Wichtigeres gebe, als sich um eine schismatische Gruppierung zu k�mmern – und l�sst auch ein wenig in das eigene Herz des obersten Hirten der Kirche
blicken“. Benedikt XVI. besch�nige nichts, �macht jedoch unmissverst�ndlich klar, dass es zu den obersten Priorit�ten des Petrusnachfolgers geh�rt, f�r
die Einheit unter den Gl�ubigen zu sorgen.“ Wo der Papst vom drohenden Glaubensverlust in vielen Teilen der Welt spreche, werde der Brief �fast
dramatisch“. Fazit der �Tagespost“: �Es ist nicht der �rechte Rand“ der Kirche, den Papst Benedikt vorzugsweise beackert. Es ist die ganze
Welt und es ist die ganze Kirche“.
�Bislang galt ... ein unersch�tterlicher Grundsatz im Vatikan: P�pste machen keine Fehler.“ Das
behauptet das Hamburger Magazin �Der Spiegel“ auf seiner Internetseite. Diesen Grundsatz habe der Papst
jetzt �deutlich durchbrochen“. Kardinal Castrill�n Hoyos, �der das Desaster mit den Piusbr�dern Mitte Januar ausgel�st hatte“, sei durch den
Brief �entmachtet“: �Da hat es ordentlich gerumpelt“, zitiert der �Spiegel“ einen Pr�laten. Der Kommentar lobt auch den Hinweis des Papstes
darauf, dass das Thema Pius-Br�der am Vatikan k�nftig kollegial behandelt wird; das sei �f�r den Vatikan mit seiner versteinerten Hierarchie“ von
�betr�chtlicher Sprengkraft“. Offenbar wolle Benedikt mit der Kardinalsversammlung am Mittwoch �eine Art politisches Kabinett der Kardin�le
installieren, dass es in der Form bisher nicht gab“. Das sei �eine neue Ausrichtung in Richtung Kollegialit�t in Rom, gepaart mit einem
selbstkritischen Papst“. Fazit des �Spiegels“: �Ob allerdings der Kurs der Kirche mit diesem Schreiben in einen neuen Fr�hling oder zur�ck in den
alten Trott f�hrt, wird erst die Zeit zeigen.“ Die Tageszeitung �Die Welt“ betont, dass dieser
Brief �in der j�ngeren Kirchengeschichte kein Vorbild hat“. �Nicht die Kritik der deutschen Bundeskanzlerin, nicht der Protest deutscher Theologen oder
gar die Erkl�rung der Hirten“ habe den Papst zu dem Brief veranla�t, sondern ein Galater-Text, der schon Luther inspiriert habe. Benedikts Schreiben
sei ein neuer �Brief an die Galater“; darin erl�utere er einen �komplizierten Vorgang“, �der nicht nur der Bundeskanzlerin Frau Doktor Merkel,
sondern auch vielen Bisch�fen offensichtlich nicht mehr ganz klar und gel�ufig war.“ �Zu sagen, der neue Brief komme 50 Tage zu sp�t, trifft die Lage
nicht ganz“, meint der Kommentator. �Dann n�mlich h�tte jener Konflikt ja unm�glich mitbedacht werden k�nnen, der durch den Streit um die
Pius-Bruderschaft inzwischen wie Kontrastbrei viele Bruchlinien innerhalb der Kirche hat offenbar werden lassen.“ Man solle jetzt nicht erwarten, dass
Benedikt k�nftig �fter mal im Internet surfe: �Er wird weiter mit Bleistift schreiben, doch selten so wie diesmal“. �Beunruhigend“ werde der
Papst, wo er ganz offen von �Hass“ auf ihn schreibe. �Hass auf den Papst? Davon hat in diesen Tagen keiner offen gesprochen, obwohl er allenthalben mit
den H�nden zu greifen war.“ �Ein Papst beschwert sich �ber den L�rm“ – das ist der Titel des Kommentars in der �Frankfurter Allgemeinen“ – der Zeitung also, die auch gegen jede Sperrfrist den Text �ffentlich gemacht hatte.
Benedikts Brief sei �ein Dokument von unklarem Status“; er reagiere ganz offensichtlich auf �ffentlichen Druck. �Den Erl�uterungen von vatikanischer
Seite, die es seit der Publikation des Dekrets vor sechs Wochen in stetigem Fluss gegeben hat, f�gt der Brief nichts hinzu.“ Deutlich werde stattdessen
ein �dramatischer Autorit�tsverlust des Papstes“: �Er wiederholt die bekannten Erl�uterungen und schm�ckt sie mit pastoralen Floskeln.“ �Nichts
Neues aus Rom“, so kommentiert die Zeitung bei�end. Es fehle eigentlich nur noch �die Ank�ndigung, man werde auch den �Spiegel“
abonnieren“. Benedikt lasse �seine pers�nliche Empfindlichkeit“ erkennen, gebrauche mehrmals �ein schiefes, sogar kitschiges Bild“,
vermehre �den L�rm, den er verdammt“, und wirke �unsouver�n“: �Eine seltsame Mischung aus Furcht und Hochmut kommt hier zum Vorschein, die wenig
zu tun hat mit der Liebe, die der Verfasser ... beschw�rt. Man k�nnte glauben, der Papst h�tte sich die Feder von einem Feuilletonisten geliehen.“ Vom
FAZ-Feuilleton indes hat sich Benedikt seine Feder ganz offenbar nicht geliehen. �Der Papst denkt nur an die Kirche“, befindet wiederum die linke �
tageszeitung“. Der Briefe zeige �vor allem eines: Der Papst ist weit entfernt von unserer Welt“
und zeige eine �f�r viele Europ�er schwer nachvollziehbare Weltfremdheit“. So w�rden etwa der Holocaust oder seine Leugnung durch Bischof Williamson
von Benedikts Brief nicht einmal erw�hnt. �Dieser Papst begibt sich im Unterschied zu seinem Vorg�nger nicht auf die Ebene unseres historischen und
politischen Denkens. Der offene Dialog mit der Welt, den die katholische Kirche seit den sechziger Jahren anstrebt, ist mit ihm schwierig geworden.“
Die �taz“ prophezeit: �Der n�chste Zusammensto� zwischen Papst und Welt wird nicht lange auf sich warten lassen. Wer mehr weltlich als kirchlich denkt
und f�hlt, den l�sst der Brief ratlos zur�ck.“ Immerhin nehme das Schreiben die Krise sp�rbar ernst und werde daher �zur Entspannung der Situation
beitragen“. (rv)
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15.03.09
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Gro�britannien: Spekulationen von der Insel
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Die Ernennung eines Nachfolgers f�r Kardinal Cormac Murphy-O'Connor zum Oberhaupt der Katholiken in England und Wales
sorgt offenbar f�r Schwierigkeiten. Das berichtet dieKatholische Nachrichtenagentur unter Berufung auf den �Sunday Telegraph“. Nach Angaben des Blattes
sprechen sich einige Bisch�fe gegen die Ernennung des bisherigen Erzbischofs von Birmingham, Vincent Nichols, aus. In Schreiben an den Nuntius in London,
Faustino Sainz Munoz, bezeichneten die Bisch�fe Nichols dem Bericht zufolge als zu ehrgeizig. Weiter kritisierten sie demnach den F�hrungsstil des
Erzbischofs, seinen Charakter und sein �bersteigertes Vertrauen in die eigenen F�higkeiten. Auch ein britischer Abgeordneter soll sich brieflich gegen den
�Kirchen-Karrieristen“ ge�u�ert haben.
Bislang galt der 63-j�hrige Nichols als Favorit f�r das Amt des Erzbischofs von Westminster, so die KNA. Die anderen beiden
Kandidaten auf der Auswahlliste, die der Nuntius im Januar an Papst Benedikt XVI. gesandt habe, seien der Erzbischof von Cardiff, Peter Smith, und der
Bischof von Nottingham, Malcolm McMahon. Smith gelte aber vielen im Vatikan als zu liberal, w�hrend McMahon �ffentlich den Z�libat infrage gestellt habe. -
Der 76-j�hrige Kardinal Cormac Murphy-O'Connor soll im April aus dem Amt scheiden, so die Katholische Nachrichtenagentur.
Derweil spekuliert der �Sunday Telegraph“ auch �ber einen m�glichen Papstbesuch im n�chsten Jahr. Nach seinen
Informationen plane Benedikt eine Reise, die ihn 2010 au�er nach Gro�britannien auch nach Irland f�hre, so das Blatt. Es beruft sich auf Quellen im Vatikan.
Ein solcher Papstbesuch – der im Vatikan derzeit nicht best�tigt wird – w�re der erste im Vereinten K�nigreich seit 1982. Damals besuchte
Johannes Paul II. Gro�britannien. Anla� f�r eine Visite Benedikts k�nnte eine m�gliche Seligsprechung von Kardinal John Henry Newman sein. Der Kirchenmann
des 19. Jahrhunderts, der vom anglikanischen zum katholischen Bekenntnis wechselte, geh�rt zu den gr��ten christlichen Denkern Europas.
Als m�gliche Etappen einer Papstreise nennt der �Sunday Telegraph“ London, Birmingham,
Oxford, Edinburgh, Armagh und Dublin. Der britische Premierminister Gordon Brown war am 19. Februar beim Papst. Nach Angaben aus seinem Umfeld hat er
Benedikt dabei zu einem Besuch eingeladen. (rv)
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15.03.09
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Papst vor Afrikareise: �Den ganzen Kontinent umarmen“
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Beim letzten �ffentlichen Auftritt vor seiner Reise nach Kamerun und Angola hat Papst Benedikt um Aufmerksamkeit f�r Afrika
geworben. �Heute bitte ich euch alle um euer Gebet f�r meine erste Apostolische Reise nach Afrika, zu der ich am Dienstag aufbrechen werde.“ Beim
Angelusgebet am Sonntag in Rom dachte Benedikt �an alle Opfer von Hunger, Krankheiten, Ungerechtigkeit, Krieg und Gewalt“ in Afrika; auch viele
Missionare, Kirchenleute oder engagierte Laien geh�rten zu diesen Opfern. �Der Herr segne diesen Kontinent und alle, die ihm in N�chstenliebe verbunden
sind!“ In einer kurzen italienischen Ansprache umri� Benedikt XVI. das Ziel seiner ersten Reise zum so genannten Schwarzen Kontinent:
�Mit diesem Besuch will ich den ganzen afrikanischen Kontinent geistlich umarmen: seine tausend Unterschiede und seine
zutiefst religi�se Seele; seine alten Kulturen und seinen m�hsamen Weg der Entwicklung und Vers�hnung; seine schweren Probleme, seine schmerzhaften Wunden
und sein enormes Hoffnungs-Potential. Ich will die Katholiken im Glauben st�rken, die Christen im Einsatz f�r die �kumene ermuntern und allen den Frieden
verk�nden, den der Auferstandene der Kirche anvertraut hat.“
Auf deutsch ging Benedikt XVI. beim Angelusgebet auf den Text des Apostels Johannes von diesem
Sonntag ein. �Das heutige Evangelium berichtet, da� Jesus die Viehh�ndler und Geldwechsler aus dem Tempel, dem Haus seines Vaters, vertrieben hat. Daf�r
zur Rede gestellt, antwortet er, da� er selbst der eigentliche lebendige Tempel ist, in dem Gott unter uns wohnt. Nach den Worten des Apostels Paulus ist
auch unser Leib ein �Tempel des Heiligen Geistes“, den wir durch ein Leben nach den Geboten Gottes rein bewahren m�ssen.“ (rv)
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16.03.09
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Papstreise und Afrikasynode: Kampf der Korruption
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Benedikt XVI. bricht zu seiner ersten Pastoralreise nach Afrika auf. Die offiziellen Anl�sse
der Visite sind die �bergabe des Arbeitspapiers f�r die Afrika-Sondersynode und die 500-Jahr-Feiern der Evangelisierung Angolas. Doch in Kamerun und
Angola stehen kirchliche wie politische Themen auf dem Programm. Hintergr�nde von Birgit Pottler:
Der Vatikan will die internationale
Aufmerksamkeit auf Afrika lenken. Der deutsche Weltkirchenbischof, Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg, sagte vor der Abreise Benedikts XVI.: �Ich
denke, es ist wichtig – und das ist ja immer das erste Anliegen des Papstes – die Kirche zu st�rken, auch als Hirte der Einheit die Bisch�fe
und die Gl�ubigen mehr zu vereinen, um eine Kraft in die Kirche hineinzubringen. Das wird der Papst sicher tun. Wichtig ist sicher auch, dass die n�chste
Afrikasynode angek�ndigt und f�r sie geworben wird. Das halte ich f�r die zwei wichtigsten Punkte bei seiner Reise.“
Vers�hnung,
Gerechtigkeit und Frieden sind die Leitthemen f�r die Papstreise und die Synode. Benedikts Ansprachen werden die Situation auf dem Kontinent und in den
besuchten L�ndern unter diesen Gesichtspunkten beleuchten. Vordergr�ndiges Hauptproblem in Kamerun: die Korruption. 1998 errang das Land unter
korruptesten L�ndern weltweit den traurigen ersten Platz. Unter internationalem Druck begann Pr�sident Paul Biya eine �S�uberungsaktion“ in der
Verwaltung und es hagelte Gef�ngnisstrafen f�r zahlreiche f�hrende Kr�fte. Die Wirtschaftslage Kameruns hat sich seither verbessert, doch von tragf�higer
Entwicklung und allgemeinem Wohlergehen zu sprechen, erscheint noch immer weit hergeholt. Der Kampf gegen die Korruption ist nicht gewonnen. Die
Staatsausgaben f�r das Gesundheitssystem etwa liegen bei lediglich drei Prozent.
Die so genannten �Lineamenta“ zur Vorbereitung der Synode
bemerken positiv den �wachsenden Widerstand gegen die Korruption“, prangern aber gleichzeitig das �inakzeptable Ausma�“ an, das sie in
einigen L�ndern erreicht habe. Die Wurzeln, so das Synodendokument, l�gen in der �wirtschaftlichen Ungerechtigkeit“. Auch Europa trage hier
Verantwortung, habe nicht nur den Glauben, sondern auch �die Laster des alten Kontinents“ exportiert, sagte Benedikt XVI. bereits im Jahr 2005. Die
Industrienationen und Afrika selbst m�ssten sich gleicherma�en ihrer Verantwortung stellen.
Sollte Benedikt XVI. das jetzt aufgreifen? Erzbischof
Schick: �In den Vorlagen f�r die Synode steht auch einiges zur Korruption. Wenn das aufgegriffen wird, ist das meiner Meinung nach eine gro�e Hilfe.
Wenn dann die Synode dazu eine klare Position ver�ffentlicht, dann kann das sehr hilfreich sein.“
Die Kameruner Bischofskonferenz
bezeichnete einmal die Korruption im Land als �Lebensstil". Vor gut einem Jahr, nach einem Besuch bei Bisch�fen in Kamerun, sagte Erzbischof Schick
gegen�ber Radio Vatikan: �Es ist hinl�nglich bekannt, dass die Regierung in Kamerun mit zu den korruptesten der ganzen Welt geh�rt und von daher
funktioniert das soziale System von Seiten des Staates her viel zu wenig. Es wird viel zu viel in die eigene Taschen gewirtschaftet.“ Kann die
Kirche in Kamerun, obwohl sie die Politik durchaus stark kritisiert, dennoch frei arbeiten? �Ja. Sie bekommt von staatlicher Seite keine Hilfe und
keine Unterst�tzung. Aber der Staat ist zufrieden mit dem, was die Kirche macht und die Kirche kann wirken. Aber die Mittel sind nicht gro� genug. Wir
von Deutschland unterst�tzen durch Missio, durch Misereor die Aktivit�ten dort, auch viele Partnerschaften, die es gibt. Das ist aber alles nicht genug.
Der Staat muss selber daf�r sorgen, dass es ein wirklich funktionierendes soziales System gibt. Das geschieht nicht, oder zumindest zu wenig.“
Die Kirche in Afrika soll die Katholiken bef�higen - lassen Sie es mich so sagen, �ihren Mann“ in der Gesellschaft zu stehen. Ihr �ffentliches
Wirken soll vom christlichen Prinzip des Dienens geleitet werden, hei�t es in den Lineamenta zur Synode. Dazu geh�rten der Einsatz f�r das Gemeinwohl,
der Kampf gegen die Korruption und ganzheitliche Entwicklung, geistlich wie materiell, f�r alle B�rger. Die Afrikasynode und damit der Papst werden davon
noch sprechen. (rv)
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17.03.09
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1. Tag der Afrikareise von Papst Benedikt XVI.
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Benedikt XVI. ist in Afrika eingetroffen.
In Kameruns Hauptstadt Yaound� rief er zum Kampf gegen die Probleme des Kontinents auf. Afrika d�rste nach Frieden,
Gerechtigkeit und Vers�hnung. Es ist die erste Reise des Papstes auf den afrikanischen Kontinent. Sie f�hrt ihn au�er nach Kamerun auch noch nach
Angola. Aktuelle Berichte �ber die Reise finden Sie hier auf unserer Homepage.
Papst in Kamerun: �Christen k�nnen nicht schweigen angesichts der Ungerechtigkeit“
�Welche Freude, zum ersten Mal seit meiner Wahl zum Papst in Afrika zu sein!“ Das sagte Benedikt in seiner ersten Ansprache
auf afrikanischem Boden. Er gratulierte Kamerun zum 50. Jahrestag seiner Unabh�ngigkeit und lobte das freundliche Klima zwischen den Konfessionen und
Religionen im Land. Hier sind die Kerns�tze aus der Papstrede am Flughafen von Yaound�.
�Ich komme zu euch als Hirte. Ich komme, um meine Br�der und Schwestern im Glauben zu st�rken, wie einst Petrus. Als
Petrus am Pfingsttag in Jerusalem predigte, da waren auch Zuh�rer aus Afrika dabei. Das Zeugnis vieler gro�er Heiliger dieses Kontinents in den ersten
Jahrhunderten des Christentums garantiert Afrika einen besonderen Platz in der Kirchengeschichte. Bis heute haben Heerscharen von Missionaren und
M�rtyrern in allen Teilen Afrikas Zeugnis f�r Christus abgelegt, und heute z�hlt die Kirche hier etwa 150 Millionen Gl�ubige.“
Benedikt erinnerte daran, dass Papst Johannes Paul 1995 in Yaound� das Abschlu�dokument einer Bischofs-Sondersynode f�r
Afrika vorstellte. Er komme nun, um das Arbeitspapier der zweiten Sondersynode zum Thema Afrika zu pr�sentieren; das Bischofstreffen findet im Oktober
in Rom statt. Er hoffe auf einen �Moment der Gnade“ und einen �neuen missionarischen Aufbruch“ der afrikanischen Kirche.
�Auch mitten im gr��ten Leiden bringt die christliche Botschaft immer Hoffnung mit sich. Die Begegnung mit dem
lebendigen Gott kann auch in einer Lage gro�en Leids und gro�er Ungerechtigkeit alles verwandeln. Ein Christ kann niemals schweigen angesichts des
Schmerzes und der Gewalt, der Armut und des Hungers, der Korruption und des Machtmissbrauchs! Die rettende Botschaft des Evangeliums will mit Kraft und
Klarheit verk�ndet werden, damit das Licht Christi im Dunkel des Lebens der Menschen leuchtet. Auch hier in Afrika hungern zahllose Menschen nach einem
Wort der Hoffnung und des Trostes. Regionale Konflikte f�hren zu Tausenden Obdachlosen und Bed�rftigen, Waisen und Witwen.“
�berraschend deutlich ging Papst Benedikt schon in seiner ersten Ansprache auf die Probleme Afrikas heute ein.
�Der Kontinent hat in der Vergangenheit erlebt, dass viele seiner Einwohnner grausam geraubt und verschifft wurden, um
als Sklaven zu arbeiten; heute ist der Menschenhandel, besonders mit wehrlosen Frauen und Kindern, zu einer modernen Form der Sklaverei geworden. In
einer Zeit weltweiter Nahrungsmittelknappheit, der Finanzkrise und des Klimawandels leidet Afrika �berproportional: Immer mehr seiner Einwohner werden
zu Opfern des Hungers, der Armut, der Krankheit. Sie schreien nach Vers�hnung, Gerechtigkeit und Frieden – und genau das ist es, was die Kirche
ihnen bietet: Nicht neue Formen wirtschaftlicher und politischer Unterdr�ckung, sondern die Freiheit der Kinder Gottes. Nicht kulturelle Modelle, die
das Recht der Ungeborenen ignorieren, sondern das reine Wasser des Evangeliums vom Leben. Nicht bittere Rivalit�ten zwischen Volksgruppen und
Religionen, sondern den Frieden und die Freude des Reiches Gottes – die Zivilisation der Liebe.“
Der Papst erw�hnte, dass mehr als ein Viertel der Einwohner Kameruns sich zum katholischen Glauben bekennt. Die Kirche
sei also �in einer guten Ausgangslage, um f�r das Wohl der Menschen und die Vers�hnung einzutreten“. Das tue sie besonders in der Sorge um Kranke
und Behinderte sowie im Schulwesen.
�Kamerun ist ein Land der Hoffnung f�r viele in Zentralafrika. Tausende von Fl�chtlingen aus L�ndern der Region, die
vom Krieg verw�stet sind, haben hier Aufnahme gefunden. Es ist ein Land des Lebens – mit einer Regierung, die sich eindeutig auch f�r die Rechte
der Ungeborenen einsetzt. Es ist ein Land des Friedens: Kamerun und Nigeria haben einen Streit um eine Halbinsel im Dialog aus der Welt geschafft und
damit der Welt gezeigt, dass eine geduldige Diplomatie immer Fr�chte bringen kann. Es ist ein Land der jungen Leute mit einer vitalen, jungen
Bev�lkerung. Mit Recht sprechen manche von �Afrika in Miniatur“ – es ist Heimat von �ber 200 ethnischen Gruppen, die in Harmonie
miteinander leben... Gott segne Kamerun! Gott segne Afrika!“ (rv)
Papst: �Afrikas Aids-Krise l�st man nicht mit Kondomen“
Bereits zum Antritt der Afrikareise ist Aids f�r Papst Benedikt zu einem Thema geworden: Die Aids-Epidemie in Afrika k�nne nicht mit der Verteilung
von Kondomen gel�st werden. Im Gegenteil, dies vertiefe die Probleme nur. Das betonte der Papst w�hrend des Fluges von Rom nach Kamerun. Wie �blich bei
Papstreisen fand auch diesmal eine �fliegende Pressekonferenz“ hoch �ber den Wolken statt.
Der Papst w�rtlich:
�Die katholische Kirche leistet in Afrika viel im Kampf gegen Aids. Es ist eine Trag�die, die man nicht mit Geld
�berwinden kann. Vielmehr kommt es auf ein moralisch richtiges Verhalten und zugleich auf eine besondere Aufmerksamkeit gegen�ber den Kranken
an.“ Soweit das Kirchenoberhaupt gegen�ber den mitreisenden Journalisten. Entschieden wandte sich Benedikt XVI. gegen Behauptungen in den Medien,
er sei im Vatikan einsam und isoliert. �Ehrlich gesagt: Ich muss �ber diesen Mythos der Einsamkeit lachen. Ich f�hle mich in keiner Weise einsam. Jeden
Tag treffe ich mich mit Freunden, Mitarbeitern, mit den Chefs der vatikanischen Beh�rden und Bisch�fen.“ Der Papst rief zu internationaler
Solidarit�t auf, damit Afrika unter dem Druck der Wirtschaftskrise nicht zusammenbreche. Er meinte, dass die Finanz- und Wirtschaftswelt ethische
Fragen in den Vordergrund r�cken sollte. �Diese Wirtschaftskrise ist das Resultat eines ethischen Defizits. Mit diesem Thema werde ich mich in meiner
neuen Enzyklika befassen. Die Enzyklika war fast fertig, doch dann ist die globale Rezession hinzugekommen, und wir haben den Text revidieren m�ssen,
um der Menschheit eine Botschaft zu dieser Weltlage zu bieten.“ Die Kirche in Afrika stehe den Armen und den Leidenden nahe. Dennoch sei sie
keine �perfekte Gemeinschaft“. Daher sei �eine Bereinigung der Strukturen und eine Reinigung der Herzen“ notwendig. Benedikt XVI. sprach in
diesem Zusammenhang auch von der Aggressivit�t der neuen Sekten in Afrika. �Es stimmt, in Afrika gibt es Probleme mit den Sekten. Wir verk�nden nicht
wie sie Wunder und Reichtum. Diese Sekten sind sehr instabil, und der Katholizismus kann sie mit seiner Struktur und Einheit durchaus bek�mpfen. Unser
Netz kann den Tribalismus �berwinden.“ (rv)
�Wir sind Papst“: Kamerun. Streiflicht auf Geschichte und Gesellschaft
Ganz Afrika umarmen - das will Benedikt XVI. w�hrend seiner ersten Reise auf den Kontinent. Nicht von ungef�hr, scheint es, betritt er daher in
Kamerun erstmals als Papst afrikanischen Boden. Aus der Hauptstadt Yaound� berichtet Birgit Pottler. (rv)
Stationen Benedikts in Yaound�, Stadt auf sieben H�geln
Zwei Kirchen, das Fu�ballstadion und eine Krankenstation besucht Benedikt XVI. w�hrend seines Aufenthalts in Kamerun, erste Station auf seiner
Afrikareise. Ein wenig mag er sich heimisch f�hlen, wie Rom ist Yaound� auf sieben H�geln erbaut. Von einer ersten Ortsbesichtigung berichtet unsere
Korrespondentin Birgit Pottler.
Yaound� ist eine Verwaltungshauptstadt, erst 1889 gegr�ndet, das Herz der Wirtschaft schl�gt gut 250 Kilometer westlich
in der Hafenstadt Douala. Abseits der gro�en Stra�en ist Yaound� ein einziger gro�er Markt. Zwischen H�tten aus Holz, Lehm oder Wellblech bieten Frauen
wie M�nner alles feil, was ihr Land und seine Menschen produzieren: Holz und Handwerk, Bananen, Gew�rze, bedruckte und gebatikte Stoffe in allen
Farben… Dazwischen verkaufen sie Handy-Karten, grillen Fleischspie�e, frittieren Backwerk. Wo auch immer ein St�ck rote Erde frei ist, spielen
Kinder und M�nner Fu�ball. Trikots der gro�en Vereinsmannschaften aus aller Welt gibt es �berall zu kaufen, doch das leuchtende Gr�n des
Nationaltrikots Kameruns �berstrahlt sie alle. �In einem Zimmer sein, ist Stress“, sagt einer der Priester, der uns in diesen Tagen begleitet.
�Wir leben auf der Stra�e.“
Dass Stra�en und Pl�tze jetzt modernisiert werden, dass das Stromnetz gerade jetzt erneuert wurde, sei Zufall, maximal
gl�ckliche F�gung. Die Modernisierungspl�ne existierten schon seit drei Jahren, versichern Kirchenvertreter und Sicherheitspersonal.
Auf einem der sieben H�gel Yaoundes liegt die Pfarrei Christ-Roi inmitten eines guten Wohnviertels mit Schulen und
medizinischer Versorgung. Tiefrot das Tor zum Pfarrhof, rot und ockerfarben die Kirche mit Wellblechdach und Buntglasfenstern. Der Papst trifft hier am
Mittwoch Vormittag die Bisch�fe Kameruns. Bei unserem Besuch am sp�ten Sonntag Nachmittag blieb bis dahin noch viel zu tun, inzwischen wurden W�nde
gestrichen, die Kirchenb�nke gr��tenteils entfernt, der Altarraum umgestaltet und die Holzt�ren neu lackiert. Unsere Mikrofone k�nnen nur die Ger�usche
wiedergeben, ich kann also nur erz�hlen vom Geruch frischer Farbe, der sich vermischt mit diesem s��lichen Duft Afrikas.
Eine Oase der Ruhe zwischen Palmen, Kamelien und Mangob�umen ist dagegen die Basilika �Maria, K�nigin der
Apostel“. Rund 20.000 Gl�ubige aus allen Di�zesen Kameruns werden am Mittwoch Nachmittag hier erwartet, wenn der Papst mit Bisch�fen, Priestern,
Ordensleuten und Laien die Vesper betet. Ein gro�z�giger, flacher Bau aus den 90er Jahren, innen holzverschalt, ist der Marienwallfahrtsort des
modernen Kamerun. Die Evangelisierung der Region begann von diesem H�gel aus. Der Sitz der Pallottiner und die �lteste erhaltene Kirche im Kolonialstil
aus dem Jahr 1906 nur wenige Schritte entfernt geben davon Zeugnis. Seit Tagen beten die Menschen hier vor dem Allerheiligsten still f�r den
Papstbesuch und Afrika.
N�chste Station f�r den Papst am Donnerstag das Stadion Amadou Ahidjo, benannt nach dem ersten – trotz
zahlreicher wirtschaftlicher Fortschritte auch im R�ckblick nicht unumstrittenen – Pr�sidenten des vereinigten Kamerun und k�rzlich renoviert.
Hier spielt die Fu�ballnationalmannschaft Kameruns ihre Partien. Hier �berreicht Benedikt XVI. den Bisch�fen des ganzen Kontinents feierlich das
Instrumentum Laboris f�r die n�chste Afrikasynode. Die Holztrib�nen f�r 40.000 Fans und Gl�ubige leuchten in den Nationalfarben, die ehemals
ockerfarbene �berdachung wurde noch wei� gestrichen; am Sonntag Abend fehlten dem Maler noch wenige Meter. Bereits fertig war der Rohbau der Altarinsel
in Schiffsform, der Wind- und Sonnenschutz f�r Papst und Konzelebranten ist ein Aufbau aus Holz, Stroh gedeckt und mit Dachgaube, fast ein Haus im
Kolonialstil.
Gesch�ftigkeit, akribische Vorbereitung ja, doch der Arbeiterstab in Yaound� bleibt heiter. Meistern k�nnen sie fast
jede Situation mit Musik und einem L�cheln. Das Spruchband vor dem Stadion w�nscht dem Papst entsprechend auch �einen guten Josephstag“. Yaound�
wird hier mit ihm Namenstag feiern, falls die Eintrittskarten f�r das Stadion noch rechtzeitig verteilt werden. Eine der Lokalzeitungen lies daran am
Dienstag Zweifel aufkommen.
Letzte Besuchsstation in Yaound� ist am Donnerstag ein Kranken- und Rehabilitationszentrum, benannt nach dem
kanadischen Kardinal Paul Emile Leger, der sich nach seinem R�ckzug vom Amt des Erzbischofs in Montreal hier als Missionar verdient machte. Heute wird
es vom staatlichen Gesundheitsministerium verwaltet und bietet unter anderem Physiotherapie, eine Schule, eine Schreinerei und eine
Orthop�die-Werkstatt. 200 Kranke aus verschiedenen Kliniken des Landes warten hier auf Zuspruch des Papstes. W�hrend drau�en noch geputzt wird,
sortiert die Leiterin in ihrem B�ro die einheitliche Kleidung f�r die Patienten – Blusen, Hemden, R�cke, Hosen aus demselben Stoff – eigens
bedruckt mit dem Papstbild und dem Motto seiner Reise und der Synode: �Vers�hnung, Gerechtigkeit und Frieden.“ Auf dem Vorplatz wehen die Flaggen
Kameruns und des Vatikans. (rv)
Kamerun: Pressestimmen zur Ankunft Benedikts XVI.
Am Tag der Ankunft von Papst Benedikt in Kamerun sind die gr��ten Zeitungen des Landes voll von Begr��ungsbotschaften. �Benedikt XVI. kommt -
Kamerun hat die Ehre“ und �Kamerun hei�t den Heiligen Vater willkommen“ �berschreibt die staatliche Tageszeitung �Cameroon Tribune“
in der Haupstadt Yaound� ihren Leitartikel �ber die letzten fieberhaften Vorbereitungen auf die Ankunft des Papstes. Noch nie habe das Land eine so gro�e ausl�ndische Delegation wie die insgesamt (wenn man auch anreisende Bisch�fe mitrechnet) 800-k�pfige Gesandschaft um Benedikt erwartet, hei�t es dort. Positiv unterstreicht das Blatt das gro�e mediale Interesse, dass sich durch den Papstbesuch auf Kamerun richte. In einer 56-seitigen Sonderbeilage infomiert die Tageszeitung ihre Leser �ber den Werdegang Benedikts von seiner Kindheit bis zur Nachfolge auf dem Stuhl Petri. Ohne auf die europ�ischen Kontroversen der vergangenen Wochen einzugehen, lobt die Zeitung auf der Meinungsseite Benedikt XVI. als �moralische Figur und Orientierungspunkt, der als Gegengewicht von den Regierungen der Welt gef�rchtet sei“. Afrika sei nicht besser oder schlechter als seine Epoche, schreibt der Kommentator weiter, vor allem aber liebe es den Papst und brauche ihn. Gleichzeitig appelliert der Autor: �Lieber Heiliger Vater, die Afrikaner sind es leid, nichts erwarten zu d�rfen von einer Welt, die sich globalisiert, ohne sich zu solidarisieren, inmitten von ungerechten und aufgezwungenen Regeln.“ Vom Papst w�rden sie daher �standhafte Ermahnungen zu Gerechtigkeit und Solidarit�t“ erwarten.
�Die Gl�ubigen fiebern dem Papst entgegen“, lautet der Titel der Tageszeitung �Mutations“
. Zwei Tage vor der Papstmesse im Amadou-Ahidjo-Stadion in Yaound� seien die Eintrittskarten restlos ausverkauft, hei�t es weiter. �Die ganze Welt
wird zur Papstmesse im Stadion vertreten sein“, betont auch der Generalvikar der Di�zese Yaound� im Interview mit Mutations. Weiter berichtet das
Blatt �ber die Schwierigkeiten in der Hauptstadt, den gro�en Pilgeransturm zu bew�ltigen. Pilger k�men vor allem aus der K�stenstadt Douala, die die
meistbev�lkerte Stadt und Wirtschaftszentrum des Landes ist.
�Benedikt XVI. herzlich willkommen in Kamerun“, begr��t auch die Tageszeitung �Le Jour“
das katholische Kirchenoberhaupt. Unter Berichten �ber den genauen Ablauf und das Programm der Reise findet sich auch ein Dementi der Behauptung, der Papst wolle mit seinem Besuch seine Unterst�tzung f�r die Regierung unter Pr�sident Biya zum Ausdruck bringen.
Kritische T�ne zum Papstbesuch sind rar, was auch an der eingeschr�nkten Pressefreiheit im Land liegt. So greift die
Tageszeitung �L’Ind�pendant“
die Polemiken um den Abriss alter Wohnviertel in Yaound� auf, f�r die der Papstbesuch vordergr�ndiger Anlass gewesen sein soll. �Warten auf den Papst – Alarmstufe Rot in Yaound�“ titelt
�The Post“
und unterstreicht damit das Sicherheitsproblem sowie den personellen und finanziellen Aufwand, den der Papstbesuch verursache. (rv)
Yaound� begr��t den Papst
�Benedikt XVI. kommt zu uns!“ schreiben die Zeitungen, und mit dem Papst kommt die Sonne nach Yaound�. In den vergangenen Tagen st�hnte die
Hauptstadt Kameruns unter wolkenverhangener Schw�le, zur Ankunft Benedikts XVI. zeigt sie ihre Farben: dunkles Rot der Erde, tiefes Gr�n der Ausl�ufer
des Regenwaldes. Unsere Korrespondentin Birgit Pottler ist vor Ort.
Hunderte Flaggen wehen im leichten Wind, die Nationalfarben Kameruns, gr�n, rot und gelb, mischen sich an �ffentlichen
Geb�uden, entlang der Stra�en und auf Pl�tzen mit dem gelb-wei� des Vatikans. Vom Flughafen bis zur Nuntiatur begr��en Spruchb�nder das
Kirchenoberhaupt auf Afrikamission. �Heiliger Vater, wir teilen ihre Ansicht von einer gemeinsamen Zukunft f�r alle V�lker der Erde“ prangt �ber
dem Boulevard f�r staatliche Aufm�rsche, ein Appell f�r �kumene und friedliches Miteinander der Religionen an der Stra�e in Richtung Marienbasilika.
Wo immer der Papst in diesen Tagen vorbeif�hrt, war vor wenigen Tagen noch Baustelle. Auf den knapp 30 Kilometern vom
Flughafen in die Hauptstadt wurden am Samstag Abend die letzten Meter asphaltiert und die Mittelstreifen gezogen.
�Venite adoremus…“ erklingt am Sonntag morgen im Zentrum, es sind Tonproben, die auf den Gast aus Rom
einstimmen. Einer der Helfer verschn�rt wei�e Kabel an einem Strommast, zuvor hat er damit das offizielle Foto Benedikts XVI. im Holzrahmen befestigt.
Auf der anderen Stra�enseite prangt Staatspr�sident Paul Biya im Holzrahmen. Offizielle Flyer und Plakate zeigen Kirchen- und Staatsoberhaupt
gemeinsam; Biya, Pr�sident seit 1982, ist bem�ht, sich Afrika und der Welt in gutem Licht zu zeigen; immenses Aufgebot an Sicherheitspersonal und auf
absolute H�flichkeit und besten Service f�r Presse und ausw�rtige G�ste – getrimmtes Personal eingeschlossen.
�Dank sei Gott und Johannes Paul II.“ steht unter manchen Plakaten und Bildern Benedikts XVI., die eifrige Helfer
am Stra�enrand gegen Kleingeld verteilen. �Der Papstbesuch ist eine Ehre, ja eine Gnade“, sagt einer der engagierten Organisatoren rund um die
Kathedrale in der Hauptstadt. �Kamerun hat dieses Gl�ck, das gleich zwei P�pste unser Land besuchen. Das bedeutet, dass Gott Kamerun liebt. Unser Land
lebt heute im Frieden, und das hei�t, Gott hat gesehen, dass das Volk viel gebetet hat. Der Besuch des Papstes bedeutet f�r uns Heil.“
Der Mann im Anzug und violetter Armbinde erinnert an die erste Enzyklika Benedikts und wartet auf eine Grundaussage:
�Frieden bedeutet Liebe, N�chstenliebe, bedeutet gutes Miteinander.“
Der Besuch Benedikts soll den Glauben im Land also noch mehr st�rken, und die Kirche gegen�ber den Sekten festigen. Die
Chorleiterin der Kathedrale meint: �Die Menschen sollten verstehen, dass der Glaube hier wirklich gelebt werden muss, nur so k�nnen wir soziale
Spannungen �berwinden.“ (rv)
Bundespr�sident Horst K�hler freut sich �ber die Afrika-Reise von Benedikt XVI.
Das sei ein gutes Signal f�r die Menschen auf dem Kontinent, meint K�hler in einem Brief an den Papst, den die �Tagespost“
dokumentiert. Gerade in der Finanzkrise sei es wichtig, dass Afrika nicht aus dem Blick gerate. Die Afrikaner m��ten in eine Neugestaltung der
Weltordnung mit einbezogen werden, so K�hler in seinem Brief an Benedikt. Der deutsche Bundespr�sident interessiert sich seit seinen Jahren beim
Internationalen W�hrungsfonds besonders f�r Afrika; er kennt den Kontinent von vielen Reisen her. (rv)
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18.03.09
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2. Tag der Afrikareise von Papst Benedikt XVI.
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Papst in Kamerun: �Priester m�ssen ihren Gel�bden treu bleiben“
Benedikt XVI. hat die Bisch�fe in Kamerun ermahnt, nicht wegzugucken, wenn Priester oder Ordensleute
ihren Gel�bden untreu sind. In der Christ-K�nig-Kirche im Tsinga-Viertel hielt der Papst am Mittwoch Vormittag eine Grundsatzrede �ber die Kirche in
Kamerun; dabei lie� er die Probleme und Herausforderungen einer afrikanischen Ortskirche Revue passieren. �In diesem Paulusjahr ist es besonders
passend, uns klarzumachen, wie dringend das Verk�nden des Evangeliums an alle ist. Dieser Auftrag, den die Kirche von Christus erhalten hat, bleibt
eine Priorit�t... Um das Volk Gottes dabei zu leiten und anzuregen, m�ssen die Seelsorger vor allem selbst Verk�nder sein. Verk�ndigung ist
ureigenste Aufgabe des Bischofs, der wie Paulus sagen kann: �Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verk�nde!“ Der Bischof ist der Katechist
par excellence.“ Benedikt betonte, wie wichtig die Einheit der Bisch�fe untereinander ist. Sie sollten sich jedes Mal um einen gemeinsamen
Standpunkt bem�hen, wenn es um die �multiplen Herausforderungen“ der Welt von heute geht. Durch eine st�rkere Zusammenarbeit der Bist�mer
k�nnten die Priester auch besser �ber das Land verteilt werden, regte der Papst an. Was im kleinen f�r Kamerun gelte, k�nne �brigens auch Afrika als
ganzes gut gebrauchen: eine �apostolische Solidarit�t“, durch die die Kirche missionarisch bleibe. Der Papst dr�ngte die Bisch�fe aber auch
zur besonders engen Zusammenarbeit mit den Priestern: Sie sollten dem Klerus ein Beispiel geben – und ihm gleichzeitig auch auf die Finger
sehen, ob ihr Lebensstil wirklich priesterlich ist. Benedikt hatte da wohl manche afrikanische Laxheit im Auge, die sich afrikanische Priester vor
allem mit dem Z�libat leisten. �Ich fordere euch auf, besonders aufmerksam zu sein, was die Treue von Priestern und Ordensleuten zu ihren Gel�bden
betrifft, die sie im Moment ihrer Weihe oder ihres Eintritts ins Ordensleben abgelegt haben. Sie m�ssen ihrer Berufung treu bleiben – um der
gr��eren Heiligkeit der Kirche und der Ehre Gottes willen. Damit ihr Zeugnis authentisch ist, darf kein Graben sein zwischen dem, was sie lehren, und
dem, was sie jeden Tag leben!“ An Priesternachwuchs fehle es zum Gl�ck nicht, so Benedikt – doch sei �ernsthafte Auswahl“ sehr
wichtig. Darum sollten die Bisch�fe trotz aller pastoraler Notwendigkeiten doch viel Zeit und Aufmerksamkeit in die Ausbildung an den
Priesterseminaren investieren. K�nftige Priester br�uchten �eine solide menschliche, geistliche und seelsorgliche Bildung, um zu reifen und
ausgeglichenen Pers�nlichkeiten zu werden“. Erst dann seien sie �gut vorbereitet auf ein Leben als Priester.“ Der Papst ging auch auf
die wichtige Rolle der Katechisten in Kamerun ein: Es gibt davon an die 19.000, das ist fast viermal soviel als die Zahl der Priester und Ordensleute
im Land. �Ich danke ihnen f�r ihre Gro�z�gigkeit und ihren Glauben im Dienst der Kirche! Durch ihre Arbeit kommt es zu einer echten Inkulturation
des Glaubens. Darum ist auch ihre menschliche, geistliche und doktrinelle Ausbildung unerl�sslich. Sie brauchen auch Unterst�tzung (auch materielle)
von ihren Hirten, um ihre Mission in guten Lebens- und Arbeitsbedingungen erf�llen zu k�nnen – auch dadurch zeigt die Kirche, wie wichtig sie
ihre Verk�ndigungsarbeit findet.“ Benedikt bat die Bisch�fe au�erdem, sich um die Familie zu k�mmern: Die �grundlegenden Werte der
afrikanischen Familie” br�uchten in der s�kularisierten Welt besonderen Schutz. Zum Thema Sekten und Aberglauben meinte der Papst: Das Ph�nomen
lade die Kirche dazu ein, der �Erziehung von Kindern und jungen Erwachsenen neuen Schwung zu geben“. Er lobte die sehr r�hrigen katholischen
Laienverb�nde in Kamerun: �Besonders ermutige ich die Frauenverb�nde, in den verschiedenen Bereichen der Mission der Kirche aktiv mitzuarbeiten.
Sie zeigen dadurch ein echtes Bewusstsein der W�rde der Frau und ihrer besonderen Berufung in der kirchlichen Gemeinschaft und in der
Gesellschaft.“ Die Kirche wolle die Rechte der Armen und Schwachen verteidigen – so zeige sie konkret, dass sie �die echte Familie
Gottes“ sei. Das schlie�e �jeden Ethnozentrismus oder �bertriebenen Partikularismus“ aus und f�hre zur �Zusammenarbeit der Ethnien f�r
das Wohl aller“. (rv)
Vatikan und Kamerun planen Abkommen zur Rolle der Kirche
Der Vatikan und Kamerun wollen ihre bilateralen Beziehungen vertiefen. Kardinal-Staatssekret�r Tarcisio Bertone und Ministerpr�sident Ephraim
Inoni trafen am Mittwoch im Rahmen des Papst-Besuchs in der Hauptstadt Yaounde zu einer Unterredung zusammen. Dabei ging es nach Angaben von
Vatikansprecher Federico Lombardi um �berlegungen f�r ein Abkommen, das die Beziehungen zwischen Staat und Kirche n�her regeln soll. Details nannte
Lombardi nicht. Betont worden sei aber der Beitrag der katholischen Kirche in den Bereichen Bildung und Gesundheit. (kna)
Ein Besuch vorab: Marienbasilika vereint das Land Die dritte
Ansprache Benedikts XVI. w�hrend seiner Afrikareise ist an der Marienbasilika �Maria K�nigin der Apostel“ geplant. Der Papst trifft dort
Priester, Ordensleute und Laien aller 24 Bist�mer Kameruns. Die Basilika �Marie Reine des Ap�tres“ im Viertel Mvoly� steht nicht auf
irgendeinem der sieben H�gel Yaound�s. Der erste Missionar und Bischof in Kamerun, der M�nsterl�nder Pallottiner Heinrich Vieter, hat hier am
h�chsten Punkt von Mvoly� 1901 seine Zelte aufgeschlagen. 1906 legte er Hand an beim Bau der ersten Kirche hier auf dem H�gel. Sie ist heute eine
Anbetungskirche, erkl�rt der Regionalobere Bruno Ateba. �Ich w�rde sagen, Mvoly�, wo die Basilika steht, hat f�r uns die gleiche Bedeutung, wie
f�r Sie aus Deutschland die Stadt Fulda.“ Denn Heinrich Vieter ist �Vater des Glaubens in Kamerun“. Er hatte zu Beginn der Mission in
Marienberg am 8. Dezember 1890 Kamerun Maria, �der K�nigin der Apostel“ geweiht. Zum 100. Jahrestag entstand diese neue Kirche. Einige Meter
hangabw�rts liegt das Grab Vieters. Von dort aus wirkt die Basilika auf den ersten Blick wie ein Zelt: eine aufragende Spitze mit Kreuz, dann
abgesetzt das Dach, das in einer leichten Welle auf den Vorplatz herab f�llt. 12 S�ulen st�tzen den Bau im Innenraum. Diese Kirche strahlt W�rme
aus, Geborgenheit – selbst in einem f�r mich bislang fremden Land und in den hektischen Tagen des Papstbesuchs. Mein Blick geht nach oben und
trifft auf ein komplett holzverschaltes Gew�lbe, ein warmer, heller Rotton. Bruno Ateba, Rektor der Basilika, �ffnet mir die Augen: �Maria mit ihrem
Mantel sch�tzt die zw�lf Apostel. Und f�r die 12 Apostel stehen die zw�lf S�ulen.“ Das Dach ist also der Mantel, die Spitze mit dem Kreuz
steht f�r Maria. Doch sie sch�tzt hier nicht nur die Apostel sondern ganz Kamerun. Diese moderne Architektur schafft es, das ganze Land symbolisch in
sich zu vereinen. �Im S�den, im Zentrum und im Osten gibt es sehr viel Holz, das Kamerun auch exportiert. Das ist hier in der Basilika
verarbeitet“, erkl�rt Ateba. �Wir haben hier auch noch Spuren von Heinrich Vieter“, meint er und klopft an Stuhlbeine aus Ebenholz.
Vermutlich hat der gelernte Schreiner diese St�cke vor mehr als 100 Jahren selbst bearbeitet. Wir gehen weiter in das Halbrund des Altarraums
unter der Spitze: Am Ambo – die Symbole der vier Evangelisten, jeweils einen halben Meter hoch aus einem St�ck Holz. Aus einem St�ck auch die
Madonna mit Kind, imposante vier Meter ist sie hoch, aber sie wirkt lebendig und erregt eher Z�rtlichkeit, so menschlich ist ihre Haltung, so reich
die Maserung des rotbraunen Holzes. Aus Stein ist nur der Altar, aber auch der ist ein Stein aus S�dkamerun, hier aus der Gegend um
Yaound�. �Im Westen Kameruns wird mit Bronze gearbeitet: Da haben wir das Kreuz, den Tabernakel, und auch die Heilige Pforte ist ganz aus Bronze.
F�r die K�ste haben wir drau�en auf dem Vorplatz sieben Brunnen.“ Die Au�enverkleidung des Dachs ist aus Kupfer – Symbol f�r den
Norden des Landes. Wenn also Kamerun Klein-Afrika ist, ist diese Basilika Klein-Kamerun: �Wir haben verschiedene St�mme in diesem Land, aber in
dieser Basilika geh�ren wir zusammen. Der Tabernakel ist ein Globus. Das hei�t, Jesus Christus ist unsere Mitte.“ Ein besonderes Kunstwerk
zierte die Kirche in diesen Tagen. Ein Mann aus der Pfarrei hat Benedikt XVI. gemalt und entsprechend des Prinzips der Inkulturation mit einer
besonders gef�rbten Soutane: �mit unserer Fahne, alles ist in rot, gr�n und gelb. Schlie�lich kommt er zu uns…“, meint Pater Ateba. �Sie
wollen einen Kameruner aus ihm machen“, brummt der 20.000 Gl�ubige fasst der Vorplatz der Basilika, 3.500 die Basilika. Pallottinerpater Bruno
Ateba wird den Papst begr��en: �Als Rektor der Basilika ist es eine gro�e Ehre f�r mich, den Papst zu empfangen. Ich werde ihm sagen: Gr�� Gott,
Heiliger Vater! Willkommen bei uns!“ (rv)
Kirche in Kamerun: Die deutschen Anf�nge
Die Gastgeber der Papstreise pr�sentieren sich als lebendige Kirche, mit knapp 1.800 Priestern und 18.000 Katecheten f�r 4,7 Millionen
Katholiken. Birgit Pottler blickt zur�ck auf die Anf�nge der Kirche in Kamerun. (rv)
Nach der Ankunft des Papstes in Kamerun: Presseschau Die Freude �ber die Ankunft des Papstes bestimmt
die Medien in Kamerun, nicht aber kirchliche Aussagen zur Aidspr�vention und Sexualethik. Der nationale Radio- und Fernsehsender RTV verfolgte jeden
Schritt Benedikts vom Flugzeug bis zu Nuntiatur, strahlte die Bilder von tausenden Kamerunern am Stra�enrand, einem posierenden Pr�sidenten mit
Gattin und dem sichtlich zufriedenen und interessierten Papst meist unkommentiert und in Wiederholung bis Mitternacht aus. In einer Endlosschleife
folgten dann Bilder aus dem Vatikan und Archivaufnahmen s�mtlicher bisheriger Reisen Benedikts XVI. �Historischer Besuch beginnt“ schreibt die
Online-Redaktion von RTV. Die �Cameroon Tribune“, regierungsnahe Tageszeitung, spricht von einem �Triumph“. Das zweisprachige Blatt
widmet dem Papstbesuch zw�lf von 32 Seiten und druckt die Ansprachen des Pr�sidenten und des Papstes. In einem ganzseitigen Artikel mit dem Titel
�Papst verurteilt die Laster Afrikas“ ein Satz zum Thema Aids: �Der Papst fordert die unentgeltliche Behandlung von
Aids-Patienten.“ Die Tageszeitung �Nouvelle Vision“ liefert laut Selbstvorstellung �B�rgerinformation“ und zeigt auf dem Titel
ein Archivfoto des Papstes bei seiner Einf�hrungsmesse 2005. �Der Papst kommt �ber Kamerun nach Afrika“ hei�t es im Editorial. Die
Oppositionszeitung �L’Independant“ berichtet auf drei von 12 Seiten, legt aber den Fokus auf die Zerst�rung alter H�user im Zug der
Modernisierungsma�nahmen. Hier w�rden nicht - wie von Pr�sident Paul Biya versprochen – neue Wohnungen entstehen, sondern Baugrund und Lizenzen
an gro�e Firmen vergeben. Wo die fr�heren Bewohner der Viertel unterkommen sollen, wisse keiner. Auch der Erzdi�zese selbst fehle au�erdem Geld, so
das Blatt. �Im Namen des Papstes, des Paul und des Gilbert. Amen“ ist der Untertitel des eineinhalbspaltigen Fotos auf der Titelseite. Gilbert
Tsimi ist der Delegierte der Regierung im Stadtrat Yaound�s. (rv)
Lombardi: Fr�hliche Begr��ung ist gutes Zeichen
Begeistert hat Kamerun am Dienstag den Papst in Empfang genommen. Mit klaren Worten begr��te Benedikt XVI. seinerseits das Land und den ganzen
afrikanischen Kontinent. In seiner Ansprache auf dem Flughafen der Hauptstadt Yaound� hat der Papst bereits die gro�en politischen Themen
angesprochen, die Afrika bewegen. Hunderttausende Menschen haben ihm bei seiner anschlie�enden Fahrt nach Yaound� zugejubelt. Das sei ein gutes Omen
f�r die gesamte Reise, meint Vatikansprecher Pater Federico Lombardi. Unsere Korrespondentin Birgit Pottler hat mit ihm �ber erste Eindr�cke und
bevorstehende H�hepunkte der Papstreise gesprochen: Pater Lombardi, der Papst ist seit wenigen Stunden auf afrikanischem Boden. Es ist sein erster
Besuch als Kirchenoberhaupt auf diesem Kontinent. Wie haben Sie ihn erlebt? �Es war ein ganz wunderbares Erlebnis. Ich war sehr beeindruckt von
den Leuten, die auf der Stra�e waren – viel mehr als von der ersten Begegnung am Flughafen. Das war zu Beginn zwar schon eine gro�e und starke
Rede des Papstes f�r Afrika, f�r Gerechtigkeit und Frieden, f�r Engagement, f�r ein geistliches und menschliches Wachstum, aber die Leute auf der
Stra�e waren wirklich wunderbar. Es waren, glaube ich, Hunderttausende. Es war sicherlich die ganze Stadt auf der Stra�e. Und der Papst war froh, zu
sehen, dass die Leute so fr�hlich auf ihn warten und so gl�cklich sind, ihn zu sehen und ihm zu begegnen und mit ihm zu beten. Ich hoffe, dass das
wirklich ein gutes Zeichen ist, f�r die ganze Reise.“ Der Papst hat sofort sehr politische Themen angesprochen bei seiner Rede am Flughafen.
Es ging um Gerechtigkeit. Es ging auch um den Sklavenhandel und geschichtliche Abschnitte Afrikas. Wird es denn auch um das Thema Aids gehen in den
kommenden Tagen? �Ich glaube, dass der Papst hier in Kamerun sofort auf diese Themen eingehen sollte. Denn die Reden, die er sp�ter halten wird,
befassen sich eher mit kirchlichen Angelegenheiten. Sie richten sich vornehmlich an die Bisch�fe oder an die Lokalkirche. Auf dem Flughafen hatte ihm
praktisch die ganze Nation zugeh�rt, auch �ber das Fernsehen. Und da hat er bereits das Wesentliche seiner Botschaft schon in wenigen Worten
verk�ndet. Ich habe das sehr stark gefunden und ich hoffe, dass die Leute das bemerkt haben.“ Das Thema Aids wurde schon im Flugzeug
angesprochen. Die internationalen Zeitungen haben das Thema in den vergangenen Tagen in der Vorbereitung auf die Papstreise immer wieder
aufgegriffen. Wird der Papst dazu etwas Neues sagen k�nnen? �Nein. Gerade in der kleinen Konferenz hat der Papst schon betont, dass es ein Irrtum
sei, wenn die Leute darauf warten, dass er etwas �ndert in der Rede von Kondomen und Pr�servativen. Er wird auf die klassische Lehre bestehen. Aber
er hat sofort auch ganz klar gesagt, dass das nicht das einzige Problem im Bezug auf Aids ist und dass es ein Irrtum w�re, sich auf diese Perspektive
zu beschr�nken. Das Problem ist vielmehr die Verantwortung. Die Erziehung zur Verantwortung in der Sexualit�t im Familienleben muss gef�rdert werden.
Der Papst hat zudem das Engagement von vielen katholischen Institutionen gepriesen, die f�r die Kranken sehr aktiv und engagiert sind. Die tun viel
mehr f�r die Menschen, als diejenigen, die nur Pr�servative verkaufen.“ Aidspr�vention und sexualethische Erziehung ist eine der
Hauptaufgaben der Kirche in Afrika. Der Papst �bergibt das �Instrumentum laboris“ f�r die Synode. Welche andere Hauptaufgaben f�r die Kirche in
Afrika wird er ansprechen? Was k�nnen Sie heute schon sagen? �Wir werden in zwei Tagen das �Instrumentum laboris“ in den H�nden haben und
wir k�nnen dann sehen, welchen Reichtum an Argumenten und Themen es geben wird, die dann auf der Synode mit Tiefe diskutiert werden. Aber das Thema
der Reise Lautet �Die Kirche f�r Frieden, Gerechtigkeit und Vers�hnung“. Das ist ganz klar die Richtung, auf die sich auch alle Punkte des
�Instrumentum laboris“ richten – nat�rlich in einer christlichen Perspektive, aus dem Licht des Evangeliums heraus.“ Eine letzte
Nachfrage: Was kann, Ihrer Meinung nach, als H�hepunkt der Reise bezeichnet werden? Es ist ein dichtes Programm, sehr detaillereich. Gibt es so etwas
wie einen H�hepunkt? �Ich glaube, dass es verschiedene H�hepunkte sein werden. Ein H�hepunkt ist sicherlich die Messe, in der das �Instrumentum
laboris“ den Menschen und der Kirche in Afrika �bergeben wird. Das ist ein Impuls f�r die Kirche Afrikas zur Vorbereitung der Synode. Das wird
hier in Yaound� stattfinden. Und zweitens die Rede f�r das diplomatischen Corps und die politischen Autorit�ten in Luanda. Sie wird, meiner Meinung
nach, eine sehr wichtige Rede f�r die politische Gemeinschaft Afrikas und auch f�r die internationale Gemeinschaft. Das halte ich f�r einen weiteren
H�hepunkt. Aber es gibt auch andere Ereignisse, die sicher sehr bedeutend sein werden. Zum Beispiel auch einer der letzten Programmpunkte, bei dem
der Papst afrikanische Frauen treffen wird. Es handelt sich um Repr�sentantinnen der katholischen Frauenbewegungen in Afrika. Die Stellung der Frau
in Afrika ist so fundamental innerhalb der Familie, der Gesellschaft und auch in der Kirche. Das sollte wirklich noch weiter gef�rdert werden. Eine
solche Begegnung des Papstes mit den Frauen von Afrika wird, meiner Meinung nach, ein spezifischer H�hepunkt der Reise sein. Es ist, glaube ich, auch
das erste Mal, das so etwas geschehen wird.“ (rv)
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19.03.09
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3. Tag der Afrikareise von Papst Benedikt XVI.
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Papst in Afrika: Appell f�r Lebensschutz, Ehe und Familie
Benedikt XVI. dr�ngt die Afrikaner, die Werte von Ehe und Familie wieder zu entdecken. In seiner
Predigt in Yaound� am Donnerstag stellte er Eltern das Beispiel des hl. Joseph vor Augen – dieser sei ein �Modell des Gottvertrauens“.
�Und ihr, liebe Eltern: Habt ihr Vertrauen zu Gott, der euch zu den Eltern seiner geliebten Kinder macht?
Akzeptiert ihr, dass Gott auf euch z�hlt, um euren Kindern menschliche und geistliche Werte weiterzugeben, die ihr selbst empfangen habt?
Heutzutage versuchen viele Menschen ohne Skrupel, ein Reich des Geldes zu errichten und die Schw�chsten an den Rand zu dr�cken – da m�sst ihr
sehr vorsichtig sein. Ganz Afrika ist in Gefahr, wenn es nicht den wahren Spender des Lebens erkennt! Br�der und Schwestern Kameruns und Afrikas,
die ihr von Gott so viele menschliche Qualit�ten empfangen habt – sorgt euch um eure Seelen! Lasst euch von falschem Glanz und falschen
Idealen nicht blenden!“
Die Afrikaner sollten den Glauben an Gott hochhalten – er k�nne ihrem Leben �Stabilit�t geben“. Er
wisse, dass die Familien in Afrika �eine schwierige Zeit“ durchmachten, so Benedikt.
�Einige Werte des traditionellen Lebens sind ersch�ttert, das Verh�ltnis zwischen den Generationen verschlechtert
sich; die Landflucht besch�digt die Familienbande. Viele junge Leute sind entwurzelt, arbeitslos, suchen Zuflucht in k�nstlichen Paradiesen; viele
Afrikaner verlieren sich angesichts der vielen Probleme selbst, kappen ihre Wurzeln und gehen in eine Art inneres Exil. Aber ist das alles
unumkehrbar? Nat�rlich nicht! Mehr denn je m�ssen wir gegen alle Hoffnung hoffen!”
Ein erster Schritt zur Heilung der vielen Probleme Afrikas k�nnte eine R�ckbesinnung auf das Leben als Geschenk
Gottes sein, meinte der Papst. �F�r die Bibel wie f�r die Weisheit eures Kontinents“ sei �jedes Kind eine Gnade und ein Segen von
Gott“; jeder Mensch sei nach Gottes Bild und Gleichnis geschaffen. �Er soll leben! Der Tod darf nicht �ber das Leben siegen! Der Tod darf nie
das letzte Wort haben!“
�S�hne und T�chter Afrikas, habt keine Angst zu glauben, zu hoffen und zu lieben! Habt keine Angst davor, zu sagen,
dass Jesus Weg, Wahrheit und Leben ist und wir nur von ihm gerettet werden k�nnen. Durch euch ist Afrika zur Hoffnung berufen! Durch Christus kann
Afrika der Kontinent der Hoffnung werden. Wir alle sind von Gott gedacht, gewollt und geliebt. Lasst euch nicht entmutigen oder zu Hass verf�hren-
denkt an den Glauben des hl. Joseph, des Nachkommens Abrahams, der hoffte gegen alle Hoffnung!“
Benedikt hatte noch ein paar sehr konkrete Ermahnungen parat: Eheleute sollten sich gegenseitig respektieren,
Priester sich an den Z�libat halten, V�ter sich um ihre Kinder k�mmern. Junge Leute rief der Papst �freundschaftlich“ dazu auf, den �Mut
nicht fahren zu lassen“. (rv)
Eine afrikanische Papstmesse - Eindr�cke aus Yaound�
Papst Benedikt XVI. hat an seinem Namenstag - 19. M�rz, Heiliger Josef - seinen ersten �ffentlichen Gottesdienst in Afrika gefeiert. Die Messe
hatte unverkennbar Akzente aus dem schwarzen Kontinent, doch auch spezifische �Benedikt-Elemente“ waren vertreten.
Einzug ins Fu�ballstadion: So viele Menschen sind hier sonst nur versammelt, wenn Kameruns Nationalmannschaft
spielt. Heute sind sie gekommen, um mit dem Papst aus Rom zu feiern. 40.000 Menschen begr��en Benedikt XVI. sehr, sehr herzlich. Auch der
Staatspr�sident und eine Menge Diplomaten sind vertreten.
Die Altarinsel hat die Form einer strohgedeckten H�tte, das gro�e, unverzierte Kreuz, das vor dem Papst auf dem
Altar steht, ist aus afrikanischem Edelholz. Benedikt tr�gt das Pallium �ber einem betont schlichten wei�en Messgewand. Farblich harmonierend die
Mitgestalter des Gottesdienstes: Der Chor aus hunderten Stimmen wiegt sich im Takt der afrikanischen Ges�nge, die Frauen haben helle Turbane, die
M�nner sind blo�h�uptig, alle tragen flie�ende cremefarbene Kleider und Sch�rpen mit appliziertem Papstwappen.
Selbst die Absperrungen sind in den Vatikanfarben wei� und gelb gehalten. Ein paar heimische Soldaten in
khakigr�nen Uniformen haben den Staatspr�sidenten und seine auff�llig gestylte Frau im Blick; die ernst dreinblickenden vatikanischen
Sicherheitskr�fte tragen Anzug und Knopf im Ohr.
Offen l�chelnd nimmt der Papst die Gaben entgegen, die ihm in einer fr�hlich wirkenden Prozession �berbracht
werden. Ein Orchester aus Xylophonen begleitet die Szene, einzelne Messg�nger haben sich von ihren Sitzen erhoben und tanzen in der Menge. Wie
schon bisher in Kamerun spricht der Papst bei der Predigt abwechselnd franz�sisch und englisch, die Worte der Gabenbereitung singt er auf Latein
aus dem Messbuch, das ihm Zeremonienmeister Guido Marini h�lt. Auch lokale Sprachen wie Bassa, Suaheli, Lingala und Ewondo kommen bei dem
Gottesdienst zum Zug und verdeutlichen den Reichtum afrikanischer Kulturen. Zum ersten Mal spricht der Papst �ffentlich ein Gebet, das er aus dem
Anlass dieser Reise selbst formuliert hat: ein Gebet an die Jungfrau Maria, Besch�tzerin Afrikas.
Bei der Wandlung, die der Papst auf Franz�sisch h�lt, macht sich die Atmosph�re der freudigen Erwartung im Stadion
Luft: In diesen Momenten, die bei einer beliebigen Messe in westlichen L�ndern die gesammeltsten w�ren, branden pl�tzlich Applaus und Jubel auf.
Die Augenblicke der Stille nach der Kommunion fallen ebenfalls nur relativ still aus. Auch in Afrika empfangen jene Gl�ubigen, die beim Papst
kommunizieren, die Hostie in den Mund und auf Knien.
Im Anschluss an die Messe verteilt Benedikt das �Instrumentum Laboris“ – das �Werkzeug“ f�r die
im Herbst geplante Afrikasynode - an die Vorsitzenden der afrikanischen Bischofskonferenzen. Jeder der W�rdentr�ger tritt in schnellem Takt vor und
nimmt sein Exemplar aus den H�nden des Papstes entgegen. Noch ein kurzes Bad in der Menge, ausgew�hlte G�ste werden zum Ringkuss vorgelassen, den
alle w�rtlich nehmen. Unter ausgelassenen Rufen und Gesang der Menge steigt Benedikt ins Papamobil. (rv)
Afrikasynode: Bisch�fe fordern Einheit und �sichtbarere Rolle“ f�r Frauen
Die Probleme von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seien immer auch die Probleme der Kirche. Das betonen die Bisch�fe Afrikas im
Arbeitspapier zur Sondersynode. Gemeinsam gelte es �neue Antworten“ auf das Leid der Bev�lkerung zu finden. �Vers�hnung, Gerechtigkeit und
Frieden“ ist das Motto dieser Papstreise, aber auch der Bischofsversammlung f�r den Kontinent, die im Oktober in Rom statt findet. Papst
Benedikt XVI. �bergab am Ende der Messe in Yaound� das so genannte �Instrumentum Laboris“ an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen
Afrikas. Am fr�hen Abend er�ffnet er in Yaound� symbolisch die Synode - in einer Sitzung mit den 12 Mitgliedern des Sonderrats f�r Afrika aus 11
verschiedenen L�ndern des Kontinents. (rv)
�Papstaussage zu Kondomen ist kein Thema in Afrika“
Wie haben die Katholiken in Yaound� den ersten Gottesdienst dieses sehr europ�ischen Papstes auf afrikanischem Boden erlebt? Unsere
Korrespondentin Birgit Pottler im Gespr�ch.
Die Menschen haben diesen Gottesdienst wirklich mitgefeiert. Die wenigsten sind gekommen, um den Papst zu sehen und
da ein Foto zu machen, die meisten besitzen keine Kamera, die haben wirklich Gottesdienst feinern wollen, obwohl sie in diesem Stadium so gut wie
nichts gesehen haben. Diese 60.000 hatten freien Blick auf das Fu�ballfeld beziehungsweise. auf einen kleinen Bildschirm, der im Stadium angebracht
war. Den Papst haben sie nicht gesehen, und trotzdem haben sie einfach mitgefeiert. Sie haben intensiv gesungen, der Chor hat sich bei jedem Gesang
von rechts nach links gewogen im Rhythmus, die Menschen haben fast das Tanzen begonnen, und als nach der Predigt ein kurzer Moment der Stille
ausgerufen wurde, war es wirklich still. Ich stand auf diesem Fu�ballfeld und es war still.
Auffallend war au�erdem die Kleidung. In diesen Tagen laufen hier ganz viele in Kleidern aus dem gleichen Stoff
durch die Stadt. Diesen Stoff hat sowohl die Stadt verteilt als auch die Regierung und das Erzbistum von Yaound� – den Stoff, aber ansonsten
nichts. Die Menschen haben eine unheimliche Fantasie, sich aus diesem Stoff Kleider zu n�hen. Die sind ausgeschnitten, tailliert, mal weit und
lang, die M�nner n�hen sich Hemden und Hosen, es gibt Kopfbedeckungen aus dem Stoff, die Chormitglieder hatten die Stola aus diesem Stoff. Er zeigt
immer den afrikanischen Kontinent, das Papstwappen und das Motto der Synode und der Reise: Gerechtigkeit, Frieden und Vers�hnung. Ein kleines
Detail: Der Stoff, der von der Regierung verteilt wird, hat neben dem Papstfoto auch das Foto des Pr�sidenten.
Was halten die Menschen vom Papstbesuch?
Die Katholiken in der Stadt sind sehr angetan und sagen, der Papstbesuch ist f�r uns eine Gnade, manche sehen es
fast als Wunder und meinen, das sei ein Beweis daf�r, dass Gott Kamerun wirklich liebt, da jetzt schon zum dritten Mal ein Papst im Land ist. Ich
habe im Hotel aber auch Gesch�ftsleute gesehen, die mit der Kirche nicht so viel zu tun haben. Da habe ich auch die Frage geh�rt: was macht der
Papst eigentlich hier, warum ist er gekommen? Das kostet ja auch so viel Geld. Die Regierung hat den ganzen Besuch finanziert und wird wohl auch
versuchen, ihn f�r sich ein bisschen auszuschlachten. Das wiederum wird von den Katholiken sehr kritisiert.
In hiesigen Medien wird die Frage Aids und Kondome sehr intensiv debattiert. Ist das auch in Afrika ein so
bestimmendes Thema, wenn man vom Papstbesuch spricht?
In den Medien gar nicht. Am Tag nach der Aids-Aussage des Papstes habe ich zum Beispiel einen Satz zu Aids in einer
sehr umfangreichen Presseschau gefunden, da ging es aber schlicht darum: Der Papst fordert freien Zugang zu medizinischer Versorgung f�r
Aidskranke. Eine Forderung, die sich auch im Arbeitspapier f�r die Synode wiederholt. Also hier geht’s um die Versorgung und nicht darum, was
der Papst �ber Kondome gesagt hat. Und heute nach der Messe konnte ich kurz mit einem einfachen Gl�ubigen sprechen, ein Mann, der sagte: �Der Papst
hat Recht. Wir k�nnen nicht einfach mit jedem oder jeder ins Bett gehen. Sondern wir m�ssen uns selbst zur Verantwortung rufen.“
Ist schon jetzt, am dritten Tag Benedikt in Kamerun beziehungsweise sp�ter Angola, der Bezug zu ganz Afrika da?
Ja vor allem am dritten Tag selbst – das ist der Tage der Kirche Afrikas. Gestern war es die Kirche in
Kamerun, die Bisch�fe, die Laien, die Priester, heute mit dem Schwerpunkt des �Instrumentum Laboris“ f�r die Afrikasynode war es die Kirche
Afrikas. Die Menschen in Kamerun betonen immer wieder, wir sind Kleinafrika, die Probleme, die wir haben, die hat der ganze Kontinent. Und das gilt
auch f�r die Kirche hier.(rv)
Lombardi: Papstreise darf nicht auf Kondomfrage reduziert werden
Im Anschluss an die Papstmesse im Amadou-Ahidjo-Stadion fand die t�gliche Pressekonferenz mit Vatikansprecher Pater Federico Lombardi statt.
