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Alle mit “rv” gekennzeichneten Berichte und Nachrichten, mit freundlicher Genehmigung von “Radio Vatikan” in Rom.

zu Radio Vatikan

 

 

 

1/2007

 

 

03.01.07

Israel: Hoffnung auf Papst-Besuch

Papst Benedikt XVI. hofft auf eine baldige Reise nach Jerusalem. Das hat er auch w�hrend den Weihnachtstagen und an Neujahr immer wieder betont. In der Weihnachtsbotschaft richtete er sich direkt an die Katholiken im Nahen Osten. Er wolle in Jerusalem beten, der "Heimat des Herzens" f�r Juden, Christen und Muslime, betonte er. Die Christen im Heiligen Land warten auf ihn und erhoffen viel von einer Papst-Reise nach Jerusalem. Der Generalsekret�r der Bischofskonferenz von Jerusalem und dem Nahen Osten, Pater Pierre Grech, sagte gegen�ber Radio Vatikan: “Wir sehen, dass der Papst das Heilige Land liebt. Denn er hat es nie unterlassen, zu sagen, dass er hierher kommen m�chte. Ich pers�nlich denke, dass sein Besuch hier den Konflikt beruhigen wird. Sein Wunsch beweist, dass es noch Hoffnungen f�r diese Region gibt. Doch das gro�e Problem ist die Auswanderung der Christen aus dem Heiligen Land. Denn sie haben keine Zukunft hier. Wir k�nnen ihnen nicht helfen und m�chten nicht, dass die Aufbewahrung der christlichen Zeugnisse hier, uns zu einem Museum verwandelt.”
Die Christen im Heiligen Land erhoffen sich positive Impulse f�r die �berwindung des Israel-Pal�stina-Konflikts sowie f�r das Leben der Christen im Heiligen Land.
“Der Besuch des Papstes w�rde alle Christen im Heiligen Land ermutigen, hier zu bleiben. Er muss auf jeden Fall hierher kommen, egal welche Umst�nde es geben wird. Selbst wenn es Probleme gibt. Der Aufruf an die Diplomatie muss sich insbesondere an die Vereinigten Staaten richten. Denn die USA sind die einzigen, die hier Etwas zu sagen haben, da sie finanziell sehr einflussreich sind.”
Auch der Verantwortliche im Gaza-Streifen des Rates der christlichen Kirchen im Nahen Osten, Constantin Suad-Aber, betont die Bedeutung der Christen im Heiligen Land.
“Als Christen sind wir ein wichtiger Teil der pal�stinensischen Bev�lkerung. Deshalb k�nnen wir nicht mit unseren pal�stinensischen Br�dern verhandeln, da wir ja selber Teil der Gemeinschaft sind. Die Unterst�tzung sollte vielmehr von den Christen au�erhalb des Heiligen Landes kommen. Sie m�ssen sehen, dass wir hier zusammen mit Muslimen und Juden in Frieden leben wollen. Das ist auch, was wir von einer internationalen Gemeinschaft verlangen, die sich christlich nennt.” (rv)

 

 

 

06.01.07

 

Papstmesse zum Dreik�nigs-Fest

 

Tausende von Menschen haben heute in St. Peter an der Messe des Papstes zum Fest Erscheinung des Herrn teilgenommen. In seiner Predigt ermunterte Benedikt XVI. die Menschen von heute, sich wie die Sterndeuter von damals auf die Suche nach der Wahrheit zu machen. Ein Wort seines Vorg�ngers Johannes Paul II. aufnehmend, rief der Papst den suchenden Menschen unserer Zeit zu: "Habt keine Angst vor Christus, dem Licht der Welt!"
"Das ganze Zweite Vatikanische Konzil war eigentlich motiviert durch den Willen, der zeitgen�ssischen Menschheit Christus als Licht der Welt zu verk�nden", so der Papst. Heute stelle sich die Frage, wieweit die Kirche mit dieser Aufgabe eigentlich gekommen sei - in einer globalisierten Welt, in der nicht mehr Europa oder der Westen im Mittelpunkt stehe. In einer Welt auch, in der die Massenmedien manchmal "unsere F�higkeit zu einer kritischen Synthese schw�chen".
Benedikt machte die Politiker, die Wissenschaftler und die F�hrer gro�er nichtchristlicher Religionen als die "Sterndeuter unserer Zeit" aus. Die Menschheit sei auf der Pilgerfahrt zu Christus, aber auch Gott pilgere sozusagen zum Menschen hin. An die Vertreter der gro�en nichtchristlichen Traditionen gewandt, sagte der Papst: "Lasst euch mit dem Licht Christi konfrontieren! Er ist gekommen, um zu vollenden, was die Hand Gottes in die religi�se Geschichte der Zivilisationen eingeschrieben hat. M�ge keiner Angst haben vor Christus und seiner Botschaft! Und wenn die Christen als begrenzte und s�ndige Menschen ihn im Lauf der Geschichte manchmal verraten haben, dann zeigt das noch deutlicher: Christus ist das Licht, und die Kirche gibt dieses Licht nur weiter, wenn sie eins mit ihm bleibt." (rv)

 

 

 

06.07.07

 

Polen: Morgen feierliche Amts�bernahme von Wielgus

 

Der Fall Wielgus erhitzt in Polen weiterhin die Gem�ter. Stanislaw Wielgus ist der neue Erzbischof von Warschau; er wird morgen feierlich in der Kathedrale der Hauptstadt in sein Amt eingef�hrt. In diesen Tagen musste Wielgus auf Druck der �ffentlichkeit eingestehen, dass er vor Jahrzehnten mit der polnischen Staatssicherheit zusammengearbeitet hat. Er tat dies, um vom kommunistischen Regime die Erlaubnis zu Auslandsreisen zu erhalten, bekr�ftigt aber, er habe bei diesen Kontakten niemandem geschadet.
Die rechtsgerichtete polnische Zeitung Dziennik spricht von der "gr��ten Krise der polnischen Kirche". Wielgus habe mit seinem Mea Culpa zu lange gewartet. Der fr�here Parlamentspr�sident Wieslaw Chrzanowski sagt voraus, die n�chsten Monate "und vielleicht Jahre" w�rden schwer f�r Wielgus und f�r die Gl�ubigen seines Erzbistums.
Kurienkardinal Edmund Casimir Szoka betont in der italienischen Tageszeitung "la Repubblica" , der Vatikan habe sich nach "angemessener Untersuchung" f�r die Ernennung von Wielgus entschieden. F�r diese Ernennung gebe es gute Gr�nde. Szoka w�rtlich: "Ich kann deswegen nur mein v�lliges Vertrauen in die dann getroffene Wahl ausdr�cken." Urteilen sei �brigens "immer schwierig".
Der radikale italienische Politiker Marco Pannella hat das Festhalten des Papstes an Wielgus begr��t. Das sei eine "gro�e zivile Geste", die f�r den "Mut" des Papstes spreche. (rv)

 

 

 

07.01.07

 

Erzbischof von Warschau tritt zur�ck

 

 

Nur zwei Tage nach �bernahme seiner Amtsgesch�fte, am Tag der geplanten feierlichen Einf�hrung, ist der neue Warschauer Erzbischof Stanislaw Wielgus zur�ckgetreten. Das teilte die vatikanische Nuntiatur in Warschau heute mit. Vorangegangen waren heftige Debatten �ber eine langj�hrige Zusammenarbeit von Wielgus mit dem kommunistischen Geheimdienst. Papst Benedikt XVI. nahm das R�cktrittsgesuch an. Mit der Leitung der Erzdi�zese wurde �bergangsweise der vor kurzem aus Altersgr�nden zur�ckgetretene Vorg�nger Wielgus', der polnische Primas Kardinal Jozef Glemp (77), betraut.
Auf Druck der �ffentlichkeit hatte Wielgus am Freitag Abend eingestanden, dass er vor Jahrzehnten mit der polnischen Staatssicherheit zusammengearbeitet hat. Er habe dies getan, um vom kommunistischen Regime die Erlaubnis zu Auslandsreisen zu erhalten, bekr�ftigte aber, bei diesen Kontakten habe er niemandem geschadet.
Vatikansprecher Pater Federico Lombardie erkl�rte am Mittag, das Verhalten Wielgus' habe seinem Ansehen geschadet. Der Amtsverzicht sowie die sofortige Annahme seien die angemessene Rekation auf die aktuelle Lage. Lombardi warnte gleichzeitig vor einem Rachefeldzug gegen die katholische Kirche in Polen. Der Fall Wielgus sei weder der erste noch der letzte dieser Art. Man d�rfe nicht vergessen, so der Vatikansprecher, dass die Geheimdienstakten "von Funktion�ren eines diktatorischen und erpresserischen Regimes angefertigt" seien.
Das polnische Fernsehen hatte heute Morgen gemeldet, die feierliche Amtseinf�hrung in der Warschauer Kathedrale werde abgesagt. Stattdessen fand ab 11.00 Uhr ein Te Deum, eine Dankmesse f�r die 25-j�hrigen Dienste von Kardinal Glemp statt.
Glemp nahm den zur�ckgetretenen Erzbischof in der Predigt vor den Vorw�rfen in Schutz. "�ber Wielgus wurde auf der Basis von dreimal kopiertem Papier geurteilt", so Glemp w�rtlich. "Wir wollen solche Gerichte nicht." Die Gottesdienstbesucher applaudierten. Der Primas von Polen rief dazu auf, Zeugen f�r die Geheimdienstt�tigkeit zu finden, vor allem die Agenten, die Wielgus kontaktiert h�tten. F�r die Aufarbeitung der Vergangenheit reiche es nicht aus, Dokumente zu analysieren.
Wielgus selbst nahm an der Messe teil. Mehrere Geistliche und Journalisten riefen inzwischen dazu auf, den tragisch gedem�tigten Erzbischof nun in Ruhe zu lassen.

(rv)

 

 

 

08.01.07

 

Kardinal Etsou-Nzabi-Bamungwabi verstorben

 

Der Erzbischof von Kinshasa Frederic Etsou-Nzabi-Bamungwabi ist am 06.01.2007 im Alter von 76 Jahren verstorben. Der einzige Kardinal von Zaire starb in einem Krankenhaus in Belgien. Etsou war seit 1991 Erzbischof der Hauptstadt Kinshasa. 1991 wurde Etsou von Papst Johannes Paul II. in den Kardinalsstand erhoben, seine Titelkirche war S. Luca a Piazza de�Armi.

 

 

 

26.01.07

 

Vatikan: Bertone, "mehr Laien und Frauen in den Vatikan"

 

Mehr Laien in der Kirche und im Vatikan, insbesondere Frauen – das hat Kardinalstaatssekret�r Tarcisio Bertone nun in Aussicht gestellt. Er �u�erte sich diesbez�glich bei einem �ffentlichen Vortrag vor Angeh�rigen der Katholischen Aktion Italien, der gr��ten Laienorganisation des Landes.
�Die Wertsch�tzung f�r die Laien, das H�ren auf sie und der Aufschwung f�r den Laienstand in allen seinen Ausformungen ist heutzutage in der Weltkirche verbreitet, auch beim Heiligen Stuhl. Ich hoffe, hier weitere Signale setzen zu k�nnen, was die Anwesenheit von Laien betrifft, M�nnern wie insbesondere Frauen. Denn die weibliche Pr�senz bei den Laien ist mitunter etwas versteckt.“
Als Kardinalstaatssekret�r ist Bertone nach dem Papst der �Zweite Mann“ am Heiligen Stuhl. Er hat das Amt seit vier Monaten inne.
�Ich hoffe, dass ich hier Wege weisen kann zur Anwesenheit von mehr M�nnern und Frauen auch in der r�mischen Kurie. Und dar�ber hinaus w�nsche ich mir, dass dies auch in allen Ortskirchen geschieht.“
Papst Benedikt XVI. selbst hatte bei einem Interview gegen�ber deutschsprachigen Medien, darunter Radio Vatikan, im August vergangenen Jahres dazu eingeladen, �auf Gott zu h�ren, dass wir den auch nicht behindern, sondern uns freuen, dass das Weibliche in der Kirche, wie es sich geh�rt – von der Muttergottes und von Maria Magdalena an – seine kraftvolle Stelle erh�lt.“
(rv)

 

 

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2/2007

 

 

01.02.07

Kardinal Javierre Ortas verstorben

Antonio Maria Kardinal Javierre Ortas erlag in der Nacht zu Donnerstag in seiner r�mische Wohnung einer Herzattacke. Er war von 1988-1996 Pr�fekt der Gottesdienstkongregation. Der Spanier wurde von Papst Johannes Paul II. am 28.06.1988 in den Kardinalsstand erhoben und war Kardinalpriester von S. Maria Liberatrice a Monte Testaccio.

 

 

02.02.07

Deutschland: Kardinal Wetter geht

Kardinal Friedrich Wetter tritt zur�ck. Der Papst hat heute das R�cktrittsgesuch des Erzbischofs von M�nchen und Freising angenommen. Wetter, in Personalunion auch Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz, gab dazu am Mittag im Erzbisch�flichen Ordinariat in M�nchen eine Erkl�rung ab:
"Bei meinem letzten Gespr�ch mit dem Heiligen Vater vor einigen Wochen, habe ich ihn daran erinnert, dass ich am 20. Februar 2008 das 80. Lebensjahr vollenden werde. Im Hinblick auf meinen 80. Geburtstag im n�chsten Jahr hat Papst Benedikt meinen Amtsverzicht jetzt angenommen. Ich habe mich mit ihm dar�ber verst�ndigt, dass ich mein Amt heute, am 2. Februar, dem Fest Maria Lichtmess, in seine H�nde zur�ckgebe."
Mit dem R�cktritt beginnt die Sedisvakanz im Erzbistum. Wetter selbst bleibt f�r diese Zeit Apostolischer Administrator "mit allen Rechten und Vollmachten eines Di�zesanbischofs". Der Papst selbst habe ihm das angetragen, so Wetter.
"Aus Dankbarkeit gegen�ber dem Heiligen Vater und aus meiner Verbundenheit mit ihm wie mit den Gl�ubigen unseres Erzbistums habe ich mich bereit erkl�rt, diesen mir von ihm angetragenen Dienst zu �bernehmen."
Ein solches Verfahren ist in Deutschland nicht �blich, in der Regel w�hlt das Domkapitel den Administrator, der mit eingeschr�nkten Rechten dem Bistum oder Erzbistum vorsteht.
Wetter ist der dienst�lteste deutsche Bischof. Er leitet das Erzbistum M�nchen und Freising seit 1982. Mit Erreichen der kanonischen Altersgrenze von 75 hatte Wetter im Dezember 2002 dem damaligen Papst Johannes Paul II. bereits seinen R�cktritt angeboten, der belie� ihn jedoch - wie bei Kardin�len und Erzbisch�fen meist �blich - noch im Amt.
Der sonst eher Medienscheue und zur�ckhaltende Kardinal wirkte bei der kurzfristig anberaumten Erkl�rung am Mittag gel�st. Sein Statement war drei Minuten lang. Der geb�rtige Pf�lzer und fr�here Bischof von Speyer l�chelte, als er zum Abschluss dem Papst f�r die Aufgabe dankte.
"Ich werde sie gern f�r das mir lieb gewordene Erzbistum M�nchen und Freising erf�llen. M�ge Gottes Segen darauf ruhen. Ich danke Ihnen." ( rv)

