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Alle mit “rv” gekennzeichneten Berichte und Nachrichten, mit freundlicher Genehmigung von “Radio Vatikan” in Rom.

zu Radio Vatikan

 

 

1/2008

 

 

02.01.08

Vatikan: Beziehungen zu 176 Staaten

Am kommenden Montag empf�ngt der Papst das diplomatische Korps jener Botschaften, die beim Heiligen Stuhl akkreditiert sind. Bei der Audienz werden Neujahresw�nsche ausgetauscht, und Benedikt richtet eine ausf�hrliche Rede an die internationalen Gesandten. Der Heilige Stuhl pflegt mit 176 Staaten diplomatische Beziehungen. Dazu kommen die Gesandtschaften bei der Europ�ischen Union, der russischen F�deration und der pal�stinensischen Organisation PLO. Der erste Neujahrsempfang beim Papst wird es f�r den Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate. Die diplomatischen Beziehungen zwischen den Emiraten und dem Heiligen Stuhl bestehen erst seit 31. Mai 2007. (rv)

 

 

03.01.08

Vatikan: Museen verl�ngern

In den vatikanischen Museen gelten ab diesem Mittwoch verl�ngerte �ffnungszeiten. Das ganze Jahr �ber halten die Sammlungen nun von 8:30 bis 18:00 offen, jeweils montags bis samstags. Der Eintritt ist bis 16 Uhr m�glich. So wie bisher ist au�erdem der letzte Sonntag im Monat bei freiem Eintritt ge�ffnet. Die Kosten f�r das regul�re Ticket steigen um einen Euro auf 14 Euro, die erm��igten Eintrittskarten bleiben auf ihrem Stand. Die Verl�ngerung der �ffnungszeiten war durch den enormen Andrang in den Vatikanischen Museen n�tig geworden. Seit dem Jubil�umsjahr 2000 war die Zahl der Besucher kontinuierlich auf zuletzt rund vier Millionen j�hrlich angestiegen. Dabei waren Wartezeiten von bis zu einer Stunde keine Seltenheit. (rv)

 

 

03.01.08

Vatikan: Dialogjahr 2008

2008 – das ist auch das Europ�ische Jahr des Interkulturellen Dialogs. Hintergrund: Europa ist das Test-Labor, inwieweit sich eine Religion (oder Kultur) wie der Islam mit der Lebensweise in einer aufgekl�rt-westlichen Gesellschaft vereinbaren l�sst. Im Vatikan steckt man im Moment hinter den Kulissen viel Energie in das Gespr�ch mit dem Islam, wei� und berichtet Stefan Kempis.
Erst, nach der Regensburger Rede des Papstes, der Stillstand; 2005 war das. Dann im letzten Herbst der Brief islamischer Gelehrter an christliche Kirchenf�hrer, und seitdem hat das Gespr�ch zwischen Christentum und Islam eine unerwartete Dynamik erfahren. Der saudische K�nig, H�ter der Heiligen St�tten des Islams, war beim Papst, und irgendwann im Jahr 2008 soll eine Delegation der Islam-Gelehrten im Vatikan mit Papst Benedikt sprechen – mit der R�ckendeckung durch den saudischen K�nig, wie Medien kolportieren. Soviel Bewegung war selten im Gespr�ch der Religionen.
�Der Papst hat alle zum Mut aufgerufen, sich der Vernunft zu �ffnen“, sagt Kardinal Jean-Louis Tauran, Vatikan-Verantwortlicher f�rs Interreligi�se. �Er hat in seiner Regensburger Vorlesung daran erinnert, dass es der Natur Gottes widerspricht, gegen die Vernunft zu handeln. Das ist die Grundlage, auf der wir im interreligi�sen Dialog den Geist des G�ttlichen aufsp�ren m�ssen.“
Regensburg – die Papst-Rede ist l�ngst vom Stein des Ansto�es zum neuen Ansto� im interreligi�sen und dar�ber hinaus im interkulturellen Dialog geworden. Im Vatikan ist man einverstanden damit, dass die Politiker bei der Ausrufung des Europ�ischen Jahres des interkulturellen Dialogs das Thema so weit gefasst... und nicht nur auf den religi�sen Aspekt verengt hat. So jedenfalls Erzbischof Gianfranco Ravasi, neuer Leiter des P�pstlichen Kulturrats:
�Wenn man von Religion spricht, muss man das Thema Kultur mitdenken. Genau genommen muss man sogar zu einem neuen Kulturbegriff finden, der eng mit dem Religi�sen zusammenh�ngt: Kultur in diesem Sinn verstanden als Nachdenken �ber den Menschen. So wird das Religi�se zu einer allumfassenden Pr�senz, die eng mit allen kulturellen Fragen verflochten ist, vor allem mit der Frage nach dem Weg des Menschen durch sein pers�nliches Leben und, allgemeiner gesagt, durch die Zeit...“
Die Kirche habe, so Ravasi weiter, in Sachen interkultureller Dialog eine lange Erfahrung.
�Sie kann also viel einbringen in dieses Jahr, das der europ�ische Ministerrat in Stra�burg beschlossen hat.Der Glaube spricht von der Gr��e des Menschen - von einem Humanismus, der die Kultur nicht zerst�rt, sondern sie vielmehr bereichert.“ (rv)

 

 

04.01.08

Italien: Papst w�rdigt Mutter Teresa

 

Papst Benedikt XVI. hat Mutter Teresa aufgrund ihrer �Leidenschaft f�r Christus“ gew�rdigt. Bei einem weihnachtlichen Besuch im Sozialzentrum �Dono di Maria“ am Freitagvormittag sprach der Papst vor den anwesenden Armen und Ordensleuten �ber die albanische Selige. Das Zentrum, das sich innerhalb der vatikanischen Mauern neben dem Geb�ude der Glaubenskongregation befindet, wird von den �Missionarinnen der N�chstenliebe“ geleitet, der Kongregation von Mutter Teresa. In Anspielung auf den Namen des Hauses, �Dono di Maria“ – zu Deutsch: �Geschenk Mariens“ – sagte der Papst:
�Wer immer hier an die T�r klopft, f�r den ist es in der Tat ein Geschenk Marias, sich von den Schwestern und der Freiwilligen liebevoll aufgenommen zu f�hlen. Ebenfalls ein Geschenk Marias die Anwesenheit einer Person, die inneh�lt, um Menschen in Schwierigkeiten zuzuh�ren und ihnen zu dienen. Dieser Stil evangelischer Liebe m�ge eure Berufung immer auszeichnen, sodass ihr �ber die materielle Hilfe hinaus jenen, denen ihr in eurem Alltag begegnet, dieselbe Leidenschaft f�r Christus und jenes �L�cheln Gottes“ weitergeben k�nnt, das die Existenz Mutter Teresas beseelte.“
Das Haus bietet rund 75 obdachlosen Frauen Unterkunft. Nichtsesshafte M�nner k�nnen dort zwei Mal t�glich eine Mahlzeit bekommen.Papst Johannes Paul II. hatte das Sozialzentrum vor fast genau 20 Jahren gegr�ndet. Zu den Armen gewendet, die im Haus Betreuung finden, sagte der Papst:
�Ich bin vor allem gekommen, um meine spirituelle N�he f�r euch, liebe Freunde, auszudr�cken. Ich bin hier, um euch zu sagen, dass der Papst euch liebt und euch nahe ist.“
Benedikt zitierte Mutter Teresa mit den Worten: �Weihnachten ist jedes Mal, wenn wir Jesus erlauben, durch uns selbst hindurch einen anderen Menschen zu lieben“.
�Jesus wurde in einer Grotte geboren, weil anderswo kein Platz f�r ihn war. Er hat die Entbehrungen kennen gelernt, die viele von euch begleiten. Weihnachten hilft uns zu verstehen, dass Gott uns nicht aufgibt, sondern uns immer entgegenkommt, uns sch�tzt und sich um jeden von uns annimmt. Denn jeder Mensch, aber ganz besonders die schwachen, ist wertvoll in seinen Augen voll Z�rtlichkeit und Erbarmen.“ (rv)

 

 

04.01.08

Vatikan: Jesuiten w�hlen neuen General

Zum ersten Mal in der 477-j�hrigen Geschichte der Jesuiten tritt ein Ordens-General zu Lebzeiten zur�ck. Am Montag kommt die General-Kongregation des gr��ten katholischen M�nnerordens zusammen, um den Verzicht des nach 24 Dienstjahren amtsm�den Niederl�nders Peter Hans Kolvenbach (79) anzunehmen und einen Nachfolger zu bestimmen. Die Wahl des Nachfolgers wird auch die Marschrichtung des Jesuitenordens insgesamt bestimmen, sagt Pater Kolvenbach:
�Wenn sie den einen oder anderen aus den Tausenden von Jesuiten w�hlt, die es werden k�nnten, damit sagt die Gesellschaft Jesu, was sie sich f�r die Zukunft erhofft: einen Prophet oder einen Weiser, einen Erneuerer oder einen Ma�halter, einen Kontemplativen oder einen Aktiven, einen der auf den Punkt bringt oder einen, der die Einheit sucht.“
Gew�hlt wird der �Schwarze Papst“ nach einem konklave�hnlichen Modus hinter verschlossenen T�ren – ohne Kandidatenliste, Fraktionen oder Wahlkampf. Ganz im Sinne der ignatianischen Spiritualit�t gehen die Delegierten von den Herausforderungen der Wirklichkeit aus:
�De facto beginnt die Kongregation mit einer Bewertung der gegenw�rtigen Situation, mit einer Unterscheidung, was in der Gesellschaft hell und was eher dunkel ist in ihrem Dienst an Kirche und Welt. Und von dieser Bewertung muss der Funke ausgehen: Schaut, das ist der Jesuit, den wir brauchen, um auf dem Weg Gottes zu gehen.“
M�glich geworden ist die Neuwahl durch eine Dispens des Papstes. Denn eigentlich wird Jesuitengeneral auf Lebzeiten gew�hlt. Benedikt XVI. signalisierte Verst�ndnis f�r den Wunsch des amtsm�den Niederl�nders. Im Grundsatz belie� er es aber bei den Ordens-Statuten, die eine lebensl�ngliche Dienstzeit des Jesuiten-Generals vorsehen.
Eine bleibende Priorit�t des Ordens bleibt die Mission in China, schon ganz zu Beginn waren Jesuiten wie Franz Xaver und Matteo Ricci nach China gegangen, um Christus mit der Sprache der Kultur und der chinesischen Mentalit�t zu verk�nden. Ein gelungenes Beispiel von Inkulturation, so Kolvenbach.
�Diese Tradition dr�ngt uns, unseren Blick nicht von der chinesischen Welt abzuwenden. Tats�chlich hat die Gesellschaft nie auf den Wunsch verzichtet, dem chinesischen Volk in seinen geistlichen Hoffnungen zu dienen und den Obersten Lehrer zu verk�nden, den die Chinesen in der edlen Figur ihrer Philosophen erkennen.“
Als die Jesuiten 1949 aus China vertrieben wurden, blieben viele von ihnen in Nachbarl�ndern und warteten auf einen guten Augenblick, um auf ihren Platz zur�ckzukehren. Zahlreiche junge Jesuiten haben chinesisch gelernt und hoffen, dass sich eines Tages die T�ren Chinas wieder �ffnen.
�F�r die Gesellschaft Jesu ist – abgesehen von einer gegenw�rtig m��igen Pr�senz in China – immer noch Wartezeit. Wir warten darauf, dass die Bem�hungen des Heiligen Stuhls um diplomatische Beziehungen zu China uns erlauben, zu einer Sendung zur�ckzukehren, die so sehr mit der Geschichte der Gesellschaft Jesu verbunden ist.“
Um den 19. Januar d�rfte die Entscheidung fallen, �ber die als Erstes der Papst informiert wird. Erst nach dessen Placet ver�ffentlicht die Gesellschaft Jesu den Namen. (rv)