Dabei nahm Lombardi auch zu den umstrittenen �u�erungen des Papstes im Bezug auf Kondome und das Aids-Problem in Afrika Stellung. Gudrun Sailer
berichtet:
Die Nachfrage, ob der Papst �ber die Kritik an seinen �u�erungen zum Aidsproblem informiert worden sei, bajhte
Lombardi:
�Ich versuche, die Einw�nde und Diskussionen, die derzeit anderswo auf der Welt laut werden, zur Kenntnis und auch
Ernst zu nehmen.“
Allerdings konzentriere sich der Papst derzeit prim�r auf die eigentlichen Motive und Ziele seiner Reise in
Kamerun, so der Vatikansprecher. Es sei bedauerlich, dass vor allem in Europa die vielen wichtigen Themen, die der Papst angesprochen habe, kaum
wahrgenommen w�rden:
�Ich habe den Eindruck, dass ein gro�er Widerspruch besteht zwischen der Realit�t der Reise, das hei�t, wie die
Begegnung mit dem Papst von den Afrikanern und den Kamerunern erlebt wird und dem, was auf der anderen Seite in Europa wahrgenommen wird. Alles,
was hier passiert, was der Papst zu den vielen Problemen Afrikas sagt, kontrastiert mit einer sehr einseitigen Aufmerksamkeit in anderen L�ndern,
die sich nur auf einen spezifischen Gesichtspunkt konzentriert und dabei auch riskiert, die vielseitigen Aspekte und die eigentliche Bedeutung
dieser Reise zu vergessen. Die Afrikaner dagegen nehmen diese Bedeutung sehr wohl wahr.“
Die Fixierung auf die Kondomfrage w�rde der sozialen und kutlurellen Lage der Menschen in Afrika, ihrer Probleme
und Bed�rfnisse nicht gerecht. So d�rfe nicht vergessen werden, dass die meisten Menschen in Afrika derzeit immer noch an Malaria sterben, weil es
an Vorsorge und Medikamenten fehle:
�Daneben d�rfen wir das gro�e Aids-Problem, das viele Tote fordert, nat�rlich nicht verharmlosen. Aber auf der
anderen Seite d�rfen wir auch die zahlreichen anderen Probleme, die der Papst angesprochen hat, und die ihm w�hrend der Messe ein Gebetsanliegen
waren, nicht vergessen.“ (rv)
Papst, Aids, Kondome - Pater Gemmingen kommentiert
Eine �u�erung des Papstes zum Thema Aids und Verh�tung auf dem Flug nach Kamerun hat in einigen Medien f�r Aufsehen gesorgt. Wir dokumentieren
hier den genauen Wortlaut der Erkl�rung von Papst Benedikt; er antwortete damit auf eine Journalistenfrage:
�Ich denke, die wirksamste, pr�senteste und st�rkste Realit�t im Kampf gegen Aids ist gerade die katholische Kirche
mit ihren geistlichen Bewegungen und ihren verschiedenen Gruppen. Da denke ich etwa an die Gemeinschaft von Sant’Egidio, die sichtbar und
unsichtbar sehr viel im Kampf gegen Aids tut, an die Kamillianer, an all die Schwestern, die den Kranken beistehen. Ich w�rde sagen, das Problem
Aids l�st man nicht mit Geld allein. Geld ist n�tig, hilft aber nur, wenn dahinter eine Seele steckt, die es gut einzusetzen wei�. Ebenso wenig ist
es getan mit der Verteilung von Pr�servativen: Im Gegenteil, sie verst�rken das Problem. Die L�sung muss eine doppelte sein. Das erste ist eine
Humanisierung der Sexualit�t, das hei�t eine spirituelle und menschliche Erneuerung, die zu einer neuen Art des Umgangs sowohl mit dem eigenen
K�rper als auch zu einem neuen Umgang miteinander f�hrt. Das zweite ist Freundschaft mit und f�r die Leidenden, eine Hilfsbereitschaft, die auch
mit pers�nlichen Opfern verbunden ist, um an der Seite der Kranken zu sein - diese F�higkeit zum Mitf�hlen mit den Leidenden und in schwierigen
Situationen dazubleiben. Das sind die Faktoren, die helfen und die echte, sichtbare Fortschritte bringen. Die Kirche tut das und leistet so einen
gro�en und wichtigen Beitrag. Ich danke allen, die da mitwirken.“
Zum j�ngsten Wirbel in den Medien: ein Kurz-Kommentar von Pater Eberhard Gemmingen SJ, dem Leiter des deutschen
Programms von Radio Vatikan.
�Es ist schade, dass die sensiblen und subtilen Papstworte �ber Aids und Kondome viele andere Papstworte in Afrika
�berdecken. Vielleicht h�tte er die Journalistenfrage erst auf dem R�ckflug beantworten sollen. Schade, dass die Qualit�t des Journalismus so
abgesunken ist. Welche Interessen stehen dahinter? Eine wirklich gute Zeitung h�tte etwa schreiben k�nnen: Bei Papst Benedikt muss man gut
hinh�ren. Er hat den Kondom-Gebrauch nicht direkt verurteilt, sondern nur erkl�rt, Kondome helfen nicht gegen das Problem, vielmehr verst�rkten sie
es. Nun kam aus den USA die Stimme: der Papst kann ja ethisch sagen, wovon er �berzeugt ist, aber er d�rfe nicht Sachen behaupten, die nicht
stimmen, n�mlich die Versch�rfung des Aidsproblems. Mag ja stimmen, dass Aidserkrankungen durch Kondome verringert werden. Und das w�re gut.
Schlecht aber bleibt, wenn etwas sehr Humanes auf der Welt, der Geschlechtsverkehr, immer mehr zum Gesellschaftsspiel w�rde, nur zur Triebabfuhr
der M�nner, zum Missbrauch der Frauen. Denken daran Papstkritiker und die UNO, wenn sie den Papst abwatschen?“
Papst an Moslems: �Glaube und Vernunft st�tzen sich gegenseitig”
Benedikt XVI. hat zu enger Zusammenarbeit von Katholiken und Moslems in Afrika aufgerufen. In Yaound� traf sich der Papst am Donnerstag
Vormittag mit zwanzig Vertretern der islamischen Gemeinschaft von Kamerun. Etwa ein F�nftel der Einwohner von Kamerun sind Moslems; sie wohnen vor
allem im Norden, an der Grenze zu Nigeria.
�Kamerun beherbergt Tausende von Christen und Moslems, die h�ufig Seite an Seite leben, arbeiten und ihren Glauben
aus�ben. Die Anh�nger beider Religionen glauben an einen einzigen und barmherzigen Gott, der am J�ngsten Tag die Menschheit richten wird. Gemeinsam
treten sie f�r die grundlegenden Werte der Familie, der sozialen Verantwortung, des Gehorsams gegen�ber Gott und der Liebe zu den Kranken und
Leidenden ein.“
Wie schon in seiner ber�hmten Regensburger Rede von 2005 ging Benedikt auch diesmal auf das Verh�ltnis von Glaube
und Vernunft ein, eines der gro�en Themen seines Pontifikats.
�Wenn sich die Menschen erleuchten lassen von der wunderbaren Ordnung der Sch�pfung und der W�rde des Menschen,
dann erkennen sie: Das �Vern�nftige“ ist weit mehr als das, was die Mathematik ausrechnen kann; es schlie�t auch das Gut und die innere
Anziehungskraft eines ehrlichen und ethischen Lebens ein, wie es uns die Sprache der Sch�pfung mitteilt. Diese Schau bringt uns dazu, das Richtige
und Gerechte zu suchen und aus unseren egoistischen Interessen auszubrechen, um f�r das Wohl der anderen zu arbeiten.“
Eine �wahre Religion“ �ffne den Horizont des menschlichen Begreifens und bilde das Fundament aller
�authentischen menschlichen Kultur“, so der Papst.
�Sie weist alle Formen der Gewalt und des Totalit�ren zur�ck; nicht nur aus Glaubensprinzipien heraus, sondern auch
aufgrund der Vernunft. Religion und Vernunft st�tzen sich n�mlich gegenseitig; die Voraussetzung daf�r ist aber, dass die Religion gereinigt und
strukturiert wird von der Vernunft – und dass das volle Potential der Vernunft durch die Offenbarung und den Glauben freigesetzt wird.“
(rv)
Afrikanische Presse zur Papstreise
Die Medien in Afrika zeichnen ein buntes Bild der Papstreise in Afrika. So stellen sie vor allem die Gl�ubigen vor, die den Papst von nahe
gesehen haben. Der Afrika-Dienst der BBC zitiert beispielsweise eine junge Frau in Yaound�, die sich vier Tage freigenommen habe, um beim Besuch
des Papstes dabei zu sein: �Der Papst kam hierher, weil Gott ihn gesandt hat. Gott erkennt, dass der Patient den Arzt braucht. Wir sind der
Patient.“ Die Tageszeitung �Cameroon Tribune“ geht vor allem auf das Treffen des Papstes mit dem Pr�sidenten Kameruns, Paul Biya, ein.
Dabei betont die Zeitung, dass der Papst ein Hoffnungszeichen f�r Afrika sei. Auf mehreren Seiten wird auch die Betreuung der rund 400 Journalisten
beschrieben, die nach Yaound� gereist sind. Die Zeitung �Le Jour“ berichtet auf ihrer Titelseite �ber die Visite Benedikts, doch in einem
kleinen Artikel. Daf�r werden auf mehrere Seiten die Papstreden analysiert. In einer Sondernummer �ber die Papstreise stellt �Prospective“
vor allem die Zahlen des Gro�anlasses vor. Weltweit w�rden �ber eine Milliarde Menschen die Papstreise in den Medien mitverfolgen, so die Zeitung.
Franz�sischsprachige Medien in Kamerun kritisierten unterdessen Organisationsprobleme bei der Verteilung der Eintrittskarten f�r die gro�e
Papstmesse an diesem Donnerstag. Vielfach seien die versprochenen Karten nicht in den Pfarreien eingetroffen. Mehrfach beanstandet wird zudem die
Berichterstattung des Fernsehsenders �CRTV“. Die angek�ndigten hohen Standards seien bei weitem nicht erreicht worden. Wegen zu weniger
Kameras und schlechter Bildregie sei der Papst oft nur aus weiter Ferne zu sehen gewesen. Die Presse betont auch die positive wirtschaftliche
Entwicklung im Zuge des Papstbesuches. Im benachbarten Gabun berichteten Medien, die Reise von Benedikt XVI. beschere den fliegenden H�ndlern ein
sehr gutes Gesch�ft. Fotos, T-Shirts oder Schirme mit dem Papst-Portr�t w�rden in der ganzen Stadt angeboten. Auch die Kathedrale von Yaound� habe
sich zum Teil in einen Basar verwandelt. Die Kirche Kameruns habe selbst einige Andenken an den Papstbesuch auf den Markt gebracht.
Kontroverse um Papst-�u�erungen
Die Kontroverse �ber die Papst-�u�erungen zu Kondomen besch�ftigt auch die Medien in Afrika. Doch in Kamerun selbst
ist es nur die Zeitung �Mutations“, die dar�ber berichtet. Das Blatt kritisiert, dass diese Diskussion die weiteren H�hepunkte der Reise in
den Schatten stellt. Die s�dafrikanische Zeitung �Mail & Guardian“ zitiert den Sprecher einer Initiative, die sich in Kamerun f�r den
Zugang zur Gesundheitsversorgung von HIV-Infizierten einsetzt, mit den Worten: �Die Leute werden nicht auf den Papst h�ren. Er lebt im Himmel, und
wir sind auf der Erde.“ Angesichts seiner gro�en und oft unkritischen Gefolgschaft in Afrika werde die Aussage des Papstes, dass die
Propagierung von Kondomen das Aids-Problem des Kontinents eher verschlimmern als eind�mmen k�nnte, enorme Folgen haben, so der Aktivist. Er fragt
weiter: �Wusste der Papst nicht, als er in Kamerun ankam, dass HIV-Positive einen gro�en Teil der Bev�lkerung bilden?“ Nach Sch�tzungen der
UNO-Organisation �UNAIDS“ waren 2007 mehr als f�nf Prozent der kamerunischen Erwachsenen von Aids betroffen. (rv)
Der Papst trifft die �Welt des Leidens“. Eindr�cke vorab
Die Kirche ist allen Menschen nahe, die leiden. Das will Papst Benedikt XVI. w�hrend seiner Afrikareise einmal mehr deutlich machen, symbolisch
daf�r sein Besuch ein einem Kranken- und Rehabilitationszentrum, benannt nach dem kanadischen Kardinal Paul Emile L�ger. Eine Einf�hrung von Birgit
Pottler:
�Begegnung mit der Welt des Leidens“ ist das Ereignis im Reiseprogramm �berschrieben. Das Kirchenoberhaupt
hat hier noch einmal Gelegenheit, vom �menschlichen und spirituellen Beistand f�r Aids-Patienten“ zu sprechen, die – so lie�
Vatikansprecher Pater Federico Lombardi �ber den Pressesaal am Mittwoch erneut erkl�ren – �wie alle Leidenden der Kirche von jeher am Herzen
liegen“. Zwar hat Benedikt ja bereits mit Teilnehmern eines Aids-Projekts von Sant’Egidio gesprochen, doch �ffentliche Worte, weltweit
im Internet per Livestream zug�nglich, stehen nach der Pressekonferenz auf dem Hinflug noch aus. Auch der Vatikan sieht nicht an der Realit�t
vorbei, dass in Afrika 67 Prozent der HIV-infizierten Menschen der Welt leben. Auch der Vatikan kennt die traurige Nachricht, dass 17 Millionen
Menschen auf dem Kontinent schon an Aids gestorben sind. Die katholische Kirche stehe diesem Leid nicht gleichg�ltig gegen�ber, so Lombardi hier in
Yaound�, aber sie setze im Kampf gegen den HI-Virus auf eine entsprechende Sexualerziehung, auf wirksame Therapien, um die Weitergabe des Virus von
infizierten M�ttern auf ihre Kinder zu unterbrechen, sowie auf eine soziale und seelsorgliche Begleitung der Betroffenen.“ Der Papst wird -
ich streiche bewusst den Konjunktiv - keine neuen Akzente setzen. Aber er tut gut daran, positive Akzente zu setzen.
Priester sind V�ter und Diener zugleich
Nach dem Vorbild des Heiligen Josef sind Priester V�ter und gleichzeitig Diener. Und sie sollten sich von Schwierigkeiten auf ihrem Weg nicht
abbringen lassen. Das sagte der Papst in einer Meditation �ber das Thema V�terlichkeit bei der Vesper in der Marienbasilika von Yaound� im Kamerun
am Mittwoch Abend. Der 19. M�rz – Gedenktag des Heiligen Josef – ist der Namenstag des Papstes. An der �kumenischen Begegnung nahmen
Priester, Ordensleute und Personen des geweihten Lebens teil.
�Es handelt sich darum, kein mittelm��iger Diener zu sein, sondern ein treuer und besonnener Diener. Das ist keine
zuf�llige Kombination. Vielmehr stellt sie klar, dass Intelligenz ohne Treue – ebenso wie Treue ohne Weisheit – ungen�gende Qualit�ten
sind. Das eine ohne das andere erlaubt uns nicht, in vollem Ma� die Verantwortung wahrzunehmen, die Gott uns anvertraut hat. Diese V�terlichkeit,
liebe Priester, m�sst ihr im Alltag eures Amtes leben.“
Benedikt dankte den afrikanischen Priestern f�r ihren gro�z�gigen Einsatz im Dienst der Kirche und ermunterte sie,
sich von den Schwierigkeiten nicht entmutigen zu lassen. �Liebe Br�der im Priesteramt, euer Hirtendienst verlangt viel Verzicht, aber er ist auch
Quelle der Freude“, rief er ihnen zu. Den Angeh�rigen der kirchlichen Bewegungen w�nschte der Papst, dass sie gerade den �rmsten das liebende
Gesicht Gottes zeigen k�nnten und ermutigte sie, sich weiterhin f�r die menschliche und christliche Erziehung der Jugendlichen und f�r die
F�rderung der Frau in Afrika einzusetzen. Hierbei gab der Papst noch einen konkreten Rat:
�Das geweihte Leben ist ein radikaler Weg der Christusnachfolge. Deshalb soll euer Lebensstil verdeutlichen, was es
ist, das euch leben l�sst. Es ist n�tig, dass euer Handeln eure tiefe Identit�t nicht versteckt.“
Das Leben des Heiligen Josef sei ein beredtes Beispiel f�r alle Nachfolger Jesu, die die Einheit der Kirche
w�nschen, so der Papst an die Adresse der anderen christlichen Konfessionen.
�Sein Beispiel lehrt uns zu verstehen, dass derjenige, der sich voll dem Willen Gottes
ausliefert, ein wirksames Werkzeug Gottes wird im seinem Vorhaben, die Menschen in eine einzige gro�e Familie, in eine einzige Kirche
zusammenzuf�hren. Diese Suche nach der Einheit der Nachfolger Christi ist f�r uns eine gro�e Herausforderung. Sie f�hrt uns dazu, uns immer mehr
von Christus anziehen zu lassen. Wir sind dazu aufgerufen, Kinder desselben Vaters zu sein.“ (rv)
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20.03.09
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4. Tag der Afrikareise von Papst Benedikt XVI.
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Papst in Angola: Die Armen nicht vergessen
Vierter Tag der Papstreise auf dem Schwarzen Kontinent: Benedikt XVI. hat Kamerun verlassen und ist
in Angola eingetroffen. �Ich komme aus einer Nation, die Krieg und Teilung erlebt hat“, sagt Benedikt in seiner ersten Ansprache, �darum
liegt mir der Frieden besonders am Herzen!“ Eindringlich warnt er Afrika davor, auf das Recht des St�rkeren zu setzen.
Um kurz vor eins ist Benedikt, von Kamerun kommend, in Angolas Hauptstadt Luanda gelandet. Dort begr��te ihn
Pr�sident Eduardo Dos Santos, im Amt seit 1979. �Segne unser Land“ – das ist das Motto der Reise durch Angola. In seiner ersten
Ansprache stellte sich der Papst in die Tradition seines Vorg�ngers, des �Eiligen Vaters“.
�Ich denke jetzt an Johannes Paul II., der Angola 1992 segnete: Er war ein unerm�dlicher Missionar Jesu Christi
bis an die Enden der Erde; er zeigte den Weg zu Gott und lud alle Menschen guten Willens dazu ein, eine Gesellschaft der Gerechtigkeit und des
Friedens zu errichten. Was mich betrifft: Ich komme aus einem Land, in dem den Menschen Frieden und Br�derlichkeit besonders am Herzen liegen
– besonders denen, die wie ich Krieg und Teilung erlebt haben. Schuld daran waren zerst�rerische, unmenschliche Ideologien, die den
Menschen Illusionen vorspiegelten und sie in Wirklichkeit unterdr�ckten. Ihr versteht daher, dass ich sensibel bin f�r den Dialog als Mittel, um
jede Form von Konflikt und Spannung zu �berwinden und um aus jeder Nation – auch aus der euren – ein Haus des Friedens und der
Br�derlichkeit zu machen.“ Angola solle sich seines reichen geistlichen und kulturellen Erbes bewusst sein und seinen wachsenden
Reichtum dazu einsetzen, �Frieden und Verst�ndigung zwischen den V�lkern zu f�rdern“. So k�nne das Land dazu beitragen, Afrika eine
�friedliche und solidarische Zukunft“ zu verschaffen.
�Darum bitte ich euch: Kapituliert nicht vor dem Recht des St�rkeren! Gott macht es den Menschen m�glich, mit den
Fl�geln von Verstand und Glaube �ber seine nat�rlichen Tendenzen hinauszufliegen. Wenn ihr euch von diesen Fl�geln tragen lasst, dann werdet ihr
in den anderen eure Br�der erkennen, die die gleichen grundlegenden Rechte haben. Leider gibt es in Angola noch viele Arme, die den Respekt vor
ihren Rechten einfordern. Man darf die vielen Angolaner nicht vergessen, die noch unterhalb der Armutsgrenze leben. Entt�uscht ihre Erwartungen
nicht!“ Die Kirche in Angola gr��te Benedikt als eine der �ltesten katholischen Gemeinschaften s�dlich des �quators; ihr gelte sein
Besuch vor allem.
�Ich schlie�e mich ihren Bitten an, dass die Zeit des Friedens, der Gerechtigkeit und der Br�derlichkeit in
Angola nicht vor�bergeht und dass sie als Kirche ihre Mission zum Wohl des Volkes und der Nationen Afrikas tun kann. Gott segne
Angola!“ Am Freitag Morgen hatte Benedikt XVI. Kamerun verlassen. Dabei dankte er f�r die Gastfreundschaft und bat um Gebet f�r die
Bischofs-Sondersynode zu Afrika, die im Oktober in Rom stattfinden soll. Er hoffe auf �eine Zeit der Gnade f�r die Kirche des ganzen Kontinents,
um sich zu erneuern und einer zerrissenen Welt die rettende Botschaft des Evangeliums zu bringen“. (rv)
Halbzeit: Papst verl�sst Kamerun
Benedikt XVI. ist am Freitagvormittag von Kamerun nach Angola aufgebrochen. In seiner Abschiedsrede auf dem Flughafen von Yaound� dankte er
vor Pr�sident Baya und den Bisch�fen des Landes allen Kamerunern f�r den gro�z�gigen Empfang der letzten Tage. �Die W�rme der afrikanischen Sonne
hat sich in der W�rme Eurer Gastfreundschaft widergespiegelt“, so Benedikt w�rtlich. Weiter bat er die Gl�ubigen um Gebet f�r die
Bischofs-Sondersynode zu Afrika, die im Oktober in Rom stattfinden soll.
Eine Bilanz zur ersten Etappe der Papstreise zieht unsere Korrespondentin Birgit Pottler:
Zum dritten Mal ist Papst Benedikt an diesem Freitag den Boulevard Yaound�s entlang gefahren. Wieder standen
tausende Kameruner aller sozialen Schichten am Stra�enrand, wieder waren die Trib�nen, an denen am Unabh�ngigkeitstag allj�hrlich die
Milit�rparade vorbeif�hrt, bis auf den letzten Platz gef�llt.
F�r die Katholiken war der Papstbesuch ein gro�es Fest. Die Souvenirs fanden rei�enden Absatz. Die Stra�enh�ndler
waren zufrieden mit dem Absatz von Bildern, M�tzen und T�chern. Der Stoff zur Papstreise – keine neue Idee, es ist �blich hier, zu
besonderen Anl�ssen Stoffe zu weben und zu bedrucken – war in der �Boutique“ an der Kathedrale schon am Dienstag ausverkauft.
Einen Schatten haben nicht Debatten um Aidsvorsorge und Kondome, sondern eher die massiven
Sicherheitsvorkehrungen und r�cksichtlosen Stadtversch�nerungsma�nahmen auf das Ereignis geworfen.
Das Kirchenoberhaupt hat die Bisch�fe Kameruns getroffen. Ihnen hat er mit seiner Position zur Aidspr�vention und
der medizinischen wie pastoralen Sorge f�r die Betroffenen aus der Seele gesprochen.
Benedikt XVI. hat Kamerun besucht, aber zu und f�r ganz Afrika gesprochen. Der Appell zum Auftakt, �Christen
k�nnen nicht Schweigen angesichts von Ungerechtigkeit“, gilt �berdies nicht nur f�r diesen Kontinent. Schutz der Familie, Treue zu den
Gel�bden von Priestern und Ordensleuten, Ausbildung und Zusammenarbeit mit Laien – Themen in der Vesper mit dem Klerus, den Ordensleuten
und Katecheten – sind Aufgaben f�r die Kirche �berall. Gleiches gilt f�r die Begegnung mit den Kranken.
Der Papst hat in Kamerun den Startschuss f�r die Afrikasynode gegeben. Alle Themen, die er hier ansprach, auch
die politischen, finden sich im Instrumentum Laboris wieder. Sein Aufruf zum friedlichen Miteinander und zur Zusammenarbeit von Christen und
Moslems ist au�erdem eine weitere Etappe im weltweiten Dialog beider Religionen. Auf dem Weg zum Flughafen traf der Papst zum Abschluss noch eine
Gruppe Pygm�en. Diese Begegnung ist lesbar als Symbol f�r die Besch�ftigung der katholischen Kirche mit den traditionellen Religionen und die
bleibende Aufgabe ihrer Inkulturation.
Yaound� verabschiedet Benedikt XVI. so, wie es ihn begr��t hat: unter afrikanischer Sonne. �Afrika liebt
Sie“ steht sogar auf Deutsch auf einem Plakat am Flughafen. Kamerun ist eben Klein-Afrika. (rv)
Aids-Debatte in Afrika: �Der Papst hat Recht“ Die
ablehnende Haltung des Vatikans zu Kondomen als scheinbar allein Heil bringende Methode in der Aidspr�vention besch�ftigt die internationale
Presse und wird massiv kritisiert. Anders in Afrika. Unsere Korrespondentin Birgit Pottler hat sich umgeh�rt:
Die �Kondomdebatte“ habe in Afrika keinen Schatten auf den Papstbesuch geworfen. P�re Andr� Tum aus der
Di�zese Edea weist diesen Eindruck entschieden zur�ck. Noch dazu habe diese Journalistenfrage ja gar nichts mit den Auftritten Benedikts in
Afrika selbst zu tun. Die Botschaft des Papstes habe die Kirche in Afrika im Gegenteil best�rkt, betont Tum, Professor f�r Metaphysik am Grand
Seminaire von Bafoussam:
�Wir Afrikaner erwarten vom Papst ein Wort der Hoffnung, eine St�rkung im Glauben. Es ist klar, dass Abstinenz
und Treue die wirksamsten Mittel sind, die Ausbreitung von Aids einzud�mmen.“
Nat�rlich verteilen Nichtregierungsorganisationen Kondome. Aber – P�re Andr� unterstreicht seine Worte mit
energischen Handzeichen – �ein gl�ubiger Christ, ob nun Europ�er oder Afrikaner, kann vom Kirchenoberhaupt keine andere Aussage
erwarten. Wir Afrikaner f�hlen uns best�rkt, denn die Papstbotschaft weist uns auf das Wesentliche hin. Das Evangelium leitet uns an, vollkommen
zu sein. Und es ist die Aufgabe des Papstes, uns zur Perfektion, zur Vollkommenheit zu f�hren. Der Papst darf uns nicht sagen, wie wir besser
s�ndigen k�nnen – das ist nicht seine Aufgabe. Er muss uns dabei helfen, das Evangelium im Leben umzusetzen.“ Afrikas Katholiken
– einen Unterschied zwischen praktizierenden und sogenannten Taufschein-Katholiken gibt es hier nicht – seien der gleichen Ansicht,
versichert Tum, auch die Frauen. Doch die kirchliche Lehre und die pers�nlichen �berzeugungen lie�en sich eben nicht immer mit der Realit�t
vereinen, das sei in Afrika so. Der Professor und erfahrene Seelsorger erz�hlt erst, als das Mikrofon wieder in der Tasche verstaut ist, von
Gespr�chen mit Frauen, von afrikanischen Traditionen und der verbreiteten Ansicht, je mehr Frauen, je mehr Kinder, desto angesehener ein Mann.
Ein Katholik aus Yaound�, gekleidet in traditionelles Gewand, erkl�rt uns jedoch, w�hrend Benedikt XVI. im
Stadion Eucharistie feiert:
�Der Papst hat Recht. Die Verteilung von Kondomen f�hrt zu sexueller Z�gellosigkeit.“
Kondome allein l�sten das Problem nicht. Der Mann stimmt dem Papst zu und mahnt sogleich die Kirche,
HIV-Patienten nicht zu diskriminieren:
�Diese Krankheit kann ja auch zum Beispiel durch eine Bluttransfusion �bertragen werden. Die Betroffenen
verdienen es also, wie alle anderen Kranken behandelt zu werden, mit W�rde und Respekt. Und sie brauchen medizinische Versorgung.“ Im
Jahr 2000 haben HIV-positive Frauen in Yaound� eine Selbsthilfegruppe gegr�ndet, inzwischen unterst�tzt ihr Verein AFASO Waisenkinder, die ihre
Eltern durch Aids verloren haben, betreibt Aufkl�rung und bek�mpft die Stigmatisierung HIV-positiver Menschen in der Gesellschaft. Mit Frauen
�ber das Thema Aids und Kondomgebrauch zu sprechen, erweist sich w�hrend der Papstreise als schwierig. Eine Katholikin sch�ttelt auf die Frage,
was sie �ber die Papstworte denkt, den Kopf und macht einen Schritt zur�ck:�Er ist der Papst. Das muss er sagen und denken. Punkt.“ (rv)
Papst: �Afrika-Synode wird neue Impulse geben“
Die Sonder-Bischofssynode f�r Afrika soll neue Impulse im Engagement der Kirche f�r die
Gesellschaft geben. Das betonte Papst Benedikt XVI. am Donnerstagabend vor dem Synodenrat in Kameruns Hauptstadt Yaounde. Konkret gehe es um
Vers�hnung, Gerechtigkeit und Frieden in Afrika, so Benedikt weiter. Mit dem Treffen der zw�lf Mitglieder des Bischofsrates ist somit die zweite
Afrika-Synode offiziell gestartet. Die Beratungen finden vom 4. bis 25. Oktober im Vatikan statt.
Vor dem Synodenrat sagte das katholische Kirchenoberhaupt:
�Afrika ist trotz aller Konflikte und N�te ein Kontinent der Hoffnung. Gerade die Christen als Mitglieder der
Familie Gottes m�ssen sich mit Nachdruck gegen Gewalt und Ungerechtigkeit einsetzen. Ihr besonderes Augenmerk muss den Armen und Unterdr�ckten
gelten. Die Kirche muss sich deshalb als eine Gemeinschaft von Menschen pr�sentieren, die mit Gott und untereinander vers�hnt
sind.“ Doch die Unterdr�ckung, unter der die V�lker Afrikas litten, sei nicht unumkehrbar, unterstrich der Papst vor dem Synodenrat.
�Afrika war und ist noch immer ein Schauplatz schwerer Trag�dien, die eine echte Vers�hnung zwischen V�lkern,
Ethnien und Menschen verlangen. F�r Christen hat Vers�hnung letztlich ihren Ursprung in der barmherzigen Liebe Gottes; diese m�ssen sie allen
anbieten. Dazu geh�ren auch Gerechtigkeit und Frieden, die unverzichtbar f�r den Aufbau einer besseren Welt sind. Keine ethnischen oder
kulturellen Unterschiede, keine Differenzen nach Rasse, Geschlecht oder Religion d�rfen Anlass f�r Auseinandersetzungen sein.“ Benedikt
nannte auch positive Aspekte: So sei die Kirche in Afrika sehr dynamisch und aktiv. Die Synode m�sse aber untersuchen, ob das Wachstum und die
Zuwachsraten nur quantitativ oder auch qualitativ sind. Der Papst hegt auch einen Wunsch:
�Vielleicht erlaubt dieses Jahrhundert das Wiedererstehen – freilich in neuer und anderer Form – der
angesehenen Schule von Alexandrien, die in der Antike zu den f�hrenden christlichen Denkschulen geh�rte. Warum nicht hoffen, dass diese den
Afrikanern von heute und der Universalkirche gro�e Theologen und geistliche Lehrer schenken k�nnte?“ (rv/kna)
Lombardi: �Realit�t trifft Reflektion“
Das Treffen Benedikts XVI. mit den Mitgliedern der Bischofsrates in Kamerun war der offizielle Startschuss f�r die zweite Afrika-Synode. Wie
wegweisend das Auftakttreffen am Donnerstagabend f�r das zuk�nftige Engagement der Kirche in Afrika sei, erl�utert der Vatikan-Sprecher Federico
Lombardi im Gespr�ch mit Birgit Pottler. Nach der Sitzung des Bischofsrates sagte Lombardi:
�Die Sitzung gibt eine gute Vorstellung davon, was die Synode sein kann: Die reiche, dramatische und auch
hoffnungsvolle Wirklichkeit Afrikas trifft hier auf die Reflektion der Kirche, um Impulse f�r Probleml�sungen, Inspirationen und Hoffnungen zu
erhalten. Mit dem Treffen von heute Abend bekommen wir einen ersten tiefen Eindruck von der Afrika-Synode.“ Vor der Papst-Rede hatten
die Bisch�fe Gelegenheit, auf die Lage der verschiedenen Regionen Afrikas einzugehen. Pater Lombardi:
�Erzbischof Monsengwo hat wirklich dramatisch �ber die Lage in der Demokratischen Republik Kongo gesprochen.
Kardinal Napier hat von den Erfahrungen der Vers�hnungskommission in S�dafrika erz�hlt und seine Hoffnung auf Vers�hnung auch in anderen L�ndern
Afrikas formuliert. Erzbischof Onaiyekan hat sehr gut �ber die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen in Nigeria gesprochen. Und dann hat
schlie�lich der Papst seine Rede gehalten.“ Aus der Begegnung mit der Bev�lkerung in Kamerun gehe der Papst gest�rkt f�r die weitere
Reise hervor, so Lombardi. �Ich glaube, dass Benedikt sehr beeindruckt war von den Leuten, die ihn hier angenommen haben. Auch heute an der
Stra�e in Yaound� waren Tausende von Leuten. Sie waren alle so liebevoll und froh, den Papst zu treffen. Das war wirklich eine Begegnung
Benedikts mit dem Volk von Afrika. Das ist sehr hoffnungsvoll auch f�r die n�chste Etappe der Reise. Das Volk hat ihn verstanden, und er hat den
Geist Afrikas gesp�rt. Er setzt seine Reise mit gro�er Hoffnung fort und mit der Sicherheit, diesem Kontinent einen guten Dienst zu
erweisen.“ (rv)
Kameruns Presse: �Papst als Einheitsstifter“
Bilder der Freude... Auf den Titelseiten der meisten afrikanischen Zeitungen sind die Fotos vom Gottesdienst in Yaoundes Fu�ballstadion zu
sehen. Weiter wurde dem Treffen Benedikts mit den Kranken im Pflegezentrum �Kardinal Paul Emile L�g�r“ sehr viel Platz einger�umt. So hat
die �Cameroon Tribune“ den Papst als �Einheitsstifter“ beschrieben, der die Menschen im afrikanischen Land tief ber�hrt. Die
Tageszeitung �Le Jour“ widmet in ihrer Freitagsausgabe mehrere Seiten der fliegenden Pressekonferenz bei der Anreise des Papstes am
Dienstag. Kommentarlos werden die Fragen der Journalisten und die Antworten des Papstes wiedergegeben. Das Oppositionsblatt �Mutations“
fragt sich hingegen, ob der Papst �berhaupt die M�glichkeit habe, die Gewalt in Kamerun anzusprechen. Die kamerunische Zeitung �The Post“
antwortet darauf auf ihrer Titelseite: �Der Papst verurteilt jegliche Machtanspr�che und Gewalt in Kamerun und anderen afrikanischen
Staaten.“ Die Oppositionszeitschrift �Germinal / Le prix de la v�rit�“ kritisiert vor allem die Rolle des Pr�sidenten Paul Biya, der
sich ihrer Meinung nach zu sehr in den Mittelpunkt des Besuchs gestellt habe. (rv)
Zweite Halbzeit: Angola
Kamerun – Angola. Ein Kontinent. Zwei Welten. Eine Einf�hrung von Birgit Pottler:
Papst Benedikt XVI. hat auf seiner Afrikareise am Freitag Vormittag den �quator �berflogen, wechselt von Englisch
und Franz�sisch ins Portugiesische und richtet nach den Vertretern der katholischen Kirche und anderen Religionen Afrikas seine Worte nun an
Politiker und Diplomaten.
Auch diese Entscheidung haben die p�pstlichen Tourenplaner nicht von ungef�hr getroffen. W�hrend Kamerun als
politisch stabil gilt, hat Angola, erst 1975 nach portugiesischer Kolonialherrschaft in die Unabh�ngigkeit entlassen, 27 Jahre B�rgerkrieg hinter
sich. Eine halbe Million Menschen starben, vier Millionen wurden vertrieben. Die Bischofskonferenz von Angola und Tom� engagiert sich mit allen
Kr�ften f�r Vers�hnung und Wiederaufbau.
Zwar ist Angola reich an Bodensch�tzen, vor allem an Erd�l und Diamanten, dennoch geh�rt das Land zu den �rmsten
der Erde. Auch das derzeit gr��te Wirtschaftswachstum Afrikas bessert die Lage der Bev�lkerung kaum. Korruption, negative Folgen der
Globalisierung und ein enormes Gef�lle zwischen Reich und Arm pr�gen Angola – wie viele L�nder auf dem Kontinent.
Die Bev�lkerung Angolas ist jung: Neun von 16 Millionen Einwohnern sind j�nger als 18 Jahre, mehr als 56 Prozent
der Angolaner. Das Treffen mit der Jugend am Samstag ist also bewusst nach Angola gelegt.
Ein Wort zur Kirche: Sie begeht mit dem Besuch Benedikts XVI. einen weiteren H�hepunkt in den 500-Jahr-Feiern
ihrer Evangelisierung. Die Katholiken stellen heute mehr als 55 Prozent der Angolaner. In Zahlen ausgedr�ckt sind das 8,6 Millionen. Der Blick
zur�ck nach Kamerun: Die 4,8 Millionen Katholiken entsprechen dort gut einem Viertel der Bev�lkerung. Kameruns Kleriker und Laien haben dem Papst
eine lebendige Kirche gezeigt; buchst�blich Leben in jungen Kirchen, schlie�lich wurde das Land erst Ende des 19. Jahrhunderts katholisch. 259
Katholiken kommen in Kamerun auf einen Katecheten, 2.600 auf einen Priester. Anders lebt die katholische Welt in Angola: Ein Priester hat 10.800
Katholiken zu betreuen, noch wichtiger also sind engagierte Laien und Katecheten. Ihnen – vor allem den Frauen – gilt eine Ansprache
des Papstes am Sonntag Abend.
Hier schlie�t sich der Kreis und vereint hoffentlich zwei Welten: Nach der Ankunft in
Kamerun sprach der Papst zu den Bisch�fen. Vor der Abreise aus Angola spricht das Kirchenoberhaupt zu den Frauen. (rv)
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21.03.09
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5. Tag der Afrikareise von Papst Benedikt XVI.
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Papst bei Jugendtreffen: �Wagt den Sprung ins Endg�ltige!“
�Jungen Leuten zu begegnen, tut allen gut. Sie haben zwar manchmal viele Schwierigkeiten,
aber sie tragen so viel Hoffnung und Enthusiasmus in sich, soviel Willen, noch mal von vorne anzufangen. Liebe junge Freunde, ihr tragt in euch
selbst die Dynamik der Zukunft!“ Das sagte der Papst am Samstag Abend bei einem gro�en Treffen mit Jugendlichen in Luanda. Der
auferstandene Christus sei �unser Gef�hrte“; er halte �das Buch unserer Tage in seiner Hand“, so Papst Benedikt. �Gott ist die
Zukunft.“ Er werde – wie es die Offenbarung des Johannes formuliere –�er jede Tr�ne von unseren Augen wischen; es wird keinen
Tod mehr geben, keine Trauer, kein Klagen.“
�Ich sehe unter euch einige der tausenden von jungen Angolanern, die wegen des Krieges und der Landminen
verst�mmelt sind – und ich denke an die unz�hligen Tr�nen, die viele von euch vergossen haben, als Angeh�rige eurer Familien starben. Es
f�llt nicht schwer, sich auszumalen, welche dunklen Wolken �ber euren Erwartungen an das Leben h�ngen... Ich lese in eurem Herzen einen
Zweifel: �Das ist das, was wir haben“, sagt ihr mir. �Das, wovon du sprichst, kann ja keiner sehen. Wir glauben ja an die g�ttlichen
Versprechen – aber wann steht Gott auf und macht alles neu?““ Benedikt lie� sich auf ein imagin�res Zwiegespr�ch mit
solchen verbitterten Jugendlichen ein – er k�nne ihnen keine Antwort geben als die S�tze Jesu: �Euer Herz sei ohne Angst. Glaubt an Gott
und glaubt an mich. Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen.“
�Aber ihr, liebe junge Leute, hakt noch mal nach: �Einverstanden – aber wann wir das alles
geschehen?“ Auf eine solche Frage hat Jesus geantwortet: �Euch steht es nicht zu, die Zeiten zu erfahren... aber ihr werdet Kraft
bekommen durch den Heiligen Geist, und ihr werdet meine Zeugen sein bis an die Enden der Erde.“ Ihr seht: Jesus l�sst uns nicht ohne
Antwort – er sagt uns eines sehr klar: Die Erneuerung beginnt innen drin; ihr werdet eine Kraft aus der H�he empfangen. Die dynamische
Kraft der Zukunft findet sich in euch selbst!“ �Und wie?“, so fragte Benedikt sich selbst. Um zu antworten: So wie Leben in
einem Samenkorn sei. Zwar sei ein Samenkorn etwas sehr Unscheinbares, aber es trage die ganze Zukunft in sich.
�Meine Freunde, ihr seid die Samenk�rner, die Gott auf der Erde ausgestreut hat; ihr tragt im Herzen eine Kraft
aus der H�he, die Kraft des Heiligen Geistes. Um allerdings Fr�chte zu tragen, m�sst ihr bereit sein, euer Leben hinzugeben. So wie Jesus es
uns vorgemacht hat: Seine Kreuzigung schien das v�llige Scheitern, aber sie war es nicht! Er wurde zum Samenkorn, das Frucht brachte in jeder
Zeit und f�r alle Zeiten!“ Der Papst lud die Jugendlichen ein, in der Eucharistie das Gespr�ch mit Christus zu suchen und von ihm zu
lernen, wie man richtig lebt. Auch wenn die �dominierende soziale Kultur euch nicht dabei hilft, das Wort Jesu und die Selbsthingabe zu leben,
zu der er euch aufruft“.
�Habt keine Angst, definitive Entscheidungen zu treffen! Die Gro�z�gigkeit fehlt euch nicht, das wei� ich. Aber
dieses Risiko, sich f�rs ganze Leben festzulegen, ob in der Ehe oder in einem geweihten Leben – das macht euch Angst: �Die Welt �ndert
sich st�ndig, das Leben ist voller M�glichkeiten, kann ich da in einem einzigen Moment �ber mein ganzes Leben verf�gen und alle
unvorhergesehenen Wendungen, die es f�r mich haben wird, ignorieren? Verliere ich dadurch nicht meine Freiheit?“ Das sind eure Zweifel,
und die individualistische, hedonistische Kultur von heute best�rkt euch noch darin. Aber wenn sich ein junger Mensch nicht entscheidet,
riskiert er, ewig ein Kind zu bleiben!“ �Ich sage euch: Nur Mut! Traut euch definitive Entscheidungen zu! In Wirklichkeit n�mlich sind
das die einzigen, die die Freiheit nicht zerst�ren, sondern eine richtige Richtung vorgeben, so da� man im Leben etwas Gro�es erreicht. Das
Leben hat nur einen Wert, wenn ihr Mut zum Abenteuer und Gottvertrauen habt. Junge Leute von Angola, setzt den Heiligen Geist, die Kraft aus
der H�he, in euch frei! Riskiert wie Jesus sozusagen diesen Sprung ins Endg�ltige und gebt damit dem Leben eine Chance! So werden sich unter
euch erst Inseln, dann Oasen und schlie�lich fl�chendeckende Stellen christlicher Kultur bilden... Das ist das Leben, das lebenswert ist und
das ich euch von Herzen w�nsche. Es lebe die Jugend von Angola!“ (rv)
Papst: �Zeigt Christus denen, die an Geister glauben“
Einen Auftrag zur Missionierung hat Papst Benedikt XVI. beim Gottesdienst in der angolanischen Hauptstadt Luanda erteilt. Christus jenen
Menschen zu zeigen, die etwa dem Geisterglauben verhaftet seien, sei keineswegs ein Unrecht, sondern sogar �unsere Pflicht“, erinnerte
der Papst die Priester, Bisch�fe, Ordensleute und Katecheten, mit denen er in der Sankt-Pauls-Kirche die Messe feierte.
Benedikt XVI. w�rdigte die Arbeit der Missionare in der Region S�dwestafrika, die unter heroischem Einsatz �ber
Jahrhunderte die Frohe Botschaft des Christentums verk�ndet h�tten. Und er erinnerte an das einigende Band der Taufe.
�Vor �ber 500 Jahren entstand in diesen L�ndern, damals unter der Herrschaft der Portugiesen, das erste
christliche Reich unterhalb der Sahara. Das Reich blieb katholisch bis zum 18. Jahrhundert, mit einem eigenen Botschafter in Rom. Ihr seht, wie
zwei ganz verschiedene Ethnien – die Banta und die Lusiade – versucht haben, in der christlichen Religion eine Basis des
Gemeinsamen zu finden. Es gab durchaus schwerwiegende Differenzen, doch die beiden Reiche haben sich nicht getrennt. Tats�chlich, die Taufe
bewirkt doch, dass alle, die glauben, �eins“ in Christus sind.“ Der Auftrag zur Verk�ndigung des Frohen Botschaft gilt auch
heute, hielt der Papst fest:
�Viele eurer Mitb�rger leben in der Angst vor Geistern, vor den unheilvollen M�chten, von denen sie sich
bedroht f�hlen. Orientierungslos gelangen sie an den Punkt, die Stra�enkinder zu verurteilen und auch die �lteren, weil diese – so sagen
sie – Medizinm�nner sind.“ Manche k�nnten hier einwenden: �Sie haben ihre Wahrheit, und wir haben unsere“. Von dieser
falsch verstandenen Toleranz und Gleichg�ltigkeit riet der Papst ab.
�Wenn wir die Erfahrung gemacht haben, dass ohne Christus das Leben unvollst�ndig ist und eine fundamentale
Wirklichkeit fehlt, dann m�ssen wir tats�chlich auch �berzeugt sein, dass wir an niemandem ein Unrecht begehen, wenn wir ihm Christus zeigen
und ihm die M�glichkeit geben, so zu seiner wahren Authentizit�t zu finden, ja die Freude geben, das Leben gefunden zu haben. Im Gegenteil, wir
sollen es sogar tun, es ist unsere Pflicht, allen diese M�glichkeit anzubieten, damit sie das ewige Leben erlangen.“ (rv)
�Au�erdem sind wir zahlreicher“ - Afrikas Frauen und der Papst
Gibt es eigentlich bei einer Papstreise noch etwas, was nicht auch schon Johannes Paul so oder �hnlich gemacht hat? Ja doch: Auf dieser
Afrikareise Benedikts XVI. kommt es zu einem Novum. Kurz vor seinem Abflug aus Angola wird der Papst n�mlich die Mitglieder von katholischen
Frauenbewegungen treffen – eine historische Premiere. Und eine Botschaft, die an die Frauen in ganz Afrika gerichtet ist. Ein Beitrag mit
Material unserer Korrespondentin Birgit Pottler.
�Das ist eine gro�e Freude f�r uns Frauen!“ Sagt eine junge Frau, die im Chor der Kathedrale von Yaound�
mitsingt – und sie meint die Visite Benedikts XVI. auf dem Schwarzen Kontinent. �Das ist nat�rlich nicht der erste Papst, der uns segnet;
auch Johannes Paul II. war schon hier. Aber das ist f�r uns Frauen wirklich eine gro�e Freude. Wie zufrieden wir Frauen sind, werden Sie auf
den Stra�en leicht feststellen: Da sind jetzt sehr viel mehr Frauen als M�nner, um den Papst zu begr��en! Die Frauen haben einen starken
Glauben; Afrikas Frauen allgemein sind enthusiastisch, dass der Papst kommt.“ Und Benedikt kommt speziell zu ihnen, den Frauen Afrikas
– das signalisiert sein Termin mit katholischen Frauenverb�nden am Sonntagabend in der angolanischen Hauptstadt Luanda. �Die Frauen
wollen vor allem Frieden. Sie wollen, dass der Papst mit uns f�r Frieden und Wohlstand betet, f�r unsere Familien... Das w�re gut f�r
uns.“ Afrika ist ein Kontinent der Frauen; in der Landwirtschaft, die dort noch eine ganz andere Rolle spielt als in den
Industrienationen, wird mehr als 90 Prozent der Arbeit von Frauen geleistet. Sie stehen f�r das dynamische Afrika, f�r Auswege aus l�hmenden
Traditionen.
�Die Frauen werden immer mehr respektiert, und in einigen afrikanischen L�ndern haben sie schon sehr
verantwortungsvolle Posten bekommen. Die Frauen werden respektiert, weil sie ihre Arbeit gut tun... und au�erdem – wenn Sie sich mal
umschauen: Die Frauen sind zahlreicher als die M�nner!“ Auf diese Zahlen-Evidenz musste auch der Papst reagieren. Aber welche
Botschaft werden die Frauen dem Papst mit auf den Weg geben? �Ich vermute, die Frauen in Angola werden den Papst auf die Rolle von Frauen in
der Kirche ansprechen – die Rolle der afrikanischen Frau. In der Kirche und in der Welt. Das ist die wesentliche Botschaft.“ Sagt
Yvette Linga, eine engagierte Katholikin aus Yaound�.
�Auch das Zweite Vatikanische Konzil hat die Rolle der Frauen betont, und zwar im Innern der Kirche wie in der
Gesellschaft. Das ist etwas sehr Wichtiges. Denn die Frau ist Tr�gerin der Menschlichkeit; sie ist die Erzieherin. Die Kirche ist eine Mutter,
und die Frau wird mit der Kirche verglichen: Mutter, Geb�rerin, Erzieherin.“ Linga leitet den Freundeskreis der Marienbasilika von
Yaound�; die Mutter von vier Kindern und drei Enkelkindern arbeitet in einem Unternehmen.
�Es gibt eine Polemik, mit der die Frauen mehr Raum in der Kirche einfordern. Ich finde, sie haben heute schon
eine wichtige Rolle: in den Bewegungen, aber auch in der Liturgie. Ich finde, wir sollten selbst erkennen, was unser eigentlicher Platz ist;
dieser Platz ist klar definiert, und wir sollten ihn mit viel W�rde und Respekt ausf�llen.“ Das hei�t aus afrikanischer Perspektive
aber etwas anderes, als sich mit der Rolle des Heimchens am kirchlichen Herd abzufinden. Yvette Linga formuliert – nun ja, anders als
Alice Schwarzer, vermutlich.
�Die Rolle der Frau ist wichtig, und zwar schon im Heilsplan Gottes: Sie ist Erzieherin und Mutter. Und eine
Mutter hat ihre ganz eigene Sensibilit�t, ihr eigenes Genie! Sie muss auch das Recht haben, das zu zeigen und anzuwenden. Vergessen wir nicht:
Frauen waren die ersten Apostel, die die Nachricht von der Auferstehung weitergetragen haben! Die erste Verbreiterin des Evangeliums sollte
auch heute die Frau sein. Aber wenn wir derzeit auf die Statistiken hier in Afrika schauen, dann stellen wir fest: Der Frauenanteil unter den
Katechisten ist unterproportional niedrig. Da w�rde ich einhaken: Sie brauchen eine solide Ausbildung, um diese Rolle spielen zu k�nnen –
erst recht heute, wo wir sehen, dass viele M�nner in dieser Hinsicht versagen! Frauen sollten sie abl�sen, um das Evangelium
weiterzutragen!” Vielleicht werden P�pste bei k�nftigen Afrikareisen um eigene Begegnungen mit kirchlichen Frauengruppen gar nicht
mehr herumkommen. Es w�re das Schlechteste nicht. (rv)
Papst fordert mehr Demokratie in Angola
Nach seiner offiziellen Begr��ung am Flughafen in Luanda ist Papst Benedikt am Freitagnachmittag erneut mit dem angolanischen
Staatspr�sidenten Jos� Eduardo Dos Santos zusammengetroffen. Im barocken Pr�sidentenpalais, dem �Pal�cio de Povo“ hat der Papst vor
Politikern, Vertretern der Zivilgesellschaft und Diplomaten gesprochen. An sie richtete er den Appell, die Demokratisierung im Land
entschiedener voranzutreiben. Deutliche Worte des Papstes gingen auch an die Internationale Staatengemeinschaft. Die Industriel�nder sollten
mehr f�r die Entwicklung Afrikas tun, ohne die Afrikaner dabei zu bevormunden.
Nach jahrelangem B�rgerkrieg sei in Angola endlich wieder eine �Zeit der Hoffnung“ angebrochen, sagt
Benedikt. Daher sei jetzt die Gelegenheit, das Land, so der Papst w�rtlich, �auf den Weg jener Prinzipien zu f�hren, die f�r jede moderne,
zivile Demokratie unabdingbar sind“. Dazu geh�rten, laut Benedikt: Respekt vor den Menschenrechten, eine transparente Regierung, eine
unabh�ngige Richterschaft, Pressefreiheit und ein funktionierendes Bildungs- und Gesundheitssystem. Zudem sei entschieden gegen die Korruption
vorzugehen.
Wie schon in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag am ersten Januar dieses Jahres rief der Papst die
Industriel�nder dazu auf, sowohl ihre Wirtschaftsbeziehungen mit Afrika als auch ihre Hilfsprogramme nach ethischen Prinzipien zu gestalten.
W�rtlich sagte Benedikt: �Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Afrika erfordert die Zusammenarbeit zwischen nationalen Regierungen,
regionalen Initiativen und internationalen Entscheidungstr�gern.“ Eine solche Koordinierung sei nur m�glich, wenn die afrikanischen
L�nder nicht nur als �Empf�nger von L�sungsstrategien“ betrachtet w�rden, die andere erarbeitet h�tten. Vielmehr sollten die Afrikaner
die Entwicklung ihres Kontinents eigenverantwortlich gestalten k�nnen.
Von der Internationalen Gemeinschaft forderte Benedikt die endliche Einl�sung alter Versprechen: Erstens mehr
Einsatz gegen den Klimawandel, zweitens ein gerechteres Wirtschaftssystem - etwa durch die Umsetzung der Doha-Entwicklungsagenda – und
drittens, mehr Gelder f�r Hilfsprojekte.
Seine abschlie�enden Worten richtete der Papst an die Schw�chsten und �rmsten in den afrikanischen L�ndern,
darunter Kranke, Frauen und Kinder. Ihnen f�hle sich die Kirche besonders verpflichtet. Sie werde auch weiterhin alles daf�r tun, damit ihnen
geholfen werde.
Nach seinem Empfang im Pr�sidentenpalast ist Benedikt am Freitagabend auch mit den angolanischen Bisch�fen
zusammengetroffen. Er dankte den Bisch�fen, dass sie die Kirche in Angola sicher durch die schwierigen Zeiten des B�rgerkriegs gef�hrt haben
und versicherte ihnen wie den Gl�ubigen Angolas seiner st�ndigen F�rsorge.
In Zukunft m�sse sich die Kirche in Angola vor allem der Evangelisierung der Familie widmen, deren Einheit in
der zeitgen�ssischen Kultur besonders bedroht sei. Weiter forderte der Papst die Bisch�fe dazu auf, sich f�r die �Heiligkeit des Lebens“
stark zu machen.
Lobende Worte fand der Papst f�r das gro�e Engagement der Laien und die wachsende Zahl an Priestern in Angola.
Sein besonderer Dank galt schlie�lich den zahlreichen Missionaren, die das Fundament f�r die christlichen Gemeinschaften im Land gelegt h�tten.
(rv)
Abtreibung: Eine Klarstellung des Vatikans
Papst Benedikt hat keine Aussagen �ber jene F�lle gemacht, in denen Frauen durch die Fortsetzung einer Schwangerschaft in Lebensgefahr
geraten w�rden. Das betonte der vatikanische Pressesprecher, Jesuitenpater Federico Lombardi, mit Blick auf Polemiken um die gro�e Rede des
Papstes �ber die Entwicklung Afrikas. Benedikt hatte sie am Freitag Abend in Luanda vor angolanischen Politikern und in Luanda akkreditierten
Diplomaten gehalten. Dabei hatte er im �Palacio Presidencial“ einerseits gefordert, dass die Afrikaner die Entwicklung des Kontinents
selbst in die Hand nehmen, andererseits die Industriestaaten daran erinnert, dass sie seit Jahrzehnten versprochen haben, 0,7 Prozent ihres
Bruttoinlandsprodukts f�r Entwicklungszusammenarbeit aufzuwenden. Im Zusammenhang mit der in Afrika verbreiteten Gewalt gegen Frauen war der
Papst kurz auch auf politische Bestrebungen zur F�rderung der Abtreibung eingegangen. W�rtlich sagte Benedikt XVI.: �Wie bitter ist die Ironie
derjenigen, die Abtreibungen zum Mittel der Pflege der Gesundheit der 'M�tter' erheben wollen. Wie befremdlich ist die These, wonach
die Unterdr�ckung des Lebens eine Frage von reproduktiver Gesundheit sei.“ Im Redetext des Papstes war in Klammern ein Hinweis auf
Artikel 14 des �Protokolls von Maputo“ enthalten. Das im Sommer 2003 verabschiedete Protokoll von Maputo umschreibt die
�Frauenrechte“ in Erg�nzung zur �Afrikanischen Charta der Menschen- und V�lkerrechte“. Artikel 14 handelt von �Gesundheit und
reproduktiven Rechten“. Absatz 2 c besagt, dass die Staaten in F�llen von �Vergewaltigung, Inzest oder wenn die Fortsetzung der
Schwangerschaft die psychische und physische Gesundheit der Mutter oder das Leben der Mutter oder des F�tus gef�hrdet“, die medizinische
Abtreibung gew�hrleisten sollen. Die Formulierung entspricht UNO-Dokumenten, die von der katholischen Kirche wegen ihrer Unbestimmtheit immer
abgelehnt wurden. Dementsprechend sagte P. Lombardi, dass internationale Gesundheitsprogramme f�r Frauen nicht zum Freibrief f�r
Schwangerschaftsabbr�che als medizinische Dienstleistung werden d�rften. Dabei handle es sich um ein �klassisches Thema“, zu dem der
Vatikan wiederholt Stellung bezogen habe, unter anderem vor den Vereinten Nationen selbst. Benedikt XVI. habe nichts anderes getan, als diese
Position des Heiligen Stuhls in Erinnerung zu rufen.
Papstsprecher mit Zwischenbilanz der Reise
Kann man schon so was wie eine Bilanz dieser Afrikareise von Papst Benedikt ziehen? Der Sprecher des Papstes, Federico Lombardi,
versucht`s. Hier ist das w�chentliche Editorial des Jesuitenpaters f�r Radio Vatikan. Er spricht �ber die ersten Tage der Reise.
�Der Papst in Afrika – das war eine echte Begegnung, �ber die Ansprachen und Events hinaus. Auf den
Stra�en von Yaound� haben viele Kinder, junge und alte Leute dem Papst gezeigt, dass er wirklich willkommen ist in Afrika. Aber die Menschen
haben nicht nur getanzt und gesungen – sie haben auch zugeh�rt, als der �Grand Mvamba“ sprach: Der gro�e Gro�vater des
afrikanischen Volkes. Der Ausdruck ist vom Erzbischof von Yaound�.
Es gibt nicht nur brutale Konflikte, Korruption, Epidemien, Armut und Hunger – sie sind auch f�hig zum
Dialog der Religionen, zum Erlebnis der Vers�hnung, der Liebe zum Leben, zu Kreativit�t und traditioneller Weisheit. �Kirche in Afrika –
im Dienst von Vers�hnung, Gerechtigkeit und Frieden“ – das ist das Motto der kommenden Bischofssynode zu Afrika. Nicht nur Bisch�fe
und Klerus, auch Laien, auch die Frauen – ein ganzes Volk ist vom Papst eingeladen worden, mit Hoffnung nach vorn zu schauen.“
(rv)
Papst gr�ndet neue Di�zese in Angola
Papst Benedikt hat w�hrend seiner Afrika-Reise in Angola eine neue Di�zese gegr�ndet. Es handelt sich um eine Abtrennung von der Erzdi�zese
Lubango. Die neue Di�zese im S�den des Landes hei�t Namibe und in ihr leben nur etwa 270.000 Katholiken. Ihr Territorium entspricht genau der
Ausnehmung der gleichnamigen staatlichen Provinz. Gleichzeitig ernannte der Papst f�r die neue Di�zese den bisherigen Kanzler der Erzdi�zese
Huambo, Mateus Feliciano Tomas zum Bischof. (rv)
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22.03.09
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6. Tag der Afrikareise von Papst Benedikt XVI.
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Treffen mit den Frauen Eine Premiere: Noch nie hat ein Papst auf Reisen eine Botschaft allein an die Frauen gerichtet. Sonntag Abend
traf Papst Benedikt XVI. in der angolanischen Hauptstadt Luanda Mitglieder der katholischen Frauenbewegungen in Afrika. Deutlich wandte sich
der Papst in seiner Ansprache in der Kirche Santo Antonio auch an die M�nner Afrikas. Sie sollten den Frauen die volle Gleichberechtigung in
der Gesellschaft zugestehen und selbst in der Familie aktiver werden. Dabei zitierte Benedikt die Worte seines Vorg�nger Johannes Paul II.
anl�sslich des Weltfriedenstages 1995. Damals betonte Johannes Paul, dass Frauen, ebenso wie M�nner, das volle Recht besitzen,
�aktiv an allen Bereichen des �ffentlichen Lebens teilzunehmen und dass ihre Rechte auch gesetzlich verankert
sowie, wo es n�tig ist, gesch�tzt werden. Dennoch darf diese Anerkennung der Rolle der Frau in der �ffentlichkeit, ihre unersetzliche
Funktion innerhalb der Familie nicht schm�lern. Hier ist ihr Beitrag f�r das Gute und den gesellschaftlichen Fortschritt von unsch�tzbarem
Wert, auch wenn dieser oft kaum beachtet wird“. Weiter rief der Papst dazu auf,
�sich der effektiven Benachteiligung bewusst zu werden, unter der viele Frauen gelitten haben und immer noch
leiden. Dabei muss auch der Frage nachgegangen werden, inwieweit die Haltung der M�nner, ihr Mangel an Einf�hlungsverm�gen und Verantwortung
Gr�nde daf�r sein k�nnen.“ Wie bereits Johannes Paul II. betont habe, sei die Frau im g�ttlichen Plan diejenige, �in der die Liebe,
die auf der Welt hervorgebracht wird, Wurzeln schl�gt“. Diese F�higkeit werde zu unserer Zeit besonders gebraucht, so der Papst.
�Wer versp�rt heutzutage nicht die Notwendigkeit, den �Herzensangelegenheiten“ mehr Raum zuzugestehen?
In einer Welt, die wie die heutige von der Technik dominiert wird, sp�rt man die Notwendigkeit der komplement�ren Rolle der Frau mehr denn
je, damit der Mensch leben kann, ohne sich vollkommen zu entw�rdigen. Man denke nur an die L�nder, wo die Armut �berwiegt, in den vom Krieg
zerst�rten Regionen und in vielen tragischen Situationen, die Menschen zu Flucht und Migration zwingen. Es sind fast immer die Frauen, welche
die Menschenw�rde intakt halten. Sie verteidigen die Familie und bewahren die religi�sen und kulturellen Werte.“ Dass damit nicht
gemeint ist, dass Familienarbeit reine Frauensache sei, machte Benedikt in seinem abschlie�enden Appell an die M�nner klar:
�Die m�tterliche Pr�senz innerhalb der Familie ist wichtig f�r die Stabilit�t und f�r das Wachstum, dieser
Kernzelle unserer Gesellschaft. Sie sollte daher mit Anerkennung bedacht, gelobt und gef�rdert werden. Aus demselben Grund muss die
Gesellschaft auch die V�ter und Ehem�nner dazu aufrufen, Verantwortung innerhalb der Familie zu �bernehmen.“ (rv)
“Afrika mit afrikanischen Werten”
In seiner Abschlusspredigt in Angola hat Papst Benedikt XVI. Afrika zu Vers�hnung, Frieden und Gerechtigkeit aufgerufen. Nach den
langj�hrigen B�rgerkriegen m�sse es nun um einen Neuanfang gehen, sagte das Kirchenoberhaupt am Sonntagmorgen bei einer Messe vor rund einer
Million Gl�ubigen in der angolanischen Hauptstadt Luanda. �berschattet wurde die Veranstaltung vom Tod zweier M�dchen, die am Samstag in den
Menschenmassen am Stadion von Luanda ums Leben kamen. Den Angeh�rigen sprach Benedikt seine Solidarit�t und sein tiefes Beileid aus; vor
allem, weil die M�dchen zum Stadion gekommen seien, um ihn zu sehen. In der anschlie�enden Fastenpredigt erinnerte der Papst an die
schweren Leiden Angolas unter 27 Jahren B�rgerkrieg und ethnischen Konflikten, die den Aufbau einer gerechteren Gesellschaft erschwerten.
Dazu Benedikt:
�Tragischerweise haben die Wolken des B�sen auch Afrika verdunkelt. Denken wir an die Gei�el des Krieges, an
die grausamen Fr�chte der Stammesk�mpfe und ethnischen Konflikte, an die Gier, die das Herz des Menschen zerst�rt, die Armen in die Sklaverei
f�hrt und k�nftige Generationen ihrer Ressourcen beraubt. Diese Ressourcen brauchen sie aber, um eine solidarischere und gerechtere
Gesellschaft zu errichten, die echt und ihren Werten nach afrikanisch ist.“ Benedikt XVI. warnte in seiner Predigt vor Abtreibung,
der Schw�chung von Ehe und Familie, vor Hedonismus und Drogenkonsum. Ein Neuanfang f�r Afrika m�sse mit den allt�glichen Gesten eines jeden
Gl�ubigen beginnen:
�Er muss in unseren Herzen, in kleinen t�glichen Opfern beginnen, die zeigen, dass wir unsere N�chsten
lieben, ohne Ansehen der Rasse oder Sprache. Nehmt die Herausforderung des gro�en Erbes des Evangeliums an. Und begreift, dass die Kirche in
Angola und in ganz Afrika die Aufgabe hat, vor der Welt ein Zeichen der Einheit abzugeben. Einer Einheit, zu der die ganze menschliche
Familie durch den Glauben an Christus, den Erl�ser, aufgerufen ist.“ Besonders die junge Generation sei f�r die Zukunft gefordert.
Benedikt:
�Liebe junge Freunde, ihr seid die Hoffnung auf Zukunft f�r euer Land, das Versprechen eines besseren Morgen!
Beginnt ab heute, eure Freundschaft mit Jesus wachsen zu lassen, der �der Weg, die Wahrheit und das Leben ist‘. Werdet Bekehrer eurer
Freunde und f�hrt sie mit eurem pers�nlichen Beispiel dazu, die Sch�nheit und Wahrheit des Evangeliums zu sch�tzen - in eine Zukunft, die
nach den Werten des Reiches Gottes gestaltet ist. Die Kirche braucht euer Zeugnis!“ (rv)
“Richtet die Augen auf Afrika!”
Dazu forderte Papst Benedikt beim Angelusgebet nach dem Gottesdienst die Gl�ubigen in aller Welt auf. �Dieser gro�e Kontinent ist
randvoll mit Hoffnung, d�rstet aber immer noch nach Gerechtigkeit, Frieden und einer gesunden und ma�vollen Entwicklung, die dem Volk eine
Zukunft des Fortschritts und des Friedens sichert“, so der Papst. Die �K�nigin des Friedens“ m�ge Afrika auf seinem Weg
unterst�tzen.
�Die Jungfrau Maria, die K�nigin des Friedens, leite das Volk von Angola weiterhin bei der Aufgabe der
nationalen Auss�hnung nach der verheerenden und unmenschlichen Erfahrung des B�rgerkrieges. M�gen ihre Bitten f�r alle Angolaner die Gnade
einer echten Vergebung, der Achtung f�r die anderen und der Zusammenarbeit erwirken, die allein das enorme Werk des Wiederaufbaus
voranbringen kann.“
Auch die nahe gelegene Region der Gro�en Seen schloss Papst Benedikt ins sein Gebet ein. Christus m�ge all
jenen beistehen, die dort den schwierigen Prozess des Dialogs voranbringen und den Weg des Verhandelns eingeschlagen haben, so der Papst.
(rv)
Bertone besucht die Verletzten im Krankenhaus
Bei dem Massenandrang vor der Begegnung Papst Benedikts mit Jugendlichen in Luanda sind am Samstagnachmittag zwei M�dchen get�tet und
insgesamt 89 Menschen verletzt worden. Das best�tigt nun eine Mitteilung des Vatikans. Die Zahl der Verletzten liegt damit h�her als zuvor
angenommen. 57 Personen werden momentan in Krankenh�usern behandelt. Vatikanvertreter unter der Leitung von Kardinalstaatssekret�r Tarcisio
Bertone statteten den Verletzten und Angeh�rigen am Sonntagnachmittag einen Besuch ab. Bei den Toten handelt es sich um zwei junge Frauen,
die vor dem Treffen des Papstes mit angolanischen Jugendlichen am Samstagnachmittag im Gemenge vor dem Stadion zu Tode gekommen waren.
Kardinalstaatssekret�r Bertone segnete die beiden Leichname. Eines der Opfer ist noch nicht identifiziert. Der genaue Hergang des Ungl�cks
wird noch untersucht.
“Der Unfall wirft einen traurigen Schatten auf die gro�e Feier am Samstagnachmittag und die Papstreise
insgesamt“,
sagte auch Vatikansprecher Pater Federico Lombardi am Sonntag. Offenbar sei das Ungl�ck offenbar schon
Stunden vor Beginn der Papstveranstaltung im Dos-Coqueiros-Stadion passiert, informiert der Vatikansprecher. Angesichts der Menschenmassen im
Eingangsbereich sei Panik ausgebrochen. Dabei seien zahlreiche Personen verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden. Darunter waren auch
zwei circa 20-j�hrige Frauen, die schlie�lich ihren Verletzungen erlegen seien. Beide waren eigens aus dem angolanischen Hinterland f�r das
Treffen mit Papst Benedikt in die Hauptstadt gekommen.
Von ihrem Tod im Krankenhaus seien der Papst und Vatikanvertreter erst am sp�ten Abend nach der Veranstaltung
informiert worden, so Lombardi. Das wurde an diesem Sonntag auch seitens der angolanischen Beh�rden best�tigt. �Der Papst wusste also
tragischerweise w�hrend der gesamten Feier im Stadion nichts von dem, was passiert war.“ Umso tiefer sei Benedikt von dem Unfall
betroffen, berichtet Lombardi; denn die beiden M�dchen seien ja nur in die Hauptstadt gekommen, um den Heiligen Vater zu treffen."
Sichtlich bewegt hatte der Papst daher am Sonntagmorgen vor Beginn der Messfeier in Luanda den Todesopfern
des Unfalls gedacht und ihren Angeh�rigen sowie den zahlreichen Verletzten sein Mitgef�hl ausgesprochen. Am Nachmittag wollte
Kardinalstaatssekret�r Tarcisio Bertone die verletzten Jugendlichen im Krankenhaus von Luanda besuchen. (rv)
Schlaglicht auf die Jugendlichen in Afrika
Mit einer gro�en Rede hat Papst Benedikt XVI. am Samstag Nachmittag Angolas Jugendlichen Mut gemacht. Der jahrzehntelange B�rgerkrieg
hatte das Land von seiner Zukunft fast abgeschnitten. Die Hoffnung liegt auf der Jugend – doch gerade die hat es nicht leicht,
beschreibt die Ordensfrau Teresa Tulisse Joao. Sie arbeitet in der kirchlichen Jugendseelsorge und hat das Treffen des Papstes mit den
Jugendlichen in Luanda mitorganisiert.
�Die Jugendlichen in Angola m�ssen eine Menge Schwierigkeiten meistern. Es stimmt, sie haben eine gro�e
Lebenslust. Aber mehr als jeder zweite von ihnen hat keine Arbeit. Wenn Sie sich hier umschauen – viele, die oft noch Kinder sind,
versuchen ihr Gl�ck als Stra�enh�ndler. Sie leben von der Hand in den Mund. Von den j�ngeren schaffen es viele nicht, in die Schule zu gehen,
weil in der Familie das Geld fehlt.“
Die Kirche ist an vorderster Front beteiligt, die Lage der Jugendlichen in Angola
zu verbessern. Dabei konzentriert sie sich auf etwas, was ihr seit Jahrhunderten am Herzen liegt: Bildung. Schwester Teresa: �Wir
versuchen, den Kindern und Jugendlichen den Schulbesuch zu erm�glichen. Denn das ist die einzige Basis f�r einen Aufstieg aus dem Elend; nur
mit Bildung finden junge Leute heute �berhaupt irgendeine Arbeit. So betreibt die Kirche in Angola eine Menge Schulen, und es werden mehr.
F�r jene, denen das Lernen nicht liegt, bieten wir auch verschiedene Berufsausbildungen.“ (rv)
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23.03.09
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7. Tag der Afrikareise von Papst Benedikt XVI.
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Abschied in Luanda: Papst fordert gerechte Verteilung der Ressourcen
�Gott segne die S�hne und T�chter Angolas!“ Mit diesen Worten hat sich Papst
Benedikt XVI. am Montag auf dem Flughafen der Hauptstadt Angolas von Afrika verabschiedet. Mit einer Sondermaschine der italienischen
Fluggesellschaft Alitalia ist das Kirchenoberhaupt am Morgen zur�ck nach Rom aufgebrochen.