Deutschland: Bischof Kamphaus geht
Bischof Franz Kamphaus ist zur�ckgetreten. Am Tag seines 75. Geburtstages hat der Papst erwartungsgem�� das R�cktrittsgesuch des Limburger Oberhirten angenommen. Das teilte Nuntius Erwin Josef Ender heute in einem Festgottesdienst im Limburger Dom mit. "Evangelizare pauperibus" - "Den Armen das Evangelium verk�nden" war Kamphaus' Wahlspruch. Der Einsatz f�r die Armen, f�r Fl�chtlinge und Behinderte geh�rte in den fast 25 Bischofsjahren zu seinen wichtigsten Anliegen. F�r Schlagzeilen sorgte nicht zuletzt sein Umzug in eine Zwei-Zimmer-Wohnung im Priesterseminar; das Bischofspalais �berlie� er einer Fl�chtlingsfamilie aus Eritrea. Bundesweit bekannt wurde Kamphaus auch durch seine unerschrockene und geradlinige Haltung in Sachen Schwangerenkonfliktberatung der katholischen Kirche und dem Verbleib im staatlichen System. F�r ihn eine Frage des Gewissens. Im Gespr�ch mit Radio Vatikan sagte Kamphaus: "Ich bin der Meinung, dass das Gewissen eine Instanz im Menschen ist. Wir m�ssen uns ja vor dem Gewissen verantworten. Mit dieser Formulierung kommt schon zum Ausdruck, dass das Gewissen eine Instanz ist, vor der man bestehen muss. Ich war und bin der Meinung, dass ich durch den Verbleib in der Konfliktberatung mehr Menschen das Leben rette, als wenn wir aussteigen sollten. Der Papst hat das anders verf�gt, ich muss sein Gewissen respektieren, er hatte diese Entscheidung nicht unbegr�ndet getroffen....Dar�ber jetzt nachtr�glich weiter zu reden, lehne ich ab."
Seit September 1999 (bis Herbst 2006) leitete Kamphaus die Kommission "Weltkirche” der Deutschen Bischofskonferenz und geh�rt deren Wissenschaftlicher Arbeitsgruppe an. Davor war er mehrere Jahre Vorsitzender der Kommission f�r das Bisch�fliche Hilfswerk Misereor. Von 1986 bis 1991war er Jugendbischof, zuvor Vorsitzender der Kommission Justitia et Pax.
"Dein Wirken wird Spuren hinterlassen", so der Nuntius im Gottesdienst heute Morgen. "Wir hoffen, deine weisende und mahnende Stimme auch k�nftig noch zu h�ren", sagte Ender und best�tigte damit, dass Kamphaus so manchen Stein ins Rollen gebracht habe. Einen "Rebell" will er sich deswegen aber nicht nennen lassen.
"Rebell - ich wei� nicht, ob die Menschen, die mit mir zusammen leben, mich so unbedingt als Rebellen sehen. Aber Priester aus Leidenschaft - ich habe ein Buch geschrieben und ver�ffentlicht vor 15 Jahren: Priester aus Passion. Passion ist ja Leidenschaft. Das trifft die Sache jedenfalls von meiner Intention her. Ob ich dem in jeden Fall gerecht geworden bin, das ist eine andere Frage. Das mag Gott beurteilen, aber die Intention leidenschaftlich in der Kirche als Priester zu dienen, die hat mich mein Leben lang umgetrieben. Ich hoffe, dass ich dem bis ans Lebensende treu bleiben kann."
Kamphaus will weiter Seelsorger bleiben - in einer Einrichtung f�r geistig behinderte Menschen.
Radio Vatikan widmet Bischof Kamphaus die Sondersendung am Sonntag Abend. (rv)

 

 

03.02.07

Kardinal Franc Rod�, in die vatikanische Sonderkommission "Ecclesia Dei" berufen.

Die Kommission "Ecclesia Dei" wurde im Jahr 1988 von Papst Johannes Paul II. als eine Art Wiedereingliederungsstelle f�r Anh�nger des schismatischen Traditionalisten-Erzbischofs Marcel Lefebvre gegr�ndet. Geleitet wird die Einrichtung von dem kolumbianischen Kardinal Dario Castrillon Hoyos (77), dem ehemaligen Pr�fekten der Kleruskongregation. Der aus Slowenien stammende Kardinal Rod� ersetzt den chilenischen Kurienkardinal Jorge Arturo Medina Estevez, der dieses Amt mit Vollendung seines 80. Lebensjahres Ende 2006 abgegeben hat. (rv)

 

 

16.02.07

Der P�pstliche Rat f�r die Interpretation von Gesetzestexten hat einen neuen Pr�sidenten.

Papst Benedikt XVI. hat das R�cktrittsgesuch von Juli�n Herranz Casado aus Altersgr�nden angenommen. Sein Nachfolger ist Bischof Francesco Coccopalmerio. Der bisherige Weihbischof im Erzbistum Mailand wurde gleichzeitig zum Erzbischof ernannt, sein Titelsitz ist Celiana. Der bisherige Sekret�r, Bischof Bruno Bertagna, wurde zum Stellvertreter ernannt. Neuer Sekret�r im Justizministerium ist der Spanier Juan Ignacio Arrieta Ochoa de Chinchetru, Mitglied der Personalpr�latur Opus Dei. Auch der scheidende Pr�sident Herranz ist Opus-Dei-Mitlglied. (rv)

 

 

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3/2007

 

 

03.03.07

Kardinal Stanislaw Dziwisz hat den aus Polen stammenden Nuntius in der Slowakei, Erzbischof Henryk Nowacki, gegen Geheimdienst-Vorw�rfe verteidigt.

Gegen�ber Radio Vatikan sagte Dzwisz w�rtlich, "diesen Mann angreifen hei�t, alle polnischen Mitarbeiter des Papstes angreifen und damit Johannes Paul II. selber angreifen". Die Angriffe auf Kirchenm�nner in Polen h�tten mittlerweile ein extremes Ausma� erreicht, dies sei f�r anst�ndige Menschen ein Schlag ins Gesicht. Mit Hinweis auf Falschinformationen in der eigenen Geheimdienstakte forderte Dzwiwisz, Geheimdienstquellen nicht f�r bare M�nzen zu nehmen. Medien hatten behauptet, der fr�here Leiter der polnischen Abteilung des Staatssekretariats habe unter dem Decknamen "Henryk" mit dem Geheimdienst in Polen zusammengearbeitet. (rv)

 

 

03.03.07

Neuer Erzbischof f�r Warschau

Warschau hat einen neuen Erzbischof. Papst Benedikt XVI. ernannte Kazimierz Nycz zum Nachfolger des zur�ckgetretenen Stanislaw Wielgus. Nycz ist seit Juni 2004 Bischof von Koszalin-Kolobrzeg (K�slin-Kolberg) und war zuvor Weihbischof in Krakau. Als Oberhirte in Polens Hauptstadt muss sich der 57-J�hrige nun der schmerzhaften Geschichte des polnischen Klerus stellen. War sein Vorg�nger doch am Tag der Amtseinf�hrung wegen Spitzelvorw�rfen zur�ckgetreten. Nycz will nichts vertuschen:
"Von Anfang an war ich �berzeugt, dass man sich der Vergangenheit stellen muss: meiner eigenen genauso wie der, der Priester oder der ganzen Kirche. Dieser Vergangenheit m�ssen wir uns - trotz allem - nicht sch�men. Die Tatsache, dass im Zeitalter des kommunistischen Terrors, der Kontrollen durch die Staatspolizei und der mannigfachen Zerst�rung der Menschen Priester mit der Kollaboration begonnen haben, oder sie hingenommen haben, �ndert daran nichts. Dem Kampf zu widerstehen erforderte Heldenmut. Diese Priester haben aus Schw�che oder Orientierungslosigkeit heraus gehandelt."
Der neue Warschauer Erzbischof gilt als pastoraler Mann, der wei�, auf die Notwendigkeiten einzugehen. Von �bereilten Entscheidungen h�lt er auch in Sachen Geheimdienstvorw�rfen nichts:
"Die Aufdeckung durch Medienberichte war keine L�sung des Problems und wird es auch in Zukunft nicht sein. F�r mich hei�t Aufdeckung schlicht die Reinigung der Kirche entsprechend der Erkl�rung der Bischofskonferenz. Oder auch eine gute Beichte, in der alles Unrecht wieder gut gemacht wird; entsprechend dem Ma�, in dem es geschehen ist - wenn es denn geschehen ist. Man darf nicht �berst�rzt handeln. Man muss die Grundaufgabe der Kirche fortf�hren: das Evangelium verk�nden, die Menschen durch die Sakramente heiligen und Liebe �ben. Sonst nichts…"
Nycz sei einer der vielen Priester, die dem Druck des Staatssicherheitsdienstes nicht nachgegeben h�tten. Das schreibt Tadeusz Isakowicz-Zaleski in seinem jetzt erschienenen Buch "Priester angesichts der Geheimpolizei". (rv)

 

 

22.03.07

Kardinal Vlk k�mpft um seine Kathedrale

Kardinal Miloslav Vlk von Prag ist niedergeschmettert �ber ein Urteil des Obersten Gerichts. Das befand vor kurzem, der Rechtsstreit zwischen Staat und katholischer Kirche um den Prager Veitsdom m�sse von vorne losgehen. Das Prager Berufungsgericht hatte hingegen den Veitsdom im Juni 2006 der Kirche zugesprochen. Der Beschluss des kommunistischen Regimes der Tschechoslowakei, mit dem die Kathedrale 1954 der Kirche enteignet und zum Staatseigentum erkl�rt worden war, sei weiter g�ltig, hie� es in der Begr�ndung des Obersten Gerichts. Kardinal Vlk meint dazu gegen�ber Radio Vatikan: �Dieser Rechtsstreit um die Veits-Kathedrale dauert schon 14 Jahre. Schon dreimal ist von einem Gericht entschieden worden: Sie geh�rt der Kirche. Jetzt hingegen hat das Oberste Gericht in Person eines kommunistischen Richters den Spie� wieder umgedreht: Wir Katholiken sollten die Kathedrale dem Staat aush�ndigen. Wir k�nnen nat�rlich erst einmal nichts dagegen tun, au�er dass wir das Mobiliar retten, das laut Inventar zweifelsfrei uns geh�rt. Das Oberste Gericht hat nicht juridische, sondern politische Argumente vorgebracht - das k�nnen wir nicht akzeptieren. Es f�ngt also wieder ein Prozess ganz von vorne an - und wir sind da ganz entschieden: Wenn wir nicht recht bekommen, gehen wir mit diesem Streit bis nach Stra�burg.” (rv)

 

 

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4/2007

 

 

04.04.07

Kardinalstaatssekret�r Tarcisio Bertone �bernimmt k�nftig auch den Dienst des Camerlengo

Papst Benedikt hat heute den R�cktritt von Kardinal Eduardo Mart�nez Somalo aus Altersgr�nden angenommen und Bertone in Personalunion zu dessen Nachfolger ernannt. Der Camerlengo �bernimmt w�hrend der Sedisvakanz formell die Leitung der Kirche. Er muss den Tod des Papstes feststellen, ihm den Fischerring abnehmen und die p�pstliche Wohnung versiegeln. Unter anderem ist er au�erdem f�r die Vorbereitung der Beisetzungsfeiern und des Konklave zust�ndig. (rv)

 

 

09.04.07

Papst feierte Osternacht im Petersdom

Gestern Abend feierte Benedikt XVI. mit Tausenden Gl�ubigen im Petersdom die Osternacht. Zu Beginn entz�ndete Benedikt an einem Feuer die Osterkerze, die in die dunkle Basilika getragen wurde. Das Licht symbolisiert die �berwindung der Nacht des Todes durch die Auferstehung Christi. Im Exsultet, dem feierlichen Osterlob – vorgetragen durch einen Diakon in der nur von Kerzen erleuchteten Basilika - preist die Kirche die radikale Neusch�pfung des Menschen in der Auferstehung Jesu Christi.
In seiner Predigt meditierte der Papst �ber das Hinabsteigen Christi in das Totenreich und seine R�ckkehr in die Welt der Lebenden – ausgehend von Psalm 119 �Ich bin erstanden und bin immer bei dir. Du hast deine Hand auf mich gelegt.”
�Die Liturgie sieht darin das erste Wort des Sohnes an den Vater nach der Auferstehung, nach der R�ckkehr aus der Nacht des Todes in die Welt der Lebenden. Die Hand des Vaters hat ihn auch in dieser Nacht gehalten, und so konnte er aufstehen, auferstehen.”
Gott l�sst seinen Sohn Jesus nicht los, sondern h�lt ihn – auch im Tod - wie es im Psalm hei�t mit seinen H�nden umschlossen.
�Ich bin auferstanden und bin nun immer bei dir”, sagt er zu einem jeden von uns. Meine Hand h�lt dich. Wohin du auch f�llst, du f�llst in meine H�nde hinein. Auch an der T�r des Todes bin ich da. Dort, wo niemand mehr mit dir gehen kann und wohin du nichts mitnehmen kannst, warte ich auf dich und mache dir die Finsternis zu Licht.“
Benedikt entfaltete die Bedeutung des Karsamstags – was bedeutet der Hinabstieg Jesu in das Reich des Todes?
�Sein Kreuz rei�t die Tore des Todes auf, die unwiderruflichen. Sie sind nicht mehr unwiderruflich. Sein Kreuz, die Radikalit�t seiner Liebe ist der Schl�ssel, der dieses Tor �ffnet. Die Liebe dessen, der als Gott Mensch wurde, um sterben zu k�nnen, sie hat die Kraft, die T�r zu �ffnen. Diese Liebe ist st�rker als der Tod.”
Durch die Inkarnation, die Menschwerdung habe sich der Sohn Gottes mit dem Wesen Menschen geeint.
�Aber erst in dem Augenblick, in dem er den letzten Akt der Liebe vollzieht und absteigt in die Nacht des Todes, vollendet er den Weg der Inkarnation. Durch sein Sterben nimmt er Adam, nimmt er die wartenden Menschen an die Hand und f�hrt sie ans Licht.”
Die Seele des Menschen sei zwar von der Sch�pfung her unsterblich, aber aus eigener Kraft k�nne er das Ziel seines Strebens, die Gemeinschaft mit Gott, nicht erreichen.
�Wir haben keine Fl�gel, die uns in diese H�he tragen k�nnten. Und doch kann dem Menschen nichts anderes auf ewig gen�gen, als mit Gott zu sein.”
Eine Ewigkeit ohne dieses Einssein mit Gott w�re Verdammung, so Papst Benedikt.
�Er nimmt in der Tat das verlorene Schaf auf seine Schultern und tr�gt es heim. An seinem Leib festgehalten leben wir, und in der Gemeinschaft mit seinem Leib reichen wir bis ans Herz Gottes hin. Und so erst ist der Tod �berwunden, sind wir frei und ist unser Leben Hoffnung.”
Eindringlich betete Benedikt am Ende der Liturgie: �Herr, zeige auch heute, da� die Liebe st�rker ist als der Hass. Da� sie st�rker ist als der Tod. Steig auch in die N�chte und Unterwelten dieser unserer modernen Zeit hinab, und nimm die Wartenden an die Hand. F�hre sie ins Licht. Hilf uns zum Ja der Liebe, die uns absteigen und eben so mit dir aufsteigen l�sst. Amen.”                                        W�hrend des n�chtlichen Gottesdienstes spendete der Papst sechs Erwachsenen und zwei Kindern die Taufe und nahm sie so feierlich in die katholische Kirche auf. Zwei Chinesinnen mit ihren Kindern, zwei Japanerinnen sowie Frauen aus Kuba und Kamerun empfingen die Sakramente der Taufe und der Firmung sowie die Kommunion. An sie wandte sich der Papst eigens: �Liebe T�uflinge, dies ist das Neue an der Taufe: Unser Leben geh�rt Christus und nicht mehr uns selber. Aber gerade darum sind wir auch im Tod nicht allein, sondern bei ihm, der immer lebt. Er umf�ngt uns und tr�gt uns, wohin wir auch gehen – er, der das Leben selber ist.” (rv)

 

 

14.04.07

Vatikan: Bertone und Prodi gratulieren dem Papst

 

Benedikt wird am Montag 80 Jahre alt – aber schon jetzt gratulieren ihm zahlreiche Pers�nlichkeiten zum runden Geburtstag. Unter den ersten ist Kardinalstaatsekret�r Tarcisio Bertone. Er ist an der Kurie der engste Mitarbeiter des Papstes. Bertone und der Papst: Sie kennen sich sehr gut seit ihrer gemeinsamen Zeit an der Glaubenskongregation. Bertone sch�tzt an Benedikt vor allem… �Seine Liebensw�rdigkeit, seine Sanftheit, seine Feinsinnigkeit, den Respekt, den er jeder Person entgegenbringt, seine F�higkeit zuzuh�ren und die Beziehungen immer sehr pers�nlich zu gestalten: Nicht nur zu seinen Mitarbeitern und zu denen, die seit vielen Jahren an seiner Seite leben. Man sieht es bei den Generalaudienzen, wenn er den Menschen in einem scheinbar nur fl�chtigem Moment begegnet: Der Papst h�rt wirklich zu und findet die passenden Worte f�r jeden, als sei er ein echter Freund.”
Zum Achtzigsten w�nscht Bertone dem Papst… �…vor allem Gesundheit, die Gnade und den Beistand des Heiligen Geistes f�r sein Amt, zu dem er am 19. April 2005 berufen wurde: Dar�ber hinaus w�nsche ich ihm, dass seine, wirklich dem Evangelium entsprechende Botschaft, geh�rt wird. Er begleitet die Menschen, Mann und Frau auf dieser Suche nach einem Lebenssinn und bereitet sie vor, Christus zu begegnen, der unser einziger und universaler Retter ist.”
Auch Politiker lassen es sich nicht nehmen, Papst Benedikt zu gratulieren. Der italienische Regierungschef Romano Prodi �u�erte gegen�ber Radio Vatikan den Wunsch, dass die Weisheit des 80-J�hrigen f�r die anstehenden Herausforderungen eingesetzt werde, wie das Problem des Friedens und des Krieges, der Armut und des Reichtums, der Dialog zwischen Religionen und Kulturen. Am meisten habe ihn an Benedikt beeindruckt, so Prodi: �Seine erste starke Botschaft: �Deus Caritas est” – das hei�t, dass die christliche Liebe den Primat in unserem Leben hat. Das ist das Wichtigste, denn wir erwarten von der Kirche diese gro�artige Botschaft der Liebe, der Vers�hnung und der Br�derlichkeit.” 