 

 

06.01.08

Papst kritisiert ungez�gelte Globalisierung

Papst Benedikt XVI. hat die ungez�gelte Globalisierung scharf kritisiert. In seiner Predigt zum Fest �Erscheinung des Herrn“ rief er zur M��igung im Lebensstil auf. Dies sei nur m�glich, wenn die Menschen Mut h�tten. Dieser Mut werde ihnen durch die Geburt Jesu Christi geschenkt.
�Man kann in der Tat nicht sagen, dass die Globalisierung ein Synonym w�re f�r eine Weltordnung, ganz im Gegenteil. Die Konflikte um den wirtschaftliche Vorherrschaft und die Gier nach Energie- und Wasserressourcen sowie Rohstoffen erschwert die Arbeit derjenigen, die sich f�r eine gerechte und solidarische Welt einsetzen. Es ist eine gr��ere Hoffnung notwendig, die es erlaubt, das Gemeinwohl aller dem Luxus Weniger und dem Elend Vieler vorzuziehen.“
Nur wer eine gro�e Hoffnung habe, k�nne sich auch m��igen, so Benedikt XVI.
�Die M��igung ist nicht nur eine aszetische Anweisung, sondern auch ein Weg der Rettung f�r die Menschheit. Es ist inzwischen offensichtlich, dass nur mit einem n�chternen Lebensstil – verbunden mit einem ernsten Einsatz f�r eine gerechte Verteilung der Reicht�mer – es m�glich sein wird, eine gerechte und nachhaltige Entwicklungsordnung zu etablieren.“
Ausgegangen war Benedikt XVI. vom biblischen Bericht vom Besuch der �Weisen aus dem Morgenland“. Diese seien in heilsgeschichtlicher Perspektive die Repr�sentanten aller Menschen, die die Wahrheit suchten, eine Gegenbewegung zur Unheilsgeschichte, wie sie sich im Turmbau zu Babel gezeigt habe. In Erf�llung der Verhei�ung an Abraham, Segen f�r die V�lker zu sein, sei der Heilswillen Gottes in Jesus Christus erf�llt worden. Und der realisiere sich nun durch die Kirche.
�Doch dieser Plan wird behindert von Zerw�rfnissen und von Widerst�nden, die die Menschheit verletzen aufgrund der S�nde und des Konflikts der Egoismen. Die Kirche steht im Dienst jenes �Mysteriums“ des Segens f�r die gesamte Menschheit. Sie erf�llt ihre Mission nur dann vollkommen, wenn sie dieses Licht des Herrn Christus in sich widerspiegelt, und so zu einer Hilfe f�r die V�lker auf dem Weg des Friedens und des authentischen Fortschritts wird.“
In der feierlichen Liturgie gab es heute - wie immer an Erscheinung des Herrn - eine Besonderheit: Die Festank�ndigung am Jahresbeginn. In dem vom Kantor nach dem Evangelium und vor der Predigt mit der Melodie des Oster-Exsultet vorgesungen Text werden die Termine der Festtage des Jahres angek�ndigt. So f�llt das Osterfest im Jahre 2008 sehr fr�h auf den 23. M�rz und das Pfingstfest auf den 11. Mai. (rv)

 

 

07.01.08

Kardinal Franc Rod� hat die Jesuiten aufgefordert, der Kirche treu zu sein

Das sagte der Pr�fekt der vatikanischen Ordenskongregation bei der Er�ffnungsmesse zur Generalkongregation in der Jesuiten-Kirche �Il Ges�” in Rom. Mit Traurigkeit und Besorgnis nehme er eine wachsende Entfernung von der kirchlichen Hierarchie wahr. Dies entspreche nicht der ignatianischen Spiritualit�t, so der slowenische Kardinal. Die Wahl eines neuen Generals sei von herausragender Bedeutung f�r den Orden, denn ein �gutes Haupt” wirke sich auch auf den ganzen Leib aus. Rod� forderte die Jesuiten auf, ihre Liebe zur Kirche zu vertiefen. (rv)

 

 

08.01.07

Neuer Interrims-Rektor der �Anima” in Rom

Der deutsche Kurienkardinal Paul Josef Cordes feiert am Sonntag einen Gottesdienst in der �Anima” in Rom, um dem Interrims-Rektor der Einrichtung f�r seinen Einsatz zu danken. Die deutsch-�sterreichische Nationalstiftung bekommt am 25. J�nner mit Franz Xaver Brandmayr einen neuen Rektor. Der Wiener Di�zesanpriester �bernimmt die Stelle, die seit dem pl�tzlichen Tod von Johann H�rist im April 2007 �bergangsweise von Kaplan Gerhard H�rting �bernommen worden war. Traditionell leitet ein �sterreicher die �Anima”. Der Dank-Gottesdienst mit Kardinal Cordes am Sonntag beginnt um 10.00 Uhr. (rv)

 

 

09.01.08

F�r Selig- und Heiligsprechungen sollen k�nftig strengere Regeln gelten

Das k�ndigte der zust�ndige Kardinal Jos� Saraiva Martins an. In den kommenden Tagen werde eine entsprechende Instruktion ver�ffentlicht, so der Pr�fekt der Selig- und Heiligsprechungskongregation. Das Dokument fordere Di�zesanbisch�fe und Postulatoren, die die Kandidaturen vertreten, zu �mehr Vorsicht und mehr Sorgfalt” auf, erkl�rte der Kardinal im Interview mit der Vatikanzeitung �Osservatore Romano” (Mittwochsausgabe). Die 20-seitige Instruktion setzt laut Saraiva Martins den �von Benedikt XVI. eingef�hrten neuen Geist bei Seligsprechungen” um. Dabei komme nach den Richtlinien des Zweiten Vatikanischen Konzils den Lokalkirchen eine st�rkere Rolle zu. (rv)

 

 

11.01.08

25 Jahre Kirchenrecht

Am 25. Januar feiert das neue Kirchenrechtsgesetzbuch seinen 25-j�hrigen Geburtstag. F�r Kanonisten – so der Fachterminus f�r Kirchenrechtler – ein Grund zum Feiern; und so hat an diesem Freitag an der Salesianerhochschule in Rom ein hochkar�tig besetztes Symposium mit dem Titel �Das Kirchenrecht im Dienst der Mission der Kirche“ stattgefunden.
Organisiert wurde das Symposium von dem in Rom lehrenden Kirchenrechtsprofessor Markus Graulich SDB. Der Salesianer-Pater h�lt den CIC (�Codex Iuris Canonici“) f�r eine gelungene rechtliche Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils.
�Das Kirchenrecht hat seinen Sinn im Dienst der Verk�ndigung, im Dienst in den Sakramenten. Die Verk�ndigung des Wortes Gottes und die Sakramentenpastoral brauchen eine rechtliche Form, damit da kein Wildwuchs entsteht. Das ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts, sondern das beobachten wir in der Kirche wir von Anfang an, dass man sich auf bestimmte Vorgehensweisen einigt. Ich will nicht unbedingt das Apostelkonzil als die erste Kirchenrechtssitzung zitieren, aber auch die Apostel haben sich auf eine Vorgehensweise geeinigt, in der man durchaus normativen Charakter erkennen kann.“
Rechtlichen Normen geben in der Kirche auch Sicherheit, so der Salesianerpater.
�Ein Gl�ubiger muss sich darauf verlassen k�nnen. Wir hatten in den letzten Jahren die gro�en Diskussionen um das liturgische Recht – es f�hrt zu vielen Irritationen, wenn das Recht nicht angewandt wird, und da muss es ein Minimum an Rechtsnormen geben. F�r eine Universalkirche sind 1752 Einzelgesetze meiner Ansicht nach nicht zuviel.“
Das Kirchenrecht hatte auch schon einmal einen schlechteren Ruf: �In der Zeit unmittelbar nach dem Konzil musste sogar einmal gesagt werden, dass es Kirchenrecht noch gibt und dass es auch studiert werden muss. Heute ist die Akzeptanz des Kirchenrechts doch gr��er, weil die Menschen gemerkt haben: So ganz ohne Recht kommt auch die Kirche nicht aus, auch nicht die Kirche, die sich als Liebeskirche bezeichnet. Deshalb sind diese 25 Jahre ein guter Anlass, nicht euphorisch zu feiern, aber doch sich einmal explizit auf dieses Recht in der Kirche zu besinnen.“
Dennoch ist Kirchenrecht nichts Statisches, so der Kanonist. Jedes Kirchengesetzbuch ist in gewisser Weise auch ein Kind seiner Zeit: �Die Diskussion um die so genannte Konzilsrezeption geht gerade erst los. Man hat versucht, in Kirchenrecht zu fassen, was man damals vom Konzil verstanden hatte. Zum Beispiel findet sich die �Communio-Ekklesiologie“ im heutigen Kirchenrecht nicht, weil man damals sehr stark das Bild von der Kirche als �Volk Gottes“ diskutierte. Diese Auffassung spiegelt sich im kirchlichen Gesetzbuch viel st�rker als die Communio-Ekklesiologie, die heute sehr oft verwendet wird.“
Neben Kardinalstaatssekret�r Tarcisio Bertone und dem Pr�fekt der Bildungskongregation, Kardinal Zenon Grocholewski, hat auch der Pr�sident des Einheitsrats, Kardinal Walter Kasper teilgenommen. Welche Fragen gerade ihn als Chef-�kumeniker des Vatikans interessieren m�ssen, erkl�rt Graulich: �Was spielt das Kirchenrecht in der �kumene f�r eine Rolle- ist es Hemmnis oder ist es ein Minimum, auf das man sich schon einmal einigen kann. Macht es die Kirche einsch�tzbar, macht es die Kirche vielleicht auch suspekt, weil sie so eine Rechtsordnung hat? Das sind interessante Fragen, denn Kirchenrecht darf nicht nur in sich selber kreisen und sich mit sich selber besch�ftigen, sondern muss sich seiner theologischen Wurzeln immer vergewissern.“ (rv)

 

 

12.01.08

Kardinal Ouellet zum Generalrelator der Weltbischofssynode ernannt

Zum Sondersekret�r wurde Bischof Wilhelm Egger (67) von Bozen-Brixen/Tirol, ein ausgewiesener Bibelexperte, berufen, wie das vatikanische Presseamt am Samstag mitteilte. Die Bischofssynode vom 5. bis 26. Oktober steht unter dem Motto �Bibel - das Wort Gottes im Leben der Kirche”. Der Generalrelator ist ma�geblich f�r die inhaltliche Linie einer Synode zust�ndig. Er h�lt das Er�ffnungsreferat mit den thematischen Vorgaben und fasst sp�ter die Generaldebatte in einem Zwischenbericht zusammen. Unterst�tzt wird er vom Sondersekret�r, dem wiederum ein Arbeitsstab von Theologen und Fachleuten zur Seite steht. Oullet, Mitglied der Sulpicianer-Priestergemeinschaft, war in den Jahren 2001 und 2002 im Vatikan als Sekret�r des P�pstlichen Einheitsrates t�tig. Der 1940 in Innsbruck geborene Kapuziner Egger leitet seit 1986 das dreisprachige Bistum Bozen-Brixen in Norditalien. (rv)

 

 

17.01.08

Der �Fall �Sapienza” (I): Kleine Nachrichten-�bersicht

Der Papst h�tte die Einladung der r�mischen �Sapienza” sehr gerne angenommen. Das schreibt Kardinalstaatsekret�r Tarcisio Bertone an den Rektor von Europas gr��ter Universit�t, die den Papst f�r diesen Donnerstag eigentlich eingeladen hatte. Nach heftigen Protesten von einigen Professoren und Teilen der Studentenschaft hatte Benedikt seine urspr�ngliche Zusage aber zur�ckgezogen - und damit in Italiens �ffentlichkeit eine betroffene Debatte ausgel�st.