Zum Abschluss seiner knapp einw�chigen Reise in Kamerun und Angola rief Benedikt zu einer gerechteren
Verteilung der weltweiten Ressourcen auf. Es war die letzte Rede des Papstes w�hrend seines sechst�tigen Aufenthalts auf dem so genannten
�schwarzen Kontinent“ und sie brachte noch einmal das Motto der Reise auf den Punkt: Vers�hnung, Gerechtigkeit und Solidarit�t sind
weltweit notwendig, damit die �rmsten, von B�rgerkriegen geplagten L�nder Afrikas neue Perspektiven finden. Die Angolaner, sagte Benedikt,
habe er als ein �mutiges“ Volk kennengelernt, das �zum Neuanfang entschlossen“ sei:
�Trotz aller Widerst�nde und Hindernisse, hat dieses Volk die Absicht, seine Zukunft aufzubauen und dabei
den Weg der Vers�hnung, Gerechtigkeit und Solidarit�t zu gehen.“
F�r das Land sei eine �Zeit der Hoffnung“ angebrochen, so Benedikt. Er habe in Angola eine
�lebendige“ Kirche kennengelernt, die �trotz vieler Schwierigkeiten voller Enthusiasmus“ sei. Sie k�nne Angola auf dem Weg in
eine bessere Zukunft unterst�tzen, so der Papst weiter, �indem sie den Seelen Frieden stiftet und zu einer br�derlichen Barmherzigkeit
einl�dt, die jeden mit offenen Armen empf�ngt, und zwar im Respekt vor seinen Ideen und Gef�hlen.“
An der Abschiedszeremonie auf dem Flughafen nahmen neben den Bisch�fen des Landes und einer Gruppe
Jugendlicher auch der angolanische Staatspr�sident Edoardo dos Santos und Vertreter aus Politik und Gesellschaft teil. Besonders an sie
appellierte der Papst, sich um die Bed�rfnisse und Hoffnungen der �rmsten zu sorgen. Jeder der ein �ffentliches Amt aus�be, solle dies
nicht nur zum eigenen Vorteil, sondern f�r das Gemeinwohl tun, mahnte das katholische Kirchenoberhaupt:
�Unsere Herzen k�nnen keinen Frieden finden, solange es noch Br�der und Schwestern gibt, die unter Mangel
an Nahrung, Arbeit, Unterkunft oder anderen lebensnotwendigen G�tern leiden. Um diesen unseren Br�dern und Schwestern eine konkrete Antwort
zu geben, m�ssen wir uns zun�chst der Herausforderung der Solidarit�t stellen: Solidarit�t zwischen den Generationen, zwischen Nationen und
Kontinenten. Diese Solidarit�t soll zu einer immer gerechteren Verteilung der Ressourcen unter den Menschen f�hren.“
Er sei traurig, dass sein Aufenthalt in Afrika zu Ende gehe, sagte der Papst. Doch st�nde die n�chste
Begegnung mit dem Kontinent bereits an – dieses Mal im Vatikan. Dort wird im kommenden Oktober die zweite Sonder-Synode der Bisch�fe
zum Thema Afrika tagen. In einem Schlussgebet bat der Papst um Schutz f�r die vielen Fl�chtlinge des Kontinents. Der letzte Gru� des
Kirchenoberhaupts galt den Angolanern wie ganz Afrika:
�Geschwister und Freunde in Afrika, liebe Angolaner – nur Mut! Werdet nie m�de, den Frieden
voranzutreiben, indem ihr Zeichen der Vergebung setzt und an der nationalen Vers�hnung arbeitet, damit Gewalt niemals den Dialog besiegt,
Angst und Ern�chterung die Zuversicht verdr�ngen und Groll die br�derliche Liebe bezwingt. Das ist m�glich, wenn ihr Euch gegenseitig als
Kinder desselben und einzigen Vaters im Himmel anerkennt. Gott segne Angola und seine S�hne und T�chter! Er segne die Gegenwart und die
Zukunft dieser geliebten Nation. Lebt wohl!“ (rv)
Papst zieht Bilanz: �Gastfreundschaft und Liturgiebewusstsein waren gro�artig“
Auf dem R�ckflug des Papstes von Angola Richtung Rom hat Benedikt XVI. nochmals seine Reise Revue passieren lassen. Zwei Eindr�cke
blieben ihm besonders in Erinnerung, so das katholische Kirchenoberhaupt:
�Einerseits gibt es da das Bild einer beeindruckenden Gastfreundschaft, die fast schon �berm��ig wirkt.
Eine Gastfreundschaft, die gepr�gt ist von Freude. Man kann sagen: Afrika in Feststimmung. Mir schien, dass die Afrikaner den Papst als
– sozusagen – �Personifizierung der Kirche als Familie“ ansehen. Somit war die Pr�senz des Papstes in Afrika etwas
wahrlich Freudiges.“
Ein zweiter Aspekt betrifft die Religiosit�t der Afrikaner, so Benedikt XVI. weiter.
�Ich war sehr beeindruckt von der Spiritualit�t bei den Liturgien. Man sp�rte ein starkes Gef�hl f�r das
Heilige. Bei den Liturgiefeiern standen nie die eigenen Gruppen oder die Selbstdarstellung im Mittelpunkt, sondern die Gegenwart des
Heiligen und Gottes selbst. Auch die Bewegungen w�hrend der Zeremonien waren immer voller Respekt und vom Bewusstsein gepr�gt, dass sie f�r
Gott gemacht werden. Das hat mich sehr stark beeindruckt.“
Papst Benedikt XVI. hat bei seiner am Montag beendeten Reise nach Kamerun und Angola die gro�en Themen der
afrikanischen Realit�t wie Vers�hnung, Frieden, Wiederaufbau und echte Demokratie angesprochen. Das betonte Vatikansprecher Federico
Lombardi in seinem Res�mee.
�Der Papst hat auch internationale Solidarit�t, Menschenrechte, gerechte Entwicklung und Gleichheit
gefordert und Korruption verurteilt. Seine Botschaft der Hoffnung wird zweifellos Fr�chte bringen. Die Aufnahme in beiden afrikanischen
L�ndern war f�r den Papst ausgezeichnet. Benedikt XVI. ist mit Begeisterung begr��t worden und hat den Menschen den R�cken gest�rkt.
Zugleich ist der Enthusiasmus auch f�r ihn eine Ermutigung gewesen.“ (rv)
Afrikareise: Ein Gespr�ch mit unserer Korrespondentin
Was bleibt von diesem Papstbesuch in Afrika? Das haben wir nach ihrer R�ckkehr nach Rom unsere Kollegin Birgit Pottler gefragt, die
Benedikt den XVI. in den vergangenen Tagen f�r uns genau beobachtet hat. Wie ist dieser durch und durch europ�ische Papst auf die
Katholiken in Afrika zugegangen? Ist er f�r diese Tage einer von ihnen geworden?
�Es gibt in Kamerun ein Sprichwort: �Ein Baum, der ins Wasser f�llt, ist noch lange kein Krokodil“.
So seltsam dieses Sprichwort f�r uns Europ�er wohl klingen mag, ich denke, es trifft das, was der Papst in Afrika erlebt hat, sehr gut. Er
ist Europ�er geblieben, hat aber f�r die Afrikaner gesprochen. Er hat deren Probleme angesprochen, hat wirklich versucht, sich darauf
einzulassen. Er hat sich ja unter anderem in Yaounde auch mit einem Pygm�enstamm getroffen. Eine Minderheit, die von der Regierung auf alle
m�gliche Weise schikaniert wird. Der Papst ist ihnen begegnet. Das ist ein Zeichen, das denke ich auch von den anderen Ethnien in Kamerun
und Angola sehr stark wahrgenommen wird. Er hat Geschenke entgegengenommen, die typisch afrikanisch waren: aus Ebenholz, aus Kupfer,
Produkte mit denen Afrikaner arbeiten. Er selbst hat aber Geschenke mitgebracht, die europ�isch waren: eine Marienikone, einen Leuchter. Er
hat sich da also keine M�he gegeben, sich zu verstellen. Ich fand das sehr authentisch.“
In Europa hat die Berichterstattung �ber diese Papstreise in Afrika ein Thema ganz klar dominiert. Das war
eine vielleicht etwas k�nstlich losgetretene Kondomdebatte. In Afrika war das nicht wirklich ein Thema, oder?
�Es war erst am dritten Besuchstag in Afrika ein Thema, als die Meldungen aus Europa den Kontinent erreicht
hatten. Dann haben einige Zeitungen dieses Thema - relativ unkommentiert – aufgenommen, aber f�r die Afrikaner spielte es weiterhin
keine Rolle. Wir sind auf der R�ckreise aus Afrika zur Zwischenlandung drei Stunden in Paris gewesen, wo ich Gelegenheit hatte, die
franz�sischsprachige Presse zu lesen - und bei mir hat sich, und ich glaube auch bei den Kollegen aus dem Radio-Vatikan-Team, eine Mischung
aus Traurigkeit und Zorn eingestellt. Denn man kann die Aussage des Papstes und die Vatikanhaltung zur Verteilung von Kondomen mit
Sicherheit noch einmal unterschiedlich bewerten, aber davon abgesehen ist die Konzentration auf diese Debatte wirklich etwas, was der
ganzen Afrikareise nicht gerecht wird. Er hat �ber Aids ja gar nicht mehr in dieser Ausf�hrlichkeit gesprochen. Es war f�r ihn ein Beispiel
der Menschen, die leiden. Es waren viele andere Themen wichtig. Von daher wird diese Berichterstattung in der westlichen Welt dem Anliegen
des Papstes nicht gerecht und es wird aber auch dem Engagement der Kirche in Afrika nicht gerecht.“
Was wird denn f�r die Kirche Afrikas von diesem Papstbesuch bleiben?
�Mit Sicherheit nicht die Aids-Debatte, sondern die Punkte, die er angesprochen
hat. Die bleibende Sorge der Kirche f�r die Menschen, die leiden. Er hat verschiedene Beispiele herausgegriffen, die aber auch alle zum
Beispiel im �Instrumentum laboris“, in diesem Arbeitspapier f�r die Synode, benannt sind. Er sprach das Problem der Korruption an, er
forderte Frieden und Gerechtigkeit, er mahnte die reichen L�nder zu mehr Einsatz in Afrika und vieles mehr. Nichts was der Papst gesagt
hat, w�re nicht auch von den Bisch�fen, von den Bischofskonferenzen schon benannt worden. Es ist von daher f�r die Kirche Afrikas jetzt ein
neuer Ruck, eine neue Best�tigung: jawohl, wir m�ssen auf diesem Weg weitergehen.“ (rv)
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25.03.09
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Bisch�fe weisen Kritik der Piusbr�der zur�ck
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Die Deutsche Bischofskonferenz hat die Vorw�rfe der traditionalistischen
Piusbruderschaft zur�ck gewiesen. Die Priesterbruderschaft greife �unser Verst�ndnis von Demokratie“ an und setze es herab, sagte
der Bischofskonferenzvorsitzende Erzbischof Robert Zollitsch an diesem Mittwoch bei einer Veranstaltung in Berlin. Der Generalobere
der Priesterbruderschaft, Bernard Fellay, habe mit der Erkl�rung vom Dienstag �seine tats�chliche Geisteshaltung“ gezeigt, sagte
Pressesprecher Matthias Kopp am Dienstag Abend in Bonn. Fellay hatte in einem im Internet verbreiteten Text die Deutsche
Bischofskonferenz direkt angegriffen. W�rtlich hie� es: �Wir sind besonders angewidert von der Haltung des deutschen Episkopats, der uns
unabl�ssig seine unbarmherzige Feindseligkeit gezeigt hat, die jeder N�chstenliebe entbehrt.“ Einige Bischofskonferenzen h�tten die
Kontroverse um die Bruderschaft genutzt, um �einen offenen Aufstand“ gegen den Papst zu f�hren. Pressesprecher Kopp dazu: �Wir
verbitten uns den Vorwurf, einen offenen Aufstand gegen den Papst gef�hrt zu haben. Im �brigen weisen wir die Anschuldigung
unbarmherziger Feindseligkeit entschieden zur�ck.“ Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig M�ller forderte die Priesterbruderschaft
zur Selbstkritik auf. Fellays Kommunique wertete er als �Versuch, einen Keil zwischen den Papst und die deutschen Bisch�fe zu
treiben“. Damit �werden sie aber keinen Erfolg haben“, sagte M�ller der Katholischen Nachrichten-Agentur in Regensburg.
Bischof M�ller betonte, alle deutschen Bisch�fe seien vom Papst ernannt und st�nden in voller Gemeinschaft mit ihm. Die Pius-Bisch�fe
hingegen seien illegal geweiht und sollten daher �in ihren �u�erungen deutlich zur�ckhaltender sein“. Bei ihrer Vollversammlung
Anfang M�rz hatten die deutschen Bisch�fe sich deutlich von der traditionalistischen Priesterbruderschaft distanziert und eine gemeinsame
Erkl�rung verabschiedet. Der Vorsitzende Erzbischof Robert Zollitsch betonte damals: �Wir m�ssen feststellen, dass die
Priesterbruderschaft Pius X. sich von sich aus von der katholischen Kirche abgespalten hat. Es liegt nun an der Bruderschaft, das Schisma
zu �berwinden und durch einen Prozess der Wiedereingliederung die Einheit mit dem Papst und der katholischen Kirche wieder
herzustellen.“ Der deutsche Episkopat selbst werde nicht das Gespr�ch mit der Piusbruderschaft suchen, erkl�rte Zollitsch. Die
Kl�rung m�sse n�mlich auf weltkirchlicher Ebene erfolgen. Die in Deutschland losgetretene Debatte sei allerdings auch eine Chance, das
Zweite Vatikanische Konzil und seine Dynamik neu ins Bewusstsein der Katholiken zu bringen. �Denn die entscheidende Sorge f�r uns ist die
St�rkung und Erneuerung des kirchlichen Lebens und seine Bezeugung hier in Deutschland. Wir hoffen, dass es jetzt auch zu einem
entsprechenden Neuanfang kommt.“ Die nach der Aufhebung der Exkommunikation seitens der Piusbr�der angek�ndigten weiteren Weihen
bezeichnete Zollitsch als eine Art �Kampfansage“ an die Kirche und einen Versto� gegen die kirchliche Ordnung. Sollte die
Piusbruderschaft ihr Verhalten nicht �ndern, sei eine erneute Exkommunikation f�r ihn die �innere Konsequenz“, so Zollitsch. Die
Priesterbruderschaft zeigt sich von dieser Warnung seitens der katholischen Bisch�fe unbeeindruckt: Die f�r Ende Juni angek�ndigten
Priesterweihen wurden nicht abgesagt: �Die �brigen Weihen werden wie vorgesehen stattfinden; es stand niemals zur Debatte, sie zu
unterlassen", so Fellay. �Wir wissen, dass unsere Lage in Bezug auf das Kirchenrecht unvollkommen ist.“ Diesem Recht zufolge
auf Weihen zu verzichten, w�rde aber �das Leben unserer priesterlichen Gemeinschaft ersticken“. Anlass der Erkl�rung Fellays ist
die Verlegung einer urspr�nglich in Bayern geplanten Weihe von Subdiakonen der Bruderschaft. Der Generalobere teilte mit, die f�r Samstag
geplante Weihe von Subdiakonen in Zaitzkofen werde an den Sitz des Mutterhauses nach Econe im schweizerischen Wallis verlegt. Die
Bruderschaft verstehe dies als eine �Geste der Beruhigung“. Die Ortsverlegung entspreche einem Wunsch Roms. Eine Absage habe jedoch
zu keinem Zeitpunkt zur Debatte gestanden.(rv)
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25.03.09
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Kamerun: �Medien verdunkeln Papst-Botschaft f�r Afrika“
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Die Debatte �ber die Afrikareise des Papstes und die ablehnende Haltung des Vatikans zu Kondomen als
scheinbar allein erfolgreiche Methode im Kampf gegen die Ausbreitung von Aids h�lt an. Jetzt haben die Bisch�fe Kameruns die westliche
Berichterstattung �ber die Afrikareise des Papstes kritisiert. Der Umgang bestimmter Pressevertreter mit den Aussagen des Papstes �ber
den Kampf gegen Aids und den Gebrauch von Kondomen sei �unverantwortlich“ und habe versucht, die Mission der Reise in den
Schatten zu stellen, hei�t es in einer an diesem Mittwoch verbreiteten Erkl�rung der Bischofskonferenz. Gleichzeitig rufen die
Oberhirten Kameruns die Christen zu einem verantwortlichen Umgang mit der Sexualit�t und die Kirche zum vielf�ltigen Einsatz im Kampf
gegen Aids auf. Die westlichen Medien h�tten die wesentlichen Aspekte der Reise Benedikts XVI. nach Afrika nicht beachtet,
kritisieren die Bisch�fe und benennen Papstworte zu Armut, Vers�hnung, Gerechtigkeit und Frieden. Das fehlende Medienecho in diesen
Fragen sei umso tragischer, da bekannt sei, wie viele Menschen Opfer von B�rgerkriegen und Hungersn�ten oder anderer Krankheiten
w�rden; diese Dramen w�rden in der �ffentlichkeit nicht wahrgenommen. Mit ihrer verk�rzten Berichterstattung h�tten die Medien �berdies
das Engagement der Kirche f�r die Kranken auf die Kondomfrage reduziert und die Worte des Papstes in ein falsches Licht gestellt, so
die Bisch�fe weiter. Der Papst stelle �den Menschen in den Mittelpunkt seiner Sorge“ und erinnere �an die Lehre Christi und
der Kirche“. Diese Lehre spreche von der W�rde eines jeden Menschen als Adoptivkind Gottes. Die katholische Kirche k�mpfe daher
t�glich und auf vielf�ltige Weise gegen die Ausbreitung von Aids, versorge die Kranken, begleite sie und ihre Familien. Das sei die
erste Botschaft des Papstes gewesen. Der zweite Aspekt: Die Kirche k�nne sich nicht aus ihrer Pflicht stehlen, als moralische Kraft
zu ehelicher Treue und zu Abstinenz aufzurufen. Jeder au�ereheliche Geschlechtsverkehr sei gef�hrlich und unterst�tze die Ausbreitung
des HI-Virus, so die Bisch�fe weiter. Die Menschen in Kamerun h�tten die Botschaften des Papstes - anders als die westlichen Medien -
sehr wohl verstanden und das Kirchenoberhaupt mit Freude und Enthusiasmus aufgenommen. (rv)
Kardinal aus dem Senegal: �Afrikaner k�nnen selbst denken“
Die westliche Welt solle aufh�ren, Afrika zu bevormunden. Das forderte gegen�ber Radio Vatikan der Erzbischof von Dakar im Senegal,
Kardinal Theodore-Andrien Sarr. Er kritisierte scharf die einseitige Berichterstattung westlicher Medien �ber den Kampf gegen
Aids. �Der Westen muss endlich zulassen, dass die Afrikaner so reagieren, wie sie es f�r richtig halten. Die Afrikaner leben auf
ihre Art und Weise und denken auf ihre Art und Weise. Der Westen muss nicht f�r uns denken. Was passiert ist, ist sehr, sehr schade!
Von dieser Reise h�tte es so viel Sch�nes und Wichtiges zu berichten gegeben, doch Einige hatten nichts als Polemik im Sinn. Im
Verh�ltnis zu den �brigen Inhalten der Reise ist diese Polemik sogar noch aufgebauscht worden. Es wird immer wichtiger, dass der Westen
und seine Bewohner von dieser Meinung abkommen, dass nur sie Tr�ger der Wahrheit sind, dass nur ihre Meinung und ihre Ideen
z�hlen.“ Kardinal Sarr berichtet im Gespr�ch mit uns vom gemeinsamen Kampf gegen Aids im Senegal von Christen und Moslems. Die
Erfahrung zeige, das Kondom sei nicht die einzige Waffe gegen die Immunschw�chekrankheit: �Wir haben uns im Auftrag des Pr�sidenten
engagiert und gemeinsam Abstinenz und Treue gepredigt. Wenn heute die Ansteckungsrate im Senegal niedrig ist, dann bestimmt auch, weil
die Religionsgemeinschaften auf moralische Verhaltensweisen gepocht haben. … In einigen L�ndern Afrikas mag diese Position
schwierig sein, weil die Gewohnheiten anders sind. Doch Afrika ist in sich verschieden, und es gibt sehr wohl Gesellschaften, die den
Begriff von Abstinenz und Treue kennen und ihn auch f�rdern.“ Was wird von dieser ersten Afrikareise Benedikts XVI. bleiben?
Sicher die Debatten um den Lebensschutz und die Aidsvorsorge, meint der Senegalese. Aber er betont auch: �Vielleicht wollte der
Papst ja auch uns Afrikaner, vor allem uns Bisch�fe, daran erinnern, dass es besser ist, wenn wir selbst und f�r uns selbst denken. Wir
sollen das Evangelium und seine Werte leben und sie selbst verbreiten. Unsere Art, die Dinge zu sehen und unsere Art zu handeln ist
wirksam, auch wenn sie nicht dem entspricht, was andere uns vorschlagen.“ (rv)
Vatikansprecher: Afrikareise �im Zeichen von Realismus und Hoffnung“
�Ich hatte die M�glichkeit, V�lkern zu begegnen, die fest mit geistlichen Traditionen verwurzelt sind und sich
danach sehnen, dass ihr Wohlstand im rechten Ma� w�chst.“ So beurteilt Papst Benedikt XVI. nach seiner R�ckkehr die Pastoralreise
nach Afrika in einem Telegramm an Italiens Staatspr�sident Giorgio Napolitano. Vatikansprecher Pater Federico Lombardi spricht
r�ckblickend von einer Reise �im Zeichen von Realismus und Hoffnung“. Gegen�ber Radio Vatikan sagte der Jesuit:
�Der Papst hat die Realit�ten Afrikas auf konkrete Weise erlebt. Er hat die gro�en Probleme des
Kontinents beleuchtet, aber er hat auch dazu ermuntert, mit einer christlichen Brille nach vorne zu schauen. Diese Botschaft der
Hoffnung gilt nat�rlich allen Christen weltweit, aber f�r Afrika kann dieser Ausdruck besondere Bedeutung haben, gerade weil wir um die
dramatischen Probleme des Kontinents wissen. Die Einladung zur Hoffnung ist dringlich, und es ist richtig, dass der Papst an den gro�en
Wert dieser Tugend f�r alle Christen, die auf diesem Kontinent wirken, erinnert hat.“
W�hrend die Begegnung mit Jugendlichen auf Pastoralreisen zur Tradition geworden sei, wollte der Papst
diesmal den Frauen besondere Aufmerksamkeit schenken, betont Lombardi:
�Im Bewusstsein ihrer fundamentalen Rolle bei der Weitergabe des Lebens, im Zentrum der Familie aber
auch der Gesellschaft. Die Frau hat auch Gaben und Charismen, die zu Verst�ndnis, zu Dialog und zu gegenseitigem Respekt
verhelfen.“
Es sei eine gute Entscheidung gewesen, noch vor der Sonderbischofsversammlung f�r Afrika im Oktober
nach Kamerun und Angola zu reisen, meint Lombardi. Dass der Papst pers�nlich das Instrumentum Laboris �berreicht habe, gebe den
Vorbereitungen der Synode einen entscheidenden Impuls:
�Das zeigt, dass der Papst und die Weltkirche gro�es Interesse an diesem Ereignis haben, es verfolgen,
daran teilhaben m�chten und es im Gebet begleiten.“
Schon w�hrend der fliegenden Pressekonferenz hatte Benedikt XVI. schmunzelnd auf die Frage nach dem
Mythos seiner Einsamkeit im Vatikan reagiert. Nach der R�ckkehr aus Afrika und den Bildern jubelnder Menschen am Stra�enrand betont der
Papstsprecher:
�Von Einsamkeit kann man wirklich nicht sprechen. Wir haben ja gesehen, dass auch die Bisch�fe in den
letzten Monaten ihre Solidarit�t zum Ausdruck bringen wollten. Wir haben den Enthusiasmus und die offenen Arme zahlreicher V�lker
gesehen. Der Papst f�hlt sich nicht allein, weder was die Leitung der Kirche angeht, noch was die Menschen angeht, denen er
begegnet.“
In Afrika wurden die kirchlichen wie politischen Ansprachen des Papstes auch in den Medien positiv
dargestellt. Zum Widerspruch zur Berichterstattung in den westlichen Medien konstatiert Lombardi:
�Ich habe den Eindruck, dass es f�r den Westen schwierig ist, die besondere
Einstellung zu begreifen, mit der die Kirche Entwicklung und Fortschritt der V�lker sieht. … Ich habe, an der Seite des Papstes,
diese hunderttausenden Menschen gesehen: Das sind keine Nummern, keine Tiere, die es einzugrenzen, oder mit Macht, mit
wirtschaftlichen, polizeilichen oder sonstigen Ma�nahmen zu regieren gilt. Das sind Personen. Hinter jedem Gesicht sieht die Kirche
eine Person mit unendlicher W�rde, eine Person die dazu gerufen ist, ihre Verantwortung wahrzunehmen und zu wachsen. Das scheint in
vielen der Positionen, die wir in diesen Tagen zu Afrika und seiner Zukunft geh�rt haben, zu fehlen.“ (rv)
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26.03.09
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Papst-Programm f�r Nahostreise vorgestellt
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Der Vatikan hat den Besuch Papst Benedikts im Heiligen
Land nun auch offiziell best�tigt. Vom 8. bis 15. Mai reist Benedikt XVI. nach Jordanien, Israel und in die Pal�stinensergebiete. Es
ist die mit Abstand dichteste Reise, die Papst Benedikt in seinem bisherigen Pontifikat absolviert hat. Vorgesehen sind nicht weniger
als 25 Reden, vier �ffentliche Gottesdienste und zwei Vespern, �kumenische und interreligi�se Begegnungen sowie Besuche in
karitativen Einrichtungen. Im Mittelpunkt der als Pilgerreise apostrophierten Visite steht der Besuch der wichtigsten Wirkungsst�tten
Jesu.
Die ersten drei der sieben Tage verbringt Papst
Benedikt in Jordanien. Am Tag seiner Ankunft, dem 8. Mai, besucht er – wie schon sein Vorg�nger Johannes Paul II. im Jahr 2000
- das katholische Behindertenzentrum �Regina Pacis“ und wird im Anschluss zum H�flichkeitsbesuch vom jordanischen K�nigspaar in
dessen Palast empfangen.
Am Samstag pilgert er nach einem privaten Gottesdienst
in der Nuntiatur von Amman, die dem Papst in Jordanien auch als Herberge dienen wird, zur Basilika des Moses auf dem Berg Nebo. Von
hier hatte der biblischen �berlieferung zufolge Moses erstmals das "Gelobte Land" erblickt, als er sein Volk aus
�gyptischer Gefangenschaft heimf�hrte. Danach besucht der Papst die Al-Hussein-bin-Talal-Moschee und trifft sich mit Muslim-F�hrern
sowie Diplomaten. Die Vesper feiert er mit Priestern, Ordensleuten und Seminaristen in der griechisch-melkitischen Georgskathedrale
in Amman.
Am Sonntag steht im Stadium von Amman ein Gottesdienst
auf dem Programm. Am Nachmittag pilgert der Papst zu der Stelle am Jordan, an der Jesus von Johannes die Taufe empfing.
Am Montag, den 11. Mai, landet der Papst in Israel auf
dem Internationalen Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv. In Jerusalem empf�ngt ihn der israelische Staatspr�sident zum
H�flichkeitsbesuch. Gleich im Anschluss besucht Benedikt die Holocaust-Gedenkst�tte Yad Vashem in Jerusalem und h�lt dort eine Rede.
Am Abend trifft er sich mit Exponenten des interreligi�sen Dialogs.
Am Dienstag stattet Benedikt nach einem Besuch im
Felsendom dem Gro�mufti von Jerusalem einen H�flichkeitsbesuch ab. Im Anschluss besucht er die Klagemauer. Der n�chste
H�flichkeitsbesuch gilt den beiden Gro�rabbinern der Heiligen Stadt. Zu beiden Begegnungen wird der Papst eine Rede halten. Im Tal
Josafat feiert Benedikt am Nachmittag eine Heilige Messe.
Auf dem Krippenplatz in Bethlehem zelebriert der Papst
dann am Mittwoch, dem 13. Mai, die Messe. Am Nachmittag steht ein privater Besuch in der Geburtsgrotte auf dem Programm, danach ein
Besuch im Caritas Baby Hospital und im Aida-Fl�chtlingslager von Bethlehem, wo der Papst eine Rede halten wird. Es folgt ein
H�flichkeitsbesuch beim Pr�sidenten der Pal�stinensischen Autonomiebeh�rde im Pr�sidentenpalast von Bethlehem.
Am Donnerstag zelebriert der Papst auf dem �Berg des
Herabsturzes“ in Nazareth die Heilige Messe. Nach einem Mittagessen mit dem �rtlichen Klerus und der Gemeinschaft der
Franziskaner in deren Konvent folgt dort eine Begegnung mit dem israelischen Premierminister. Die n�chste Rede h�lt der Papst in der
Verk�ndigungsbasilika in Nazareth bei einer Begegnung mit Religionsf�hrern von Galil�a. Am selben Ort feiert Benedikt mit Bisch�fen,
Priestern, Ordensleuten und Seelsorgern von Galil�a die Vesper.
Am letzten Tag des Besuches
kommt es zu einer �kumenischen Begegnung am Sitz des griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem. Nach einem Besuch der
Grabeskirche macht Benedikt einen Abstecher zur armenischen Patriarchalkirche des Heiligen Jakob. Letzter offizieller Programmpunkt
ist die Verabschiedung auf dem Internationalen Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv. (rv)
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4/2009
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01.04.09
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Vatikan: �Santo subito – aber nach gr�ndlicher Pr�fung“
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Der
Heilige Stuhl will beim Seligsprechungsprozess f�r Papst Johannes Paul II. nichts �berst�rzen. Das sagte der Pr�fekt der
Heiligenkongregation, Erzbischof Angelo Amato, im Gespr�ch mit uns. Der Prozess k�nne dank einer Entscheidung des Papstes
�beschleunigt vorangehen“, so Amato: �Das bedeutet, dass er nicht in die anderen F�lle eingereiht wird, von denen derzeit
mehr als tausend auf ein Urteil warten.“ �Weil es sich um einen so bekannten und geliebten Papst handelt, verpflichtet
die Schnelligkeit allerdings zu gro�er Genauigkeit – in der Methode, im Inhalt und im Respekt vor den vorgesehenen
Prozeduren. Schnelligkeit bedeutet also nicht Eile oder Oberfl�chlichkeit, sondern impliziert im Gegenteil Detailgenauigkeit und
Professionalit�t.“ In der polnischen Heimat Johannes Pauls wird spekuliert, dass
dieser vielleicht schon im Oktober zur Ehre der Alt�re erhoben wird oder am 2. April n�chsten Jahres, an seinem f�nften Todestag.
Amato macht bei solchen Spekulationen nicht mit: �Der di�zesane Prozess ist im Mai 2007 zu Ende gegangen. Seit
November 2008 gibt es in unserer Kongregation die so genannte �Positio“, die von den theologischen Beratern einer ersten
Pr�fung unterzogen wird. Wie lange diese Pr�fung dauert, l�sst sich nicht voraussagen. Wenn sie vor�ber ist, wird das Urteil von
Kardin�len und Bisch�fen eingeholt und kommt dann zum Papst: f�r das Dekret der �Verehrungsw�rdigkeit“. Dieses Dekret ist
wichtig, weil es den heroischen Tugendgrad feststellt. Auch das mutma�liche Wunder wird gepr�ft, unter anderem von Medizinern,
Theologen sowie Kardin�len und Bisch�fen. Das Resultat wird dann dem Heiligen Vater f�r seine abschlie�ende Entscheidung
unterbreitet. Erst wenn alle diese Prozeduren genau eingehalten worden und zu einem Abschluss gebracht sind, wird man von einem
eventuellen Datum f�r eine Seligsprechung reden k�nnen. Heute wissen wir nicht, wann das sein wird!“ Papst Benedikt wird an diesem Donnerstagabend eine Messe zur Erinnerung an seinen Vorg�nger feiern, der am 2.
April 2005 starb. �Ich glaube, dass der Wunsch nach einer baldigen Seligsprechung, den ja nicht nur die polnische
Nation, sondern viele in der Kirche haben, auch von Papst Benedikt geteilt wird – und auch von unserer Kongregation. Die Zeit
des Wartens auf eine m�gliche Seligsprechung sollte weniger von Neugier gepr�gt sein als von spirituellem Eifer, Gebet und
Apostolat.“ (rv)
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03.04.09
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Papst Benedikt trauert um den italienischen Kardinal Umberto Betti
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Der
Franziskaner starb am Mittwoch im Alter von 87 Jahren in einem Kloster bei Florenz. Er war in den 90er-Jahren Rektor der
P�pstlichen Lateran-Universit�t und wurde im Jahre 2007 zum Kardinal kreiert. Benedikt w�rdigte in einem Kondolenztelegramm �den
eifrigen Dienst, den der verstorbene Kardinal und sachkundige Theologe als Konzilsperitus und dann als Berater der
Glaubenskongregation, des Staatssekretariats und als Rektor der P�pstlichen Lateran-Universit�t“ geleistet hatte. (rv)
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03.04.09
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London hat einen neuen Oberhirten
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Papst Benedikt hat an diesem Freitag Vincent
Gerard Nichols zum Erzbischof von Westminster ernannt. Der 63-j�hrige folgt auf Kardinal Cormac Murphy O'Connor, dessen
altersbedingten R�cktritt der Papst am gleichen Tag annahm. Nichols war zwischen 1992 und 2000 bereits Weihbischof in
Westminster, dem britischen Hauptstadt-Bistum. Wie Murphy O'Connor d�rfte auch der neue Metropolitan-Erzbischof bei
n�chster Gelegenheit den Kardinalspurpur erhalten. Innerhalb Englands hat Nichols sich als Vork�mpfer konfessioneller Schulen
sowie durch �kumenische Arbeit und seinen Einsatz f�r den interreligi�sen Dialog einen Namen gemacht. (rv)
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10.04.09
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Vatikan/Deutschland: Piusbruderschaft lehnt erneuerte Judenf�rbitte ab
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Die
traditionalistische Priesterbruderschaft St. Pius X. lehnt die von Papst Benedikt XVI. neu formulierte Karfreitagsf�rbitte
f�r die Juden ab. Man werde am Karfreitag weiterhin f�r die Bekehrung der Juden beten, teilte die Bruderschaft an diesem
Donnerstag mit. Die entsprechende F�rbitte geh�re zur �uralten Tradition der Kirche“ und gehe in ihrem Wortlaut auf das
vierte Jahrhundert zur�ck. Jeder habe das Recht, �seine Gebete so zu formulieren, �wie es ihm der pers�nlich gefundene Glaube
nahe legt“, hei�t es in der Aussendung der Piusbruderschaft, die vom Distriktoberen P. Franz Schmidberger unterzeichnet
ist. Die Ablehnung der neuen Fassung der F�rbitte gelte f�r die gesamte Bruderschaft, f�gte er auf Anfrage hinzu.
Nach Schmidbergers
Darstellung soll auch das alte Gebet weder provozieren noch �in irgendeiner Weise die religi�sen Gef�hle von
Nichtkatholiken“ verletzen. Die Priesterbruderschaft sieht sich �von dem Wunsch beseelt“, dass �gerade in
Deutschland wieder eine theologische Auseinandersetzung zwischen Juden und Katholiken stattfindet“. Zu sehr w�rden
Gespr�che �ber den Glauben �durch historische Belastungen erschwert“. In ihrer Aussendung verwirft die Piusbruderschaft
– unter Verweis auf Papst Pius XI. (1929-1939) - den Antisemitismus. Auch Zwangsmissionierung schlie�t sie aus.
Kritik �bte
Schmidberger am Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Dieses hatte jeder Form der Judenmission eine klare Absage
erteilt. Die katholische Laienorganisation entferne sich damit �weit von der Heiligen Schrift und der Sendung der
katholischen Kirche“.
Papst Benedikt
hatte vor einem Jahr die F�rbitte f�r die au�erordentliche Form des r�mischen Messritus neu formuliert. Im alten Formular von
1962 – jenem, das die Piusbruderschaft jetzt weiterhin verwendet – ist von einer �Verblendung jenes Volkes“
die Rede, das �aus seiner Finsternis entrissen“ werden soll. Gegen diese Formulierung war Widerstand von j�discher,
aber auch von katholischer Seite laut geworden. Weil die katholische Kirche ihr Verh�ltnis zum Judentum im II. Vatikanischen
Konzil (1962-1965) auf eine neue Grundlage gestellt hatte, entschloss sich der Papst, den Gebetstext neu zu formulieren.
Die
Situation war entstanden, weil Papst Benedikt zuvor mit seinem Erlass �Summorum Pontificum“ vom Juli 2007 die alte Form
der r�mischen Liturgie als �au�erordentlichen Ritus“ wieder zugelassen hatte. Traditionsverbundene Gruppen, darunter
die Piusbruderschaft, feiern die Messe nach den alten B�chern, die bis zum Konzil in Gebrauch waren. (rv)
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12.04.09
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Papst auf dem Palatin-H�gel
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Der bald 82-j�hrige Papst verfolgte die Kreuzweg-Prozession auf
dem Palatin-H�gel oberhalb des Kolosseums. Ein von Gl�ubigen getragenes Holzkreuz �bernahm er erst ganz am Schluss. Bei der
Prozession wird der Leidensweg Jesu am Tag seiner Kreuzigung symbolisch nachgestellt. Die Meditationen an den insgesamt 14
Stationen des Kreuzweges, der vom Kolosseum bis zum Palatin-H�gel f�hrte, stammten von dem indischen Erzbischof Thomas
Menamparampil. Er formulierte seine Betrachtungen nach eigenen Worten als �Hymnus der Hoffnung“. W�hrend des Gebets
trugen abwechselnd Gl�ubige aus unterschiedlichen Regionen der Welt ein schlichtes Holzkreuz. Stellvertretend f�r die
Leidenden �bernahmen ein junger Rollstuhlfahrer und ein Kranker gemeinsam mit Betreuern das Kreuz f�r einige Stationen.
Meditationstext �ber Hoffnung
Die Gebete des Kreuzweges riefen gegen Angst und globale Probleme zu neuer Hoffnung auf. �Unter der Oberfl�che von
Naturkatastrophen, Kriegen, Revolutionen und Konflikten aller Art gibt es eine stille Gegenwart, ein zielgerichtetes
g�ttliches Handeln. Sie bleibt verborgen in der Welt, in der Gesellschaft, im Universum“, hie� es in dem Text des
indischen Erzbischofs. Anhand der Stationen des Leidenswegs Jesu riefen die Meditationen zu Gewaltverzicht auf. Menamparampil
zitierte Franz von Assisi, Mahatma Gandhi, Rabindranath Tagore und Mutter Teresa.
Ohne auf die Ausschreitungen militanter Hindus gegen Katholiken
im vergangenen Herbst in Indien konkret einzugehen, sprach die Meditation von neuen Martyrien. �Jesus leidet weiter, wenn die
Gl�ubigen verfolgt werden“, hie� es. Die Kreuzweg-Andacht kritisierte eine �ffentliche Verspottung und Aufgabe von
Werten. Gewalt gegen Frauen und Kinder, ethnische Konflikte, Folter und Menschenrechtsverletzungen wurden verurteilt.
Zugleich erinnerte der Text an die Verantwortung f�r eine gemeinsame Zukunft und warnte vor Raubbau und Umweltverschmutzung.
Papst erinnert an heutige Leidenden Der Papst erinnerte zum Abschluss des
Kreuzweges an die gegenw�rtig Leidenden. Jesus habe alle menschlichen �ngste auf sich genommen.
�Sein Antlitz spiegelt sich in dem jedes gedem�tigten und
verletzten Menschen, jedes Kranken und Leidenden, Einsamen, Verlassenen und Verachteten.“
Via Crucis: �Ich bin stolz, dass ich Kreuz tragen durfte“ Zehntausende
Gl�ubige sind beim Kolosseum dem symbolischen Leidensweg Christi gefolgt. Unter ihnen war auch die indische Ordensfrau
Vilemna Solome. Sie stammt aus Kerala, demselben Ort wie Erzbischof Thomas Menamparampil. Er hat die diesj�hrigen
Meditationstexte f�r die 14 Stationen des Leidenswegs Christi vom Garten Gethsemani bis zum Kreuz geschrieben. Die indische
Ordensfrau durfte von der siebten bis zur neunten Station das Kreuz tragen. Diese Ehre kam ihr zuteil, nachdem sie vor
wenigen Wochen im Vatikan angefragt hatte, ob sie die Aufgabe �bernehmen d�rfe. Es sei ihre erste Romreise und daher auch das
erste Mal, dass sie am Kreuzweg im Kolosseum teilnehmen w�rde. Gegen�ber Radio Vatikan �u�ert sie ihre Freude �ber ihre
besondere Rolle bei der Via Crucis:
�Wenn ich denke, dass wir Christen in Indien so viel leiden,
dann f�hle ich mich sehr privilegiert, hier in Rom zu sein. Hindu-Fundamentalisten verfolgen vor allem Katholiken. In Kerala
und in ganz Nordindien ist der christliche Glaube aber sehr stark. Wir haben n�mlich keine Angst vor den Angriffen und
schauen mit Zuversicht auf die Zukunft. Wir sind stolz, dass unser Erzbischof diesen Meditationstext schreiben durfte. Alle
Katholiken in Indien sind gl�cklich dar�ber. F�r Kerala und ganz Nordindien ist das ein gro�artiger Tag.“ (rv)
Papst-Prediger: �Leid bleibt ein Geheimnis“ Papst Benedikt XVI.
hat am Karfreitag des Leidens und Sterbens Jesu gedacht. Im Petersdom fand dazu ein Wortgottesdienst statt. Die Auslegung der
biblischen Leidensgeschichte hielt – wie es seit Jahren �blich ist – der p�pstliche Hausprediger. Kapuzinerpater
Raniero Cantalamessa sprach �ber das Leid in der heutigen Zeit. Die Feier war gepr�gt von Stille und Andacht. Zahlreiche
Kurienkardin�le, Bisch�fe und Botschafter beim Heiligen Stuhl nahmen an der Zeremonie der Kreuzverehrung teil. Nach
katholischer Tradition findet am Karfreitag, dem Ged�chtnistag des Todes Jesu, keine Messe statt. Benedikt verharrte kniend
vor dem Kreuz und betete still. Im Lauf der Feier beteten Papst und Gl�ubige f�r die gro�en Anliegen der Kirche. Die
F�rbitten wurden in zehn Sprachen vorgetragen. Benedikt XVI. antwortete auf jede der Bitten mit dem lateinischen Gebet, das
die Liturgie nach der Reform des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) vorsieht. Der p�pstliche Hausprediger, Raniero
Cantalamessa, wies in seiner Bibel-Auslegung auf die Atheisten-Kampagne in London hin. Auf den Bussen der englischen
Hauptstadt wurde mit dem Slogan geworben: �Vielleicht gibt es keinen Gott, also genie� dein Leben“. Der Kapuzinerpater
kritisierte diesen Spruch. Er sei zynisch gegen�ber Leidenden. Auch mit Bezug auf das Erdbeben in den Abruzzen sagte der
Kapuziner, das Leid bleibe ein Geheimnis, insbesondere das Leid Unschuldiger, �aber ohne Glaube an Gott wird es noch
absurder“. Man nehme den Menschen so �noch die letzte Hoffnung auf Erl�sung“. Atheismus sei ein �Luxus, den sich
nur die Privilegierten des Lebens erlauben k�nnen“. Zugleich kritisierte Cantalamessa Profitgier und selbsts�chtiges
Verhalten als S�nde und eigentliche Wurzeln der weltweiten Wirtschaftskrise. Finanz- und Wirtschaftseliten seien zu einer
�irren Lokomotive“ geworden, die �ungebremst weiterfuhr, ohne sich �ber den Zug Gedanken zu machen, der weit hinten auf
den Gleisen liegengeblieben war“. (rv)
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16.04.09
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Vatikan: Papst feiert Geburtstag
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Feststimmung im Vatikan: An diesem Donnerstag darf Benedikt 82 Geburtstagskerzen ausblasen. Der Papst
feiert seinen Geburtstag in diesem Jahr in Castel Gandolfo. Im vergangenen Jahr war der Papst an seinem Geburtstag im
Wei�en Haus anl�sslich seines Besuchs in den USA. Beim Wiegenfest 2009 geht es also ruhiger zu: Nach den Strapazen der
Osterfeiertage verbringt Benedikt XVI. seinen 82. Geburtstag in kleinstem Kreis. Benedikt XVI. wurde am Karsamstag, 16.
April 1927, als drittes Kind des Gendarmen Joseph Ratzinger und seiner Frau, der K�chin Maria Ratzinger, in Marktl geboren.
Noch am selben Tag wurde er in der Marktler Pfarrkirche St. Oswald getauft. Die unmittelbare Verbindung von Geburt und
Taufe mit dem �Triduum Sacrum“, den �Drei Heiligen Tagen“, hat er stets als eine besondere Verbindung seines
Lebensweges mit dem Ostergeheimnis verstanden und betont. In Ratzingers Werk �Salz der Erde“ heisst es: �Die
Religion war ein Bestandteil des Lebens. Schon durch das gemeinsame Gebet. Zu allen Mahlzeiten wurde gebetet. Wenn es
irgendwie vom Schulrhythmus her m�glich war, gingen wir nat�rlich auch jeden Tag in die Messe und am Sonntag gemeinsam in
den Gottesdienst. Sp�ter, als mein Vater pensioniert war, wurde meistens auch der Rosenkranz gebetet; ansonsten hat man der
schulischen Katechese vertraut. Der Vater hat uns auch Lekt�re gekauft; es gab zum Beispiel Zeitschriften bei der
Erstkommunion. Aber es war nicht so, dass explizit religi�s erzogen wurde, sondern es war durch das Familiengebet und durch
den Kirchenbesuch gegeben.“ In seinem Alter sind viele M�nner Gro�v�ter. Und irgendwie gilt Benedikt auch als
�gro�artiger Vater“ innerhalb der katholischen Kirche. So sagte er in der Ansprache am F�nften Welttreffen der
Familien in Valencia, am 8. Juli 2006: �Wir haben geh�rt, dass ich der �Gro�vater der Welt“ genannt worden bin.
Ich m�chte mich jetzt gern an die Grosseltern wenden, die in den Familien so wichtig sind. Sie k�nnen – und tun es
oft – die Zuneigung und Z�rtlichkeit gew�hrleisten, die jeder Mensch braucht, die er geben und empfangen sollte.
Gro�eltern bieten den Enkeln die Perspektive der Zeit, sind Ged�chtnis und Reichtum der Familien. Unter keinen Umst�nden
d�rfen sie aus dem Kreis der Familie ausgeschlossen werden. Sie sind ein Schatz, den wir den heranwachsenden Generationen
nicht vorenthalten d�rfen, vor allem wenn sie im Hinblick auf den nahenden Tod ihren Glauben bezeugen.“ (rv)
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16.04.09
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Vereinigte Staaten/Vatikan: Papst-Besuch zur Abschaffung der Todesstrafe
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Mit einem Besuch
in Rom und im Vatikan hat US-Gouverneur Bill Richardson die Abschaffung der Todesstrafe in seinem Bundesstaat New Mexico
gefeiert. Am Mittwoch nahm Richardson an der Generalaudienz von Papst Benedikt XVI. teil. Abends stand die feierliche
Beleuchtung des r�mischen Kolosseums auf dem Programm. Das antike Wahrzeichen erstrahlt jedes Mal, wenn ein Staat der
Weltgemeinschaft auf Hinrichtungen verzichtet. Am vergangenen 18. M�rz hatte Richardson nach einem entsprechenden
Parlamentsbeschluss das Gesetz zur Abschaffung der Todesstrafe unterzeichnet, obwohl er zuvor Bedenken gegen einen solchen
Schritt ge�u�ert hatte. Gegen�ber Radio Vatikan erk l�rt New Mexikos Gouverneur, weshalb er gegen die Todesstrafe ist.
�Es war eine
schwere Entscheidung f�r mich. Ich war ja urspr�nglich f�r die Todesstrafe. Doch ich habe meine Meinung ge�ndert. Gef�ngnis
ist eine gerechte Strafe, die Todesstrafe aber nicht. Die Vereinigten Staaten sind weltweit eindeutig in der Minderheit,
wenn sie weiterhin diese drakonische Strafe tolerieren. Auch wissen wir, dass es immer wieder zu falschen Urteilen kommt.
Allein in den USA sind das rund 130 F�lle pro Jahr.“
Richardson,
selbst Katholik, hat nach eigener Aussage auch auf die Kirche und ihre Haltung zur Todesstrafe geh�rt.
�Alle Argumente,
die ich bereits genannt habe, sowie die Argumente meiner Kirche und meines Erzbischofs haben mich darin best�rkt, die
Todesstrafe abzuschaffen. Hinzu kommt auch, dass rund 60 Prozent der Bev�lkerung in New Mexico gegen die Todesstrafe ist.
Nichtsdestotrotz gebe ich zu, dass es keine leichte Entscheidung f�r mich war.“
New Mexico ist der 15. US-Bundesstaat, der diese Strafe abschafft. Zur Zeit der Gesetzes�nderung sa�en in
New Mexico zwei Verurteilte in Todeszellen. Die Gemeinschaft Sant’Egidio hatte die jeweilige feierliche Erleuchtung
des Kolosseums als Signal gegen die Todesstrafe 2002 initiiert. (rv)
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18.04.09
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Der P�pstliche Gesundheitsrat bekommt einen neuen Pr�sidenten.
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Papst Benedikt nahm an diesem Samstag den R�cktritt des bisherigen Leiters an; Kardinal Javier Lozano
Barragan hat die Altersgrenze erreicht. Zu seinem Nachfolger an der Spitze des Rates machte Benedikt den bisherigen
Bischof von Radom in Polen, Zygmunt Zimowski. Dieser wird gleichzeitig in den Rang eines Erzbischofs erhoben. Zimowski
stammt aus dem Bistum Tarnow; er ist sechzig Jahre alt. Einen Teil seiner Studien absolvierte er in Lublin und in
Innsbruck. Seit 1983 geh�rt er zur vatikanischen Glaubenskongregation, wo er auch dem jetzigen Papst auffiel, der damals
als Kardinal Joseph Ratzinger die Kongregation leitete. Zimowski ist Autor zahlreicher B�cher und Aufs�tze und wirkte
auch an der Redaktion des Weltkatechismus mit; er hat oft mit der polnischen Abteilung von Radio Vatikan
zusammengearbeitet. Papst Johannes Paul machte ihn 2002 zum Bischof von Radom; die Bischofsweihe wurde damals von
Kardinal Ratzinger vorgenommen. (rv)
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28.04.09
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Abruzzen: Papst besucht Erdbebenregion
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Papst Benedikt XVI. hat an diesem Dienstag das
Erdbebengebiet in den mittelitalienischen Abruzzen besucht. Er versicherte den Opfern die Anteilnahme und Solidarit�t
der Kirche und appellierte an Institutionen und Unternehmen, zum Wiederaufbau der Region beizutragen. Die verheerenden
Erdst��e vom 6. April hatten insgesamt 296 Menschenleben gefordert. Rund 1.500 Menschen wurden verletzt und mehr als
55.000 Personen obdachlos. Wegen starken Regens und Wind legte er die rund 90 Kilometer von Rom aus mit dem Auto und
nicht wie geplant mit dem Hubschrauber zur�ck.
Onna
Um 10 Uhr 30, eine Stunde sp�ter als geplant, traf das
Kirchenoberhaupt in der Zeltstadt von Onna ein. Das zu 90 Prozent zerst�rte Dorf ist zum Symbol f�r die getroffene
Gegend geworden, 40 der rund 280 Einwohner starben. Behutsam, abtastend machte Benedikt die ersten Schritte in Richtung
der wartenden Menschen. Beherzt ergriff er schlie�lich die H�nde einiger Helfer und Mitarbeiter des Zivilschutzes und
lie� sich dann vom Pfarrer Onnas zu den Einwohnern und durch die Zeltstadt f�hren. Nicht kraftvoll, sondern voll
Mitgef�hl trat Benedikt XVI. in der Menge vor das Mikrofon: �Ich habe die Nachrichten mit Sorge verfolgt. Ich teile
eure Best�rzung und eure Tr�nen um die Toten, ebenso wie eure bange Frage, wie viel ihr in einem Augenblick verloren
habt. Jetzt bin ich hier bei euch. Ich m�chte euch voll Zuneigung umarmen, einen nach dem anderen. Die ganze Kirche
steht mit mir hier, ist euren Leiden nahe, teilt mit euch den Schmerz um den Verlust von Angeh�rigen und Freunden und
will euch helfen, H�user, Kirchen und Betriebe wieder aufzubauen…. Ich habe den Mut, die W�rde und den Glauben
bewundert, mit dem ihr diese harte Pr�fung auf euch genommen habt. Es war nicht das erste Erdbeben in eurer Region, und
wie in der Vergangenheit habt ihr nicht aufgegeben, habt den Mut nicht verloren…. Mein Besuch bei euch soll ein
greifbares Zeichen sein, dass der gekreuzigte Herr auferstanden ist und euch nicht verl�sst; er l�sst eure Fragen nach
der Zukunft nicht unerh�rt, er ist nicht taub gegen�ber dem besorgten Schrei vieler Familien, die alles verloren
haben.“ Keine Trib�ne, kein Teppich trennte den Papst von den Menschen. Das wei�e Papstgewand stach aus
dunklen Regenjacken und gelben Sicherheitswesten hervor, Privatsekret�r Georg G�nswein versuchte den Papst vor dem
Regen zu sch�tzen, doch der scheute weder das Wetter noch den direkten Kontakt mit Menschen in der Zeltstadt. Er
segnete Kinder, umschloss wortlos die H�nde trauernder junger Frauen und gehbehinderter Greise. Beim Gebet f�r die
Toten und dem abschlie�enden Segen f�r die �berlebenden stahl sich die Sonne durch die Wolken. �Danke f�r euren Mut,
euren Glauben und eure Hoffnung“, sagt Benedikt da und geht weiter - ohne R�cksicht auf Sicherheitspersonal und
vorher minuti�s festgelegten Zeitplan - von Kindern zu Gro�eltern, von Frauen zu M�nnern. Bewegende Bilder, bewegte
Menschen: �Das ist wundersch�n. Der Besuch ist einfach sch�n, ist eine innere Kraft und sagt ,L�Aquila, geh weiter,
schau nach vorn’. Er hat Mut gemacht, das Leben geht weiter. – Was sollen wir tun? Wir sind in den H�nden
des Herrn. Wir hoffen nat�rlich, dass die Beh�rden uns helfen und dass auch der Papst dazu dr�ngt, dass uns geholfen
wird. – Der Papst hat magnetische Anziehungskraft. Wo er auch hinkommt, verbreitet er Enthusiasmus und vor allem
Hoffnung. – Diese N�he ist es, die ber�hrt, diese unendliche Menschlichkeit und die Tatsache, dass er den gro�en
Schmerz mit uns teilt.“
Basilika von Collemaggio
Am Rand der Regionshauptstadt L�Aquila besuchte das
Kirchenoberhaupt die romanische Basilika Santa Maria di Collemaggio. Die ber�hmte Kirche aus dem 13. Jahrhundert wurde
vom Erdbeben schwer besch�digt, gro�e Teile des Chors und Teile des Seitenschiffs st�rzten ein. Der Schrein mit den
�berresten des heiligen Papstes Coelestin V. (1210-1296) konnte wenige Tage nach den Erdst��en unversehrt aus den
Tr�mmern geborgen werden. Benedikt XVI. betrat das Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert durch die Heilige Pforte f�r den
j�hrlichen Ablass - H�hepunkt des Glaubenslebens in den Abruzzen. An der Urne Coelestins legte er ein Pallium als
Zeichen der Verbundenheit nieder, verharrte einige Augenblicke im stillen Gebet und segnete die verantwortlichen
Priester und Sicherheitsleute der Basilika.
Begegnung mit Studenten
Der anschlie�ende kurze Aufenthalt am eingest�rzten
Studentenheim von L�Aquila lebte von der Begegnung mit einer Gruppe Studierenden. Benedikt XVI. sprach einzeln mit
einem Dutzend junger M�nner und Frauen. Unter den Tr�mmern des Betonbaus waren acht junge Menschen gestorben. Den
�berlebenden der Erdst��e vom 6. April werden der interessierte, wache Blick und das warme, zukunftsweisende L�cheln
des Papstes in Erinnerung bleiben - ohne Blick auf die Uhr, die Wolken und das Sicherheitspersonal. Vor den weiterhin
unbewohnbaren H�usern lauschte Benedikt stattdessen einem Feuerwehrmann und dankte ihm stellvertretend f�r den noch
lange n�tigen Einsatz der Hilfskr�fte.
Der Studentenseelsorger Luigi Epicoco berichtet aus der Erdbebennacht
:
�Diese Nacht war schrecklich, jeder hat versucht zu
fliehen. Doch das Sch�ne war, dass die Menschen den Instinkt der Solidarit�t bewahrt haben. Die Studenten suchten
einander gegenseitig, hatten, obwohl ja die Beben weitergingen, keine Angst, zur�ck in die Stadt zu gehen. Sie suchten
ihre Freunde und w�hlten mit blo�en H�nden in den Tr�mmern, haben zwei Kinder unter deren toten Eltern lebend geborgen.
Hier herrschte Aufregung und Chaos, und doch habe ich dieses Verantwortungsbewusstsein erlebt. Ich denke, dass diese
jungen Menschen in einer Nacht um drei�ig Jahre gereift sind.“
Zuspruch an B�rgermeister, Priester und Menschen in Zeltst�dten
Vor den Toren der rund 70.000 Einwohner z�hlenden Stadt
L�Aquila sprach der Papst gegen Mittag mit den Pfarrern und B�rgermeistern der vom Erdbeben betroffenen Orte. In einer
Kaserne der Guardia di Finanza wechselte er mit jedem einzelnen einige Worte. Drau�en auf dem Exerzierplatz hatten sich
rund 2000 Menschen versammelt, stellvertretend f�r die rund 55.000 Menschen, die nach dem Erdbeben obdachlos geworden
sind und die mehreren Tausend Hilfskr�fte von Heer, Zivilschutz und Feuerwehr. Nach einigen hundert Metern im offenen
Milit�rjeep steht das Kirchenoberhaupt anders als in Onna hier auf einer Trib�ne. Mit Holzthron, Kerzen und Holzkreuz
haben die Organisatoren des Papstbesuchs einen Altar improvisiert, die geladenen G�ste sitzen vor ihm, Zaung�ste aus
der Region dr�ngen sich am Rand. Alle, die nach den verheerenden Erdst��en Hand bei der Soforthilfe anlegten, beim
Namen zu nennen, sei schwierig, so Benedikt XVI., doch an jeden Einzelnen wolle er ein besonderes Wort der
Wertsch�tzung richten. �Danke f�r alles, was ihr getan habt. Danke vor allem f�r die Liebe, mit der ihr es getan habt.
Danke f�r das Beispiel, das ihr gegeben habt. Geht vereint und gut aufeinander abgestimmt voran, damit es baldm�glichst
wirksame L�sungen f�r die Menschen gibt, die jetzt in Zeltst�dten wohnen. Das w�nsche ich von ganzem Herzen und daf�r
bete ich.“ Benedikt lie� seinen Vormittag in der Region Revue passieren und versicherte, er trage alle Opfer
dieser Katastrophe im Herzen. �W�hrend ich durch die Stra�en der Stadt gefahren bin, habe ich noch mehr begriffen, wie
schwer die Konsequenzen des Erdbebens gewesen sind.“ Die Kaserne in L�Aquilas Ortsteil Coppito wird Schauplatz
des n�chsten G8-Gipfels sein, hier zelebrierte der Kardinalstaatssekret�r am Karfreitag das Requiem f�r die
Erdbebentoten. Die �berlebenden sind dankbar f�r die Papstworte, doch wischen sie in Erinnerung an die Ereignisse und
die Probleme, die noch bevorstehen, wieder Tr�nen aus den Augen. Stille liegt �ber dem Platz. �Nun bin ich hier auf
diesem Platz, an dem die Schule der Finanzpolizei liegt, die von Beginn an das Hauptquartier war, an dem die
Hilfsma�nahmen koordiniert wurden. Dieser Ort ist vom Gebet und von den Tr�nen um die Opfer geweiht. Er ist das Symbol
f�r euren beharrlichen Willen, nicht den Mut zu verlieren.“ Benedikt XVI. erinnerte an die zahlreichen Hilfs- und
Solidarit�tsaufrufe und berichtete von Zuschriften und Spenden auch orthodoxer Kirchenf�hrer. Solidarit�t, die sich in
diesen Krisenzeiten zeige, sei wie Feuer, das unter der Asche verborgen war. �Solidarit�t ist ein h�chst ziviles und
christliches Gef�hl und zeigt die Reife einer Gesellschaft.“ In den vergangenen Wochen waren erhebliche M�ngel
an mehreren Bauten in der Erdbebenregion festgestellt worden. Anti-Mafia-Beauftragte �berwachen jetzt den Wiederaufbau.
Papst Benedikt nannte die Proteste nicht beim Namen, appellierte jedoch an die Verantwortung von Gesellschaft und
Institutionen. �Die Zivilgesellschaft muss sich einer ernsthaften Gewissenspr�fung unterziehen, damit die Verantwortung
in keinem Moment nachlasse. Unter dieser Bedingung wird L�Aquila - zu deutsch: der Adler - auch wenn er verwundet ist,
wieder fliegen k�nnen.“Die Holzstatue der Madonna di Monte Roio war zum Besuch des Papstes aus einer
Wallfahrtskirche der Region vor die Kaserne gebracht worden; Johannes Paul II. hatte bei seinem Abruzzenbesuch 1980 in
der Kirche gebetet; Benedikt XVI. schenkte der Marienfigur eine Goldene Rose. Diese besondere p�pstliche Auszeichnung,
auch Tugendrose genannt, gibt es seit rund 1000 Jahren, Benedikt verlieh sie zuletzt einigen Wallfahrtsorten, unter
anderem Alt�tting. Zivile Opfer und Milit�rangeh�rige sangen gemeinsam das Regina Coeli, noch eine gute halbe Stunde
sp�ter dankte der Papst B�rgermeistern und Hilfspersonal mit beiden H�nden und umarmte trauernde �berlebende. Benedikt
XVI. hatte in den vergangenen Wochen wiederholt f�r die Opfer gebetet und den �berlebenden seinen Beistand versichert.
F�r die Begr�bnisfeierlichkeiten am Karfreitag hatte das Kirchenoberhaupt die Sondergenehmigung f�r eine Messfeier
erteilt, sein Privatsekret�r Georg G�nswein verlas in L�Aquila eine pers�nliche Gru�botschaft. (rv)
Stichwort: Santa Maria di Collemaggio
Papst Benedikt XVI. will an diesem Dienstag die romanische
Basilika Santa Maria di Collemaggio besuchen. Die ber�hmte Kirche aus dem 13. Jahrhundert am Stadtrand von L�Aquila
wurde vom Erdbeben schwer besch�digt, gro�e Teile des Chors und Teile des Seitenschiffs st�rzten ein. Der Schrein mit
den �berresten des heiligen Papstes Coelestin V. (1210-1296) konnte wenige Tage nach den Erdst��en unversehrt aus den
Tr�mmern geborgen worden. Der so genannte �Engelpapst“ Coelestin V. lebte vor seiner Papstwahl als Einsiedler am
Majella-Massiv in den Abruzzen. Der Bau der Kirche geht auf ihn zur�ck. Auf Betreiben Karls II. von Neapel war
Coelestin am 1294 in Perugia zum Papst gew�hlt worden. Wegen seiner Abh�ngigkeit vom K�nig und Selbstzweifeln an der
Amtsf�higkeit dankte er bereits nach f�nf Monaten ab. Sein Nachfolger Bonifatius VIII. lie� ihn auf der Flucht
festnehmen und f�r den Rest seines Lebens in der Bergfeste Fumone einkerkern. Clemens V. sprach ihn 1313 heilig. Die
Basilika von Collemaggio ist die einzige katholische Kirche weltweit, die eine Heilige Pforte f�r einen j�hrlichen
Ablass besitzt. Die Einrichtung geht auf Coelestin zur�ck. Er verf�gte den Erlass aller zeitlichen S�ndenstrafen f�r
B��er, die am 28. oder 29. August die Kirche Santa Maria di Collemaggio durch die Heilige Pforte betreten. Die
�Perdonanza“ (Vergebung) z�hlt bis heute zu den gr��ten religi�sen Festen der Region. Papst Benedikt wird bei
seinem Besuch die Kirche durch diese Heilige Pforte betreten. (rv)
R�ckblick: Papstbotschaft f�r Trauerfeier in L�Aquila
Mit p�pstlicher Sondergenehmigung hatten die Gl�ubigen in
den Abruzzen am Karfreitag das Requiem f�r die Todesopfer des verheerenden Erdbebens vom 6. April gefeiert.
Kardinalstaatssekret�r Tarcisio Bertone war dazu im Auftrag des Papstes nach L�Aquila gereist, Privatsekret�r Georg
G�nswein verlas eine Gru�botschaft Benedikts XVI. Antje Dechert hat die Trauerfeier verfolgt:
Den Trauernden geistlich verbunden
Er f�hle sich den Trauernden in ihrem Schmerz geistlich
verbunden, betonte der Papst. �Ich teile Eure Trauer und bete zu Gott, f�r die ewige Ruhe der Opfer, eine rasche
Genesung der Verletzten und f�r alle Betroffenen, dass sie bald wieder Hoffnung finden“, hie� es w�rtlich in
seiner von Georg G�nswein verlesenen Trauerbotschaft. �In Momenten wie diesen, ist der Glaube eine Quelle des Lichts
und der Hoffnung, denn gerade in diesen Tagen erz�hlt er uns von den Leiden des Sohnes Gottes, der f�r uns Mensch
geworden ist: sein Leidensweg, sein Tod und seine Auferstehung m�gen f�r alle eine Quelle des Trosts sein und die
Herzen aller f�r den mystischen Weg zum ewigen Leben �ffnen, in dem �der Tod nicht mehr sein wird, keine Trauer, keine
Klage, kein M�hsal. Denn was fr�her war, ist vergangen“. (Offb. 21,4)
Papst hat Erdbeben gesp�rt
Er selbst habe das Beben im Vatikan gesp�rt und den
Verlauf der schrecklichen Katastrophe mitverfolgt, schreibt der Papst weiter. Besonders begr��t habe er die
unmittelbare Solidarit�t mit den Betroffenen seitens des Staats, der Kirche sowie von Privatleuten und die sofortigen
Hilfsma�nahmen. �Der Heilige Stuhl m�chte seinen Anteil leisten, gemeinsam mit den Pfarreien, den religi�sen
Einrichtungen und den Laienorganisationen. Das ist der Moment des Engagements, in Abstimmung mit den staatlichen
Einrichtungen, die bereits in lobenswertem Einsatz sind. Nur durch Solidarit�t k�nnen so schmerzhafte Pr�fungen
�berstanden werden.”
G�nswein �berreichte Papst-Spende
G�nswein �berreichte dem Erzbischof von L�Aquila, Giuseppe
Molinari, eine Spende des Papstes f�r die Opfer und Hinterbliebenen. An Ostern wird Benedikt den Kindern im
Erdbebengebiet Schokoladen-Eier zuschicken. Als Zeichen der Verbundenheit hat der Papst-Sekret�r vor seiner Abreise
seine Uhr geschenkt.
Sondergenehmigung f�r Trauermesse
Zelebriert wurde die Trauermesse von
Kardinal-Staatssekret�r Tarcisio Bertone. Dazu war eine Sondergenehmigung des Vatikans notwendig. Denn am Karfreitag
finden in der r�misch-katholischen Kirche keine Messen statt. Angesichts der Schwere der Erdbebenkatastrophe, hatte der
Vatikan die Trauermesse an diesem Freitag jedoch gestattet. 205 blumengeschm�ckte S�rge waren f�r das Staatsbegr�bnis
auf dem Kasernengel�nde aufgebart. Mit tausenden Angeh�rigen nahmen auch der italienische Staatspr�sident, Giorgio
Napolitano, und Ministerpr�sident Silvio Berlusconi an der Zeremonie teil. Es gelte jetzt, vor allem den
Hinterbliebenen beizustehen, betonte Kardinalstaatssekret�r Tarcisio Bertone in seiner Predigt: �Mit Euch versammelt
sind hier der Oberhirte von L�Aquila und viele Priester aus der Region, die mit Euch die Erfahrung teilen, dass einem
alles entrissen wurde. In dieser Eurer Stadt und ihren umliegenden D�rfern, die bereits schwierige Momente in der
Geschichte erlebt haben, vereint sich heute im Geiste ganz Italien. Das Land hat auch in dieser schwierigen Pr�fung
bewiesen, wie sehr es durch die Werte der Solidarit�t und der Br�derlichkeit gepr�gt ist. Liebe Br�der und Schwestern,
der Heilige Vater steht Euch bei, der dieser Tage nie aufgeh�rt hat, f�r Euch zu beten und der Euch heute besonders nah
sein wollte, nicht nur durch meine, sondern auch durch die Anwesenheit seines Sekret�rs und durch seine
Botschaft.“Weiter ermutigte Bertone die Trauernden trotz allen Leidens nach vorn zu schauen, mit Hilfe des
Glaubens und des Zusammenhalts: �Was uns in diesen Stunden des Schmerzes vereint, ist der Trost, den uns der Glauben
spendet. Diese s��e Erleichterung, die uns in der Begegnung mit Christus am Kreuz zuteil wird…Wenn ich daran
denke, f�hle ich bereits eine neue Hoffnung im Herzen…Liebe Br�der und Schwestern, lasst uns also gemeinsam den
Weg in die Zukunft beschreiten, in dem wir die Trauer f�r die Toten gemeinsam und auch mit der Hilfe der Muttergottes
tragen. Stehen wir ihren Familien unerm�dlich und in Freundschaft bei, die in der gro�en Familie Gottes auch unsere
Familien geworden sind.“ Nach der katholischen Messe f�r die Erdbebenopfer wird es auch einen kurzen islamischen
Ritus geben. Das Totengebet eines Imams sei mit R�cksicht auf sechs muslimische Verstorbene, darunter zwei
Pal�stinenser, eingeplant worden, berichteten italienische Online-Medien am Donnerstag. – Nach j�ngsten Angaben
sind bei der Erdbebenkatastrophe in den Abruzzen bislang 281 Menschen ums Leben gekommen. (rv)
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5/2009
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01.05.09
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Ein Konzert zu Ehren von Papst Benedikt XVI.
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Zu Ehren von Papst Benedikt XVI. und zum vierten Jahrestag seiner Wahl hat der italienische Pr�sident
Giorgio Napolitano am Donnerstag Abend ein Konzert im Vatikan gegeben. Symphonie-Orchester und Chor �Giuseppe
Verdi“ trugen unter der Leitung von Xian Zhang und Erna Gamberini Werke von Haydn, Mozart und Vivaldi vor. Vor
der Auff�hrung trafen der Papst und Napolitano kurz zusammen und betraten dann gemeinsam die vatikanische Audienzhalle.
In seinem Gru�wort w�rdigte Napolitano den Einsatz des Papstes f�r Frieden und Gerechtigkeit in der Welt. Er dankte ihm
besonders f�r seinen j�ngsten Besuch im mittelitalienischen Erdbebengebiet. Die Visite habe die Bev�lkerung der Region
getr�stet und sie geistig und menschlich gest�rkt. Weiter �u�erte Napolitano die Hoffnung, dass der Papst bei seiner
bevorstehenden Nahostreise wichtige Impulse f�r den Friedensprozess geben m�ge. �Diese lang erwartetete Reise des
Papstes ins Heilige Land st�rkt die Hoffnung, dass dort Spannungen und Konflikte �berwunden werden k�nnen, die dieser
Region seit Jahrzehnten zusetzen und die internationale Stabilit�t ernsthaft gef�hrden. Wir erhoffen uns von Ihrer
Reise, Heiliger Vater, gro�en Erfolg.“ Der Papst dankte dem Staatsoberhaupt und lobte die Darbietung sowie die
Auswahl der Musikst�cke, die gut zur Osterzeit passten. Dabei deutete das musikbegeisterte Kirchenoberhaupt die Werke
vor dem Hintergrund der Leidensgeschichte und Auferstehung Christi. Die Haydn-Symphonie Nummer 95, die in Moll beginne
und in Dur ende, lasse �..uns an den Weg der Seele denken, der hier von der Violine dargestellt wird und zu Frieden
und Gl�cksseligkeit hinf�hrt.“ Die Mozart-Sinfonie Nr. 35 stelle hingegen die Bejahung und Kr�nung des Lebens
dar, das �ber den Tod siegt, und der Chor im St�ck �Magnifikat“ von Vivaldi gebe schlie�lich dem Preis Gottes
stimmhaften Ausdruck. Beim �Magnifikat“ sei vor allem die Stimme der Jungfrau Maria von Bedeutung. �Das Wort
�Magnifikat‛? ist in Marias Gesang enthalten, die aufgrund ihrer Demut von Gott auserw�hlt wurde.