Alice Schwarzer: �Mir gefallen die Papst-�u�erungen zu Sexualit�t“
Vertreter zahlreicher gesellschaftlicher Gruppen gratulieren dem Papst. Unsere Kollegin Silke Schmitt sprach mit der bekannten deutsche Feministin Alice Schwarzer: �Also herzlichen Gl�ckwunsch, Heiliger Vater, ich hoffe, dass Sie die Frische und den Mut, mit dem Sie so viele hei�e Themen angefasst haben, in den ersten Monaten beibehalten werden. Aber da habe ich keine Zweifel.”
Dieser Papst bewege etwas, so Schwarzer: �Ich habe mit gro�em Interesse festgestellt, dass er nicht gez�gert hat, sich kritisch zu �u�ern zum politisierten Islam. Das ist ein Problem, das mich seit drei�ig Jahren tief bewegt – weil ich das f�r eine gro�e Gefahr halte f�r alle Menschen, aber vor allem f�r die Frauen und zuallererst f�r die muslimischen Frauen. Weil dies ein Kurswechsel ist im Vatikan, habe ich das besonders registriert, und ich sehe, dass der Papst auf diesem Weg weitergeht. Nicht nur einige wenige Male hat er gezeigt, dass er wirklich entschlossen ist zur Auseinandersetzung. Und das ist sehr gut!”
Besonders sch�tze Schwarzer an Benedikt, �…, dass er als Intellektueller sehr differenziert und sehr genau ist. Mir haben zum Beispiel die �u�erungen �ber Liebe und Sexualit�t gefallen, weil sie auch sehr menschlich sind. Und daran kn�pfe ich die Hoffnung, dass dieser Papst sich vielleicht etwas mehr als seine Vorg�nger auch unseren Problemen, den Problemen der Frauen stellen wird. Er hat ja am Karfreitag in seiner Rede das Los der gequ�lten Frauen explizit erw�hnt und auch die unw�rdigen Stammesriten. Aber ich meine dass auch die katholische Kirche endlich an diesen hei�en Punkt dran muss, n�mlich den, der sexuellen Gewalt.”
Kann man von diesem Papst noch etwas erwarten? Alice Schwarzer: �Wir sind ja nicht sehr verw�hnt mit der katholischen Kirche und schon gar nicht mit dem Vatikan. Und mit voranschreitendem Leben habe ich gelernt, die Dinge realistisch zu sehen. Ich finde in Relation zu den vergangenen Jahrzehnten kommen von diesem Papst mehr Signale, als wir gewohnt sind - und ein sehr genaues Hinsehen in allen �u�erungen. Und da habe ich die Hoffnung, dass der Papst sowohl intellektuell wie politisch, wie auch menschlich, die Redlichkeit haben wird, die Realit�t von Frauen nicht weiterhin so stark auszublenden.” (rv)

 

 

14.04.07

Papst Benedikt XVI. hat heute den R�cktritt des Erzbischofs von Utrecht, Kardinal Adrianus Johannes Simonis angenommen.

Simonis leitete den Erzbischofssitz seit 1983. Ein Nachfolger ist noch nicht ernannt. Simonis, der bereits im Alter von 39 Jahren zum Bischof von Rotterdam ernannt worden war, wurde 1983 in Utrecht zun�chst Erzbischof-Koadjutor unter dem �kumene-Experten Kardinal Johannes Willebrands. Wenige Monate sp�ter wechselte dieser ganz nach Rom, wo er das vatikanische Einheitssekretariat leitete, und Simonis wurde Erzbischof von Utrecht. In seiner Amtszeit hat sich die im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) aufgew�hlte Situation der Kirche in den Niederlanden mit Spannungen zwischen progressiven und konservativeren Str�mungen wieder beruhigt. (rv)

 

 

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5/2007

 

 

01.05.07

Papst st�rkt Bagnasco den R�cken

Papst Benedikt XVI. ist wegen Drohungen gegen Erzbischof Angelo Bagnasco besorgt. Gestern Vormittag hat er den Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz angerufen, um ihm seine Anteilnahme zu versichern, best�tigte Vatikansprecher P. Federico Lombardi. Au�erdem ermutigte der Papst den Genueser Oberhirten in einem Telegramm, mit der Unterst�tzung des gesamten christlichen Volkes �weiterhin die menschlichen und religi�sen Werte zu verteidigen, ohne die echte, freie und stabile Demokratien nicht m�glich“ seien. Die Angriffe gegen den Erzbischof �st�ren die friedliche Koexistenz zwischen zivilem und kirchlichem Leben“, hei�t es in dem von Kardinalstaatssekret�r Tarcisio Bertone unterzeichneten Schreiben.
In der Kurie von Genua war am Freitag ein an Bagnasco adressierter Brief mit einer Munitionskugel und einem Foto eingegangen, das den Erzbischof unter einem Hakenkreuz zeigte. Der Oberhirte steht seit einem Monat unter Polizeischutz, nachdem ein Graffito mit Morddrohungen auf dem Eingangsportal des Doms von Genua entdeckt worden war. Von solchen Drohungen, �von welcher Seite auch immer sie kommen“, d�rfe man sich nicht einsch�chtern lassen, erkl�rte Vatikansprecher P. Lombardi. Vielmehr sollten sie Anlass sein, einen gelassenen Dialog zwischen Kirche, Politik und Zivilgesellschaft zu f�hren, wie das auch Staatspr�sident Giorgio Napolitano angemahnt habe.
Solidarit�tserkl�rungen erhielt Bagnasco auch vom italienischen Premierminister Romano Prodi. Dieser sagte, der Drohbrief gegen Bagnasco sei ein �nicht hinnehmbarer Akt der Dummheit“. Parlamentspr�sident Fausto Bertinotti sieht in dieser Form der Gewalt einen �Ausdruck des politischen Verfalls“, der gerade denjenigen schade, die in Italien den laizistischen Staat verteidigen.
Der Druck auf Bagnasco ist vor allem wegen des am 12. Mai in Rom geplanten Familientags gewachsen. Die von katholischen Organisationen geplante Kundgebung ist ein Protest gegen das Gesetzesvorhaben der Regierung bez�glich der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften. Bagnasco unterst�tzt die Demonstration aktiv. (rv)

 

 

01.05.07

Papst, "Bildung w�chst durch Teilen"

 

Papst Benedikt XVI. hat dazu aufgerufen, drei besonderen Herausforderungen an die zeitgen�ssische Gesellschaft mehr Beachtung zu schenken: Umwelt, Menschenw�rde und den Werten des Geistes, also Bildung. Die Welt k�nne diese Aufgaben nur dann meistern, wenn sie den Einsatz f�r mehr Gerechtigkeit mit N�chstenliebe verbinde, schreibt der Papst in einer Botschaft an die Mitglieder der P�pstlichen Akademie der Sozialwissenschaften, deren Vollversammlung heute im Vatikan zu Ende geht. Unter anderem betont Papst Benedikt, f�r die Probleme der Umwelt seien L�sungen auf internationaler Ebene zu suchen und anzuwenden. Zu den Werten des Geistes, wie etwa Bildung, schreibt Benedikt, diese w�rden – im Gegensatz zu den materiellen G�tern – dem Menschen gerade im Teilen zu Eigen. - Das Thema der Vollversammlung lautete �N�chstenliebe und Gerechtigkeit in den Beziehungen zwischen V�lkern und Nationen“. Der in Venedig lehrende Philosoph Vittorio Possenti, Mitglied der Akademie:
�Schon seit mehreren Jahren besch�ftigt sich die Akademie mit der Globalisierung und ihren wohlbekannten Auswirkungen: die schlimme Umweltkrise und die Tatsache, dass die wirtschaftlich-sozialen Ungleichheiten zwischen den L�ndern der Welt zu- statt abnehmen. Besonders den Wert der N�chstenliebe halte ich in einer Debatte �ber die Auswirkungen der Globalisierung f�r untersch�tzt. Alle P�pste haben seit der Entstehung der Sozialdoktrin der Kirche darauf bestanden, dass die N�chstenliebe kein Anh�ngsel ist, sondern dem politischen Handeln eingeschrieben sein muss.“(rv )

 

 

17.05.07

Vatikan: Bibliotheksnutzer hoffen auf Kompromiss

Wegen Renovierungsarbeiten schlie�t die Vatikanische Bibliothek im Juli f�r drei Jahre. Eine trockene Mitteilung, die die Welt der Wissenschaft, in der es im allgemeinen eher still und gemessen zugeht, in einige Aufruhr versetzte. Arrivierte Forscher m�ssen sich neue zu beackernde Themenfelder suchen, junge Forscher mitunter sogar ihre Karriereplanung �ndern, dann n�mlich, wenn sie ihre Projekte auf die Best�nde der Vaticana ausgerichtet haben. Nun hoffen die Wissenschaftler, dass vielleicht doch nicht ganz so hei� gegessen wie gekocht wird. Gudrun Sailer hat nachgefragt.
Der Rezeptionist am Empfang der Vatikan-Bibliothek ist sympathisch wie immer, aber er wirkt einen Grad gehetzter als sonst. Vor einer Viertelstunde, um 8:45 Uhr, hat die altehrw�rdige �Biblioteca Apostolica Vaticana“ ihre Pforten ge�ffnet, und ebenfalls gehetzt wirkende Benutzerinnen und Benutzer str�men herein.
�F�r mich als Doktorand schlie�t die Bibliothek nicht am 14. Juli sondern am 13. Juno, also f�r mich ist jetzt die Zeit sehr knapp”, sagt die 29-j�hrige deutsche Historikerin Maria Teresa B�rner.
�F�r mich was ein Schlag, mir fehlen die Worte, ich bin ziemlich entt�uscht, ich arbeite hier seit vier Jahren und es hat nie Probleme gegeben, es war immer sehr angenehm, und jetzt auf einmal krieg ich hier Ende April im Internet, wie ich die Homepage aufgerufen habe, schwirrt mir ein Banner entgegen, die Bibliothek wird f�r drei Jahre schlie�en – das hat mich schon sehr entt�uscht die Art und Weise wie man da umgeht.”
Auch f�r den Arch�ologie-Professor Stefan Heid war es ein schwarzer Tag, an dem die Vatikan-Bibliothek ihre lang hinausgeschobene Entscheidung bekannt gab.
�Ich habe vor einem Jahr ein gro�es Projekt angefangen, das jetzt so nicht weiter f�hrbar ist, weil es mich gezwungenerma�en in die Vaticana f�hrt.”
Allerdings: Die Renovierungsarbeiten an der Vaticana sind n�tig, betont der Bibliothekspr�fekt, Bischof Raffaele Farina.
�Die Anordnung zur Schlie�ung ist in den vergangenen drei, vier Jahren gereift. Wir m�ssen zun�chst die Fu�b�den des Raumes verst�rken, in dem unsere Restaurierungswerkst�tten untergebracht sind. Dieser Raum ist nicht sehr gro�, aber zentral: Er liegt �ber dem Manuskript-Lesesaal. Gleichzeitig werden wir den gesamten rechten Fl�gel des Hofes renovieren, wo unsere Zeitschriftenbest�nde lagern. Auch dort ist eine Verst�rkung des Fu�bodens unerl�sslich. Bei der Gelegenheit werden wir auch die Klimaanlage verbessern. Und auch die numismatische Abteilung wird rundum erneuert. In anderen Worten: die Unannehmlichkeiten f�r unser Publikum w�ren so gro�, dass wir beschlossen haben, die Bibliothek f�r die Dauer der Arbeiten komplett zu schlie�en.”
In den 20er-Jahren habe es an der Vaticana einmal einen Unfall gegeben. Eine Decke sei eingest�rzt und habe zwei Angestellte erschlagen, erz�hlt uns Marco Buonocore, der seit 26 Jahren an der Bibliothek wirkt. Er ist Scriptor latinus – so lautet der Titel der leitenden Angestellten. Buonocore, ein jovialer Herr mit grauem Schnurrbart, Mitglied in der Berliner Akademie der Wissenschaften, dirigiert an der Vatikan-Bibliothek die Abteilung Archive.
�Sicher, das bringt den Forschern Unannehmlichkeiten, aber viele andere Bibliotheken hier in Rom mussten f�r Renovierungsarbeiten schlie�en, die Hertziana ist seit f�nf Jahren zu. Die Vaticana war 400 Jahre lang nicht geschlossen, und die nun angefallenen Arbeiten sind eben notwendig. Wir m�ssen versuchen, die Probleme der Statik in der Bibliothek zu l�sen. Ich denke, die Sicherheit des Personals ist vorrangig.”
Buonocore verweist auch auf den Service, den die Bibliothek in ihrer Schlie�zeit f�r die Forscher aufrecht erh�lt: Auf Anfrage und gegen Bezahlung kann das Personal Mikrofilme, Fotografien und Fotokopien anfertigen. Ein Service, der nur bedingt hilft, wenden die Forscher ein. Stefan Heid, Priester und Professor am P�pstlichen Institut f�r Christliche Arch�ologie: �Das sind Tausende von Akten, die man ja auch nicht einfach kopieren oder filmen lassen kann, zumal die M�glichkeit der Fotokopien nur relativ ist. Denn ich muss ja wissen, was ich fotokopieren lassen will, bevor ich den Auftrag geben kann, d.h. ich muss in jedem Fall die Akten eingesehen haben.”
Mit der kompletten Schlie�ung wollen sich viele Forscher nicht so recht abfinden. Zumal andere Bibliotheken benutzerfreundlichere Wege gefunden haben, wenn sie renovieren.
�Wir haben einen Parallelfall in der Unibibliothek Freiburg, die wegen Neubau schlie�t, und dort sind alle Best�nde verf�gbar in provisorischen Leses�len.”
Nun ist die Vaticana aber auch nicht irgendeine Universit�tsbibliothek. Sie vereint 150.000 Handschriften – so viel wie keine andere Sammlung der Welt -, weiters 8.300 Inkunabeln, eineinhalb Millionen �ltere und neuere B�cher sowie 300.000 M�nzen und Medaillen. Stefan Heid: �Sie k�nnen sagen, dass die Vatikanbibliothek eine der wichtigsten der Welt ist. Und so eine Totalschlie�ung einer weltber�hmten Bibliothek ist ein dramatisches Ereignis. Stellen Sie sich vor ich komme aus dem Rheinland, der B�rgermeister von K�ln sagt, wir schlie�en jetzt den K�lner Hauptbahnhof komplett f�r drei Jahre, Reisen ist jetzt nicht m�glich, da w�re nat�rlich eine Welt�ffentlichkeit alarmiert. Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, zu mir kommen verzweifelte und aufgel�ste Studenten, die sagen, ja – es ist alles vorbei.”
Heid sieht so wie die �brigen Mitglieder der Forschungsgemeinde ein, dass die Renovierung durchgef�hrt werden muss. Aber eine typisch italienische Kompromissl�sung w�re eben sch�n.
�Das betrifft nicht Tausende von Mensche, ich w�rde sagen, hier w�rden 30 Sitzpl�tze reichen, das w�re schon ein Segen, wenn das m�glich gemacht w�rde.”
Was kann man tun, um diesem Anliegen Nachdruck zu verleihen? Die junge Historikerin Maria Teresa B�rner: �F�r den kleinen Doktoranden wird’s sicher schwierig, aber Universit�tsprofessoren, Institutsleiter k�nnten vielleicht was tun, ein offener Brief, auch ein geschlossener Brief, eine Unterschriftenliste… ich denke dass da was drin w�re. Auf jeden Fall muss man Position beziehen und sagen, dass das vielleicht doch gr��ere Auswirkungen auf die Wissenschaft im Bereich Geschichte Kunstgeschichte Arch�ologie Theologie haben wird. Das sollte klar gesagt werden”.
�Rebellion im Vatikan f�hrt nie zum Ergebnis”, ruft Stefan Heid in Erinnerung. Aber: �Ich habe auf jeden Fall noch Hoffnung, denn es wurde einiges signalisiert, das mich hoffen l�sst!”
Bis auf weiteres hei�t es f�r die Forschenden freilich: �Bibliothek Bibliothek Bibliothek von morgens bis abends.” (rv )