Kardinal schreibt an �Sapienza”

Bertone �bermittelt nun in seinem Schreiben vom Mittwoch Abend dem Rektor der Universit�t herzliche Gr��e des Papstes. Da es aber nach den Protesten auf dem Campus an den Bedingungen f�r einen �w�rdigen und ruhigen Empfang” fehle, �wurde es f�r angebracht gehalten, den geplanten Besuch zu verschieben, um keinen Anlass f�r Demonstrationen zu bieten, die f�r alle unerfreulich gewesen w�ren”, so der Kardinalstaatssekret�r. Der Vatikan - daran l�sst Bertone im Schreiben an den Sapienza-Rektor keinen Zweifel - sieht hinter den Protesten die Initiative einer �absoluten Minderheit”, seien es Professoren oder Studenten. Nach den Berichten italienischer Tageszeitungen war es Bertone, der Benedikt vom Besuch an der Universit�t abgeraten - und sich mit diesem Rat schlie�lich auch durchgesetzt habe. Die �Repubblica” berichtet, Benedikt XVI. sei �ruhig, aber verbittert” �ber die Entwicklung – �nicht um seinetwillen, sondern wegen all dieser jungen Leute”.

Am Sonntag �Demo” auf Petersplatz

Der Vikar des Papstes f�r das Bistum Rom, Kardinal Camillo Ruini, ruft derweil alle R�mer dazu auf, am n�chsten Sonntag zum traditionellen Angelus-Gebet auf den Petersplatz zu kommen. Damit sollten sie dem Papst, dem man in seiner eigenen Bischofsstadt den Mund verboten hat, ihre Solidarit�t zeigen. Der Angelus solle zu einer �Demonstration der Freude” werden, findet Ruini.

Pr�sident schreibt an Papst

Der italienische Staatspr�sident hat sich mit dem Papst solidarisch erkl�rt. In einem Brief an Benedikt �u�ert Giorgio Napolitano sein lebhaftes Bedauern �ber den Vorfall. Er spricht von einer �unzul�ssigen Manifestation von Intoleranz” gegen�ber dem Papst sowie von �beleidigenden Ank�ndigungen”. Dadurch sei es zu einem Klima gekommen, das mit einer freien und unaufgeregten Diskussion unvereinbar ist.

Die ungehaltene Rede Benedikts

Den Text seiner Rede, die er an diesem Donnerstag halten wollte, hat der Papst der �Sapienza” zugeschickt. Dabei erf�hrt man, dass Benedikt XVI. den weltlichen Charakter der Hochschule herausheben wollte. Die r�mische �Sapienza” sei zwar von einem Papst gegr�ndet worden, sei heute aber eine weltliche Hochschule mit berechtigter Eigenst�ndigkeit. In modernen Gesellschaften sei die Unabh�ngigkeit der Universit�ten besonders wichtig, so der Papst. Umso entscheidender aber sei, dass sich Lehrende und Studierende ausschlie�lich der Wahrheit verpflichtet f�hlen. Und Wahrheit sei �mehr als Wissen”: Es bedeute letztlich die Suche nach dem Guten. Polizei und Demonstranten rund um die �Sapienza” Die Papst-Rede wurde w�hrend der feierlichen Er�ffnung des Akademischen Jahres der Universit�t vom Pro-Rektor der �Sapienza” vorgelesen. Am Schluss gab es Applaus von der Versammlung. Wegen zahlreicher Proteste gab es eine massive Polizei-Pr�senz rund um den Campus. Sicherheitskr�fte hinderten eine Gruppe von Demonstranten w�hrend des Festaktes am Zugang. �Sapienza”-Rektor Renato Guarini sprach in einer Einf�hrungsrede von einem �inakzeptablen ideologischen Veto” gegen die Papstrede. Er hoffe, es gebe �sobald wie m�glich eine neue Gelegenheit, den Papst an unserer Universit�t zu begr��en”. Die Ereignisse der letzten Tage hinterlie�en einen Eindruck �gro�er Bitterkeit”.

Debatte in der Politik

Der r�mische B�rgermeister Walter Veltroni kritisierte an der Universit�t das Redeverbot f�r Benedikt XVI. �Die Laizit�t ist jetzt nicht etwa gest�rkt worden”, so der Leiter der neuen gro�en Linkspartei �PD”. Schulminister Fabio Mussi, ebenfalls ein Linkspolitiker, erkl�rte, die Ansprache des Papstes �w�re es wert gewesen, dass man ihr genau zuh�rt”. W�hrend des Festaktes demonstrierten einige Studenten in der �Aula Magna” stumm mit wei�en Taschent�chern gegen den Papst. In der italienischen Politik geht die Debatte �ber Rede- und Meinungsfreiheit mit heftigen Untert�nen weiter. Auch auf der politischen Linken herrscht Betroffenheit dar�ber vor, dass dem Papst verwehrt worden sei, frei seine Meinung zu �u�ern. Professoren und Studenten, die gegen die Anwesenheit des Papstes protestierten, warfen ihm vor, in einer 1990 an der Universit�t gehaltenen Rede den Prozess der Inquisition gegen Galileo Galilei (1564-1642) gerechtfertigt zu haben. Der Vatikan weist das mit Hinweis auf den dokumentierten Redetext des damaligen Kardinals Joseph Ratzinger zur�ck. Einige Protestierende st�rten sich daran, dass Benedikt zur Er�ffnung des Akademischen Jahres eingeladen worden sei: Das stehe laut Uni-Statut nur einem Mitglied des Lehrk�rpers zu.

Der �Fall Sapienza” (II): Benedikts ungehaltene Rede


Was ist Wahrheit? Diese Grundfrage stellt Benedikt XVI. in dem nicht gehaltenen Vortrag an der r�mischen Sapienza-Universit�t und betont gleichzeitig den laizistischen Charakter der Universit�t. Er fragt auch: Was kann und soll der Papst in der Universit�t sagen? Die geplante Ansprache wurde nach den Protesten gegen die Einladung des Papstes zur Er�ffnung des Akademischen Jahres an der Sapienza und der Absage Benedikts auf dessen Wunsch dem Rektor der Universit�t �bermittelt. Am sp�ten Mittwoch Nachmittag ver�ffentlichte der Vatikan den Text. Kardinalstaatssekret�r Tarcisio Bertone hatte ausdr�cklich betont, der Text sei vom Papst pers�nlich vorbereitet worden.
Der Wissenschaftler Benedikt beleuchtet darin wie erwartet erneut den Zusammenhang von Glaube und Vernunft, betont aber, dass er - anders als in Regensburg - an der r�mischen Universit�t in erster Linie als Bischof von Rom sprechen sollte. Benedikt nimmt Abstand von kirchlichen Fehlhandlungen im Laufe der Geschichte - ohne jedoch Namen wie Galileo Galilei oder Giordano Bruno zu nennen.


Kerns�tze der Ansprache


�Der Mensch will erkennen – er will Wahrheit. Aber Wahrheit meint mehr als Wissen: Die Erkenntnis der Wahrheit zielt auf die Erkenntnis des Guten.
Manches, was von Theologen im Laufe der Geschichte gesagt oder auch von kirchlicher Autorit�t praktiziert wurde, ist von der Geschichte falsifiziert worden und besch�mt uns heute. Aber zugleich gilt, dass die Geschichte der Heiligen, die Geschichte der vom christlichen Glauben her gewachsenen Menschlichkeit diesen Glauben in seinem wesentlichen Kern verifiziert und damit auch zu einer Instanz f�r die �ffentliche Vernunft macht.
Die christliche Botschaft sollte von ihrem Ursprung her immer Ermutigung zur Wahrheit und so eine Kraft gegen den Druck von Macht und Interessen sein.
Die Gefahr der westlichen Welt – um nur davon zu sprechen – ist es heute, dass der Mensch gerade angesichts der Gr��e seines Wissens und K�nnens vor der Wahrheitsfrage kapituliert. Und das bedeutet zugleich, dass die Vernunft sich dann letztlich dem Druck der Interessen und der Frage der N�tzlichkeit beugt, sie als letztes Kriterium anerkennen muss.
Von der Struktur der Universit�t her gesagt: Die Gefahr ist, dass die Philosophie sich ihre eigentliche Aufgabe nicht mehr zutraut und in Positivismus abgleitet; dass die Theologie mit ihrer an die Vernunft gewandten Botschaft ins Private einer mehr oder weniger gro�en Gruppe abgedr�ngt wird.
Aber wenn die Vernunft aus Sorge um ihre vermeintliche Reinheit taub wird f�r die gro�e Botschaft, die ihr aus dem christlichen Glauben und seiner Weisheit zukommt, dann verdorrt sie wie ein Baum, dessen Wurzeln nicht mehr zu den Wassern hinunterreichen, die ihm Leben geben.
Damit kehre ich zum Ausgangspunkt zur�ck. Was hat der Papst an der Universit�t zu tun oder zu sagen? Er darf gewiss nicht versuchen, andere in autorit�rer Weise zum Glauben zu n�tigen, der nur in Freiheit geschenkt werden kann. �ber seinen Hirtendienst in der Kirche hinaus und vom inneren Wesen dieses Hirtendienstes her ist es seine Aufgabe, die Sensibilit�t f�r die Wahrheit wach zu halten; die Vernunft immer neu einzuladen, sich auf die Suche nach dem Wahren, nach dem Guten, nach Gott zu machen und auf diesem Weg die hilfreichen Lichter wahrzunehmen, die in der Geschichte des christlichen Glaubens aufgegangen sind und dabei dann Jesus Christus wahrzunehmen als Licht, das die Geschichte erhellt und den Weg in die Zukunft zu finden hilft.”

 


Der �Fall Sapienza” (III): Unser Gespr�ch mit dem Rektor der Humboldt-Uni, Berlin


W�re ein �Fall Sapienza” auch an einer deutschen Universit�t m�glich? Christoph Markschies glaubt das nicht. Der Rektor der Berliner Humboldt-Universit�t - ein Kirchengeschichtler - erkl�rte im Gespr�ch mit uns, er kenne zwar die laizistische Tradition in Italien, doch die Heftigkeit der Debatte habe ihn doch �berrascht. Er glaube, so etwas sei in Deutschland nicht (�jedenfalls nicht mehr”) vorstellbar. Dass die Ausladung des Papstes aus Europas gr��ter Universit�t durch einen Teil des Lehrk�rpers Sorgen wecke, sei durchaus berechtigt, �weil nat�rlich das Grundrecht der freien Meinungs�u�erung das kostbarste Gut ist, das es in einer Gesellschaft �berhaupt gibt. Das m�ssten wir in Europa seit 1989 wissen.”
Auff�llig scheint Christoph Markschies am �Fall Sapienza”, wie der �Wissenschafts-Boulevard” arbeite.
�Eine Universit�t muss ja eigentlich dazu anhalten, dass Texte gr�ndlich gelesen werden. Dass es �ber eine l�ngere Zeit m�glich war, eine v�llig entstellte Fassung der Rede des Papstes zu verbreiten und damit Stimmung zu machen - das d�rfte ja eigentlich an einer Universit�t nicht passieren; das sind schlichteste Boulevard-Gesetze. Das ist, glaube ich, eine Sache, auf die man aufpassen muss: dass die Wissenschafts-Berichterstattung sehr viel gr�ndlicher und solider gemacht wird, damit solchen Entstellungen von Anfang an etwas entgegengesetzt werden kann.”
Eine Lehre aus dem �Fall Sapienza” gilt nach Markschies Ansicht auch f�r Deutschland: �Die radikaleren politischen Gruppen sind deutlich besser organisiert als die ber�hmte schweigende Mitte. Es gilt auch in Deutschland h�ufiger radikalen Minderheiten, weil sie schlagkr�ftiger organisiert sind, Dinge zu majorisieren, Proteste zu organisieren usw.”
Markschies ist seit zwei Jahren Rektor der Humboldt-Universit�t in Berlin.