�Magnifikat‛? ist dann zum t�glichen Gesang der Kirche geworden, vor allem zur Stunde der Vesper, die zur
Meditation �ber den Sinn des Lebens und der Geschichte einl�dt. Ganz deutlich meint �Magnifikat‛? die
Auferstehung und den Sieg Christi in dem Moment, da Gott seine Versprechen einl�st und sich seine Barmherzigkeit in
ihrer ganzen paradoxen Kraft zeigt.“ In Mozarts Werk �Ave Verum Corpus“ sei, so Benedikt, die Musik
schlie�lich zum �Gebet“ geworden, zur �Hingabe an Gott in einem tiefen Sinn des Friedens“. Aufgef�hrt
wurden die Symphonie Nummer 95 von Joseph Haydn, die Haffner-Symphonie und das �Ave Verum Corpus“ von Wolfgang
Amadeus Mozart sowie das �Magnifikat“ von Antonio Vivaldi. Bereits im letzten Jahr hatte Giorgio Napolitano zum
Jahrestag des p�pstlichen Amtsantritts im Vatikan ein Konzert gegeben. (rv)
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02.05.09
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Papst Benedikt ist der gr��te Verteidiger der Menschenw�rde und der Grundrechte
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Mit diesen Worten hat der spanische Kurienkardinal Ca�izares Llovera die Kritik der linken
spanischen Partei �Izquierda Unida“ zur�ckgewiesen. Sie hatte die �u�erungen des Papstes zu Aids und Kondomen
w�hrend seiner j�ngsten Afrikareise scharf kritisiert. Die Linkspartei verurteilte die Papstworte zum Kondomverzicht
scharf und verlangt vom spanischen Kongress, eine Erkl�rung des Papstes zu seiner Haltung einzufordern. Ca�izares
betonte demgegen�ber seine vorbehaltlose Unterst�tzung f�r den Papst. (rv)
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03.05.09
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Programm der Apost. Reise Papst Benedikt XVI. nach Amman und Israel
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Freitag, 08.05.2009
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Rom
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09.30
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Abflug vom Internationalen Flughafen
"Leonardo da Vinci" in Fiumicino (Rom) zum Internationalen Flughafen "Queen Alia"
von Amman (Jordanien)
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Amman
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14.30
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Begr��ungszeremonie auf dem
Internationalen Flughafen "Queen Alia" von Amman
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15.30
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Besuch des "Regina-Pacis"-Zentrums in Amman
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17.40
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H�flichkeitsbesuch beim jordanischen
K�nigspaar im "Al-Husseinye"-Palast von Amman
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Samstag, 09.05.2009
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07.15
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Privatmesse in der Kapelle der Apostolischen Nuntiatur von Amman
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Berg Nebo
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09.15
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Besuch der byzantinischen Basilika
der Moses-Gedenkst�tte auf dem Berg Nebo
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Madaba
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10.30
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Segnung des Grundsteins f�r die
Universit�t des Lateinischen Patriarchats von Madaba
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Amman
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11.30
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Besuch des Haschemitischen Museums
und der Al-Hussein-Bin-Talal-Moschee in Amman
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11.45
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Begegnung mit muslimischen
Religionsf�hrern, dem Diplomatischen Korps und den Rektoren der jordanischen Universit�ten vor der
Al-Hussein-Bin-Talal-Moschee in Amman
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17.30
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Feier der Vesper mit den Priestern,
Ordensleuten, Seminaristen und Vertretern der kichlichen Bewegungen in der griechisch-melkitischen
Sankt- Georgs-Kathedrale in Amman
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Sonntag, 10. Mai 2009
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10.00
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Hl. Messe im Internationalen Stadion
von Amman. Regina C�li im Internationalen Stadion von Amman
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12.45
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Mittagessen mit den Patriarchen,
Bisch�fen und dem P�pstlichen Gefolge im Lateinischen Vikariat von Amman
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Bethany-beyond-the-Jordan
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17.30
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Besuch der Taufstelle Jesu im Jordan in Bethanien
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18.00
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Segnung der Grundsteine der dortigen
Kirchen der Lateiner und der Melkiten
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Montag, 11. Mai 2009
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Amman
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07.30
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Privatmesse in der Kapelle der Apostolischen Nuntiatur von Amman
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10.00
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Abschiedszeremonie auf dem
Internationalen Flughafen "Queen Alia" von Amman
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10.30
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Abflug vom Internationalen Flughafen
"Queen Alia" von Amman (Jordanien)) zum Internationalen Flughafen "Ben Gurion"
von Tel Aviv (Israel)
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Tel Aviv
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11.00
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Begr��ungszeremonie auf dem
Internationalen Flughafen "Ben Gurion" von Tel Aviv
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Jerusalem
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16.15
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H�flichkeitsbesuch beim
Staatspr�sidenten von Israel im Pr�sidentenpalast von Jerusalem
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17.45
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Besuch in der Gedenkst�tte Yad Vashem in Jerusalem
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18.45
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Begegnung mit Organisationen f�r den
interreligi�sen Dialog im Auditorium des "Notre Dame of Jerusalem Center" in Jerusalem
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Dienstag, 12. Mai 2009
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09.00
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Besuch des Felsendoms in Jerusalem
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H�flichkeitsbesuch beim Gro�mufti auf dem Moscheenplatz von Jerusalem
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10.00
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Besuch der Westmauer in Jerusalem (Klagemauer)
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10.45
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H�flichkeitsbesuch bei den
Oberrabbinern von Jerusalem im "Hechal Shlomo"-Zentrum
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11.50
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Regina Caeli mit den Ordinarien des Hl. Landes im Abendmahlssaal
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12.30
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Kurzer Besuch in der Lateinischen Kon-Kathedrale von Jerusalem
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13.00
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Mittagessen mit den Ordinarien des
Hl. Landes, den �bten und dem P�pstlichen Gefolge im Lateinischen Patriarchat von Jerusalem
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16.30
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Hl. Messe im Josafat-Tal von Jerusalem
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Mittwoch, 13. Mai 2009
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Bethlehem
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09.00
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Begr��ungszeremonie auf dem Vorplatz
des Pr�sidentschaftspalastes von Bethlehem
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10.00
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Hl. Messe auf dem Krippenplatz von Bethlehem
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12.30
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Mittagessen mit den Ordinarien des
Hl. Landes, der Franziskaner-Kommunit�t und dem P�pstlichen Gefolge im Kloster "Casa Nova"
von Bethlehem
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15.30
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Privater Besuch in der Geburtsgrotte in Bethlehem
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16.10
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Besuch des Caritas-Baby-Hospital in Bethlehem
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16.45
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Besuch im Aida-Fl�chtlingslager in Bethlehem
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18.00
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H�flichkeitsbesuch beim Pr�sidenten
der Pal�stinensischen Autonomiebeh�rden im Pr�sidentenpalast von Bethlehem
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18.40
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Abschiedszeremonie im Hof des Pr�sidentenpalastes von Bethlehem
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Donnerstag, 14. Mai 2009
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Nazareth
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10.00
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Hl. Messe am "Mount of Precipice" in Nazareth
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12.30
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Mittagessen mit den �rtlichen
Ordinarien, der Gemeinschaft der Franziskaner und dem P�pstlichen Gefolge im Franziskaner-Kloster von
Nazareth
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15.50
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Begegnung mit dem israelischen
Ministerpr�sidenten im Franziskaner-Konvent von Nazareth
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16.30
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Gru� an die religi�sen Galil�as im
Auditorium des Verk�ndigungsheiligtums von Nazareth
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17.00
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Besuch der Verk�ndigungsgrotte von Nazareth
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17.30
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Feier der Vesper mit den Bisch�fen,
Priestern, Ordensleuten, Vertretern der kirchlichen Bewegungen und den pastoralen Mitarbeitern von
Galil�a in der Oberkirche der Verk�ndigungsbasilika von Nazareth
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Freitag, 15. Mai 2009
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Jerusalem
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07.30
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Privatmesse in der Kapelle der Apostolischen Delegation von Jerusalem
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09.15
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�kumenisches Treffen im Thronsaal
des Sitzes des Griechisch-Orthodoxen Patriarchats von Jerusalem
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10.15
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Besuch der Grabeskirche von Jerusalem
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11.10
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Besuch der Armenischen Patriarchalkirche St. Jakob von Jerusalem
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Tel Aviv
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13.30
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Abschiedszeremonie auf dem
Internationalen Flughafen "Ben Gurion" von Tel Aviv
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14.00
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Abflug vom Internationalen Flughafen
"Ben Gurion" von Tel Aviv (Israel) zum Flughafen Ciampino (Rom)
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Italien/Rom
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16.50
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Ankunft auf dem Flughafen Ciampino
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04.05.09
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Lombardi: Kein Papst-Abstecher nach Bagdad
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Noch vier Tage bis zur Papstreise ins Heilige Land - der Pressesprecher des Vatikans ist an
diesem Montag das Programm der Reise mit den Journalisten einmal Punkt f�r Punkt durchgegangen. Dabei machte
Jesuitenpater Federico Lombardi deutlich, dass Benedikt in erster Linie als Pilger kommt - und dass sein Besuch
vor allem den Christen des Heiligen Landes gilt. Einmal an diesem Vormittag kann sich der Leiter des
Vatikanischen Pressesaals das Lachen nicht verkneifen: als er auf Agenturenberichte angesprochen wird, dass der
Papst unangek�ndigt auch einen Abstecher in die irakische Hauptstadt Bagdad machen werde. �Das scheint mir
keine seri�se Meldung“, sagt Lombardi dann. Eine Art Enth�llung hat der Jesuit dann aber doch f�r die
Journalisten: dass n�mlich - was viele nicht wissen - der jetzige Papst Israel schon sehr gut kennt, er war
n�mlich insgesamt schon dreimal da. �Ein erstes Mal 1964, als er 37 Jahre alt war; dann im Jahr 1992 und
schlie�lich 1994. Bei dieser letzten Gelegenheit hielt er auch eine wichtige Rede �ber die Beziehungen zwischen
dem Vatikan (oder der Kirche) und Israel.“ Das politische Umfeld dieser Papstreise ist kein einfaches,
das wei� man auch im Vatikan. Pater Lombardi spricht von einer �komplexen Reise“. �Inzwischen gab es den
neuen Gaza-Konflikt, und wie Sie wissen, ist die Reise ja schon zuvor angek�ndigt worden. Dann gibt es eine
neue Regierung, es gibt Spannungen zwischen den Pal�stinensern, Spannungen zwischen dem Iran und Israel, eine
neue Au�enpolitik unter Obama - ein ganzes B�ndel also von Gemengelagen, die sich st�ndig �ndern. Die
Papstreise ist in diesem Zusammenhang auch ein mutiger Akt. Viele von uns haben sich sicher w�hrend des
Gaza-Konflikts gefragt, ob die Reise stattfinden w�rde oder nicht... und dann wurde sie doch best�tigt. Das
scheint mir ein sch�nes Zeugnis f�r das Engagement, eine Botschaft des Friedens und der Hoffnung - auch in
einer nicht leichten Situation - zu bringen.“ (rv)
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06.05.09
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Kardinal Cordes: Hl. Land darf kein Museum werden
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Kardinal Paul Josef Cordes h�lt die Papstreise in den Nahen Osten f�r sehr wichtig. Das
sagte er an diesem Mittwoch – zwei Tage vor dem Aufbruch Benedikts – gegen�ber Radio Vatikan.
�Die Reise ist sicher nicht sehr einfach; sie ist schon jetzt viel kommentiert worden, und ich hoffe auch,
dass der Heilige Geist – da bin ich sogar sehr sicher – den Papst leiten wird. Bisher haben wir
ja immer erlebt, dass der Heilige Vater, wenn er auch schwierige Reisen durchzuf�hren hatte, wie zum Beispiel
in die USA oder nach Frankreich, das richtige Wort gefunden hat und aus den Reisen wirklich eine Chance f�r
den Glauben und f�r die Kirche gemacht hat. Das erwarte und erhoffe ich mir auch von dieser Reise.“ Vor
allem f�r die Christen im Heiligen Land sei diese Visite Benedikts XVI. �sehr, sehr wichtig“, meint
Kardinal Cordes, der das P�pstliche Hilfswerk Cor Unum leitet: �…dass der Heilige Vater dorthin geht,
dass er sie best�rkt in ihrem Glauben und in ihrer schwierigen menschlichen Situation – in der
Situation des Mangels von Frieden und von Verst�ndnis. Ganz gewiss ist es so, dass durch eine solche Reise
die Gl�ubigen dort neu den Wunsch hegen, in diesem Land zu bleiben. Meine gro�e Sorge ist es immer, dass die
Christen des Heiligen Landes wegen ihrer schwierigen Lebensumst�nde und der vielen Auseinandersetzungen in
der Gefahr sind, das Land verlassen zu wollen. Auf die Dauer w�rde es schrecklich sein, wenn dieses Heilige
Land gleichsam ein Museum w�rde: dass nicht mehr die Christen dort selber die Heiligen St�tten verwalten,
besuchen und frequentieren, sondern nur noch die Christen aus der ganzen Welt wie zu einem Museum dorthin
kommen, um einen Besuch zu machen.“ Insofern sei �diese Reise sehr wichtig, um die Christen zu
best�rken in der Notwendigkeit, dort zu leben, wo Jesus gelebt hat, und dort zu bleiben, auch wenn die
Umst�nde schwierig sind!“ Kardinal Cordes ging auch auf den interreligi�sen Aspekt der Papstreise an
die Heiligen St�tten der drei gro�en monotheistischen Religionen ein. (rv)
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06.05.09
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Vatikan f�r Pilger und Neugierige
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Als Vatikan-Angestellter hat man unerh�rte
Privilegien. Dazu geh�rt etwa ganz schlicht: Man darf in den Vatikan HINEIN. Allerdings d�rfen das auch
ganz gew�hnliche Rom-Pilger – vorausgesetzt, sie wissen, wie sie es anstellen. Radio
Vatikan-Redakteurin Gudrun Sailer hat nun einen Vatikan-Reisef�hrer vorgelegt, in dem sie praktische Tipps
dieser Art mit Geschichte und Alltag im Vatikan verbindet. �Vatikan – Der christliche
Reisef�hrer“ hei�t das Buch – und das deutet schon an, dass es hier nicht um die Befriedigung
banaler touristischer Neugier geht. (rv)
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08.05.09
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Heilig-Land-Reise: 1. Tag
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Papst Benedikt XVI. hat an diesem Freitag
seine achtt�gige Reise in den Nahen Osten begonnen, bei der er Jordanien, Israel und die autonomen
Pal�stinensergebiete besucht. In seiner ersten Rede am Flughafen der jordanischen Hauptstadt Amman sprach
sich das Kirchenoberhaupt f�r einen dauerhaften und gerechten Frieden f�r alle Bewohner des Nahen Ostens
aus. Sein Besuch solle gute Beziehungen zwischen Christen und Moslems f�rdern. Kurz nach seiner Ankunft
besuchte Benedikt XVI. ein Rehabilitationszentrum f�r behinderte Jugendliche. Am sp�ten Nachmittag stattete
er dem K�nigspaar einen H�flichkeitsbesuch ab.
H�hepunkte des bis Montag dauernden
Aufenthalts von Benedikt XVI. in Jordanien sind am Samstag Vormittag ein Treffen mit Vertretern des Islam
und die Sonntagsmesse im Stadion von Amman. Am Montag fliegt der Papst weiter nach Israel. Auf dem Programm
stehen in den folgenden Tagen Besuche in der Holocaust-Gedenkst�tte Yad Vashem und an der j�dischen
Klagemauer sowie eine Messe mit pal�stinensischen Christen in Bethlehem. Es ist die zw�lfte Auslandsreise
des Papstes. Benedikt XVI. selbst bezeichnet seine erste Nahost-Reise als Friedensmission und Pilgerfahrt.
(rv)
Jordanien: Benedikt XVI. kommt als �Pilger“ und will �gute
Beziehungen zwischen Christen und Moslems f�rdern“ Die erste Reisestation
f�r Benedikt ist Amman. Gegen 13.30 mitteleurop�ischer Sommerzeit landete die A321 der italienischen
Fluggesellschaft Alitalia mit Benedikt XVI. an Bord auf dem Flughafen der jordanischen Hauptstadt; um 9.50
Uhr war der Papst vom r�mischen Flughafen Fiumicino in Richtung Jordanien aufgebrochen. Das
Kirchenoberhaupt wurde auf dem Flughafen vom jordanischen K�nigspaar empfangen. In seiner ersten Ansprache
in einem zeltartigen so genannten �K�niglichen Pavillon“ vor der K�nigsfamilie, Politikern und
Vertretern gesellschaftlicher Gruppen dr�ckte der Papst seine Freude �ber seinen Besuch in der Region aus
– sein erster seit Beginn seines Pontifikats. Er komme als �Pilger“ in ein Land, das f�r Juden,
Christen und Moslems �voll von religi�ser Bedeutung“ sei. W�rtlich sagte Benedikt XVI.: �Ich komme
als Pilger nach Jordanien. Ich komme, um die heiligen Orte zu verehren, die eine so wichtige Rolle in
einigen Schl�sselmomenten der biblischen Geschichte gespielt haben.“ Mit seinem Besuch wolle er dem
jordanischen K�nig und der gesamten muslimischen Gemeinschaft seinen Respekt zeigen, so Benedikt in dem
Land mit 96 Prozent sunnitisch-muslimischem Bev�lkerungsanteil. Benedikt XVI. lobte Jordaniens
�Offenheit“ f�r Religion. Die Errichtung �ffentlicher Gebetsst�tten katholischer Gemeinden zeuge von
�Respekt“ f�r die christliche Gemeinschaft. Daf�r sprach Benedikt im Namen aller Katholiken seine
Wertsch�tzung aus und betonte zugleich die Bedeutung der Religionsfreiheit weltweit: �Die Religionsfreiheit
ist ein grundlegendes Menschenrecht, und es ist meine innige Hoffnung und mein inniges Gebet, dass der
Respekt f�r die unver�u�erlichen Rechte und die W�rde jedes Mannes und jeder Frau immer weiter best�tigt
und verteidigt werde, nicht nur im Nahen Osten, sondern in allen Teilen der Welt.“ Das B�ndnis
zwischen der westlichen und islamischen Welt habe sich in den letzten Jahren verst�rkt. Das sagte der Papst
mit Bezug auf die Botschaft von Amman aus dem Jahr 2004, die damals f�r Toleranz und interreligi�sen Dialog
warb. Jordanien sei in diesem Prozess treibende Kraft. Benedikt: �Jordanien engagiert sich seit jeher als
eines der ersten L�nder f�r die St�rkung des Friedens im Nahen Osten und in der Welt, ermutigt zum
interreligi�sen Dialog und unterst�tzt die Anstrengungen, eine gute L�sung f�r den Konflikt zwischen Israel
und Pal�stina zu finden. Das Land nimmt die Fl�chtlinge aus dem Irak auf und versucht, den Extremismus zu
bremsen.“ Der ehemalige jordanische K�nig Hussein sei mit seinem Einsatz f�r den Frieden in der
Region ein Vorbild gewesen, so Benedikt. Sein Engagement und �hnliche Initiativen m�gen eine Fortsetzung
finden, so der Papst abschlie�end, und zu �dauerhaftem Frieden“ und �echter Gerechtigkeit“ im
Nahen Osten beitragen: �Ich hoffe sehr, dass mein Besuch die gute Beziehungen zwischen Christen und Moslems
f�rdern, unsere Liebe f�r den allm�chtigen und barmherzigen Gott sowie unsere gegenseitige br�derliche
Liebe wachsen lassen kann.“ (rv)
Jordanien: �K�nig sprach als Freund“ K�nig
Abdullah II. hat in seinem Gru�wort an Papst Benedikt XVI. zu einem globalen Dialog in Verst�ndnis und
Harmonie aufgerufen. Er erinnerte an die gemeinsamen Wurzeln der monotheistischen Religionen und hob die
Bedeutung des Glaubens f�r Verst�ndigung und Frieden hervor. Der K�nig verwies auch auf die Sorge seines
Landes wie der katholischen Kirche f�r die heiligen St�tten der Region. Zudem �u�erte er die Hoffnung auf
ein friedvolles Zusammenleben im Nahen Osten. Daf�r m�sse es ein Ende der Besetzung f�r das
pal�stinensische Volk geben, so Abdullah. F�r unser deutschsprachiges Programm begleitet Stefan von Kempis
die Nahost-Reise. Er hat unmittelbar nach der Begr��ungszeremonie mit Pater Bernd Besch vom Lateinischen
Patriarchat im Heiligen Land gesprochen; der deutsche Priester betreut auch die lateinischen Christen in
Jordanien. �Ich muss ehrlich sagen: Die erste Reaktion war eine Freude. Der K�nig, zu dem unsere Kirche und
unsere Kirchenf�hrer ein ausgezeichnetes Verh�ltnis haben, ist wie ein Freund aufgetreten. Er war in seiner
Ansprache sehr verbindlich und hat darauf hingewiesen, dass es zwischen Kirche und der muslimischen Welt,
die er nat�rlich generell angesprochen hat, auf Harmonie ankommt und dass man daf�r arbeiten und
kooperieren will. Bisher haben mich diese ersten Minuten sehr angesprochen und mit Hoffnung
erf�llt.“ Die Begr��ung hat in einer Art gro�em Festzelt statt gefunden. Sollte das bereits
arabisches Flair vermitteln? �Ja, das scheint so. Gerade in Jordanien haben wir ja noch viele alte
Traditionen, Beduinentraditionen. Unser eigener Patriarch stammt aus einer ber�hmten Beduinenfamilie, die
erst vor etwa 150 Jahren sesshaft geworden ist. Da sieht man noch sehr viele traditionelle Aufz�ge, auch
das Milit�r ist zum Beispiel ist im alten Beduinendress aufgezogen. Und das Zelt ist nat�rlich ein Symbol
des Beduinen.“ (rv)
Nuntius: �Jordanien ist Modell“ Papst Benedikt
XVI. ist in Jordanien eingetroffen. Der Nuntius im Gastland begr��t laut Protokoll das Kirchenoberhaupt
noch in der Maschine. In Amman betrat an diesem Freitag Nuntius Francis Assisi Chullikat die
Alitalia-Maschine �Dante Alighieri“. Der Erzbischof wird das Kirchenoberhaupt bis Montag auf allen
Stationen in Jordanien begleiten, in der Nuntiatur wird Benedikt XVI. w�hrend seines Aufenthaltes auch
wohnen. �ber Ziele und Hoffnungen der Reise sagte der Nuntius im Vorfeld gegen�ber Radio Vatikan: �Dieser
Besuch ist sehr wichtig und die ganze Kirche im Heiligen Land hat ihn herbeigesehnt. Seit Beginn des
Pontifikats Benedikts XVI. wartet die Kirche im Heiligen Land auf die Mutterkirche. Die Christen durchleben
eine schwierige Zeit. Sie brauchen jetzt ein ermutigendes Wort und eine Botschaft der Hoffnung seitens des
Papstes und warten sehns�chtig darauf. Sie wissen, dass die Worte des Papstes Fr�chte tragen und auf
breites Echo sto�en, nicht nur im Heiligen Land sondern in der ganzen Region. Dieser Besuch ist also auch
sehr wichtig, um eine Botschaft des Friedens und der Einheit zu geben, wie es der Papst selbst vor dieser
Reise, die er als Pilgerreise definiert, ja mehrmals gesagt hat.“ Die Kirche im Heiligen Land
sollte - wie sie es in allen Jahrhunderten getan habe - der Welt Zeugnis von Mut und Glauben geben, so der
Nuntius. Die Christen in Jordanien h�tten hier eine besondere Aufgabe, lebten sie doch in einer
vergleichsweise ruhigen und friedlichen Welt, so Erzbischof Chullikat. �Die Regierung Jordaniens bem�ht
sich um den Frieden im Nahen Osten, vor allem um Auss�hnung im israelisch-pal�stinensischen Konflikt. Die
Kirche in Jordanien ist hier sehr aktiv und das friedliche Zusammenleben, das wir hier praktizieren, kann
auch ein Zeichen der Hoffnung und der Ermutigung f�r alle christlichen Gemeinschaften in der Region sein.
Christen, die hierher kommen, haben keinerlei Einreiseschwierigkeiten. Jordanien nimmt alle Gl�ubigen auf
und versucht ihnen entgegen zu kommen. Vor kurzem wurde ein gemeinsamer Rat f�hrender christlicher
Geistlicher eingerichtet, um damit die wichtigsten Kirchen, die hier pr�sent sind, offiziell anzuerkennen.
Die Regierung �bt solche positiven Gesten gegen�ber den christlichen Gemeinschaften in Jordanien, und das
Land k�nnte zum Modell f�r andere L�nder der Region werden.“ (rv)
Papst zu Frieden in Nahost: �Wir sind keine politische Macht“
�Wir sind keine politische Macht, sondern eine spirituelle.“ Das hat Papst Benedikt XVI. bei
einem kurzen Pressegespr�ch �ber den Wolken im Flugzeug nach Amman unterstrichen. Die Journalistenfragen
kreisten um den Beitrag der katholischen Kirche zum Frieden im Heiligen Land, um den Dialog mit den Juden
und den Moslems und um den Exodus der Christen aus der Region. Einzelheiten, zusammengetragen von Gudrun
Sailer:
Das Heilige Land – heilig f�r drei
Weltreligionen, dennoch Konfliktherd Nummer eins auf der Welt. Was kann der Papst zum Frieden dort
beitragen, wollten Journalisten auf dem Flug nach Amman wissen: �Nat�rlich m�chte ich zum Frieden
beitragen, nicht als Individuum, sondern im Namen der katholischen Kirche und des Heiligen Stuhls. Wir sind
kein politische Macht, sondern eine spirituelle Kraft. Diese spirituelle Kraft kann die Fortschritte im
Friedensprozess beg�nstigen.“ Zum einen gehe es da um Gebet: Wenn Millionen von Gl�ubigen beten,
geht davon eine Kraft aus, �die beeinflusst“, so der Papst. Au�erdem versuche die Kirche, zur
Gewissensbildung beizutragen, sodass Einzelinteressen in den Hintergrund treten vor den wahren Werten.
Drittens appelliere die Kirche an die Vernunft. �Eben weil wir keine politische Partei sind, k�nnen wir
vielleicht, auch im Licht des Glaubens, die wahren Kriterien besser sehen, die zum Frieden beitragen. Und
wir k�nnen auch die wahrhaft vern�nftigen Positionen unterst�tzen – das haben wir bereits getan und
wollen es auch in Zukunft tun.“ Zum Dialog mit dem Judentum �u�erte Papst Benedikt Hoffnung f�r
die Zukunft - auch wenn es in der Vergangenheit immer wieder zu Missverst�ndnissen gekommen sei. Man habe
dieselben Wurzeln, �aber klarerweise, nach 2000 Jahren der getrennten Geschichte, braucht man sich nicht zu
wundern, wenn es Missverst�ndnisse gibt. Denn es haben sich verschiedene Traditionen der Interpretation,
der Sprache, des Denkens herausgebildet. Es ist ein anderer semantischer Kosmos, in dem dieselben W�rter
auf beiden Seiten verschiedene Bedeutungen haben. Wir m�ssen alles tun, um vom anderen zu lernen. Wir haben
heute die M�glichkeit, dass die Jugendlichen, die zuk�nftigen Lehrenden der Theologie, in Jerusalem an der
Hebr�ischen Universit�t studieren k�nnen, und die Juden haben ihrerseits akademische Kontakte mit uns. So
trifft ein semantischer Kosmos auf den anderen, wir lernen voneinander und gehen gemeinsam auf dem Weg des
Dialogs. Ich bin sicher, dass wir Fortschritte machen, das wird auch dem Frieden und der gegenseitigen
Liebe helfen.“ Weiter stelle Papst Benedikt einen gemeinsamen Aufruf an die drei monotheistischen
Religionen in Aussicht - dazu gebe es im Heiligen Land bestimmt Gelegenheit. �Auch der Islam ist entstanden
in einem Ambiente, in dem es sowohl das Judentum als auch verschiedene Zweige des Christentums gab. Diese
Umst�nde spiegeln sich in der Tradition des Korans. Wir haben den gemeinsamen Ursprung des Glaubens an den
einen Gott. Der ,Trialog’ zwischen Juden, Moslems und Christen muss weitergehen, ist wichtig f�r den
Frieden und um gut zu leben, jeder einzelne in seiner Religion.“ Befragt nach dem Exodus der
Christen aus dem Heiligen Land, sagte Papst Benedikt, er wolle die Gl�ubigen im ganzen Nahen Osten
ermutigen, in ihrer Heimat zu bleiben. Sie seien ein wichtiges kulturelles Element in ihren L�ndern.
Konkret unterhalte die katholische Kirche im Heiligen Land besonders Spit�ler und Schulen. �Unsere Schulen
bilden eine Generation heran, die die M�glichkeit haben wird, im �ffentlichen Leben pr�sent zu sein. Wir
schaffen auch eine katholische Universit�t von Jordanien, das scheint mir eine gro�e Perspektive, wo sowohl
junge Moslems als auch Christen studieren werden. Diese christliche Elite wird besonders am Frieden
arbeiten. Auf diese Weise gibt es eine �ffnung zur Zukunft.“ (rv)
Papst vor Jugendlichen: �Ich bin f�r Einheit und Frieden gekommen“
�Ich bin mit der Absicht gekommen, f�r Einheit und Frieden in Nahost zu beten.“ Das sagte
Benedikt XVI. an diesem Freitagnachmittag bei seinem Besuch in dem Rehabilitationszentrum f�r behinderte
Jugendliche �Regina Pacis“ in der jordanischen Hauptstadt Amman. In der Hauskapelle w�rdigte Benedikt
vor hohen Kirchenvertretern aus der Region, den Mitarbeitern des Zentrums und zahlreichen Jugendlichen die
wichtige Arbeit des Zentrums. �Regina Pacis“ sorgt f�r die pastorale Begleitung und soziale
Integration behinderter junger Menschen. Bei dieser ersten Reiseetappe ging das Kirchenoberhaupt noch
einmal auf die Ziele seiner achtt�gigen Pilgerreise in Jordanien und dem ganzen Heiligen Land ein:
�Meine lieben Freunde, ich komme nicht - wie
die Pilger von einst - mit Geschenken und Angeboten. Ich komme ganz einfach mit einer Absicht, einer
Hoffnung: um f�r das wertvolle Geschenk der Einheit und des Friedens zu beten, vor allem f�r den Nahen
Osten. Frieden f�r jeden Einzelnen, f�r Eltern und Kinder, f�r Gemeinschaften, Frieden f�r Jerusalem, f�r
das Heilige Land, f�r die Region, Frieden f�r die ganze Menschheitsfamilie; ein dauernder Frieden, der aus
Gerechtigkeit, Integrit�t und Mitgef�hl hervorgeht, ein Frieden, der aus Demut, Vergebung und dem tiefen
Bed�rfnis heraus geboren wird, harmonisch zusammen zu leben.“ Die Ansprache des Papstes galt aber
vor allem den leidgepr�ften Jugendlichen des �Regina-Pacis-Zentrums“. Oft sei es schwierig, die
Gr�nde f�r emotionale wie k�rperliche Schmerzen zu begreifen. Doch der Glaube an Gott k�nne helfen, �ber
den eigenen Horizont hinaus zu schauen und neue Hoffnung zu sch�pfen. Daf�r seien die Jugendlichen des
Zentrums ein leuchtendes Beispiel, so der Papst:
�Meine lieben jungen Freunde! Euch ganz
besonders m�chte ich sagen, dass ich in Eurer Mitte die St�rke Gottes f�hle. Die harten Pr�fungen, die ihr
erduldet habt, die Barmherzigkeit, die Euch widerfahren ist und Eure Entschlossenheit, die H�rden zu
�berwinden, denen ihr begegnet, best�rken mich in meinem Glauben, dass Leiden Ausgangspunkt f�r einen
Wandel zum Guten sein k�nnen. In unseren eigenen Pr�fungen und indem wir anderen in ihren Pr�fungen
beistehen, erfahren wir das Wesen unserer Menschlichkeit. Wir werden dadurch sozusagen menschlicher. Und
dabei lernen wir auch auf einer anderen Ebene, dass auch Herzen, die von Zynismus, Ungerechtigkeit oder
Unvers�hnlichkeit verh�rtet sind, nie jenseits der Reichweite Gottes liegen, sondern dass sie immer wieder
f�r eine neue Lebensweise und Friedensvision ge�ffnet werden k�nnen.“ Zum Abschluss seiner Rede
rief der Papst die Jugendlichen dazu auf, f�r das gute Gelingen seiner Pilgerreise sowie f�r Vergebung und
Solidarit�t zu beten, �damit Einheit und Friede in der Welt reiche Fr�chte trage“, so der Papst. -
Das �Regina-Pacis“-Zentrum in Amman nimmt sich der Rehabilitation von k�rperlich behinderten Menschen
an und bem�ht sich um deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Gegr�ndet wurde die Einrichtung vom
Weihbischof und Patriarchalvikar f�r Jordanien im Lateinischen Patriarchat von Jerusalem, Salim Sayegh. Der
Name des Behindertenzentrums ist mit �K�nigin des Friedens“ zu �bersetzen. (rv)
Jordanien: Presseschau zum Papstbesuch In den
jordanischen Medien nimmt Papst Benedikts Pilgerreise in den Nahen Osten schon am Tag seiner Ankunft viel
Platz ein. Die wichtigsten Zeitungen des Landes widmeten dem Thema mehrere Artikel mit vielen Fotos, die
Benedikt l�chelnd und zusammen mit dem jordanischen K�nig Abdullah II. im Vatikan zeigen. Dem Besuch der
heiligen St�tten, vor allem der Taufstelle Jesu in Betanien, wird von allen Zeitungen gro�e Bedeutung
beigemessen. Die Reise f�rdere dar�ber hinaus den interreligi�sen Dialog, so das Credo.
Den Papstbesuch in Nahost biete die
Gelegenheit, den Dialog der Religionen voranzutreiben, sagt der maronitische Patriarch im Libanon, Kardinal
Nasrallah Sfeir, im Interview mit der nationalen Tageszeitung �Addustour“. Auch Jordanien sei ein
�Heiliges Land“, so Sfeir, was die �Pilgerfahrt“ des Papstes auch nach Jordanien best�tige. Die
nationale Tageszeitung �Al arab Alyawm“ wertet die Papstreise als Benedikts �Bitte um Frieden“
im Nahen Osten. �Alghad“ widmet dem Thema Papstreise eine achtseitige Spezialbeilage. Benedikts
�Pilgerfahrt“ unterst�tze Toleranz und Werte, die auch f�r den Islam wichtig seien. Der Papst
propagiere mit seiner Reise den Frieden. Auch das Treffen zwischen Benedikt und dem jordanischen K�nig
stehe f�r den interreligi�sen Dialog und das friedliche Zusammenleben von Christen und Moslems. In einem
Artikel zum arabisch-israelischen Konflikt wendet sich ein islamischer Autor im selben Blatt direkt an den
Papst: �Beten wir mit dir, dass diese Reise Fr�chte f�r alle Bewohner des Heiligen Landes haben m�ge, in
spiritueller und in ziviler Hinsicht.“ Die Bedeutung des Papstbesuches f�r das christlich-islamische
Verh�ltnis und die bilateralen Beziehungen zwischen Jordanien und dem Vatikan unterstrichen der Sprecher
der lateinischen Kirche in Amman, Pater Rif’at Bader und der islamische Geschichtsgelehrte Al Majali
in einem gemeinsamen Fernsehauftritt. (rv)
Heiliges Land erwartet Benedikt XVI. - Eindr�cke unsere Korrespondenten
Benedikt XVI. hat seine Nahost-Reise begonnen – es wird wohl die schwierigste seiner bisherigen
Auslandsreisen, denn die Lage der V�lker, der Religionen, der Konfessionen ist im Heiligen Land
ausgesprochen verwickelt. F�r das deutschsprachige Programm von Radio Vatikan begleitet Stefan von Kempis
die Reise; er schildert seine ersten Eindr�cke.
Der Muezzin ruft zum Gebet �ber der
drittheiligsten St�tte des Islam – dem Jerusalemer Tempelberg. Das Gel�nde, das auch dem Judentum und
den Christen heilig ist, steht unter jordanischer Verwaltung; um das zu demonstrieren, hat der mittlerweile
verstorbene K�nig Hussein erst in den neunziger Jahren die goldene Kuppel des Felsendoms neu decken lassen.
Jetzt will der Papst Zugang erhalten zu dem heiligen Ort, auf dem einmal Salomos Tempel stand, wo Jesus
betete und Mohammed angeblich in den Himmel auffuhr – und da muss er denn zuerst dem
Haschemiten-K�nig in Jordanien seine Aufwartung machen; so hielten es schon seine Vorg�nger. Paul VI. wurde
1964 gar von K�nig Hussein von Amman aus bis an die Mauern von Jerusalem begleitet. Das war drei Jahre,
bevor Jordanien die Kontrolle �ber die Westbank an Israel abtreten musste; doch die Schl�ssel zum
Tempelberg, die liegen weiter in Amman. Ein Beispiel f�r die komplizierte Gemengelage des Orients, auf die
Papst Benedikt trifft.
Das Heilige Land: ein
Durcheinander von Grenzen, Mauern, zerstrittenen Riten, feindlichen Gruppen. Heiliges Land, ja – aber
keines war so unfriedlich in den letzten hundert Jahren. �Schwer, sich an dieses Klima des Hasses zu
gew�hnen“, sagt ein italienischer Priester, der – wie viele Kirchenleute – nur f�r ein
paar Jahre hier ist, mit Studentenvisum jeweils f�r ein Jahr. Die Meinungen zum Papstbesuch gehen auch
unter Christen vor Ort oft weit auseinander: �Da fahren wir gar nicht erst hin“, sagen einige, die
Benedikt etwa �bel nehmen, dass er nicht auch in den pal�stinensischen Gazastreifen reist. Manche
nicht-katholische Christen wirken sogar richtig missg�nstig: �Ihr Katholiken seid so reich und zieht mit
dem Papstbesuch alle Aufmerksamkeit nur auf euch“, sagen sie. Andere sehen dagegen die Chance, dass
die Christen in der Region wenigstens dieses eine Mal nach au�en einig und interessant wirken k�nnen. �Aber
sprecht nicht nur von Israel in diesen Tagen des Papstbesuchs“, sagen sie zu uns Journalisten,
�sprecht genauso ausf�hrlich auch von Jordanien.“ Denn das Heilige Land ist mehr als �nur“
Israel – auch darauf lenkt Benedikts Reiseroute den Blick. (rv)
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09.05.09
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Heilig-Land-Reise: 2. Tag
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Papst Benedikt in Jordanien: Zweiter Tag im Schnelldurchlauf Am zweiten Tag seiner Pilgerreise in Jordanien hat Papst Benedikt XVI.
bedeutsame christliche und islamische St�tten besucht und eine mit Spannung erwartete Rede vor muslimischen
Glaubensf�hrern und Gelehrten gehalten. Er pilgerte am Vormittag zun�chst auf den Berg Nebo und hielt in
der dortigen byzantinischen Moses-Gedenkkirche inne. Auf dem 808 Meter hohen Berg mit Blick �ber das
Jordantal befindet sich heute auch ein Franziskanerkloster. Anschlie�end fuhr der Papst nach Madaba, die
heute f�nftgr��te Stadt Jordaniens. Neben einem Besuch des dortigen christlichen Viertels segnete er den
Grundstein der geplanten Universit�t des Lateinischen Patriarchats. Diese erste katholische Universit�t von
Jordanien wird voraussichtlich 3.000 Studenten aufnehmen k�nnen. Danach stand ein Besuch der
K�nig-Hussein-Moschee auf dem Programm, des gr��ten muslimischen Gebetshauses Jordaniens. Der amtierende
K�nig Abdullah II. lie� es ab dem Jahr 2003 f�r seinen Vater erbauen. Vor der Moschee traf Benedikt
muslimische Religionsf�hrer, das Diplomatischen Korps und die Rektoren der jordanischen Universit�ten.
Begr��t wurde er vom Prinzen Ghazi bin Muhammad bin Talal. Der Prinz war einer der Hauptinitiatoren des im
Jahr 2007 von muslimischen Gelehrten verfassten offenen Briefes an den Papst und die christlichen
Gemeinschaften, der sich - nach der Regensburger Rede Papst Benedikts - f�r Dialog, politischen und
religi�sen Frieden in der Welt aussprach. Am Nachmittag feierte Benedikt XVI. die Vesper mit Priestern,
Ordensleuten, Seminaristen und Vertretern der kirchlichen Bewegungen in der griechisch-melkitischen
Kathedrale des Heiligen Georg. (rv)
Benedikt vor Moslems: �Gemeinsam gegen Religionsmissbrauch angehen“
Papst Benedikt XVI. hat in einer Rede vor Moslems vor einer �ideologischen Manipulierung der
Religion“ gewarnt. Gegen diesen Missbrauch von Religion, der mitunter auch f�r politische Zwecke
benutzt werde, sollten Christen und Moslems gemeinsam angehen, sagte Benedikt in Amman. In seiner Rede vor
Vertretern des Islam und Diplomaten wandte er sich zudem gegen die Ausgrenzung religi�ser Minderheiten und
rief zu Frieden und dem Schutz der Christen besonders im Irak auf. Vor der gr��ten Moschee Jordaniens, der
K�nig-Hussein-Moschee in Amman, begr��te Prinz Ghazi bin Muhammad bin Talal den Gast aus Rom. Der Prinz war
einer der Hauptinitiatoren des im Jahr 2007 von muslimischen Gelehrten verfassten offenen Briefes an den
Papst und die christlichen Gemeinschaften. In diesem Schreiben sprachen sich die Islamgelehrten –
nach der Regensburger Rede Papst Benedikts – f�r Dialog, politischen und religi�sen Frieden in der
Welt aus. In seiner Ansprache �u�erte Papst Benedikt XVI. Sorge dar�ber, dass Religion heute zunehmend als
trennendes Element wahrgenommen werde. Die gr��ere Gefahr sei aber, so Benedikt, die �ideologische
Manipulierung der Religion“ - manchmal auch �zu politischen Zwecken“. Gegen diesen Missbrauch
m�ssten Christen und Moslems gemeinsam angehen. Gemeinsame ethische Grundlage sei dabei die Menschenw�rde.
Benedikt: �Gerade wegen der B�rde ihrer gemeinsamen Geschichte, die so oft von Missverst�ndnis
gekennzeichnet war, m�ssen Muslime und Christen bestrebt sein, als Gl�ubige erkannt und anerkannt zu
werden, die treu beten, die bem�ht sind, die Gebote des Allm�chtigen zu halten und ihnen gem�� zu leben,
die barmherzig und mitf�hlend sind, die konsequent alles Wahre und Gute bezeugen, die stets den gemeinsamen
Ursprung und die W�rde aller Menschen bedenken, die der H�hepunkt des g�ttlichen Sch�pfungsplans f�r die
Welt und die Geschichte bleiben.“ Die beiden gro�en monotheistischen Religionen verst�nden die
menschliche Vernunft beide als �Gabe Gottes“, so der Papst. Gemeinsame Herausforderung von Christen
und Moslems sei nun, das Potential dieser menschlichen Eigenschaft durch �Glaube und Wahrheit zum Guten
heranzubilden“. �Denn wenn die menschliche Vernunft dem�tig zul�sst, dass sie selber vom Glauben
gel�utert wird, dann ist sie fern davon, geschw�cht zu werden; vielmehr wird sie gest�rkt, um der
�berheblichkeit zu widerstehen und �ber ihre eigenen Grenzen hinauszugreifen. Auf diese Weise wird die
menschliche Vernunft ermutigt, ihrem erhabenen Zweck zu folgen, der Menschheit zu dienen, wobei sie unser
gemeinsames innerstes Streben zum Ausdruck bringt und den �ffentlichen Diskurs lieber ausweitet, als ihn zu
manipulieren oder einzuschr�nken. Daher – weit davon entfernt, den Geist einzuengen – erweitert
ein ernsthaftes Festhalten an der Religion den Horizont menschlichen Verstandes.“ Religion leiste in
Jordanien bereits einen �konstruktiven Beitrag“ zu Erziehung und Kultur, so der Papst. Positive
Bespiele daf�r seien das Rehabilitationszentrum �Regina Pacis“ sowie die Madaba-Universit�t f�r
Muslime und Christen. Auch die Arbeit des �K�niglichen Instituts f�r Interreligi�se Studien und Islamisches
Denken“ sowie die von muslimischen Gelehrten verfasste �Amman Message“ aus dem Jahr 2004 seien
wichtige Schritte: �Solche Initiativen f�hren klar zu einer tieferen gegenseitigen Kenntnis und f�rdern
eine zunehmende Achtung sowohl vor dem, was wir gemeinsam haben, als auch vor dem, was wir unterschiedlich
sehen. Sie sollten daher Christen und Muslime dazu veranlassen, die wesentliche Beziehung zwischen Gott und
seiner Welt noch gr�ndlicher zu erforschen, so dass wir miteinander bestrebt sein m�gen sicherzustellen,
dass die Gesellschaft mit der g�ttlichen Ordnung in Harmonie mitschwingt.“ Abschlie�end gr��te
Benedikt den anwesenden Patriarchen von Bagdad, Emmanuel III. Delly, und rief zu Frieden und den Schutz der
Christen im Irak auf. Zusammen mit der Internationalen Gemeinschaft m�sse, so Benedikt, �alles, was m�glich
ist“ f�r ein friedliches Zusammenleben der Religionen zu garantieren. In seiner Rede bekr�ftigte der
Prinz Bin Talal die Notwendigkeit eines friedlichen Dialogs zwischen Muslimen und Christen. Das �positive
Beispiel Jordanien“ m�sse jedoch auch in L�ndern gelten, in denen Muslimen in der Minderheit seien.
Bin Talal: �Wir hoffen, dass der einmalige jordanische Geist der Harmonie zwischen den Religionen den
gegenseitigen Respekt der Religionen f�rdert und der ganzen Welt ein Beispiel ist. Heiliger Vater, m�gen
Sie dieses Beispiel auch in Regionen wie Mindanao oder bestimmte Teile des subsaharischen Afrika tragen, wo
muslimische Minderheiten von christlichen Mehrheiten unterdr�ckt werden - ebenso wie in andere
Weltgegenden, wo das Gegenteil der Fall ist.“ (rv)
Benedikt w�nscht Vers�hnung zwischen Christen und Juden
An einem Ort, der Christen wie Juden heilig ist – dem Berg Nebo – hat Papst Benedikt dazu
aufgerufen, alle Hindernisse auf dem Weg der Vers�hnung zwischen Christen und Juden zu �berwinden. Ein
�unzertrennbares Band“ verbindet die Kirche mit dem j�dischen Volk, sagte Benedikt XVI. auf dem Berg
Nebo. Vor seiner Begegnung mit den muslimischen Gelehrten pilgerte das Kirchenoberhaupt am Samstagmorgen an
diesen Ort, von dem Mose - der Tradition zufolge - zum ersten Mal das gelobte Land sah. Das Gedenken an
Mose lade dazu ein, auch mit Glauben und Hoffnung in die Zukunft mit Gott zu blicken, so Papst Benedikt.
�Auf den Spuren der Propheten, der Apostel und der Heiligen sind wir berufen, mit dem Herrn zu gehen, seine
Sendung weiterzutragen, f�r die Frohbotschaft von Gottes allumfassender Liebe und von seinem Erbarmen
Zeugnis zu geben. Wir haben den Auftrag, durch unsere N�chstenliebe, unseren Dienst an den Armen und unser
Bem�hen, Sauerteig der Vers�hnung, der Vergebung und des Friedens in der Welt um uns zu sein, zum Kommen
des Reiches Christi beizutragen.“ �Jeder von uns“, so der Papst, habe eine Berufung empfangen.
In Treue zur dieser Berufung sollten die Christen helfen, die Wege des Herrn zu ebnen, so Benedikt.
Abermals erinnerte der Papst an die Nahbeziehung der Kirche zum Judentum. �Die alte Tradition der
Pilgerfahrt zu den heiligen St�tten erinnert uns auch an das unzertrennbare Band zwischen der Kirche mit
dem j�dischen Volk. Von Anfang an hat die Kirche in diesen L�ndern in ihrer Liturgie der gro�en Gestalten
der Patriarchen und Propheten gedacht, als Zeichen ihrer gro�en Wertsch�tzung f�r die Einheit der beiden
Testamente. Unsere heutige Begegnung schenke uns eine neue Liebe zum Kanon der Heiligen Schrift und ein
Verlangen, alle Hindernisse auf dem Weg der Vers�hnung zwischen Christen und Juden in gegenseitiger Achtung
und Zusammenarbeit im Dienst des Friedens, zu dem uns das Wort Gottes ruft, zu �berwinden!“ (rv)
Der Berg Nebo: Bis heute ein heiliger Ort Papst
Benedikt besuchte an diesem Samstag die byzantinische Basilika der Moses-Gedenkkirche auf dem Berg Nebo.
Von dem 808 Meter hohen Berg �berblickte Moses einst das Gelobte Land. Er geh�rt zu den wichtigsten
heiligen St�tten �stlich des Jordan. Heute befindet sich auf dem Berg, am Grab von Moses, ein
Franziskanerkloster. Zusammen mit der Taufstelle Jesu, die der Papst am Sonntag besuchen wird, ist der Berg
Nebo eine der bedeutendsten heiligen St�tten �stlich des Jordans. Pater Claudio Bottini, Dekan der Fakult�t
Biblische Studien und Arch�ologie in Jerusalem, im Gespr�ch mit Radio Vatikan: �Der Berg Nebo ist wirklich
einer der eindr�cklichsten Orte. Nicht nur weil wir hier an Moses zur�ckdenken, wie er das Heilige Land,
das Gelobte Land, betrachtet, das er nicht betreten kann. Sondern auch in Bezug auf die christliche, gut
dokumentierte antike Tradition seit dem vierten, f�nften Jahrhundert: In dieser Zeit entstand auf dem Berg
Nebo eine kl�sterliche Siedlung rund um die St�tte, die als das Grab von Moses erhalten und verehrt
wurde.“ Mit seinem Besuch wolle der Papst auch an die Notwendigkeit des Glaubens erinnern. Bottini:
�Ich denke, dass der Papst mit dem Besuch dieses Ortes an ein grundlegendes Ereignis der biblischen
Geschichte erinnern will: Moses betrachtet von hier aus das Heilige Land, ohne es betreten zu k�nnen. Nach
der biblischen Tradition und nach sp�teren Interpretationen hat dies mit seinem fehlenden Glauben zu tun.
Das ist bedeutsam, denn es geht hier um das Versprechen, das Gott gibt, auf das der Mensch jedoch mit der
Freiheit des eigenen Glaubens antworten soll. Und dann ist dieser Ort mit der Erinnerung an Ereignisse
verkn�pft, von denen das Alte Testament erz�hlt, und wurde in j�ngerer Zeit wiederentdeckt: Im Jahr 1933
gelang es dem Franziskanerorden mit der Besiedlung des Berges Nebo, hier die christliche Tradition wieder
aufleben zu lassen und eines der sch�nsten Heiligt�mer zu errichten.“ (rv)
Jordanien: Papst besucht zuk�nftige Universit�t von Madaba
Bildung ist ein wirksames Mittel des Friedens und Dialogs –
das unterstrich Papst Benedikt am Samstag beim Besuch der geplanten Universit�t des Lateinischen
Patriarchats in Madaba. Nach Durchquerung des christlichen Viertels segnete der Papst auf der Baustelle der
Universit�t den Grundstein des zuk�nftigen Lehrstuhls. Bis zu 3.000 Studierende sollen hier eine Ausbildung
erhalten. In seiner Rede dankte Benedikt dem lateinischen Patriarchen von Jerusalem Fouad Twal. Er w�rdigte
den Einsatz des K�nigreichs Jordanien und der christlichen F�rderer f�r die Verbesserung des Bildungswesens
im Land. Bildung bringe die Studenten mit ihrem eigenen kulturellen Erbe in Kontakt, die Universit�t sei
�Ort des Dialogs“: �Das Ergebnis dieses Prozesses ist eine Universit�t, die nicht nur eine Plattform
f�r die Festigung der Bindung an Wahrheit und an die Werte einer gegebenen Kultur, sondern einen Ort des
Verst�ndnisses und des Dialogs darstellt. Indem sie ihr eigenes Erbe in sich aufnehmen, werden junge
Jordanier und andere Studenten der Region zu einer tieferen Kenntnis der Errungenschaften der Menschheit
gef�hrt, bereichert durch andere Standpunkte und in Verst�ndnis, Toleranz und Friede geformt.“ Der
Glaube an Gott unterdr�cke nicht die Suche nach der Wahrheit, sondern ermutige sie, so der Papst. Erziehung
bedeute Vertrauen in die �Gabe der Freiheit“. Doch dieses Vertrauen k�nne auch entt�uscht werden,
wandte das Kirchenoberhaupt mit Blick auf religi�sen Fanatismus ein. Benedikt: �Selbstverst�ndlich kann die
Religion, wie Wissenschaft und Technologie, wie Philosophie und alle Ausdrucksweisen unserer Suche nach der
Wahrheit, verzerrt werden. Religion wird entstellt, wenn sie in den Dienst der Ignoranz oder des
Vorurteils, der Geringsch�tzung, der Gewalt oder des Missbrauchs gedr�ngt wird. Hier sehen wir nicht nur
eine Entstellung der Religion, sondern auch eine Korrumpierung der menschlichen Freiheit, eine Verengung
und Blindheit des Denkens.“ Die �Aneignung und rechte Anwendung des Wissens“ k�nne durch einen
�reifen Glauben“ geleitet werde, so Benedikt mit Bezug auf den Konzilstext des Zweiten Vatikanums
Wissenschaft ohne �ethische Weisheit“ sei n�mlich orientierungslos: �Sie kann nicht alle Fragen �ber
den Menschen und seine Existenz beantworten. In der Tat, die menschliche Person, ihr Platz und ihr Sinn im
Universum lassen sich nicht in den Grenzen der Wissenschaft erfassen. �Die zu erstrebende Vollendung der
Vernunftnatur der menschlichen Person ist die Weisheit, die den Geist des Menschen sanft zur Suche und
Liebe des Wahren und Guten hinzieht‛? (Gaudium et spes, 15). Der Gebrauch wissenschaftlicher
Kenntnisse ben�tigt das Orientierungslicht der ethischen Weisheit.“ Bereits der Eid des Hippokrates
sowie die Allgemeine Erkl�rung der Menschenrechte von 1948 und die Genfer Konvention seien von dieser
�ethischen Weisheit“ inspiriert gewesen, so Benedikt. Auch die zuk�nftige Universit�t in Madaba
verbinde das �Streben nach Wahrheit mit der Suche nach dem Guten“. Einen besonderen Appell richtete
Benedikt abschlie�end an die christlichen Studenten Jordaniens und der Nachbarregionen. Sie seien berufen,
�Bauleute einer gerechten und friedlichen Gesellschaft zu sein“, die sich aus �Menschen mit
verschiedenem religi�sen und ethnischen Hintergrund“ zusammensetze. (rv)
Benedikt w�rdigt Vielfalt der katholischen Ostkirchen
Einen ersten �kumenischen Akzent seiner Reise hat Papst Benedikt XVI. an diesem Samstag Nachmittag
gesetzt. In der griechisch-melkitischen Sankt Georgs-Kathedrale feierte er die Vesper mit Oberh�uptern der
im Orient pr�senten katholischen Kirchen – Maroniten, Syrer, Armenier und Chald�er -, mit
Ordensleuten und Laien. Zu manchen Zeiten habe es zwischen der katholischen und den Ostkirchen
�theologische Auseinandersetzungen“ oder auch Unterdr�ckung gegeben, andere Epochen aber waren
�Perioden reicher kultureller Neubelebung, zu der die Christen des Ostens wesentlich beigetragen
haben“, so der Papst. �Die Teilkirchen innerhalb der Weltkirche bezeugen die Dynamik ihrer irdischen
Pilgerschaft und offenbaren allen Gl�ubigen einen Schatz an geistlichen, liturgischen und kirchlichen
Traditionen, die auf Gottes umfassende G�te verweisen.“ Der Papst w�rdigte das apostolische Wirken
der christlichen Gemeinden in Jordanien mit ihren Bildungsanstalten, Waisenh�usern, Alten- und
Fl�chtlingsheimen, Kliniken und Kulturinitiativen. Diese Gegenwart in der Gesellschaft sei �ein wunderbares
Zeichen der Hoffnung“, das �weit �ber die Grenzen unserer eigenen christlichen Gemeinden
hinausreicht“. �So oft entdeckt ihr, dass die Familien anderer Religionen, mit denen ihr
zusammenarbeitet und euren Dienst der universalen N�chstenliebe tut, Sorgen und N�te haben, die religi�se
und kulturelle Grenzen �berschreiten.“ Besonders deutlich werde das in Bezug auf die Hoffnungen und
Bestrebungen von Eltern f�r ihre Kinder.�Welche Eltern oder welcher Mensch guten Willens k�nnte nicht
besorgt sein wegen der negativen, in unserer globalisierten Welt so sehr um sich greifenden Einfl�sse,
einschlie�lich der destruktiven Elemente in der Unterhaltungsindustrie, welche die Unschuld und die
Sensibilit�t der schwachen und jungen Menschen so gewissenlos ausnutzt? Doch wenn ihr eure Augen fest auf
Christus richtet, auf das Licht, das alles �bel vertreibt, die verlorene Unschuld zur�ckgibt und irdischen
Stolz erniedrigt, werdet ihr eine gro�artige Vision der Hoffnung aufrechterhalten f�r alle, denen ihr
begegnet und denen ihr dient.“ Besonders die jungen jordanischen Christen rief der Papst dazu auf,
ihren �weisen, wohl abgewogenen und respektvollen Beitrag zum �ffentlichen Leben des K�nigreiches“ zu
leisten. (rv)
Jordanien/Heiliges Land: Katholische Kirche in Zahlen
In Jordanien und Israel inklusive der Pal�stinensergebiete leben die Katholiken heute als kleine
Minderheit. Ihre Bildungseinrichtungen und Spit�ler allerdings haben eine gro�e Bedeutung f�r die gesamte
Bev�lkerung. In Jordanien sind von den etwa 5.700.000 Einwohnern 1,9 Prozent katholisch. Es gibt insgesamt
65 Gemeinden mit 59 Di�zesanpriestern, 44 Ordenspriestern und einem st�ndigen Diakon. Damit kommt auf rund
1.000 Katholiken ein Priester. Vier Bisch�fe gibt es in Jordanien, und derzeit nur sieben Seminaristen. An
kirchlichen Einrichtungen stehen fast 100 Kinderg�rten und Grundschulen sowie 26 weiterf�hrende Schulen
offen, an denen 30.000 Jungen und M�dchen ausgebildet bzw. betreut werden. Au�erdem gibt es zwei
katholische Krankenh�user, eine Ambulanz und drei Rehabilitationszentren. In Israel und den
Pal�stinensergebieten sind von den gesamt 7.200.000 Einwohnern 1,8 Prozent katholisch. Es gibt insgesamt 78
Gemeinden mit 89 Di�zesanpriestern und 317 Ordenspriestern sowie f�nf st�ndige Diakone. Damit ist die
�Priesterdichte“ in Israel bzw. den Pal�stinensergebieten deutlich h�her als in Jordanien: Auf einen
katholischen Geistlichen kommen hier 320 Katholiken. Dar�ber hinaus gibt es elf Bisch�fe und 124
Seminaristen. Die katholische Kirche betreibt eine Vielzahl an Bildungseinrichtungen: 140 Grundschulen, 42
weiterf�hrende Schulen und zehn Hochschulen bzw. Universit�ten. An ihnen erhalten rund 45.000 Sch�ler bzw.
Studierende eine Ausbildung. Au�erdem gibt es in Israel inklusive der Pal�stinensergebiete elf katholische
Krankenh�user, zehn Ambulanzen und vier Rehabilitationszentren. (rv)
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10.05.09
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Heilig-Land-Reise: 3. Tag
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Jordanien: Dritter Tag Papst
Benedikt XVI. hat den dritten Tag seiner Nahostreise mit einer Messe im Sportstadion von Amman begonnen.
Die Kirche in Jordanien solle zur St�rkung der Frauen in der Gesellschaft beitragen, sagte der Papst vor
rund 30.000 Gl�ubigen. Er ermutigte die Christen, die Pr�senz der Kirche im sich wandelnden Sozialgef�ge
der Region aufrechtzuerhalten. Dabei rief er zu einem �kumenischen Miteinander und zur Offenheit
gegen�ber Andersgl�ubigen auf. Am sp�ten Sonntagnachmittag besuchte der Papst Betanien. Der Ort liegt am
�stlichen Jordanufer und wird seit fr�hchristlicher Zeit als Wirkungsst�tte Johannes des T�ufers verehrt.
Laut Johannes-Evangelium wurde Jesus in �Betanien jenseits des Jordan“ getauft. Das
Kirchenoberhaupt segnete dort die Grundsteine f�r die Kirchen der lateinischen und melkitischen Christen.
Am Montag reist Benedikt XVI. nach Israel weiter, der zweiten Station seiner achtt�gigen Nahost-Reise.
(rv)
Papst in Jordanien: �Rolle der Frau st�rken“ Die
Messfeier in Amman am Sonntagmorgen war die zahlenm��ig gr��te Veranstaltung des Papstes w�hrend seines
Aufenthalts in Jordanien. Als Pilger komme er ins Heilige Land, hatte Benedikt XVI. mehrmals betont; an
diesem Sonntag war er in der jordanischen Hauptstadt Pfarrer und Seelsorger. F�r 500 M�dchen und Jungen
war die Messe ihre Feier zur ersten Heiligen Kommunion, mehrere Kinder irakischer Fl�chtlingsfamilien
empfingen die Eucharistie aus den H�nden des Papstes. Arabische Elemente und klassische Musik erklangen
im Gottesdienst. Katholiken aus Nachbarstaaten wie Libanon und Syrien waren angereist. W�hrend der Messe
trugen Christen aus unterschiedlichen Landesteilen in traditionellen Gew�ndern Gaben zum Altar. Die
Messfeier bringe die �reiche Vielfalt der katholischen Kirche im Heiligen Land zum Ausdruck“, sagte
der Papst, der sich - so w�rtlich - �lange nach dieser Gelegenheit gesehnt“ habe. Er wolle die
Christen der Region ermutigen, �in Treue zu den altehrw�rdigen Traditionen und zur ruhmreichen Geschichte
des christlichen Zeugnisses, die bis in die Zeit der Apostel zur�ckreicht“, auszuharren. �Die
hiesige katholische Gemeinde ist zutiefst ber�hrt von den Schwierigkeiten und der Unsicherheit, von denen
alle Menschen im Nahen Osten betroffen sind. Ihr sollt niemals die gro�e W�rde vergessen, die eurem
christlichen Erbe entspringt, und stets die liebevolle Solidarit�t all eurer Br�der und Schwestern in der
Kirche auf der ganzen Welt sp�ren!“ Die Kirche Jordaniens feierte den so genannten
�Gute-Hirten-Sonntag“ und erinnerte an die unterschiedlichen Formen der Nachfolge Jesu. Benedikt
XVI. w�rtlich: �Jesus ,kennt uns’ – sogar noch tiefer als wir selbst uns kennen –, und
er hat f�r jeden von uns einen Plan. Wir wissen auch, dass wir dort, wohin er uns ruft, Gl�ck und
Erf�llung, ja unser wahres Selbst finden werden (vgl. Mt 10,39). Heute lade ich die vielen hier
anwesenden jungen Menschen ein, dar�ber nachzudenken, wie der Herr euch ruft, ihm nachzufolgen und seine
Kirche aufzubauen. Sei es im Priesteramt, im geweihten Leben oder im Sakrament der Ehe: Jesus braucht
euch, damit die Menschen seine Stimme h�ren.“ Das Kirchenoberhaupt erinnerte auch an das �Jahr der
Familie“ der jordanischen Katholiken, in dem die Rolle der Frau eine wichtige Rolle gespielt habe.
Region und Gesellschaft verdankten viel dem karitativen Einsatz der Frauen und ihrem Engagement f�r �den
Aufbau des Friedens“. �Bereits auf den allerersten Seiten der Bibel sehen wir, dass Mann und Frau
als Abbild Gottes geschaffen und dazu bestimmt sind, einander zu erg�nzen als Verwalter der Gaben Gottes
und Partner in der Weitergabe seines Geschenks des Lebens – sowohl des leiblichen als auch des
geistlichen Lebens – an unsere Welt. Leider wurde diese gottgegebene W�rde und Rolle der Frau nicht
immer hinreichend verstanden und geachtet. Die Kirche und die Gesellschaft als Ganze haben erkannt, wie
dringend wir das brauchen, was der verstorbene Papst Johannes Paul II. das ,prophetische Charisma’
der Frauen nannte (vgl. Mulieris dignitatem, 29). Als Botinnen der Liebe, Lehrmeisterinnen der
Barmherzigkeit und Erbauerinnen des Friedens bringen sie W�rme und Menschlichkeit in eine Welt, die den
Wert einer Person nur allzu oft nach den kalten Ma�st�ben des Nutzens und des Profits bemisst. Dadurch,
dass sie die Achtung der Frau �ffentlich bezeugt und die jedem Menschen innewohnende W�rde verteidigt,
kann die Kirche im Heiligen Land einen wichtigen Beitrag leisten zur F�rderung einer Kultur wahrer
Menschlichkeit und zum Aufbau einer Zivilisation der Liebe.“ Benedikt rief in seiner auf Englisch
gehaltenen Predigt zur Zusammenarbeit der verschiedenen christlichen Konfessionen auf und verurteilte
erneut jeden Missbrauch von Religion f�r Gewalt. Treue zu den christlichen Wurzeln verlange �eine
besondere Art von Mut“: �Den Mut, neue Br�cken zu bauen, um eine fruchtbare Begegnung von Menschen
verschiedener Religionen und Kulturen zu erm�glichen und dadurch das Gesellschaftsgef�ge zu
bereichern.“ Wer sein Leben f�r andere �hingebe“, k�nne �Gesinnungen entgegenwirken, die es
als gerechtfertigt betrachten, unschuldigen Menschen das Leben ,zu nehmen’, aus welchem Grund auch
immer“. Auch am dritten Tag seiner Nahostreise wurde das Kirchenoberhaupt in dem mehrheitlich
muslimischen Jordanien als willkommener Gast gefeiert: Kinder hielten Fotografien des K�nigs hoch und
schwenkten gleichzeitig Vatikanfahnen. Und w�hrend Benedikt XVI. W�rdentr�ger, Politiker und ihre
Familien segnete und auf dem Weg von der Altarinsel in Richtung Papamobil minutenlang in der
Menschenmenge ausharrte, dirigierte der Chorleiter mit eine Flagge Jordaniens in der Rechten den
arabisch-italienischen Sprechgesang: �Benedetto, Benvenuto in Giordania!“ (rv)
Papst an jordanische Christen: �F�rdert gegenseitiges Verst�ndnis“
Vergebung und Gro�mut – damit sollten Christen in Nahost ihren Beitrag zu Vers�hnung und
Frieden leisten. Dazu forderte Papst Benedikt bei der Grundsteinsegnung zweier katholischer Kirchen in
der jordanischen Ortschaft Betanien auf. Nach einem Besuch der arch�ologischen St�tte am �stlichen
Jordanufer, die seit fr�hchristlicher Zeit als Wirkungs-Ort Johannes des T�ufers und Jesu verehrt wird,
segnete der Papst an diesem Sonntagnachmittag die Grundsteine einer lateinischen und einer
griechisch-melkitischen Kirche. Dabei betonte er, der Grundstein einer Kirche sei ein Symbol f�r Christus
und damit auch f�r N�chstenliebe, Vers�hnung und Dialog: �F�rdert den Dialog und das gegenseitige
Verst�ndnis in der Zivilgesellschaft, besonders wenn ihr eure legitimen Rechte einfordert. Im Nahen
Osten, der gezeichnet ist von tragischem und ungerechtem Leiden, von Jahren der Gewalt und der ungel�sten
Spannungen, sind die Christen dazu aufgerufen, angespornt vom Beispiel Jesu ihren Beitrag der Vers�hnung
und des Friedens durch Vergebung und Gro�mut zu leisten.“ Teil an der feierlichen Grundsteinsegnung
nahmen auch der Patriarch von Antiochien f�r die griechisch-melkitische Kirche, Gregorius III. Laham, der
lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Fouad Twal, sowie zahlreiche Bisch�fe, Priester,
Ordensleute und Gl�ubige beider Teilkirchen. Die neuen Sakralbauten entst�nden an einem aus biblischer
Sicht denkw�rdigen Ort, so Benedikt: �Der Prophet Elia, der Tischbiter, stammte aus dieser Region, aus
Gilead, nicht weit im Norden. Hier in der N�he, gegen�ber von Jericho, teilte sich das Wasser des Jordans
vor Elija, der vom Herrn in einem Feuerwagen entr�ckt wurde (vgl. 2 K�n 2,9-14). Hier hat der Geist des
Herrn Johannes, den Sohn des Zacharias, berufen, die Umkehr der Herzen zu predigen. Johannes
derEvangelist legt in dieses Gebiet auch die Begegnung zwischen dem T�ufer und Jesus, der bei seiner
Taufe durch den Geist Gottes, der wie eine Taube auf ihn herabstieg, �gesalbt“ und als Gottes
geliebter Sohn bezeugt wurde (vgl. Joh 1,32; Mk 1,9-11).“ (rv)
Vatikansprecher: Zwischenbilanz �sehr positiv“
Am Montag Morgen verl�sst Benedikt XVI. Jordanien und fliegt weiter nach Israel. Die Bilanz dieser
ersten Reiseetappe falle �notwendigerweise sehr positiv aus“, sagte Vatikansprecher Pater Federico
Lombardi an diesem Sonntag gegen�ber Radio Vatikan: �Der Papst konnte alle vorgesehenen Programmpunkte
mit gro�er Gelassenheit absolvieren und ist sehr warmherzig und freundschaftlich empfangen worden, sowohl
seitens der staatlichen Autorit�ten und des K�nigspaares, als auch seitens der islamischen Welt und
nat�rlich seitens der christlichen Gemeinden. Es erscheint mir weise, diese Reise sozusagen an einem Tor
des Friedens begonnen zu haben. Mit Blick auf den ganzen Nahen Osten ist Jordanien derzeit ein
grunds�tzlich friedliches Land, und so gestaltete sich meiner Meinung nach der Auftakt dieser
Friedensreise besonders positiv.“ Der Besuch des Papstes in der Al-Hussein-Moschee, bereits der
zweite Benedikts XVI. in einer Moschee, hinterlasse einen starken Eindruck, so der Vatikansprecher, der
den Papst auch bei der so genannten Regensburger Rede und in Istanbul begleitet hatte: �Auf bestimmte
Weise wird es immer normaler und nat�rlicher, dass ein Papst in freundschaftlicher Absicht eine
islamische Gebetsst�tte betritt. Das ist ein Zeichen des Fortschritts der positiven Beziehungen zwischen
Christen und Moslems im Lauf der vergangenen Jahre.“ Die Missverst�ndnisse die im Umfeld der
Regensburger Rede und des umstrittenen Mohammed-Zitats von Benedikt XVI. entstanden waren, seien zwar
schon seit l�ngerem ausger�umt und �berwunden, so Lombardi. Zahlreiche Klarstellungen habe es gegeben.
�Doch wir wissen, dass es nach einem grundlegenden Missverst�ndnis eine Reihe von Schritten und viel Zeit
braucht. Es ist also nicht verwunderlich, dass es weiterhin Hinweise auf diesen schwierigen Moment gibt.
Doch wir haben seit damals auch positive Erfahrungen gemacht. Prinz Ghazi hat in seiner Ansprache auf
Regensburg hingewiesen, aber klar gesagt, dass dieses Kapitel endg�ltig abgeschlossen und �berwunden ist.
Au�erdem hat er den Papst als Nachfolger Petri gegr��t, was aus dem Mund eines ranghohen F�hrers der
islamischen Welt ein sehr bedeutender Gru� ist.“ Welche Hoffnungen erf�llen den Papst und seine
Mitarbeiter vor dem Weiterflug nach Israel? Der Vatikansprecher dazu: �Alle hoffen, dass die Ziele, die
der Papst gesteckt und mehrmals benannt hat, auch erreicht werden k�nnen: dass die Reise wirklich eine
Botschaft des Friedens und der Vers�hnung sein kann, dass sie den christlichen Gemeinden, die es schwer
haben, Mut schenke, dass eine Botschaft der Hoffnung, des Vertrauens und der Liebe einen wirksamen
Beitrag leisten kann, um die Lage in der ganzen Region zu verbessern.“ (rv)
Eindr�cke: Jerusalem vor der Ankunft Benedikts Die
Royal Jordanien bringt Papst Benedikt am Montag die 103 Kilometer von Amman nach Tel Aviv. Mit dem
Hubschrauber geht es weiter nach Jerusalem, um die Mittagszeit wird er dort erwartet. Wie ist einen Tag
vor seiner Ankunft der Stand der Vorbereitungen? Das wollten wir von unserem Kollegen vor Ort, Stefan von
Kempis, wissen. (rv)
Benediktiner: �Besuch in Israel kommt zu fr�h“
Die Beobachter sind sich einig: Papst Benedikts Heilig-Land-Reise ist sein bisher schwierigster
Auslandsbesuch – aus politischer wie religi�ser Sicht. Stefan von Kempis hat in Jerusalem mit dem
Prior der Benediktinerabtei auf dem Berg Zion gesprochen. F�r Pater Jonas Trageser kommt der Papstbesuch
zu fr�h: �Ich h�tte gew�nscht, dass er mit dem Besuch vielleicht noch ein wenig gewartet h�tte, denn es
sind viele Dinge auf dem Weg, auch die Vertr�ge zwischen Israel und dem Vatikan. Der Besuch kommt jetzt
dazwischen, und ich hoffe, dass uns das nicht einen Keil dazwischen treibt und die Verhandlungen dann
wieder auf die lange Bank geschoben werden. Ich habe den Eindruck, dass der Papst jetzt von Israel f�r
die Au�enwahrnehmung vereinnahmt wird; das ist ein Aufwind f�r den Tourismus und die Pilger. Ich habe den
Eindruck, dass einiges inkludiert und vereinnahmt wird.“ F�r die Christen sei ein Papstbesuch
nat�rlich immer mit Hoffnung verbunden, betont der Benediktiner.