 

 

17.05.07

Vatikan: �Papst will alte Messe wieder zulassen”

Papst Benedikt XVI. will der gesamten Kirche Gottesdienstfeiern nach dem vorkonziliaren liturgischen Ritus erlauben. Das best�tigte Kurienkardinal Dario Castrillon Hoyos gestern Abend bei einer Ansprache vor lateinamerikanischen Bisch�fen in Aparecida. Castrillon Hoyos ist an der Kurie f�r die Auss�hnung mit traditionalistischen Gruppen zust�ndig, die eine Wiederzulassung der alten Messe fordern.
Der Papst habe die Absicht, die M�glichkeit zur Feier der Heiligen Messe und der Sakramente nach dem alten Ritus von 1962 auf alle Gl�ubigen auszudehnen, sagte der Kardinal. An dieser Liturgie, die niemals abgeschafft worden sei, bestehe heute ein neues Interesse. Auch aus diesem Grund denke der Papst, dass die Zeit gekommen sei, den Zugang zu dieser Liturgie zu erleichtern und aus ihr �eine Sonderform des einen r�mischen Ritus zu machen”. Dies sei kein Schritt zur�ck hinter die Liturgie-Reform von 1970. Vielmehr wolle Benedikt XVI. der Kirche alle Sch�tze der lateinischen Messe zur Verf�gung stellen, die �ber Jahrhunderte das spirituelle Leben von Katholiken gen�hrt h�tten, sagte Castrillon Hoyos. Er verwies auf �gute Erfahrungen” mit einigen vom Heiligen Stuhl approbierten Gemeinschaften, die �in Frieden und Gelassenheit” nach dem alten Ritus zelebrierten, wie etwa das Institut St. Philipp Neri in Berlin.
Castrillon Hoyos leitet die p�pstliche Kommission �Ecclesia Dei”, deren Ziel es ist, den Anh�ngern des schismatischen Erzbischofs Marcel Lefebvre sowie anderen traditionalistischen Gruppen die R�ckkehr in die kirchliche Gemeinschaft zu erm�glichen. Den Angaben des Kardinals zufolge handelt es sich weltweit um 300 Priester, 79 Ordensm�nner, 300 Ordensfrauen, 200 Seminaristen und �mehrere hunderttausend Gl�ubige”. Besonders in Frankreich, den USA, Brasilien, Italien, Skandinavien, Australien und China wachse das Interesse von Jugendlichen am alten Ritus. Gottesdienste nach dieser Ordnung sind nach heutigem Stand nur mit Sondergenehmigungen m�glich. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil l�ste die Kirche die Jahrhunderte lang �bliche Form des katholischen Gottesdienstes in lateinischer Sprache, bei der der Priester mit dem R�cken zur Gemeinde steht, durch eine modernere Gottesdienstgestaltung und den Gebrauch der Landessprache ab.
Beobachter rechnen seit mehreren Monaten mit einer offiziellen Anweisung des Papstes zur vorkonziliaren Messordnung. (rv)

 

 

25.05.07

Walter Kasper erh�lt die Ehrendoktorw�rde der Universit�t Uppsala

Die �lteste nordische Universit�t verleiht die Auszeichnung am morgigen Samstag im Rahmen der Jubil�umsfeiern zu 300 Jahren Carl Linnaeus. Sie w�rdige �einen der anerkanntesten Theologen der Welt”, hei�t es zur Begr�ndung. Kardinal Kasper h�lt in Uppsala eine Vorlesung zum Thema �Religion und die Zukunft der Menschheit”. Am Pfingstsonntag wird Kardinal Kasper in der katholischen Kathedrale von Stockholm predigen. Im Rahmen der Feierlichkeiten ehren andere Fakult�ten unter anderem den Osnabr�cker Christian Bar, James Watson, Noam Chomsky und Kofi Annan. (rv)

 

 

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6/2007

 

 

01.06.07

China: Hoffen auf den Brief des Papstes

Papst Benedikt XVI. hat einen Brief an die katholischen Gl�ubigen in China geschrieben. Das Dokument steht kurz vor der Ver�ffentlichung. China gilt als eines der Hoffnungsl�nder der katholischen Kirche, auch wenn von Religionsfreiheit nicht die Rede sein kann. Doch das Interesse der Chinesen an Religion ist in den vergangenen Jahren gewaltig angestiegen.
Raphaela Schmid leitet den r�mischen Ableger des US-amerikanischen Becket-Instituts, das sich mit Fragen der Religionsfreiheit besch�ftigt. Sie erl�utert: �Die letzte Umfrage zum Thema stammt von Anfang 2007 und wurde geleitet von einem prominenten Mitglied der Shanghai-Akademie der Sozialwissenschaften, ein Professor, der der kommunistischen Partei angeh�rt. Da kam heraus, dass 30 Prozent der Chinesen von sich sagen, sie seien religi�s. Das w�rde bedeuten, dass 300 Millionen Chinesen, sagen wir, beten! Eine �berraschend gro�e Zahl, und dass die von einer offiziellen Quelle kommt, ist erstaunlich. Das bedeutet, es gibt eine neue Offenheit, mit der man zugibt, dass Religion in China wichtiger ist, als man es bisher zugegeben hat.”
Raphaela Schmid hat soeben ihre Fernseh-Dokumentation �Gott in China” vorgelegt. Bei der Recherche und den Dreharbeiten hat sie zahlreiche Anh�nger sowohl der offiziellen als auch der Untergrundkirche kennen gelernt. F�r beide Gruppen kn�pft sie gro�e Hoffnungen an Benedikts Brief nach China.
�Ich w�rde mir erhoffen, dass dieser Brief an die chinesischen Katholiken erstens ihnen diese lange Leidenszeit, mit der man diese Treue zu Rom gelebt hat, zu einem Punkt der Freude bringt, indem sich die chinesischen Katholiken ganz eng verbunden mit der Universalkirche f�hlen k�nnen, dass sie wissen, wir denken an sie, wir beten f�r sie, wir wissen, was dort los ist. Und ich w�rde mir sehr w�nschen, dass dieser Brief diese Tapferkeit und den Heroismus und die Leidensbereitschaft der Untergrundkirche anerkennt in einer Art und Weise, dass vielleicht auch die Menschen au�erhalb Chinas, die das lesen werden, davon inspiriert sein k�nnen. Und dass er gleichzeitig der offiziellen Kirche, die das ja auch lesen wird, in Erinnerung bringt, dass die gro�e Tradition des Christentums in China zwei Seiten hat.” (rv)

 

 

01.06.07

Vatikan: Diplomatische Beziehungen zu den Arabischen Emiraten

Der Heilige Stuhl hat diplomatische Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgenommen. In Abu Dhabi wird ein Apostolischer Nuntius stationiert, der �lstaat entsendet einen Botschafter nach Rom. Das gaben der Vatikan und der arabische Staat heute bekannt. Was dieser Schritt f�r die christlichen Gemeinden im Land bedeutet erkl�rt uns Bischof Paul Hinder, der Apostolische Vikar f�r Arabien in Abu Dhabi: �F�r mich als Bischof ist das auch insofern wichtig, weil bis jetzt nicht immer ganz klar war, wie �berhaupt die Stellung des Apostolischen Vikars in Bezug auf die Regierung hier im Lande zu definieren ist. Das hat nat�rlich sehr praktische Konsequenzen f�r die Fragen des Kirchenbaus, f�r gewisse verm�gensrechtliche Fragen bez�glich der Schulen und so weiter. Und ich hoffe nun, dass gerade mit der Er�ffnung diplomatischer Beziehungen die Rechtsgrundlagen auch gekl�rt werden k�nnen f�r das Wirken der katholischen Kirche hier in den Vereinigten Arabischen Emiraten.”
Mehr als eine Million Christen leben und arbeiten in den Emiraten, die meisten sind katholische Gastarbeiter aus aller Herren L�nder. Die Leitung der Seelsorge liegt bei dem geb�rtigen Schweizer Paul Hinder. Der aus dem Bistum Basel stammende Kapuziner �bernahm seine Aufgabe mit Dienstsitz in Abu Dhabi im M�rz 2005. Er ist neben den Vereinigten Arabischen Emiraten auch f�r Katar, Oman, Saudi-Arabien und Jemen zust�ndig. Die Stellung der katholischen Kirche in den arabischen L�ndern gilt als schwierig. (rv )

 

 

09.06.07

Vatikan: Wichtige Ernennungen

Der Heilige Stuhl bekommt einen neuen �Innenminister”. Papst Benedikt hat heute Erzbischof Fernando Filoni zum neuen Substituten im Staatssekretariat, also zum Leiter der Sektion f�r Allgemeine Angelegenheiten, ernannt. Der 61-j�hrige Italiener tritt die Nachfolge des argentinischen Erzbischofs Leonardo Sandri an, der seinerseits als Pr�fekt an die Kongregation f�r die Orientalischen Kirchen wechselt. An der Spitze dieses Ministeriums stand bisher Kardinal Ignazio Moussa Daoud, dessen R�cktritt aus Altersgr�nden Papst Benedikt heute annahm. Die Ernennungen werden am 1. Juli wirksam. Erzbischof Fernando Filoni, ein erprobter Diplomat, war zuletzt Nuntius auf den Philippinen. Zur Zeit des Ausbruchs des Irak-Kriegs 2003 harrte er auf Anordnung Papst Johannes Pauls als einziger Diplomat der internationalen Gemeinschaft �berhaupt in Bagdad aus.
Die Sektion f�r die Allgemeinen Angelegenheiten im Staatssekretariat ist dem Papst bei Fragen seines t�glichen Dienstes behilflich. Sie k�mmert sich beispielsweise um die Redaktion der Dokumente des Papstes, bearbeitet die Unterlagen f�r die Ernennungen der R�mischen Kurie und bewahrt das Bleisiegel sowie den Fischerring auf. Au�erdem regelt sie die Aufgaben und T�tigkeiten der P�pstlichen Vertreter. Der Substitut gilt – nach dem Papst und dem Kardinalstaatssekret�r – als �Dritter Mann” des Heiligen Stuhles. (rv)

 

 

17.06.07

Der ehemaliger Pr�fekt der vatikanischen Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Felici, ist gestern im Alter von 87 Jahren in Rom verstorben.

Unter Papst Johannes Paul II. ist der Kirchenjurist und Diplomat 1988 an die Spitze der Heiligsprechungskongregation berufen worden. Nach seinem altersbedingten R�cktritt �bernahm Felici von 1995 bis 2000 die Leitung der Kommission �Ecclesia Dei”, die f�r Gespr�che mit den konservativen Anh�ngern des exkommunizierten Traditionalistenbischofs Marcel Lefebvre zust�ndig ist. Nach dem Tod von Felici z�hlt das Kardinalskollegium 183 Mitglieder. Von diesen sind 105 j�nger als 80 und k�nnten somit an einer m�glichen Papstwahl teilnehmen. (rv)

 

 

26.06.07

Vatikan: Papstanweisung zur Wahl

Zum ersten Mal in seinem Pontifikat hat Papst Benedikt XVI. eine Anweisung getroffen, die das Verfahren bei der Papstwahl durch die Kardin�le in der Sixtinischen Kapelle betrifft. In einem so genannten "Motu Proprio", das heute ver�ffentlicht wurde, stellt der Papst eine fr�here Regel wieder her. Danach ist f�r eine g�ltige Wahl eines Papstes unabdingbar, dass zwei Drittel der anwesenden, wahlberechtigten Kardin�le f�r ihn stimmen. Benedikt, der fr�here Kardinal Joseph Ratzinger, ging im April 2005 als Papst aus dem ersten Konklave seit �ber einem Vierteljahrhundert hervor.
Lesen Sie den vollst�ndigen Text in der �bersetzung unseres Latinisten, Gero Weishaupt:
Apostolischer Brief in der Form eines Motu Proprio
�ber einige �nderungen in den Normen bez�glich der Wahl des Papstes
Benedikt XVI.
Mit der Apostolischen Konstitution Universi Dominici Gregi vom 22. Februar 1996 hat unser verehrungsw�rdiger Vorg�nger Johannes Paul II einige �nderungen in die kanonischen Normen f�r die Wahl des Papstes eingef�hrt, die von Paul VI. seligen Andenkens festgelegt worden waren.
In Nr. 75 der genannten Konstitution findet sich die Norm, dass nach allen ergebnislosen Abstimmungen, die gem�ss den festgelegten Normen, die zur g�ltigen Wahl des Papstes zweidrittel der Stimmen aller Anwesenden fordern, durchgef�hrt worden sind, der Kardinal K�mmerer das Wahlkollegium der Kardin�le �ber den Wahlmodus um Rat fragt. Danach wird verfahren, wie deren absolute Mehrheit entschieden hat, allerdings mit R�cksicht darauf, dass eine g�ltige Wahl vorliegt entweder bei absoluter Mehrheit der Stimmen oder durch Abstimmung �ber nur zwei Namen, die beim vorherigen Wahlgang den gr�sseren Teil der Stimmen erhalten haben, wobei auch in diesem Fall ausschliesslich die absolute Mehrheit erforderlich war.
Nach er Ver�ffentlichung der genannten Konstitution erreichten nicht wenige ernst zu nehmende Bitten Johannens Paul II. Darin wurde nachdr�cklich dazu aufgerufen, den bisher geltenden Normen wieder Rechtskraft zu verschaffen, nach denen der Papst nur dann als g�ltig gew�hlt gelten w�rde, wenn er zweidrittel der Stimmen der anwesenden Kardin�le auf sich vereint h�tte.
Nach dem wir �ber die Frage intensiv nachgedacht haben, bestimmen und beschliessen wir, dass an die Stelle der aufgehobenen Normen in Nr. 75 der Apostolischen Konstitution Universi Dominici Gegis Johannes Pauls II. folgende Normen treten:
Wenn die Abstimmung, �ber die die Nummern 72, 73 und 74 der genannten Konstitution handeln, ohne Resultat verlaufen ist, soll ein Tag f�r das Gebet, der Reflexion und des Dialogs abgehalten werden. In den darauffolgenden Abstimmungen werden unter Beachtung der Reihenfolge, die in Nr. 74 derselben Konstitution festgelegt ist, nur zwei Kardin�le passives Wahlrecht haben, die beim vorherigen Wahlgang die h�chste Zahl der Stimmen erhalten haben. Es soll nicht von dem Grundsatz abgewichen werden, dass bei diesen Abstimmungen die qualifizierte Mehrheit der anwesenden Kardin�le zur G�ltigkeit der Wahl erforderlich ist.. In diesen Abstimmungen haben die beiden Kardin�le, die passives Wahlrecht besitzen, kein aktives Wahlrecht.
Dieses Dokumentes wird nach seiner Ver�ffentlichung im L’Osservatore Romano sofort in Kraft treten. Dies beschliessen und bestimmen wir ungeachtet gegenteiliger Bestimmungen.
Gegeben zu Rom am Grab des heiligen Petrus, am 21. Juni 2007, dem dritten Jahr Unseres Pontifikates
(rv)