Der �Fall Sapienza” (IV): Was h�lt der Papst von Galilei?


Der Papst habe als Kardinal einmal den Prozess gegen Galilei gerechtfertigt - das war der Vorwurf, der die Proteste an der �Sapienza” losgetreten hatte. Stimmt nicht, Benedikt hat in einem Referat lediglich darauf hingewiesen, dass einige Historiker heute dem damaligen Prozess eine gewisse Berechtigung zusprechen, repliziert der Vatikan. Eigentlich habe der jetzige Papst in seinem damaligen Referat - �brigens u.a. an der �Sapienza”! - Galilei sogar verteidigt, schreibt ein Mathematikprofessor von der Sapienza in einem Artikel der Vatikanzeitung �L Osservatore Romano”. Was h�lt der Papst denn jetzt wirklich von Galilei?
�Der gro�e Galilei” - so nannte Benedikt XVI. im April 2006 den italienischen Physiker. Bei einer Begegnung mit Jugendlichen auf dem Petersplatz bezog er sich sehr positiv auf den Vater des modernen Weltbilds: �Der gro�e Galilei sagt, Gott habe das Buch der Natur in mathematischer Sprache geschrieben. Er war davon �berzeugt, dass Gott uns zwei B�cher gegeben hat: die Bibel und das Buch der Natur. Und die Sprache der Natur, die Mathematik, sei also eine Sprache Gottes, des Sch�pfers.”
Mathematik als eine Art Schl�ssel zur Sch�pfung - f�r diese �Entdeckung” nahm der Papst Galilei in Anspruch. Schon in seiner �Einleitung in das Christentum”, seinem Standardwerk von 1968, hat sich der jetzige Pontifex �hnlich ge�u�ert. Das war �brigens das gleiche Jahr, in dem auch �ber den T�binger Professor Joseph Ratzinger die Studentenrevolte hereinbrach... eine Revolte, die ihn jetzt unter ganz anderen Umst�nden wieder eingeholt hat. Mit Galilei oder der Haltung des Wissenschaftler-Papstes zu Galilei hat das alles nichts zu tun.(rv)
 

 

 

19.01.08

Wei�er Rauch bei Jesuiten

Die Jesuiten haben eine neuen Generaloberen: Pater Adolfo Nicolas. Der geb�rtige Spanier wurde am Samstag in Rom gew�hlt und leitet k�nftig den mit 19.200 Mitgliedern gr��ten katholischen M�nnerorden weltweit. Nicolas studierte Theologie in Tokio und Rom. Seit 1964 lebte er in Japan und auf den Philippinen, lehrte an der Sophia University in Tokio und ist Pr�sident der Vereinigung der Jesuiten-Hochschulen in Ostasien und Ozeanien. Seit 2004 leitete Nicolas die Jesuitenkonferenz Asiens und Ozeaniens. K�nftig steht der 71-J�hrige an der Spitze des mit 19.200 Mitgliedern gr��ten katholischen M�nnerordens der Welt. Der bisherige Generalobere, der Niederl�nder Peter-Hans Kolvenbach, hat sein Amt nach 24 Jahren abgegeben, ein in der Geschichte der Jesuiten einmaliges Ereignis.
Im Vorfeld der Generalkongregation hatte Nicolas sich Realit�tssinn, Transparenz und Effizienz erwartet. Die Gesellschaft Jesu brauche eine Neuentwicklung, m�sse ihr Zeugnis f�r Kirche und Welt neu f�r diese Zeit ausrichten, schrieb Nicolas in einem Beitrag f�r die Australische Jesuitenzeitung. Er hoffe, dass die Jesuitenversammlung in Rom damit beginne, �dynamisch und offen” �ber das religi�se Leben nachzudenken.
Beobachter hatten mit einem raschen Ausgang der Wahl gerechnet, die nach Art eines Papst-Konklaves streng abgeschirmt von der �ffentlichkeit stattfindet. Eine Ablehnung der Wahl verbietet der Ordensgehorsam. Als erster wurde der Papst �ber den Ausgang der geheimen Abstimmung unterrichtet. Erst dann wird der Name des neuen Generals auch der �ffentlichkeit bekannt geben und die Wahlaula ge�ffnet.
Am Sonntag feiert der neue Generalobere Nicolas in der r�mischen Kirche Il Gesu zusammen mit allen Delegierten der Generalkongregation eine Dankmesse. N�chste Woche setzt die Versammlung der Jesuiten dann ihre Arbeiten fort. (rv)

 

 

27.01.08

�Ich bin nicht Arrupe“ – Neuer Jesuiten-General stellt sich der Presse

 

Papst Benedikt XVI. hat am Samstag den neuen General des Jesuitenordens empfangen, den Spanier P. Adolfo Nicolas SJ. Der General unterstrich in dem Gespr�ch mit dem Papst den Willen der Jesuiten, �berall auf der Welt der Kirche dienen zu wollen. Benedikt seinerseits forderte den Orden auf, auch weiterhin sich im Dialog der Kulturen zu engagieren und in der Evangelisierung.
Am Freitag hatte sich Nicolas erstmals den Journalisten gestellt. Er sei ein �Unbekannter“, sagte er mit einem Augenzwinkern bei der Begegnung. Es sei sicher schwer gewesen, etwas �ber seine Vergangenheit herauszufinden.
�Die meiste Zeit meines Lebens habe ich in Asien verbracht. Ich bin mit 24 Jahren dorthin gegangen. Asien ist in vielerlei Hinsicht eine echte Herausforderung gewesen. Asien hat mich ver�ndert. Ich habe in diesem Kontext Theologie studiert, und das war sehr interessant. Das bedeutete f�r mich, einen eigenen Glaubensstandpunkt zu finden, nicht nur im Kontext des II. Vaticanums, sondern auch im Kontext Asiens, wo der Buddhismus, der Schintoismus und andere Religionen einen sehr gro�en Einflu� haben.“
Zu den von Medien kolportierten Ger�chten, dass der Jesuitenorden sich immer mehr vom Lehramt entferne, sagt Nicolas:
�Das alles ist nicht wahr. Die Gesellschaft Jesu stand von Anfang an – und sie steht weiterhin – immer in Gemeinschaft mit dem Heiligen Vater. Wir sind gl�cklich, in dieser Gemeinschaft zu sein. Da wird k�nstlich ein Konflikt beschworen von Kreisen au�erhalb des Ordens. Wenn es Schwierigkeiten gibt, dann deswegen, weil wir so nah sind, nicht im physischen Sinne, sondern im spirituellen. Aber die Gesellschaft Jesu will mit dem Heiligen Stuhl zusammenarbeiten: Diese �berzeugung hat sich nicht ge�ndert und wird sich meines Erachtens nicht �ndern.“
Manche Journalisten hatten versucht, im neugew�hlten General einen zweiten Arrupe zu erkennen, seinem Vorvorg�nger im Generalsamt, der ebenfalls lange in Asien lebte. Dazu P. Nicolas:
�Ich bin nicht Arrupe. Ich liebe und bewundere Arrupe. Er war ein Pers�nlichkeit mit einem gro�en Einfluss. Er war vier Jahre lang mein Oberer in Japan; und noch bevor ich nach Japan gegangen bin, habe ich ihn in der Schule erlebt, wo er uns von der Atombombe erz�hlt hat und seinen Erfahrungen in Hiroshima. Ich habe ihn wirklich bewundert, aber ich bin nicht Arrupe; und nat�rlich bin ich in vielerlei Hinsicht auch nicht Kolvenbach. Also, wer bin ich? Wenn ich mich das selber frage, w�rde ich sagen, dass man jeweils auf die Situation hin geformt wird, in die man gestellt ist. Ich bin dabei, das zu werden, was Gott will. Ob ich irgendwann einmal besser auf die Frage antworten kann, wei� ich nicht. Das bleibt immer offen.“
Nicolas wurde am 19. Januar von der 25. Generalkongregation der Jesuiten gew�hlt. Er ist der 29. Nachfolger des Heiligen Ignatius, dem Gr�nder der Gesellschaft Jesu. Er ist geboren am 29. April 1936, er trat dem Orden 1953 bei und wurde 1967 in Tokio zum Priester geweiht.
Die Arbeiten der Generalkongregation des Jesuitenordens gehen derweil weiter. Am 21. Februar wird Benedikt XVI. die Delegierten in Audienz empfangen. (rv)

 

 

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2/2008

 

 

01.02.08

Der Seligsprechungsprozess f�r Papst Pius XII. ist nicht ad acta gelegt

Das hat der Leiter der Seligsprechungs-Kongregation jetzt bekr�ftigt. In diesem Jahr j�hre sich der Todestag des Pacelli-Papstes zum 50. Mal. Zu den Initiativen, die es aus diesem Anlass geben werde, geh�re auch eine neue Untersuchung von Dokumenten in den vatikanischen Archiven. Die Ergebnisse dieser Suche �k�nnen dem Seligsprechungsprozess f�r Pius XII. nur zugute kommen”, so Kardinal Jos� Saraiva Martins gegen�ber der italienischen katholischen Tageszeitung �Avvenire”. Der Papst hat bereits den heroischen Tugendgrad seines Vorg�ngers anerkannt. Pius XII. war von 1939 bis 1958 auf dem Stuhl Petri. Er gilt als einer der gr��ten P�pste des 20. Jahrhunderts. Seine Haltung zum Nazi-Regime in Deutschland und der Juden-Verfolgung wurde nach seinem Tod bis heute immer wieder Gegenstand von teilweise heftiger Polemik. (rv)

 

 

08.02.08

Der Papst reist vom 15. bis zum 20. April in die USA

Das hat der Vatikan an diesem Freitag auch offiziell best�tigt. Benedikt wird zun�chst vier Tage in Washington verbringen, wo er sich im Wei�en Haus mit Pr�sident George W. Bush treffen wird. Au�erdem stehen Begegnungen mit den Bisch�fen, mit Universit�tsdozenten und mit Vertretern anderer Religionen auf dem Programm. Im National Park von Washington wird der Papst am 17. April eine Messe feiern. Am 18. April will er in New York eintreffen, wo er sich bis zum 20. April aufhalten wird. In dieser Zeit ist u.a. eine Ansprache vor der UNO-Vollversammlung vorgesehen. Au�erdem will Benedikt XVI. Vertreter anderer Kirchen sowie Priester, Ordensleute und Seminaristen treffen und eine Messe in der Patricks-Kathedrale feiern. Am letzten Besuchstag plant er ein stilles Gebet am �Ground Zero”, dem Schauplatz der Attentate vom 11. September 2001. (rv)

 

 