�Ich hoffe, mit so viel
Hoffnung, dass sie dann auch sagen, das gibt uns Kraft hier zu bleiben und hier auszuhalten, mit all den
Spannungen und Konflikten, die es gab, gibt und geben wird.“ Im Vergleich zu einem eigenen Besuch
im Oberrabbinat erscheint dem Katholiken die Zeit, die den pal�stinensischen Christen einger�umt wird, zu
kurz. Aber Pater Jonas Trageser gibt zu bedenken: �Es geht bei dieser Israel-Visite auch darum, alles was
im Vorfeld des Papstbesuchs gewesen ist, nennen wir die Karfreitags-F�rbitte, nennen wir all die Dinge,
die das Verh�ltnis zwischen Juden- und Christentum, zwischen dem Vatikan und dem Oberrabbinat schwierig
gemacht haben; da muss Klarheit geschaffen werden, die – auch wenn der Papst schon entsprechende
�u�erungen gemacht hat – durch so eine pers�nliche Visite anders m�glich wird.“ (rv)
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11.05.09
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Heilig-Land-Reise: 4. Tag
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Vierter Reisetag: Abschied aus Jordanien, Ankunft in Jerusalem Papst Benedikt XVI. hat zum Auftakt seines Israel-Besuchs der sechs
Millionen von den Nazis ermordeten Juden gedacht und zum entschlossenen Kampf gegen den Antisemitismus
aufgerufen. Am vierten Tag seiner Nahostvisite hat das Kirchenoberhaupt an diesem Montagvormittag seinen
dreit�gigen Jordanien-Besuch beendet und ist nach Israel weitergereist. Am Flughafen von Tel Aviv wurde
der Papst von Israels Staatspr�sident Shimon Peres und Regierungschef Benjamin Netanjahu begr��t. Am
Nachmittag absolvierte Benedikt XVI. einen H�flichkeitsbesuch am Sitz des Staatsoberhaupts im Westen
Jerusalems, seine Ansprache dort verfolgten mehrere hundert Ehreng�ste aus Politik und Religion.
H�hepunkt des ersten Besuchstages in Israel war die Visite des deutschen Papstes in der Jerusalemer
Holocaust-Gedenkst�tte Yad Vashem. Die Gedenkst�tte gilt als wichtigstes Mahnmal zum Gedenken der rund
sechs Millionen von den Nationalsozialisten ermordeten Juden. Nach dem Holocaust-Gedenken traf Benedikt
mit Vertretern verschiedener Religionen zusammen. In seiner Abschiedsrede auf dem Flughafen von Amman
hatte der Papst den �Geist der Offenheit“ gelobt, den er in Jordanien erlebt habe und der ein
harmonisches Miteinander verschiedener Ethnien und Religionen im Land erm�gliche. Das �feste Fundament
der religi�sen Toleranz“ erlaube es, miteinander in Frieden und in gegenseitiger Achtung zu leben.
Am Dienstag wird das Oberhaupt der katholischen Kirche wie schon Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 die
j�dische Klagemauer besuchen. Au�erdem stehen unter anderem der Besuch beim Jerusalemer Gro�mufti, im
Oberrabbinat und im Abendmahlssaal auf dem Programm. Am Mittwoch wird der Papst in Bethlehem erwartet.
(rv)
Yad Vashem: Papst gedenkt Holocaust-Opfer Papst
Benedikt XVI. hat in Jerusalem der von den Nationalsozialisten ermordeten Juden gedacht. Die Leiden der
Opfer d�rften niemals geleugnet, heruntergespielt oder vergessen werden, sagte der Papst an diesem Montag
in der Holocaust-Gedenkst�tte Yad Vashem. �Ich bin hierher gekommen, um in Stille vor diesem Denkmal
innezuhalten, das errichtet wurde, um die Erinnerung an die Millionen Juden zu ehren, die in der
entsetzlichen Trag�die der Shoah ermordet wurden.“ Der deutsche Papst sprach w�hrend seines
Besuchs mit mehreren Holocaust-�berlebenden; einer von ihnen wird in Yad Vashem auch als �Gerechter unter
den V�lkern“ geehrt. Die sechs Millionen Juden h�tten ihr Leben verloren, nicht aber ihren Namen,
sagte Benedikt XVI. �M�gen die Namen dieser Opfer niemals verblassen! M�ge ihr Leiden niemals
verleugnet, herabgesetzt oder vergessen werden! Und m�gen alle Personen guten Willens dar�ber wachen, vom
menschlichen Herzen alles auszurotten, was zu �hnlichen Trag�dien wie dieser f�hren k�nnte!“ Die
Namen der Opfer seien eingeschrieben in die Herzen ihrer Angeh�rigen, der �berlebenden Leidensgenossen
und all jener, die sich gegen jede Wiederholung solcher Gr�ueltaten einsetzten. Zugleich seien die Namen
�f�r immer verankert im Ged�chtnis des Allm�chtigen Gottes“. Benedikt entz�ndete eine Flamme zum
Gedenken an die Ermordeten der Konzentrationslager und legte er einen Kranz nieder. Israels
Staatspr�sident Schimon Peres und die Leiter der Gedenkst�tte, Avner Shalev und Rabbi Meir Lau,
begleiteten den tief bewegten 82-j�hrigen Papst durch die �Halle der Erinnerung“ in Yad Vashem. �W�hrend
wir hier in Stille stehen, hallt der Schrei der Opfer in unseren Herzen nach. Es ist ein Schrei, der sich
gegen jeden Akt der Ungerechtigkeit und Gewalt erhebt. Es ist eine bleibende Anklage gegen das Vergie�en
unschuldigen Blutes.“ Die katholische Kirche �empfindet tiefes Mitgef�hl f�r die Opfer, an die
hier erinnert wird“, betonte der Papst. Auf dieselbe Weise stelle sie sich heute an die Seite
derer, die wegen Rasse, Hautfarbe, ihrer Lebensbedingungen oder Religion verfolgt w�rden. �Als Bischof
von Rom und Nachfolger des Apostels Petrus bekr�ftige ich wie meine Vorg�nger die Verpflichtung der
Kirche, unerm�dlich zu beten und zu wirken, damit der Hass nie mehr in den Herzen der Menschen
regiert“, so das Kirchenoberhaupt. (rv)
Ein deutscher Papst in Yad Vashem: Eindr�cke vom Holocaust-Memorial
Stefan von Kempis schickte uns vor dem Eintreffen des Papstes dort einen Bericht �ber den Ort, der
f�r das Selbstverst�ndnis des Staates Israel steht wie sonst nur noch die Klagemauer und die Ruinen von
Massada. (rv)
Yad Vashem: Mit welchen Holocaust-�berlebenden sprach der Papst?
Bei seinem Besuch der Holocaust-Gedenkst�tte Yad Vashem hat Papst Benedikt XVI. an diesem Montag auch
�berlebende des Holocaust getroffen. Die Verantwortlichen der Israelischen Beh�rde haben vier Frauen und
drei M�nner ausgew�hlt und dabei Wert gelegt auf ihre unterschiedlich verlaufene Geschichten. (rv)
Papst in Israel: Nein zu Antisemitismus, ja zu Zweistaatenl�sung
Bereits bei seiner ersten Rede in Israel hat Papst Benedikt XVI. bestimmte delikate Punkte im
Friedensprozess angesprochen. So pl�dierte er f�r die Zweistaatenl�sung mit Pal�stina, erinnerte an die
sechs Millionen Opfer des Holocaust, nannte Antisemitismus inakzeptabel, �wo immer er auftritt“,
und mahnte ungehinderten Zugang zu den heiligen St�tten f�r Pilger aller Religionen an. Millionen von
Pilgern auf der ganzen Welt betrachteten dieses Land als heilig, sagte Papst Benedikt nach seiner Ankunft
auf dem internationalen Flughafen von Tel Aviv. Er selbst komme als Pilger, �wie so viele vor mir“,
um an den heiligen St�tten zu beten, �ganz besonders f�r den Frieden – Frieden hier im Heiligen
Land, und Frieden in der ganzen Welt“. Der Heilige Stuhl und Israel teilen viele Werte, sagte der
Papst in seinem Gru�wort vor Staatspr�sident Shimon Peres und hochrangigen Politikern. Besonders
unterstrich Benedikt hier den Einsatz �f�r den richtigen Stellenwert von Religion in der
Gesellschaft“. Werde n�mlich �die religi�se Dimension der menschlichen Person verleugnet oder an
den Rand gedr�ngt“, dann sei �die Basis f�r ein rechtes Verst�ndnis der unver�u�erlichen
menschlichen Rechte in Gefahr.“ �Tragischerweise hat das j�dische Volk die entsetzlichen Folgen
von Ideologien erfahren, welche die fundamentale W�rde der menschlichen Person verleugnen. Es ist recht
und passend, dass ich w�hrend meines Aufenthaltes in Israel die Gelegenheit haben werde, das Andenken von
sechs Millionen j�discher Opfer der Shoah zu ehren und daf�r zu beten, dass die Menschheit nie wieder ein
Verbrechen solcher Gr��enordnung erleiden muss. Es ist traurig, dass Antisemitismus immer noch in vielen
Teilen der Welt sein h�ssliches Haupt erhebt. Das ist vollkommen inakzeptabel. Jede Anstrengung muss
unternommen werden, Antisemitismus wo immer er auftritt zu bek�mpfen, und den Respekt und die
Wertsch�tzung zu f�rdern f�r jedes Volk, jeden Stamm, jede Sprache und Nation auf der Welt.“ Die
gro�en monotheistischen Religionen – Christentum, Judentum, Islam – teilten eine besondere
Verehrung speziell f�r Jerusalem, erinnerte der Papst. �Es ist meine ernste Hoffnung, dass alle Pilger
die heiligen St�tten frei und ohne Einschr�nkung besuchen k�nnen, dass sie an religi�sen Zeremonien
teilnehmen und f�r die Instandhaltung der Andachtsorte sorgen k�nnen.“ Auch wenn Jerusalem
�Stadt des Friedens“ bedeute, sei es allzu evident, dass der Friede f�r die Bewohner des Heiligen
Landes seit Jahrzehnten tragischerweise ausbleibe, so der Papst. Benedikt erneuerte an dieser Stelle das
Ja des Heiligen Stuhles zu einer Zweistaatenl�sung: �Die Hoffnungen zahlreicher M�nner, Frauen und
Kinder f�r eine sichere Zukunft h�ngt ab von Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Pal�stinensern.
Vereint mit den Menschen guten Willens �berall auf der Welt, bitte ich gemeinsam mit allen
Verantwortlichen, jeden m�glichen Weg auf der Suche nach einer gerechten L�sung f�r auftretende
Schwierigkeiten zu pr�fen, sodass beide V�lker in Frieden in einer je eigenen Heimat leben k�nnen,
innerhalb sicherer und international anerkannter Grenzen“. Benedikt war mit einer Maschine der
�Royal Jordanian“ nach Tel Aviv gekommen. Auch in Israel tr�gt der Papst wie gewohnt sein goldenes
Brustkreuz. Eine umfangreiche israelische Delegation begr��te mit milit�rischen Ehren das
Kirchenoberhaupt am Flughafen, darunter Pr�sident Peres und Ministerpr�sident Benjamin Netanjahu. Auch
Peres hob die Friedensmission des Papstes hervor: Seine �Reise im Dienst des Friedens“ solle dazu
dienen, �die Saat der Toleranz zu streuen und den Fanatismus mitsamt seiner Wurzeln auszurei�en“.
Israel habe Frieden mit seinen mehrheitlich muslimischen Nachbarn �gypten und Jordanien geschlossen und
bem�he sich um eine umfassende regionale Friedensl�sung, so Peres. (rv)
Papst trifft Peres: �Einheit und Frieden leben!“
�Meine Pilgerreise zu den Heiligen St�tten steht im Zeichen des Gebets f�r Einheit und Frieden f�r
den Nahen Osten und die ganze Menschheit.“ Das bekr�ftigte Papst Benedikt XVI. an diesem
Montagnachmittag w�hrend seines H�flichkeitsbesuches bei Israels Staatspr�sident Shimon Peres. An dem
feierlichen Empfang im Garten des Pr�sidentenpalais nahmen Vertreter aus Politik sowie j�dische und
christliche Geistliche teil. Religionsf�hrer sollten jegliche Art von Trennung und Spaltungen vermeiden.
Denn Einheit, Sicherheit, Gerechtigkeit und Frieden geh�rten untrennbar zusammen und seien vor allem ein
�Geschenk Gottes“. In einer eher theologisch reflektierenden Ansprache wandte sich Benedikt an
Vertreter aus Religion und Politik. Aufgabe der religi�sen F�hrer sei es, �vereint“ und �aus vollem
Herzen“ nach Gott zu suchen. Dadurch k�nnten Religionen einen wichtigen Beitrag zu Frieden und
sozialer Stabilit�t leisten. Besonders in einer Stadt wie Jerusalem, die seit Jahrhunderten verschiedene
Glaubensrichtungen beheimate, seien Juden, Muslime und Christen �als Verehrer des einen Gottes“
aufgefordert, sich f�r ein friedliches Miteinander zu engagieren. Es g�be nur einen Weg zu Werten wie
Gerechtigkeit, Einheit und Frieden, so der Appell des Papstes: �Praktiziert sie! Lebt sie!“.
Deutliche Worte richtete er auch an die sozialen und politischen Akteure. W�rtlich sagte er: �Kein
Individuum, keine Familie, Gemeinschaft oder Nation ist von der Pflicht ausgeschlossen, in Gerechtigkeit
zu leben und sich f�r den Frieden einzusetzen. Und selbstverst�ndlich ist auch von den zivilen und
politischen F�hrungspers�nlichkeiten zu erwarten, dass sie den Menschen, die sie gew�hlt haben, gerechte
und umfangreiche Sicherheit garantieren.“ Diese Ziele seien Teil einer universalen Menschenw�rde.
Den �wahren Interessen einer Nation“, so der Papst, sei daher immer gedient �durch das Streben nach
Gerechtigkeit f�r alle“. (rv)
Interreligi�ses Treffen: �Unterschiede trennen nicht“
An diesem Montagabend hat Benedikt XVI. das �Notre Dame of Jerusalem Centre“ besucht und dort
vor Verantwortlichen f�r den interreligi�sen Dialog gesprochen. Dabei betonte der Papst die
Gemeinsamkeiten der Religionen. Die Unterschiede der Kulturen seien keine Hindernisse, sondern eine
Herausforderung. �Glaube wird immer innerhalb einer bestimmten Kultur gelebt. Die Religionsgeschichte
zeigt uns, dass eine Gemeinschaft w�chst, wenn sie sich Gott best�ndig ann�hert. Die gleiche Dynamik
findet sich auch bei den Gl�ubigen der gro�en monotheistischen Traditionen. Verbunden mit der Stimme
Gottes, Abraham gleich, antworten wir auf seinen Ruf und begeben uns auf die Suche nach der Erf�llung
seines Heilsversprechens, in der Bem�hung, seinen Willen zu tun, w�hrend wir den Weg unserer Kultur
gehen.“ Gemeinsam m�ssten sich die unterschiedlichen Religionen der Frage nach ihrem Dienst an
den Menschen stellen. Auf diesem Gebiet leistete auch das P�pstliche Institut �Notre Dame of Jerusalem
Centre“ einen gro�en Beitrag. Gerade in der komplexen Lebenswirklichkeit von heute m�ssten sich die
Religionen als Orientierungshilfe f�r den Menschen erweisen. Benedikt w�rtlich: �Vor diesem
Hintergrund, liebe Freunde, sehen wir die M�glichkeiten, welche die Einheit, nicht die Vereinheitlichung,
bietet. Manchmal m�gen die Unterschiedenheiten uns im interreligi�sen Dialog wie Barrieren erscheinen,
dennoch m�ssen sie nicht die Ehrfurcht und den Respekt f�r das Universelle, das Absolute und die Wahrheit
�berschatten, welche die Gl�ubigen dazu animiert, miteinander ins Gespr�ch zu kommen.“ Das
Pl�doyer des Papstes, der Hauptertrag seiner Rede? Religion ist nicht unvern�nftig – der gemeinsame
Nenner der unterschiedlichen Religionen liegt in der Wahrheit, f�r die sie gemeinsam einzutreten h�tten: �Zusammen
k�nnen wir bekennen, dass Gott existiert und erkannt werden kann, dass die Erde seine Sch�pfung ist und
wir seine Gesch�pfe sind. Und das Gott alle Menschen dazu aufruft, seine Sch�pfung zu respektieren und
anzuerkennen. Freunde, wenn wir an das Kriterium von Urteilskraft und Scharfsinn glauben, das seinem
Ursprung nach g�ttlich und allen Menschen gegeben ist, dann d�rfen wir nicht m�de werden, dieses
Kriterium in das Zivilleben hineinzutragen. Die Wahrheit sollte allen Menschen offenbar werden, sie dient
allen Gliedern der Gesellschaft. Sie erhellt das Fundament von Moral und Ethik und hilft uns, unsere
eigenen Beschr�nkungen hinter uns zu lassen und ist der Ausdruck f�r unsre tiefsten gemeinsamen
Hoffnungen.“ (rv)
Lombardi: �Nicht vorgesehen“ Bei der
Begegnung Papst Benedikts XVI. mit Religionsvertretern in Jerusalem ist es an diesem Montagabend zu
Misst�nen gekommen. Einer der muslimischen Vertreter, Scheich Taisir Tamini, hatte auf Arabisch in
scharfen Worten Israel angegriffen. Einige Vertreter des Judentums verlie�en daraufhin den Saal des
P�pstlichen Instituts Notre Dame. �Die Rede des Scheichs war von den Organisatoren nicht
vorgesehen“, erkl�rte Vatikansprecher P. Federico Lombardi im Anschluss. In einer Begegnung, die
dem Dialog zwischen den Religionen gewidmet war, sei dies ein Beispiel der Dialogverweigerung gewesen.
�Wir w�nschen uns, dass dieser Zwischenfall die Sendung des Papstes nicht belastet und auch dem
interreligi�sen Dialog im Heiligen Land nicht schadet“, so Lombardi. “ In mehreren Reden auf
dieser Reise habe der Papst betont, er komme mit der Mission, den Frieden und den Dialog zwischen den
Religionen zu f�rdern. - Tamimi, der Chef des obersten Scharia-Gerichtes von Pal�stina, hatte bereits an
gleicher Stelle im Jahr 2000 f�r einen Eklat gesorgt, als er beim Papstreffen eine polemische Rede gegen
Israel hielt und dann unmittelbar die Konferenz verlie�. (rv)
Abschied von Jordanien: �Baut auf religi�se Toleranz“
Papst Benedikt XVI. hat an diesem Montagvormittag seinen dreit�gigen Jordanien-Besuch beendet und ist
nach Israel weitergereist. Bei der Abschiedszeremonie auf dem Internationalen Flughafen von Amman dankte
das Kirchenoberhaupt K�nig Abdullah II. und der jordanischen Bev�lkerung f�r ihre Gastfreundschaft und
fand lobende Worte f�r den �Geist der Offenheit“, den er in Jordanien erlebt habe: �Dieser Geist
der Offenheit hilft nicht nur den Mitgliedern verschiedener ethnischer Gemeinschaften in diesem Land,
miteinander in Frieden und Eintracht zu leben, sondern hat auch zu den weitsichtigen politischen
Initiativen Jordaniens zur F�rderung des Friedens im ganzen Nahen Osten beigetragen.“ In seiner
Abschiedsrede lie� Benedikt XVI. noch einmal die einzelnen Etappen seiner Pilgerreise in Jordanien Revue
passieren. Neben der Feier der Sonntagsmesse im International Stadium von Amman sei der Besuch in der
Al-Hussein-Bin-Talal-Moschee und das dortige Treffen mit muslimischen Religionsf�hrern f�r ihn ein
besonderer H�hepunkt gewesen. Dem jordanischen K�nig dankte der Papst besonders f�r seine aufgeschlossene
Haltung gegen�ber den christlichen Gemeinden und w�rdigte sein Bem�hen um den interreligi�sen Dialog.
Sein abschlie�ender Appell an alle Jordanier: Macht weiter so! �Ich m�chte alle Jordanier, seien sie
Christen oder Muslime, ermutigen, auf dem festen Fundament der religi�sen Toleranz aufzubauen, das es den
Mitgliedern verschiedener Gemeinschaften erlaubt, miteinander in Frieden und in gegenseitiger Achtung zu
leben.“ Auch K�nig Abdullah betonte, es sei �lebenswichtig, dass wir mit Respekt den Dialog
fortsetzen, den wir begonnen haben“. Christliche und muslimische Gl�ubige sollten aufeinander
zugehen und den �moralischen Reichtum“ ihrer �berzeugungen teilen, so der K�nig, um gemeinsam eine
bessere Welt zu schaffen. Im Hinblick auf die Situation der Pal�stinenser betonte er, nur eine
Zwei-Staaten-L�sung verspreche dauerhaften Frieden. Dem Kirchenoberhaupt w�nschte Abdullah zum Abschied
�bedeutungsvolle und erfolgreiche Begegnungen“ auf seinen folgenden Reiseetappen in Israel und den
autonomen Pal�stinensergebieten. Mit einem herzlichen Gru� verabschiedete sich Benedikt XVI. von den
Jordaniern: �Wenn ich mich nun verabschiede, dann m�chte ich Sie wissen lassen, dass ich das Volk des
Haschemitischen K�nigreiches und alle, die in dieser Region leben, in meinem Herzen trage. Ich bete, dass
Sie sich jetzt und f�r kommende Generationen des Friedens und des Wohlstands erfreuen k�nnen. Noch einmal
vielen Dank. Gott segne Sie alle!“ Mit einer Maschine der jordanischen Airline Royal Jordanian
ist der Papst gegen 9.40 Uhr mitteleurop�ischer Zeit nach Tel Aviv aufgebrochen. Dort wurde das
82-j�hrige Kirchenoberhaupt am Vormittag von Israels Staatspr�sident Shimon Peres und Regierungschef
Benjamin Netanjahu auf dem Flughafen in Tel Aviv empfangen. H�hepunkt des ersten Besuchstages in Israel
ist der Besuch von Benedikt XVI. in der Jerusalemer Holocaust-Gedenkst�tte Yad Vashem. (rv)
Presseschau vom Montag: �Mission possible“?
Israelische Zeitungen machen heute auf Seite eins mit der Papstreise auf: Die Fotos zeigen in der Regel
Arbeiter bei den letzten Vorbereitungen f�r den Empfang Benedikts. �Papst kommt zu historischem
Besuch“, titelt �Ha’aretz“; die Unterzeile tr�umt von einem �Tourismus-Bonanza“.
Etwas kritischer als die �Ha’aretz“ wirkt auf den ersten Blick die �Jerusalem Post“:
Sie spricht zwar im Titel von einem �Besuch, der Epoche macht“, doch die Unterzeile konzentriert
sich schon auf �Meinungsverschiedenheiten �ber Pius XII.“, die �einen Schatten auf den Trip werfen
k�nnten“. Interessant die Anzeigen in den zwei gro�en israelischen Zeitungen: Die eine kommt von
der �Anti-Diffamations-Liga“, die ganzseitig proklamiert: �Wir teilen die Ziele des Papstes, aus
der Welt einen besseren Ort f�r Menschen aller Religionen und Rassen zu machen“. Die andere kommt
von einer israelischen Friedensinitiative und hat den Titel �Mission possible“: Sie fordert Papst
Benedikt dazu auf, das �Recht Israels auf Frieden in Sicherheit und mit klar festgelegten Grenzen“
zu erw�hnen. In den arabischen, also pal�stinensischen Zeitungen, taucht die Formulierung �Mission
possible“ nicht auf, berichtet Stefan von Kempis. (rv)
Vatikansprecher: �Papst nimmt Anteil am Schmerz aller Opfer“
Der Papst halte es f�r seine Pflicht am Schmerz aller Anteil zu nehmen, die aufgrund des
Nahost-Konflikts leiden. Das werde er auch in den n�chsten Tagen bei seinem Besuch in Bethlehem in den
autonomen Pal�stinensergebieten tun, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi an diesem Montagnachmittag
in einem Pressekommuniqu� mit. Zuvor hatte der israelische Staatspr�sident Shimon Peres Papst Benedikt
bei seinem Empfang im Pr�sidentenpalais die Familie eines entf�hrten israelischen Soldaten vorgestellt.
Der 21-j�hrige Gilad Shalit war im Juli 2006 im Gazastreifen von der Hamas verschleppt worden. (rv)
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12.05.09
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Heilig-Land-Reise: 5. Tag
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Heilig-Land-Reise: Zweiter Tag in Jerusalem Begegnungen mit Juden und Muslimen stehen im Mittelpunkt des zweiten
Besuchstages von Papst Benedikt XVI. in Israel. Am Morgen besichtigte das katholische Kirchenoberhaupt
den muslimischen Felsendom in der Jerusalemer Altstadt. Dabei traf er auch mit Gro�mufti Mohammed
Hussein zusammen. In seiner Ansprache rief das Oberhaupt der katholischen Kirche dazu auf, die
Konflikte der Vergangenheit zu �berwinden. Die Religionen sollten statt dessen einen ehrlichen Dialog
f�hren und so zum Aufbau einer friedlichen und gerechten Welt beitragen. F�r 10 Uhr Ortszeit stand der
Besuch des Papstes an der j�dischen Klagemauer auf dem Programm. Der Papst verharrte allein und
schweigend vor der wichtigsten religi�sen St�tte f�r die Juden. Zuvor hatte er der j�dischen
Gebetstradition folgend einen Zettel mit seinem Wunsch an Gott in eine der Mauerfugen gelegt. Im
Anschluss besuchte Benedikt XVI. die beiden israelischen Oberrabbiner Jona Metzger und Shlomo Amar und
den Abendmahlssaal. Es folgte die Begegnung mit Bisch�fen und Ordensleuten und ein Besuch am
Lateinischen Patriarchat von Jerusalem. Es betreut die rund 70.000 r�misch-katholischen Christen im
Heiligen Land. Seine Jurisdiktion erstreckt sich �ber das Staatsgebiet von Israel, Jordanien, Zypern
und die Pal�stinensischen Gebiete. Am Nachmittag feierte der Papst am Fu� des �lbergs seine erste Messe
in Israel unter freiem Himmel und versicherte den bedr�ngten Christen im Heiligen Land die Solidarit�t
der ganzen Kirche. �Im Heiligen Land ist Raum f�r alle!“, sagte Benedikt XVI. und rief die
staatlichen Autorit�ten dazu auf, die Anwesenheit der Christen im Heiligen Land zu achten und zu
unterst�tzen. Am Vorabend hatte der 82-J�hrige die Jerusalemer Gedenkst�tte Yad Vashem besucht und dort
der Millionen Juden gedacht, die im Holocaust von den Nationalsozialisten ermordet wurden. In Anschluss
traf er mit Vertretern der Religionsgemeinschaften im Land zusammen. (rv)
Papst betet in Stille an der Klagemauer 20 Minuten - �ein
historischer Moment“: Benedikt XVI. hat an der Klagemauer in Jerusalem gebetet. Der Papst
verharrte allein und schweigend vor der wichtigsten religi�sen St�tte f�r die Juden. Stefan von Kempis
berichtet vom Besuch Benedikts XVI. an der Klagemauer: Kurz vor zehn Uhr Jerusalemer Zeit: das Gefolge
des Papstes kommt �ber eine Br�cke vom Tempelberg direkt hinunter zur Klagemauer hinunter. Es ist hei�
vor der �Western Wall“; der Platz, wo sonst Juden beten und singen, ist ger�umt und wirkt auf
einmal sehr leer, �berall sieht man nur Journalisten und Sicherheitsbeamte. Kardinal Bertone und der
New Yorker Rabbiner Schneier unterhalten sich angeregt; einige aus dem Papst-Gefolge wirken etwas
nerv�s, alle tragen aus Respekt eine j�dische Kippa auf dem Kopf; zwischen den dicken Steinquadern aus
der Zeit des Herodes ruht sich eine graue Taube aus. Benedikt kommt in einer schwarzen Limousine
vorgefahren; er steigt aus, begr��t den Direktor und den Rabbiner dieses heiligen Orts, er l�chelt
etwas verhalten, geht mit schnellen Schritten. Vor der Klagemauer sind zwei Stehpulte aufgebaut; der
Rabbiner der Klagemauer, Shmuel Rabinovich, tr�gt mit lauter Stimme auf Hebr�isch einen Psalm vor. Dann
ist Benedikt dran; er setzt sich die Lesebrille auf und f�ngt an, auf lateinisch zu lesen, seine Stimme
ist leise, anfangs kaum zu verstehen. Der Papst hat sich f�r einen Psalm entschieden, dessen Kernsatz
hei�t: �Erbittet f�r Jerusalem Frieden“. Als er geendet hat, h�rt man das Klicken der Lesebrille,
als er sie aufs Pult zur�cklegt. Benedikt XVI. geht zur Klagemauer – es ist fast wie eine
Heraufbeschw�rung dieses magischen Moments, als vor neun Jahren der kranke Johannes Paul diesen Weg
ging. Der Papst schiebt einen gro�en, zusammengefalteten Gebetszettel zwischen die Quader; das gelingt
nicht gleich. Dann verharrt er ein paar Minuten, mit gefalteten H�nden, bewegungslos. Kein Kniefall,
keine demonstrative Geste. �ber seinem Kopf flattern zwei Schwalben; die Stille wird nur mal von den
Rufen einiger Fotografen oder Sicherheitsbeamten unterbrochen. Der Papst dreht sich um, geht zur�ck,
die H�nde immer noch gefaltet, und begr��t einige j�dische Rabbiner. Schneier ist da, ein Freund des
Papstes, er spricht Benedikt auf deutsch an; ein paar Gespr�chsfetzen lassen sich verstehen, etwa:
�dass wir weiterarbeiten“, und dann: �Ich bin mit Ihnen“. Die Atmosph�re, bisher etwas
konzentriert-gedr�ckt, lockert sich auf, Schneier macht sogar einen Witz. �Ich bin der Oberrabbiner von
Frankreich“, sagt einer der Anwesenden zu Benedikt; ein anderer �berreicht eine kleine Skulptur
und ein dickes Buch �ber die Klagemauer, Titel: �Die Steine unseres Erbes ber�hren“. Zwanzig
Minuten ungef�hr, dann ist die Visite Benedikts an der Klagemauer vor�ber. Ein historischer Moment,
gewiss – auch wenn jede spektakul�re Geste unterblieben ist. Nur 24 Stunden sp�ter wird Benedikt
wieder vor einer Mauer stehen – beim Besuch in Bethlehem n�mlich. Und das wird dann wirklich ein
neues Bild sein, das es mit Johannes Paul noch nicht gegeben hat – denn die Mauer von Bethlehem,
eine Klagemauer ganz anderer Art, steht erst seit ein paar Jahren. (rv)
Jerusalem: Papstansprache am Felsendom Benedikt
XVI. hat an diesem Dienstag den muslimischen Felsendom in der Jerusalemer Altstadt besucht. Dabei traf
er mit Gro�mufti Mohammed Hussein zusammen. In seiner Ansprache rief das Oberhaupt der katholischen
Kirche dazu auf, die Konflikte der Vergangenheit zu �berwinden. Die Religionen sollten statt dessen
einen ehrlichen Dialog f�hren und so zum Aufbau einer friedlichen und gerechten Welt beitragen. Mufti
Mohammed Hussein appellierte seinerseits an Benedikt, sich aktiv f�r �ein Ende der Aggression“
Israels gegen die Pal�stinenser einzusetzen. (rv)
Yad Vashem: Gemischtes Echo in Israel Die
Ansprache des Papstes in Yad Vashem st��t auf gemischtes Echo. Der Direktor der Gedenkst�tte, Avner
Shalev, sprach unmittelbar nach dem Besuch des Kirchenoberhaupts von einem �wichtigen und positiven
Besuch“ sowie �einem Schritt vorw�rts“. Die Ansprache habe gezeigt, dass sich der Papst
intensiv mit dem Judentum besch�ftigt habe und sich daf�r interessiere. Allerdings h�tte er sich noch
einmal eine Verurteilung des Holocaust wie am Vormittag am Flughafen erwartet, so Shalev. Zudem h�tte
der Papst �etwas pers�nlicher“ auftreten und die T�ter benennen k�nnen. Insgesamt sei seine
Meinung zu der Rede etwas gespalten. �hnlich �u�erte sich Rabbi Meir Lau. Im israelischen Fernsehen
sprach er von einem positiven Aspekt, dass der Papst die Leugnung des Holocaust deutlich verurteilt
habe. Der Rabbiner bedauerte jedoch, dass Benedikt XVI. nicht sein tiefes Mitgef�hl, sondern das der
katholischen Kirche ausgesprochen habe. �Ich habe ein ,Es tut mir Leid, ich entschuldige mich’
vermisst“, so der Rabbiner. Er sprach vom Gef�hl einer verpassten Gelegenheit. Insgesamt sei es
aber ein guter Tag gewesen. Besonders lobte Lau die Rede des Papstes bei dessen Ankunft. Das
katholische Oberhaupt hatte sich am ersten Tag seines Besuches in Israel mit klaren Worten gegen das
Leugnen oder Verharmlosen des Holocausts gewandt. �M�gen die Namen dieser Opfer niemals ausgel�scht
werden! M�gen ihre Leiden niemals geleugnet, verharmlost oder vergessen werden!“ sagte Benedikt.
Bereits am Flughafen in Tel Aviv verurteilte er jede Form von Antisemitismus, der �immer noch in vielen
Teilen der Welt sein h�ssliches Haupt erhebt. (rv)
Lombardi weist Kritik an Yad-Vashem-Rede zur�ck
Vatikansprecher Pater Federico Lombardi hat die Kritik an der Rede des Papstes in Yad Vashem
zur�ckgewiesen. Bereits vor dem Besuch habe Benedikt XVI. die Shoah und Antisemitismus mehrmals
verurteilt. Seine besondere Situation als Deutscher sei in Auschwitz Thema gewesen. Nicht in jeder
Ansprache k�nnten alle im Bezug auf die Shoah relevanten Themen wiederholt werden, so der
Vatikansprecher vor Journalisten. Am Holocaust-Denkmal selbst habe Benedikt XVI. den Fokus auf das
Gedenken an die Opfer gelegt. Unwahr seien hingegen Behauptungen, der Papst sei Mitglied der
Hitler-Jugend gewesen. �hnliche Behauptungen wies der Vatikansprecher entschieden zur�ck. Auch m�sse er
sich nicht als ehemaliger Wehrmachtssoldat f�r den Judenmord entschuldigen. Dass er gegen Kriegsende
zusammen mit anderen Seminaristen als Flakhelfer eingezogen worden sei, beruhe nicht auf einer freien
Entscheidung. Die Adressaten m�ssten bereit sein, �mit offenem Herzen zu h�ren“, sagte Lombardi
im Gespr�ch mit unserem Korrespondenten Stefan von Kempis. Er hat ihn zun�chst nach seinem Eindruck des
Papstbesuchs an der Klagemauer gefragt. Lombardi: �Das war ein tiefer Moment des Gebets f�r den
Frieden. Der Psalm, den der Papst gew�hlt hat, ist ein Psalm der Pilgerschaft nach Jerusalem im Frieden
– und der Wunsch f�r Jerusalem ist Frieden! Auch das Gebet auf dem Zettel, den der Papst in die
Klagemauer gesteckt hat, ist ein Gebet f�r den Frieden- f�r Jerusalem als ,Stadt des Friedens f�r alle
V�lker’. Diese Reise ist ganz klar eine Pilgerschaft f�r den Frieden – das haben wir auch
an der Klagemauer erfahren.“ Es gab allerdings Unfrieden nach der Ansprache des Papstes in Yad
Vashem – unter anderem beim Zentralrat der Juden in Deutschland. Was meinen Sie dazu? �Ich war
ganz zufrieden mit der Ansprache des Papstes in Yad Vashem! Ich glaube, das Problem ist gar nicht so
sehr die Rede des Papstes, sondern die Bereitschaft der H�rer, zu verstehen, was der Papst sagt. Wenn
du schon im Kopf hast, was der andere sagen muss, dann bist du praktisch nie zufrieden mit seiner Rede!
Aber wenn du bereit bist, das mit offenem Herzen zu h�ren, was der andere dir sagt, dann bist du immer
zufrieden. Ich glaube, das ist eigentlich das Problem…“ (rv)
Verhaltene Reaktionen in israelischer Presse
Israels Zeitungen berichten ausf�hrlich �ber den ersten Tag des Papstbesuchs in ihrem Land; Fotos
auf den Titelseiten zeigen Benedikt XVI. im Holocaust-Memorial von Yad Vashem. Doch die Reaktionen auf
die Papstrede dort sind verhalten bis rundheraus negativ: Die �Ha’aretz“ titelt
��berlebende ver�rgert �ber Benedikts lauwarme Ansprache“. Der Artikel erw�hnt, dass der deutsche
Papst in Hitler-Jugend und Wehrmacht war, das aber in Yad Vashem nicht einmal erw�hnt habe. Auch von
den Holocaust-�berlebenden, die dem Papst nach seiner Rede kurz die Hand gaben, h�tten einige
�gemischte Gef�hle“ ge�u�ert. Die �Ha’aretz“ bringt auf ihrer ersten Seite zwei
Kommentare, die an Sch�rfe kaum zu �berbieten sind. Der erste tr�gt die �berschrift �Gleichg�ltigkeit
und Banalit�t einer Rede“ und f�hrt aus, man h�tte vom Papst �einen intelligenteren Text erwarten
d�rfen“. Vielleicht werde man �in 500 Jahren“ bei einer vatikanischen Archiv�ffnung
verstehen, wie es zu einer �so gezwungen wirkenden Ansprache“ kommen konnte. Dabei sei doch
eigentlich �nichts einfacher, als echten Horror auszudr�cken, wenn man vom Holocaust spricht“.
�Wenn das nicht getan wird, dann, weil da jemand entschieden hat, das nicht zu tun. Keine Kirchenglocke
w�re gesprungen, wenn der Papst etwas �ber christlichen Antisemitismus gesagt h�tte… Was er �ber
den Holocaust sagte, klang zu kalkuliert, zu diplomatisch und professionell – er empfahl
Mitgef�hl, als w�re das eine Art Aspirin.“ Ein weiterer Kommentar auf Seite eins ist etwas
milder: �Er hat zu seinen eigenen Leuten gesprochen“, hei�t der Titel. Die Autorin meint, die
Worte des Papstes h�tten �noch vor zehn Jahren als mutige Schritte angesehen werden k�nnen“.
�Aber heute, nach diesem Vorg�nger, wirkt das wie too little, too late – zu wenig, zu
sp�t.“ Erst auf Seite zwei geht die Zeitung auf andere Aspekte der Papstreise ein. Der Artikel
zum interreligi�sen Treffen ist unaufgeregt; der Titel hei�t �Papst verl�sst Konferenz, als Moslem
Israel des Mordes bezichtigt“. Wie andere israelische und �brigens auch pal�stinensische Medien
interpretiert �Ha’aretz“ den Abbruch des interreligi�sen Treffens nach Tamimis Rede als
Protest Benedikts gegen die Rede des Scheichs. Eine Karikatur auf Seite vier zeigt
Verteidigungsminister Barak als Papst verkleidet, der entschlossen ein Weihrauchfass schwenkt; im
Hintergrund stehen einige israelische Politiker in der Uniform der Schweizergarde. Im Vergleich zur
�Ha’aretz“ wirkt die �Jerusalem Post“ viel gem��igter: Ihr Titel hei�t �Papst
vermeidet knapp eine Entschuldigung in Yad Vashem“. Der Untertitel gibt Worte des Tel Aviver
Oberrabbiners Meir Lau wieder: �Etwas hat gefehlt – wenn schon keine Entschuldigung, dann
wenigstens ein Ausdruck des Bedauerns.“ Im Artikel hei�t es, die Papstrede sei zwar �mit
Bibelzitaten gew�rzt, bezog sich aber nie auf die Nazis und auf alle Streitfragen, die mit dem
Holocaust zusammenh�ngen“. Ein kleinerer Aufsatz auf Seite eins titelt dann: �Pal�stinensischer
Geistlicher verdirbt p�pstlichen interreligi�sen Abend“, und sehr ausf�hrlich und positiv, mit
zahlreichen Fotos, berichtet das Blatt dann auf der zweiten Seite von der Ankunftsrede Benedikts und
seinem Treffen mit Pr�sident Shimon Peres. Ausf�hrlich wird dann auch an anderer Stelle das Versprechen
des Papstes wiedergegeben, er werde sich f�r die Freilassung des entf�hrten israelischen Soldaten Gilad
Shalit einsetzen. Ein kleiner Kommentar erw�hnt, dass das Papstflugzeug beim Abflug aus Jordanien mit
der Flagge des Vatikans und Israels verziert war: �Das entsprach zwar dem Protokoll, war aber dennoch
ein bemerkenswerter Anblick. Ein islamisches Flugzeug fliegt den katholischen Pontifex in den j�dischen
Staat.“ Die �Post“ bringt ansonsten einen langen Aufsatz �ber einen britischen
Holocaust-Forscher, der sich sehr kritisch zum derzeitigen Stand der katholisch-j�dischen Beziehungen
�u�ert: �So wie die Juden versuchen, einen Zaun um die Tora zu ziehen, zieht der Papst anscheinend
einen Zaun um die Kirche.“ Der Forscher beklagt, dass man mit Richard Williamson �einen
Antisemiten in die Kirche wiederaufgenommen hat. Bei einem Priester, der eine Homo-Ehe schlie�t, h�tte
man das nie gemacht.“ Das Massenblatt �Jedijot Achronot“ spricht von einer �Verpassten
Chance des Papstes“. Benedikt habe nicht von �Ermordeten“, sondern nur von
�Get�teten“ gesprochen. Im israelischen Radio und Fernsehen kommen �berlebende des Holocaust und
Experten zu Wort, die sich verwundert oder entt�uscht �ber den Papst-Auftritt in Yad Vashem zeigen. Die
pal�stinensischen Zeitungen berichten hingegen eher positiv �ber den ersten Tag Benedikts in Israel und
Pal�stina. Dabei konzentrieren sie sich vor allem auf den �Eklat“ beim interreligi�sen Treffen im
Notre-Dame-Zentrum. �Der Vatikan verurteilt die Blitz-Rede von Scheich Tamimi“, hei�t die
Schlagzeile der arabischsprachigen �El-Quds“; der Moslemvertreter habe zum Dschihad aufgerufen
und Jerusalem als �ewige Hauptstadt Pal�stinas“ bezeichnet, und zwar in �politischer, nationaler
und spiritueller“ Hinsicht, schreibt das Blatt. �Israelischer �rger �ber die Worte Tamimis“
– das ist der Titel eines weiteren Aufsatzes; er gibt an, dass das Gro�rabbinat den Dialog mit
dem Islam f�r eine Weile boykottieren werde. Auch das israelische Tourismusministerium habe in einer
Stellungnahme die Brandrede des Scheichs als inakzeptabel bezeichnet; Tamimi habe dem Einsatz f�r
Frieden einen B�rendienst erwiesen, indem er Angst und Hass zwischen Israelis und Pal�stinensern sowie
zwischen Angeh�rigen der verschiedenen Religionen gesch�rt habe. Das Blatt hofft, dass sich der Papst
am Dienstag bei seinem Besuch in Betlehem zum �Anwalt f�r Gerechtigkeit und Freiheit“ machen
wird, und unterstreicht wie auch andere pal�stinensische Medien den Ruf Benedikts nach freiem Zutritt
aller Gl�ubigen zu ihren Heiligen St�tten. �El-Quds“ berichtet aber auch �ber den Auftritt
Benediks XVI. in Yad Vashem; der Artikel gibt die Kritik und Entt�uschung wieder, die Tel Avivs
Oberrabbiner Meir Lau zur Rede des Papstes ge�u�ert hat. �Al-Ayam“ legt hingegen den Akzent
darauf, dass Benedikt Antisemitismus verurteilt und Angeh�rige aller Religionen zum Dialog aufgerufen
habe; das Blatt zitiert Teile aus der Rede Benedikts am Flughafen, um dann den Kommentar eines
ultrarechten j�dischen Knesset-Abgeordneten wiederzugeben. Dieser ruft zum Boykott der Visite auf, weil
der Papst den Seligsprechungsprozess von Pius XII. vorantreibe. Mehrere Schas-Politiker seien
tats�chlich nicht zur Begegnung mit dem Papst im Pr�sidentenpalast gegangen. �Al-Hayat
al-dschadida“ titelt: �Papst fordert gerechte L�sung f�r Schaffung eines Staates
Pal�stina“. Der Artikel berichtet ausf�hrlich �ber die Schlie�ung eines pal�stinensischen
Pressezentrums, das aus israelischer Sicht illegal er�ffnet worden war. Wenn man israelische und
pal�stinensische Zeitungen nebeneinander h�lt, wirkt das manchmal wie Berichte aus zwei verschiedenen
Welten. Oder von zwei verschiedenen Papstreisen. (rv)
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13.05.09
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Heilig-Land-Reise: 6. Tag
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Papst in Bethlehem: �Mauern stehen nicht ewig“ �Es war ein wirklich ereignisreicher Tag“, sagte Benedikt XVI. am
sp�ten Mittwochnachmittag bei seinem Abschied aus Bethlehem. Diesen sechsten Tag seiner
Heilig-Land-Reise hatte er ganz den autonomen Pal�stinensergebieten gewidmet. Auf dem Platz vor der
Geburtskirche in Bethlehem feierte Benedikt XVI. am Vormittag die Messe, �an dem Ort, an dem Jesus
Christus, Licht der V�lker und Hoffnung der Welt, geboren wurde“. Er besuchte das Caritas Baby
Hospital, ein Fl�chtlingscamp und stand zum zweiten Mal auf seiner Reise vor einer Mauer, einer
Klagemauer f�r die Pal�stinenser. �Voller Qual habe ich auch die Situation der Fl�chtlinge gesehen,
die - so wie die Heilige Familie - ihr Heim verlassen mussten. Und ich habe, an das Lager angrenzend
und gro�e Teile Bethlehems �berschattend, die Mauer gesehen, die in euren Gebieten aufragt, Nachbarn
trennt und Familien spaltet.“ Benedikt stand auch hier als deutscher Papst. �Auch wenn Mauern
leicht errichtet werden k�nnen, wir wissen alle, dass sie nicht f�r ewig bestehen. Sie k�nnen
niedergerissen werden. Doch zuerst m�ssen die Mauern eingerissen werden, die wir um unsere Herzen
gezogen haben, die Barrieren, die wir gegen unsere Nachbarn errichtet haben.“ Deshalb, so der
Papst, rufe er in seinen Abschiedsworten erneut zu einem Ende von Intoleranz und Ausgrenzung auf. So
unl�sbar und festgefahren ein Konflikt auch zu sein scheint, �es gibt immer einen Grund zu hoffen,
dass er gel�st wird, dass das langm�tige und beharrliche M�hen derer, die f�r Frieden und Vers�hnung
arbeiten, am Ende Fr�chte tragen wird“. Baldm�glichst solle dies wahr werden, dr�ngte das
Kirchenoberhaupt; das sei sein �dringendster Wunsch“ f�r das pal�stinensische Volk: �damit ihr
endlich Frieden, Freiheit und Stabilit�t genie�en k�nnt, die ihr so lange entbehrt habt.“ Bei
seiner Ankunft in Bethlehem hatte Benedikt die Pal�stinenser dazu aufgerufen, auf Gewaltakte jeder
Art zu verzichten, gleichzeitig aber wie schon in Tel Aviv ihr Recht auf einen eigenen Staat
unterstrichen - in friedlicher Nachbarschaft mit dem Israels. Beim Abschied versicherte der Papst
seine Unterst�tzung f�r politische L�sungen des Nahostkonflikts. Er werde weiterhin jede M�glichkeit
ergreifen, �die Beteiligten an den Friedensverhandlungen zum Hinarbeiten auf eine gerechte L�sung zu
dr�ngen, die die legitimen Anspr�che Israels und der Pal�stinenser gleicherma�en respektiert“.
Das Volk solle �mit Frieden“ gesegnet sein, sagte der Papst beim Abschied aus der Geburtsstadt
Jesu; an den Gesang der Engel hatte er bei der Begr��ung erinnert: �Friede auf Erde, guter Wille
unter den Menschen“. (rv)
Papst an Pal�stinenser: �Verzichtet auf Terrorakte!“
Bei seiner Ankunft in Bethlehem hat Papst Benedikt die Pal�stinenser dazu aufgerufen, auf
Selbstmordattentate und andere Gewaltakte zu verzichten. Nur ein �Geist der Zusammenarbeit und des
gegenseitigen Respekts“ k�nne ein gerechtes und friedliches Zusammenleben zwischen den V�lkern
des Nahen Ostens schaffen, so Benedikt XVI. in seiner Rede vor Mahmud Abbas, dem Pr�sidenten der
pal�stinensischen Autonomiebeh�rde. Der Papst unterstrich in der Geburtstadt Jesu aber auch neuerlich
das Recht der Pal�stinenser auf einen eigenen Staat, so wie er es bereits bei seiner Ankunft in
Israel getan hatte: �Der Heilige Stuhl unterst�tzt das Recht Ihres Volkes auf eine eigenst�ndige
Heimat im Land seiner Vorfahren in Sicherheit und in Frieden mit seinen Nachbarn innerhalb von
international anerkannten Grenzen.“ Pal�stinenserpr�sident Mahmud Abbas sagte, er w�nsche eine
friedliche Koexistenz mit Israel, sparte aber in seiner arabisch gehaltenen Begr��ungsrede an den
Papst nicht mit emotionalen T�nen. Jerusalem sei �der Apartheid-Mauer“ umgeben; �alle
arabischen B�rger, Moslems wie Christen“, m�ssten �jede Form von Unterdr�ckung, Tyrannei und
Landenteignung“ erleiden. Die �Zerst�rung von Wohnh�usern, hohe Steuern und andere
Ma�nahmen“ w�rden auferlegt, um die �Annektierung des arabischen Jerusalem“ zu st�rken.
Weiter bekr�ftigte Abbas, der mit der Fatah der gem��igteren der beiden Pal�stinenserparteien
angeh�rt, den Anspruch der Pal�stinenser auf die Stadt: �Das arabische Jerusalem ist das Juwel in der
Krone und wird die ewige Hauptstadt Pal�stinas bleiben“, versicherte Abbas dem Papst. Dieser
stieg nicht direkt auf die Aussagen des Pal�stinenserpr�sidenten ein. Er sprach zwar ausdr�cklich von
�legitimen Anspr�chen beider Seiten, der Israelis und der Pal�stinenser“, beschwor aber
gleichzeitig beide Parteien, �alle Ressentiments und Spaltungen zu �berwinden, die der Vers�hnung
noch im Weg stehen.“ �Ich bitte Sie alle, ich bitte Ihre Verantwortungstr�ger, einen erneuten
verbindlichen Entschluss zu fassen, auf diese Ziele hinzuarbeiten. Insbesondere rufe ich die
internationale Staatengemeinschaft dazu auf, ihren Einfluss zugunsten einer L�sung geltend zu
machen.“ Benedikt zeigte Verst�ndnis f�r die Alltagsn�te der Pal�stinenser und nannte ganz
konkret das Problem der eingeschr�nkten Bewegungsfreiheit durch die israelische Sperranlage. Die
Pal�stinenser h�tten �wie alle anderen ein nat�rliches Recht, zu heiraten, Familien zu gr�nden und zu
Arbeit, Ausbildung und Gesundheitsf�rsorge Zugang zu erhalten“. Besonders an die jungen
Pal�stinenser gewandt, sagte der Papst: �Habt den Mut, jeder vielleicht von euch versp�rten
Versuchung zu widerstehen, Gewalt anzuwenden oder terroristische Akte zu begehen“. Vielmehr
sollten �der Verlust und die Zerst�rung“, die die jungen Pal�stinenser mit ansehen mussten,
ihre Entschlossenheit erneuern, Frieden zu stiften und einen Beitrag zur Zukunft Pal�stinas zu
leisten. (rv)
Papst an Christen in Bethlehem: �Bleibt hier und baut Br�cken des Dialogs!“
Christen in Nahost sollten sich f�r eine �Kultur des Friedens“ engagieren. Dazu hat
Benedikt XVI. aufgerufen. Gleichzeitig lud er die Christen dazu ein, im Land zu bleiben und nicht
auszuwandern. Mit rund 10.000 Menschen feierte der Papst an diesem Mittwochmorgen eine Messe auf dem
Manger Square, dem Platz vor der Geburtskirche in Bethlehem. Auch der muslimische
Pal�stinenserpr�sident Mahmud Abbas und der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, nahmen
daran teil. �Seid eine Br�cke des Dialogs!“ – so der Appell Benedikt XVI. an die Christen
im Heiligen Land. Durch konstruktive Zusammenarbeit sollten sie beim Aufbau einer Kultur des Friedens
mitwirken. Das sei der einzige Weg aus der �gegenw�rtigen festgefahrenen Lage von Furcht und
Angst“, so der Papst in einer Predigt auf dem Krippenplatz in der Mitte Bethlehems. Zur
Papstmesse waren weit mehr Menschen gekommen als von den Veranstaltern vorgesehen – rund
10.000. Dicht gedr�ngt standen sie in der Morgensonne auf der Manger Square, dem Platz vor der
Geburtskirche. Viele verfolgten den Gottesdienst von den angrenzenden Stra�en aus. Wegen der
Sicherheitsvorkehrungen hatten viele von ihnen die Checkpoints an der Grenze von Israel in die
Pal�stinensergebiete bereits am Vorabend oder in der Nacht zum Mittwoch passiert. In der Menge
leuchteten Baseball-Kappen in den Vatikanfarben Wei� und Gelb. Neben pal�stinensischen Flaggen
flatterten auch polnische, kroatische, spanische und sogar philippinische Fahnen im Wind. Auf der
Altarb�hne sch�tzte ein Baldachin mit dem Stern von Bethlehem den Papst vor der hei�en Sonne.
Bethlehem, der Geburtsort Jesu, sei f�r viele Menschen verbunden mit der �Frohbotschaft von
Wiedergeburt, Erneuerung, Licht und Freiheit“, betonte der Papst. �Und doch scheint die
gro�artige Verhei�ung hier, mitten unter uns, so fern von ihrer Verwirklichung zu sein!“
Christen seien daher aufgerufen, trotz aller Widrigkeiten im Heiligen Land zu bleiben. Ihre
Ortskirchen sollten Werkst�tten des Dialogs, der Toleranz, der Solidarit�t und tatkr�ftigen Liebe
sein, so Benedikt weiter. Daf�r sei eine Denkweise erforderlich, die auf Gerechtigkeit ausgerichtet
sei sowie auf den Respekt vor den Pflichten und Rechten aller Menschen in Nahost: �Eure Heimat
braucht nicht nur neue wirtschaftliche und politische Strukturen, sondern – und das ist das
Wichtigste – sozusagen eine neue �spirituelle‘ Infrastruktur, die in der Lage ist, die
Energien aller Menschen guten Willens im Dienst der Erziehung, der Entwicklung und der F�rderung des
Gemeinwohls zu beleben. Ihr habt die menschlichen Ressourcen, um jene Kultur des Friedens und der
gegenseitigen Achtung zu bauen, die eine bessere Zukunft f�r eure Kinder gew�hrleisten kann. Das ist
die edle Aufgabe, die vor euch liegt. F�rchtet euch nicht!“ Christus habe ein Reich gebracht,
dass die Welt ver�ndern k�nne, so der Papst weiter, weil es die Macht habe �die Herzen zu
verwandeln“ und �jede Mauer der Trennung einzurei�en“ - Worte der Hoffnung, vor allem f�r
die anwesenden Pilger aus dem kriegsersch�tterten Gazastreifen. An sie richtete der Papst einen
speziellen Gru�: �Ich bitte euch, eure Familien und Gemeinden meiner innigen Verbundenheit zu
versichern, meiner tiefen Trauer �ber die erlittenen Verluste und meines Gebetsbeistands f�r das
gro�e Werk des Wiederaufbaus, das nun vor euch liegt.“ (rv)
Papst an Fl�chtlinge: Die Mauer muss weg Papst
Benedikt XVI. hat bei seinem Besuch im Fl�chtlingscamp �Aida“, das direkt an die israelische
Sperranlage grenzt, an diesem Mittwochnachmittag die Mauer um die Pal�stinensergebiete verurteilt.
Das acht Meter hohe Bollwerk aus Beton nannte er an diesem Mittwoch ein �krasses Mahnmal f�r die
Pattsituation, in das die in welche die Beziehungen zwischen Israelis und Pal�stinensern geraten zu
sein scheinen“. In dem Camp leben 5.000 der rund 1,3 Millionen Fl�chtlinge, die sich in den
Pal�stinensergebieten aufhalten. Nach UNO-Sch�tzungen gibt es weltweit 4,6 Millionen pal�stinensische
Fl�chtlinge. Mehr als die Worte der UNO-Beauftragten f�r die pal�stinensischen Fl�chtlinge und des
Pal�stinenserpr�sidenten Mahmoud Abbas erz�hlte eine Tanz-Performance von dem, was Jungen und
M�dchen, M�nner und Frauen im Lager direkt an der Mauer empfinden. Hauptanliegen des Papstes war es,
seine Solidarit�t mit allen heimatlosen Pal�stinensern auszudr�cken. In seiner Ansprache hob der
Papst das Engagement vieler kirchlicher Organisationen als eine Basis f�r die Fl�chtlingshilfe
hervor. Zentral sei aber auch, was Eltern und Lehrer im Fl�chtlingscamp leisteten. �Einen besonderen
Gru� richte ich an die Sch�ler und Lehrer in den Schulen. Durch Ihr Engagement im Bildungsbereich
dr�cken Sie Hoffnung auf die Zukunft aus. Zu allen jungen Menschen hier sage ich: Bereitet euch mit
neuem Eifer auf die Zeit vor, wenn ihr in den kommenden Jahren f�r die Angelegenheiten des
pal�stinensischen Volkes verantwortlich sein werdet! Den Eltern kommt hier eine �u�erst wichtige
Rolle zu, und so rufe ich alle Familien in diesem Lager auf: Achten Sie darauf, Ihre Kinder in ihrer
Ausbildung zu unterst�tzen und ihre Begabungen zu f�rdern, damit es in der zuk�nftigen
pal�stinensischen Gesellschaft nicht an qualifizierten Kr�ften f�r F�hrungspositionen fehlt.“
Das Fl�chtlingslager sei allerdings nur eine vor�bergehende L�sung. Viel wichtiger sei die Arbeit am
Frieden. Dieser allein k�nne den Menschen ihre stabilen Lebensverh�ltnisse zur�ckgeben. �Wie sehr
sehnen sich die Menschen in diesem Lager, in diesen Gebieten und in dieser ganzen Region nach
Frieden! Sie leben jetzt unter unsicheren und schwierigen Bedingungen, mit begrenzten
Besch�ftigungsm�glichkeiten. Es ist verst�ndlich, dass Sie sich oft frustriert f�hlen. Ihr legitimes
Streben nach einem st�ndigen Zuhause, nach einem unabh�ngigen pal�stinensischen Staat, bleibt
unerf�llt. Stattdessen sehen Sie sich – wie so viele in dieser Region und in der ganzen Welt
– gefangen in einer Spirale der Gewalt, von Angriff und Gegenangriff, Vergeltung und
fortw�hrender Zerst�rung. Die ganze Welt sehnt sich danach, dass diese Spirale durchbrochen werde,
sehnt den Frieden herbei, der den st�ndigen K�mpfen ein Ende setzt.“ Was den Frieden
verhindert? In den Augen des Papstes ist das die Pattsituation der Beziehungen zwischen Israelis und
Pal�stinensern und – die Mauer. Diese gelte es unbedingt zu �berwinden, so der Papst: �Auf
beiden Seiten der Mauer bedarf es gro�en Mutes, wenn es darum geht, Furcht und Misstrauen zu
�berwinden sowie dem Trieb zu widerstehen, f�r Verlust und Beleidigung Vergeltung zu �ben. Es
erfordert Gro�mut, nach Jahren des Kampfes Vers�hnung zu suchen. Aber die Geschichte hat gezeigt,
dass es nur dann zum Frieden kommt, wenn die Konfliktparteien gewillt sind, ihren Groll zu �berwinden
und auf gemeinsame Ziele hin zusammenzuarbeiten, indem jede die Interessen und die Besorgnisse der
anderen ernst nimmt und sich bem�ht, eine Atmosph�re des Vertrauens zu schaffen.“ Hierzu leiste
auch das Fl�chtlingscamp einen wichtigen Beitrag, so der Papst. Am Ende seiner Rede rief er dazu auf,
das tief greifende Engagement f�r Frieden und Gewaltlosigkeit weiterzuf�hren. Der Frieden solle vor
Ort �eine neue Bl�tezeit erleben“, so die Hoffnung des Papstes. (rv)
Zollitsch: �Papst zu Unrecht attackiert“
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat eine positive
Zwischenbilanz des bisherigen Besuchs von Papst Benedikt XVI. im Heiligen Land gezogen. �Der Heilige
Vater hat deutlich gemacht, dass er f�r alle Menschen hierher gekommen ist. In Jordanien, Israel und
den Pal�stinensischen Gebieten hat er sich sehr willkommen f�hlen d�rfen. Vor allem ist es ihm
gelungen, die Ortschristen zu st�rken. Sie f�hlen sich durch seine Worte ermutigt, weiterhin am
Aufbau der Zivilgesellschaft mitzuwirken. Die mahnenden Aussagen von Benedikt XVI. gegen den
schleichenden Christenexodus kamen zu richtigen Zeit“, erkl�rte Erzbischof Zollitsch, der den
Papst in Bethlehem begleitet, an diesem Mittwoch. Von einigen Medien werde er zu unrecht daf�r
attackiert, w�hrend seiner Reise nicht eindeutig genug zu brisanten Themen wie der Judenverfolgung im
Dritten Reich und der Piusbruderschaft Stellung zu beziehen. �Der Papst braucht nicht bei jeder
Gelegenheit zu jeder Sache noch einmal erneut Stellung nehmen. Seine Haltung zu Bischof Williamson
und zum Holocaust ist ganz klar. Das hat er sehr oft und sehr deutlich gesagt, und jetzt durch die
Gesten und das, was er in Yad Vashem gesagt hat, noch einmal deutlich zum Ausdruck gebracht. Also ich
pers�nlich halte es doch f�r eine �berforderung, dass er sich immer wieder f�r Dinge entschuldigt,
f�r die die Kirche sich l�ngst entschuldigt hat.“ Er mache sich keine Illusionen dar�ber, dass
der Papstbesuch eine radikale Wende der Nahost-Politik herbeif�hren werde, so Zollitsch. Und dennoch
sieht er den Papst w�hrend seiner Reise als Br�ckenbauer – als Wegbereiter f�r den Frieden und
eine Politik der Gerechtigkeit: �Er kann auch Br�cken bauen. Denn er hat bei Peres klar gesagt, um
was es geht. Und wenn bei den Pal�stinensern wieder die Botschaft r�ber kommt, dass sie das Recht auf
einen eigenen Staat, das Recht auf eine Zukunft und gesicherte Grenzen haben, damit ihnen ihr
Lebensraum wirklich geh�rt, dann ist das eine Botschaft, die f�r die Pal�stinenser wichtig ist. Ich
gehe nicht davon aus, dass jetzt ein gro�es Wunder geschieht und hier Friede wird. Aber es verlangt
viele kleine Zeichen, viele Gesten. Und es wird wichtig sein, dass viele Menschen die Hoffnung auf
Frieden nicht aufgeben. Denn, wenn wir diese Hoffnung aufgeben, dann ist hier das Chaos.“ (rv)
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14.05.09
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Heilig-Land-Reise: 7. Tag
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Papst in Nazareth: �Heiligkeit der Familie“ sch�tzen Papst Benedikt XVI. hat an diesem Donnerstag in Nazareth eine
R�ckbesinnung auf die �Heiligkeit der Familie“ gefordert und Christen und Muslime zur
Zusammenarbeit aufgerufen. Die Familie sei der �Grundstein“ jeder �wohlgeordneten und
aufnahmebereiten Gesellschaft“. Daher habe der Staat die Pflicht, Familien in ihrer
Erziehungsaufgabe zu unterst�tzen, sagte der Papst w�hrend einer Messe in der Heimatstadt Jesu im
Norden Israels. Nazareth, der Ort der Verk�ndigung an Maria, erinnere zugleich an den unverzichtbaren
Beitrag der Frau f�r die Gesellschaft. 45.000 Menschen, darunter Pilger aus aller Welt, waren zur
Freiluftmesse am so genannten Berg des Absturzes gekommen. Der Name des Ortes geht auf die biblische
Episode zur�ck, nach der eine aufgebrachte Menge Jesus den Abhang hinabst�rzen wollte. Die
Kirchensprache Latein bestimmte Lieder und Gebete der Messe, daneben erklangen Griechisch, Arabisch
und Englisch. Mit dem Papstbesuch endete feierlich das �Jahr der Familie“, das die Kirche im
Heiligen Land ausgerufen hatte. Benedikt XVI. mahnte zur lebenslangen Treue zwischen Mann und Frau,
�die das von Gott geschenkte Leben annehmen“. Die Familie sei au�erdem �Hauskirche“, Ort
des Glaubens und des Gebets, Grundstein f�r Kirche und Gesellschaft. Der Staat wiederum habe die
Pflicht, �die Familien in ihrer erzieherischen Sendung zu unterst�tzen, die Institution Familie und
deren Rechte zu sch�tzen, und zu gew�hrleisten, dass alle Familien unter w�rdigen Bedingungen leben
und gedeihen k�nnen“. Wie schon bei der ersten Freiluftmesse w�hrend seiner Nahost-Reise
vergangenen Sonntag in Amman, rief der Papst auch bei dieser letzten Gro�veranstaltung zur Achtung
der Frau auf. Nazareth, der biblische Ort der Verk�ndigung der Geburt Jesu an Maria, erinnere auch an
die Pflicht, �die besondere Rolle der Frau und die ihr von Gott gegebene W�rde anzuerkennen und zu
respektieren“. �Ganz gleich, ob sie nun als M�tter in Familien leben, als wichtiger Part im
Arbeitsleben und in den gesellschaftlichen Einrichtungen oder in einer besonderen Berufung unserem
Herrn durch die evangelischen R�te der Keuschheit, Armut und des Gehorsams folgen: die Frauen spielen
stets eine unersetzliche Rolle dabei, jene ,Human�kologie’ (vgl. Centesimus annus, 39) zu
schaffen, derer unsere Welt und dieses Land so dringend bed�rfen.“ Der Berg des Absturzes,
erinnere schon Generationen von Pilgern daran, dass die Botschaft Jesu �manchmal eine Quelle des
Widerspruchs und Konflikts war“, so Benedikt XVI. und beklagte zugleich die j�ngeren Spannungen
zwischen Christen und Muslimen in Nazareth. Er bezog sich auf die Pl�ne islamischer Fundamentalisten,
eine gro�e Moschee neben der Verk�ndigungsbasilika zu errichten. Die Auseinandersetzungen belasteten
�ber Jahre das Verh�ltnis von Christen und Muslimen. Der Papst rief zur Zusammenarbeit auf: �Ich
ersuche die Menschen guten Willens in beiden Gemeinden dringend, den bereits angerichteten Schaden
wieder gutzumachen und in der Treue im Glauben an den einen Gott, den Vater der Menschheitsfamilie,
Br�cken zu bauen und den Weg zu einem friedlichen Zusammenleben zu finden. M�gen wir alle der
zerst�rerischen Macht von Hass und Vorurteil, die zuerst die Seelen der Menschen und dann ihre K�rper
t�tet, eine klare Absage erteilen!“ (rv)
Papst spricht mit Netanjahu �ber Friedensprozess
Benedikt XVI. hat mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu �ber den Friedensprozesses im
Nahen Osten gesprochen. Der Papst war am fr�hen Donnerstag Nachmittag im Franziskanerkonvent von
Nazareth mit Netanjahu zu einer privaten Unterredung zusammengekommen. Bei dem rund 15-min�tigen
Gespr�ch ging es nach Angaben von Vatikansprecher Pater Federico Lombardi um die M�glichkeiten einer
Wiederbelebung des Friedensprozesses in Nahost. - Der rechtsorientierte Likud-Vorsitzende hatte nach
einem Treffen mit dem �gyptischen Pr�sidenten Husni Mubarak diese Woche angek�ndigt, so rasch wie
m�glich neue Friedensgespr�che mit den Pal�stinensern beginnen zu wollen. Er hoffe, dass dies �in den
kommenden Wochen“ m�glich sei. Auf die Gr�ndung eines pal�stinensischen Staates wollte er sich
nicht festlegen lassen. Nach der Begegnung zwischen dem Papst und dem seit M�rz regierenden Premier
trafen sich die offiziellen Delegationen der israelischen Regierung und des Heiligen Stuhls. Laut
Lombardi stand dabei das seit langem verhandelte Wirtschafts- und Finanzabkommen im Mittelpunkt. Auch
die strittige Frage nach Reisegenehmigungen f�r katholische Geistliche in Israel sei zur Sprache
gekommen. (rv)
Benedikt in Nazareth - Eindr�cke und Bilanz unseres Korrespondenten
Der erste, herausragende Eindruck dieses Tages war die Messe von Nazareth: Zehntausende von
Menschen mit F�hnchen und in bunter Kleidung, ein gel�ster Papst, der in seinem Papamobil durch die
Menge fuhr, winkte und strahlte, und ein prachtvolles und ganz neu eingerichtetes Gel�nde, das auch
k�nftig f�r Pilger-Events genutzt werden soll. Stefan Kempis l�sst den siebten Tag der Papstreise
Revue passieren: Es war die gr��te Messe dieser Reise �berhaupt, gr��er noch als die von Amman. Man
hatte trotz der scharfen Sicherheitsma�nahmen den Eindruck: Jetzt ist der Papst wirklich bei den
Katholiken des Heiligen Landes angekommen. Benedikt fand in seiner Predigt sehr deutliche Worte gegen
Hass und gegen die Emigration von Christen – aber noch kraftvoller wirkte die Rede von
Erzbischof Elias Chacour prangerte auch viel energischer als in diesen Tagen der Lateinische
Patriarch Fouad Twal den Druck auf die Christen im Heiligen Land an. Das Treffen Benedikts mit
Ministerpr�sident Netanjahu am Nachmittag war mit Erwartungen �berfrachtet, dauerte aber nur 15
Minuten; der Premier sprach englisch, der Papst italienisch. Wer die Bilder gesehen hat, wird nicht
den Eindruck haben, dass das der Anfang einer wundervollen Freundschaft war… Beim
interreligi�sen Dialog ist der Papst dann vor Ersch�pfung fast eingeschlafen, offen gesagt; aber als
ein Rabbiner auf einmal ein Friedensgebet sang – das war offenbar nicht eingeplant -, da
�nderte sich sp�rbar die Atmosph�re, der Papst und die Religionsf�hrer um ihn herum standen auf,
fassten sich bei den H�nden, einige sangen mit: �Lord, give uns peace; Herr, gib uns Frieden.“
Endlich mal ein sch�ner, spontaner Moment – und eine kleine Sensation, denn keiner kann sich im
Moment erinnern, dass Johannes Paul jemals auf eine solche Weise gemeinsam mit Moslems, Juden, Drusen
und Christen anderer Konfessionen gemeinsam gebetet h�tte. Auch wenn das Papstprogramm danach noch
weiterging – es ist dieses Bild, welches bleibt von diesem Tag in Nazareth, ja sogar von dieser
Reise… zusammen mit den Bildern von Benedikt an der Klagemauer und an der Sperrmauer. (rv)
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15.05.09
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Heilig-Land-Reise: 8. Tag
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Letzter Tag der Heilig-Land-Reise An diesem Freitag, dem letzten Tag seiner Heilig-Land-Reise, hat
Papst Benedikt XVI. den griechisch-orthodoxen Patriarchen, Theophilos III., und weitere F�hrer der
christlichen Gemeinschaften im Heiligen Land getroffen. Damit steht der Abschluss der Reise noch
einmal ganz im Zeichen der �kumene und des interreligi�sen Dialoges. Die Grabeskirche in Jerusalem
war die letzte Gebetsstation der p�pstlichen Pilgerreise. Im Anschluss stand ein Besuch in der
armenisch-apostolischen Patriarchalkirche St. Jakob und bei Patriarch Torkom Manoukian auf dem
Programm. Die letzte von insgesamt 28 offiziellen Ansprachen hielt Papst Benedikt gegen 13 Uhr 30
w�hrend der Abschiedszeremonie am Flughafen von Tel Aviv. R�ckblickend auf seine insgesamt
achtt�gige Nahost-Reise verurteilte das Kirchenoberhaupt erneut den Holocaust. Unter einem
�gottlosen Regime, das eine Ideologie des Antisemitismus und des Hasses verbreitete“ seien
Juden �brutal ausgetilgt worden“. Am Nachmittag ist das Kirchenoberhaupt nach Rom
zur�ckgekehrt. An Bord einer Boeing 777 der israelischen Airline �El Al“ landete Papst
Benedikt nach einem etwa dreist�ndigen Flug um 16.43 Uhr auf dem Flughafen Ciampino. (rv)
Papst beim Abschied: �Juden wurden brutal ausgetilgt“ - �Zwei-Staaten-L�sung darf kein Traum bleiben“
Benedikt XVI. hat zum Ende seiner insgesamt achtt�gigen Reise ins Heilige Land den Holocaust
erneut scharf verurteilt. Unter einem �gottlosen Regime, das eine Ideologie des Antisemitismus und
des Hasses verbreitete“ seien Juden �brutal ausgetilgt worden“, sagte der Papst an
diesem Freitag w�hrend der Abschiedszeremonie am Flughafen von Tel Aviv. �Dieses entsetzliche
Kapitel der Geschichte darf nie vergessen oder geleugnet werden!“ In der letzten von 28
offiziellen Ansprachen blickte Benedikt zur�ck auf seinen Aufenthalt in Israel und bezeichnete den
Besuch in der Holocaust-Gedenkst�tte Yad Vashem als einen der �feierlichsten Augenblicke“.