 

 

27.06.07

Maria Celli wurde zum neuen Pr�sidenten des P�pstlichen Medienrats ernannt

Gleichzeitig nahm der Papst das R�cktrittsgesuch des Amtsinhabers, Erzbischof John P. Foley, an. Der �P�pstliche Rat f�r die sozialen Kommunikationsmittel” ist f�r die Verbreitung des christlichen Glaubens in den Medien zust�ndig, besch�ftigt sich jedoch gleichzeitig mit Grundsatzthemen wie Ethik im Internet. Die Beh�rde genehmigt ferner Foto- und Filmaufnahmen auf dem Gel�nde des Vatikanstaats. Der Medienrat wurde 1948 durch Papst Pius XII. als �P�pstliche Kommission f�r den belehrenden und religi�sen Film” gegr�ndet. Seit 1954 widmete sich die Kommission unter dem Namen �P�pstliche Kommission f�r das Filmwesen” auch H�rfunk und Fernsehen. 1964 dehnte Papst Paul VI. den Kompetenzbereich auf Tageszeitungen und Zeitschriften aus. Bei der Kurienreform 1988 wandelte Papst Johannes Paul II. die Kommission in den �P�pstlichen Rat f�r die sozialen Kommunikationsmittel” um. (rv)

 

 

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7/2007

 

 

06.07.2007

Motu proprio von Benedikt XVI.

Mit der Apostolischen Konstitution Universi Dominici Gregis vom 22. Februar 1996 hat Unser verehrter Vorg�nger Johannes Paul II. einige �nderungen in die kanonischen Normen f�r die Wahl des Papstes eingef�hrt, die von Paul VI. seligen Angedenkens festgelegt worden waren. In Nummer 75 der genannten Konstitution ist festgelegt, da�, nachdem alle Abstimmungen, die zur g�ltigen Wahl des Papstes gem�� den festgelegten Normen zwei Drittel der Stimmen aller Anwesenden fordern, ergebnislos durchgef�hrt worden sind, der Kardinal-Camerlengo die wahlberechtigten Kardin�le einl�dt, �ber den einzuschlagenden Weg ihre Meinung zu bekunden.

Danach wird verfahren, wie deren absolute Mehrheit entschieden hat, allerdings mit R�cksicht darauf, da� eine g�ltige Wahl vorliegt entweder bei absoluter Mehrheit der Stimmen oder durch Abstimmung zwischen den beiden Namen, die beim vorhergehenden Wahlgang den gr��ten Stimmenanteil erhalten haben, wobei dann auch in diesem Fall nur die absolute Mehrheit erforderlich ist.

Nach der Promulgation der genannten Konstitution erreichten Johannes Paul II. nicht wenige ernst zu nehmende Bitten. Darin wurde nachdr�cklich dazu aufgerufen, den bisher geltenden Normen wieder Rechtskraft zu verschaffen, nach denen der Papst nur dann als g�ltig gew�hlt gilt, wenn er zwei Drittel der Stimmen der anwesenden Kardin�le auf sich vereint.

Nach dem Wir dies FRage gr�ndlich erwogen haben, bestimmen Wir, da� nach Aufhebung der Normen, die in Nummer 75 der Apostolischen Konstitution Universi Dominici Gregis von Johannes Paul II. vorgeschrieben werden, diese Normen wie folgt ersetzt werden:

Wenn die Abstimmungen, die in den Nummern 72, 73 und 74 der genannten Konstiution behandelt werden, ohne Ergebnis verlaufen sind, soll ein Tag des Gebets, der Reflexion und des Dialogs abgehalten werden. In den darauffolgenden Abstimmungen werden unter Beachtung der Reihenfolge, die unter Nummer 74 dieser Konstitution festgelegt ist, nur die beiden Kardin�le passives Wahlrecht haben, die beim vorherigen Wahlgang die h�chste Zahl der Stimmen erhalten haben. Es soll nicht von dem Grundsatz abgewichen werden, dass auch bei diesen Abstimmungen die qualifizierte Mehrheit der anwesenden Kardin�le zur G�ltigkeit der Wahl erforderlich ist. In diesen Abstimmungen haben die beiden Kardin�le, die passives Wahlrecht besitzen, kein aktives Wahlrecht.

Dieses Dokument wird nach seiner Ver�ffentlichung im L�Osservatore Romano sofort in Kraft gesetzt. Dies beschlie�en und bestimmen Wir ungeachtet gegenteiliger Bestimmungen.

Gegeben zu Rom bei St. Peter, am 11. Juni 2007, dem dritten Jahr Unseres Pontifikates.

BENEDICTUS PP XVI

(Ver�ffentlicht in lat. Sprache am 27.06.2007 im L�Osservatore Romano.)

 

 

28.07.07

Vatikan: Stabwechsel am Dialograt

Der p�pstliche Dialograt hat einen neuen Pr�sidenten. Kardinal Jean-Louis Tauran, der zuletzt Bibliothekar der r�mischen Kurie war, hat das Amt heute im Rahmen einer kleinen Zeremonie �bernommen. Unter den Mitarbeitern des Dialogrates ist auch der aus Indonesien stammende Steyler Missionar P. Markus Solo: �Das gro�e Motto, unter dem wir alle arbeiten werden, und das hat Kardinal Tauran unterstrichen, ist der Dialog in �veritas et caritas’, der Dialog in Wahrheit und Liebe. Und er hat gleich angemerkt, dass so ein Dialog teuer ist. Er verlangt sehr viel Flei� von uns, Engagement, Selbsthingabe. Manche Wege sind steinig, das gibt es Berge und T�ler, um dieses Ziel zu erreichen – und damit m�ssen wir rechnen.”
Der Dialograt ist f�r die Beziehungen der katholischen Kirche mit den nichtchristlichen Religionen – mit Ausnahme des Judentums - zust�ndig. Die wichtigste Rolle spielt unbestritten der Dialog mit dem Islam, sagt P. Solo.
�Heute in der Rede sowohl vom scheidenden Pr�sidenten als auch vom neuen Pr�sidenten merkt man, dass der Dialog mit dem Islam immer wichtiger wird. Die empfindlichen Regionen sind Asien, z.B. Indonesien, der s�dliche Teil der Philippinen, Malaysia, Pakistan, Bangladesh, Afghanistan. Wir nennen auch ausdr�cklich die arabischen L�nder.”
Kardinal Tauran ist ein Spitzendiplomat des Heiligen Stuhles. 13 Jahre lang war er vatikanischer �Au�enminister”, davor Nuntius unter anderem im Libanon. Das Amt des Pr�sidenten des Dialogrates �bernahm er von seinem franz�sischen Landsmann Kardinal Paul Poupard, der seit einem Jahr sowohl den Dialog- als auch den Kulturrat leitete.
�Ich sehe darin die Wichtigkeit des interreligi�sen Dialogs mit dem eigenen B�ro, mit der eigenen Stelle unter einer Leitung getrennt vom Kulturrat. Ich finde es auch ganz wichtig, weil diese beiden R�te getrennt sein m�ssen, um sich zu konzentrieren auf die Arbeitsbereiche, f�r die sie zust�ndig sind. Der Dialog der Religionen ist mit der Zeit wichtiger geworden.” (rv)

 

 

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8/2007

 

 

03.08.07

Vatikan: Papst-Programm ver�ffentlicht

Der Vatikan hat heute das offizielle Programm der Papstreise nach �sterreich im kommenden September ver�ffentlicht. Daraus geht hervor, dass Benedikt in Wien auch der �sterreichischen Opfer der Judenverfolgung durch die Nazis gedenken will. Das Programm enth�lt einen entsprechenden Gebetsmoment des Papstes am Judenplatz in der Wiener Innenstadt. Bei seiner ersten Deutschlandreise als Papst hatte Benedikt XVI. 2005 in K�ln auch die dortige Synagoge besucht.
Hier dokumentieren wir das �sterreich-Programm des Papstes in allen Einzelheiten. Quelle: Erzbistum Wien.

Freitag, 7. September 2007:
09.30 Uhr: Abflug von Rom-Ciampino nach Wien-Schwechat
11.15 Uhr: Ankunft auf dem internationalen Flughafen Wien-Schwechat.
Begr��ungszeremonie auf dem Flughafen (Ansprache des Heiligen Vaters)
12.00 Uhr: Autofahrt vom Flughafen zum Platz Am Hof, auf der Fahrtroute Umsteigen in das "Papamobil"
12.45 Uhr: Ankunft auf dem Platz Am Hof. Gebet vor der Mariens�ule auf dem Platz Am Hof (Gru�worte des Heiligen Vaters)
13.30 Uhr: Fahrt im "Papamobil" zum Judenplatz
13.35 Uhr: Stilles Gedenken vor dem Mahnmal f�r die �sterreichischen Opfer der Shoah auf dem Judenplatz
13.40 Uhr: Fahrt im "Papamobil" vom Judenplatz zur Apostolischen Nuntiatur
13.50 Uhr: Ankunft in der Apostolischen Nuntiatur
17.15 Uhr: Fahrt im "Papamobil" zur Hofburg
17.30 Uhr: Ankunft in der Hofburg H�flichkeitsbesuch beim Bundespr�sidenten. Begegnung mit Vertretern des �ffentlichen Lebens und des Diplomatischen Corps (Ansprache des Heiligen Vaters)
18.45 Uhr: Fahrt im "Papamobil" von der Hofburg zur Apostolischen Nuntiatur
19.00 Uhr: Ankunft in der Apostolischen Nuntiatur

Samstag, 8. September 2007
08.00 Uhr: Autofahrt von der Apostolischen Nuntiatur zum Heldenplatz
08.15 Uhr: Abflug mit Hubschrauber vom Heldenplatz nach Mariazell
09.15 Uhr: Ankunft auf dem Flugfeld Mariazell
09.25 Uhr: Fahrt im "Papamobil" zur Basilika
09.45 Uhr: Ankunft vor der Basilika
10.30 Uhr: Heilige Messe aus Anlass des 850-Jahr-Jubil�ums der Gr�ndung des Heiligtums von Mariazell auf dem Vorplatz der Basilika (Predigt des Heiligen Vaters)
12.30 Uhr: Einzug in die Sakristei der Basilika
13.30 Uhr: Mittagessen mit den Mitgliedern der �sterreichischen Bischofskonferenz und mit den Kardin�len und Bisch�fen des p�pstlichen Gefolges im Geistlichen Haus Mariazell
16.40 Uhr: Gang zu Fu� vom Geistlichen Haus zur Basilika
16.45 Uhr: Marianische Vesper mit Priestern, Ordensleuten, Diakonen und Seminaristen in der Basilika von Mariazell (Ansprache des Heiligen Vaters)
18.00 Uhr: Fahrt im "Papamobil" zum Flugfeld Mariazell
18.20 Uhr: Ankunft auf dem Flugfeld
18.30 Uhr: Abflug im Hubschrauber nach Wien
19.30 Uhr: Ankunft auf dem Heldenplatz und Autofahrt zur Apostolischen Nuntiatur
19.50 Uhr: Ankunft in der Apostolischen Nuntiatur

Sonntag, 9. September 2007
09.15 Uhr: Autofahrt von der Apostolischen Nuntiatur zum Erzbisch�flichen Palais
09.30 Uhr: Ankunft im Erzbisch�flichen Palais
09.45 Uhr: Prozession vom Erzbisch�flichen Palais zum Stephansplatz
10.00 Uhr: Heilige Messe im Stephansdom (Predigt des Heiligen Vaters)
12.00 Uhr: Angelusgebet auf dem Stephansplatz (Worte des Heiligen
Vaters)
12.15 Uhr: Gang zu Fu� vom Stephansdom ins Erzbisch�fliche Palais
14.00 Uhr: Autofahrt vom Erzbisch�flichen Palais zur Apostolischen Nuntiatur
16.00 Uhr: Autofahrt von der Apostolischen Nuntiatur zur Abtei Heiligenkreuz
16.30 Uhr: Besuch der Abtei Heiligenkreuz (Ansprache des Heiligen
Vaters)
17.00 Uhr: Autofahrt von der Abtei Heiligenkreuz zum Wiener Konzerthaus
17.30 Uhr: Ankunft im Wiener Konzerthaus. Begegnung mit Ehrenamtlichen/Freiwilligen aus dem sozial-karitativen Bereich (Ansprache des Heiligen Vaters)
18.45 Uhr: Autofahrt vom Wiener Konzerthaus zum internationalen Flughafen Wien-Schwechat
19.15 Uhr: Ankunft im internationalen Flughafen Wien-Schwechat.
Verabschiedungszeremonie im Flughafen (Gru�worte des Heiligen Vaters)
19.45 Uhr: Abflug vom internationalen Flughafen Wien-Schwechat nach Rom (rv)

 

 

06.08.07

Frankreich: Kardinal Lustiger tot

Kardinal Jean-Marie Lustiger ist tot. Der fr�here Erzbischof von Paris starb in der letzten Nacht in einem Pariser Hospiz an Krebs. Er war 80 Jahre alt. Lustiger, eine "Entdeckung" Johannes Pauls II., war einer der profiliertesten Kirchenvertreter des 20. Jahrhunderts und ein Gro�er des christlich-j�dischen Gespr�chs.