18.02.08

Wird es Heiligen jetzt schwerer gemacht? - Instruktion zu Seligsprechungen

Selig oder heilig zu werden, ist ab diesem Montag – gewisserma�en – ein bisschen schwieriger geworden. Der Vatikan hat eine Instruktion ver�ffentlicht, die an einige Regeln bei Seligsprechungs-Verfahren erinnert. Darin werden die Bisch�fe gebeten, im di�zesanen Teil des Verfahrens �Strenge“ und �N�chternheit“ walten zu lassen. Und auch die Anerkennung eines Wunders – so mahnt die Vatikan-Instruktion – darf keine blo�e Formsache sein. �Das Dokument hei�t Sanctorum Mater, denn die Kirche ist die Mutter der Heiligen“, erkl�rt Kardinal Jos� Saraiva Martins, Vatikan-Verantwortlicher f�r Selig- und Heiligsprechungen. �Der Text betrifft nur die di�zesane Phase von Seligsprechungs-Prozessen. Er widerspricht der verbreiteten Vorstellung, dass diese Phase eigentlich nur eine Art historisch-kritische Recherche sein sollte. Diese Vorstellung f�hrte dazu, dass immer wieder bei der Materialsammlung zu Kandidaten f�r die Seligsprechung bestimmte Prozeduren nicht beachtet wurden. Und die Instruktion stellt auch etwas heraus, was einigen offenbar nicht ganz klar war: dass n�mlich die Vergewisserung eines Rufes der Heiligkeit oder des Martyriums eine absolut n�tige Voraussetzung f�r die Aufnahme eines solchen Prozesses ist.“ Hei�t das mehr Strenge? Will der Vatikan in Zukunft nicht mehr so viele Seligsprechungs-Kandidaten zulassen? �Nein, diese Strenge gibt es nicht“, beteuert der Kardinal – �da h�tte man, wenn man wirklich strenger sein wollte, ein anderes legislatives Instrument gebraucht als eine einfache Instruktion. Man kann aber nicht leugnen, dass es der Instruktion darum geht, die genaue Beachtung der geltenden Regeln anzumahnen.“ Dass unter Benedikt die T�r f�r neue Selige nicht ins Schloss gefallen ist, die Johannes Paul II. ge�ffnet hatte, macht eine Statistik deutlich, die der Vatikan ebenfalls an diesem Montag ver�ffentlicht hat. Danach hat der Rhythmus der Seligsprechungen unter dem neuen Papst sogar noch zugenommen. Durch Benedikt sind bis heute 577 Personen ins Buch der Seligen oder Heiligen eingeschrieben worden – das ist ein Drittel der Zahl, auf die Johannes Paul in seinen 27 Jahren Pontifikat kam. �brigens wird es f�r Johannes Paul II. auf seinem weiteren Weg zur Seligsprechung keine Ausnahmebehandlung geben: �Benedikt XVI. hat 2005 eine schnelle Aufnahme des Verfahrens erlaubt, das ja – sagt Kardinal Saraiva Martins. Aber er hat keine Ausnahmen von der Prozedur autorisiert, und die geht also regul�r weiter.“ (rv)

 

 

 

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3/2008

 

 

01.03.08

Die Zahl der Katholiken ist zwischen 2005 und 2006 weltweit um 1,4 Prozent gestiegen

Das geht aus dem neuen P�pstlichen Jahrbuch hervor. Fast die H�lfte der gut 1,1 Milliarden Katholiken (49,8 Prozent) lebt in Amerika, ein Viertel in Europa. Asien stellt zwar 61 Prozent der Weltbev�lkerung, jedoch nur 10,5 Prozent der Katholiken. Die Gewichtung der verschiedenen Kontinente sei im Vergleich zu den Vorjahren unver�ndert, so die p�pstlichen Statistiken. Bei den Priesterzahlen h�lt demnach der im Jahr 2000 begonnene Aufw�rtstrend an: Weltweit gab es im Berichtsjahr 407.262 Di�zesan- und Ordenspriester, 851 mehr als im Vorjahr. Mehr Berufungen gibt es vor allem in Afrika und Asien. Die erste Druckausgabe des mehrere tausend Seiten starken roten �Annuario Pontificio 2008“ wurde an diesem Freitag Papst Benedikt XVI. �berreicht. (rv)

 

 

06.03.08

Kommandant der Schweizergarde tritt zur�ck

Der Kommandant der P�pstlichen Schweizergarde, Elmar Theodor M�der, hat seinen R�cktritt bekannt gegeben. Das best�tigte das Kommando der Schweizergarde am Mittwochabend gegen�ber Radio Vatikan. Nach zehn Dienstjahren als Vize-Kommandant und seit 2002 als 33. Kommandant der Schweizergarde tritt M�der voraussichtlich im August zur�ck. Unter anderem f�hrte er die vatikanische Schutztruppe durch die Feierlichkeiten zu ihrem 500-j�hrigen Bestehen im Jahr 2006. Medien hatten immer wieder �ber eine angebliche Rivalit�t spekuliert zwischen Schweizergarde und der Gendarmerie als ziviler Polizei im Vatikan. Gegen�ber Radio Vatikan betonte M�der k�rzlich: �Ich stelle f�r mich pers�nlich fest, dass die wesentliche Rolle der Schweizergarde – seit ihrer Gr�ndung – die Palast- und Leibwache ist. Auf diese Funktionen wird man nie verzichten, denn der Papst wird immer irgendwo wohnen und er wird immer des Schutzes bed�rfen. Wenn es nicht die Schweizergarde macht, dann muss es jemand anders tun. Doch solange wir das auf diese gute Weise tun wie bisher, werden wir das auch in Zukunft weiter machen d�rfen.”
M�glicher Kandidat f�r die Nachfolge M�ders ist nach Medienspekulationen der derzeitige Vize-Kommandant, der 43-j�hrige Walliser Jean-Daniel Pitteloud. Das 500-Jahr-Jubil�um habe vieles ver�ndert, so M�der.
�Das Verh�ltnis zwischen ehemaligen Gardisten ist wesentlich intensiver geworden. Au�erdem sind neue Kontakte zu Menschen in unserem Umfeld – sei es in der Schweiz oder aus dem �brigen Ausland – erste Schritte. Wir wollen das weiterpflegen, so gut es geht.”
Die Garde ist seit 1506 f�r den Schutz der P�pste zust�ndig und bewacht die Eing�nge zum Vatikanstaat und insbesondere den Apostolischen Palast. Ber�hmt ist die j�hrliche Vereidigung der neuen Soldaten am 6. Mai, dem Jahrestag des Sacco di Roma 1527, bei dem 147 Schweizer Gardisten bei der Verteidigung des Papstes ums Leben kamen.
�Die Gardisten m�ssen stolz sein, denn sie geh�ren zu den wenigen Menschen, die behaupten k�nnen, sie h�tten ihr Handwerk buchst�blich von der Pike auf gelernt. Die Pike ist nichts anders als die Hellebarde. Aber auch der Glaube will von der Pike auf gelernt sein. Und Christus selbst sei der Panzer der Gardisten.”(rv)

 

 

09.03.08

Kardinal Dery verstorben

Der vor fast genau einem Jahr kreierten Kardinal, Peter Poreku Dery, ist am 06.M�rz verstorben. Papst Benedikt XVI. hat dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Ghana, wo Kardinal Dery stammte, einen Beileidsbrief gesandt. Dery war Mitglied des P�pstlichen Rates f�r die Laien und Schatzmeister der Panafrikanischen Bischofskonferenz. Mit dem Tod von Kardinal Dery besteht das Kardinalskollegium nun aus 198 Kardin�len, davon 119 bei einem Konklave Stimmberechtigte. (rv)

 

 

10.03.08

Ehrt die Kirche Galileo Galilei durch eine Statue in den Vatikanischen G�rten?

Bekommt Galileo Galilei eine Statue in den Vatikanischen G�rten? Auch wenn die letzte Best�tigung aus dem Vatikan-Staat noch fehlt, so sieht es doch ganz danach aus. Der Termin f�r die Aufstellung der Statue k�nnte im n�chsten Jahr liegen, wenn die UNO das internationale Jahr der Astronomie feiert.
Galileo Galilei, der Mathematiker, Physiker und Philosoph aus Pisa, ist f�r viele heute ein Emblem des Kampfes gegen die Inquisition. Doch dem historischen Galilei wird diese verk�rzte Sicht wohl kaum gerecht. Zwar wurde der aus Pisa stammende Wissenschaftler tats�chlich von der Inquisition im 17. Jahrhundert verurteilt, doch neuere Studien deuten immer st�rker darauf hin, dass der Hintergrund des Urteils gar nicht die Konfrontation altes gegen neues Weltbild war. Galilei scheint weniger M�rtyrer der Wahrheit – als solcher wirkt er etwa in einem bekannten Theaterst�ck von Berthold Brecht – als vielmehr in gewisser Weise Opfer seiner eigenen Sturheit geworden zu sein. Eine Rehabilitierung Galileis hat Papst Johannes Paul II. im Jahr 1992 verk�ndet; der jetzige Papst, der auch schon mal vom �gro�en Galilei” spricht, erw�hnt den Wissenschaftler positiv schon in seiner �Einf�hrung in das Christentum”, die aus dem Jahr 1968 stammt. Galilei geh�rt zu den Gr�ndungspers�nlichkeiten der heutigen P�pstlichen Akademie der Wissenschaften, woran jetzt schon eine Gedenkplakette in den Vatikanischen G�rten erinnert. Von diesem Gremium geht nun auch die Initiative zu einer Galilei-Statue in den Papst-G�rten aus. (rv)

 

 

17.03.08

Programm der Papstreise in die USA

Dienstag, 15. April
12.00 Abflug vom Flughafen Fiumicino, Rom
16.00 (Ortszeit) Ankunft Andrews Air Force Base, Washington
Private Begr��ung durch den Pr�sidenten der Vereinigten Staaten und seiner Frau
16.15 Fahrt und �bernachtung in der Apostolischen Nuntiatur in Washington

Mittwoch, 16.April
Geburtstag von Papst Benedikt XVI.
Me�feier in der Privatkapelle der Nuntiatur
10.30 Offizielle Begr��ungszeremonie auf dem Rasen des Wei�en Hauses
H�fflichkeitsbesuch beim US-Pr�sidenten im Oval Office
13.00 Essen mit den US-Kardin�len und dem Pr�sidium der Bischofskonferenz
17.45 Vespergottesdienst und mit den Bisch�fen des Landes im National Shrine

Donnerstag, 17. April
10.00 Messe im Nationals Stadium
17.00 Treffen mit den katholischen Universit�ts – Vertretern im Konferenz der Katholischen Universit�
18.30 Treffen mit Vertretern anderer Religionen im Rotunda Saal des Pope John Paul II. Cultural
Center

Freitag, 18. April
Privatmesse in der Kapelle der Nuntiatur
08.45 Abfllug vom Flughafen Andrews Air Force Base nach New York
09.45 Ankunft im Internationalen John-F.-Kennedy-Flughafen
Weiterflug mit den Hubschrauber nach Manhatten
10.30 Ankunft. Weiterfahrt mit dem Auto zum Sitz der Vereinten Nationen
10.45 Besuch bei den Vereinten Nationen
Rede des Papstes an die Vollversammlung und Gru� an die Mitarbeiter
18.00 �kumenisches Treffen in der St. Joseph-Kirche
�bernachtung in der p�pstlichen Residenz

Samstag, 19. April
09.15 Messe mit Priestern und Ordensleuten in der St. Patrick-Kathedrale
11.30 Fu�weg von der Kathedrale zur Residenz des Erzbischofs von New York
Anschlie�end Mittagessen mit den Bisch�fen der Erzdi�zese New York
16.30 Treffen mit Jugendlichen und Seminaristen im St. Joseph-Seminar
 

Sonntag, 20. April
09.30 Besuch am Ground Zero. Gebet des Papstes
14.30 Messe im Yankee Stadium
20.30 Abflug vom Internationen John-F.-Kennedy-Flughafen nach Rom

Montag, 21.April
10.45 Ankunft in Rom- Ciampino (rv)

 

 

24.03.08

 Adolfo Antonio Kardinals Suarez Rivera verstorben

Suarez war am vergangenen Samstag in seiner Heimat im Alter von 81 Jahren gestorben. Er war einer der beiden Kardin�le, die aus Gesundheitsgr�nden nicht am Konklave von 2005 teilnehmen konnten. Nach dem Tod von Suarez z�hlt das Kardinalskollegium 197 Mitglieder, von denen 119 an einer Papstwahl teilnehmen k�nnten, da sie unter 80 Jahre alt sind. (rv)

 

 

30.03.08

Keine neue Grabst�tte f�r Johannes Paul

Die sterblichen �berreste von Papst Johannes Paul II. werden nicht von den Grotten in den Petersdom umgebettet. Das hat der vatikanische Pressesaal jetzt pr�zisiert. Er widersprach damit einer Meldung der Nachrichtenagentur Ansa, nach der eine Vatikan-Kommission eine solche Umbettung der Gebeine Johannes Pauls beschlossen habe. �Es gab keine Kommission und kein Ja“, so das Vatikan-Dementi w�rtlich. Die Meldung habe �kein Fundament“. Es sei allerdings nicht auszuschlie�en, dass es nach einer Seligsprechung von Johannes Paul einmal zu einer solchen neuen Grablege im Petersdom kommen k�nnte. Dar�ber werde zu gegebener Zeit der Papst entscheiden. Ein Termin f�r eine Seligsprechung Johannes Pauls steht noch nicht fest; das entsprechende Verfahren l�uft. (rv)

 

 

 

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4/2008

 

 

02.04.08

Vatikan: Papstmesse zur Erinnerung an Johannes Paul II.