�Dort traf ich auch mit einigen �berlebenden zusammen. Diese tief bewegenden Begegnungen brachten
mir meinen Besuch vor drei Jahren im Vernichtungslager Auschwitz in Erinnerung, wo so viele Juden
– M�tter, V�ter, Eheleute, S�hne, T�chter, Br�der, Schwestern, Freunde – durch ein
gottloses Regime, das eine Ideologie des Antisemitismus und des Hasses verbreitete, brutal
ausgetilgt worden sind. Dieses entsetzliche Kapitel der Geschichte darf nie vergessen oder
geleugnet werden!“ Im Gegenteil, so Benedikt mit Verweis auf den Olivenbaum, den er und
Staatspr�sident Shimon Peres am Tag der Ankunft gemeinsam gepflanzt hatten,…
�...diese furchtbaren Erinnerungen
sollten uns in der Entschiedenheit st�rken, enger zusammenzur�cken als Zweige des gleichen
Olivenbaums, die von den gleichen Wurzeln gen�hrt werden und in br�derlicher Liebe geeint
sind“. Er sei als Freund zu Besuch gekommen, betonte Benedikt XVI., �als Freund der
Israelis“ ebenso wie �als Freund des pal�stinensischen Volkes“. �Ein Freund der
Israelis und der Pal�stinenser kann nur traurig sein �ber die weiter bestehende Spannung zwischen
Ihren beiden V�lkern. Ein Freund kann nur weinen angesichts des Leids und des Verlusts von
Menschenleben, die beide V�lker in den vergangenen sechs Jahrzehnten erlitten haben.“ Aus
Freundschaft appellierte der Papst �an alle Menschen dieser L�nder“: �Kein Blutvergie�en
mehr! Keine K�mpfe mehr! Kein Terrorismus mehr! Kein Krieg mehr! Lasst uns stattdessen den
Teufelskreis der Gewalt durchbrechen! Lasst bleibenden Frieden herrschen, der auf Gerechtigkeit
gr�ndet, lasst echte Vers�hnung und Heilung walten. Es m�ge allgemein anerkannt werden, dass der
Staat Israel das Recht hat, zu existieren und Frieden und Sicherheit innerhalb international
vereinbarter Grenzen zu genie�en. Ebenso m�ge anerkannt werden, dass das pal�stinensische Volk ein
Recht auf eine souver�ne, unabh�ngige Heimat, auf ein Leben in W�rde und auf Reisefreiheit hat. Die
Zwei-Staaten-L�sung m�ge Wirklichkeit werden und nicht ein Traum bleiben. Von diesen L�ndern her
soll sich der Frieden ausbreiten, sie sollen als ein �Licht f�r die V�lker“ (Jes 42,6) dienen
und den vielen anderen Regionen, die unter Konflikten leiden, Hoffnung bringen.“ Den Besuch
an der israelischen Sperrmauer bezeichnete Benedikt als einen �der traurigsten Anblicke w�hrend
meines Besuchs“. Er habe dort f�r eine Zukunft �in Frieden und Eintracht“ und
�gegenseitiger Achtung und Vertrauen zueinander“ gebetet. Vor milit�rischen Abordnungen am
Flughafen von Tel Aviv, vor dem Friedensnobelpreistr�ger und Staatspr�sidenten Shimon Peres sowie
dem rechtsgerichteten Ministerpr�sidenten Benjamin Netanjahu verzichtete das Kirchenoberhaupt bei
aller Brisanz einmal mehr nicht auf politische Aussagen. Er wisse, wie schwierig es sei, Frieden
und Gewaltverzicht im Nahen Osten zu erreichen. �Ich wei�, wie schwierig Ihre Aufgabe ist, genau
wie jene der pal�stinensischen Autonomiebeh�rde. Ich versichere Sie jedoch meiner Gebete, und die
Gebete der Katholiken in aller Welt begleiten Sie in Ihren weiteren Bem�hungen, einen gerechten und
dauerhaften Frieden in dieser Region zu schaffen.“ (rv)
Israel nimmt Abschied: Peres dankt Papst
Israels Staatspr�sident Shimon Peres hat Papst Benedikt XVI. zum Abschied f�r dessen
Friedensmission im Heiligen Land gedankt. Besonders wichtig sei gewesen, dass der Papst sich
deutlich gegen jedes Vergessen und Leugnen des Holocaust sowie zum Kampf gegen Antisemitismus und
jede Form der Ausgrenzung ausgesprochen habe. �Das hat unsere Herzen und unseren Verstand
ber�hrt“, sagte Peres an diesem Freitag bei der Abschiedszeremonie am Flughafen von Tel Aviv.
Benedikt habe einen �bedeutenden Beitrag f�r die Entstehung neuer Beziehungen zwischen Israel und
dem Vatikan“ geleistet. Seine Pilgerreise sei ��berzeugender Beweis des dauerhaften Dialogs
zwischen dem j�dischen Volk und Millionen Christgl�ubigen in aller Welt“. Peres unterstrich
den Einsatz des Papstes f�r eine L�sung des Nahost-Konflikts, �f�r Frieden und Sicherheit zwischen
uns und unseren Nachbarn“ und �ein Leben ohne Angst und Tr�nen“. Israel antworte darauf
mit dem �aufrichtigen Wunsch nach Frieden: Frieden mit unseren Nachbarn, mit unseren entfernt
wohnenden Feinden, Frieden mit allen“, so Peres, ohne einzelne Konfliktpunkte konkret zu
benennen. Der Friedensnobelpreistr�ger mahnte zugleich vor Gewalt im Namen der Religion. Politische
und religi�se F�hrer st�nden �heute vor der gro�en Herausforderung, Religion von Terrorismus zu
trennen“. Der Glaube an �einen Gott des Lebens und des Respekts vor dem Leben“ sei
allen gro�en monotheistischen Religionen gemeinsam und dr�nge dazu, jene �feige Fanatiker“ zu
verurteilen, die mit dem Bild �eines Gottes, der Mord und Terror erlaube und sogar dazu
ermuntere“ die Religion verf�lschen wollen. (rv)
Papst am leeren Grab Christi: �Mitten ins Herz getroffen“
Es war die letzte Gebetsstation seiner achtt�gigen Pilgerreise ins Heilige Land: Benedikt XVI.
besuchte an diesem Freitagvormittag die Grabeskirche in Jerusalem. Er kam als Pilger, und sein
Aufenthalt an jener Stelle, wo Jesus Christus – der �berlieferung nach - von den Toten
auferstanden ist, sollte im Zeichen des Gebetes stehen. Stille Einkehr zu halten, war Papst
Benedikt dabei schier nicht m�glich. Gedr�ngt voll war die Grabeskirche, zu viele Menschen, �berall
Sicherheitspersonal und Medienleute. Dennoch schien der Papst sehr bewegt vom biblischen Ort der
Auferstehung. Seine Worte in der Grabeskirche, die er als �eigenes Herz der Kirche“
betrachtete: �Wenn wir an diesem heiligen Ort stehen und dieses wundersame Ereignis bedenken, wie
k�nnen wir da nicht �mitten ins Herz“ getroffen sein wie jene, die als erste die Predigt des
Petrus am Pfingsttag h�rten? Hier ist Christus gestorben und auferstanden, und er stirbt nicht
mehr. Das leere Grab spricht zu uns von Hoffnung, von der Hoffnung, die uns nicht zugrunde gehen
l�sst, da sie die Gabe des lebendigen Geistes ist. Das ist die Botschaft, die ich euch heute, am
Ende meiner Pilgerreise ins Heilige Land, hinterlassen m�chte. M�ge durch Gottes Gnade die Hoffnung
in den Herzen aller Menschen, die in diesen L�ndern wohnen, stets neu aufsteigen! M�ge sie in euren
Herzen wurzeln, in euren Familien und Gemeinschaften bleiben und in einem jeden von euch ein immer
treueres Zeugnis f�r den Friedensf�rsten anregen!“ Friede und Vers�hnung – f�r diese
stehe die Grabeskirche in eindeutiger Weise. Das sei mehr als alles andere der Wunsch des Papstes
f�r die Menschen in Jerusalem und dem Heiligen Land. So k�nne die Grabeskirche als Hoffnungszeichen
einer besseren Zukunft der Menschen stehen. Der Papst: �Mit diesen Worten der Ermutigung, liebe
Freunde, beende ich meine Pilgerreise zu den heiligen St�tten unserer Erl�sung und Wiedergeburt in
Christus. Ich bete, dass die Kirche im Heiligen Land stets neue Kraft aus der Betrachtung des
leeren Grabes des Heilands sch�pfen m�ge. Sie ist gerufen, in diesem Grab all ihre Angst und Furcht
zu begraben, um jeden Tag wieder aufzustehen und ihren Weg durch die Stra�en von Jerusalem, Galil�a
und dar�ber hinaus fortzusetzen und dabei den Triumph der Vergebung Christi und die Verhei�ung
neuen Lebens zu verk�nden. Als Christen wissen wir, dass der Friede, nach dem dieses von Streit
zerrissene Land sich sehnt, einen Namen hat: Jesus Christus. �Er ist unser Friede“, der uns
mit Gott in einem einzigen Leib durch das Kreuz vers�hnte und die Feindschaft beendete. In seine
H�nde lasst uns dann vertrauensvoll all unsere Hoffnung f�r die Zukunft legen, genau wie er in der
Stunde der Finsternis seinen Geist in die H�nde des Vaters legte.“ (rv)
P. Gemmingen: �Es ist gut, dass der Papst im Heiligen Land war“
Hat Papst Benedikt durch sein Pilgern im Heiligen Land einen Beitrag f�r Vers�hnung und Frieden
zwischen Israelis und Pal�stinensern, f�r ein besseres Klima leisten k�nnen? Das war seine
Zielsetzung. Ein Politikwissenschaftler sagte mir, in einigen Jahren kann man eine sichere Antwort
geben – heute nicht. Es ist �u�erst t�richt, jetzt zu m�keln, der Papst h�tte in Yad Vashem
ganz anders auftreten m�ssen. Der ehemalige Botschafter Israels in Deutschland, Avi Primor, meinte
dazu, die meisten Israelis sehen dies wesentlich positiver als die Medien. Wir Medienweisen in
Deutschland machen oft einen schlechten Eindruck, wenn wir sehr schmalspurig nur in unseren
Schemata denken. Medienweise warten nicht nur auf Stichworte wie Schuld und Bekenntnis, sondern
sehen - wie orientalische Weise - das Ganze eines Papstauftritts. Und da k�nnen viele sehr froh
sein. Die Papstbotschaft war: kein Antisemitismus, keine Attentate, keine Mauern, zwei Staaten und
vor allem Toleranz und Vers�hnungsbereitschaft. Der spirituelle Pilgerpapst war sehr politisch.
Gerade auch, wenn er die Christen bat, im Land zu bleiben. Ich kann verstehen, wenn
Holocaust�berlebende von einem deutschen Papst in Yad Vashem ein Schuldbekenntnis w�nschen.
Benedikt w�rde antworten: Die Kirche hat Schuld bekannt, ich selbst habe in Auschwitz Schuld
bekannt, man muss nicht immer wiederholen. Man muss nach vorne blicken und vor allem auch das Leid
der heutigen Opfer bek�mpfen. Es ist gut, das der Papst im Heiligen Land gewesen ist. (rv)
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16.05.09
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Kardinal Kasper: �Ein neuer Aspekt, ein neuer Ton, eine neue Tiefe“
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Kardinal Walter
Kasper freut sich �ber den Erfolg der Pilgerreise Papst Benedikts ins Heilige Land. Gerade die
Worte, die das Kirchenoberhaupt in Yad Vashem gefunden habe, seien �eine gro�e Rede“
gewesen, weil sie �einen neuen Aspekt, einen neuen Ton, eine neue Tiefe im Dialog“
brachten, so der Pr�sident des P�pstlichen Rates f�r die Einheit der Christen, in dessen
Zust�ndigkeit auch der Dialog mit dem Judentum f�llt. Gudrun Sailer sprach mit Kardinal Kasper.
�Was das �kumenische angeht, hat man die Fr�chte unserer Arbeit der letzten Jahrzehnte gesehen,
denn diese positiven Begegnungen mit den Vertretern vor allem der orthodoxen Kirchen und der
Armenier w�re nicht m�glich gewesen, wenn nicht vorher sehr viel getan worden w�re. Man hat ja
gesehen, da ist etwas gewachsen, das ist nicht nur auf Papier von Dokumenten, sondern das sind
Begegnungen und Begegnungen sind das Entscheidende beim �kumenischen Dialog. So gehe ich mit
neuer Hoffnung in die Gespr�che mit den �stlichen Kirchen.“ In welcher Weise wird die
Begegnung Papst Benedikts mit den j�dischen W�rdentr�gern in Israel die Beziehungen zwischen
Kirche und j�discher Welt voranbringen? �Mit den Partnern, die wir bisher hatten, wird der Besuch
den Dialog ganz sicher neu best�tigen und wird ihn auch neu befl�geln. Nat�rlich muss man jetzt
auch diese negativen Stimmen, die es gegeben hat, in Betracht ziehen. Ich plane, das n�chste Mal
mit den Freunden und Partnern dar�ber zu sprechen, wie man die Ergebnisse des Dialogs bekannter
machen und die Basis verbreitern kann. Da ist sicher noch viel Arbeit notwendig, das hat man
gesehen. Auf der anderen Seite war ich sehr erstaunt, wie viele Gespr�chsgruppen zwischen Juden
und Christen es in Israel selber gibt. Das muss man noch mehr �ffentlich machen in Israel,
dar�ber m�ssen wir jetzt reden.“ Manche Beobachter waren �berrascht, dass offensichtlich
die geplante Seligsprechung von Papst Pius XII. �berhaupt nicht zur Sprache kam... �Nein, dar�ber
ist nie gesprochen worden. Ich bin auch der Meinung, das ist eine innerkirchliche Frage und nicht
eine Frage, die die Juden entscheiden k�nnen. Der Papst wird in n�chster Zeit sicher dar�ber
entscheiden m�ssen. In dieser Hinsicht ist es, glaube ich, eine Aufgabe, dass vor allem die
j�ngeren Ergebnisse der Forschung, und zwar von unabh�ngigen Historikern, in Israel noch mehr
bekannt gemacht werden. Die sind zum Teil gar nicht bekannt, sondern sie sind immer noch auf dem
Standpunkt von Rolf Hochhuth. Das ist von Historikern l�ngst �berholt, und die neuere Forschung
ist immer mehr zugunsten von Papst Pius XII.. Auch da ist noch einiges zu tun, um das breiter
bekannt zu machen in Israel.“ (rv)
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17.05.09
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D: Zollitsch zieht bei Radio Vatikan positive Bilanz der Papstreise
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Eine positive Bilanz der Papstreise ins Heilige Land hat der Vorsitzende der
Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, gezogen. �Ich bin beeindruckt von der
klaren Sprache des Heiligen Vaters“, sagte der Freiburger Erzbischof am Freitag im
Gespr�ch mit Radio Vatikan. Der Papst habe w�hrend seiner insgesamt achtt�gigen Nahost-Reise
�klare Zeichen gesetzt, dass die Religionen gemeinsam dem Frieden und der Verst�ndigung dienen
sollen“, so Zollitsch weiter. W�rtlich: �Diese Botschaft haben viele verstanden, weil es
eine Botschaft ist, nach der sich auch viele sehnen.“ Das Interview mit Erzbischof
Zollitsch f�hrte Birgit Pottler. Die Heilig-Land-Reise Benedikts XVI. ist Geschichte; und sie
wird auch als die Visite eines deutschen Papstes in die Analen eingehen. Welche Bilanz ziehen
Sie, Herr Erzbischof, gerade auch als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz? �Ich bin
beeindruckt von der klaren Sprache des Heiligen Vaters. Er hat bereits beim Empfang auf dem
Flughafen in Tel Aviv klare Worte gesprochen, die zwei Staaten vertreten, das Lebensrecht
Israels und dass Israel in geregelten klaren Grenzen leben darf, aber dass auch die
Pal�stinenser das Recht auf einen eigenen Staat haben. Er hat dort auch klar Stellung genommen
zum Holocaust, dass �ber sechs Millionen Juden umgekommen sind, hat auch von der �Fratze des
B�sen“ gesprochen. Er hat - das wurde manchmal bem�ngelt - im Englischen das Wort
�killed“ gebraucht, was im Deutschen �t�ten“ entspricht; aber im Deutschen ist das
Verb �morden“ im Grunde nicht mehr gebr�uchlich, wohl sprechen wir von Mord. Das konnte
ich in Gespr�chen vor Ort zum Teil auch klar stellen. Insofern war die Botschaft f�r mich
�berzeugend. Wichtig war dann nat�rlich auch, was er zum Dialog sagte, zum Dialog zwischen
Juden und Pal�stinensern, zum Dialog zwischen den Religionen, zwischen Islam, Christen und
Juden. Er hat klare Zeichen gesetzt, dass die Religionen gemeinsam dem Frieden und der
Verst�ndigung dienen sollen, und diese Botschaft haben viele verstanden, weil es eine Botschaft
ist, nach der sich auch viele sehnen.“
Ihre erste Bilanz f�llt also positiv aus?
�Ja sie f�llt positiv aus. Ich
habe zun�chst nat�rlich auch innerlich gefiebert, wie Papst Benedikt in der schwierigen
Situation sich zu Wort melden kann und wie das aufgenommen wird. Aber ich habe bei Menschen,
die durchaus nachdenklich sind, im Heiligen Land oder auch in Pal�stina und Jordanien gesp�rt,
das sie gemerkt haben: Dieser Papst hat eine Botschaft, er spricht eine klare Sprache, er
versucht Br�cken zu bauen und versucht damit auch Perspektiven in die Zukunft zu zeigen.“
Die Ansprache in Yad Vashem wurde vom Zentralrat der Juden als �halbherzig“ kritisiert,
dieser wartete auf eine erneute Distanzierung von Holocaust-Leugner Williamson. Israels
Staatspr�sident hat darauf hingewiesen, die Worte am Flughafen und in der Gedenkst�tte m�ssten
zusammen gelesen werden. Wie beurteilen Sie die Worte Benedikts zur Shoah? �Ich habe es auch so
verstanden, dass das, was er am Flughafen sagte ein Teil der gesamten Reden ist und dass das,
was er schon am Flughafen sagte, in Yad Vashem nicht zu wiederholt werden brauchte. Denn wenn
er jedes Mal das Gleiche sagt, reagieren die Leute mit der Frage: Hat er denn nichts anderes,
nichts Neues zu sagen? Ich habe in Israel erlebt, dass die Frage Williamson passee ist. Das ist
nicht die Frage, die interessiert, denn die Stellung des Papstes zum Holocaust ist ganz klar,
da gibt es gar keine Missverst�ndnisse und das muss man nicht endlos oft in Erinnerung rufen.
Ich habe selbst in Yad Vashem Gespr�che gef�hrt, die Gedenkst�tte besucht und dort auch darauf
hingewiesen, was es bedeutet, was der Papst im Bild des Namens aufgegriffen hat. Er sprach
davon, dass keiner der Namen der Opfer vergessen werden darf, dass keiner der Namen, die wir
gar nicht kennen, vergessen ist, weil alle in Gottes Hand eingeschrieben sind. Er hat eine sehr
meditative, inhaltlich sehr gehaltvolle Rede gehalten. Ich pers�nlich bin ihm sehr dankbar f�r
diese Rede, denn ich frage mich, wie oft man noch betonen muss, dass wir uns entschuldigen.
Denn was allzu oft gesagt worden ist, verliert innerlich an Wert. Ich halte es f�r richtig, das
bei entsprechenden Situationen auch zu sagen, aber nicht st�ndig zu wiederholen. Ich bin
�berzeugt, der Papst hat es richtig gemacht. Bei vielen Gespr�chspartnern habe ich
ausgesprochen gutes Verst�ndnis daf�r gefunden. Vielleicht sind wir Deutschen da ein wenig
�bersensibel und meinen, er m�sse immer unbedingt das sagen, was wir gerade im Kopf
haben…“ In Bethlehem haben Sie den Papst bei seinem Besuch im Caritas Baby Hospital
pers�nlich begr��t. Von diesem Ereignis gab es leider keine Fernsehbilder - aber nach allem,
was unsere Korrespondenten bisher berichtet haben, war gerade das ein sehr inniger Moment.
K�nnen Sie die Kommentare auch seitens mancher Israelis, wonach es diesem Papst an Herzensw�rme
fehle, widerlegen? �Es hat sich eindeutig gezeigt, dass dort, wo der Papst pers�nlich in
Kontakt kommt, wo er die N�he des Menschen hat, dass er dort seine ganze Herzlichkeit und
Freundlichkeit zum Ausdruck bringen kann. Das hat sich schon beim Gottesdienst am Morgen
gezeigt, wo Christen ihm zujubelten. Man hat gesp�rt, wie der Papst auflebte, und es war
geradezu phantastisch, wie er sich im Caritas Baby Hospital den einzelnen Kindern zuwandte, sie
segnete, sich erkundigte, warum dieses Kind hier sei, und wir hatten tats�chlich M�he daf�r zu
sorgen, dass das Programm weiterging, wir mussten ihn von den Kindern fast losrei�en. Er hat
sich aber nicht nur der Kinder sondern auch der M�tter angenommen, hat sich mit den
Pflegekr�ften unterhalten. Das war eine phantastische Begegnung, wo man sp�rte, da lebt der
Papst auf, da wurde sein Herz warm und da konnte er das so deutlich zum Ausdruck bringen. Das
ist das Sch�ne an Papst Benedikt, man entdeckt umso mehr seine N�he und seine W�rme, je
pers�nlicher man mit ihm in Kontakt kommt. Er ist nun nicht der, der das nach Au�en gro� zur
Schau stellt, aber er hat diese W�rme. Bethlehem war, m�chte ich sagen, vom Emotionalen her
betrachtet, der H�hepunkt der Papstreise.“ Politisch betrachtet h�tte der Zeitpunkt
dieser Reise delikater nicht sein k�nnen. Benedikt XVI. hat sich dennoch vor klaren Worten
nicht gescheut: gegen Terrorakte der Pal�stinenser, gegen die Mauer der Israelis, f�r eine
gerechte Zweistaatenl�sung. Welchen Einfluss haben diese Worte des Kirchenoberhaupts? Welchen
Ertrag bringt diese Reise? �Die Botschaft wurde zur Kenntnis genommen - besonders dankbar von
den Pal�stinensern. Ich hatte am Mittwochabend ein langes Gespr�ch mit Verantwortlichen, die
klar sagten: �Ja, der Papst tritt daf�r ein, dass wir einen eigenen Staat haben, er tritt ein
f�r die Rechte des pal�stinensischen Volkes, er hat auch ein Fl�chtlingslager besucht, sieht
auch unsere Not und kennt sie.“ Die Botschaft, die aufgenommen wird ist eine Doppelte:
Wir brauchen klare Staaten im Heiligen Land, Israel und Pal�stina. Wir brauchen aber auch das
Gespr�ch der verschiedenen Religionen miteinander, das ist sehr wichtig. Sein Appell in
Jordanien, aufeinander zuzugehen und miteinander zu sprechen ist auch von vielen Muslimen
verstanden worden. Und mir sagten auch einige israelische Gespr�chspartner: �Es gibt keine
Alternative zum Dialog, darauf hat der Papst hingewiesen. Nat�rlich wissen alle, er hat keine
unmittelbar politische Macht, er ist eine moralische Autorit�t und man hofft, dass das, was er
sagte, auch in den USA geh�rt wird, denn den eigentlichen Einfluss in diesem Raum haben nun
einmal die USA.“ Und kirchlich? Konnten die Christen genug Hoffnung sch�pfen? Wie haben
sie w�hrend Ihres Aufenthalts im Heiligen Land die Menschen erlebt? �F�r die Christen ist es
eine sehr schwierige Situation, das muss man eindeutig sehen und es wandern auch immer mehr
Christen ab. Aber ich habe es erlebt, mit einer Verantwortlichen im Baby Hospital, die mir dort
sagte: �Ich tue alles, um meine Kinder gut auszubilden, und bis jetzt habe ich immer gesagt,
ich will ihnen helfen, dass sie ins Ausland kommen. Aber nachdem ich jetzt den Papst erlebt
habe, habe ich mich entschlossen: Ich werde alles tun, damit sie hier bleiben.“ Ich
selbst habe auch erlebt, dass viele Pal�stinenser, die eine gewisse Zeit im Ausland sind, wenn
sie eine Chance sehen, wieder Arbeit zu bekommen tats�chlich wieder in ihre Heimat
zur�ckkommen. Darum ist es wichtig, dass wir die Menschen dort ermutigen, nicht nur
auszuhalten, sondern auch bewusst sich einzubringen und bewusst die Zukunft dieses Landes
mitzugestalten. Die Christen sind notwendig im Heiligen Land, damit auch dort, wo Jesus
Christus geboren wurde, wo er gelebt hat, dieses christliche Zeugnis unmittelbar erlebt werden
kann.“ (rv)
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20.05.09
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Die interreligi�sen Begegnungen mit
Papst Benedikt XVI. in Israel werden im Nachhinein sehr unterschiedlich bewertet
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Nach
Ansicht des Direktors des j�dischen Elijah-Interfaith-Instituts, Alon Goschen-Gottstein, hat
das gemeinsame Friedenslied der Religionsvertreter in Nazareth nach dem �missgl�ckten
Treffen“ von Jerusalem vielen Menschen wieder Mut gemacht. Das Bild des Papstes, Hand
in Hand mit Juden, Muslimen und Drusen singend, sei eine �starke Geste“ gewesen, sagte
der Rabbiner am Montag im Interview der KNA. Vatikansprecher Pater Federico Lombardi hatte
das Friedenslied des Rabbiners beim Treffen des Papstes mit Religionsf�hrern als �genialen
Einfall“ bezeichnet. Der Vikar der hebr�ischsprachigen Gemeinde, David Neuhaus,
bezeichnete die Idee eines gemeinsamen Friedensliedes hingegen als �sch�n“, aber nicht
der Realit�t des interreligi�sen Dialogs im Heiligen Land entsprechend. Das Treffen in
Nazareth sei vom israelischen Au�enministerium geplant worden, das auch die Redner ausgew�hlt
habe. Die Jerusalemer Begegnung mit Vertretern, die die Religionsgemeinschaften selbst
bestimmten, habe dagegen ein �authentisches Bild“ abgegeben: �Wir streiten, schreien
uns an und reden hinterher hoffentlich wieder miteinander“, sagte der Jesuit, der f�r
das Jerusalemer Treffen verantwortlich war: �Wir stehen hingegen selten Hand in Hand und
singen Friedenslieder“. Die Realit�t im Heiligen Land sei �viel komplexer, als der
erste Eindruck glauben machen“ wolle, betonte Neuhaus. In jedem Fall werde der Dialog
zwischen den offiziellen Religionsvertretern weitergehen. – Im Jerusalemer
Notre-Dame-Zentrum hatte der muslimische Vertreter, Scheich Taisir Al-Tamimi, entgegen den
Planungen das Mikrofon ergriffen und auf Arabisch Israel harsch kritisiert. Drei Tage sp�ter
in Nazareth stimmte Goschen-Gottstein nach der Ansprache des Papstes ein Friedenslied an und
forderte die Versammelten zum Mitsingen auf. Danach habe er einen �Sturm der
Zustimmung“ erfahren, so der Rabbiner. Bilder k�nnten manchmal Fakten schaffen; darum
sei die Geste wichtig gewesen. (rv)
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21.05.09
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Irland: Ersch�ttert �ber Missbrauchs-Bericht
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Kardinal Sean Brady, der
irische Primas, ist ersch�ttert angesichts der gegen die Kirche erhobenen
Missbrauchsvorw�rfe. Der detaillierte Bericht einer unabh�ngigen Untersuchungskommission,
der am Mittwoch vorgelegt wurde, sei ein �besch�mender Katalog von Grausamkeiten“.
Das erkl�rte Brady am Mittwoch in Maynoth. Zugleich bezeichnete der Kardinal das Papier als
�willkommenen und wichtigen Schritt zur Aufkl�rung“, der den Opfern Gerechtigkeit
verschaffe und �hnliche Vorf�lle in Zukunft verhindern helfe. Der in Dublin ver�ffentlichte
Bericht besch�ftigt sich mit den erzieherischen Methoden in kirchlichen Kinderheimen des
20. Jahrhunderts, bis in die Achtziger Jahre hinein. Die Autoren kommen zu dem Schluss,
dass k�rperliche und seelische Misshandlungen und Vernachl�ssigungen an der Tagesordnung
gewesen seien. Auch seien Kinder, besonders in Einrichtungen f�r Jungen, sexuell
missbraucht worden. Der Bericht der Untersuchungskommission hat rund 2.500 Seiten und
befasst sich mit mehr als 100 Einrichtungen in Irland. Er ist das Ergebnis von neun Jahren
Arbeit. �Insgesamt waren es 18 kirchliche Gemeinschaften, die die Verantwortung f�r Kinder
in solchen Einrichtungen hatten; die Kommission hat sie genau unter die Lupe
genommen“, sagt Schwester Mary Ann O`Connor vom irischen Verband der
Ordensgemeinschaften. �Die Untersuchung ist sehr wichtig, weil sie uns zeigt, dass wir aus
der Vergangenheit lernen m�ssen. Nur wenn wir diese Lektion lernen, k�nnen wir
verletzlichen Menschen wirklich die Hilfe geben, die sie brauchen.“ Im fraglichen
Zeitraum befanden sich rund 35.000 Kinder in der Obhut von kirchlichen Erziehungsheimen,
Schulen und anderen Betreuungseinrichtungen. Mehr als 2.000 h�tten der Kommission von
k�rperlichem und sexuellem Missbrauch berichtet. Viele der mutma�lichen T�ter seien bereits
gestorben. Der Bericht spricht von einem Klima der Angst in den meisten der untersuchten
Einrichtungen sowie von �bertriebenen und willk�rlichen Strafen. �Wir sollten nicht
verdr�ngen, welcher Schmerz hier verursacht wurde; wir nehmen das absolut wahr und
entschuldigen uns daf�r. Allerdings sollten wir auch nicht v�llig vergessen, in welchen
Zeiten und in welcher Art von Gesellschaft wir lebten. Vor 30, 40, 50 Jahren war doch alles
ziemlich anders, als es heute ist...“, so Schwester Mary Ann O`Connor. �Kurze und
oberfl�chliche Kommentare w�ren jetzt nicht angemessen, angesichts des Leidens der
Opfer“, meint Dublins Erzbischof, Diarmuid Martin. �Solche systematischen
Missbr�uche, die �ber Jahrzehnte angehalten haben, sind furchtbar und absto�end, wenn man
in den f�nf B�nden des neuen Berichts dar�ber liest. Ich bewundere, mit welchem Mut die
Opfer ihre Geschichten erz�hlt haben. Auch ich rufe - wie die Kommission - alle betroffenen
kirchlichen Gemeinschaften zu einer Zeit der Pr�fung auf. Sie sollen untersuchen, unter
welchen Umst�nden es m�glich war, dass sie sich derart von ihrem Gr�ndungscharisma
entfernen konnten.“ Derweil hat der neue Londoner Erzbischof Vincent Gerard Nichols
mit �u�erungen zum Bericht �ber Kindesmissbrauch in Irland eine Debatte entfacht. Die
Kontroverse �berschattete seine Amtseinf�hrung als Nachfolger von Kardinal Cormac
Murphy-O'Connor (76) an diesem Donnerstag. Im britischen Fernsehsender ITV hatte
Nichols am Mittwoch den T�tern �Mut“ bescheinigt, weil sie sich ihrer Vergangenheit
gestellt h�tten. Zwar denke er zuerst an die Missbrauchsopfer. An zweiter Stelle denke er
aber auch an die Geistlichen und Mitglieder religi�ser Gemeinschaften, �die sich Tatsachen
aus ihrer Vergangenheit stellen m�ssen, die sie instinktiv und ganz verst�ndlich lieber
vergessen m�chten.“ Der Missbrauchsbericht d�rfte die vielen guten Dinge in den
Hintergrund treten lassen, die diese Menschen ebenfalls getan h�tten, so der Vorsitzende
der Bischofskonferenz. Kinderschutzverb�nde in Gro�britannien reagierten entr�stet auf die
Aussagen von Nichols. (rv)
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22.05.09
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Vatikan/Italien: Papstbesuch bei Benedikt
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Benedikt XVI. begibt sich
auf die Spuren seines Namenspatrons, des Heiligen Benedikt von Nursia. Am kommenden Sonntag
besucht der Papst die mittelitalienische Stadt Cassino und die nahe gelegene
Benediktiner-Abtei Montecassino. Am Vormittag feiert er Gottesdienst auf dem gr��ten Platz
der 33.000-Einwohner Stadt, der nach der Visite seinen Namen tragen wird. Am Nachmittag
wird Benedikt in der au�erhalb der Stadt auf rund 600 Meter liegenden Abtei die Vesper
beten. Dazu reisen rund 500 Vertreter aller Benediktiner-Zweige an. �Der heilige Benedikt
ist ein fundamentaler Bezugspunkt f�r die Einheit Europas und ein starker Hinweis auf die
Unverzichtbarkeit der christlichen Wurzeln seiner Kultur und Zivilisation.” Das sagte
Joseph Ratzinger, der sich kurz zuvor den Namen Benedikt gegeben hatte, in seiner ersten
gro�en Audienz. �Ich bitte ihn, uns zu helfen, dass Christus in unserem Leben zentral
bleibt. Er stehe in unserem Denken und Tun immer an erster Stelle!“
Montecassino gilt als Wiege des abendl�ndischen M�nchtums, Benedikt von Nursia gr�ndete die
Abtei 529. Im Februar 1944 wurde sie durch einen massiven Bombenangriff der Alliierten fast
v�llig zerst�rt, Das Grab des M�nchsvaters hat in der Krypta der Basilika den Bombenangriff
�berstanden. Die wieder aufgebaute Basilika weihte Papst Paul VI. 1964 und rief Benedikt
zum Patron Europas aus; sein Apostolisches Schreiben dazu trug den Namen �Pacis
nuntius“ - Friedensbote. Bei K�mpfen um das festungs�hnliche Kloster zwischen der
deutschen Wehrmacht und den auf Rom vorr�ckenden Alliierten kamen im Lauf von vier Monaten
im Fr�hjahr 1944 mehr als 70.000 Soldaten ums Leben. Benedikt XVI. wird am Sonntag der
Gefallenen gedenken und den nahe gelegenen polnischen Soldatenfriedhof besuchen. (rv)
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28.05.09
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Deutschland: Piusbruderschaft plant Priesterweihen
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Die vom Vatikan nicht
anerkannte Piusbruderschaft wird Ende Juni in Zaitzkofen bei Regensburg je drei M�nner zu
Priestern bzw. Diakonen weihen. Das geht aus dem aktuellen Rundbrief des Priesterseminars
der traditionalistischen Bruderschaft hervor, die den Termin auf Anfrage von Radio
Vatikan an diesem Donnerstag best�tigte. Der spanische Pius-Bischof Alfonso de Galarreta
soll die Weihen vornehmen. Er geh�rt zu jenen vier Bisch�fen, die Erzbischof Marcel
Lefebvre 1988 gegen den Willen des Papstes geweiht hatte. Laut katholischem Kirchenrecht
sind den Bisch�fen der Piusbruderschaft Weihehandlungen verboten, trotz der Aufhebung
ihrer Exkommunikation durch Papst Benedikt XVI. Ende Januar. Die Bisch�fe haben derzeit
keine Befugnis, ein Amt in der Kirche auszu�ben. Im Rundbrief der Priesterbruderschaft
hei�t es dazu, dass von einem �generellen Weihestopp“ in den bisherigen
Verhandlungen mit dem Heiligen Stuhl �nie die Rede“ gewesen sei. Das Bistum
Regensburg warte noch auf Handlungsanweisungen aus Rom, best�tigte Bistumssprecher Jakob
Sch�tz gegen�ber Radio Vatikan. Von den Weihen am 27. Juni war im Bistum zum Zeitpunkt
der Anfrage noch nichts bekannt. Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig M�ller hatte
mehrfach erkl�rt, er erwarte von den Traditionalistenbisch�fen, dass sie unerlaubte
Weihen unterlassen, bis ihr kirchenrechtlicher Status gekl�rt sei. Noch vor zwei Monaten
Wochen hatte die Priesterbruderschaft St. Pius X. eine - unerlaubte –
Subdiakonatsweihe offenbar auf Bitten Papst Benedikts von Zaitzkofen nach Econe in der
Schweiz verlegt. (rv)
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30.05.09
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Vatikan: Papst best�tigt Tschechien-Besuch
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Papst Benedikt XVI.
wird 26. bis 28. September die Tschechische Republik besuchen. Das best�tigte der
vatikanische Pressesaal im Anschluss an eine Audienz des Papsts f�r den tschechischen
Staatspr�sident Vaclav Klaus am Samstag. Weiter wurde mitgeteilt, dass Benedikt XVI.
Prag, Brno (Br�nn) und Stara Boleslav (Altbunzlau) besuchen wird. Es ist die dreizehnte
Auslandsreise des Papstes. Zu dem Besuch haben ihn laut Vatikan Klaus und die
Tschechische Bischofskonferenz eingeladen. Benedikt XVI. empfing den Staatspr�sidenten
und dessen Ehefrau Livia am Samstagvormittag in Privataudienz. V�clav Klaus sei erfreut
�ber die Best�tigung des Papstbesuches, so die Medienmitteilung aus dem Vatikan. Bei
ihrem Treffen er�rterten der Papst und Pr�sident Klaus die Situation seines Landes
sowie die Beziehung zwischen Staat und Kirche. Weiter unterhielten sich der Papst und
Pr�sident Klaus �ber die Zukunft Europas und die Bedeutung des Christentums f�r den
europ�ischen Kontinent. Die Beziehung zwischen der katholischen Kirche und dem
tschechischen Staat ist gegenw�rtig von einem Streit um die R�ckgabe f�r die
Enteignungen w�hrend der kommunistischen �ra gepr�gt. Eine Staat-Kirche-Kommission
hatte sich Anfang 2008 auf ein Entsch�digungsmodell verst�ndigt, das unter anderem
finanzielle Leistungen als Ausgleich f�r den beschlagnahmten Grundbesitz vorsieht. 59
Prozent der Tschechen geh�ren nach einem Zensus von 2001 keiner Religionsgemeinschaft
an. Das Land z�hlt damit zu den s�kularisiertesten Staaten des ehemaligen Ostblocks.
Klaus traf anschlie�end auch mit Kardinalstaatssekret�r Tarcisio Bertone und mit dem
vatikanischen Au�enminister Erzbischof Dominique Mamberti zusammen. (rv)
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6/2009
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01.06.09
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Polen: Fall der Berliner Mauer-Ende des Eisernen Vorhanges
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Nicht der Fall der
Berliner Mauer, sondern die Botschaft Papst Johannes Pauls II. in Gnesen vom Juni
1979 hat den Prozess angeregt, der zum Ende des Eisernen Vorhanges f�hrte. Das sagt
der Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz, langj�hriger Privatsekret�r des polnischen
Papstes, in einem aktuellen Interview mit der polnischen katholischen
Nachrichtenagentur von Warschau. In Gnesen habe der Papst die spirituelle Einheit des
christlichen Europa beschworen, das aus zwei gro�en Traditionen – der �stlichen
und der westlichen - bestanden habe. Johannes Paul habe in der Frage der Einheit
Europas keine Zugest�ndnisse machen wollen. �Er war �berzeugt, dass es nicht die
richtige Stra�e der Entwicklung war, den Menschen seiner Rechte zu berauben“,
so Dziwisz. Johannes Paul habe �brigens alle seine Reden f�r seine Polenreise von 2.
bis 10. Juni 1979 pers�nlich geschrieben, das Staatssekretariat habe in diesem Fall
blo� die Zitate �berpr�ft. (rv)
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02.06.09
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Die Kirche hat einen neuen Gro�p�nitentiar
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Es ist der
italienische Erzbischof Fortunato Baldelli, bisher Nuntius in Frankreich. Er folgt
in seinem neuen Amt dem amerikanischen Kardinal Francis Stafford, der wegen des
Erreichens der Altersgrenze sein R�cktrittsgesuch beim Papst eingereicht hatte. (rv)
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05.06.09
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Der Papsturlaub ist amtlich: Benedikt XVI.
wird am Montag, 13. Juli nach Les Combes di Introd im Aostatal reisen
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Bis Mittwoch, 29.
Juli, h�lt er sich in dem Alpen-Chalet auf, das schon f�r Johannes Paul II.
eingerichtet worden war. Einzige �ffentliche Termine in dieser Zeit sind die
sonnt�glichen Angelusgebete am 19. Juli in dem Ort Romano Canavese und am 26. Juli
vor dem Chalet in Les Combes. Alle Audienzen, auch die Generalaudienzen am 15., 22.
und 29. Juli entfallen. Nach der Urlaubszeit im Aostatal wird Benedikt XVI. in die
P�pstliche Sommerresidenz in Castelgandolfo �bersiedeln. Dort wird er w�hrend der
Sommermonate den Angelus beten; die Generalaudienzen werden am 5. August wieder
aufgenommen und finden weiter in Rom statt. (rv)
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09.06.09
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Bischof Algermissen �ber Piusbr�der: �Jetzt ist der Vatikan am Zug“
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Nach Provokationen
der Piusbruderschaft in den vergangenen Tagen soll der Vatikan ein klares Wort
sprechen. Darauf hoffen nun die deutschen Bisch�fe. So w�re es dem Fuldaer
Bischof Heinz Josef Algermissen sehr wichtig, dass der Papst sehe, wie die Gruppe
auf sein gro�z�giges Entgegenkommen reagiere. Der Fuldaer Bischof wies darauf
hin, dass er den Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude P�risset, und den
Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, per Brief
ausf�hrlich �ber das Vorgehen der Bruderschaft und deren �Bruch des
Kirchenrechts“ informiert habe. Gegen�ber Radio Vatikan erkl�rte Bischof
Algermissen:
�Die
Piusbruderschaft muss ohne Wenn und Aber das ganze Zweite Vatikanische Konzil
rundum annehmen sowie die Lehre der P�pste von Johannes XXIII. bis Benedikt XVI.
Wenn das nicht der Fall ist, gibt es schlicht keine Einheit. Ich habe in den
vergangenen Tagen mehrmals gesagt, dass es f�r mich das Schlimmste ist, wenn ich
einsehen muss, dass die Piusbr�der die Einheit gar nicht w�nschen und diese Wunde
in der Kirche weiter entz�ndet bleibt und weiter schw�rt.“
Die Piusbr�der seien �berheblich, so Algermissen weiter.
�Das ist bei der
Predigt am letzten Sonntag zu h�ren gewesen. So hat Pater Franz Schmidberger
– wie man mir referiert hat – gesagt, dass die katholische Kirche,
also unsere Kirche, sich zu ihnen bekehren m�sse. Das ist f�r mich der Gipfel der
Arroganz und Ignoranz. Es zeigt auch, dass sie im Konkreten nicht dem�tig sind
oder einen Weg der Aufarbeitung gehen.“
Die Piusbr�der
hatten am Wochenende Algermissen eingeladen, bei ihnen eine Messe zu besuchen.
Der Bischof dazu:
�Ich brauche nicht
von ihnen eingeladen zu werden. Ich kann n�mlich die lateinische Messe jeden
Morgen in meiner Privatkapelle zelebrieren. Abgesehen davon ist an jedem Sonntag
in einer Pfarrkirche in Fulda um 11.15 Uhr eine solche Messe im au�erordentlichen
Ritus, und das seit Jahren. Deshalb nehme ich die Einladung von Pater
Schmidberger nicht an, die meiner Meinung nach von S�ffisanz strotzt.“
Die f�r Ende Juni
geplanten Priesterweihen seien �ein Affront gegen die Einheit der Kirche“.
Das erkl�rte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch,
am Dienstag im Deutschlandfunk. Auch Zollitsch w�nscht sich, dass der Vatikan auf
diese Provokation eine klare Antwort formuliere. Die Debatte habe innerhalb der
katholischen Kirche und dar�ber hinaus viele Menschen verunsichert.
Dem
Papst allein bleibe es vorbehalten, wie er mit der Priesterbruderschaft verfahren
werde, sollte es tats�chlich zu den Weihen kommen. Das erkl�rte ein Sprecher des
Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig M�ller.
M�gliche Sanktionsma�nahme w�re etwa die erneute Exkommunikation des
weihenden Bischofs. Bereits im Fr�hjahr hatte sich M�ller mit einem Schreiben an
den Vatikan gewandt und um eine schriftliche Anweisung gebeten, wie er mit dem
Priesterseminar der Bruderschaft, das auf dem Gebiet der Di�zese Regensburg
liegt, verfahren soll. Bisher sei keine Antwort eingegangen. (rv)
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11.06.09
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Deutschland: Bischof Bode zum Streit mit den Piusbr�dern
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Solange
nicht klar ist, ob die Piusbruderschaft zu allen Teilen des kirchlichen
Lehramtes steht, ist es f�r sie �nicht gut, Priester zu weihen“. Das
sagte im Gespr�ch mit dem K�lner domradio der Osnabr�cker Bischof Franz-Josef
Bode. Er war Festprediger beim Fuldaer Bonifatiusfest am vergangenen Sonntag
– am selben Tag weihte die vom Vatikan nicht voll anerkannte
Priesterbruderschaft eine Kapelle in unmittelbarer Nachbarschaft. Bode bewertet
das Verhalten der traditionalistischen Gruppe als �ziemlich provokativ“:
�Es geht ja erstmal darum, dass – nachdem der Papst die H�nde weit
ausgebreitet hat – auch gekl�rt werden muss, wie denn wirklich die
Vers�hnung zustande zu bringen ist. Und ob wirklich die Piusbr�der zum Konzil -
zu allen Teilen des Konzils - stehen. Solange das nicht gekl�rt ist, ist es
nicht gut, Priester zu weihen. Diese Kapelleneinweihung ist keine riesige
Geschichte - aber sie war nun genau zum gleichen Zeitpunkt wie das
Bonifatiusfest in Fulda. Einen Steinwurf weit vom Dom entfernt. Ich wei� nicht,
ob es nicht doch eine bewusste Geschichte gewesen ist... Und das, meine ich,
sollte man vermeiden, wenn man auf der einen Seite Vers�hnung sucht – und
auf der anderen doch solche provokanten Akte aufeinander setzt.“ Die
Piusbruderschaft plant, Ende Juni 21 M�nner zu Priestern zu weihen, drei davon
in Zaitzkofen in der N�he von Regensburg. Eine Genehmigung des Vatikans dazu
liegt nicht vor. Bischof Bode w�nscht sich eine grunds�tzliche Erkl�rung des
Heiligen Stuhles: �Ich hoffe, dass einige Dinge gekl�rt werden, wie es auch
kirchenrechtlich darum geht, wenn nun die Priesterweihen stattfinden. Was
bedeutet das f�r eine Wieder-Exkommunikation? Oder auch die weitere inhaltliche
Gestaltung der Gespr�che? Denn ich habe den Eindruck, dass erstmal die Hand
ausgestreckt ist - und damit ist sicherlich ein gro�es Entgegenkommen
verbunden. Jetzt muss in die Einzelheiten eingestiegen werden. Es ist ein
gro�er Vorteil, dass das nun bei der Glaubenskongregation liegt, und soweit ich
die wichtigsten Vertreter dort kenne, wird das auch einen guten Weg
nehmen.“ (rv)
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12.06.09
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Zu Recherchearbeiten �ber Pius XII. hat Kardinalstaatssekret�r Bertone aufgerufen
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Nur strenges
Dokumentenstudium k�nne das wahre Gesicht des Pacelli-Papstes enth�llen. Der
zweite Mann im Vatikan appellierte an die Forschung, das bereits freigegebene
Archivmaterial aus seiner Zeit als Nuntius in M�nchen und Berlin sowie als
Kardinalstaatssekret�r zu untersuchen. Alle Stellen, die �ber weitere
Dokumente und Akten verf�gten, sollten dieses Material den Wissenschaftlern
baldm�glichst zur Verf�gung stellen. Der Vatikan habe bereits die Archive f�r
den Zeitraum 1930 bis 1939 ge�ffnet, unterstrich Bertone. Eugenio Pacelli sei
ja 1930 von Papst Pius XI. zum Kardinalstaatssekret�r ernannt worden - damit
sei f�r die Forschung reichhaltiges Material aus neun Jahren an der Seite
eines Papstes zug�nglich, der als �gro�er Papst“ gegen Nazismus und
Faschismus gilt. Nach Aussagen Bertones hat bislang jedoch noch kein
Historiker von j�discher Seite diese Archive konsultiert. - Bei einer
Buchvorstellung in Rom best�tigte Bertone auch, dass der Vatikan die �ffnung
seiner Archive f�r die Kriegsjahre 1939 bis 1945 vorbereite. Doch das brauche
�viel Zeit“. Der vom Chefredakteur der Vatikanzeitung
�L’Osservatore Romano“ auf Italienisch herausgegebene Sammelband
�Zur Verteidigung von Pius XII.“ enth�lt im wesentlichen Artikel der
Vatikanzeitung zu diesem Thema. Giovanni Maria Vian will damit einen �Beitrag
zur geschichtlichen Wahrheit �ber Pius XII.“ leisten, schreibt er im
Vorwort. Die �schwarze Legende �ber Pius XII.“ erschwere noch immer
eine sachliche historische Debatte. Das Buch enth�lt unter anderem Texte von
Kardinalsstaatssekret�r Tarcisio Bertone und der Vatikanerzbisch�fe Rino
Fisichella und Gianfranco Ravasi sowie einen Beitrag des Historikers und
Sant’Egidio-Gr�nders Andrea Riccardi. Au�erdem hat Vian Artikel aus dem
Osservatore Romano und eine Betrachtung von Benedikt XVI ausgew�hlt. (rv)
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15.06.09
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Papst Benedikt XVI. hat einen neuen Arzt
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Patrizio
Polisca wird somit Nachfolger von Renato Buzzonetti (siehe Bild), der bereits
pers�nlicher Arzt von Johannes Paul II. gewesen war. Polisca wird
gleichzeitig auch Vizedirektor des vatikanischen Gesundheitsdienstes.
Benedikt XVI. ernannte den 85-j�hrigen Renato Buzzonetti zum �emeritierten
P�pstlichen Chefarzt“. Polisca ist Herzspezialist und betreut seit 1993
die Angestellten und Mitarbeiter im Vatikan medizinisch. Bereits in den
vergangenen Jahren hat Polisca die p�pstlichen Auslandsreisen zusammen mit
Buzzonetti begleitet. Noch bei der Heilig-Land-Reise Mitte Mai geh�rte
Buzzonetti zum offiziellen Gefolge des Papstes. Er begleitete Benedikt XVI.
wie bereits seit 1978 dessen Vorg�nger Johannes Paul II. auf allen Stationen.
Damit geh�rte er zu den dienst�ltesten leitenden Funktionstr�gern im Vatikan.
– Im Juni 2005 hatte Buzzonetti offiziell sein Amt als Chef des
vatikanischen Gesundheitsdienstes an Giovanni Rocchi abgegeben. Auch danach
behielt Benedikt XVI. den �Dottore“ aber f�r vier weitere Jahre als
seinen offiziellen Leibarzt. (rv)
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17.06.09
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Vatikan: �Priesterweihen der Piusbr�der sind unerlaubt“
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Priesterweihen
bei den Piusbr�dern sind aus katholischer Sicht weiterhin unerlaubt. Das
schreibt der vatikanische Pressesaal an diesem Mittwoch in einem Statement.
Auch wenn den vier Lefebvre-Bisch�fen die Exkommunikation genommen wurde,
bedeute das keineswegs, dass die Bruderschaft eine kanonische Stellung
innerhalb der katholischen Kirche habe, so die Note weiter. Solange die
Bruderschaft keinen ordentlichen Status in der katholischen Kirche besitze,
seien ihre Mitglieder nicht berechtigt, irgendeinen Dienst in der Kirche
auszu�ben, so die vatikanische Stellungnahme. Der Vatikan verwies dabei auf
den Brief von Papst Benedikt XVI. an die Bisch�fe vom 10. M�rz. Darin werde
die Kl�rung von Lehrfragen als Voraussetzung f�r eine kirchenrechtliche
Anerkennung der Gemeinschaft benannt. Die Umstrukturierung der
vatikanischen Kommission �Ecclesia Dei“ stehe laut der Stellungnahme
in n�chster Zeit bevor. Diese war bisher f�r die Piusbruderschaft zust�ndig
gewesen. Erst nach der Festlegung des neuen Status dieser Kommission k�nne
es einen Dialog mit den Verantwortlichen der Piusbruderschaft geben. Inhalt
der k�nftigen Gespr�che sei �die gew�nschte Kl�rung der lehrm��igen und
nachfolgend auch der disziplin�ren Fragen, die v�llig offen sind“, so
der Vatikan. – Die Priesterbruderschaft St. Pius X. gab k�rzlich
bekannt, dass sie am 27. Juni in Zaitzkofen die Priesterweihe durchf�hren
will. (rv)
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20.06.09
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Verz�gerungen bei der Seligsprechung von Papst Pius XII.
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Der
Vatikan hat Medienberichte zur�ckgewiesen, wonach Druck seitens j�discher
Organisationen eine Seligsprechung von Papst Pius XII. verz�gere. Solche
�u�erungen seien �ungerechtfertigt und unangemessen“, erkl�rte
Vatikansprecher, Federico Lombardi. Der Jesuitenpater erkl�rte dazu, es
sei allein Sache des Papstes, �ber einen solchen Schritt zu entscheiden.
Man m�sse Benedikts Entscheidungszeiten respektieren. – Der
deutsche Jesuitenpater Peter Gumpel hatte bei einer Konferenz in Rom
erkl�rt, Papst Benedikt XVI. habe sich von Warnungen beeindrucken lassen,
dass die Beziehungen zur j�dischen Welt Schaden n�hmen, wenn er Pius
seligspreche. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa zitierte Gumpel
mit den Worten, j�dische Vertreter h�tten Benedikt gesagt, dass die
Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und den Juden dauerhaft
besch�digt w�rden, wenn Pius seliggesprochen werde. Auch der r�mische
Oberrabbiner Riccardo Di Segni wies die �u�erungen Gumpels zur�ck. Die
Frage einer Seligsprechung Pius' sei ein inneres Problem der Kirche,
zitierte Ansa Di Segni. Es handele sich um eine komplexe Angelegenheit,
die die Kirche selbst spalte. (rv)
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27.06.09
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Piusbruderschaft hat drei neue Priester – Fellay sieht dennoch �deutliche Ann�herung“ an Rom
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Gegen
den erkl�rten Willen Papst Benedikts und des Ortsbischofs Gerhard
Ludwig M�ller hat die traditionalistische Gruppe im bayerischen
Zaitzkofen an diesem Samstag ihre angek�ndigten Priesterweihen
durchgef�hrt. Der spanische Pius-Bischof Alfonso de Galarreta legte je
einem Schweizer, einem Polen und einem Schweden die H�nde auf. Zwei
weitere M�nner empfingen die Diakonweihe. Galarreta ist – so wie
die drei �brigen Bisch�fe der Piusbruderschaft - nach wie vor als
Priester suspendiert und daher nach dem Kirchenrecht nicht dazu befugt,
Sakramente zu spenden. Nach Angaben der Piusbr�der waren zu der
viereinhalbst�ndigen Weihezeremonie 1.200 Menschen gekommen, darunter
viele Familien. Der Generalobere der Bruderschaft, Bernard Fellay,
erkl�rte nach der Zeremonie vor Journalisten, der Vatikan habe die
Weihen �nicht verboten“. Er sehe seit dem Jahr 2000 eine
deutliche Ann�hrung an Rom. Diese sei seit der Wahl Papst Benedikts vor
vier Jahren noch sp�rbarer geworden. In Fragen der Disziplin, der Moral
und der Liturgie f�hle man sich dem Papst sehr nahe. Die Differenzen
seien �eher theologischer Art“. Er gehe davon aus, dass es nach
den Sommerferien weitere Gespr�che mit dem Vatikan geben werde, sagte
Fellay. Der Papst versuche das Konzil zu retten und behaupte aus diesem
Grund, es gebe durch das Zweite Vatikanum keinen Bruch in der Tradition
der Kirche. Der Heilige Stuhl hat sich nicht neuerlich zu den
Weihen ge�u�ert. Doch bereits vor zwei Wochen hatte Vatikansprecher
Federico Lombardi daran erinnert, dass die Weihen der Piusbruderschaft
illegal sind. Diese Tatsache unterstrich auch der Regensburger Bischof
M�ller in einem Interview mit dem �Deutschlandfunk“ am
Samstagmorgen. Die Lefebvrianer stellten sich mit diesem Akt gegen die
Autorit�t des Papstes und zeigten, dass sie nicht zur katholischen
Kirche geh�rten. Dieses Handeln sei �kirchensch�dlich“ und zeuge
von einer Diskrepanz, so M�ller weiter. Die Gemeinschaft h�tte sich
schlie�lich vor der Aufhebung der Exkommunikation der Lefebvre-Bisch�fe
zur Autorit�t des Papstes bekannt, erinnerte der Ortsbischof. (rv)
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29.06.09
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Vatikan: Papst, das Paulusgrab ist echt
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Zum Abschluss des Paulusjahres hat Papst Benedikt
XVI. eine arch�ologische Sensation bekannt gegeben: Das Grab des
V�lkerapostels in der r�mischen Basilika Sankt Paul vor den Mauern
enth�lt vermutlich tats�chlich die Knochen des Paulus. Zu Beginn seiner
Predigt beim Vespergottesdienst in der Basilika sagte der Papst:
�Der Sarkophag, der unter diesem Papstaltar ruht, wurde k�rzlich
einer wissenschaftlichen Analyse unterzogen. Er war in all den
Jahrhunderten nie ge�ffnet worden. Am Sarkophag wurde ein kleines Loch
angebracht, um eine spezielle Sonde einzuf�hren. In seinem Inneren
fanden sich unter anderem Knochenfragmente, die mit der C-14-Methode
untersucht wurden, und zwar von Fachleuten, die nichts von der Herkunft
dieser Fundst�cke wussten. Sie stellten fest, dass die Knochenteile von
einer Person stammen, die zwischen dem ersten und dem zweiten
Jahrhundert gelebt hat.“ In dem Sarkophag entdeckten die
Arch�ologen neben den Knochen auch einige K�rner Weihrauch, �Eiwei�-
und Kalksubstanzen“ und einige textile Reste, so ein kostbares
St�ck purpurfarbenen Leinenstoffs mit Goldbesatz und ein blaues Gewebe
mit Leinenfasern, berichtete der Papst. �Das scheint die einhellige und
unwidersprochene Tradition zu best�tigen, dass es sich hier um die
sterblichen �berreste des Apostels Paulus handelt. All das erf�llt
unsere Seele mit tiefer Emotion.“ Mit dieser einzigartigen
Verk�ndigung wissenschaftlicher Befunde reagierte Papst Benedikt auf
die �u�erungen kritischer Forscher, die nicht an die Echtheit des
Paulusgrabes glauben. Au�er Zweifel steht, dass Christen das Grab
bereits im ersten Jahrhundert verehrten. Der Sarkophag selbst stammt
aus der Zeit um 390. Er soll nun nach dem sensationellen Fund ge�ffnet
werden, sagte am Montag Kardinal Andrea Cordero Lanza di Montezemolo,
der als Erzpriester f�r die Basilika zust�ndig ist. �Der Heilige Vater
wird uns dies sp�ter gestatten, es wird aber eine lange und heikle
Arbeit werden, denn es gilt, auch kleinste Sch�den zu vermeiden“,
zitiert die r�mische Zeitung �La Repubblica“ am Montag den
italienischen Kardinal. Von den Stoff- und Knochenresten im Sarkophag
habe er pers�nlich �seit eineinhalb Jahren gewusst, aber es oblag
allein dem Papst, das zu verk�nden“. Diesen Wissensstand
hatte der Erzpriester der Basilika Sankt Paul vor den Mauern bis
zuletzt erfolgreich verschleiert. Erst am vergangenen Freitag hatte er
den Journalisten berichtet, dass die Einf�hrung einer Sonde in den
Paulus-Sarkophag an dessen dicken W�nden gescheitert sei. Die
Forschungsarbeiten an dem Grab begannen 2002 unter der Leitung
vatikanischer Arch�ologen. (rv)
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Vatikan: Paulus-Darstellung entdeckt
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Arch�ologen des Vatikans haben in Rom die bisher
angeblich �lteste Darstellung des Apostels Paulus entdeckt. Es
handelt sich um ein rundes Fresko mit Goldverzierungen in der
Katakombe der Heiligen Thekla. Das schreibt die Vatikanzeitung
�L’Osservatore Romano“ (Samstag). Die Darstellung stammt
aus dem sp�ten 4. Jahrhundert. Die Thekla-Katakombe liegt an der Via
Ostiense und damit in der N�he des Ortes, an dem Paulus den
M�rtyrertod erlitt. Erzbischof Gianfranco Ravasi, der Pr�sident des
P�pstlichen Kulturrates, sprach angesichts des Fundes von einem
au�ergew�hnlichen Ereignis, das ein �sprechender Beweis des
Christentums“ der ersten Jahrhunderte sei. Die 63 Katakomben in
und rund Rom geh�ren zum Vatikan. (rv)
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30.06.09
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Vatikan: Paulus-Knochen sollen nicht f�r alle zug�nglich sein
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Die Sensation kam genau zum Abschluss des
Paulus-Gedenkjahrs: Das Paulus-Grab in Rom enth�lt wohl tats�chlich
die sterblichen �berreste des Apostels, wie erstmals
wissenschaftliche Untersuchungen ergaben. Das sagte der Papst bei
der Vesper in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern am Sonntag
(wir berichteten). Doch die Knochen sollen nicht f�r alle Besucher
zug�nglich werden, erkl�rt gegen�ber Radio Vatikan der Erzpriester
der Sankt-Paul-Basilika, Kardinal Andrea Cordero Lanza di
Montezemolo. �Wir haben ein mikroskopisch kleines Loch gemacht, um
die Untersuchungssonde einf�hren zu k�nnen. Es ist aber nicht
m�glich, allen den Blick durch dieses Loch zu erm�glichen. Wir
haben vor etwa einem Jahr eine Wand zum Grab entfernt. Sie stammte
aus dem f�nften Jahrhundert. Nun kann man eine Seite des
Paulus-Sarkophags sehen. Das haben wir bereits vor dem Paulusjahr
gemacht, damit alle Pilger vor seinem Grab beten konnten.“
Die f�r den Vatikan t�tigen Wissenschaftler wussten nach Angaben
des Papstes nicht, welche bedeutsamen Knochenreste ihnen zur
Untersuchung anvertraut worden seien. Die Identit�t dieser
unabh�ngigen Spezialisten solle geheim gehalten werden, sagt der
Hausherr der Paulus-Basilika. (rv)
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7/2009
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01.07.09
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Sozialenzyklika des Papstes: �Ein weiterer gro�er Beitrag von Papst Benedikt XVI.“
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Mit Spannung wird sie erwartet: Die
Sozial-Enzyklika von Papst Benedikt XVI. �Caritas in
veritate“. Wie der vatikanische Pressesaal an diesem
Mittwoch bekannt gab, wird das p�pstliche Lehrschreiben am
kommenden Dienstag erscheinen. In der Enzyklika geht es unter
anderem um einen �nachhaltigen Fortschritt“, der vom
�Respekt der menschlichen W�rde und der wahren Bed�rfnisse
aller“ zeugen soll. So viel hatte Benedikt beim
Angelus-Gebet auf dem Petersplatz am vergangenen Sonntag schon
verraten. Die Enzyklika k�nne der gemeinn�tzigen Arbeit der
Kirchen als Anregung dienen, meint der New Yorker Kardinal Edward
Egan. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise fand in den
Vereinigten Staaten ihren Ursprung. Im Gespr�ch mit Radio Vatikan
sagte Kardinal Egan: �In der Erzdi�zese von New York gibt es die
gr��te katholische Caritas der Nation. Unser Budget umfasst �ber
eine halbe Milliarde Dollar im Jahr. Wir glauben an die
Wohlfahrt. Deshalb werden wir die Enzyklika des Heiligen Vaters
sehr aufmerksam lesen. Wir werden nicht nur Menschen helfen, die
leiden, sondern allen Menschen, die in Not sind. Ich pers�nlich
freue mich darauf, die Enzyklika zu studieren, und wir werden
alle froh sein, sie zu haben. Sie wird ein weiterer gro�er
Beitrag von Papst Benedikt XVI. sein.“ Vier Fachleute,
darunter ein Deutscher, werden das p�pstliche Lehrschreiben am
kommenden Dienstag bei einer Pressekonferenz im Vatikan
vorstellen: Kurienkardinal Paul Josef Cordes, Pr�sident des
P�pstlichen Caritas-Rates �Cor Unum“, Kardinal Renato
Raffaele Martino, Pr�sident des P�pstlichen Rates f�r
Gerechtigkeit und Frieden sowie der Sekret�r desselben Rates,
Giampaolo Crepaldi, und der in Bologna lehrende
Wirtschaftswissenschaftler Stefano Zamagni, der am p�pstlichen
Friedensrat als Konsultor wirkt. F�r
�Caritas in veritate“ gilt eine Sperrfrist f�r Dienstag, 7.
Juli, zw�lf Uhr. Akkreditierten
Journalisten steht das Schreiben ab neun Uhr desselben Tages zur
Verf�gung, und zwar in sechs Sprachen, darunter Deutsch. (rv)
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03.07.09
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Vatikan: Tschechienreise best�tigt
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Papst
Benedikt XVI. besucht vom 26. bis 28. September die
Tschechische Republik. Der Vatikan hat die Reise an diesem
Freitag best�tigt und das Programm ver�ffentlicht. Im
Mittelpunkt der dreizehnten Auslandsreise des deutschen Papstes
stehen die Hauptstadt Prag, Br�nn und Stara Boleslav
(Altbunzlau). W�hrend des rund 54 Stunden dauernden Aufenthalts
sind elf �ffentliche Ansprachen geplant. Benedikt XVI. trifft
am Samstag, 26. September, in Prag ein, wird sich mit dem
Pr�sidenten treffen und eine Rede vor Politikern und Diplomaten
halten. Im ber�hmten St.-Veits-Dom wird der Papst am Abend mit
Priestern und Ordensleuten die Vesper beten. Auf dem Flughafen
von Br�nn feiert der Papst am Sonntagvormittag die Messe, am
Nachmittag sind in Prag eine �kumenische Begegnung sowie eine
Ansprache an Vertreter der Wissenschaft geplant. In Altbunzlau
zelebriert der Papst am Montag die Messe zu Ehren des
Landespatrons Wenzel. Anschlie�end ist die – f�r Reisen
Benedikts XVI. inzwischen obligatorische – Begegnung mit
Jugendlichen vorgesehen. Letzter Programmpunkt zur�ck in Prag
ist ein Mittagessen mit den Bisch�fen Tschechiens. Am sp�ten
Nachmittag verl�sst das Kirchenoberhaupt die Tschechische
Republik, am Abend des 28. September wird er in Rom zur�ck
erwartet. (rv)
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03.07.09
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Personalentscheidungen im Vatikan
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Der Initiator des soeben zu Ende gegangen
Paulusjahrs und langj�hriger Vatikan-Diplomat, Kardinal
Andrea Cordero Lanza di Montezemolo, tritt aus Altersgr�nden
von seinem Amt als Erzpriester der Basilika Sankt Paul vor
den Mauern zur�ck. Der 84-J�hrige war seit 2005 der
Papstgesandte in Sankt Paul, 2007 hatte Benedikt XVI. ihn in
den Kardinalsstand erhoben. Bereits 1959 war der geb�rtige
Turiner in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls
eingetreten. Nach Jahren als Sekret�r des vatikanischen
Menschenrechtsrates �Justitia et Pax“ wurde er 1977 zum
Bischof geweiht und zum Pro-Nuntius in Papua Neuguinea
ernannt. Zwischen 1980 und 1986 war er Papst-Botschafter in
Nicaragua und in Honduras, bevor er als Apostolischer Delegat
nach Jerusalem wechselte. Dort arbeitete er am
vatikanisch-israelischen Grundlagenvertrag von 1993 mit und
wurde 1994 erster Nuntius in Israel. 1998 schlie�lich trat er
seine letzte diplomatische Position auf dem wichtigsten
Botschafter-Posten des Heiligen Stuhls, dem in Italien, an.
2001 reichte er mit Erreichen der Altersgrenze seinen
R�cktritt ein. Montezemolos Nachfolge in der Basilika Sankt
Paul tritt Erzbischof Francesco Monterisi an. Der 75-j�hrige
war bisher Sekret�r der Bischofskongregation. Dort folgt ihm
Bischof Manuel Monteiro de Castro, Nuntius in Spanien und
Andorra. (rv)
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04.07.09
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Kardinal Castrill�n Hoyos scheidet aus dem Kuriendienst aus
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Kurienkardinal Dario Castrill�n Hoyos
feiert an diesem Samstag seinen 80. Geburtstag. Castrill�n
Hoyos ist Chef der Vatikan-Beh�rde �Ecclesia Dei“ zur
Auss�hnung mit den Traditionalisten und ehemaliger Pr�fekt
der Kleruskongregation. Der Kolumbianer, der durch seine
Leitung gegen�ber vier Lefebvre-Bisch�fen in eine
Kontroverse geraten war, scheidet mit Erreichen der
Altersgrenze aus dem Kuriendienst und aus dem Kreis der
Papstw�hler aus. Damit d�rfen bei einem m�glichen Konklave
113 der aktuell 186 Kardin�le �ber ein k�nftiges
Kirchenoberhaupt abstimmen. (rv)
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04.07.09
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Defizit der Weltkirchenverwaltung und des Vatikanstaates
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Die Weltkirchenverwaltung des Heiligen
Stuhles hat 2008 einen Haushaltsdefizit von rund einer
Million Euro hinnehmen m�ssen. Er legte an diesem Samstag
seine Jahresbilanz vor. Die weltweite Finanzkrise habe
die Jahresrechnung stark gepr�gt. Das stellte der
Kardinalsrat fest, der sich um die Wirtschaftsfragen
k�mmert. Die entsprechenden Kardin�le pr�ften vom
Mittwoch bis Freitag die Jahresrechnung. Geleitet wurden
die Sitzungen von Kardinalstaatssekret�r Tarcisio Betone.
Aus Deutschland war der K�lner Erzbischof, Kardinal
Joachim Meisner, anwesend. Noch schlechter sieht es f�r
den Vatikanstaat aus. Dieser muss im Jahr 2008 einen
Verlust von rund 15 Millionen Euro hinnehmen. Laut Bilanz
ist das Minus auf Investitionen f�r Telefon- und
Internetstrukturen zur�ckzuf�hren. Au�erdem investierte
die Vatikanstadt 2008 in die Restaurierung der Cappella
Paolina und die Basilika Sankt Paul vor den Mauern, sowie
in die Restaurierung der Vatikan-Bibliothek. Der
Peterspfennig – im wesentlichen Spenden von
Gl�ubigen rund um den Erdball – brachte dem Vatikan
fast 76 Millionen US-Dollar, die gr��ten Teil aus den
USA, Italien und Deutschland stammen. (rv)
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07.07.09
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Die neue Enzyklika - Eine Einf�hrung von Pater von Gemmingen
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Das lang erwartete dritte
Rundschreiben von Papst Benedikt �ber soziale Fragen
steht unter dem Titel �Caritas in veritate“. Dies
bedeutet: Es geht zwar um die Liebe, um N�chstenliebe,
aber keine nur gem�tvolle oder gar blinde, sondern um
erleuchtete Liebe, das hei�t Gerechtigkeit und
Wahrheit. Der Papst spricht damit nicht nur Katholiken
an, sondern alle denkbereiten Menschen guten Willens.
Daher hei�t es im Titel weiter ��ber die ganzheitliche
Entwicklung des Menschen in der Liebe und in der
Wahrheit.“ Die Enzyklika wird absichtlich am
Vorabend des G8-Gipfels in L' Aquila
ver�ffentlicht. Das ist gewollt. Der Papst will
gleichsam als Vordenker den Pragmatikern sagen, warum
die Weltwirtschaft ins Trudeln kam. Er sagt: Wenn wir
den Menschen nur als Produktions- und Konsum-Maschine
ansehen, geht die Geschichte daneben. Menschen wollen
mehr als Essen und Trinken, sie suchen auch Respekt,
Gerechtigkeit, Frieden. Wenn wir unser Menschenbild
korrigieren, dann wird der Marktplatz der Welt wieder
funktionieren. Nur wenn wir Ja zum Leben und zum
Menschen sagen, bringen wir die �kologie des Menschen
in Ordnung und unsere Umwelt. Egoistische Menschen
machen Markt und Umwelt kaputt. Am Gemeinwohl
orientierte Menschen bringen auch die Welt in Ordnung.