Kardinal Lustiger: Biografie
Aaron Lustiger - so nannten ihn seine Eltern, polnische Einwanderer, als er im September 1926 geboren wurde. Mit elf Jahren bekam er eine christliche Bibel in die Hand, die er von vorn bis hinten durchlas - dabei erschien ihm das Neue Testament als Fortsetzung des Alten. Mit 14 Jahren trat Aaron trotz des Unverst�ndnisses seiner Familie zum christlichen Glauben �ber und nannte sich fortan Jean-Marie; kurz darauf wurde seine Mutter in das KZ Auschwitz gebracht und dort umgebracht. -
1954: die Priesterweihe. Lustiger ist anderthalb Jahrzehnte lang Studentenseelsorger an der Pariser Sorbonne, da "entdeckt" ihn der neue Papst aus Polen. Er macht ihn zun�chst zum Bischof von Orl�ans und beruft ihn dann, 1981, auf den Sitz des Pariser Metropoliten. Kardinal Lustiger wird zum engen Freund und Vertrauten Johannes Pauls und zu einer wichtigen Stimme des europ�ischen Christentums. Durch sein Gespr�chsbuch "Gotteswahl" wird seine Biografie und sein Denken einer gr��eren Leserschaft bekannt.
Zahlreiche Br�cken hat der jetzt Verstorbene von Paris aus gebaut: von der Kirche zur modernen Welt, zum Beispiel. 1995 wurde er Mitglied der "Acad�mie Francaise". Vor allem aber vom Christentum zum Judentum, dem Credo seiner Kindheit. Seine j�dischen Wurzeln hat er nie verleugnet; 2005 begleitete er Benedikt XVI. bei seinem Besuch in der K�lner Synagoge. (rv)

 

 

27.08.07

Kardinal Gagnon verstorben

Er starb in der Nacht zum Sonntag in Montreal im Alter von 89 Jahren, wie aus einem am Montag ver�ffentlichten Beileidstelegramm von Papst Benedikt XVI. hervorgeht. Benedikt bekundet seine Anteilnahme f�r den Tod des �treuen Dieners der Kirche“. Mit Kompetenz und Hingabe habe Gagnon seine Aufgaben in der Priesterausbildung und sp�ter im Dienst des Heiligen Stuhls erf�llt. Ab 1983 war der Kanadier Pr�sident des P�pstlichen Familienrates; sp�ter leitete er bis 2001 das Komitee f�r die Eucharistischen Weltkongresse. Mit Nachdruck setzte sich Gagnon, der Mitglied des Sulpizianer-Ordens war, Ende der 80er Jahre f�r eine Vermittlung zwischen dem Vatikan und der traditionalistischen Priesterbruderschaft �Pius X.“ ein. Im Auftrag des Heiligen Stuhls machte er Ende 1987 eine Visitationsreise durch Einrichtungen und Ausbildungsst�tten der Bruderschaft und erstattete dem Heiligen Stuhl Bericht.
Gagnon, am 15. Januar 1918 in Quebec geboren, wurde nach Studium und Priesterweihe 1945 Professor f�r Moraltheologie und Kirchenrecht in seiner Heimatstadt. 1954 wechselte er als Rektor an das Priesterseminar von San Bonifacio im Staat Manitoba. 1969 ernannte Papst Paul VI. ihn zum Bischof von Saint Paul in Alberta. Drei Jahre sp�ter wechselte Gagnon nach Rom. Dort war er zun�chst Rektor des Kanadischen Kollegs und wurde 1973 Pr�sident des Komitees f�r die Familie. Nach Gr�ndung des Familienrates 1981 war Gagnon zun�chst Mitglied im Pr�sidentenkomitee und wurde 1983 Chef der Beh�rde. Im Konsistorium vom Mai 1985 machte Papst Johannes Paul II. ihn zum Kardinal. Bereits Ende 1990 gab Gagnon die Leitung des Familienrates jedoch aus Gesundheitsgr�nden ab. Nach seinem Tod z�hlt das Kardinalskollegium noch 181 Mitglieder, von denen jedoch nur die 105 unter 80-j�hrigen an einer Papstwahl teilnehmen k�nnten. (rv)

 

 

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9/2007

 

 

10.09.07

Zur Papstreise nach �sterreich

�berblick
Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag Abend seinen dreit�gigen �sterreich-Besuch beendet. Beim Abschied auf dem Wiener Flughafen bat er �sterreich, auch weiterhin Europas christliches Erbe �zur Geltung zu bringen”. Letzte Stationen der Papstreise waren zuvor das Stift Heiligenkreuz vor den Toren Wiens und - im Wiener Konzerthaus - ein Dank an alle, die ehrenamtlich in �sterreich Dienst am N�chsten tun.

Papst am Flughafen: �Christliches Erbe geltend machen”
Die Reise Benedikts XVI. nach �sterreich ist Geschichte. Eine kurze, aber intensive Stippvisite ging am Sonntag Abend am Flughafen Wien-Schwechat zu Ende.
Dankbar war der Papst f�r drei Tage in einem Land, das ihm – so er selbst – �noch vertrauter“ geworden ist. �Zum Abschied vertraue ich die Gegenwart und Zukunft dieses Landes der F�rsprache der Gnadenmutter von Mariazell, der Magna Mater Austriae, und allen Heiligen und Seligen �sterreichs an. - Ihnen und Euch allen sage ich ein aufrichtiges, herzliches ,Vergelt’s Gott’“.
Er war gekommen, die Gl�ubigen �sterreichs zu st�rken. Doch zum Abschied hinterlie� Benedikt nicht zuletzt der Gesellschaft und der Regierung auch konkrete Auftr�ge: �Das Bem�hen um gegenseitiges Verst�ndnis und die kreative Gestaltung immer neuer Wege zur Schaffung von Vertrauen unter den Menschen und V�lkern m�gen die nationale und die internationale Politik dieses Landes weiterhin inspirieren. Wien kann im Geiste seiner historischen Erfahrung und seiner Stellung in der lebendigen Mitte Europas dazu seinen Beitrag leisten und die europ�ischen, vom christlichen Glauben gepr�gten Werte konsequent in den europ�ischen Institutionen und im Rahmen der Pflege der internationalen, interkulturellen und interreligi�sen Beziehungen zur Geltung bringen.“
Bundespr�sident Heinz Fischer betonte in seinen Abschiedsworten auf dem Rollfeld ein �hohes Ma� an �bereinstimmung“ zwischen dem Kirchenoberhaupt und der �sterreichischen Politik. An erster Stelle stehe �die Notwendigkeit, in Politik und Gesellschaft stets um Frieden und Verst�ndigung bem�ht zu sein“.


Hunderttausend waren dabei
Mehr als 110.000 Gl�ubige haben an den Feiern mit Papst Benedikt XVI. in Wien, Mariazell und Heiligenkreuz teilgenommen. �Auch auf Grund der verteilten Feierhefte und Regenponchos k�nnen wir von mindestens 110.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgehen”, so der Pressebeauftragte f�r den Papstbesuch, Paul Wuthe, am Montag. Bei diesen Angaben seien jene noch nicht einbezogen, die Benedikt XVI. bei seiner Fahrt mit dem �Papamobil” in Wien begr��t haben. �Es waren mindestens rund 5.000 Wienerinnen und Wiener, die Papst Benedikt bei seiner Fahrt durch die Innenstadt trotz des schlechten Wetters freudig begr��ten”, so Wuthe.

Papst dankt Ehrenamtlichen
Die letzte Etappe der Reise Benedikts in �sterreich hat ihn am Sonntag Abend ins Wiener Konzerthaus gef�hrt. Dort traf der Papst mit Ehrenamtlichen zusammen, die – so Benedikt – in der Gesellschaft versuchen, der Botschaft des Evangeliums ein Gesicht zu geben. N�chstenliebe sei nicht delegierbar; Staat und Politik k�nnen sie bei allem rechten Bem�hen um Notlinderung und Sozialleistungen nicht ersetzen, sagte der Papst. �Sie erfordert immer den pers�nlichen freiwilligen Einsatz, f�r den der Staat allerdings g�nstige Rahmenbedingungen schaffen muss. Dank dieses Einsatzes beh�lt Hilfe ihre menschliche Dimension und wird nicht entpersonalisiert. Und genau darum seid Ihr Freiwilligen nicht L�ckenb��er im sozialen Netz, sondern wahrhaft Mittr�ger am humanen und christlichen Gesicht unserer Gesellschaft.”
Gerade junge Menschen sehnten sich danach, dass ihre F�higkeiten und Talente �geweckt und entdeckt” werden. Freiwillige wollen gefragt werden, sie wollen pers�nlich angesprochen werden. �’Ich brauche dich!’, �Du kannst das!’: Wie gut tut uns diese Ansprache. Gerade in ihrer menschlichen Einfachheit verweist sie hintergr�ndig auf den Gott, der jeden von uns gewollt, jedem seinen Auftrag mitgegeben hat, ja, der uns braucht und auf unseren Einsatz wartet.”
Das Ja zu einem freiwilligen und solidarischen Engagement sei eine Entscheidung, die frei und offen mache f�r die Not des anderen; f�r die Anliegen der Gerechtigkeit, des Lebensschutzes und der Bewahrung der Sch�pfung. �Freiwilligkeit lebt und bew�hrt sich jenseits von Kalkulation und erwarteter Gegenleistung; sie sprengt die Gesetzm��igkeiten der Marktwirtschaft. Denn der Mensch ist weit mehr als nur ein �konomisch handelnder und zu behandelnder Faktor. Die Fortentwicklung und W�rde einer Gesellschaft h�ngt immer wieder und gerade an jenen Menschen, die mehr tun als nur ihre Pflicht.”
Jesus Christus schaue die Christen mit einem Blick der Liebe an, er lehre daher nicht eine Mystik der geschlossenen Augen, sondern eine Mystik des offenen Blicks und damit der unbedingten Wahrnehmungspflicht f�r die Lage der anderen. Am Schluss erinnerte Benedikt an die Bedeutung des Gebets f�r die in der karitativen Arbeit T�tigen. �Das Gebet zu Gott ist Ausweg aus Ideologie oder Resignation angesichts der Erfahrung der Endlosigkeit der Not. Christen glauben trotz aller Unbegreiflichkeiten und Wirrnisse ihrer Umwelt weiterhin an die �G�te und Menschenliebe Gottes’ (Tit 3, 4). Obwohl sie wie alle anderen Menschen eingetaucht sind in die dramatische Komplexit�t der Ereignisse der Geschichte, bleiben sie gefestigt in der Hoffnung, dass Gott ein Vater ist und uns liebt, auch wenn uns sein Schweigen unverst�ndlich bleibt.”


Presseschau aus �sterreich vom 10.9.2007
Alle Zeitungen �sterreichs widmen dem Papstbesuch ihre Titelseite – dankbar f�r ein gewichtiges Thema in der Montagsausgabe. Und alle finden freundliche Schlagzeilen, mit einer Ausnahme. Der liberale �Standard”, der in den vergangenen Tagen ausgewogen, ja nahezu papstfreundlich berichtet hatte, moniert: �Papst schwieg zu Problemen” und meldet eine �ern�chternde Bilanz nach drei Tagen Benedikt XVI. in �sterreich: Deutlich weniger Pilger als erwartet und keine Diskussion �ber dr�ngende Reformfragen in der katholischen Kirche”.
Die �Presse” macht, ungew�hnlich f�r die liberalkonservative Qualit�tszeitung, mit einer ganzen Seite Fotos auf, die den Papst im Wind zeigen. �Mit drei gro�en Reden hat Benedikt XVI. Marksteine gesetzt. Es muss bezweifelt werden, dass er geh�rt wurde”, hei�t es im Leitartikel. Au�erdem lobt das Blatt, dass dem Papst das ehrenamtliche Engagement von Kindern eine W�rdigung wert war und dass er sich m�chtig f�r den freien Sonntag einsetzt.
Sehr Freundliches schreibt abermals die �Kronen Zeitung”. Das Massenblatt zitiert Pilger mit den Worten �Er wird uns immer nahe sein” und �Benvenuto, Papa, in Heiligenkreuz”. Fast wehm�tiger Aufmacher: �Zum Abschied ein Vergelt�s Gott”. Auch die zweite Boulevardzeitung des Landes, ��sterreich”, setzt ganz aufs Gem�t: �Papst eroberte Herzen im Sturm – Zehntausende feierten mit ihm”.
Sachlicher die Schlagzeilen im vielgelesenen �Kurier”. �Die Kirche hofft auf Aufwind”. Im Blattinneren l�sst der Kurier unter der Schlagzeile �Viele Besucher w�nschten sich eine st�rkere �ffnung der Kirche” Vertreter des �ffentlichen Lebens und Gl�ubige zu Wort kommen. Die �Aufforderung zum mutigen Nachdenken” sieht Leitartikler Alfred Payrleitner als wichtigste Botschaft des Papstes in �sterreich.

�sterreich: Lombardi, �Das hat er sehr gut gemacht.”
Benedikt XVI. hat substantielle Themen angesprochen. Das ist das erste Fazit von Vatikansprecher Pater Federico Lombardi. Gudrun Sailer hat gestern Abend mit ihm gesprochen:
Erste Bilanzkommentare in der �sterreichischen Presse sprechen davon, dass Papst Benedikt im Bewahren verharrt und in �sterreich keinen der �blichen Streitpunkte einer Kirchenreform angesprochen hat. Was ist dagegen einzuwenden?
�Dieselben Leute, die das jetzt sagen, haben das schon jahrelang gesagt. Das ist in diesem Sinn nichts Neues. Man muss auch versuchen, das zu h�ren, was der Papst sagt und nicht nur immer ihm sagen, was er sagen muss. Ich habe den Eindruck, dass der Papst wunderbare Predigten und Reden gehalten hat mit sehr tiefen und starken Impulsen f�r wichtige Themen. Heute gab es das Thema Werte in der Gesellschaft und wie die Christen mit allen Menschen guten Willens in die gleiche Richtung zum Wohl der Gesellschaft und der Menschen wirken. Am Freitag das Thema, wie viel Verantwortung Europa f�r die ganze Welt hat. In diesem Sinn gibt es sehr wichtige Punkte, die der Papst angesprochen hat, auch die Bedeutung des Sonntags. Ich glaube, diese Punkte sind sehr substantiell.”
Sie kennen die �sterreichische Kirche, Pater Lombardi. Welche Effekte wird ihrer Meinung nach dieser Besuch mittelfristig haben?
�Ich glaube, ein Papstbesuch ist immer eine Ermunterung, eine St�rkung des Glaubens. Das ist die Aufgabe des Papstes: die Br�der, die Schwestern im Glauben zu st�rken. Das hat er sehr gut gemacht. Er hat mit ihnen die Pilgerschaft nach Mariazell gemacht, er hat mit ihnen gebetet auch bei schlechtem Wetter. Er hat sehr tiefe Perspektiven im Glauben und in der Spiritualit�t gegeben. Auf Christus schauen, das ist das Zentrale unseres Glaubens, und man kann niemals zuviel Aufmerksamkeit auf dieses Zentrum legen. Er hat dieses Zentrum des Glaubens mit gro�er Sensibilit�t auch allen Menschen guten Willens gegen�ber betont, die ohne zu glauben sich f�r andere einsetzen. Auch in seinem Jesusbuch hat er gesagt, dass die Leute, die Durst nach Gerechtigkeit haben, auf dem Weg des Heiles sind, auch wenn sie nicht explizit an Christus glauben. Das habe ich heute Abend wirklich gesp�rt, in dem was er sagte und in dem, was wir zusammen erlebt haben.” (rv)

 

 

28.09.07

Botschaft des Vatikans an Moslems

Der Vatikan dr�ngt die islamische Welt zur Absage an "Gewalt jeglicher Art". Terrorismus mache blind und sei nicht in der Lage, "Konflikte zu l�sen", so die Botschaft des P�pstlichen Dialogrates zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan. Eindringlich warnt der Text, der vom Leiter des Rates, Kardinal Jean-Louis Tauran unterzeichnet ist, vor einem "todbringenden R�derwerk des zerst�rerischen Hasses" und wirbt f�r "eine Kultur des Friedens".
(rv)
Wir dokumentieren hier die Vatikan-Botschaft im vollen Wortlaut.
Christen und Muslime:
aufgerufen, eine Kultur des Friedens zu f�rdern
 