Vor genau drei Jahren ist Papst Johannes Paul II. gestorben. Papst Benedikt feierte auf dem Petersplatz eine Messe zum Gedenken an seinen gro�en Vorg�nger. Dabei bot sich stellenweise ein Bild wie in alten Zeiten: 50.000 Menschen auf der Piazza San Pietro – und viele polnische Fahnen, darunter ein �Solidarnosc”-Schriftband und ein gro�es gelbes Transparent einer Gruppe aus Wadowice, dem Geburtsort Johannes Pauls II. Als Benedikt im Papamobil nach allen Seiten segnend durch die Reihen fuhr, lag ein Hauch von d�ja-vu in der Luft. Zumal auch Stanislaw Dziwisz bei der Messe dabei war – diesmal aber nicht als Privatsekret�r des polnischen Papstes, sondern als Krakauer Erzbischof und Kardinal.
�Das Datum 2. April bleibt tief in unser Ged�chtnis eingepr�gt”, sagte Papst Benedikt, �wir alle denken voller Emotion an die Stunden dieses Samstagabends vor drei Jahren zur�ck, als eine betende Menge hier auf dem Platz die Nachricht von seinem Tod aufnahm.” Johannes Paul sei ein �sterlicher Mensch gewesen, von �au�erordentlicher spiritueller und mystischer Sensibilit�t”; er sei in seinem Leben immer dem kreuztragenden Christus gefolgt, sei ihm gerade dann, als ihm die Stimme verloren ging, im Leiden immer �hnlicher geworden. Noch einmal rief Benedikt XVI. die ber�hmten Worte seines Vorg�ngers, die eine Art Motto gewesen seien: �Habt keine Angst!”
Die Messfeier auf dem Petersplatz war gepr�gt von der lateinischen Sprache. Drei Dutzend Kardin�le konzelebrierten, darunter aus dem deutschen Sprachraum Christoph Sch�nborn, Walter Kasper und Paul Joseph Cordes. Zum Seligsprechungsprozess f�r seinen Vorg�nger sagte Papst Benedikt XVI. an diesem Mittwoch allerdings nichts.
In einem kurzen Gru�wort auf Deutsch meinte Benedikt am Schluss der Messfeier:
�Sehr herzlich gr��e ich alle Br�der und Schwestern aus dem deutschen Sprachraum. Einen besonderen Gru� richte ich an die Teilnehmer des ersten Weltkongresses �ber die G�ttliche Barmherzigkeit, der mit der heutigen Gedenkmesse am dritten Todestag des Dieners Gottes Johannes Pauls II. begonnen hat. Die G�ttliche Barmherzigkeit ist in gewisser Weise ein Schl�ssel zum Pontifikat meines verehrten Vorg�ngers. So m�ge diese Tagung dazu beitragen, seine reiche Verk�ndigung zu diesem Thema weiter bekannt zu machen. Gerne begleite ich euch alle mit meinem Segen.” (rv)


Dziwisz: �Johannes Paul ist immer bei uns”
Er ist der Mann, der dem verstorbenen Papst �ber Jahre am N�chsten war: Stanislaw Dziwisz - mittlerweile Kardinal und Erzbischof von Krakau. Fast vierzig Jahre war er der Privatsekret�r von Karol Wojtyla. Er war es auch, der die Messe am Krankenbett las, w�hrend der Johannes Paul II. um 21.37 verstarb. Er ist derzeit in Rom und nimmt an den Feierlichkeiten zum Dritten Todestag Johannes teil. Er erinnert sich:
�Ich kann vor allem nicht vergessen den letzten Abschied, als er meine Hand genommen hat und ich ein letztes Mal seine Hand gek�sst habe. Dieser Abschied wird mich f�r immer begleiten.”
Das Leben von Johannes Paul II. sei vor allem von der Leidenschaft f�r die Kirche gepr�gt gewesen: �Wir wollen von ihm lernen, die Kirche zu lieben so wie sie ist – so wie sie aus Heiligen und aus S�ndern besteht. Die Kirche ist eine einzige. Wir brauchen Einheit in der Kirche und um die Kirche herum.”
Dziwisz gilt als einer der vehementesten F�rsprecher f�r eine z�gige Seligsprechung des verstorbenen Papstes. Auf die Frage, ob ihm Johannes Paul II. manchmal fehle und er sich nach ihm sehne, sagt der polnische Kardinal:
�Keine Sehnsucht – fr�her waren wir beim Papst. Jetzt ist er bei uns.”
Am Mittwoch um 21 Uhr werden Jugendliche in den vatikanischen Grotten unterhalb des Petersdoms am Grab Johannes Pauls II. eine Rosenkranz-Andacht feiern. Der Feier steht der Kardinalvikar von Rom, Camillo Ruini, vor. Kardinal Dziwisz wird am Schluss der Feier, die auch live nach Krakau �bertragen wird, einige Worte an die Jugendlichen richten.
Zeitgleich finden au�er in Krakau Feiern in Tschenstochau und in Warschau statt. Dort wird der Pilsudski-Platz, der einstige Aufmarschplatz der Kommunisten, durch Kerzenschein erhellt sein. An diesem zentralen Ort im Herzen der polnischen Metropole versammelten sich zu den Gottesdiensten Papst Johannes Pauls jeweils Hunderttausende Menschen. Am Mittwochabend werden sie wieder da sein, um am dritten Todestag �ihres polnischen Papstes” zu gedenken. (rv)

 

 

13.04.08

Papst trauert um verstorbenen Kardinal

Benedikt XVI. hat zum Tod des mexikanischen Kardinals und ehemaligen Erzbischof von Mexiko-Stadt, Ernesto Corripio Ahumada, kondoliert. Der emeritierte Erzbischof starb am fr�hen Donnerstagmorgen im Alter von 88 Jahren. Er litt an Herzproblemen, Thrombose und Diabetes. Unter ihm wurden nach Jahrzehnten des Konflikts 1992 die diplomatischen Beziehungen zwischen dem antiklerikalen mexikanischen Regime und dem Vatikan wiederhergestellt. Als Papst Johannes Paul II. im Jahr 1979 Mexiko besuchte, erschien der Kardinal zu seiner Begr��ung auf dem Flughafen in b�rgerlichen Kleidern, weil ein inzwischen abgeschafftes Gesetz ihm verbot, sich offen als Priester zu zeigen. (rv)

 

 

15.04.08

Papstbesuch in den USA (1. Tag)

Papst fliegt in die USA
Papst Benedikt XVI. ist an diesem Dienstag um 12 Uhr zu einer sechst�gigen Reise in die USA aufgebrochen. Ankunft in Washington ist 16 Uhr (Ortszeit). An Bord des Flugzeuges befinden sich rund 100 Personen, darunter 70 Journalisten. Zum Auftakt wird das Oberhaupt der katholischen Kirche von US-Pr�sident George W. Bush zu Gespr�chen empfangen. Anlass und H�hepunkt seiner Reise ist seine Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen am Freitag. Zum Abschluss der f�nft�gigen Reise wird Benedikt XVI. am Sonntag den �Ground Zero” in New York besuchen, wo bei den September-Anschl�gen 2001 die beiden T�rme des World Trade Centers einst�rzten.
Benedikt XVI. ist der dritte Papst, der das Land besucht. Der katholischen Kirche geh�rt etwa ein Viertel der amerikanischen Bev�lkerung an, von denen ein wachsender Teil aus lateinamerikanischen Einwandererfamilien stammt. Sie ist damit nach den protestantischen Kirchen die gr��te Konfession. (rv)

USA: Neugier auf den Papst
Unser Korrespondent vor Ort ist Stefan von Kempis. Hier ein erster Vorbereicht aus den USA:
Eine Gruppe junger Leute singt f�r Jesus, auf einem Platz mitten in New York. Sie tragen T-Shirts, bewegen sich im Takt. Katholiken? Wohl kaum. Die sind von der Konkurrenz. Hier, in �God`s own country”, stehen die Katholiken immer schon einer gro�en und lebendigen protestantischen Gemeinschaft gegen�ber. Doch auf den Papst sind sie alle neugierig – Katholiken wie Christen anderer Konfessionen. �ber Benedikt XVI. wissen die Amerikaner laut Umfragen fast nichts.
Seit Tagen wird in den Medien erstaunlich viel �ber den bevorstehenden Besuch berichtet. Das �Time”-Magazin hat Benedikt flugs zum �Amerikanischen Papst” erkl�rt – so der Titel einer langen und interessanten Analyse. Darin finden die Autoren �berraschende Gr�nde, warum sich der deutsche Papst f�r das US-Modell interessiert: Die USA seien ja gleichzeitig eine v�llig moderne – und doch eine tief religi�se Gesellschaft. Der beste Beweis mithin, dass das von Benedikt immer wieder beschworene Zusammengehen von Vernunft und Glauben auch in der Praxis funktioniert. Der Papst finde diese Verbindung von modernem Lifestyle und tiefen religi�sen �berzeugungen faszinierend: ein Modell auch f�r das kriselnde Europa.
In vielen Zeitungen, die an den Stra�enecken der US-St�dte verkauft werden, spielt der bevorstehende Papstbesuch eine Rolle. Nicht selten ist der Tenor aber nachdenklich-kritisch. Ausf�hrlich wird von den Schwierigkeiten der US-Kirche berichtet, vor allem von der Vertrauens- und Berufungskrise in der drittgr��ten Ortskirche des Katholizismus. Denn die Zahl der US-Katholiken w�chst zwar zahlenm��ig, vor allem durch das Hinzukommen der �Hispanics” – doch sie haben seit den 60er Jahren 17.000 Priester verloren. Pfarreien schlie�en oder werden zusammengelegt, so die �New York Times”, und das bedrohe die katholische Kirche der USA an ihrem eigentlich vitalsten Punkt, n�mlich den Pfarreien. Das Titelbild der �New York Times” zeigt eine einsame Beterin in einer demn�chst abzurei�enden Kirche. �Kann er seiner Herde neuen Mut geben?” fragt das Magazin �Americans” – das offenbar einzige, das den Papst in diesen Tagen vor der Visite ganzseitig auf den Titel hebt.
Die �New York Post” rollt das Thema von seiner menschlichsten Seite her auf: Krebskranke Amerikaner warten auf ein Wunder durch den Papst, und zwei Angeh�rige eines beim Attentat vom 11. September 2001 Get�teten wollen mit Benedikt am �heiligen” Ground Zero beten. �ber dieses Gebet Benedikts am Ort der Anschl�ge ist auch im Fernsehen eine heftige Debatte ausgebrochen: Wird er f�r die Terroristen beten? Darf man das? Ansonsten eine sehr bunte Berichterstattung: �ber einen Skateboard-Gestaltungs-Wettbewerb zur Papstreise. �ber zu erwartende Proteste von Homosexuellen-Gruppen. �ber Deutsche in den USA.
An einigen Pl�tzen in Washington und New York h�ngen schon Vatikan-Fahnen. Das st�rkste Gef�hl im Vorfeld dieser Papstreise – es ist Neugier. Das st�rkste Bild wird wohl der am Ground Zero betende Benedikt sein. Doch ob wenige Tage in zwei nahegelegenen St�dten an der Ostk�ste ausreichen werden, um auf die Katholiken der ganzen USA einzuwirken, das wird man sehen. (rv)