Der Papst glaubt an die Vernunft des Menschen und
zitiert dazu weder Kant noch Hegel, weder Karl Marx
noch Ludwig Erhard, er zitiert
ausschlie�lichSozialschreiben seiner Vorg�nger Johannes
XXIII. mit �Pacem in terris“, Paul VI. mit
�Populorum progressio“, und vor allem mehrere
Schreiben von Johannes Paul II. Nun geht es um Caritas
aber nicht als Gef�hl oder Wohlt�tigkeit, sondern als
Gerechtigkeit in voller Wahrheit. Es geht um die
Wahrheit des Menschen. Caritas in veritate. (rv)
Zur Enzyklia “CARITAS IN VERITATE” > >
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08.07.09
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Papst ernennt neuen Verantwortlichen f�r Dialog mit Piusbr�dern
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Benedikt XVI. gibt den
Verhandlungen zwischen dem Vatikan und der
traditionalistischen �Priesterbruderschaft St. Pius
X.“ einen neuen Rahmen. Am Mittwoch ernannte er
Kardinal William Levada zum neuen Leiter der
Dialog-Kommission �Ecclesia Dei“; gleichzeitig
band er diese Kommission mit einem so genannten �Motu
Proprio“ an die Glaubenskongregation, die von
Levada gef�hrt wird. Das bedeutet eine personelle und
in gewisser Weise auch inhaltliche Neuordnung des
Gespr�chs mit den Piusbr�dern.
Kardinal Hoyos nicht mehr Pr�sident
Kardinal Dario Castrillon Hoyos ist nicht
l�nger Pr�sident der Kommission �Ecclesia Dei“;
ein Vatikan-Statement vermerkt, der Papst habe sich
bei dem 80-j�hrigen Kardinal f�r dessen Arbeit mit
einem handschriftlichen Brief bedankt. Hoyos war eine
Schl�sselfigur in der Debatte dieses Fr�hjahrs
gewesen, als der Papst die Exkommunikation gegen vier
Bisch�fe der Pius-Bruderschaft aufgehoben hatte.
Viele warfen dem kolumbianischen Kardinal vor, den
Piusbr�dern gegen�ber zu nachgiebig zu sein. Im Namen
des Papstes habe sich das Vatikanische
Staatssekretariat auch bei dem luxemburgischen
Priester Camille Perl bedankt, der lange Jahre zur
�Ecclesia Dei“ geh�rt hat. Jetzt liegen die
Gespr�che mit den Lefebvre-Anh�ngern also in der Hand
des US-Kardinals Levada, Pr�fekt der
Glaubenskongregation. Sekret�r der Kommission
�Ecclesia Dei“ wird der italienische Priester
Guido Pozzo von der Internationalen
Theologen-Kommission des Heiligen Stuhles.
Motu Proprio: �Ecclesiae Unitatem“
Ebenfalls an diesem Mittwoch machte der
Vatikan ein �Motu Proprio“, also einen
Entschluss des Papstes vom 2. Juli, �ffentlich. Der
Text tr�gt den Titel �Ecclesiae Unitatem“, also
�Die Einheit der Kirche“. Er bekr�ftigt
zun�chst die Sorge des Papstes um eben diese Einheit;
dann erinnert Benedikt daran, dass die
Bischofsweihen, die Erzbischof Marcel Lefebvre 1988
vollzogen habe, �unerlaubt“ gewesen seien. Dass
er, der Papst, im Sommer 2007 die alte Form der
Messfeier wieder aufgewertet habe, sei von dem Wunsch
diktiert gewesen, �alles zu tun, damit die, die
wirklich die Einheit w�nschen, in ihr bleiben
beziehungsweise zu ihr zur�ckkehren k�nnen“.
Benedikt w�rtlich: �Im gleichen Geist und mit der
gleichen Absicht, jeden Bruch und jede Spaltung in
der Kirche zu �berwinden und eine Wunde zu heilen,
die in der Kirche immer schmerzhafter f�hlbar ist,
habe ich auch die Exkommunikation gegen die vier
Bisch�fe aufgehoben, die Erzbischof Lefebvre
unerlaubt geweiht hat. Damit wollte ich ein Hindernis
beseitigen, das das �ffnen einer T�r zum Dialog
erschweren konnte, und damit die Bisch�fe und die
Piusbruderschaft einladen, den Weg zur vollen
Gemeinschaft mit der Kirche wiederzufinden.“
Zum Motu Proprio “ECCLESI� UNITATEM” > >
Papst �ber Pius-Br�der: �Vorerst kein kanonischer Status“
Noch einmal pr�zisiert der Papst: �Die
Lehr-Fragen bleiben, und solange sie nicht gekl�rt
sind, hat die Bruderschaft keinen kanonischen Status
in der Kirche und k�nnen ihre Diener keinen Dienst
auf legitime Weise leisten.“ Dieser Satz gilt
offensichtlich auch den unerlaubten Priesterweihen,
die die Piusbr�der am letzten Wochenende vollzogen
haben.
Da ja �die Probleme, die jetzt mit
der Bruderschaft behandelt werden m�ssen, vor allem
doktrineller Natur sind“, erkl�rt Papst
Benedikt anschlie�end, dass er die
Gespr�chskommission �Ecclesia Dei“ �eng an die
Glaubenskongregation anbindet“. Dem dient vor
allem die Tatsache, dass k�nftig der Pr�fekt der
Glaubenskongregation gleichzeitig Pr�sident der
�Ecclesia Dei“ ist. Der Papst erl�sst in dem
�Motu Proprio“ einige weitere
Detail-Verf�gungen und betont zum Schluss seine
�v�terliche Sorge �ber die Pius-Bruderschaft, damit
sie die volle Kirchengemeinschaft
wiederfindet“. Und er l�dt alle
�dringend“ dazu ein, f�r die Einheit der
Christen zu beten.
Kardinal Levada dankt
Kardinal Levada hat dem Papst in einer Erkl�rung
f�r das �Motu Proprio“ gedankt. Seine
Kongregation werde sich im Gespr�ch mit den
Piusbr�dern engagieren; er freue sich �ber das
Vertrauen, das der Papst seiner fr�heren
Arbeitsstelle entgegenbringe. Der jetzige Papst
Benedikt war n�mlich bis zu seiner Wahl ungef�hr ein
Vierteljahrhundert lang selbst Pr�fekt der
Vatikanischen Glaubenskongregation. (rv)
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08.07.09
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Vielf�ltige Reaktionen auf Sozial-Enzyklika
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Aus aller Welt
treffen in diesen Stunden Reaktionen auf die
Sozial-Enzyklika von Papst Benedikt ein. Die
US-Bisch�fe sehen in dem Text, der am Dienstag
ver�ffentlicht wurde, �eine Herausforderung an
Unternehmen, Regierungen, Gewerkschaften und
einzelne, ihre wirtschaftlichen
Verantwortlichkeiten neu zu ordnen“. Benedikt
verweigere sich dem ��blichen
Rechts-Links-Lagerdenken“ und fordere eine
�neue Art, zu denken und zu handeln“, sagt
der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal
Francis George.
Die franz�sischen
Bisch�fe lesen �Caritas in veritate“ als eine
deutliche �Botschaft der Hoffnung“. �Die
Menschheit hat die Aufgabe und auch die Mittel, um
die Welt, in der wir leben, zu beherrschen“,
so bringt es Kardinal Andr� Vingt-Trois von Paris
auf den Punkt. �Die Menschen sind nicht einer
Fatalit�t ausgeliefert, sondern k�nnen diese Welt
ver�ndern und in den menschlichen Beziehungen
Gerechtigkeit und Liebe voranbringen.“
Katholische
Verb�nde f�r Entwicklungshilfe loben die Enzyklika
als �starkes Signal“, dass �Wirtschaft sich
nicht von moralischen und politischen
Rahmenbedingungen losl�sen darf“. Das
schreibt der Dachverband der Organisationen, kurz
CIDSE. �Profit ohne Moral, nur aufs Einzelinteresse
gerichtet, hat zu furchtbaren Folgen
gef�hrt.“
Die Katholische
Sozialakademie �sterreichs in Wien w�rdigt die
positive Grundstimmung der Enzyklika. Das
Lehrschreiben bedeute auch �eine wichtige
Best�tigung zivilgesellschaftlichen und
ortskirchlichen Engagements“. Professoren der
Hochschule f�r Philosophie der Jesuiten in M�nchen
w�rdigen ein �wichtiges Dokument“ zur
Globalisierung, sehen allerdings �thematische
L�cken“. Die Enzyklika gehe zwar auf die
Umweltzerst�rung oder die Energieproblematik ein,
erw�hne den Klimawandel aber nur in einem
Nebensatz. Dabei sei dieser f�r die Verbindung von
Entwicklung und Gerechtigkeit doch von zentraler
Bedeutung. Auch die Frage der
�Gender-Gerechtigkeit“ komme in dem Papier
nur indirekt vor: Dabei sei es
entwicklungspolitisch sehr wichtig, die Rolle der
Frauen zu st�rken.
In Berlin sprach
CDU-Generalsekret�r Ronald Pofalla von einem �sehr
guten und wichtigen Beitrag in der Debatte �ber die
internationale Finanz- und Wirtschaftskrise“.
Als weltumspannende Institution mit gro�er
moralischer Autorit�t sei das Wort der Kirche
�hierbei von gro�em Gewicht“. Er w�nsche sich
�eine breite Diskussion �ber die Enzyklika“.
Entwicklungshilfeministerin
Heidemarie Wieczorek Zeul (SPD) nennt die
Sozialenzyklika �wichtig und bedeutungsvoll“.
Sie sei dankbar f�r das Schreiben, das die
zentralen Anliegen der Entwicklungspolitik
aufnehme. Der Aufbau weise den Text als
�entwicklungspolitische Enzyklika“ aus, die
entscheidend zur Globalisierungs- und
Gerechtigkeitsdebatte beitrage. Sie freue sich �ber
diesen �entwicklungspolitischen Weckruf im
Interesse der Menschen dieser Welt“.
Der Chefvolkswirt
der Deutschen Bank, Norbert Walter , spricht von
einem wegweisenden Dokument. Als Christ und
Wirtschaftswissenschaftler freue ihn besonders �die
�u�erst scharfsichtige und informierte
Charakterisierung der Globalisierung“, sagte
Walter in einem Interview mit der Katholischen
Nachrichten-Agentur am Mittwoch. Anstatt diesen
Prozess �wie andere zu verteufeln und sich in einer
Einstellung a la 'Zugbr�cke hoch' zu
verbarrikadieren“, rufe der Papst zu einer
aktiven Teilnahme auf. Er entwickele die
katholische Soziallehre weiter, indem er die
Prinzipien der Subsidiarit�t und Solidarit�t etwa
auf die Ausrichtung der Entwicklungshilfe
�bertrage, so Walter. Der Ruf nach einer �ethischen
Erneuerung des Finanzwesens“ und einer Reform
der Vereinten Nationen unterstreiche zudem den
Anspruch der Kirche, auch weltliche Belange
mitzugestalten. (rv)
Kardinal Kasper: Enzyklika als R�ckendeckung f�r Hilfswerke
Der deutsche Kurienkardinal
Walter Kasper erhofft sich von der Sozialenzyklika
des Papstes R�ckendeckung f�r katholische
Hilfswerke. Das sagte er uns an diesem Mittwoch in
Rom. Kasper war vor seiner Berufung an den
Vatikanischen Einheitsrat deutscher
�Weltkirchen-Bischof“.
�Die deutsche Kirche tut sehr
viel f�r die so genannte Dritte Welt: Misereor,
Missio, Adveniat, Renovabis... Daf�r muss man sehr
dankbar sein – f�r die Gro�herzigkeit der
deutschen Katholiken. Ich hoffe, dass diese
Enzyklika ein weiterer Ansto� ist, in diesem
Einsatz der Solidarit�t f�r die Dritte Welt
fortzufahren!“ Ansonsten gibt Kardinal Kasper
zu erkennen, dass die Enzyklika aus seiner Sicht
genau im richtigen Moment kommt: �Die Weltsituation
ist schwierig geworden, vor allem im �konomischen
und im finanziellen Bereich; da ist es wichtig,
dass der Papst darauf hinweist, dass die �konomie
nicht nur eine empirische Sache ist, eine Sache des
Profits, sondern eine humane und damit eine
ethische Dimension hat. Er appelliert an die
Verantwortung aller und betont vor allem das
Gemeinwohl: Man kann nicht nur auf den
individuellen Profit schauen, man muss auch die
Verantwortung vor der eigenen Gemeinschaft sehen,
vor dem eigenen Volk und heutzutage immer mehr auch
vor der Weltgemeinschaft! Wichtig ist vor allem die
Betonung der armen V�lker – und der Hilfe f�r
die armen V�lker. Da braucht es auch eine gewisse
globale Steuerung der Wirtschaft von ethischen
Prinzipien aus; ich denke, das ist in der Enzyklika
sehr gut zum Ausdruck gekommen.“ (rv)
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09.07.09
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Deutschland/Vatikan: M�ller, �Gespr�che mit Piusbr�dern im richtigen Fahrwasser“
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Die Gespr�che zwischen Vatikan
und Piusbruderschaft sind nun �im richtigen
Fahrwasser“. So kommentiert der
Regensburger Bischof Gerhard Ludwig M�ller die
��bersiedlung“ der Kommission �Ecclesia
Dei“ an die Glaubenskongregation. M�ller
geh�rt als Dogmatiker selbst der
Glaubenskongregation an. In seinem Bistum liegt
der Sitz des deutschen Distrikts der
�Priesterbruderschaft St. Pius X.“ Diese
hat sich bisher noch nicht �ffentlich zur
Neuordnung der Gespr�che durch Papst Benedikt
XVI. ge�u�ert. M�ller erwartet, dass die
Gespr�che des Vatikans mit den
traditionalistischen Piusbr�dern rasch
abgeschlossen werden. �Die Sachlage ist klar,
deshalb sollte das dieses Jahr �ber die B�hne
gehen, damit endlich das �rgernis der Abspaltung
aus der Welt geschafft wird“, sagte M�ller
der Katholischen Nachrichten-Agentur am Mittwoch
in Regensburg.
Keine Bisch�fe von vatikanischer Seite
Von vatikanischer Seite
aus n�hmen an den Gespr�chen keine Bisch�fe teil.
Es m�sse der Eindruck vermieden werden, dass die
kirchenleitenden Organe beider Seiten
zusammenk�men. Schlie�lich handle es sich nicht
um einen �kumenischen Dialog, unterstrich der
�kumene-Verantwortliche der deutschen Bisch�fe.
Die Piusbruderschaft sei keine Kirche. �Sie muss
sich vor dem Lehramt rechtfertigen, nicht
umgekehrt.“ Es gehe auch nicht darum, Teile
des Zweiten Vatikanischen Konzils zur�ckzunehmen
oder neu zu interpretieren, um irgendwelche
Kompromissformeln zu finden. Es handle sich eher
�um theologischen Nachhilfeunterricht“, so
M�ller w�rtlich. Der Bischof sagte, er
habe in den Schriften der Lefebvrianer �nichts
gefunden, was die Kirche aus den Angeln heben
w�rde“. Deren Ablehnung des Konzils und
seiner zentralen Aussagen zu �kumene und
Religionsfreiheit beruhe auf Verwechslungen,
Missverst�ndnissen und Dialogverweigerung. Die
Traditionalisten h�tten sich �im
neuscholastischen Denken der 1950er Jahre
eingebunkert“. Sie m�ssten nun Anschluss an
die aktuelle Theologie finden. Hielten sie an
ihren irrigen Auffassungen fest, g�be es keinen
Platz f�r sie in der katholischen Kirche, so
M�ller.
Neuer Rahmen
Benedikt XVI. hat am
Mittwoch den Verhandlungen zwischen Heiligem
Stuhl und Piusbruderschaft einen neuen Rahmen
gegeben. In einem pers�nlichen Erlass (�Motu
proprio“) ernannte er Kardinal William
Levada zum neuen Leiter der Dialog-Kommission
�Ecclesia Dei“; gleichzeitig band er diese
Kommission an die Glaubenskongregation, die
Levada leitet. �Ecclesia Dei“ ist am
Vatikan f�r die Auss�hnung mit
traditionalistischen Gruppen zust�ndig. Bisher
war die Kommission direkt dem Papst unterstellt.
Der bisherige Pr�sident von �Ecclesia Dei“,
Kardinal Dario Castrillon Hoyos (80), scheidet
aus dem Amt, ebenso wie sein Vize Camille Perl
(70). Der luxemburgische Geistliche hatte der
Kommission seit ihrer Gr�ndung 1988 angeh�rt.
Neuer Sekret�r von �Ecclesia Dei“ ist Guido
Pozzo. Der aus Triest stammende Priester, der von
der Internationalen Theologischen Kommission des
Heiligen Stuhles kommt, gilt als prononcierter
Verteidiger und Interpret des Zweiten
Vatikanischen Konzils. Die neue Struktur
soll nicht nur personell einen Neuanfang
signalisieren, sondern auch die Aufgabenstellung
kl�ren. Denn in erster Linie geht es im Kontakt
mit der �Priesterbruderschaft St. Pius X.“
um Glaubensfragen: Um das Lehramt der Kirche, um
die Lehre des Konzils und der P�pste,
insbesondere um die strittigen Fragen von
�kumene, Religionsfreiheit und interreligi�sem
Dialog. Diese Themen will der Papst k�nftig dort
behandelt wissen, wo seine zust�ndigen Experten
sitzen: in der Glaubenskongregation. Alle Fragen,
die sich in den jetzt aufzunehmenden Gespr�chen
mit dem Chef der Piusbr�der, Bernard Fellay,
ergeben, k�nnen Levada und Pozzo unmittelbar in
die Mittwochssitzung der Glaubenskongregation
einbringen. Levada, der als einer der wenigen
Vatikanminister jede Woche einen fixen Termin
beim Papst hat, kann mit diesem auf kurzem Weg
das Thema weiter behandeln. Immerhin hatte
Kurienkardinal Joseph Ratzinger 1988 im direkten
Gespr�ch mit dem Gr�nder der Piusbruderschaft,
Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-91), den Bruch
zu vermeiden versucht - vergeblich. Wie sehr er
als Papst diese Wunde heilen m�chte, hat er
mehrfach durch Gesten und Entgegenkommen gezeigt,
etwa durch die breitere Wiederzulassung des alten
Tridentinischen Messritus. (rv)
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13.07.09
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Vatikan/Italien: Papst beginnt Erholungsurlaub im Aosta-Tal
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Papst Benedikt hat an diesem
Montag seinen zweiw�chigen Urlaub in den
norditalienischen Alpen begonnen. Bis zum 29.
Juli wird sich der Papst im Ferienort Les Combes
im Aostatal erholen. Am Vormittag startete
Benedikt an Bord einer Alitalia-Maschine vom
r�mischen Flughafen Ciampino nach Turin. Vom
dortigen Flughafen Caselle ging es f�r den Papst
per Helikopter weiter nach Les Combes, wo er
gegen 12.30 Uhr unter gro�en
Sicherheitsvorkehrungen landete. Dort wurde der
Papst vom Bischof der Di�zese Aosta, Giuseppe
Anfossi, sowie von einigen Lokalpolitikern
feierlich in Empfang genommen. Bei guter Bergluft
und angenehmeren Temperaturen fernab der
r�mischen Julihitze will sich der Papst von den
Anstrengungen der letzten Monate erholen. Im
kirchlichen G�stehaus von Les Combes verbrachte
er bereits 2005 und 2006 seine Ferien. Auch sein
Vorg�nger Papst Johannes Paul II. hatte dort
schon Urlaub gemacht. Zum Abschied aus Rom hatte
der Papst beim sonnt�glichen Angelus alle
Gl�ubigen dazu eingeladen, ihn w�hrend seines
Urlaubs im Gebet zu begleiten. �Das Gebet kennt
keine Distanzen und Trennungen. Wo auch immer wir
sind, es vereint uns in Herz und Seele.“
Seit Jahresbeginn hatte Benedikt ein intensives
Arbeitsprogramm absolviert, darunter seine Reisen
nach Kamerun, Angola und ins Heilige Land. Hinzu
kamen Belastungsproben wie der Disput rund um die
Piusbr�der nach der R�cknahme der Exkommunikation
gegen die vier Lefebvre-Bisch�fe. Die n�chsten
vierzehn Tage will Benedikt vor allem in Ruhe und
Gebet zubringen. Audienzen und �ffentliche
Termine sind w�hrend des Urlaubs im Aosta-Tal
abgesagt. Nur an den beiden Sonntagen will der
Papst mit den Gl�ubigen der Umgebung das
Mittagsgebet sprechen. Diese freuten sich �ber
den neuerlichen Besuch des Papstes in ihrem
Heimatort, wie der B�rgermeister von Les Combes,
Osvaldo Naudin, bereits im Vorfeld betonte. �Wir
werden alles daf�r tun, damit der Papst w�hrend
seines Aufenthaltes die Erholung und
Zur�ckgezogenheit zum Gebet findet, die er sich
w�nscht“, so Naudin. Und auch der Pr�sident
der Region, Augusto Rollandin unterstrich: �Das
Aosta-Tal empf�ngt den Papst mit gro�er
Zuneigung, Diskretion und Respekt vor seinem
Wunsch, sich inmitten unserer Berge zu
erholen.“ (rv)
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14.07.09
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Vatikan/Frankreich: �Niemals“
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Die Piusbruderschaft wird im
Gespr�ch mit dem Vatikan niemals die Hand zu
Kompromissen ausstrecken. Das sagte der
Traditionalisten-Bischof Bernard Tissier de
Mallerais (Bild li.) in einem Interview mit der
franz�sischen Wochenzeitung �La Vie“
(Paris). Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil
sei der Katholizismus zu einer �neuen
Religion“ geworden, kritisiert Tissier de
Mallerais. Er ist einer der vier Bisch�fe der
Piusbruderschaft, deren Exkommunikation Papst
Benedikt XVI. im Januar aufgehoben hat. Nach
Angaben von Tissier de Mallerais hat die
Bruderschaft eine Kommission aus zehn
theologisch geschulten Priestern
zusammengestellt, die nun die Gespr�che mit der
Glaubenskongregation f�hren soll. Es handle
sich dabei um Theologen, die im schweizerischen
Ec�ne studiert h�tten oder Professoren in
Priesterseminaren seien. Zu Fortschritten in
den Gespr�chen mit dem Vatikan werde es nur
kommen, wenn Rom �seine Sichtweisen �berdenkt
und die Irrt�mer anerkennt, in welche die
Kirche durch das Konzil gef�hrt worden
ist“, sagte Tissier de Mallerais. Weiter:
�Nie werden wir Kompromisse
unterschreiben.“ Die Gespr�che m�ssen
seines Erachtens in einem wachsenden Grad der
Schwierigkeiten voranschreiten und einen Punkt
nach dem anderen kl�ren. Am Einfachsten sei es,
mit der Liturgie zu beginnen, denn da k�nne man
bereits die �M�ngel im neuen Ritus der
Priesterweihe“ aufzeigen. Spreche man von
der neuen Messe, so komme darin eine neue
Theologie und damit eine �neue Religion“
zum Ausdruck. Anschlie�end m�sse es um die
Themenbereiche �kumene und Religionsfreiheit
gehen. Dies seien schwerwiegendere Fragen, weil
sie mit dem Glauben verkn�pft seien. Die Frage
der Kollegialit�t der Bisch�fe k�nne erst
zuletzt behandelt werden, weil es die
schwierigste sei. Bischof Bernard Tissier de
Mallerais hat eine Biografie �ber Erzbischof
Marcel Lefebvre geschrieben, den Gr�nder der
�Priesterbruderschaft St. Pius X.“ Unter
den vier Bisch�fen der Gruppe gilt Tissier als
der �intellektuelle Hardliner“, wie �La
Vie“ schreibt. In einem Interview nach
der Aufhebung der Exkommunikation hatte er
bereits erkl�rt: �Wir �ndern unsere Positionen
nicht, sondern wir haben die Absicht, Rom zu
bekehren, das hei�t, Rom zu unseren Positionen
zu f�hren.“ Papst Benedikt XVI. will den
Dialog mit der Piusbruderschaft fortsetzen und
sie zur Einheit mit der katholischen Kirche
zur�ckf�hren. Mit einem verbindlichen
p�pstlichen Erlass, einem �Motu proprio“,
hat er am 8. Juli die seit langem erwarteten
neuen Strukturen f�r den Dialog Roms mit den
Traditionalisten festgelegt. Das Dokument tr�gt
nach seinen Anfangsworten den Titel �Ecclesiae
unitatem“ (Die Einheit der Kirche). In
dem Dokument bindet der Papst die bisher
weitgehend eigenst�ndige Kommission �Ecclesia
Die“, die seit 1988 f�r den Dialog mit
r�ckkehrwilligen Lefebvrianern zust�ndig ist,
unmittelbar an die vatikanische
Glaubenskongregation. Die Leitung der
Kurienbeh�rde wechselte nach dem Willen des
Papstes komplett. Zum neuen Pr�sidenten der
Kommission machte er den Pr�fekten der
Glaubenskongregation, Kardinal William Joseph
Levada.
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19.07.09
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Papst Benedikt in Gips
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Der Papst ist wohlauf:
Heute Nacht ist er in seinem Zimmer in Les
Combes ausgeglitten und gest�rzt. Dabei zog
er sich einen �leichten Bruch“ am
rechten Handgelenk zu, wie aus einem
medizinischen Bulletin des Vatikans
hervorgeht. Benedikt habe aber heute Morgen
wie gewohnt die Heilige Messe gefeiert und
sei nach dem Fr�hst�ck ins Krankenhaus in
Aosta gefahren worden. Die �rzte legten ihm
eine Schiene an, um das Handgelenk zu
stabilisieren. Der Papst war in Begleitung
seines Sekret�rs Georg G�nswein, als er sich
zu Fu� zur Ersten Hilfe begab, berichteten
Nachrichtenagenturen. Ihnen zufolge hat
Benedikts Leibarzt den Papst sofort nach dem
ungl�cklichen n�chtlichen Sturz untersucht.
In der Klinik h�tten die �rzte neben den
R�ntgenaufnahmen f�r das Handgelenk auch eine
allgemeine Untersuchung gemacht und bei der
Gelegenheit festgestellt, dass der Papst bei
bester Gesundheit ist, hie� es in
Agenturberichten. - Benedikt XVI. verbringt
derzeit zwei Urlaubswochen in Les Combes im
Aostatal. Eigentlich wollte er dabei auch am
zweiten Teil seines Jesusbuches arbeiten
– da der Papst mit der Hand schreibt
und Rechtsh�nder ist, wird er sich nun ganz
aufs Diktieren verlegen m�ssen. (rv)
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18.07.09
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Vatikan/Italien: Papst wohlauf, Angelusgebet findet statt
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Papst Benedikt hat sich
gut erholt und ist wohlauf. Das sagt der
Vatikansprecher, Pater Federico Lombardi.
An diesem Samstagmorgen hat er die Heilige
Messe zelebriert und gefr�hst�ckt. Er
�lerne“ nun mit dem Gips am rechten
Handgelenk zu leben, so Lombardi. Vor allem
sei es f�r Benedikt schlimm, dass er
vorl�ufig nicht mit der Hand schreiben
k�nne, was er w�hrend dieser Urlaubstage
unbedingt machen wollte. Das Programm f�r
die n�chsten Tage wurde best�tigt. Nach dem
chirurgischen Eingriff an seinem rechten
Handgelenk hat der Papst am
Freitagnachmittag die Klinik in Aosta
wieder verlassen. Wie in den Medien zu
sehen war, l�chelte das Kirchenoberhaupt
dabei und winkte mit der linken Hand
einigen Schaulustigen zu.
Papst besucht Bertones Familie
Unterdessen bereitet
sich die Gemeinde Romano Canavese in der
Region Piemont auf das Angelusgebet an
diesem Sonntag vor. 10.000 Gl�ubige werden
zum Gebet mit dem Papst erwartet. Von
Seiten des Vatikans wurde dessen Teilnahme
am gemeinsamen Gebet trotz der Verletzung
best�tigt. F�r Sonntag offiziell vorgesehen
ist ein dreist�ndiger Aufenthalt des
Papstes in Romano Canavese, dem Heimatort
des vatikanischen Kardinalstaatssekret�rs
Tarcisio Bertone. Nach dem Angelusgebet um
12 Uhr ist ein gemeinsames Mittagessen mit
der Familie von Kardinal Bertone in deren
Haus geplant.
Viele Genesungsschreiben
Am Unfall des Papstes
wird in reger Anteil genommen. Eine baldige
Genesung w�nscht der italienische
Staatspr�sident Giorgio Napolitano; der
Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz
Erzbischof Robert Zollitsch hofft, dass
Benedikts Urlaub �von diesem kleinen Unfall
nicht beeintr�chtigt“ werde.
Katholiken in aller Welt geben ihrem
Mitgef�hl und ihren Genesungsw�nschen in
eigens daf�r eingerichteten
Internetportalen Ausdruck und schlie�en den
Papst in ihre Gebete ein. (rv)
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18.07.09
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Papst trauert um den am Freitag verstorbenen Kardinal Jean Margeot
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Der fr�here Erzbischof
von Port Louis auf Mauritius ist am
Freitag im Alter von 93 Jahren gestorben.
Er war der viert�lteste Kardinal der
Weltkirche. In einem Beileidstelegramm an
die Ortskirche w�rdigte der Papst den
Einsatz des Verstorbenen f�r den Schutz
und die F�rderung der Familie. Margeots
Bistum Port Louis erlebte unter seiner
Leitung von 1969 bis 1993 eine Zeit des
Wachstums, die sich in der Zahl der
Priester und Gl�ubigen manifestierte.
Besonders engagierte sich Margeot im
Kampf gegen Drogen. Mit Margeots Tod
z�hlt das Kardinalskollegium noch 185
Mitglieder. Von ihnen sind 114 (Anm. von
VH 113) j�nger als 80 Jahre und d�rften
somit an einer Papstwahl teilnehmen.
�ltester Kardinal ist der aus Alt�tting
stammende Benediktiner Paul Augustin
Mayer mit 98. (rv)
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19.07.09
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Der Vatikan will die eigene arch�ologische Forschung aufwerten
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Das best�tigte der
Pr�sident des P�pstlichen Kulturrats
dem �Osservatore Romano“. Ziel
sei, die P�pstliche Kommission f�r
Christliche Arch�ologie strukturell
anderen Vatikanbeh�rden anzugleichen,
sagte Erzbischof Gianfranco Ravasi
gegen�ber der Vatikanzeitung
(Sonntagsausgabe). Am Samstag hatte
Papst Benedikt XVI. den bisherigen
Sekret�r der vatikanischen Kommission
f�r Christliche Arch�ologie, den in Rom
lehrenden Professor Fabrizio Bisconti
(53), zum arch�ologischen
Superintendenten der Katakomben
ernannt. Gleichzeitig berief er den
bisherigen Untersekret�r der
Kleruskongregation, den Theologen und
Erziehungswissenschaftler Giovanni
Carru (64), zum Kommissionssekret�rs.
Der fachfremde Carru habe die Aufgabe,
die Arch�ologieabteilung weitm�glichst
einer vatikanischen Beh�rde
anzugleichen, begr�ndete Ravasi diese
Entscheidung. Der neue
Katakomben-Verantwortliche Bisconti sei
hingegen �auf internationaler Ebene
eine Figur unumstrittener
Bedeutung“. Der Vatikan werde
seine Arbeit in der Katakombenforschung
ausweiten und �nicht auf Rom
begrenzen“, betonte der
Kulturminister. Ravasi nannte Neapel
und Sizilien, wo er �gro�e
Entdeckungen“ erwarte. (rv)
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26.07.09
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Italien: Genesung des Papstes macht gute Fortschritte
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Gut eine Woche nach
seinem Unfall ist Papst Benedikt XVI.
auf einem guten Weg zur Genesung.
Eine Kontrolluntersuchung der
gebrochenen rechten Hand am Samstag
habe �beste Resultate“
erbracht, teilte Vatikansprecher
Federico Lombardi bei einem Briefing
mit. Der Heilungsverlauf sei gut und
entspreche den Erwartungen. Zu der
halbst�ndigen Visite hatten sich die
drei behandelnden �rzte aus der
Klinik von Aosta sowie ein Spezialist
aus Rom in das Alpendomizil des
Papstes in Les Combes begeben. An der
Untersuchung nahmen auch der Leibarzt
des Papstes und ein weiterer
Vatikan-Mediziner teil. F�r die
R�ntgenkontrolle der Bruchstelle war
eigens ein mobiles R�ntgenger�t aus
Aosta in das Chalet auf 1.300 Meter
H�he gebracht worden. Der r�mische
Orthop�die-Chefarzt Vincenzo Sessa
wurde zu der Untersuchung
hinzugezogen, weil er nach dem Urlaub
des Papstes dessen Weiterbehandlung
�bernimmt. Am Mittwoch verl�sst
Benedikt XVI. das Aostatal und begibt
sich an seinen Sommersitz Castel
Gandolfo s�dlich von Rom. (rv)
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27.07.09
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Italien: Aram�ischer Satz auf Turiner Grabtuch
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Papst Benedikt
XVI. reist n�chstes Fr�hjahr nach
Turin, um das Turiner Grabtuch zu
sehen. Die Reliquie wird dort zur
Verehrung durch die Gl�ubigen
ausgestellt sein. Der Turiner
Kardinal Severino Poletto hat an
diesem Sonntag mit dem Papst in
Aosta zu Mittag gegessen und bei
der Gelegenheit die Einladung
erneuert; Benedikt plane fix zu
kommen, ein genauer Termin stehe
aber noch nicht fest, sagte
Vatikansprecher P. Federico
Lombardi. Vor kurzem hat ein
franz�sischer Forscher, Thierry
Castex, auf dem Turiner Grabtuch
aram�ische Schriftzeichen entdeckt,
die auf die Zeit Christi
zur�ckgehen sollen. Dies w�rde die
These erh�rten, dass die Reliquie
echt ist. Dazu die Historikerin
Barbara Frale vom Vatikanischen
Geheimarchiv, deren zweites Buch
�ber das Turiner Grabtuch im Herbst
erscheint: �Die Entdeckung des
Schriftzugs auf dem Grabtuch in
hebr�ischen Lettern hat gro�es
Aufsehen erregt. Wahrscheinlich
handelt es sich um aram�ische
Sprache. Ich muss aber sagen, es
ist nicht das erste Mal, dass
jemand aram�ische Schrift auf dem
Tuch entdeckt. Der erste war ein
Mail�nder Lateinprofessor 1978, der
zweite ein Hebr�isch-Forscher aus
Messina 1989. Er kam zu dem
Schluss, da stehe ,Der K�nig der
Juden’ – das w�re genau
die Anklage, mit der Jesus an
Pilatus ausgeliefert wurde. Die
Schrift, die Castex nun entdeckt
hat, besagt w�rtlich:
,gefunden’. Daneben steht ein
anderes Wort, das noch bestimmt
werden muss; insgesamt k�nnte die
Schrift dann aussagen: ,Warum
gefunden’ oder ,wir haben
gefunden’. Das Interessante
ist nun, dass dieser Satz in
Verbindung gebracht werden kann mit
einem Passus aus dem
Lukasevangelium. Dort hei�t es:
,Wir haben diesen Mann gefunden,
der unser Volk verf�hrt, es davon
abh�lt, dem Kaiser Steuern zu
zahlen, und behauptet, er sei der
Messias und K�nig’.“
Die Forschung m�sse noch Licht in
die Frage bringen, auf welche Weise
genau die Schrift auf das Grabtuch
gelangt ist, so Frale.�Da es sich
aber um einen prozessierten und zum
Tod verurteilten Mann handelt,
besteht kein Zweifel daran, dass
irgendeine Zuweisung auf dem
Leichnam angebracht werden musste.
Der hebr�ischen Tradition der Zeit
zufolge, war der gesamte K�rper mit
dem Tuch umh�llt, war also
unkenntlich – wenn nicht
durch eine Aufschrift auf dem
Tuch.“ (rv)
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30.07.09
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Papst Benedikt XVI. wird am 6. September Viterbo besuchen
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Auftakt der
Visite ist die Besichtigung des
historischen Palasts der P�pste
mit dem legend�ren Konklave-Saal.
Der Vatikan gab das Programm der
eint�gigen inneritalienischen
Reise an diesem Donnerstag
bekannt. Die B�rger von Viterbo
werden verschiedentlich als
�Erfinder“ des Konklave
bezeichnet, weil sie nach dem Tod
von Clemens IV. 1268 und einem
fast dreij�hrigen Tauziehen um
die Nachfolge schlie�lich die
Kardin�le einsperrten, um eine
Entscheidung zu erzwingen.
Benedikt XVI. wird bei seinem
Besuch in Viterbo eine Messe
unter freiem Himmel feiern.
Au�erdem ist ein Gebet beim
Marienheiligtum �Madonna della
Quercia“ vorgesehen.
Nachmittags reist der Papst
weiter in das knapp 30 Kilometer
entfernte Bagnoregio, um am Grab
des heiligen Kirchenlehrers
Bonaventura (1221-74) zu beten.
Der aus diesem Ort stammende
Philosoph und Theologe z�hlt zu
den gr��ten Gelehrten des
Mittelalters. (rv)
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31.07.09
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November: CD mit Ges�ngen und Gebeten von Papst Benedikt XVI.
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Das in
Italien anerkannte katholische
Medienhaus San Paolo realisiert
das Projekt gemeinsam mit der
traditionsreichen Plattenfirma
�Geffen UK/Universal“.
Das britische Label
ver�ffentlichte an diesem
Freitag eine entsprechende
Pressemitteilung. Arbeitstitel
der Platte ist �Alma
Mater“, zu h�ren sind
Litaneien und Mariengebete in
verschiedenen Sprachen. Radio
Vatikan stellte auf Anfrage von
San Paolo dazu Mitschnitte aus
Papstsansprachen und
Gottesdiensten zur Verf�gung,
best�tigte Vatikansprecher
Pater Federico Lombardi. Es
handle sich um insgesamt
weniger als zehn Minuten
Papststimme aus
Archivaufnahmen, so Lombardi,
der auch Intendant von Radio
Vatikan ist. Der Papst habe mit
der Plattenfirma niemals direkt
kommuniziert. Ein �hnliches
Projekt sei auch mit der Stimme
von Papst Johannes Paul II.
unter dem Titel �Abba
Pater“ produziert worden.
Die Marien-CD mit der Stimme
Benedikts bietet neben
Mitschnitten liturgischer
Ges�nge zeitgen�ssische
klassische Musik, eingespielt
vom Londoner Royal Philharmonic
Orchestra. Der Erl�s aus dem
Verkauf werde f�r
Musikunterricht f�r arme Kinder
bereitgestellt, erkl�rte Geffen
UK. Das Label hat unter anderem
die Bands Guns N’Roses
und Tokio Hotel unter Vertrag.
(rv)
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8/2009
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01.08.09
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Ukraine/�sterreich: Brisantes Dokument
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Der
sowjetische Diktator Stalin
pers�nlich lie� die
griechisch-katholische Kirche
in der Ukraine nach dem
Zweiten Weltkrieg verbieten
und liquidieren. Das zeigt
ein der �Kathpress“
exklusiv vorliegendes
Dokument, das direkt aus dem
Geheimarchiv der
Parteif�hrung im Kreml stammt
und der
griechisch-katholischen
Kirchenf�hrung zugespielt
wurde. Eine Kopie des
brisanten Dokuments besitzt
Franz Hummer, Mitarbeiter bei
�Kathpress“ und
Fachmann f�r Ostkirchen.
Damit seien letzte Zweifel
beseitigt, dass Stalin und
der damalige ukrainische
KP-Chef Nikita Chruschtschow
pers�nlich die Liquidierung
der �unierten“ Kirche
steuerten und befahlen.
Fachleute waren bereits seit
geraumer Zeit davon
�berzeugt, dass es derartige
Regieanweisungen gegeben
haben muss, bisher gab es auf
Grund der mangelhaften
Aktenlage aber keinen
schl�ssigen Beweis. Erst 1991
kehrte das damalige Oberhaupt
der Kirche, Kardinal Myroslav
Lubatchiwskij, aus dem Exil
in die Heimat zur�ck. Etwa
5,5 Millionen Ukrainer
geh�ren heute der unierten
Kirche an. Das neugefundene
Dokument hat auch
Auswirkungen auf die
Gegenwart, sagt Franz Hummer.
Denn die
griechisch-katholische Kirche
dr�ngt seit langem auf die
offizielle Anerkennung als
ehemals verfolgte Kirche.
Dies w�rde auch eine R�ckgabe
ihres verlorenen Eigentums
erleichtern. Auch im polnisch
gebliebenen Teil des
ukrainischen
Siedlungsgebietes wurde die
griechisch-katholische Kirche
vernichtet. Bereits im
September 1944 war zwischen
der UdSSR und der polnischen
kommunistischen Regierung ein
Vertrag �ber den
�Bev�lkerungsaustausch“
im ganzen Grenzgebiet
unterzeichnet worden. Gerade
aus Polen sei das Interesse
an dem Dokument sehr gro�,
sagt uns der
Ostkirchenfachmann Hummer.
(rv)
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03.08.09
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Pakistan: Christen lebendig verbrannt – Papst fordert Religionsfreiheit
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Horrormeldungen
aus der Provinz Punjab:
Islamische Fundamentalisten
haben acht Christen,
darunter ein Kind und vier
Frauen, get�tet; sechs der
Opfer verbrannten bei
lebendigem Leib, die zwei
anderen starben durch
Sch�sse. Bei den
Auseinandersetzungen in
Gojra wurden Dutzende von
Menschen verletzt, viele
von ihnen schwer. Ein
christlicher Junge hatte
angeblich den Koran
beleidigt; doch dieser
Vorwurf ist falsch, sagt
der pakistanische Minister
f�r Minderheiten, der
Katholik Shahbaz Bhatti,
der auch der Polizei
vorwirft, die kleine
christliche Gemeinschaft
nicht hinreichend gesch�tzt
zu haben. Die T�ter geh�ren
nach Angaben des Ministers
zu einer verbotenen
Sunniten-Gruppe. Der
w�tende Mob hat Dutzende
H�user zerst�rt und zwei
Kirchen in Flammen aufgehen
lassen. Die Zahl der
Todesopfer schwankt in den
bisherigen Berichten von
Nachrichtenagenturen
zwischen sechs und neun.
�Mindestens 3.000 Moslems,
die von ihren Mullahs
aufgehetzt worden waren,
haben das christliche
Viertel der Stadt, in dem
etwa zwei- bis dreitausend
Christen leben,
angegriffen.“ Das
berichtet Pater Bernardo
Cervellera von der
P�pstlichen
Missions-Nachrichtenagentur
Asianews. �Einige Christen
wurden in ihren H�usern
blockiert und sind dort
lebendig verbrannt,
darunter ein zweij�hriges
Kind. Mindestens f�nfzig
H�user sind
zerst�rt.“ In ganz
Pakistan bleiben von diesem
Montag an christliche
Schulen und
Bildungseinrichtungen
geschlossen – zum
Zeichen der Trauer und des
Protestes. F�r den August
ist das ein trauriger
Auftakt – denn der
Vatikan erinnert daran,
dass ausgerechnet in diesem
Monat die verfolgten und
diskriminierten Christen
das Gebetsanliegen des
Papstes sind. Papst
Benedikt XVI. ist �tief
betr�bt“ �ber die
antichristliche Gewalt von
Pakistan. In einem
Beileidstelegramm, das an
diesem Montag bekannt
wurde, spricht er von einem
�hirnlosen Angriff“
und verspricht sein Gebet
f�r die Opfer. Benedikt
bittet aber auch den
Bischof von Faisalabad,
Joseph Coutts, den Christen
in Pakistan eine Botschaft
zu �berbringen: �Sie sollen
sich nicht entmutigen
lassen in ihren Bem�hungen,
eine vertrauens- und
respektvolle Gesellschaft
aufzubauen. Im Namen
Gottes: M�gen alle auf
Gewalt verzichten, die
soviel Leid mit sich
bringt, und den Weg des
Friedens
einschlagen!“ �In
Pakistan kann man de facto
verhaftet und auch zum Tod
verurteilt werden, wenn man
der Blasphemie angeklagt
wird; dazu reichen ein oder
zwei Ankl�ger, Beweise
werden gar nicht gebraucht.
Das macht das Gesetz zu
einem sehr einfachen
Werkzeug f�r alle, die
Rache suchen. Meist wird es
gegen Christen oder auch
Hindus angewandt, um sich
ihr Land unter den Nagel zu
rei�en, oder aus
Rachsucht.. Die Christen
bitten seit Jahren um die
Abschaffung des Gesetzes
– oder darum, dass es
klarer gefasst wird.“
Christen sind laut
Sch�tzungen die am meisten
verfolgte Gruppe weltweit;
etwa 200 Millionen Christen
werden rund um die Erde
verfolgt. �Vor allem, wenn
wir nach Asien
schauen“, sagt
Missions-Experte
Cervellera: �Dort haben
mindestens 35 Staaten die
Religionsfreiheit
eingeschr�nkt. Das reicht
vom Verbot, sich zu seinem
Glauben zu bekennen, bis
zum Verbot, auch nur eine
Kapelle, ein religi�ses
Bild, ein Kreuz zu haben.
In den islamischen L�ndern
ist die Verfolgung oft
etwas st�rker – auch
weil Christen dort als
Vertreter der westlichen
Welt wahrgenommen werden.
In anderen Teilen Asiens
hingegen – etwa in
Indien – kommt es zu
der Verfolgung auch
deshalb, weil dort die
Christen f�r die
Menschenrechte eintreten
und zu einer sozialen
Revolution f�r die
Unber�hrbaren
beitragen.“ Das
pakistanische Fernsehen
gibt an, es sei gegen
mindestens achthundert
Moslems Anzeige wegen der
blutigen Vorg�nge in Punjab
erhoben worden. Die Polizei
habe schon etwa hundert
Verd�chtige verhaftet. �Wir
wollen, dass die Regierung
alle diese Verbrecher vor
Gericht stellt“,
fordert Bischof Sadiq
Daniel gegen�ber der
Nachrichtenagentur AP. Der
Ministerpr�sident der
Punjab-Provinz, Shahbaz
Sharif, hat den Familien
der christlichen Todesopfer
eine Entsch�digung von je
4.000 Euro in Aussicht
gestellt. Armee und
Sicherheitskr�fte
patrouillieren an diesem
Montag durch Gojra. Die
Stadt liegt in der Region
Faisalabad, in der es
zahlreiche
Hardliner-Koranschulen
gibt. (rv)
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08.08.09
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Kardinal Claudio Hummes ist an diesem Samstag 75 Jahre alt geworden
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Der
fr�here Erzbischof der
brasilianischen Metropole
Sao Paolo leitet im
Vatikan die
Kleruskongregation; er
ist derzeit
Hauptverantwortlicher f�r
das vom Papst ausgerufene
Priesterjahr. Hummes hat
deutsche Vorfahren und
wird von vielen, die ihn
kennen, als
�Gentleman“
gesch�tzt. Bekannt ist
der Franziskaner auch f�r
seine Freundschaft mit
dem jetzigen
brasilianischen
Pr�sidenten Inacio Lula
da Silva; die beiden
kennen sich seit den
Zeiten der
Milit�rdiktatur in
Brasilien. Vor der
Papstwahl von 2005 galt
Hummes bei einigen als
m�glicher Kandidat f�r
den Stuhl Petri. Mit
seinen 75 Jahren erreicht
der Kardinal die
Altersgrenze und mu� dem
Papst laut Kirchenrecht
seinen R�cktritt
anbieten. Nach der
gegenw�rtigen Praxis
d�rfte Benedikt XVI. ihn
jedoch noch einige Jahre
in seinem Amt belassen.
(rv)
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12.08.09
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Indien: Keine EU-Visa f�r Christenverfolger
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Die
T�ter, die vor einem
Jahr die Christen in
Orissa verfolgt haben,
sollten keine
Einreisevisa f�r Europa
erhalten. Das fordert
der
Menschenrechtsexperte
des katholischen
Hilfswerkes
�Missio“, Otmar
Oehring, im Gespr�ch
mit Radio Vatikan. Mit
�ngsten blicken
Gl�ubige in Orissa auch
ein Jahr nach der
Gewaltwelle in ihre
Zukunft. Zwar wurde in
den vergangenen Monaten
einiges unternommen, um
die Lage der Christen
zu verbessern, doch
gebe es noch viel zu
tun, sagt uns Oehring.
�Die katholische Kirche
in Indien hat sich
nat�rlich um die
Christen bem�ht. Sie
hat das so gut wie
m�glich gemacht.
Wahrscheinlich w�re
mehr Beistand f�r die
Menschen in Orissa und
vor allem im Distrikt
Kandhamal m�glich
gewesen. Die Menschen
in diesem Distrikt
haben diese Solidarit�t
der Kirche Indiens
gro�teils erst mit
gro�er Verz�gerung
erfahren. Ein Problem
f�r die Zukunft ist,
dass es im Grunde
genommen keine Klarheit
gibt – auch nicht
in Indien – wie
man mit dieser
Geschichte umgehen
soll. Daher muss man
die Kirche in Indien
unterst�tzen, damit sie
die Situation weiter
anprangert und sie im
Ausland daf�r wirbt,
dass gegen�ber den
verantwortlichen
Politikern das
notwendige getan
wird.“
Menschenrechtsexperte
Oehring hat in den
vergangenen Wochen
Indien besucht und sich
�ber die Situation der
Christen in Orissa
informiert. �Die
Christen in Orissa und
insbesondere im
Distrikt Kandhamal
leben nach wie vor in
Angst und Schrecken.
50.000 Christen waren
unmittelbar betroffen
von den Ausschreitungen
und weitere 50.000
Christen sind
anschlie�end in Lagern
untergekommen oder sind
direkt aus dem
Bundesstaat geflohen.
Diejenigen, die
zur�ckgeblieben sind,
haben fast ein Jahr in
zum Teil unmenschlichen
Verh�ltnissen in
Zeltlagern verbracht.
Sie sind vom Staat
anfangs nur mit gro�er
Versp�tung mit
Nahrungsmitteln
versorgt worden.“
Die damalige
Regionalregierung sah
den Gewaltakten der
rechtsradikalen und
hindunationalistischen
T�ter zu, ohne
einzugreifen. (rv)
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17.08.09
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Vatikan: Parolin wird Chavez Paroli bieten
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Der
italienische
Kurienmitarbeiter
Pietro Parolin (Bild
li.) wechselt aus dem
Vatikan nach
Venezuela und wird
dort Nuntius. Bisher
war er
stellvertretender
vatikanischer
Au�enminister. Nun
wird er in dem
lateinamerikanischen
Land die derzeitig
schwierigen
Beziehungen der
Kirche mit dem
venezolanischen
Pr�sidenten Hugo
Chavez verbessern.
Pietro Parolin wird
im Vatikan f�r seine
diplomatischen
F�higkeiten sehr
gesch�tzt. Deshalb
hat ihn wohl der
Papst f�r die heikle
Vatikan-Vertretung in
Caracas gew�hlt. Vor
seinem Amtsantritt
erh�lt er noch die
Bischofsweihe. Mit
scharfer Kritik
hatten vor wenigen
Wochen
Kirchenvertreter auf
die j�ngste
Einschr�nkung der
Medienfreiheit in
Venezuela reagiert.
Der venezolanische
Pr�sident Hugo Chavez
hatte mehr als 30
privaten
Rundfunkstationen des
Landes die Lizenz
entzogen und die
Sender damit de facto
abgeschaltet. In den
Beziehungen zwischen
dem �Caudillo“
und der katholischen
Kirche herrscht aber
seit Jahren ein
schlechtes
Verh�ltnis. Papst
Benedikt XVI. hat als
Nachfolger Parolins
im Staatssekretariat
den 43-j�hrigen
Genueser Ettore
Balestrero ernannt.
Er arbeitete bereits
in den Nuntiaturen in
Korea, in der
Mongolei und in den
Niederlanden. Parolin
war sieben Jahre lang
in Nuntiaturen t�tig.
Balestrero hatte den
Heiligen Stuhl bei
zahlreichen
internationalen
Treffen offiziell
vertreten.
Insbesondere hatte er
sich in den
vergangenen Jahren
mit Europa und der
Pr�senz der Kirche in
der s�kularisierten
europ�ischen
Gesellschaft befasst.
Als neuer
stellvertretender
Au�enminister des
Heiligen Stuhls wird
Balestrero sich u.a.
mit den Beziehungen
des Vatikans zur
Volksrepublik China,
zu Vietnam und dem
Nahen Osten
auseinandersetzen.
(rv)
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21.08.09
|
Vatikan: Gipsverband abgenommen
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F�nf
Wochen nach seinem
Unfall im Aostatal
wurde Papst
Benedikt an diesem
Freitagmorgen in
Castel Gandolfo
sein Gipsverband
abgenommen. Der
p�pstliche Leibarzt
Patrizio Polisca
teilte mit, dass
die
R�ntgenaufnahmen
eine optimale
Heilung des Bruchs
am rechten
Handgelenk zeigten.
Der Papst habe
umgehend mit einem
Rehabilitationsprogramm
begonnen, um die
volle
Funktionsf�higkeit
von Hand und Arm
zur�ckzuerlangen.
Diese ist notwendig
f�r Benedikts
Lebens- und
Arbeitsrhythmus, da
er seine Texte
grunds�tzlich
handschriftlich
entwirft. (rv)
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nach oben > >
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9/2009
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01.09.09
|
Benedikt XVI.: �Fortf�hrung des Dialogs mit Orthodoxen ist wichtig“
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Zur�ck
im vertrauten
Vatikan: Die
Generalaudienz an
diesem Mittwoch
fand in der
Audienzhalle
Paolo VI statt.
Der Papst verlie�
dazu seine
Sommerresidenz
Castelgandolfo.
Den G�sten einer
katholisch-orthodoxen
Konferenz �ber
Benedikts
Lieblingsheiligen
Augustinus legte
er ans Herz, den
Dialog zwischen
beiden
Konfessionen
anhand dieses
Heiligen
fortzuf�hren. Der
Papst hoffe, dass
der Weg der
vollen Einheit
zwischen
Katholiken und
Orthodoxen damit
gest�rkt werde.
Vor mehreren
Tausend Besuchern
und Pilgern aus
aller Welt setzte
Benedikt XVI.
seine
Katechesenreihe
�ber bedeutende
Kirchenfiguren
fort. Diesmal
ging es um den
heiligen Abt Odo
von Cluny. Er
z�hle zu den
gro�en
M�nchsgestalten
des Mittelalters.
Dazu der Papst:
�Mehrere
Male besuchte Odo
Rom und die
umliegenden
Kl�ster. Hier
erkrankte er auch
und starb
schlie�lich am
18. November 942
in Tours, der
Stadt seines
Schutzheiligen
Martin. Odo war
eine geistliche
F�hrungsgestalt
nicht nur f�r die
M�nche, sondern
auch f�r die
Gl�ubigen seiner
Zeit. Ein
Anliegen war ihm
unter anderem die
w�rdige Feier der
Eucharistie, in
der das Heil der
Welt geschenkt
wird und Christus
wirklich mit Leib
und Blut
gegenw�rtig ist.
Odo rief die
Menschen zu einem
Leben in Demut,
in der Freiheit
von den
weltlichen Dingen
und in der Liebe
zu den ewigen
G�tern auf. Dabei
vertraute er auf
die g�ttliche
Barmherzigkeit,
die auf unsere
Umkehr wartet. So
bezeichnete er
Christus als
'amator
hominum', der
die Menschen
liebt und f�r sie
ihre Lasten
tr�gt, und nannte
Maria
vertrauensvoll
'mater
misericordiae',
Mutter der
Barmherzigkeit.“
(rv)
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03.09.09
|
Benedikt XVI. besucht �Stadt der P�pste“
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Es
muss schon
etwas
Besonderes
sein, wenn ein
in der Welt
schon weit
gereister Papst
beschlie�t,
einen nur
wenigen
Italienkennern
bekannten Ort
in Italien zu
besuchen. An
diesem Sonntag
ist es so weit:
Papst Benedikt
XVI. reist nach
Viterbo und
Bagnoregio. Die
beiden
St�dtchen, rund
eineinhalb
Stunden
n�rdlich von
Rom gelegen,
haben eine
intensive
religi�se
Vergangenheit
– und
Gegenwart. In
Viterbo fand im
13. Jahrhundert
das l�ngste
Konklave der
Kirchengeschichte
statt. Und
jedes Jahr am
4. September
feiert eine der
spektakul�rsten
katholischen
Prozessionen
Italiens die
Heilige Rosa.
In Bagnoregio
hingegen wird
die einzige
Reliquie des
Heiligen
Bonaventura
aufbewahrt.
Mit dem Helikopter nach Viterbo
Sonntagmorgen
startet der
Papst von
seiner
Sommerresidenz
Castelgandolfo
aus mit dem
Helikopter nach
Viterbo. Erster
Programmpunkt:
Der Besuch des
historischen
Palastes der
P�pste.
Benedikt wird
einen Blick auf
den legend�ren
Konklave-Saal
werfen, in dem
die Kardin�le
1268 nach exakt
1005 Tagen
Sedisvakanz
einen neuen
Papst
bestimmten. Das
gelang aber
nur, weil die
mutigen B�rger
von Viterbo die
zerstrittenen
Kirchenf�rsten
zuvor in dem
besagten Saal
einsperrten.
Santa Rosa und die Einwohner Viterbos
Gleich
im Anschluss an
die
Besichtigung
feiert Benedikt
XVI. mit
Zehntausenden
Gl�ubigen einen
Gottesdienst
unter freiem
Himmel. Danach
wird der Papst
an der
Gedenkst�tte
der Heiligen
Rosa von
Viterbo beten.
Der Organisator
dieser
Papstvisite,
der Priester
Flavio
Valeri:
�Die Einwohner
von Viterbo
haben f�r die
Heilige Rosa
eine gro�e
Zuneigung. Am
4. September
– also
zwei Tage vor
dem Papstbesuch
– gedenkt
die Stadt der
�berf�hrung des
K�rpers der
Heiligen ins
Kloster der
Klarissinnen,
wo er heute
noch verehrt
wird. Am 3.
September um 21
Uhr beginnt die
Prozession, bei
der 100 M�nner
diesen hohen
Turm, die so
genannte
�Maschine der
Heiligen
Rosa’,
auf ihren
Schultern durch
die Stadt
tragen. Diese
Stele ist 30
Meter hoch und
f�nf Tonnen
schwer.“
Die Heilige
Rosa hatte 1685
die erste
�ffentliche
M�dchenschule
der
Apenninenhalbinsel
gegr�ndet. Nach
dem Mittagessen
besucht Papst
Benedikt das
Heiligtum der
�Madonna della
Quercia“.
�Die
Muttergottes
von der Eiche
ist ein
Andachtsbild,
das auf einen
Dachziegel
gemalt ist. Es
hing immer
schon an einer
Eiche, daher
der Name. Die
Bewohner
Viterbos
verehren diese
Madonna sehr,
auch wegen der
Wunder, die sie
gewirkt haben
soll. Im Lauf
der
Jahrhunderte
ist dann dieses
gro�e Heiligtum
rund um das
Bild
entstanden.
Noch heute ist
es Pilgerziel,
besonders am 2.
Sonntag im
September, wenn
die Menschen in
Viterbo den
Pakt der Liebe
zwischen ihrer
Stadt und der
Madonna
erneuern.“
Um 17 Uhr
bringt der
Hubschrauber
den Papst nach
Bagnoregio.
Dort besucht
Benedikt privat
die
Nikolaus-Kathedrale,
wo er die
einzige heute
erhaltene
Reliquie des
Heiligen
Bonaventura
verehrt –
es handelt sich
um den Arm des
Kirchenlehrers.
1957 hatte sich
der junge
Joseph
Ratzinger mit
einer Arbeit
�ber �Die
Geschichtstheologie
des Heiligen
Bonaventura“
habilitiert.
Pater Pietro
Messa,
Bonaventura-Forscher
an der
P�pstlichen
Universit�t
Antonianum:
�Bonaventura
sagt, dass
Jesus Christus
wirklich der
Mittelpunkt der
Geschichte ist;
er ist der
einzige
Meister. Diese
Zentralit�t
Christi in der
Lesart der
Dreifaltigkeit
– das ist
das wichtigste
an Bonaventura.
Und Joseph
Ratzinger hat
das in seiner
Theologie stark
rezipiert,
denken wir nur
an sein Buch
�Jesus von
Nazareth’“.
Nach dem
stillen Gebet
an der
Bonaventura-Reliquie
ist eine
Begegnung mit
den Bewohnern
von Bagnoregio
vorgesehen. Am
Abend kehrt der
Papst nach
Castelgandolfo
zur�ck. (rv)
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03.09.09
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Griechischer Forscher findet Teil einer alten Bibelhandschrift
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Ein
griechischer
Forscher hat
im
Katharinenkloster
im
�gyptischen
Sinai
offenbar den
Teil einer
alten
Bibelhandschrift
gefunden. Das
Fragment des
ber�hmten
�Codex
Sinaiticus“
tauchte im
Einband eines
Buches aus
dem 18.
Jahrhundert
auf. Der
�Codex
Sinaiticus“
stammt aus
dem vierten
Jahrhundert
und ist eines
der
wichtigsten
B�cher der
Geschichte;
die
Handschrift
ist das
umfangreichste
Buch, das aus
der Antike
�berliefert
ist, und
enth�lt auf
Griechisch
den
vollst�ndigen
Text des
Neuen
Testaments
sowie etwa
die H�lfte
des Alten
Testaments.
Teile der
Pergament-Handschrift,
die aus dem
Katharinenkloster
stammt,
werden heute
u.a. in
Petersburg,
London und
Leipzig
aufbewahrt;
eine
digitalisierte
Ausgabe ist
seit kurzem
auch im
Internet
zug�nglich.
Das neu
gefundene
Fragment gibt
den Vers 10
aus dem
ersten
Kapitel des
Buches Josua
wieder. Jetzt
wollen die
M�nche des
Katharinenklosters
und Forscher
alle B�cher
in ihrer
Bibliothek,
die im 18.
Jahrhundert
eingebunden
wurden,
genauer unter
die Lupe
nehmen. (rv)
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08.09.09
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Philippinen: Rebellen hinter Priestermord?
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Die
Hintergr�nde
des Mordes
an einem
katholischen
Priester
auf den
Philippinen
sind
weiterhin
unklar.
Unbekannte
hatten den
48-j�hrigen
Cecilio
Lucero am
Sonntag in
der Region
Nord Samar
in einen
Hinterhalt
gelockt und
get�tet.
Der
philippinische
Priester
leitete das
Menschenrechtsb�ro
der Di�zese
Catarman
auf der
Insel
Samar. Nach
Angaben der
Kirche war
er das
j�ngste
Opfer einer
Mordserie
an
Menschenrechtsaktivisten
in der
Di�zese.
Viele seien
nun in der
philippinischen
Krisenregion
mutlos,
sagt
gegen�ber
Radio
Vatikan der
PIME-Missionar
Sebastiano
D�Ambra.
�Ich wei�,
dass Lucero
ein sehr
engagierter
Priester
war, der
sich f�r
die
Menschenrechte
einsetzte.
In seiner
Di�zese
gibt es die
so
genannten
�Bewaffnete
Kommunisten-Bewegung“.
Das sind
Rebellen,
die keine
Menschenrechte
respektieren.
Ich glaube,
dass diese
Rebellen
hinter dem
Mord
stecken.
Das w�re im
�brigen
auch nicht
das erste
Mal, das so
etwas
geschieht.
Vor einigen
Jahren
wurde
bereits ein
Priester
von diesen
Rebellen
get�tet,
weil er
sich f�r
die
Menschrechte
einsetzte.
Samar ist
eine
gef�hrliche
Gegend.“
In den
vergangenen
Monaten gab
es 18 Morde
an
Politikern
und
Journalisten
in der
Region Nord
Samar. Der
ermordete
Priester
war der
Bruder
eines
Parlamentsabgeordneten.
Pater
D�Ambrosio:
�Nichtsdestotrotz
wollte
Cecilio
Lucero bei
den
Menschen
sein und
ihnen mit
Liebe
begegnen.
Auch ich
habe mit
einigen
Problemen
zu k�mpfen.
In der
Region, wo
ich t�tig
bin, gibt
es
Schwierigkeiten
mit den
Minenbesitzern.
Wichtig
ist, dass
man eine
innere Ruhe
bewahrt und
weitermacht.
Viele
Freunde
stehen uns
bei und
unterst�tzen
uns
zumindest
moralisch.
Wenn mir
dann jemand
sagt, ich
soll
aufpassen,
dann
antworte
ich ihm,
dass wir
alle in den
H�nden
Gottes
sind.“
(rv)
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10.09.09
|
Vatikan: �Kirche sucht Dialog mit K�nstlern“
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Die
katholische
Kirche
will ihre
Beziehung
zur
zeitgen�ssischen
Kunst
verst�rken.
Das sagte
an diesem
Donnerstag
der
vatikanische
Kultur-Verantwortliche,
Erzbischof
Gianfranco
Ravasi.
Zusammen
mit dem
Direktor
der
Vatikanischen
Museen,
Antonio
Paolucci,
stellte
Ravasi
das
geplante
Treffen
des
Papstes
mit
K�nstlern
vor.
Diese
Zusammenkunft
ist f�r
den 21.
November
in der
Sixtinischen
Kapelle
geplant.
Ravasi
erhofft
sich von
der
Begegnung
die
Wiederaufnahme
des
Dialogs
zwischen
Kirche
und
Kunst.
"Benedikt
XVI. ist
bewusst,
welche
Distanz
mittlerweile
zwischen
Glauben
beziehungsweise
Transzendenz
und der
Kunst
entstanden
ist.
Kunst und
Kirche
haben
n�mlich
in den
vergangenen
Jahrzehnten
nicht
mehr so
oft
zusammengearbeitet.
Deshalb
will nun
der Papst
ein
solches
Treffen
unbedingt
durchf�hren.
Damit
will er
eine neue
fruchtbare
Allianz
kn�pfen,
die sich
auf den
Brief von
Ostern
1999
bezieht.
Damals
hatte
Johannes
Paul II.
eine
Schrift
an die
K�nstler
geschrieben,
um seine
Bewunderung
zu
bekunden
und nach
einer
m�glichen
Zusammenarbeit
zwischen
Kunst und
Kirche zu
fragen.“
Erzbischof
Ravasi
r�umte
ein, dass
heute ein
�bestimmter
schlechter
Geschmack“
bei
Kirchenbauten
eine
Tatsache
sei. Umso
mehr sei
die
��sthetische
Bildung“
in
Seminaren
und
Pfarren
notwendig.
Deshalb
beschr�nke
sich der
Dialog
mit der
Kunst
nicht nur
auf das
K�nstler-Treffen.
Auch die
Jugend
solle
miteinbezogen
werden,
so
Ravasi.
�Deshalb
glaube
ich, dass
der
Religionsunterricht
so
wichtig
ist.
Dieser
darf aber
nicht
einfach
auf ein
Katechismus-Schema
reduziert
werden.
Gerade
der
Religionsunterricht
ist eine
Investition
in die
Zukunft.
Dabei
soll auch
�ber
Kultur
gesprochen
werden.
Neben
Kunst
z�hlt
auch
Philosophie
dazu.
Denken
wir
beispielsweise
an Pascal
und seine
Beziehung
zum
Katholizismus.
Das hatte
bedeutsame
Auswirkungen
auf die
Wissenschaft
und
Philosophie.
�hnliches
gilt f�r
gl�ubige
K�nstler.
Das darf
in der
Schulbildung
heute
nicht
vergessen
werden.“
(rv)
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11.09.09
|
Vor der Papstreise: �Benedikt ist der Richtige“
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|
Vor
20
Jahren,
am 10.
September
hat
Ungarn
die
Grenzen
zum
Westen
ge�ffnet.
Am 30.
September
verk�ndete
der
damalige
deutsche
Au�enminister
Hans-Dietrich
Genscher
in der
deutschen
Vertretung
in Prag
4000
Menschen
ihre
Ausreisebewilligung.
Grenz�ffnungen,
die
schlie�lich
zum
Fall
des
Eisernen
Vorhangs
f�hrten.
Papst
Benedikt
XVI.
wird
bei
seinem
Besuch
in der
Tschechischen
Republik
Ende
dieses
Monats
an die
Ereignisse
vom
Herbst
1989
erinnern.
Politik
und
Gesellschaft
h�tten
gro�es
Interesse
an der
Visite
des
Kirchenoberhaupts
vom 26.
bis 28.
September,
berichtet
gegen�ber
Radio
Vatikan
der
tschechische
Botschafter
beim
Heiligen
Stuhl,
Pavel
Vosalik.
Doch
Neugier
auf den
Papst
reiche
nicht,
um
seine
Botschaft
f�r das
Land
und
seine
Probleme
20
Jahre
nach
Ende
des
Kommunismus
wirklich
zu
verstehen.
Ganzheitliche,
umfassende
Bildung
stellt
der
Diplomat
dabei
ganz
nach
oben
auf die
Agenda.
Der
Besuch
Benedikts
XVI.
sei
gleichzeitig
eine
gute
Gelegenheit,
die
Rolle
der
Weltkirche
und
ihre
Bedeutung
wieder
neu
bewusst
zu
machen,
so
Vosalik.
�Das
ist ein
Punkt,
den wir
in
unsere
allt�gliche
Bildung
in
Europa
aufnehmen
m�ssen.
Wir
sollten
den
Papst
und den
Heiligen
Stuhl
als
wesentlichen
Teil
der
europ�ischen
Kultur
und der
europ�ischen
Geschichte
sehen,
unabh�ngig
davon,
ob man
Mitglied
der
katholischen
Kirche
ist
oder
nicht.
Wir
sollten
schlicht
sehen,
dass
die
katholische
Kirche
fast
zweitausend
Jahre
Geschichte
mit der
Geschichte
und der
Kultur
Europas
teilt.“
(rv)
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15.09.09
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Kardinalstaatssekret�r: Den Glauben nicht an die gerade vorherrschende Mode anzupassen“
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Kardinalstaatssekret�r
Tarcisio
Bertone
ruft
dazu
auf,
�den
Glauben
nicht
an
die
gerade
vorherrschende
Mode
anzupassen“.
Das
sagte
er am
Dienstag
bei
einer
Messe
mit
unl�ngst
geweihten
Bisch�fen.
Treue
zum
Glauben
habe
�nichts
Steriles
oder
Statisches,
sondern
ist
kreativ“,
so
die
Nummer
zwei
des
Vatikans
w�rtlich.
Bisch�fe
m�ssten
heute
vor
allem
�glaubw�rdige
Zeugen“
sein;
solches
�Zeugnis
des
Lebens“
f�r
Jesus
sei
�die
erste
Bedingung
f�r
den
Aufbau
des
Volkes
Gottes“.
(rv)
|
|
|
|
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16.09.09
|
Vatikan: Dialog mit Pius-Br�dern im Oktober
|
|
|
Die
Gespr�che
zwischen
dem
Vatikan
und
der
schismatisch
orientierten
�Pius-Bruderschaft“
beginnen
in
der
zweiten
Oktoberh�lfte.
Das
best�tigt
Papst-Sprecher
Federico
Lombardi
.
Vor
Journalisten
nannte
der
Jesuitenpater
auch
die
Namen
von
drei
Experten,
die
von
Vatikan-Seite
aus
an
den
heiklen
Debatten
teilnehmen
werden.
Drei Berater
Es
sind
drei
Berater
der
Glaubenskongregation,
die
der
Vatikan
f�r
den
Dialog
�ber
theologische
Streitpunkte
mit
den
Pius-Br�dern
benennt.
Unter
ihnen
ist
auch
ein
Deutscher,
n�mlich
der
Jesuit
Karl
Josef
Becker
.
Der
81-J�hrige
war
lange
Professor
an
der
P�pstlichen
Universit�t
Gregoriana.
Zweiter
Mann
im
Vatikan-Boot
ist
der
Schweizer
Dominikaner
Charles
Morerod
;
der
47-J�hrige
ist
seit
April
Generalsekret�r
der
Internationalen
Theologenkommission.
Diese
Kommission
ist
genauso
bei
der
vatikanischen
Glaubenskongregation
angesiedelt,
wie
es
seit
neuestem
auch
die
Gespr�che
mit
den
Traditionalisten
von
der
Pius-Bruderschaft
sind.
Der
dritte
Vatikan-Mann
f�r
diesen
Dialog
ist
schlie�lich
der
Generalvikar
des
Opus
Dei,
Fernando
Ocariz
.
Der
64-j�hrige
Spanier
soll
einer
der
Autoren
der
Erkl�rung
�Dominus
Jesus“
sein,
die
im
Jahr
2000
das
katholische
Kirchenverst�ndnis
erl�uterte.
Auf das Konzil konzentriert
Die
Verhandlungen
mit
den
Pius-Br�dern
werden
sich
wohl
vor
allem
auf
das
Zweite
Vatikanische
Konzil
konzentrieren;
Grundaussagen
dieses
Konzils
werden
von
den
Anh�ngern
des
verstorbenen
schismatischen
Erzbischofs
Marcel
Lefebvre
relativiert.
Der
Heilige
Stuhl
wird
–
das
zumindest
hat
der
Wiener
Kardinal
Christoph
Sch�nborn
angek�ndigt – in den Gespr�chen eine sehr klare Sprache f�hren. Und darauf hinweisen, was f�r ihn nicht verhandelbar ist: N�mlich der Dialog mit den Juden und anderen Religionen und Konfessionen sowie die Religionsfreiheit. (rv)
|
|
|
|
|
21.09.09
|
Vatikan: Papstbesuch und R�ckgabe von Kirchenbesitz
|
|
|
Papst
Benedikt
XVI.
wird
auf
seiner
Tschechien-Reise
keine
Anspr�che
auf
eine
R�ckgabe
des
gesamten
Kirchenbesitzes
stellen.