Liebe muslimische Freunde!
Es ist f�r mich eine besondere Freude, Ihnen zu Ihrem frohen Fest des ‘Id al-Fitr, das den w�hrend des Fasten- und Gebetsmonates Ramadan zur�ckgelegten Weg abschlie�t, die freundschaftlichen und herzlichen W�nsche des P�pstlichen Rates f�r den interreligi�sen Dialog zu entbieten. Dieser Gang ist eine bedeutsame Zeit f�r das Leben der islamischen Gemeinschaft und gibt jedem neue Kraft f�r sein pers�nliches, famili�res und soziales Leben. Es ist in der Tat wichtig, dass jeder Zeugnis gibt von der religi�sen Botschaft f�r einen immer rechtschaffeneren und dem Plan des Sch�pfers entsprechenderen Weg - in der Sorge um den Dienst an seinen Br�dern und in einer immer gr��eren Solidarit�t und Br�derlichkeit mit den Mitgliedern der anderen Religionen und mit allen Menschen guten Willens und mit dem Wunsch, sich gemeinsam f�r das Gemeinwohl einzusetzen.
In den unruhigen Zeiten, die wir erleben, haben die Mitglieder der Religionen vor allem die Pflicht, als Diener des Allm�chtigen f�r den Frieden zu arbeiten, der �ber die Achtung der pers�nlichen und gemeinschaftlichen �berzeugungen eines jeden einzelnen als auch �ber die Freiheit der Religionsaus�bung f�hrt. Die Religionsfreiheit, die sich nicht auf die einfache Kultfreiheit einschr�nken l�sst, ist in der Tat einer der wesentlichen Aspekte der Gewissensfreiheit, die jeder Person zusteht und die der Eckpfeiler der Menschenrechte ist. Wird dies beachtet, kann eine Kultur des Friedens und der Solidarit�t zwischen den Menschen geschaffen werden, und alle k�nnen sich entschlossen f�r die Verwirklichung einer immer br�derlicheren Gesellschaft einsetzen, indem sie alles tun, was in ihrer Macht steht, um Gewalt jeglicher Art abzulehnen und um jede Zuflucht zur Gewalt anzuprangern und zur�ckzuweisen. Diese kann niemals einen religi�sen Beweggrund haben; denn sie verletzt das Ebenbild Gottes im Menschen. Wir alle wissen, dass die Gewalt, besonders der Terrorismus, der blind macht und besonders unter den Unschuldigen zahlreiche Opfer fordert, unf�hig ist, die Konflikte zu l�sen, und nur das todbringende R�derwerk des zerst�rerischen Hasses in Gang setzen kann, zum Schaden des Menschen und der Gesellschaft.
Als religi�se Menschen sind wir alle verpflichtet, vor allem Erzieher zum Frieden zu sein, Erzieher f�r die Menschenrechte, f�r eine Freiheit, die jeden achtet, aber auch f�r ein immer st�rkeres soziales Leben; denn der Mensch mu� sich ohne jede Diskriminierung um seine Br�der und Schwestern sorgen. Niemand darf auf Grund seiner Rasse, seiner Religion oder wegen irgendeiner anderen pers�nlichen Eigenart aus der nationalen Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Wir alle, Mitglieder verschiedener religi�ser Traditionen, sind berufen, eine Lehre zu verbreiten, die jedes menschliche Gesch�pf achtet, eine Botschaft der Liebe zwischen den Menschen und den V�lkern. Es ist insbesondere unsere Aufgabe, in diesem Geist die junge Generation zu formen, der die Welt von morgen anvertraut sein wird. Es ist zun�chst Aufgabe der Familien, sodann der Personen, die in der �ffentlichkeit f�r die Erziehung Verantwortung tragen, und aller zivilen und religi�sen Autorit�ten, darauf zu achten, eine richtige Unterweisung zu bieten und jedem eine passende Erziehung auf den verschiedenen genannten Gebieten zu gew�hren. Dazu geh�rt vor allem eine staatsb�rgerliche Erziehung, die jeden Jugendlichen einl�dt, seine Mitmenschen zu achten und sie als seine Br�der und Schwestern zu betrachten, mit denen er t�glich zu leben hat, und zwar nicht in Gleichg�ltigkeit, sondern in br�derlicher Achtsamkeit. Es ist deshalb dringender denn je, der jungen Generation grundlegende menschliche, moralische und staatsb�rgerliche Werte zu vermitteln, die sowohl f�r das pers�nliche wie auch das Gemeinschaftsleben unerl�sslich sind. Jedes unsoziale Verhalten soll eine Gelegenheit sein, die Jugendlichen daran zu erinnern, was man von ihnen im sozialen Leben erwartet. Es ist das Gemeinwohl jeder Gesellschaft und der Welt im Ganzen, das auf dem Spiel steht.
In diesem Geist mu� man in Betracht ziehen, wie wichtig die Fortsetzung und die Intensivierung des Dialogs zwischen Christen und Muslimen in seiner erzieherischen und kulturellen Dimension sind, damit alle Kr�fte f�r den Dienst am Menschen und der Menschheit mobilisiert werden, damit die jungen Generationen nicht einander entgegengesetzte kulturelle und religi�se Bl�cke bilden, sondern zu echt menschlichen Br�dern und Schwestern werden. Der Dialog ist ein Instrument, das uns helfen kann, aus der endlosen Spirale der Konflikte und Spannungen herauszukommen, die unsere Gesellschaften durchziehen, damit alle V�lker in Ruhe und Frieden leben k�nnen, in gegenseitiger Achtung und gutem Einvernehmen zwischen den verschiedenen Gruppen.
Um das zu ereichen, lenke ich voll Zuversicht die Aufmerksamkeit aller darauf, dass durch Begegnungen und Gedankenaustausch Christen und Muslime in gegenseitiger Achtung und im Blick auf den Frieden und eine bessere Zukunft f�r alle Menschen zusammenarbeiten; sie werden f�r die Jugend von heute ein Beispiel zum Nachfolgen und Nachahmen sein. Die Jugendlichen werden dann neues Vertrauen in das soziale Leben fassen und mehr darum bem�ht sein, sich einzusetzen und an seiner Umgestaltung mitzuwirken. Die Erziehung und das Beispiel werden auch f�r sie zu einer Quelle der Hoffnung in die Zukunft.
Das ist der brennende Wunsch, den ich mit Ihnen teile: dass Christen und Muslime immer freundschaftlichere und konstruktivere Beziehungen entfalten, um ihre spezifischen Reicht�mer zu teilen, und dass sie ganz besonders auf die Qualit�t ihres Zeugnisses als Gl�ubige achten!

Ich erneuere, liebe muslimische Freunde, meine herzlichen W�nsche zu Ihrem Fest und bitte den Gott des Friedens und der Barmherzigkeit, Ihnen allen gute Gesundheit, inneren Frieden und Wohlergehen zu schenken.

Jean-Louis Card. Tauran
Pr�sident

Erzbischof Pier Luigi Celata
Sekret�r
 

 

 

29.09.07

Kardinal Adam Kozlowiecki verstorben

Kardinal Adam Kozlowiecki ist gestern Morgen im Alter von 96 Jahren in einem Krankenhaus in Lusaka gestorben. Der aus Polen stammende Jesuit und Missionar war wesentlich am Aufbau der katholischen Kirche in der afrikanischen Republik beteiligt. Bis vor wenigen Wochen war er noch in der l�ndlichen afrikanischen Gemeinde aktiv. Vor zwei Monaten hat er in seiner Gemeinde das Ehrendoktorat der Katholischen Universit�t Warschau erhalten. Der Kardinal wurde 1959 zum ersten Erzbischof der Hauptstadt Zambias ernannt.

 

 

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10/2007

 

 

04.10.07

Deutschland: Nuntius Ender verabschiedet

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erwin Josef Ender, nutzt die Ruhestandsregelung f�r Diplomaten des Heiligen Stuhles und geht mit 70 Jahren in den Ruhestand. Gestern Abend wurde er mit einem Pontifikalamt in der Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale aus seinem Dienst verabschiedet. Seit 2003 war Ender Apostolischer Nuntius in der Bundesrepublik Deutschland.
�Ich habe in den vergangenen vier Jahren zusammen mit den Deutschen Schwestern und Br�dern hier in der Deutschen Heimat bewegende Momente, Ereignisse und H�hepunkte im Leben der Kirche erleben d�rfen. Den ergreifenden Tod von Papst Johannes Paul II. und die �berraschende Wahl seines Nachfolgers, des ersten Deutschen Papstes nach fast 500 Jahren; den 20. Weltjugendtag, der die gr��te religi�se Veranstaltung in der Geschichte unseres Landes ist, und den Besuch von Papst Benedikt XVI. in seiner bayerischen Heimat, in dessen Freude und Begeisterung alle Gl�ubigen in unserem Land rege Anteil genommen haben.”
Zur Sprache kam aber auch die Situation der katholischen Kirche in Deutschland: �Trotz mancher Schwierigkeiten und Hindernisse, denen unsere Kirche heute in der modernen Gesellschaft begegnet, ist sie eine lebendige Kirche. Der Papst sprach von einer �jungen Kirche’. Sie hat sich in den ver�nderten und sich wandelnden Verh�ltnissen der Zeit – der heutigen Zeit – st�ndig erneuert. Sie hat sich mit Zuversicht und Gottvertrauen den gro�en Herausforderung der Zukunft gestellt.”
An dem Gottesdienst gestern Abend in der Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale nahmen mehr als 20 Bisch�fe teil. Unter ihnen waren die Kardin�le Karl Lehmann, Georg Sterzinsky und Friedrich Wetter sowie Bischof Paride Taban aus dem Sudan, wo Ender in den 1990er Jahren den Heiligen Stuhl diplomatisch vertreten hatte. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) vertrat dessen Pr�sident Hans-Joachim Meyer.
Erwin Josef Ender studierte nach dem Abitur Philosophie und Katholische Theologie an der Westf�lischen Wilhelms-Universit�t in M�nster und der P�pstlichen Universit�t Gregoriana in Rom. Er trat anschlie�end in die Dienste des Vatikans. Ender vertrat den Heiligen Stuhl in Sudan und Somalia sowie in den baltischen Staaten. (rv)

 

 

17.10.07

Neue Kardin�le

Papst Benedikt hat 23 neue Kardin�le ernannt. Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz verlas er die Namen der k�nftigen Senatoren der Kirche. Das feierliche Konsistorium berief er f�r den 24. November ein, Vortag des Christk�nigsfestes.

Der Papst verlas folgende Erzbisch�fe:
 

Leonardo Sandri, Pr�fekt der Kongregation f�r die Ostkirchen
John Patrick Foley, Pro-Gro�meister des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, langj�hriger Leiter des P�pstlichen Medienrates
Giovanni Lajolo, Pr�sident der P�pstlichen Kommission f�r den Vatikanstaat und Pr�sident des vatikanischen Governatorats, zuvor Au�enminister des Vatikans und Nuntius in Deutschland
Paul Josef Cordes aus dem Erzbistum Paderborn, Pr�sident des p�pstlichen Hilfswerks �Cor Unum“
Angelo Comastri, Erzpriester der Petersbasilika
Stanislaw Rylko aus Polen, Pr�sident des P�pstlichen Laienrats
Raffaele Farina, Direktor der Vatikanbibliothek, �Archivar und Bibliothekar der Heiligen R�mischen Kirche“
Agustin Garcia-Gasco Vicente, Valencia (Spanien)
Sean Babtist Brady, Armagh (Irland)
Llu�s Mart�nez Sistach, Barcelona (Spanien)
Andr� Vingt-Trois, Paris (Frankreich)
Angelo Bagnasco, Genua (Italien), Pr�sident der Italienischen Bischofskonferenz
Th�odere-Adrien Sarr, Dakar (Senegal)
Oswald Gracias, Bombay (Indien)
Francisco Robles Ortega, Monterrey (Mexiko)
Daniel N. DiNardo, Galveston-Houston (USA)
Odilio Pedro Scherer, Sao Paolo (Brasilien)
John Njue, Nairobi (Kenia)

Diese 18 neuen Kardin�le sind bei einem Konklave wahlberechtigt.

Wegen ihrer besonderen Verdienste um die katholische Kirche, so der Papst, ernenne er folgende M�nner zu Kardin�len:


Emmanuel III. Delly, Patriarch der chald�ischen Kirche
Giovanni Coppa, Nuntius                                                                                     Estanislao Esteban Karlic, Emer. Errzbischof von Panama(Argentinien)
P. Urbano Navarrete SJ, Argentiener und fr�herer Rektor der P�pstlichen Universit�t Gregoriana
P. Umberto Betti, O.F.M., fr�herer Rektor der P�pstlichen Lateran-Universit�t

Papst Benedikt wollte auch den emeritierten Bischof Ignacy Jez aus dem polnischen Bistum K�slin-Kolberg zum Kardinal ernennen. Jez starb jedoch gestern im Alter von 93 Jahren.

(rv)
 

 

 

17.10.07

Kardinal Castillo Lara verstorben

Der venezolanische Kardinal starb gestern in Caracas im Alter von 85 Jahren. Der Salesianer Castillo Lara, der u.a. in Bonn studiert hat, leitete in den achtziger Jahren die Reform des Kirchenrechts. 1985 wurde er zum Kardinal erhoben. In einem Beileidstelegramm w�rdigt der Papst den Verstorbenen als �eifrigen Hirten”. (rv)

 

 

29.10.07

Kardinalskonsistorium am 24.11.2007 um 10 Uhr 30 auf dem Petersplatz

Das gab der Vatikan heute bekannt. Die neuen Kardin�le werden sich um 10 Uhr in der Sebastianskapelle im Petersdom versammeln. Am Nachmittag kann man den neuen Purpurtr�gern die so genannten H�flichkeitsbesuche abstatten, Ort und Zeit hierf�r werden noch mitgeteilt. Am Christk�nigsfest, dem 25. November, wird der Papst gemeinsam mit den neuen Kardin�len auf dem Petersplatz die heilige Messe feiern und ihnen dabei Kardinalsring �berreichen. (rv)

 

 

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11/2007

 

 

09.11.07

Kardinal Hamao verstorben

Der japanische Kurienkardinal Stephen Fumio Hamao ist am Donnerstag in Tokio gestorben. Der fr�here Pr�sident des P�pstlichen Migrantenrats erlag im Alter von 77 Jahren einem Krebsleiden. Papst Benedikt w�rdigte in einem Beileidstelegramm an den Bischof von Yokohama Hamaos Dienst f�r die Kirche und die gro�e Sorge um die Armen. Hamao wurde erst mit 16 Jahren Katholik, sp�ter war er Weihbischof in Tokio und ab 1979 Bischof von Yokohama. Ab 1995 leitete er die japanische Bischofskonferenz. Papst Johannes Paul II. holte den Caritas- und Fl�chtlingsexperten 1998 an die Kurie, 2003 erhob er ihn zum Kardinal. Hamao hatte im Jahr 2005 seinen altersbedingten R�cktritt eingereicht, Benedikt XVI. lie� ihn bis 2006 im Amt. Sein Nachfolger an der Spitze des Migrantenrats ist Kardinal Renato Raffaele Martino, der zugleich den Menschenrechts-Rat �Justitia et Pax” leitet. Mit dem Tod des Japaners z�hlt das Kardinalskollegium noch 201 Mitglieder. Von diesen sind 121 j�nger als 80 und k�nnten somit an einer m�glichen Papstwahl teilnehmen. (rv)

 

 

23.11.07

Papst Benedikts XVI. neue Enzyklika zum Thema �Hoffnung“

Die zweite Enzyklika Papst Benedikt XVI. erscheint am kommenden Freitag. Das teilte der vatikanische Pressesaal mit. Das p�pstliche Rundschreiben tr�gt den Titel �Spe salvi” und besch�ftigt sich dem Thema der Hoffnung. Zwei Kardin�le werden die Enzyklika am Freitag im Auftrag des Papstes der �ffentlichkeit vorstellen: Georges Marie Cottier OP, emeritierter p�pstlicher Haustheologe, und Albert Vanhoye SJ, emeritierter Professor f�r Neues Testament am p�pstlichen Bibelinstitut. Das p�pstliche Lehrschreiben erscheint gleichzeitig auf Latein, Italienisch, Franz�sisch, Englisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch und Polnisch. �Spe Salvi” - das ist ein Zitat aus dem R�merbrief des Apostels Paulus: �In der Hoffnung sind wir gerettet.” Dazu sagt der bekannte italienische Theologe und Bischof Bruno Forte: �Nachdem die gro�en Horizonte der ideologischen Mythen verblasst sind, bietet die Hoffnung jetzt von neuem einen Sinn-Horizont. Ich habe das Gef�hl, dass uns der Papst mit diesem Motto �Gerettet durch Hoffnung” wieder auf die so genannten eschatologische Dimension des Christentums hinweisen will – die Verhei�ung des K�nftigen; das, was wir oft vergessen angesichts dessen, was heute und jetzt alles so dringend zu tun ist. Die Eschatologie (also die so genannte Rede von den letzten Dingen) r�ckt wieder ins Zentrum dessen, was das Menschenherz besch�ftigt. Die Fragen nach dem letzten Sinn, nach Leben und Tod, Gericht und ewigem Leben... das sind Themen, die wir heute wiederentdecken, da die gro�en Ideologien untergegangen sind und mit ihnen manche Hoffnung und mancher Sinn. Ich warte also auf die neue Enzyklika des Papstes mit Freude und - das kann man hier wirklich sagen - mit Hoffnung!” (rv)