UNO: Was wird der Papst sagen?
Papst Benedikt XVI. wird am Freitagvormittag vor der UNO-Vollversammlung in New York eine Rede halten. International kommt diesem Programmpunkt die h�chste Bedeutung zu. Seit 2002 ist Erzbischof Celestino Migliore Vatikan-Nuntius bei der UNO in New York – wir haben mit ihm vorab gesprochen:
�In den G�ngen des Glaspalastes sp�rt man eine gro�e Erwartungshaltung. �ber 2.000 Journalisten haben sich bereits akkreditiert. Beliebt sind bei den Journalisten im Moment auch Gespr�chspartner, die Benedikt XVI. pers�nlich kennen. Alle m�chten aber im Vorfeld vor allem wissen, was der Papst vor der UNO-Vollversammlung sagen wird. Das ist ein Zeichen daf�r, dass die Meinung des Papstes zur Weltpolitik auf reges Interesse st��t. Der Papst gilt hier in der UNO als moralische Autorit�t, die auch in der Lage ist, Hoffnung und Vertrauen in eine bessere Zukunft zu geben. Deswegen sind alle so sehr auf seine Rede gespannt.”
In diesem Jahr feiert die UNO den 60. Jahrestag der Verabschiedung ihrer Menschenrechts-Charta. Ihre Durchsetzung bleibt bis auf den heutigen Tag ein Desiderat, so der Vatikandiplomat.
�Es gibt heute nicht ein einziges Menschenrecht, das nicht irgendwo auf der Welt verletzt wird. Das h�ngt mit der Annahme zusammen, dass die Regierungen Rechte �gew�hren” und auch bestimmen, wieweit diese Geltung haben, anstatt sie als Rechte anzusehen, die den Menschen unver�u�erlich aus sich selber heraus zukommen. Und dann ist es notwendig, auch juristisch besser zusammenzuarbeiten. Die Entstehung immer neuer Normen und von Informations-Technologien, um dieses Normen auch durchzusetzen, hat dazu gef�hrt, dass in diesem Prozess nicht alle L�nder gleicherma�en Schritt halten. Die juristische Zusammenarbeit der L�nder untereinander und mit den UNO-Organisationen ist ein unerl�ssliches Element f�r die Umsetzung der Menschenrechte.”
Der Papst kann einen wichtigen Beitrag f�r das Zusammenleben der V�lkergemeinschaft leisten, indem er den Finger in die Wunden der Gegenwart legt, sagt Migliore.
�Seit Beginn seines Pontifikats hat Benedikt XVI. die Herausforderung des 21. Jahrhunderts in Angriff genommen: Und zwar das Verh�ltnis zwischen Glaube und Vernunft. Denn deren Krise hat gro�e Auswirkungen auf den Frieden und die Weltpolitik. Es geht um die Respektierung der Menschenrechte und die Rolle der Politik in den Gesellschaften. Der Papst steht f�r einen Dialog unter der Voraussetzung, die W�rde jeder Person und aller Gruppen zu respektieren.”
Seit 1964 hat der Heilige Stuhl den Status eines st�ndigen Beobachters ohne aktives oder passives Stimmrecht. Es ist die vierte Rede eines Papstes vor der Vollversammlung. Als erster sprach Paul VI. am 4. Oktober 1965. Papst Johannes Paul II. war am 2. Oktober 1979 und am 5. Oktober 1995 im Glaspalast zu Gast. (rv)


Deutschland/Vatikan: Kasper, �Papst wird in USA Dialog mit Juden f�rdern”
Er geh�rt zur ersten Garde der katholischen Theologen weltweit: Kurienkardinal Walter Kasper. Der Deutsche wurde gerade 75 Jahre alt. Zu seinen Ehren erschien nun eine Festschrift mit dem Titel �Gott denken und bezeugen” -, dessen Vorwort kein Geringerer als Papst Benedikt XVI. schrieb. Bei einem Symposium an der Theologischen Hochschule der Palottiner in Vallendar wurde Kardinal Kasper am Wochenende die W�rdigung seines theologischen Werkes �berreicht. Das K�lner Domradio hatte vorher die Gelegenheit, ausf�hrlich mit ihm zu sprechen, unter anderem auch �ber die bevorstehende USA-Reise des Papstes. Dabei betonte Kardinal Kasper auch die Bedeutung der geplanten interreligi�sen Gespr�che, die Benedikt XVI. in den Vereinigten Staaten f�hren wird.
�Das ist einmal der christlich-j�dische Bereich - und ich muss sagen, das geh�rt zum Erfreulichsten, was ich w�hrend meiner zehn Jahre Rom erfahren habe, was da an Freundschaft mit den Juden gewachsen ist. … Die Juden sind an einer Freundschaft mit uns aus einem ganz einfachen Grund interessiert: Sie sind �berall auf der Welt in der Minderheit und darauf angewiesen, mit einer gr��eren Religionsgemeinschaft Kontakt zu haben. Und das ist weitgehend f�r sie die katholische Kirche. Juden und Katholiken haben au�erdem die gleichen oder zumindest �hnliche Werte. Zum Beispiel die Werte der Familie sind f�r Juden genauso bedeutend wie f�r uns Christen. Da ist wirklich Vieles gewachsen. Und der Papst wird das w�hrend seiner USA-Reise auch weiter f�rdern. Er wird sowohl in Washington als auch New York Juden treffen.” (rv)

 

 

16.04.08

Papstbesuch in den USA (2. Tag)

�Welcome to the States“- Papst landet am Dienstag in Washington
Papst Benedikt XVI. ist am Dienstag kurz vor 16 Uhr (Ortszeit) zu seinem ersten Besuch in den USA eingetroffen. US-Pr�sident George W. Bush begr��te den Papst in einer bislang einmaligen Geste pers�nlich am Flughafen. Auch Bushs Ehefrau Laura und Tochter Jenna waren dabei, als das katholische Kirchenoberhaupt auf dem Luftwaffenst�tzpunkt Andrews nahe Washington landete.
Der Papst nahm wegen des Windes seine wei�e Kappe ab, als er bei strahlendem Sonnenschein aus der Alitalia-Maschine stieg. L�chelnd stieg er die Treppe hinunter und ging auf die Pr�sidentenfamilie zu. Die protestantischen Bushs bereiteten dem Papst einen herzlichen Empfang. Es war das erste Mal, dass ein US-Pr�sident einen ausl�ndischen Gast pers�nlich am Flughafen begr��te. (rv)
 

Bush empf�ngt am Mittwoch Papst im Wei�en Haus
Der erste Termin auf US-Boden f�hrte den Papst am Mittwoch Morgen Ortszeit in das Wei�e Haus von Washington – zu einer nachgeholten Begr��ungszeremonie. Stefan von Kempis berichtet.

Gro�er Bahnhof f�r Benedikt auf der S�dwiese des Wei�en Hauses: Strahlender Sonnenschein, zwitschernde V�gel, mehrere tausend Menschen in Feierstimmung, ein Brunnen pl�tschert, Soldaten tragen leuchtend-rote historische Uniformen. Dazu kommen die Farben der 17 US-Kardin�le, die in den ersten Reihen sitzen und sp�ter mit dem Papst zu Mittag essen werden. Papst Benedikt und Pr�sident Bush stehen auf einem kleinen Podium, hinter sich die Vatikanfahne und das US-Sternenbanner, noch weiter dahinter erhebt sich die S�d-Fassade des Wei�en Hauses.

Die Menschen im Garten des Wei�en Hauses singen ein spontanes Geburtstagsst�ndchen f�r den Papst, der etwas verlegen daf�r dankt. �Ich hei�e Joseph wie du“, steht auf deutsch auf einem Transparent, das ein kleiner Junge in H�nden h�lt. Dann h�rt Benedikt XVI. konzentriert zu, als eine farbige S�ngerin das Vaterunser singt. �Friede sei mit Ihnen!“, so begr��t George Bush den Papst. �Eine ganze Nation ist ger�hrt und geehrt, dass Sie sich entschieden haben, Ihren Geburtstag hier zu feiern.“ �Sie finden in Amerika eine Nation des Gebets: Millionen von Amerikanern liegen jeden Morgen auf den Knien und danken Gott, viele beten auch in diesen Tagen f�r Ihren Besuch. Sie finden in Amerika auch eine Nation des Mitgef�hls: In allen Teilen der Welt engagiert sich Amerika f�r Solidarit�t und Entwicklung. Sie finden in Amerika eine Nation, die an die Anwesenheit Gottes im �ffentlichen Raum glaubt. Wir glauben an die Religionsfreiheit. Sie finden hier eine moderne Gesellschaft, die sich von alten Werten leiten l�sst. Eine der innovativsten – und gleichzeitig eine der religi�sesten Gesellschaften, die es gibt. Sie finden ein Amerika“, so Bush weiter, �dessen Menschen auf Ihre Botschaft der Hoffnung warten. Wir brauchen Ihre Botschaft, dass Gott die Liebe ist. Diese Botschaft ist das st�rkste Mittel gegen Hass und Terrorismus. Wir brauchen Ihre Botschaft gegen die Diktatur des Relativismus und f�r eine Gesellschaft, die auf Gerechtigkeit und Frieden beruht.“ Spontaner Beifall kommt auf bei den Worten Bushs, dass das Leben heilig ist und unverf�gbar. Im Vergleich zu den eing�ngigen Worten des US-Pr�sidenten, eines ge�bten Redners, wirkt dann die erste Ansprache Benedikts auf US-Boden etwas professoral, aber sehr freundlich und auch deutlich. Benedikt redet von den US-Gr�ndungsv�tern, von Freiheit, von religi�sem Pluralismus, von Werten. (Siehe die Kerns�tze weiter unten)

Nach der Papstrede intoniert ein Chor der US-Armee das �Glory Halleluja“, dann steigen der Pontifex maximus und der m�chtigste Mann der westlichen Welt die Treppe zum Wei�en Haus empor, winken vom Balkon noch einmal zur Menge hinunter, zusammen mit �First Lady“ Laura Bush. Eine halbe Stunde hat die Begr��ungszeremonie nur gedauert, alle gro�en Fernseh-Kan�le wie CNN, ABC oder Fox waren live dabei – jetzt unterh�lt sich Benedikt mit Bush im Oval Office, und gleichzeitig treffen sich in einem anderen Saal des Wei�en Hauses US-Au�enministerin Condoleeza Rice und der vatikanische Kardinalstaatssekret�r Tarcisio Bertone. Noch einmal singen die Menschen auf der �South Lawn“ des Wei�en Hauses �Happy Birthday“ - es ist ein malerischer Auftakt f�r diesen Papstbesuch. (rv)