Das
erkl�rte
Vatikansprecher
Pater
Federico
Lombardi
im
Vorfeld
der
Papstreise
in
die
Tschechische
Republik
vom
26.
bis
28.
September.
Forderungen
des
Papstes
im
Bezug
auf
die
im
Kommunismus
verstaatlichten
Kircheng�ter
seien
nicht
zu
erwarten.
Prim�res
Interesse
der
Kirche
sei,
ihr
Seelsorgeamt
in
Tschechien
aus�ben
zu
k�nnen
und
f�r
den
Erhalt
christlicher
Werte
einzutreten,
so
Lombardi.
(rv)
|
|
|
|
|
23.09.09
|
Schweden: Neuer �rger um Williamson
|
|
|
�Der
Fall
Williamson
droht
wieder
zu
explodieren.“
Das
behauptet
die
italienische
Tageszeitung
�il
Giornale“.
Das
schwedische
Fernsehen
wolle
den
Streit
um
den
Traditionalistenbischof
Richard
Williamson,
der
den
Holocaust
leugnet,
an
diesem
Mittwochabend
wieder
aufgreifen.
Dabei
wollten
die
Fernsehautoren
den
Papst
direkt
angreifen:
Er
habe
entgegen
seinen
Angaben
durchaus
von
Williamsons
Holocaust-Leugnung
gewusst,
noch
bevor
er
die
Exkommunikation
gegen
Williamson
aufhob.
Der
Sender
�SVT“
behauptet
nach
Angaben
von
�il
Giornale“,
der
Bischof
von
Stockholm
habe
den
Nuntius
des
Papstes
in
Schweden
rechtzeitig
�ber
Williamsons
skandal�se
�u�erungen
informiert.
Auch
ein
wichtiger
Kurienkardinal
sei
noch
vor
der
Entscheidung
des
Papstes,
die
Exkommunikation
aufzuheben,
dar�ber
im
Bild
gewesen,
dass
Williamson
den
Holocaust
leugne.
Das
schwedische
Fernsehen
hatte
schon
das
entscheidende
Interview
mit
Williamson
aufgezeichnet,
aber
erst
kurz
vor
der
Entscheidung
im
Vatikan
ver�ffentlicht;
jetzt
greift
es
offenbar
Benedikt
selbst
an.
Die
Zeitung
�Giornale“,
die
davon
berichtet,
geh�rt
�brigens
der
Familie
des
italienischen
Ministerpr�sidenten
Silvio
Berlusconi
und
hat
in
den
letzten
Wochen
durch
Kampagnen
gegen
einen
bekannten
katholischen
Journalisten
(�Fall
Boffo“)
und
gegen
den
italienischen
Parlamentspr�sidenten
(�Fall
Fini“)
eher
unr�hmlich
von
sich
reden
gemacht.
In
einem
Brief
an
Bisch�fe
vom
10.
M�rz
hatte
Papst
Benedikt
klargestellt,
dass
er
von
der
Leugnung
des
Holocausts
durch
Williamson
erst
nach
seiner
Entscheidung
zu
dessen
Exkommunikation
erfahren
hatte.
Im
Vatikan
ist
man
�u�erst
ungl�cklich
�ber
die
neue
Entwicklung.
�Den
Fall
Williamson
wieder
anzuheizen,
kann
nur
grundlos
neue
Verwirrung
stiften“,
meint
Papst-Sprecher
Federico
Lombardi.
Der
Papst
habe
doch
in
seinem
Brief
vom
10.
M�rz
alles
deutlich
gekl�rt,
so
der
Jesuit.
(rv)
|
|
|
|
|
25.09.09
|
Tschechien: Vor dem Papstbesuch
|
|
|
Am
Samstagvormittag
ist
es
soweit:
Papst
Benedikt
XVI.
bricht
zu
seiner
dreizehnten
Pastoralreise
auf.
Diesmal
geht
es
in
die
Tschechische
Republik.
Auf
welche
gesellschaftliche
und
kirchliche
Situation
der
Papst
dort
treffen
wird.
Wir
haben
dar�ber
mit
unserer
Kollegin
Antje
Dechert
gesprochen,
die
diese
Papstreise
in
Prag
f�r
uns
mitverfolgen
wird:
�Man
merkt,
dass
die
katholische
Kirche
in
Tschechien
in
einer
Minderheitensituation
ist.
Von
den
rund
10,5
Millionen
Tschechen
fast
60
Prozent
konfessionslos.
Nur
etwas
mehr
als
ein
Viertel
der
Bev�lkerung
ist
katholisch
und
das
merkt
man.
Wer
an
diesem
Freitag
durch
die
Prager
Altstadt
flaniert
findet
kaum
Anzeichen
eines
bevorstehenden
Papstbesuchs.
Hier
und
da
sieht
man
kleine
Pilgergr�ppchen
mit
Baseballkappen
in
den
Vatikanfarben
wei�-gelb,
die
kommen
meistens
aus
Deutschland
oder
Italien.
Die
tschechische
Bev�lkerung
scheint
nicht
viel
Aufhebens
um
den
Papstbesuch
zu
machen.
Dennoch
ist
es
nicht
so,
als
w�re
eine
ablehnende
Haltung
zu
sp�ren,
aber
viele
Prager
gehen
zumindest
heute
noch
ihrem
gewohnten
Alltag
nach.
Das
Bild
�ndert
sich,
wenn
man
sich
an
die
Orte
begibt,
die
der
Papst
besuchen
wird.
Dort
sind
viele
Freiwillige
aus
ganz
Tschechien
emsig
mit
den
Vorbereitungen
besch�ftigt…“
Die
Stimmung
ist
also
eher
unaufgeregt.
Was
ist
denn
trotzdem
das
Spannende
an
diesem
Papstbesuch
in
der
Tschechischen
Republik?
�Das
Spannende
dieses
Tschechienbesuchs
ist
nat�rlich
der
Zeitpunkt.
Benedikt
kommt
im
Gedenkjahr
an
den
Zusammenbruch
des
Kommunismus
in
Osteuropa
vor
genau
20
Jahren.
In
Berlin
fiel
im
November
1989
die
Mauer,
w�hrend
hier
in
Tschechien
die
so
genannte
samtene
Revolution
stattfand
und
40
Jahre
sozialistischer
Diktatur
beendete.
Dass
ein
deutscher
Papst
zu
einem
so
historischen
Datum
nach
Tschechien
reist,
hat
schon
Symbolcharakter.
Benedikt
wird
hier
viele
Kirchenvertreter
treffen,
die
w�hrend
des
Kommunismus
verfolgt
wurden.
Auch
ist
zu
erwarten,
dass
er
das
Thema
�Wende“
in
einer
seiner
Reden
ansprechen
wird.
Schon
im
Vorfeld
hat
der
Vatikan
betont,
dass
es
Benedikt
darum
geht,
ein
Zeichen
f�r
das
weitere
Zusammenwachsen
von
Ost-
und
Westeuropa
zu
setzen,
indem
er
zur
Besinnung
auf
die
gemeinsamen
christlichen
Wurzeln
aufruft.
Eine
Gelegenheit
w�re
zum
Beispiel
das
Treffen
mit
den
hiesigen
Politikern
und
Diplomaten
am
Samstagnachmittag
in
der
Prager
Burg.
Zu
diesem
Anlass
ist
auch
der
ehemalige
Pr�sident
V�clav
Havel
eingeladen,
ob
er
allerdings
kommen
wird
steht
noch
nicht
fest.“
(rv)
|
|
|
|
|
25.09.09
|
Sta
atssekretariat best�tigt die Visite Papst Benedikts in Portugal
|
|
|
Benedikt
freue
sich
auf
diese
Pastoralreise,
hei�t
es
in
einem
Schreiben
des
Staatssekretariats
an
die
portugiesische
Bischofskonferenz
und
an
die
Regierung
in
Lissabon.
Der
Papst
wird
voraussichtlich
am
13.
Mai
2010
in
Fatima
einen
Gottesdienst
zelebrieren.
An
jenem
Tag
wird
die
erste
Marienerscheinung
gefeiert.
Papst
Benedikt
w�re
das
f�nfte
katholische
Kirchenoberhaupt,
der
den
Marienwallfahrtsort
besucht.
Als
Kardinal
pilgerte
Benedikt
bereits
1996
nach
Fatima.
(rv)
|
|
|
|
|
26.09.09
|
Papstbesuch in Tschechien: 1. Tag
|
|
|
Tschechische
Republik:
Benedikts
13.
Auslandsreise
gestartet
–
�Fall
der
Berliner
Mauer
als
historischer
Scheidepunkt“
Papst
Benedikt
XVI.
hat
seine
dreit�gige
Reise
in
die
Tschechische
Republik
begonnen.
Der
Papst
flog
am
Samstagmorgen
vom
r�mischen
Flughafen
Ciampino
Richtung
Prag.
Der
Abflug
verz�gerte
sich
wegen
einer
kurzen
au�erplanm��igen
Begegnung
mit
Silvio
Berlusconi
um
25
Minuten.
In
der
tschechischen
Hauptstadt
wurde
Benedikt
XVI.
von
Staatspr�sident
Vaclav
Klaus,
dem
Prager
Kardinal
Miloslav
Vlk
und
vom
Vorsitzenden
der
Tschechischen
Bischofskonferenz,
Jan
Graubner,
begr��t.
(rv)
Christliches Erbe
In
seiner
Begr��ungsrede
erinnerte
der
Papst
daran,
dass
die
tschechische
Kultur
sehr
tief
vom
Christentum
gepr�gt
sei.
Auch
f�gte
Benedikt
an,
dass
die
gesamte
europ�ische
Kultur
eine
tiefe
christliche
Pr�gung
habe.
W�rtlich
sagte
er:
�Im
Laufe
seiner
ganzen
Geschichte
ist
dieses
Gebiet
im
Herzen
des
Kontinents,
im
Schnittpunkt
zwischen
Norden
und
S�den,
Osten
und
Westen
ein
Treffpunkt
f�r
verschiedene
V�lker,
Traditionen
und
Kulturen
geworden.
Unbestreitbar
hat
dies
gelegentlich
zu
Spannungen
gef�hrt,
die
sich
aber
auf
lange
Sicht
als
eine
fruchtbare
Begegnung
erwiesen
haben.
Daraus
ergibt
sich
die
wichtige
Rolle
der
tschechischen
Lande
in
der
Geistes-,
Kultur-
und
Religionsgeschichte
Europas
–
zuweilen
als
Kriegsschauplatz,
aber
h�ufiger
als
Br�cke.“
Auch
erinnerte
der
Papst
daran,
dass
in
den
n�chsten
Monaten
der
20.
Gedenktag
der
so
genannten
�Samtenen
Revolution“
begangen
wird,�die
f�r
dieses
Land
eine
Zeit
au�ergew�hnlicher
Bedr�ngnis,
eine
Zeit
strenger
Kontrolle
des
Gedankenaustauschs
und
kultureller
Einfl�sse
zum
Gl�ck
friedlich
beendete.“
Dazu
f�gte
der
Papst
an:
�Ich
verbinde
mich
mit
Ihnen
und
Ihren
Nachbarn
im
Dank
f�r
Ihre
Befreiung
von
jenen
Unterdr�ckungsregimes.
Der
Fall
der
Berliner
Mauer
stellte
einen
Scheidepunkt
in
der
Weltgeschichte
dar,
und
er
war
es
um
so
mehr
f�r
die
L�nder
Mittel-
und
Osteuropas,
da
sie
bef�higt
wurden,
ihren
rechtm��igen
Platz
als
unabh�ngige
Akteure
im
Konzert
der
Nationen
einzunehmen.
(rv)
Tschechische Republik: Benedikt XVI. verurteilt Gewalt gegen Kinder
Erste
Etappe
des
Papstes
nach
der
Begr��ungszeremonie
auf
dem
Prager
Flughafen
war
die
Kirche
Santa
Maria
de
Victoria
in
der
Prager
Altstadt.
Die
Barockkirche
auf
der
Prager
Kleinseite
beherbergt
die
in
aller
Welt
verehrte
Kind-Jesu-Statue,
das
Prager
Jesulein.
Vor
dem
�Prager
Kindl“
feierte
der
Papst
zusammen
zahlreichen
Kindern
und
ihren
Familien
eine
Andacht.
Nicht
Politikern,
Diplomaten
oder
Klerus
widmete
der
Papst
seine
erste
Reise-Etappe
in
Prag,
sondern
den
Kleinsten,
den
Kindern
des
Landes.
Zusammen
mit
ihren
Familien
waren
sie
aus
ganz
Tschechien
in
die
Hauptstadt
gekommen.
Vielen
von
ihnen
reichte
Benedikt
beim
Betreten
der
Kirche
sichtlich
ger�hrt
die
H�nde
und
segnete
sie,
bevor
er
zum
Gebet
vor
der
blumengeschm�ckten
Statue
des
Prager
Jesuleins
niederkniete.
�Kinder
sind
die
Zukunft
und
die
Hoffnung
der
Menschheit“,
betonte
er
anschlie�end
in
seinen
Gru�worten
und
rief
dazu
auf,
die
W�rde
und
Rechte
jedes
Kindes
zu
achten:
�Wie
viele
Kinder
werden
hingegen
nicht
geliebt,
nicht
angenommen
und
nicht
geachtet!
Wie
viele
sind
Opfer
der
Gewalt
und
jeder
Art
von
Ausbeutung
durch
skrupellose
Menschen!
Den
Kleinen
m�ge
jene
Achtung
und
jene
Aufmerksamkeit
zukommen,
die
ihnen
geb�hrt.“
(rv)
Tschechische Republik: Presseschau vom 26. September 2009
Die
liberale
Tageszeitung
�Prazsky
denik“
ging
auf
den
schweren
Stand
ein,
den
die
katholische
Kirche
in
der
Tschechischen
Republik
hat,
und
sprach
Benedikt
XVI.
direkt
an:
�Heiliger
Vater,
Sie
werden
es
mit
uns
nicht
leicht
haben.“
Vor
20
Jahren,
nach
der
�Wende“,
seien
die
Kirchen
voll
gewesen:
�Da
schien
es,
dass
aus
unseren
rund
vier
Millionen
getauften
Katholiken
auch
gute
Gl�ubige
werden“.
Inzwischen
sei
die
Freiheit
eingekehrt.
Doch,
so
das
liberale
Blatt
weiter,
�wie
manche
von
uns
mit
dieser
Freiheit
umgehen,
werden
Sie
bei
Ihrem
Gottesdienst
in
Br�nn
erleben,
wo
Ihre
Gegner
Kondome
verteilen
wollen.
Provozieren
k�nnen
wir.
Andere
Meinungen
tolerieren
weniger.“
Ironisch-selbstkritisch
f�gte
der
Kommentator
hinzu:
�Wir
gehen
sonntags
schon
lange
lieber
in
den
Supermarkt
als
in
die
Kirche.
So
beten
Sie,
Heiliger
Vater,
bitte
wenigstens
an
unserer
Stelle.“
Die
konservative
�Lidove
noviny“
zeigt
auf
dem
Titel
ein
gro�es
Bild
des
Papstes.
Im
Leitartikel
wird
Benedikt
XVI.
als
ein
kontroverser
Papst
pr�sentiert.
Dabei
zieht
das
Blatt
in
einem
Kommentar
einen
Vergleich
zu
Johannes
Paul
II.:
Mit
diesem
�verbinden
sich
Gef�hl,
Einf�hlungsverm�gen,
Entschuldigungen
f�r
die
S�nden
der
Kirche
und
die
�kumene“.
Mit
Benedikt
XVI.
w�rden
nach
Ansicht
des
Blattes
eher
�Vernunft,
Rationalit�t,
wissenschaftliche
Polemik
und
die
Verteidigung
der
Wahrheit“
assoziiert.
Johannes
Paul
II.
sei
applaudiert
worden,
Papst
Benedikt
rufe
Widerspruch
hervor.
�Doch
ist
das
ein
Fehler?"
fragt
der
Kommentar
abschlie�end.
Kritische
T�ne
kommen
vor
allem
von
der
ex-kommunistischen,
linken
Tageszeitung
�Pravo“.
Eine
neue
Botschaft
werde
Benedikt
nach
Ansicht
des
Blattes
nicht
mit
nach
Tschechien
bringen:
�In
Prag,
Br�nn
oder
Altbunzlau
werden
wir
sicher
Kritik
an
den
sozialen
Folgen
der
derzeitigen
Wirtschaftskrise
h�ren.“
Auch
hie�
es
in
dem
�Pravo“-Kommentar
:
�Wahrscheinlich
h�ren
wir,
dass
die
Armut
nicht
aus
dem
Mangel
an
Ressourcen
herr�hrt,
sondern
aus
der
Unvollkommenheit
der
Gesellschaft.“
(rv)
Auf dem Flug Richtung Prag erinnerte der Papst den mitreisenden Journalisten an den Freiheitsbegriff
Benedikt
XVI.
rief
dabei
die
mittel-
und
osteurop�ischen
Staaten
auf,
die
Grundidee
der
Freiheit,
so
wie
sie
w�hrend
der
Wende
von
1989
verk�ndet
wurde,
nicht
untergehen
zu
lassen.
20
Jahre
danach
gelte
es,
an
diese
Erinnerungen
anzukn�pfen.
Das
Stichwort
�Freiheit“
m�sse
mit
neuem
Inhalt
gef�llt
werden.
Auf
dem
Flug
von
Rom
nach
Prag
erinnerte
der
Papst
am
Samstagvormittag
an
einen
Satz
des
fr�heren
Dissidenten
und
Staatspr�sidenten
Vaclav
Havel,
der
gesagt
hatte:
�Das
Fundament
der
Diktatur
ist
die
L�ge.“
Daraus
folge,
dass
Freiheit
ohne
Bezug
zur
Wahrheit
nicht
gelingen
k�nne,
so
Benedikt
XVI.
Freiheit
k�nne
nicht
Beliebigkeit
und
Z�gellosigkeit
sein;
vielmehr
sei
sie
innerlich
verbunden
mit
der
Wahrheit,
der
Liebe
und
der
Solidarit�t.
Derzeit
sei
die
Freiheit
oft
eine
Idee
ohne
Inhalt.
Wenn
man
sie
nicht
mit
Werten
f�lle,
werde
sie
zugrunde
gerichtet.
Das
sei
die
Botschaft
der
einstigen
Reforml�nder
in
Mittel-
und
Osteuropa,
die
es
jetzt
zu
aktualisieren
gelte.
(rv)
Papst Benedikt XVI. hat dem tschechischen Pr�sidenten ein Mosaikbild geschenkt
Auf
dem
Kunstwerk
ist
der
tschechische
Nationalheilige
Wenzel
dargestellt.
Das
Bild
war
in
dem
alten
Petersdom
bei
einem
Seitenaltar
angebracht.
Dieser
Altar
wurde
beim
Neubau
von
Sankt
Peter
zerst�rt.
(rv)
|
|
|
|
|
27.09.09
|
Papstbesuch in Tschechien: 2. Tag
|
|
|
Br�nn, �kumene und Akademiker
Papst
Benedikt
XVI.
hat
die
Katholiken
in
Tschechien
erneut
zu
einem
entschlossenen
Eintreten
f�r
ihren
Glauben
aufgerufen.
Das
Kirchenoberhaupt
erinnerte
auch
am
zweiten
Tag
seines
Pastoralbesuchs
an
die
M�rtyrer
vergangener
Jahrhunderte,
legte
aber
den
Schwerpunkt
auf
die
aktuellen
Herausforderungen
der
Gesellschaft.
Am
Sonntagmorgen
feierte
Papst
Benedikt
XVI.
eine
Messe
unter
freiem
Himmel
im
m�hrischen
Br�nn
(Brno).
Dazu
versammelten
sich
rund
150.000
Menschen.
Es
war
die
gr��te
religi�se
Zusammenkunft
in
der
Geschichte
der
Tschechischen
Republik.
Am
Nachmittag
begegnete
das
katholische
Kirchenoberhaupt
Vertretern
des
�kumenischen
Rats
der
Kirchen
in
Tschechien.
Eingeladen
hat
dazu
der
Erzbischof
von
Prag,
Kardinal
Miloslav
Vlk.
In
der
Prager
Karlsburg
stand
anschlie�end
eine
Rede
Papst
Benedikts
XVI.
vor
Hochschullehrern
und
Studierenden
auf
dem
Programm.Am
Samstag
hatte
Benedikt
XVI.
zum
Auftakt
seines
Besuches
die
Tschechen
aufgerufen,
nach
der
�berwindung
des
Kommunismus
vor
20
Jahren
zu
ihren
christlichen
Wurzeln
zur�ckzufinden.
Die
Kirche
verlange
keine
Privilegien,
wolle
aber
frei
wirken
k�nnen,
betonte
Papst
Benedikt
XVI.
am
Samstagabend
im
Prager
Veitsdom.F�r
den
dritten
und
letzten
Tag
der
Tschechienreise
sind
am
Montag
ein
Gottesdienst
in
Altbunzlau
geplant.
Au�erdem
wird
der
Papst
eine
besondere
Botschaft
an
die
Jugend
des
Landes
richten.
Am
fr�hen
Montagabend
wird
Benedikt
XVI.
in
Rom
zur�ckerwartet.
(rv)
Messe in Br�nn: Gesellschaft ohne Gott �sinnlos“
Papst
Benedikt
XVI.
hat
die
Katholiken
in
Tschechien
erneut
zu
einem
entschlossenen
Eintreten
f�r
ihren
Glauben
aufgerufen.
Viele
Formen
der
Armut
entst�nden
aus
Isolation
und
der
Ablehnung
Gottes,
sagte
der
Papst
am
Vormittag
bei
einem
Gottesdienst
im
m�hrischen
Br�nn
(Brno).
Zu
der
Messe
unter
freiem
Himmel
in
der
katholisch
gepr�gten
Region
hatten
sich
rund
150.000
Menschen
versammelt.
Es
war
die
gr��te
religi�se
Zusammenkunft
in
der
Geschichte
der
Tschechischen
Republik.
Zahlreiche
Pilger
aus
der
Slowakei,
aus
Ungarn
und
Polen
sowie
aus
�sterreich
und
Deutschland
waren
angereist.
�Die
Erfahrung
der
Geschichte
zeigt,
zu
welcher
Sinnlosigkeit
der
Mensch
gelangt,
wenn
er
Gott
von
seinem
Entscheidungs-
und
Handlungshorizont
ausschlie�t“,
sagte
Papst
Benedikt
in
der
Predigt.
Die
Erfahrung
zeige
auch,
dass
es
�nicht
einfach“
sei,
eine
Gesellschaft
aufzubauen,
die
sich
an
den
Werten
des
Guten,
der
Gerechtigkeit
und
der
Br�derlichkeit
orientiert,
�weil
der
Mensch
frei
ist
und
seine
Freiheit
br�chig
bleibt“.
Radikale
Herausforderungen,
�von
�beln
befreien,
die
den
Geist
bedr�cken“
Die
derzeitige
kulturelle
Situation
in
Tschechien
stelle
eine
�radikale
Herausforderung
f�r
den
Glauben
und
folglich
f�r
die
Hoffnung“
dar,
so
der
Papst
weiter.
Er
zitierte
Passagen
aus
seiner
zweiten
Enzyklika
und
kritisierte
die
Verdr�ngung
von
Religion
ins
Privatleben,
w�hrend
�im
�ffentlichen
Leben
sich
das
Vertrauen
in
den
wissenschaftlichen
und
wirtschaftlichen
Fortschritt
behauptet“
habe.
Dieser
Prozess
sei
zweideutig:
�Die
technischen
Entwicklungen
und
die
Verbesserung
der
sozialen
Strukturen
sind
wichtig
und
gewiss
notwendig,
doch
reichen
sie
nicht
aus,
das
moralische
Wohl
der
Gesellschaft
zu
gew�hrleisten
(vgl.
Spe
salvi,
24).
Der
Mensch
muss
von
den
materiellen
Unterdr�ckungen
befreit
werden,
aber
er
muss
–
und
zwar
tiefer
–
von
den
�beln
erl�st
werden,
die
den
Geist
bedr�cken.“
(rv)
Gemeinsam an christliche Wurzeln erinnern
Keine
�kumenische
Nabelschau,
sondern
der
Aufruf
an
alle
Konfessionen,
die
christlichen
Wurzeln
Europas
in
Erinnerung
zu
rufen:
Das
ist
die
Quintessenz
der
Ansprache
Benedikts
XVI.
bei
einem
�kumenischen
Treffen.
Am
Sonntagnachmittag
war
der
Papst
mit
Vertretern
des
�kumenischen
Rats
der
Kirchen
in
Tschechien
zusammengetroffen.
Eingeladen
hatte
dazu
der
Erzbischof
von
Prag,
Kardinal
Miloslav
Vlk.
Heilsbotschaft
als
Ma�
Gerade
nach
dem
Fall
des
Kommunismus
h�tten
Christen
sich
mit
Menschen
guten
Willens
zusammengetan,
um
ein
gerechtere
Gesellschaft
aufzubauen,
so
der
Papst.
Dennoch
gebe
es
neue
Versuche,
den
Einfluss
des
Christentums
auf
das
�ffentliche
Leben
zur�ckzudr�ngen
�…zuweilen
unter
dem
Vorwand,
dass
seine
Lehre
sch�dlich
sei
f�r
das
Wohl
der
Gesellschaft.
Dieses
Ph�nomen
gibt
uns
zu
denken.“
Schl�sselbegriff
dessen,
was
das
Christentum
zu
bieten
habe,
sei
das
Heil.
Es
bezeichne
etwas
Grundlegendes
und
Universales
�ber
die
Sehnsucht
des
Menschen
nach
Wohlergehen.
An
der
Heilsbotschaft
des
Evangeliums
m�ssten
die
Christen
immer
neu
Ma�
nehmen.
Evangelium
keine
Ideologie
Gerade
weil
das
Evangelium
keine
Ideologie
ist,
beabsichtige
es
nicht,
die
entstehenden
sozial-politischen
Gegebenheiten
in
ein
starres
Schema
zu
pressen.
Vielmehr
stehe
es
�ber
den
Ver�nderungen
dieser
Welt
und
werfe
in
jeder
Zeitepoche
neues
Licht
auf
die
W�rde
der
menschlichen
Person.
(rv)
Korrespondentensicht: �Nicht nur Ablehnung“
Der
Empfang
des
Papstes
auf
den
Stra�en
in
Prag
war
am
Samstag
eher
verhalten.
Nat�rlich,
k�nnten
wir
Beobachter
jetzt
sagen,
nur
rund
30
Prozent
der
Tschechen
sind
katholisch
und
das
kommunistische
Regime
hat
wohl
ganze
Arbeit
geleistet.
In
Br�nn
wurde
rund
um
den
Gottesdienst
dagegen
getanzt
und
gefeiert.
Bestimmten
da
die
Pilger
aus
den
Nachbarl�ndern
das
Bild
oder
ist
der
Unterschied
zwischen
Hauptstadt
und
Land
so
gro�?
K�nnte
es
auch
sein,
dass
ein
Gro�teil
der
Bev�lkerung
Jubel
und
Fahnenschmuck
zu
lange
von
oben
verordnet
bekommen
hat?
(rv)
Schweizer Botschafter in Tschechien: �Papstbesuch spricht alle an“
Eine
positive
Zwischenbilanz
der
Papstvisite
in
Tschechien
hat
der
Schweizer
Botschafter
beim
Heiligen
Stuhl
und
in
der
Tschechischen
Republik,
Jean-Fran�oise
Kammer,
gezogen.
Allein
die
Tatsache,
dass
der
Papst
dem
stark
s�kular
gepr�gten
Land
einen
Besuch
abstatte,
sei
bereits
ein
Erfolg,
meinte
der
Botschafter
im
Interview
mit
unserer
Prag-Korrespondentin
Antje
Dechert.
Das
gelte
nicht
nur
f�r
die
katholische
Kirche:�Gerade
auch
nicht
gl�ubige
Menschen
haben
w�hrend
des
Papstbesuchs
die
M�glichkeit,
sich
mit
den
christlichen
Wurzeln
des
Landes
auseinanderzusetzen
und
diese
besser
kennenzulernen“,
so
Kammer.
Der
Diplomat
war
beim
Treffen
Benedikts
XVI.
mit
hohen
Politikern
des
Landes
und
dem
diplomatischen
Corps
im
Spanischen
Saal
der
Prager
Burg
dabei.
�Der
Papst
wird
hier
offiziell
voll
wahrgenommen“,
sagte
Kammer.
Als
bedeutsam
wertete
er,
dass
der
Papst
seinen
Besuch
auch
in
den
Rahmen
des
Gedenkens
an
die
�Wende“
vor
20
Jahren
gestellt
habe.
�Der
pastorale
Besuch
hat
auch
eine
politische
Dimension,
die
alle
anspricht“,
so
Kammer.
Zur
noch
offenen
Frage
eines
Konkordates
zwischen
Vatikan
und
der
Tschechischen
Republik
stellte
Kammer
fest,
�dass
diese
Frage
mit
vielen
geschichtlichen
Elementen
verbunden
ist“.
Deshalb
werde
das
Abkommen
von
politischer
Seite
noch
weiter
gepr�ft.
(rv)
|
|
|
|
|
28.09.09
|
Papstbesuch in Tschechien: 3. Tag
|
|
|
Abschied in Prag: Papst sagt Tschechen �Ahoj“ und zitiert Kafka
Papst
Benedikt
XVI.
hat
sich
mit
einer
Ansprache
am
Flughafen
in
Prag
f�r
die
Gastfreundschaft
der
Tschechen
bedankt.
Er
erinnerte
erneut
an
die
Befreiung
des
Landes
�von
der
atheistischen
Unterdr�ckung“
und
fasste
die
H�hepunkte
der
Reise
zusammen.
Der
tschechische
Pr�sident
Vaclav
Klaus
zeigte
sich
sehr
zufrieden
mit
dem
Papstbesuch.
Benedikt
sei
�berzeugend
gewesen,
sagte
Klaus
vor
Journalisten.
(rv)
Papst feiert Messe in Altbunzlau
Am
letzten
Tag
seiner
Tschechien-Reise
ist
Papst
Benedikt
XVI.
in
den
Wallfahrtsort
Altbunzlau
(Star�
Boleslav)
nahe
Prag
gereist.
Dort
stand
am
Vormittag
eine
Messe
zum
Gedenken
an
den
Nationalheiligen
Wenzel
auf
dem
Programm.
Vor
dem
Gottesdienst
auf
einem
Freigel�nde
besuchte
der
Papst
die
Wenzelskirche
und
verehrte
die
dort
ausgestellten
Reliquien
des
ersten
b�hmischen
K�nigs.
Anschlie�end
begr��te
er
in
der
Kirche
einige
alte
und
kranke
Priester.
F�r
die
tschechische
Kirche
ist
der
Gedenktag
des
heiligen
Wenzel
am
28.
September
mit
einer
traditionellen
Wallfahrt
nach
Altbunzlau
verbunden.
(rv)
Mit �Gottesfurcht“ zu gerechter Welt
50.000
Menschen
waren
gekommen,
darunter
viele
aus
�sterreich,
Deutschland,
der
Slowakei
oder
Polen.
Manche
hatten
schon
die
Nacht
auf
freiem
Feld
verbracht.
Der
Papst
predigte
�ber
den
heiligen
Wenzel,
nannte
ihn
�ein
Vorbild
der
Heiligkeit
f�r
alle“
–
und
stellte
dann
ein
paar
ernste
Fragen:
�Ist
in
unseren
Tagen
die
Heiligkeit
noch
aktuell?
Ist
das
nicht
vielmehr
ein
wenig
attraktives
und
unwichtiges
Thema?
Sucht
man
heute
nicht
eher
den
Erfolg
und
das
Ansehen
bei
den
Menschen?
Aber
wie
lange
bleibt
der
irdische
Erfolg
bestehen
und
was
ist
er
wert?“
Benedikt
erinnert
an
die
Zeit,
die
vor
genau
zwanzig
Jahren
zu
Ende
ging:
an
das
kommunistische
Regime
�ber
Osteuropa.�Das
vergangene
Jahrhundert
hat
–
und
euer
Land
war
Zeuge
dieser
Ereignisse
–
nicht
wenige
Machthaber
fallen
sehen,
die
scheinbar
fast
unerreichbare
H�hen
erklommen
hatten.
Pl�tzlich
standen
sie
ohne
ihre
Macht
da.
Wer
Gott
geleugnet
hat
und
ihn
weiter
leugnet
und
deshalb
auch
den
Menschen
nicht
achtet,
scheint
ein
leichtes
Leben
zu
haben
und
materiellen
Erfolg
zu
erzielen.
Aber
es
gen�gt,
an
der
Oberfl�che
zu
kratzen,
um
festzustellen,
dass
in
diesen
Menschen
Traurigkeit
und
Unzufriedenheit
herrscht.
Nur
wer
im
Herzen
die
heilige
,Gottesfurcht’
bewahrt,
hat
auch
Vertrauen
in
den
Menschen
und
setzt
sein
Leben
f�r
den
Aufbau
einer
gerechten
und
br�derlichen
Welt
ein.“
(rv)
Papst an Jugendliche: �Mit Euch f�hle ich mich jung!“
�Ihr
seid
die
Hoffnung
der
Kirche!“
Mit
diesen
Worten
hat
sich
Papst
Benedikt
bei
einer
Messfeier
am
Fest
des
Heiligen
Wenzels
nahe
der
tschechischen
Ortschaft
Altbunzlau
(Stara
Boleslav)
an
die
Jugend
des
Landes
gewandt.
Mehr
als
zehntausend
Jugendliche
nahmen
an
dem
Gottesdienst
teil.
�Mit
Euch
f�hlt
sich
auch
der
Papst
jung!“
sagte
Benedikt
und
dankte
den
jungen
Menschen
f�r
ihr
Kommen,
das,
so
der
Papst
w�rtlich,
�mich
die
Begeisterung
und
die
Gro�z�gigkeit
sp�ren
l�sst,
welche
die
Jugendlichen
auszeichnen“.
Der
Papst
die
Jugendlichen
auf,
Christus
nachzufolgen
und
�verantwortungsbewusst“
die
Grundlagen
f�r
ihre
Zukunft
zu
legen.
In
jedem
Jugendlichen
gebe
es
�ein
Streben
nach
Gl�ck“.
Dieses
werde
aber
von
der
heutigen
Konsumgesellschaft
oft
�auf
falsche
und
entfremdende“
Weise
ausgenutzt,
kritisierte
der
Papst.
�In
eurem
Alter
trifft
man
n�mlich
die
ersten
gro�en
Entscheidungen,
die
ein
Leben
zum
Guten
oder
zum
B�sen
hin
ausrichten
k�nnen.
Leider
lassen
sich
nicht
wenige
von
euren
Altersgenossen
durch
illusorische
Trugbilder
von
k�nstlichen
Paradiesen
verlocken
und
finden
sich
dann
in
trauriger
Einsamkeit
wieder.
Es
gibt
aber
auch
viele
Jugendliche,
die
(…)
die
Lehre
in
die
Tat
umsetzen
wollen,
um
ihrem
Leben
einen
vollen
Sinn
zu
geben.“
Die
Sehnsucht
junger
Menschen
nach
Gl�ck
m�sse
ernst
genommen
werden
und
erfordere
eine
umfassende
Antwort,
so
Benedikt
XVI.
Gott
habe
jedem
eine
besondere
Sendung
in
Kirche
und
Gesellschaft
anvertraut,
so
Benedikt
weiter.
Das
k�nnten
Ehe
und
Familie,
aber
auch
die
Berufung
zum
Priester
sein.(rv)
Altbunzlau: Dank an deutschsprachige Besucher
Den
Gottesdienst
im
Wallfahrtsort
Altbunzlau
haben
auch
mehrere
zehntausend
Pilger
und
Besucher
aus
den
deutschsprachigen
L�ndern
besucht.
Am
Ende
des
Festgottesdienstes
wandte
sich
Benedikt
XVI.
an
die
zahlreichen
G�ste
aus
Deutschland
und
�sterreich.(rv)
R�ckblick auf Sonntagabend: Flammendes Pl�doyer f�r akademische Freiheit
Vor
der
universit�ren
Elite
Tschechiens
hat
Papst
Benedikt
XVI.
ein
Pl�doyer
f�r
die
akademische
Freiheit
gehalten.
Nach
dem
�Sieg
des
menschlichen
Geistes“
�ber
eine
totalit�re
Ideologie
d�rfe
die
Forschung
jetzt
nicht
Beute
eines
Relativismus
werden,
der
Vernunft
und
Wahrheit
voneinander
abkoppele,
warnte
Benedikt
XVI.
in
einer
Rede
vor
rund
500
Vertretern
des
akademischen
Lebens
am
Sonntag
in
der
Prager
Burg.
Eingeladen
hatte
der
Rektor
der
traditionsreichen
Karlsuniversit�t,
Vaclav
Hampl.
Die
Zeit
der
Eingriffe
von
Seiten
des
politischen
Totalitarismus
sei
vorbei
so
Benedikt.
Allerdings
sei
zu
beklagen,
dass
auf
der
ganzen
Welt
die
akademische
Forschung
subtil
dazu
gezwungen
werden,
sich
dem
Druck
ideologischer
Interessensgruppen
und
der
Verlockung
kurzzeitiger
utilitaristischer
Ziele
zu
beugen.
�Was
wird
passieren,
wenn
unsere
Kultur
nur
auf
Modethemen
mit
geringem
Bezug
zu
einer
echten
historischen
intellektuellen
Tradition
beziehungsweise
auf
den
am
lautesten
beworbenen
oder
am
besten
finanzierten
Ansichten
gr�ndet?
Was
wird
passieren,
wenn
sie
sich
in
ihrer
Angst,
einen
radikalen
S�kularismus
zu
bewahren,
von
ihren
Leben
spendenden
Wurzeln
abschneidet?
Unsere
Gesellschaften
werden
nicht
vern�nftiger,
toleranter
oder
flexibler
werden,
sondern
br�chiger
und
weniger
aufnahmef�hig,
und
es
wird
ihnen
immer
schwerer
fallen
zu
erkennen,
was
wahr,
edel
und
gut
ist.“
(rv)
Lombardis Abschlussbilanz: �Papst wollte Botschaft der Hoffnung vermitteln“
Zum
Abschluss
der
Papstreise
in
die
Tschechische
Republik
hat
unsere
Korrespondentin
vor
Ort,
Antje
Dechert,
den
Vatikansprecher,
Pater
Federico
Lombardi,
um
eine
Bilanz
gebeten.
Das
Leitmotiv
der
Reise
war
seiner
Ansicht
nach
�Hoffnung“.
Die
jungen
Menschen
h�tten
am
Montagmorgen
gezeigt,
�dass
sie
diese
Botschaft
gut
verstanden
haben“.
Der
Papst
habe
nicht
von
den
politischen
Aspekten
der
europ�ischen
Einheit
gesprochen,
sondern
den
Akzent
auf
die
gemeinsamen
Werte
und
christlichen
Wurzeln
gelegt,
so
Lombardi.
�Der
Papst
sagt:
Wenn
man
nicht
einen
gemeinsamen
Willen
demonstriert,
die
Wahrheit
zu
suchen,
kann
der
Weg
f�r
die
Bildung
einer
Gemeinschaft
von
V�lkern
nicht
sehr
weit
gehen.
Deshalb
hat
er
die
Tiefe
der
christlichen
europ�ischen
Kultur
betont.
Er
hat
in
der
Tschechischen
Republik
besonders
Europa
als
Haus
bezeichnet.
Ein
gemeinsames
Heim,
das
wirklich
ein
Ort
der
gemeinsamen
Werte,
Traditionen
und
Hoffnungen
ist,
das
ist
die
Hauptbotschaft
des
Papstes.
Diese
Botschaft
der
Hoffnung
ist
nicht
nur
f�r
die
katholische
Kirche
und
die
Jugendlichen
wichtig,
sondern
auch
f�r
alle
V�lker
Europas.“
(rv)
Lombardi: �Papst zufrieden mit Verlauf der Reise“
Bereits
am
Sonntagabend
hat
Vatikansprecher
Pater
Federico
Lombardi
vor
Journalisten
in
Prag
im
Namen
des
Papstes
eine
positive
Zwischenbilanz
gezogen.
Der
Papst
sei
�wohlauf“
und
mit
dem
Verlauf
der
Tschechien-Reise
sehr
zufrieden.
Besonders
gefallen
habe
ihm
die
Messfeier
in
Br�nn
(Brno).
�Der
Papst
ist
ein
gro�er
Pastor
und
war
daher
sehr
erfreut
angesichts
der
Teilnahme
so
vieler
Leute“,
sagte
Lombardi
gegen�ber
Radio
Vatikan.
Besonders
beeindruckt
habe
Benedikt
XVI.
auch
die
Rede
des
Rektors
der
Karlsuniversit�t.
Beim
dem
Treffen
mit
der
universit�ren
Elite
des
Lande
habe
das
gemeinsame
Interesse
an
�Inhalten“
im
Vordergrund
gestanden,
betonte
Lombardi.
Der
innere
Zusammenhang
zwischen
Wahrheit
und
Freiheit
st�nde
im
Zentrum
der
Botschaft,
die
der
Papst
im
Gedenkjahr
an
die
�samtene
Revolution“
von
1989
den
Tschechen
n�her
bringen
wolle.
Die
Suche
der
Freiheit
nach
Wahrheit
sei
der
�Refrain“
der
Papstreden
der
vergangenen
Tage,
erkl�rte
der
Vatikansprecher.
(rv)
|
|
|
|
|
29.09.09
|
Tschechien: Medien bilanzieren positiv
|
|
|
Selbst
die
betont
s�kularen
Medien
der
tschechischen
Republik
ziehen
eine
positive
Bilanz
des
Papstbesuches
in
ihrem
Land.
Unsere
Korrespondentin
Antje
Dechert:
�Alle
gro�en
tschechischen
Tageszeitungen
machen
heute
mit
Berichten
�ber
die
Papstreise
auf.
Nachdem
in
den
ersten
Tagen
der
Reise
sehr
kritisch
�ber
den
Papst
und
seine
Pastoralvisite
geschrieben
wurde,
stehen
jetzt
doch
die
Inhalte
der
Reden
Benedikts
im
Vordergrund.
Es
geht
nicht
mehr
nur
um
etwa
das
Verkehrschaos,
das
die
hohen
Sicherheitsvorkehrungen
ausgel�st
hatten,
sondern
die
Zeitungen
reflektieren
�ber
die
Bedeutung
des
Papstbesuchs
f�r
die
Tschechische
Republik
und
die
Kirche
dort;
der
Papstbesuch
habe
die
guten
Beziehungen
zwischen
Staat
und
Kirche
best�tigt,
so
die
Zeitungen.
Positiv
bewertet
wird
auch,
dass
der
Papst
zum
Beispiel
in
der
Konkordatsfrage
keine
aggressiven
Anspr�che
gestellt
hat.
Die
Berichterstattung
spiegelt
also
insgesamt
eine
positive
Meinung
wieder.
Und
emblematisch
ist
vielleicht
der
Titel
einer
liberalen
Zeitung
-
"Papst
hat
Vaclav
Klaus
gefallen“,
die
n�chterne,
aber
dann
doch
im
Endeffekt
eher
positive
Einstellung.“
Im
Jahr
20
nach
dem
Mauerfall
besuchte
Papst
Benedikt
nicht
Deutschland,
sondern
die
Tschechische
Republik.
Aber
er
ging
in
seinen
Ansprachen
stets
auf
die
gesamteurop�ische
Bedeutung
der
Wende
ein
und
zeigte
auch
Pr�fsteine
f�r
ein
geeintes
Europa.
�Europa
ist
nicht
nur
ein
Kontinent,
sondern
ein
Zuhause,
das
hat
er
in
seiner
Rede
an
die
Politiker
gesagt
und
dabei
gefordert,
dass
die
geistigen
und
geistlichen
Wurzeln
ganz
Europa
gemeinsam
sind
auch
in
Zukunft
Leitlinien
sein
m�ssen,
um
nach
zwanzig
Jahren
Mauerfall
die
damals
gewonnene
Freiheit
weiterhin
zu
garantieren.
Freiheit,
so
hat
Benedikt
an
mehreren
Stellen
gesagt,
darf
nicht
missbraucht
werden
oder
in
einen
leeren
Konsumismus
oder
Hedonismus
abdriften,
sondern
muss
dem
Gemeinwohl
dienen.
Von
daher
hat
dieser
Besuch
hier
in
Tschechien
doch
auch
eine
gesamteurop�ische
Dimension.“
(rv)
|
|
|
nach oben > >
|
|
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10/2009
|
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01.10.09
|
Der Papst reist im n�chsten Juni nach Zypern
|
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|
Das
k�ndigte
der
Pr�sident
des
griechischen
Inselteils,
Demetris
Christofias,
am
Donnerstag
an.
Jerusalems
Lateinischer
Patriarch,
der
auch
f�r
Zyperns
Katholiken
zust�ndig
ist,
hat
die
Nachricht
best�tigt.
(rv)
|
|
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|
|
01.10.09
|
I
m Vatikan: Nachdenken �ber Menschenhandel
|
|
|
Der
Vatikan
besch�ftigt
sich
in
diesen
Tagen
in
einem
internationalen
Kongress
mit
Seelsorge
an
Menschen
unterwegs.
In
diese
Kategorie
fallen
beispielsweise
Fl�chtlinge,
Obdachlose
und
Opfer
von
Menschenhandel.
Aus
Deutschland
hat
der
P�pstliche
Migrantenrat,
der
die
Tagung
ausrichtet,
Schwester
Lea
Ackermann
eingeladen.
Sie
setzt
sich
mit
ihrer
Organisation
�Solwodi“
f�r
Frauen
und
Kinder
ein,
die
durch
Menschenhandel
als
Zwangsprostituierte
missbraucht
werden.
Schwester
Lea
beobachtet
eine
wachsende
Sensibilit�t
f�r
das
Thema,
gerade
unter
Ordensfrauen.
�In
Italien
zum
Beispiel
ist
es
gelungen,
dass
die
Ordensschwestern
sehr
stark
zusammenarbeiten
und
auch
Frauen
und
Kinder
aufnehmen
in
ihre
H�user.
In
Deutschland
arbeiten
bei
Solwodi
47
Sozialarbeiterinnen
und
Psychologinnen
mit
diesen
Zwangsprostituierten,
davon
sind
17
Ordensfrauen
aus
13
verschiedenen
Gemeinschaften.
Also
die
Ordensfrauen
haben
schon
ein
sehr
waches
Auge
f�r
die
unmenschliche
Ausbeutung
von
Frauen
und
Kindern.“
Fast
25
Jahre
ist
Schwester
Lea
schon
im
Einsatz
f�r
Opfer
von
Frauen-
und
Menschenhandel.
Sie
gilt
als
Pionierin
f�r
die
Verteidigung
der
Menschenrechte
zwangsprostituierter
Frauen
und
Kinder.
�Als
ich
vor
25
Jahren
auf
dieses
Problem
aufmerksam
gemacht
wurde
durch
den
Kontakt
mit
Frauen
in
der
Prostitution
in
Kenia,
sagte
mir
eine
16-j�hrige:
Ich
bin
doch
nicht
jung,
ich
habe
schon
ein
dreij�hriges
Baby,
aber
kuck
mal,
da
hinten
das
M�dchen
ist
erst
14
und
die
hat
gestern
ein
Kind
zur
Welt
gebracht
und
es
in
der
Toilette
ertr�nkt...
Damit
will
ich
nicht
dieses
M�dchen
an
den
Pranger
stellen,
sondern:
In
welche
Situationen
kommen
diese
Kinder.
Ein
M�dchen
von
14
ist
ein
Kind!
Das
hat
mich
damals
auf
die
Palme
gebracht
und
ich
habe
gedacht:
Die
Touristen,
die
sich
eine
Weltreise
leisten
k�nnen,
kommen
in
diese
L�nder
und
nutzen
diese
Armut
und
das
Elend
aus
und
kaufen
sich
billiges
Vergn�gen
zu
Lasten
von
Frauen
und
Kindern.“
Schwester
Lea
bef�rwortet
sehr,
dass
sich
der
Vatikan
mit
dem
Thema
Zwangsprostitution
besch�ftigt.
Ihre
Organisation
ist
auch
in
verschiedenen
afrikanischen
L�ndern
aktiv.
Mit
Blick
auf
die
bevorstehende
Bischofssynode
�ber
Afrika
w�rde
sich
die
deutsche
Ordensfrau
w�nschen,
dass
die
Anliegen
von
Frauen
auf
dem
schwarzen
Kontinent
mehr
Beachtung
finden.
�Es
sind
eigentlich
die
Frauen,
die
Afrika
bis
jetzt
am
Leben
gehalten
haben.
Sie
sorgen
f�r
die
Ern�hrung,
sie
sorgen
f�r
die
Familie.
Sie
setzen
sich
ganz
ein.
Aber
andererseits
–
Entscheidungen
treffen
nur
die
F�hrungsgruppen,
und
da
sind
sehr
wenige
Frauen
drin.
�hnliches
gilt
f�r
die
Kirche.
Auch
dort
kommen
Frauen
sehr
wenig
zu
Wort.
Es
w�re
mein
Wunsch,
dass
Anliegen
der
Frauen
zur
Sprache
kommen
und
Gruppen
gebildet
werden,
damit
Frauen
das
sagen
k�nnen,
was
ihnen
gro�e
Sorgen
macht.“
(rv)
|
|
|
|
|
02.10.09
|
Synode: 400 Teilnehmer, 3 Sonderg�ste, 3 Sprachen
|
|
|
Rund
400
Personen
werden
ab
Sonntag
im
Vatikan
an
der
internationalen
Sondersynode
zu
Afrika
teilnehmen.
Erzbischof
Nikola
Eterovic,
Generalsekret�r
der
Synode,
hat
an
diesem
Freitag
vor
Journalisten
letzte
Details
zum
Ablauf
der
Bischofsversammlung
bekannt
gegeben.
Gudrun
Sailer
berichtet.
Papst t�glich dabei
Papst
Benedikt
wird,
wie
schon
bei
der
Bibelsynode
im
Herbst
vergangenen
Jahres,
nahezu
t�glich
an
den
Sitzungen
teilnehmen.
244
Synodenv�ter
werden
in
der
Aula
anwesend
sein,
die
meisten
von
ihnen
Bisch�fe.
79
von
ihnen
sind
Synodenv�ter
kraft
ihres
Amtes,
129
wurden
gew�hlt
und
36
direkt
vom
Papst
benannt.
Fast
200
der
Synodenv�ter
stammen
aus
Afrika.
Benedikt
XVI.
verf�gte,
dass
alle
25
Dikasterienleiter
der
Kurie
als
Synodenv�ter
an
der
Versammlung
teilnehmen,
au�erdem
alle
14
afrikanischen
Kardin�le
und
alle
Vorsitzenden
der
nationalen
und
regionalen
Bischofskonferenzen.
Der
Vatikan
legte
bei
der
Vorbereitung
�berdies
Wert
darauf,
dass
von
jedem
der
53
L�nder
Afrikas
mindestens
ein
Bischof
zur
Synode
kommt,
f�hrte
Eterovic
aus.
H�rer und Experten
Neben
dem
Kreis
der
Synodenv�ter
nehmen
zwei
weitere
Gruppen
an
den
Beratungen
teil:
die
H�rer
und
die
Experten.
Die
Gruppe
der
H�rer
besteht
aus
49
Personen,
davon
20
Frauen,
von
den
29
Experten
sind
zehn
Frauen.
Assistenten,
�bersetzer
und
Techniker
vervollst�ndigen
die
Teilnehmerliste.
Papst
Benedikt
hat
drei
Sonderg�ste
eingeladen,
die
sich
an
je
einem
bestimmten
Tag
in
die
Beratungen
einschalten:
Seine
Heiligkeit
Abune
Paulos,
Patriarch
der
�thiopischen
Orthodoxen
Tewahedo
Kirche,
der
40
Millionen
Gl�ubige
angeh�ren.
Weiters
Rudolf
Adada,
den
ehemaligen
Leiter
der
UNAMID-Mission
in
Darfur,
sowie
Jacques
Diouf,
Generaldirektor
der
UN-Weltern�hrungsorganisation
FAO.
Diouf,
�brigens
der
erste
muslimische
Sondergast
eine
Bischofssynode,
wird
am
12.
Oktober
�ber
Nahrungsmittelsicherheit
in
Afrika
sprechen.
�Freie Diskussion“
Die
Afrika-Synode
wird
die
dritte
mit
einer
t�glichen
so
genannten
�freien
Diskussion“
sein.
Allerdings
zeigte
die
Erfahrung
der
beiden
vorangegangenen
Synoden,
dass
die
meisten
Redner
das
Forum
nutzen,
um
eine
weitere
Ansprache
zu
halten;
zu
einem
echten
Gedankenaustausch
kam
es
in
der
Vergangenheit
nur
selten.
Wie
oft
Papst
Benedikt
das
Wort
ergreifen
wird,
liegt
an
ihm
selbst;
bei
der
Bibelsynode
war
er
in
erster
Linie
als
aufmerksam
Zuh�render
anwesend.
Offizielle Sprachen
Drei
offizielle
Sprachen
werden
die
Afrikasynode
beherrschen:
Franz�sisch,
Englisch
und
Portugiesisch,
alternativ
k�nnen
die
Reden
auf
Italienisch
gehalten
werden.
Ort
der
Versammlung
ist
die
so
genannte
Synodenaula
im
Obergeschoss
der
vatikanischen
Audienzhalle.
Den
Auftakt
der
Bischofsversammlung
bildet
am
kommenden
Sonntag
ein
Papstgottesdienst
in
St.
Peter;
zu
Ende
geht
die
Synode
mit
einer
Messe
am
25.
Oktober.
(rv)
|
|
|
|
|
05.10.09
|
Kardinal Turkson: �Afrika, ein Kontinent der Chancen“
|
|
|
Afrika
ist
�ein
Kontinent
der
Chancen“,
auch
f�r
die
Kirche.
Das
betonte
Kardinal
Peter
Turkson
aus
Cape
Coast
in
Ghana
in
seiner
Start-Ansprache
der
Sondersynode
f�r
Afrika.
Turkson
ist
Generalrelator
und
fungiert
als
Berichterstatter.
Zwar
sei
das
Bild,
das
Afrika
biete,
immer
noch
sehr
durchwachsen.
�Auf
der
einen
Seite
die
Erfolge
der
Evangelisierung
und
das
Wachstum
der
Ortskirchen,
auf
der
anderen
Seite
das
Elend
und
die
�bel
des
Kontinents.
Hier
der
Mut
und
Pioniergeist
der
Missionare,
dort
der
mangelnde
Einsatz
der
Kirchenleute,
das
Aufkommen
synkretistischer
Tendenzen,
das
Wachstum
der
Sekten,
die
Politisierung
des
Islams
uns
seine
Intoleranz
gegen�ber
Kritikern.
Hier
das
Aufbl�hen
von
Demokratien
und
immer
mehr
kulturell-soziales,
wirtschaftliches
oder
politisches
Bewusstsein
–
dort
despotische
Regime,
Korruption
und
ein
alarmierender
Anstieg
der
Armut.“
Wenn
heute
von
einer
�bl�henden
Kirche
in
Afrika“
gesprochen
werde,
vergesse
man
zu
leicht
den
Umstand,
�dass
sie
in
weiten
Teilen
n�rdlich
des
�quators
so
gut
wie
gar
nicht
existiert.
Ihr
au�erordentliches
Wachstum
betrifft
vor
allem
die
L�nder
s�dlich
der
Sahara.“
Der
Kardinal
aus
Ghana
wies
auch
auf
den
�radikalen
Zusammenhang
zwischen
Regierungsf�hrung
und
Wirtschaft“
hin:
�Eine
schlechte
Regierung
f�hrt
zu
einer
schlechten
Wirtschaft.
Das
erkl�rt
das
Paradox
der
Armut
eines
Kontinents,
der
einer
der
an
Potential
reichsten
der
Welt
ist“,
so
der
afrikanische
Purpurtr�ger.
Er
kam
aber
in
seiner
Analyse
doch
zu
einem
halbwegs
positiven
Res�mee:
�Auch
wenn
der
Kontinent
und
die
Kirche
auf
ihm
noch
nicht
aus
allen
Schwierigkeiten
heraus
sind,
k�nnen
sie
sich
doch
�ber
eine
Reihe
von
Erfolgen
freuen
und
damit
beginnen,
Vorurteile
�ber
Konflikte,
Katastrophen
und
Korruption
zur�ckzuweisen.
Von
den
48
afrikanischen
Staaten
s�dlich
der
Sahara
sind
derzeit
nur
vier
im
Krieg,
und
mindestens
zwei
davon
wegen
ausl�ndischer
Einmischung.
Man
muss
schon
sehen,
dass
es
weniger
Kriege
in
Afrika
gibt
als
in
Asien.
Immer
mehr
Kriegsh�ndler
und
Kriegsverbrecher
werden
gerichtlich
belangt,
etwa
Charles
Taylor
aus
Liberia.
Afrika
wird
von
den
Medien
schon
zu
lange
aller
Dinge
angeklagt,
die
die
Menschheit
verabscheut
–
es
ist
Zeit,
die
Route
zu
�ndern
und
liebevoll
die
Wahrheit
�ber
Afrika
zu
sagen!“
Die
Christen
wollten
f�r
Afrika
�Salz
und
Licht“
sein
–
�als
Diener
der
Vers�hnung,
Gerechtigkeit
und
des
Friedens“.
Afrikas
Kirche
solle
eine
�authentische
Familie
Gottes
werden“,
so
Kardinal
Turkson.
Die
Bischofssynode
bringt
�ber
200
Kirchenleute
aus
ganz
Afrika
mit
der
r�mischen
Kurie
zusammen.
Insgesamt
nehmen
an
die
400
Menschen
an
der
Versammlung
teil.
Sie
dauert
bis
zum
25.
Oktober
und
steht
unter
dem
Motto:
�Die
Kirche
in
Afrika
im
Dienst
von
Vers�hnung,
Gerechtigkeit
und
Frieden“.
Eine
erste
Afrikasynode
hat
1994
stattgefunden.
(rv)
Synode: Erste Eindr�cke
In
der
Synodenaula
verfolgt
f�r
unser
Programm
Gudrun
Sailer
die
Synode
mit.
Stefan
Kempis
fragte
sie
nach
ihren
Eindr�cken
nach
diesem
ersten
Synoden-Vormittag:
�Der
erste
Vormittag
war
sicher
bunter
als
alles,
was
jetzt
folgen
wird.
Ein
gro�er
spiritueller
und
theologischer
Auftakt
durch
Papst
Benedikt,
dann
Organisatorisches
vom
Synoden-Generalsekret�r
Erzbischof
Eterovic
und
ein
Einf�hrungsvortrag
vom
so
genannten
Generalrelator,
Kardinal
Peter
Turkson
aus
Ghana.
Am
ersten
Tag
muss
man
sich
immer
noch
ein
wenig
einfinden
in
eine
solche
gro�e
Versammlung,
einige
Synodenv�ter
kamen
unp�nktlich,
hatten
den
r�mischen
Verkehr
untersch�tzt
–
die
meisten
kommen
eben
auch
von
weit
her
und
aus
g�nzlich
anderen
Lebensrealit�ten.
Es
ist
wirklich
ein
besonderer
und
besonders
lebendiger
Ausschnitt
Weltkirche,
der
sich
hier
im
Vatikan
versammelt.“
(rv)
|
|
|
|
|
06.10.09
|
Synodenv�ter: �Betonung von Rassenunterschieden ist unchristlich“
|
|
|
Die
�Alltagsarbeit“
der
dreiw�chigen
Afrikasynode
hat
an
diesem
Dienstag
im
Vatikan
begonnen.
Gudrun
Sailer
hat
die
Diskussionsbeitr�ge
verfolgt:
Erster
der
rund
15
Redner
vom
Vormittag
war
ein
Gast,
n�mlich
Abuna
Paulos,
Patriarch
der
�thiopischen
orthodoxen
Tewahedo
Kirche.
Angesichts
schwieriger
werdender
Lebensumst�nde
in
Afrika
rief
der
Patriarch
im
Vatikan
die
christlichen
Kirchen
dazu
auf,
gemeinsam
eine
�christliche
Intelligenz
der
Liebe“
zu
pflegen.
An
konkreten
Herausforderungen
nannte
er
die
wachsende
Gefahr
durch
Terrorismus,
gewissenlose
Ausbeutung
der
Rohstoffe
durch
Nicht-Afrikaner,
Abwanderung,
Kindersoldaten
und
Aids;
afrikanische
HIV-Infizierte
m�ssten
dieselben
Therapien
wie
Europ�er
erhalten,
so
der
Patriarch.
Papst
Benedikt
rief
in
einer
kurzen
Dankesrede
an
den
Gast
die
Kirche
dazu
auf,
an
einer
integeren
und
solidarischen
Gesellschaft
mit
zu
bauen.
"M�rderische Verbrechen“
Kardinal
Angelo
Sodano
sprach
in
einem
interessanten
Vortrag
�ber
die
zunehmende
Betonung
von
Rassenunterschieden
in
Afrika
–
�eine
antichristliche
Vorstellung“,
wie
der
Dekan
des
Kardinalskollegiums
hervorhob.
Die
Liebe
zur
eigenen
Nation
sei
zwar
etwas
Edles
und
habe
sich
in
einem
christlichen
Ambiente
herausgebildet.
Auf
Abwegen
f�hre
die
�berbetonung
der
eigenen
Nation
bzw.
Rasse
aber
zu
m�rderischen
Verbrechen
wie
dem
Genozid
von
Ruanda.
Dabei
wurden
1994
aufgrund
hervorgehobener
Rassenunterschiede
800.000
Menschen
ermordet.
Europa
habe
in
Bezug
auf
das
Rassendenken
seine
Lehren
aus
der
Geschichte
gezogen.
Heute
n�herten
sich
die
Nationen
in
Europa
einander
immer
mehr
an,
�und
das
mit
der
Unterst�tzung
der
�rtlichen
Bischofskonferenzen
und
auch
des
Heiligen
Stuhles“,
so
Sodano,
der
16
Jahre
lang
als
Kardinalstaatssekret�r
wirkte.
�Auch uns selbst anklagen“
�Kriege
und
Konflikte
s�en
eine
Kultur
der
Gewalt
und
zerst�ren
das
moralische
Gewebe
unserer
Gesellschaften“,
bekundete
auch
Kardinal
Polycarp
Pengo
von
Tansania.
Leider
seien
auch
Kleriker
nicht
immer
davor
gefeit.
�In
dieser
Synode
m�ssen
wir
den
Mut
haben,
auch
uns
selbst
anzuklagen,
wenn
es
um
Machtmissbrauch
und
die
Rolle
von
Autorit�t
und
Ethnozentrismus
geht.“
Ein
Synodenvater
aus
Kamerun
fragte
sich,
warum
die
Bantu
im
S�den
seines
Landes
eine
so
klare
und
wirksame
Technik
der
Vers�hnung
im
Fall
von
Streitf�llen
h�tten,
hingegen
die
Katholiken
in
seinen
Kirchen
mitunter
nicht
einmal
den
Friedensgru�
austauschen
wollten:
Die
Familienbande
des
Christentums
m�ssten
doch
st�rker
sein
als
jede
Stammestradition,
gab
der
Bischof
zu
bedenken.
�hnliches
war
von
einem
s�dafrikanischen
Bischof
zu
h�ren:
Die
Rassentrennung
bestehe
unterschwellig
auch
in
der
Kirche
fort,
schwarze
und
wei�e
Katholiken
gingen
etwa
nicht
gemeinsam
auf
Wallfahrt,
wei�e
Seminaristen
f�hlten
sich
nicht
im
Frieden
mit
schwarzen.
Das
Res�mee
des
Bischofs:
�Die
Prinzipien
der
Demokratie
sind
noch
immer
nicht
bis
zu
den
Wurzeln
durchgesickert.“
�Gottlose Politik“
Ganz
auf
Bildung
als
probates
Mittel
zur
Vers�hnung
in
Afrika
setzte
ein
Synodenvater
aus
Uganda.
Er
sprach
�ber
Entwicklungen
in
der
Politik.
Keiner
solle
sich
�ber
bestimmte
afrikanische
Machthaber
t�uschen,
sie
seien
blo�
�mildere
Diktatoren“
als
die
Generation
von
Diktatoren
vor
ihnen.
�In
den
meisten
L�ndern
Afrikas
ist
die
Politik,
die
wir
erfahren,
eine
gottlose
Politik.
Diese
Form
von
F�hrung
ist
ein
Brutkasten
f�r
Konflikte“.
Dagegen
sei
kein
anderes
Kraut
gewachsen
als
Bildung
und
Erziehung
zu
Werten.
Der
Synodenvater
regte
an,
grundlegende
demokratische
Prinzipien
–
wie
sie
in
der
Soziallehre
der
Kirche
zu
finden
seien
-
im
Unterricht
festzuschreiben.
(rv)
|
|
|
|
|
07.10.09
|
Synode: �Vers�hnung ist mehr als Wiedergutmachung“
|
|
|
Am
dritten
Tag
der
Afrika-Synode
im
Vatikan
haben
sich
die
rund
300
Bisch�fe,
Experten
und
H�rer
erstmals
in
Sprach-
und
Sachgruppen
zur�ckgezogen.
In
Zirkeln
von
20
bis
30
Teilnehmern
berieten
sie
�ber
anstehende
Fragen
aus
dem
Themenkreis
Vers�hnung,
Gerechtigkeit
und
Friede
–
so
lautet
der
Titel
der
Synode.
�ber
Vers�hnung
nach
der
s�dafrikanischen
Rassentrennungspolitik
der
Apartheid,
die
1994
offiziell
ein
Ende
fand,
hat
unsere
Synoden-Berichterstatterin
Gudrun
Sailer
mit
dem
Bischof
Michael
W�stenberg
gesprochen.
Er
stammt
aus
der
Di�zese
Hildesheim
und
leitet
seit
knapp
zwei
Jahren
die
s�dafrikanische
Di�zese
Aliwal.
�Ich
denke,
es
war
ein
sehr
wichtiger
Prozess,
den
wir
da
hatten.
Ein
Prozess,
der
die
Augen
ge�ffnet
hat,
aber
auch
viele
Fragen
offen
gelassen
hat.
Wenn
wir
nun
in
der
Synode
das
Thema
Vers�hnung
behandeln,
muss
das
wahrscheinlich
tiefer
greifen.
Und
es
stellt
sich
auch
die
Frage,
was
wir
als
Kirche
hier
tun
k�nnen,
wenn
es
um
die
Entwicklung
einer
Spiritualit�t
von
Vers�hnung
geht.
Es
geht
nicht
nur
darum,
Sch�den
wieder
gut
zu
machen
–
auch
das
ist
wichtig
–
sondern
es
geht
auch
darum,
Grundhaltungen
einzu�ben.
Und
da
haben
wir,
denke
ich,
noch
�berall
einen
weiten
Weg
von
uns,
bis
wir
dahin
kommen.“
Einer
der
afrikanischen
Bisch�fe
hat
das
am
Dienstag
auch
bei
der
Synode
angemerkt.
Er
sagte,
im
S�den
seines
Landes
habe
der
Stamm
der
Bantu
eine
klare
und
wirksame
Technik
der
Vers�hnung
im
Fall
von
Streitf�llen,
anders
als
die
Katholiken
in
seinen
Kirchen,
die
mitunter
nicht
einmal
den
Friedensgru�
austauschen
wollten...
�F�r
mich
ist
die
Frage,
der
ich
begegne
mit
Blick
auf
Kultur,
manchmal
auch:
Was
ist
die
leitende
Idee
oder
die
vorw�rts
treibende
Kraft?
Ist
es
das,
was
als
kulturelles
Erbe
da
ist,
oder
ist
es
unser
Glaube?
Welche
Rolle
spielt
unser
Glaube
wirklich,
und
wie
tief
sind
wir
darin
verankert?
Ich
denke,
da
sind
gro�e
Herausforderungen
f�r
uns
im
Blick
auf
die
menschliche
Formung.
Denn
ich
habe
den
Eindruck,
Katechese,
oder
was
immer
wir
tun,
ist
noch
sehr
an
der
Oberfl�che
–
wahrscheinlich
ebenso
wie
mit
vielem
auch
in
Europa.
Vielleicht
muss
auch
�berhaupt
erst
das
Interesse
geweckt
werden,
sich
mit
der
Spiritualit�t
der
Vers�hnung
auseinanderzusetzen,
um
dann
Gesellschaft
beeinflussen
zu
k�nnen.
Es
stimmt,
als
Bisch�fe
haben
wir
zwar
in
der
Kirche
eine
Rolle
–
aber
wir
k�nnen
nicht
alles
beeinflussen.
Da
h�ngen
wir
wesentlich
von
der
Zusammenarbeit
mit
den
vielen
Menschen
ab,
die
Kirchenmitglieder
sind
und
kompetent
in
ihren
Aufgaben.
Und
wenn
sie
kompetent
in
ihrem
Glauben
sind,
vielleicht
auch
in
der
Soziallehre,
die
ja
nicht
gerade
sehr
verbreitet
ist
im
Bewusstsein
der
Gl�ubigen,
wenn
da
etwas
gesch�he,
k�nnten
wir
wohl
eine
sehr
kraftvolle
Organisation
sein,
um
Gesellschaft
zu
beeinflussen,
insbesondere
auch
Prozesse,
die
Vers�hnung
bewirken
k�nnen.“
(rv)
Bisch�fe aus Tschad: �Pl�nderung von Bodensch�tzen zu Lasten Afrikas“
Trotz
seiner
reichen
Rohstoffe
und
seines
Potentials
bleibt
Afrika
auch
heute
der
Kontinent,
in
dem
Vernachl�ssigung,
Krieg
und
Krankheit
allt�gliche
Situationen
sind
und
die
Armut
dramatische
Formen
annimmt.
Das
haben
zwei
Bisch�fe
aus
dem
Tschad
bei
der
�Generalkongregation“;
also
der
Plenarversammlung
der
Synode
beklagt.
Sie
legten
den
Synodenv�tern
einen
Text
zur
Abstimmung
vor,
in
dem
von
wildem
Rohstoffabbau
zu
Lasten
ihres
Landes
und
seiner
Einwohner
die
Rede
ist.
W�hrend
der
Tschad
zu
den
zehn
�rmsten
L�ndern
der
Welt
z�hlte,
riefen
seine
Bodensch�tze
die
Begehrlichkeiten
von
konkurrierenden
Weltm�chten
wie
Frankreich,
die
USA
und
j�ngst
auch
China
hervor.
Besonders
in
Bezug
auf
Erd�l
sei
eine
Art
geheime
Pl�nderung
im
Gang.
�Bis
heute
scheint
niemand
in
der
Regierung
bis
hin
zu
lokalen
Stellen
zu
wissen,
wie
viele
Barrel
�l
jeden
Tag
aus
dem
Boden
von
Kome
geholt
werden“,
so
die
beiden
Synodenv�ter.
Parallel
dazu
seien
die
Bewohner
Komes
�von
der
Armut
ins
Elend“
abgeglitten.
�Wem
geh�ren
Afrikas
Ressourcen?“,
fragen
sie.
Die
afrikanischen
Bisch�fe
�oder
der
Heilige
Vater
pers�nlich“
sollten
in
der
Frage
der
Nutzung
von
Bodensch�tzen
durch
multinationale
Konzerne
eingreifen.
In
dieselbe
Kerbe
schlug
ein
Bischof
aus
Nigeria,
einem
der
gr��ten
erd�lexportierenden
L�nder
Afrikas.
Gro�konzerne
und
besonders
China
beuteten
die
Rohstoffe
des
Kontinentes
in
einer
noch
nie
da
gewesenen
Weise
aus,
so
der
Synodenvater
in
Anwesenheit
von
Papst
Benedikt.
Er
wies
auch
auf
die
zunehmende
Umweltverschmutzung
in
bestimmten
afrikanischen
Regionen
hin
und
regte
eine
��kologische
Konversion“
an.
(rv)
Ein Bischof aus der Demokratischen Republik Kongo
musste
indes
�berraschend
abreisen,
weil
abermals
Christen
seiner
Di�zese
Opfer
von
Anschl�gen
geworden
waren.
Die
Kirche
sei
f�r
viele
ver�ngstigte,
gedem�tigte,
missbrauchte
und
zum
Schweigen
gebrachte
Menschen
in
seinem
Land
die
einzige
Unterst�tzung,
so
der
Bischof
Dienstagabend,
als
er
in
der
freien
Diskussion
das
Wort
ergriff.
Aus
der
Demokratischen
Republik
Kongo
sind
zw�lf
Bisch�fe
zur
Synode
geladen.
Das
rapide
Anwachsen
der
Kirche
in
Afrika
hat
nach
Worten
des
vatikanischen
��kumene-Ministers“
Kardinal
Walter
Kasper
die
Fragmentierung
unter
den
Christen
verst�rkt.
Neben
der
historischen
Trennung
infolge
der
Missionierung
durch
unterschiedliche
Kirchen
gebe
es
auch
neue
Spaltungen
insbesondere
durch
charismatische
Bewegungen,
Freikirchen
und
Sekten,
sagte
Kasper
vor
der
Afrika-Synode.
Die
katholische
Kirche
m�sse
den
Kontakt
mit
diesen
Gruppen
verst�rken.
Indessen
hat
der
vatikanische
Pressesaal
den
genauen
Wortlaut
der
Aussage
von
Kardinal
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