 

 

24.11.07

Vatikan: Benedikt kreiert neue Kardin�le

�Apostel Gottes und Zeugen des Evangeliums” mit besonderer Verantwortung: Das sind laut Benedikt XVI. die neuen Kardin�le. 23 verdiente Kirchenm�nner erhob der Papst am Samstag Vormittag in den Kardinalsstand, unter ihnen der deutsche Kurienerzbischof Paul Josef Cordes, dienst�ltester Kuriale, der �sterreichst�mmige Odilo Scherer aus Sao Paolo in Brasilien und der Patriarch von Bagdad, Emmanuel III. Delly. Mit dem zweiten Konsistorium von Papst Benedikt erreicht der Kreis der m�glichen Papstw�hler wieder die Obergrenze von 120. Gemeinsam mit den �ber-80-J�hrigen, die nicht mehr an einem Konklave teilnehmen d�rfen, z�hlt der Senat des Papstes damit 201 Mitglieder, mehr als je zuvor.
Im �ffentlichen Konsistorium in der Petersbasilika erhielten die sieben Kurienvertreter, elf Di�zesanbisch�fe, der Patriarch der chald�ischen Kirche sowie vier verdiente �Senioren” das rote Kardinalsbirett. In einer gemeinsamen Messfeier am Sonntag steckt Benedikt ihnen den Kardinalsring an. (rv)

Benedikt XVI. an Kardin�le: �Seid Zeugen der Hoffnung”
�Ihr seid Apostel Gottes, der die Liebe ist, und ihr seid Zeugen der Hoffnung des Evangeliums: Das erwartet von euch das christliche Volk.”
Eindringlich erinnerte Benedikt XVI. die neuen Kardin�le, was die Kirche von ihnen erwartet. Kardin�le sind die engsten Ratgeber des Papstes und ihnen wird es dereinst zukommen, im Konklave einen neuen Papst zu w�hlen. Diese besondere Verbundenheit fand im Treueschwur der Kandidaten ihren Ausdruck: �Ich, Kardinal der Heiligen R�mischen Kirche, verspreche und schw�re, solange ich lebe, Christus und seinem Evangelium treu zu bleiben und dauerhaft Gehorsam zu �ben gegen�ber Petrus und der Heiligen Apostolischen R�mischen Kirche und Papst Benedikt XVI. und seinen rechtm��ig gew�hlten Nachfolgern….”…hei�t es in dem Amtseid, der von den neuen Kardin�len mit der Hand auf der Brust nach dem Gro�en Glaubensbekenntnis rezitiert wird. Zugleich versprechen die Kardin�le Verschwiegenheit und Sorgfalt in der Aus�bung ihrer Aufgaben.
Zwar stellen auch dieses Mal die Italiener die gr��te Gruppe unter den neuen �Senatoren” der Kirche, dennoch setzt auch Benedikt XVI. die Internationalisierung der katholischen Kirche fort: �Die Verschiedenheit der Mitglieder des Kardinalskollegiums, sowohl was die geographische als auch die kulturelle Herkunft angeht, bringt dieses von der Vorsehung gewollte Wachstum zum Ausdruck. Zugleich verdeutlicht es aber auch die ver�nderten pastoralen Anforderungen, auf die der Papst reagieren muss. Die Universalit�t, die Katholizit�t der Kirche spiegelt sich deshalb in der Zusammensetzung des Kardinalskollegiums wider.”
Die Feier eines Konsistoriums bezeuge der Stadt und dem Erdkreis die einzigartige Einheit, mit der die Kardin�le mit dem Papst, dem Bischof von Rom, vereint sind. In der Auslegung des Evangeliumstextes erinnerte der Papst aber auch daran, dass die Kardinalsw�rde keine Machtposition darstelle: �Der Christ ist dazu berufen, wie ein Sklave zu werden und so den Spuren Jesu zu folgen, indem er sein Leben freigebig und absichtslos f�r die anderen hingibt. Nicht die Suche nach Macht und Erfolg, sondern die dem�tige Selbsthingabe f�r das Wohl der Kirche muss jede Handlung von euch und jedes eurer Worte kennzeichnen. Die wahre christliche Gr��e besteht in der Tat nicht im Herrschen, sondern im Dienen.”
Das Kardinalat sei vor allem ein Amt der Liebe: �Liebe zu Gott, Liebe zu seiner Kirche, Liebe zu den Br�dern mit einer gr��tm�glichen und uneingeschr�nkten Hingabe, usque ad sanguinem effusionem, wie es in der Formel zur �berreichung des Kardinals-Biretts hei�t und wie es die rote Farbe eurer Gew�nder verdeutlicht, die ihr tragt.”
Im Anschluss an die Predigt �berreichte Benedikt jedem Kardinal einzeln das Birett und wies ihnen einen r�mischen Titelsitz zu. Den Anfang machte Sandri, es folgten der langj�hrige Medienminister John Foley, der fr�here Berliner Nuntius Giovanni Lajolo und an vierter Stelle Cordes. Kardinal Cordes erhielt als �Titelkirche” die unmittelbar neben dem Petersplatz gelegene Kirche �San Lorenzo in Piscibus”, das Gotteshaus des von ihm in den fr�hen 80er Jahren mitgegr�ndeten vatikanischen Jugendzentrums �San Lorenzo”. (rv )
 

Vatikan: Kardin�le beraten �ber neue �Mea Culpa”
Viele neue Ideen zur �kumene sind am Freitag in den Beratungen der Kardin�le mit dem Papst zur Sprache gekommen. Benedikt hatte den �Senat” der Kirche gebeten, einen Tag lang im Vatikan hinter verschlossenen T�ren �ber die Beziehungen zu anderen Kirchen zu beraten. Dabei war aus den Reihen der Kardin�le der Ruf nach neuen Schuldbekenntnissen der Kirche zu h�ren, wie Johannes Paul II. sie mehrfach formuliert hatte. Es gelte auch im �kumenischen Verh�ltnis den �Weg der Reinigung des Ged�chtnisses fortzusetzen”, so zitiert das Vatikan-Statement einen namentlich nicht genannten Kardinal aus der offenen Aussprache.
Offenbar wurde auch Kritik an der Art und Weise laut, mit der ein Dokument der Glaubenskongregation im Sommer das katholische Kirchenverst�ndnis erl�utert hatte. Es sei wichtig, �Kommunikationsformen zu nutzen, bei denen man darauf achtet, dass nicht die Sensibilit�t der anderen Christen verletzt wird”, hei�t es w�rtlich im Vatikan-Statement.
Die Vatikan-Zeitung �Osservatore Romano” gibt ihrem Leitartikel �ber das Klausurtreffen die �berschrift: �Neue Perspektive f�r die Einheit”.
Der Pr�sident des P�pstlichen Einheitsrates, Kardinal Walter Kasper, habe in seinem einleitenden Vortrag u.a. die �vielversprechende neue Dialog-Phase” mit den orthodoxen Kirchen gew�rdigt; die Eiszeit sei vorbei, jetzt w�re eine Begegnung zwischen dem Papst und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Alexei II. �n�tzlich”, so Kasper. Trotz vieler noch bestehender Schwierigkeiten im Dialog mit den Orthodoxen sei doch die Hoffnung legitim, dass die Kirche �nach der Spaltung des zweiten Jahrtausends im dritten Jahrtausend wieder mit beiden Lungenfl�geln zu atmen beginnt”, so Kasper. Was die aus der Reformation hervorgegangen Kirchen und christlichen Gemeinschaften betreffe, sehe er �keinen Haltepunkt, aber einen tiefgreifenden Wandel in der �kumenischen Situation”. F�r den weiteren Weg in der �kumene g�be es keine einzig g�ltige L�sung. Die Unterschiede seien zu gro� - geographisch wie kulturell. Hier m�ssten die einzelnen Bischofskonferenzen sich ihrer Verantwortung bewusst werden. Keiner d�rfe mit dem Finger auf andere zeigen, Dialog m�sse klar sein, aber frei von Polemik. Basis allen Miteinanders sei stets die �kumene des Gebets, betonte Kasper einmal mehr.
Bei der Aussprache der Kardin�le wurde auch das Thema Islam angesprochen; dabei w�rdigten die Kardin�le den Brief islamischer Intellektueller an christliche F�hrer. Nach Vatikanangaben ergriffen mehr als drei�ig Purpurtr�ger das Wort. Nach Angaben der Tageszeitung �La Repubblica” schlug der britische Kardinal Cormac Murphy O`Connor einen Runden Tisch des Papstes mit den F�hrern der anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften vor; darauf habe Kasper geantwortet und auf die Schwierigkeiten hingewiesen. So bestehe etwa ein deutliches Zerw�rfnis zwischen den orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel und Moskau. Nach Angaben des �Corriere della Sera” habe auch Papst Benedikt von einer �sch�nen Idee” gesprochen, die aber aus seiner Sicht derzeit �kaum zu verwirklichen” sei. Au�erdem Thema: der Brief Benedikts an die Katholiken in China und die positive Aufnahme unter den Priestern und Bisch�fen.
Papst Benedikt selbst gab in einer kurzen Schlussansprache keine neuen Direktiven zum Thema �kumene aus, sondern erw�hnte seine zweite Enzyklika �Spe salvi”, die n�chste Woche ver�ffentlicht wird. Er wolle mit diesem Text auf die �tiefsten Erwartungen unserer Zeitgenossen antworten”. Den �kumenischen Weg der Kirche nannte der Papst �kein Optional, keine freiwillig Entscheidung, sondern eine Verpflichtung, ein heiliges Gebot Christi”. Zur �kumene gebe es keine Alternative. ( rv)

 

 

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12/2007

 

 

07.12.07

Zeichnung von Michelangelo zum Petersdom gefunden

Laut Vatikanzeitung �Osservatore Romano” handelt es sich um eine Detailskizze f�r den Pfeilerkranz der Kuppel. Die Strichf�hrung und bestimmte Charakteristiken der Darstellung lie�en keinen Zweifel an der Autorschaft des Renaissance-Genies. Die Zeichnung datiert vermutlich auf das Fr�hjahr 1563, Michelangelo Buonarotti h�tte sie demnach ein Jahr vor seinem Tod im Alter von 88 Jahren angefertigt. Der Maler, Bildhauer und Architekt arbeitete von 1547 bis zu seinem Tod 1564 an der Petersbasilika. Die Skizze soll am Montag, den 10. Dezember, einem Expertenkreis vorgestellt werden. Ein Termin f�r Presse und �ffentlichkeit stehe noch nicht fest, teilte die Dombauh�tte von Sankt Peter mit. Die noch unbekannte Zeichnung war durch ein Forschungsprojekt der deutschen Alexander-von-Humboldt-Stiftung in den Archiven der �Fabbrica San Pietro” zutage gekommen. (rv )

 

 

07.12.07

Kardinal Walter Kasper besucht in diesen Tagen Kiev

Anlass ist die Verleihung der Ehrendoktorw�rde durch die �rtliche Universit�t an diesem Freitag. Zuvor traf der �kumene-Chef des Heiligen Stuhles mit dem Metropoliten Vladimir von Kiev und der ganzen Ukraine zusammen, dem Oberhaupt der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchates. Auch Begegnungen mit Katholiken standen auf dem Programm, u.a. mit Erzbischof Lubomir Husar, dem Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine. (rv)

 

 

13.12.07

Kardinal Stickler gestorben

Er war der �lteste Kardinal der Kirche und besa� als Kirchenrechtsexperte internationalen Ruf; am Mittwochabend ist der �sterreichische Kardinal Alfons Maria Stickler im 98. Lebensjahr in seiner Wohnung im Vatikan gestorben.
In den letzten Jahren lebte Kardinal Alfons Maria Stickler zur�ckgezogen in seiner Wohnung im Palast der Glaubenskongregation. Doch der geb�rtige �sterreicher konnte auf ein bewegendes Leben im Dienst der Kirche zur�ckblicken. Als zweites von insgesamt zw�lf Kindern 1910 in Neunkirchen geboren, trat Stickler nach dem Abitur in den Orden der Salesianer Don Boscos ein. Nach seinem Theologiestudium, unter anderem in Turin und Rom, promovierte er an der P�pstlichen Lateran-Universit�t zum Doktor beider Rechte; 1937 wurde er dann zum Priester geweiht.
Zun�chst lehrte Stickler Kirchenrechtsgeschichte an der r�mischen Salesianer-Universit�t. Sein Rat als international angesehener Kirchenrechtler war gefragt. Doch die wichtigste Ver�nderung in seinem Leben war nach eigener Aussage die Ernennung zum Pr�fekten der Vatikanischen Bibliothek 1971 durch Paul VI. 1983 �bertrug ihm Johannes Paul II. dann das Amt des �Probibliothekars der Heiligen R�mischen Kirche” und ernannte ihn zum Titularbischof. Zudem hatte Stickler seit Juli 1984 die Leitung des Vatikanischen Geheimarchivs inne. W�hrend seiner Amtszeit setzte er sich besonders f�r die Erhaltung und Modernisierung der Vatikan-Bibliothek ein. Seinen unerm�dlichen Einsatz w�rdigte Johannes Paul II. im Mai 1985 mit der Ernennung zum Kardinal.
In einem Beileidstelegramm an Sticklers Angeh�rigen w�rdigt der Papst den Verstorbenen. Er nehme lebhaften Anteil an ihrem Schmerz, so Benedikt XVI. Kardinal Stickler sei �viele Jahre hindurch ein aufrichtiger und pflichtbewusster Mitarbeiter des Heiligen Stuhls gewesen”. Dabei habe er ein �Zeugnis tiefer Treue zu Christus und zur Kirche gegeben”. Am Freitag wird Benedikt die Beisetzungsfeiern f�r Stickler leiten. Das Kardinalskollegium umfasst jetzt 200 Senatoren, 120 davon sind unter 80 Jahren. (rv)

 

 

22.12.07

Kardinal Foley, ist offiziell zum Gro�meister des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt worden

Das teilte das vatikanische Presseamt am Samstag mit. Auch hat der Papst einen neuen Apostolischen Nuntius in Simbabwe ernannt. Es handelt sich um Erzbischof George Kocherry, bisheriger Nuntius in Ghana. Eine weitere Ernennung betrifft die Nuntiatur in Australien. Papst Benedikt XVI. hat Erzbischof Giuseppe Lazzarotto als Vertreter des Heiligen Stuhls in Canberra ernannt. Damit wird Erzbischof Lazzarotto, bisheriger Nuntius in Irland, den Papst beim Weltjugendtag in Sydney empfangen. (rv)

 

 

24.12.07

Kardinal Alo�sio Lorscheider OFM ist tot

Lorscheider verstarb am Sonntag um 9.00 Uhr (Ortszeit) im Franziskanerkloster von Porto Alegre, wo er seit seiner Emeritierung am 28. Januar 2004 lebte. Der 83-J�hrige war Bischof von Santo �ngelo und sp�ter Erzbischof von Fortaleza und von Aparecida. Von 1971 bis 1979 war Lorscheider Vorsitzender der Brasilianischen Bischofskonferenz und von 1973 bis 1979 auch Vorsitzender des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM. In dieser Zeit sorgte er mit daf�r, dass sich die Kirche entschieden auf die Seite der Armen stellte und diese "Option f�r die Armen" auch nach au�en zu einem der entscheidenden Programmpunkte ihres Wirkens machte. (rv)

 

 

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