Die Kerns�tze der Ansprache Benedikts XVI. bei der Begr��ungszeremonie im Wei�en Haus
Seit den Anf�ngen der Republik war die Freiheitssuche Amerikas geleitet von der �berzeugung, dass die Prinzipien, die das politische und soziale Leben leiten, zuinnerst mit einer moralischen Ordnung verbunden sind, die auf der Herrschaft des Sch�pfergottes gr�nden. Die Sch�pfer der Verfassungsdokumente dieser Nation gr�ndeten sich auf dieser �berzeugung, als sie von der Wahrheit sprachen ,die aus �sich selbst heraus“ evident ist und dass alle Menschen gleich erschaffen sind und mit unver�u�erlichen Rechten ausgestattet sind, die auf dem Naturrecht gr�nden und dem Gott dieser Natur. … In diesem langen Prozess, denn die Seele dieser Nation geformt hat, waren die religi�sen Bekenntnisse eine konstante Inspirationsquelle und eine Orientierungskraft, wie beispielsweise der Kampf gegen die Sklaverei und zur Zeit f�r die zivilen Rechte. Historisch gesehen, haben nicht nur die Katholiken, sondern alle Gl�ubigen hier die Freiheit gefunden, Gott ihrem Gewissen folgend anzubeten, zugleich wurden sie als Teil einer Gesellschaft akzeptiert, in der jeder einzelne und alle Gruppen ihre Stimme zu Geh�r bringen konnten. Nun muss die Nation immer neue komplexe politische und ethische Fragen angehen, ich vertraue darauf, dass die Amerikaner in ihren Glaubens�berzeugungen eine wertvolle Quelle der Unterscheidung und der Inspiration finden, damit ein vern�nftiger, verantwortlicher und respektvoller Dialog m�glich ist in dem Bem�hen, eine immer menschlichere und freie Gesellschaft aufzuerbauen. … Die Freiheit ist nicht nur ein Geschenk, sondern auch ein Appell zur personalen Freiheit. Die Amerikaner wissen dies aus Erfahrung. Die Verteidigung der Freiheit ist ein Appell zur Kultivierung der Tugend der Selbstdisziplin, der Aufopferung f�r das Gemeinwohl und eines Verantwortungsbewusstseins gegen�ber denjenigen, die weniger Gl�ck haben. Die Kirche f�r ihren Teil hofft ihren Teil beitragen zu k�nnen beim Bauen einer Welt, die immer mehr w�rdig ist der menschlichen Person, der geschaffen ist als Bild und nach dem Gleichnis Gottes. … Die Demokratie kann nur bl�hen, wie eure Gr�nderv�ter wussten, wenn die politischen F�hrer sich von der Wahrheit f�hren lassen und eine Weisheit walten lassen, die hervorgeht aus moralischen Prinzipien, wenn sie Entscheidungen f�llen, die das Leben und die Zukunft der Nation betreffen. (rv)

Papst spricht von �tiefer Scham“ �ber P�dophilieskandale
Hoch �ber den Wolken – genauer gesagt �ber dem Atlantik, nordwestlich von Frankreich – hatte sich Papst Benedikt XVI. auf dem Flug von Rom nach Washington den Fragen der rund 70 mitreisenden Journalisten gestellt. Der Papst sprach nicht nur �ber die freudigen Momente, die ihn in den Vereinigten Staaten erwarten. Er betonte auch, dass er die US-Katholiken besuchen wolle sowie bei der UNO �ber die Menschenrechtserkl�rung sprechen, die ihr 60-j�hriges Bestehen feiern.

Der Papst antwortete auf Fragen zu verschiedenen Themen. Unmissverst�ndlich �u�erte er sich zu dem Thema, das die US-Kirche in den vergangenen acht Jahren am sch�rfsten bedr�ngte: die Missbrauchs-Skandale, die landesweite Enth�llung sexueller Vergehen von Geistlichen an Minderj�hrigen.

Die Botschaft des Papstes zu den P�dophilie-Skandalen war klar: Wer sich der P�dophilie schuldig gemacht hat, kann nicht Priester der katholischen Kirche bleiben. Er sei zutiefst besch�mt �ber diese Skandale und frage sich, wie so etwas passieren konnte. Er habe Mitgef�hl mit der Kirche in den USA, vor allem aber mit den Opfern. Zur Aufarbeitung empfahl er einen Drei-Stufen-Plan: Zun�chst eine juristische Kl�rung im Sinne der Null-Toleranz-Strategie bei P�dophilie, wie sie die US-Bisch�fe bereits in ihrem intensiven Bem�hen um Schadensbegrenzung in Abstimmung mit dem Vatikan beschlossen hatten. Ausdr�cklich differenzierte Benedikt XVI. dabei zwischen P�dophilie und Homosexualit�t.
Weiter empfahl er eine pastorale Aufarbeitung, die sich um eine �Heilung“ der tiefen Verletzungen bei den Opfern bem�hen solle. Und schlie�lich m�sse die Kirche alles daransetzen, dass sich so etwas nie wiederhole. Das gelte insbesondere f�r die Auswahl der Seminaristen. Zur Priesterausbildung und erst recht zur Priesterweihe, so Benedikt XVI., k�nne nur zugelassen werden, wer physisch und psychisch gesund und gefestigt sei und eine tiefe Verankerung im Glauben und in der Gottesliebe habe. �Es ist wichtiger, gute Priester zu haben, als viele“, so die Maxime des Papstes.
Aber nicht nur die Missbrauchs-Skandale war Thema der 18-min�tigen �fliegenden Pressekonferenz“. Es ging auch um das Problem der Zuwanderung aus Lateinamerika - ein Problem, �ber das er auch mit US-Pr�sident George W. Bush sprechen wollte, wie Benedikt XVI. betonte. Kurzfristig m�sse es um Hilfe f�r Familien, auch f�r auseinander gerissene Familien gehen, forderte der Papst. Mittel- und l�ngerfristig m�ssten die Lebensbedingungen in den Staaten Lateinamerikas verbessert werden, damit die Menschen nicht aufgrund von Not und Hunger ihr Heil in der Auswanderung suchten. Schlie�lich gab es auch noch Lob und Anerkennung f�r die Religiosit�t in der US-Gesellschaft sowie f�r die auf die Gr�nderzeit zur�ckgehende strikte Trennung von Kirche und Staat. Diese sei zugleich Grundlage f�r die Freiheit, die Entfaltungsm�glichkeit und das selbstverst�ndliche Nebeneinander der christlichen und anderen religi�sen Bekenntnisse in den USA gewesen. Europa k�nne das nicht so ohne Weiteres kopieren - zumal auch Amerika heute neue S�kularisierungen erlebe, wie der Papst betonte. Eine positive Orientierung k�nne aber diese Bipolarit�t gleichwohl bedeuten.
(rv)

Papst-Besuch: �Freude herrscht“
Trotz P�dophilie-Skandalen und anderen Problemen – bei den Katholiken in den USA scheint doch die Freude �ber den Papstbesuch im Moment das beherrschende Gef�hl zu sein. Sie wittern die Chance, das Blatt wieder ins Positive zu wenden und neue Hoffnung zu bekommen, dem Reisemotto entsprechend: �Christ, our Hope“. Henry Vosswinkel ist Finanzexperte in New York. Im Gespr�ch mit unserem Korrespondenten Stefan Kempis meinte der engagierte Katholik: �Ich bin sehr froh, dass der Papst jetzt kommt. Wir hier in den USA k�nnen ein bisschen mehr Denken ans Religi�se gut gebrauchen. Au�erdem bin ich katholisch und freue mich immer, wenn wir hier mit der katholischen Kirche etwas auf die Beine stellen. Dass der Papst jetzt kommt und sein Interesse an der USA zeigt, das macht mich sehr froh.“
Benedikt besucht Pr�sident Bush im Wei�en Haus, gestern hat Bush das Kirchenoberhaupt am Flughafen empfangen, und dann h�lt der Papst eine Rede vor den Vereinten Nationen in New York. Ist das zuviel Politik f�r einen religi�sen Besuch? Vosswinkel dazu: �Ich finde, das geht. Es ist kein Zuviel an Politik, dass der Papst beim Besuch in einem Land von dessen Pr�sidenten willkommen gehei�en wird. Ich glaube au�erdem, dass der Papst und Bush pers�nlich viel miteinander gemein haben, denn auch Bush ist zwar kein Katholik, aber doch religi�s. Er will zeigen, dass der Papst hier in Amerika wirklich willkommen ist.“
Benedikt XVI. besucht nur die Ostk�ste Amerikas. Finanzexperte Vosswinkel glaubt nicht, dass die Reise eine Wirkung auf die ganzen USA haben wird. Aber er ist Optimist: �Nein, aber ich denke, das ist ja vielleicht nur der erste Besuch, den der Papst hier macht. Er war schon vor seiner Wahl zum Papst viermal in den USA, glaube ich – und wenn das jetzt in den n�chsten vier Tagen gut gehen wird, dann denke ich, dass er wieder zur�ckkommen wird.“ (rv)
 

Deutschsprachige in New York sind vorbereitet
Er ist f�r die deutschsprachigen Katholiken im Erzbistum New York zust�ndig: Peter Bleeser, Priester des Bistums Trier, jetzt wohnhaft in New Plains im Norden des Big Apple. Stefan Kempis fragte Bleeser, ob die US-Kirche vorbereitet ist auf den Besuch Benedikts.
�Das hoffe ich sehr! Sie freut sich auf den Papst. Die US-Kirche ist ja nach meiner Einsch�tzung nicht so kritisch wie zum Beispiel die deutsche Kirche.“
Man h�rt hier aber doch auch sehr viele kritische Stimmen von US-Katholiken, die sich noch an den �b�sen“ Kardinal Ratzinger an der Spitze der Glaubenskongregation erinnern und jetzt nicht ganz an die Wende zum �guten“ Benedetto glauben wollen.
�Na ja, aber er hat seine Rolle als Chef der Glaubenskongregation ja verlassen und eine neue Rolle �bernommen, die er auch sehr gut ausf�llt. Ich wei� zwar, dass er sehr konservativ ist – aber was mir sehr gut gef�llt an ihm, ist, dass er sagt: Seid doch froh, dass ihr Christen seid! Seid doch froh, dass ihr Katholiken seid! Das ist eine sehr positive Aussage, weil es fr�her immer hie�, Katholisch-sein bedeute, tausend Regeln zu beachten. Und der Papst sagt: Nein, es ist doch eine Freude, Christ zu sein. Mich freut es, dass er das sagt.“ (rv)
 

New Yorker Banker: Laien �ber Problem der P�dophilie aufkl�ren
Schon am ersten vollen Reisetag trifft der Papst die Bisch�fe der USA, mit ihnen m�chte er unter anderem auch �ber die P�dophilie-Skandale in den USA sprechen. Dan Coleman w�re gerne dabei, aber der New Yorker ist kein Bischof, sondern Banker, darum darf er bei der Papst-Vesper mit den Oberhirten der USA nicht mitmachen. Coleman, der als Amerikaner in Deutschland aufgewachsen ist, w�rde Benedikt XVI. gern auf einen, wie er meint, zentralen Punkt aufmerksam machen: �Ich sehe, dass es in der weltlichen Presse eine st�ndige Propaganda gibt, die gegen die Kirche gerichtet ist. Diese Propaganda vermittelt den Eindruck, dass es nur in der Kirche sexuelle �bergriffe auf Jugendliche gibt. Das ist kein richtiger Eindruck, denn bei anderen Organisationen gibt es das genauso, und wenn man sich die Zahlen mal ansieht, dann kommt es im �ffentlichen Schulsystem in gleichem Ma�e dazu.“
Laut Coleman haben die Bisch�fe des Landes bei den P�dophilie-Skandalen entt�uscht. Die Kirchenm�nner seien �beraltet und �etwas rostig“, meint der B�nker. Besser w�re es, wenn Benedikt XVI. die Laien in die Debatte einbeziehen w�rde, so Coleman: �Meiner Ansicht nach w�re es sehr wichtig, die Laien �ber diesen Punkt aufzukl�ren. Das w�rde zu sehr viel mehr f�hren, als mit der Hierarchie zu reden. Durch den �ber viele Jahre hin existierenden Druck haben die Bisch�fe Patent-Antworten, und manchmal kommen von ihnen schnelle Antworten, die an sich nicht die richtigen sind. Also: mehr mit den Laien sprechen!“ (rv)
 

KOMMENTAR VON P. GEMMINGEN ZUM BEGINN DER PAPSTREISE:     Die Papstreise in die USA ist im Vergleich zu fr�heren Reisen von Papst Benedikt kompliziert. Die Erwartungen an die Reise sind oft ziemlich verkehrt. Viele fragen, was Benedikt zur Irak-Politik sagen wird, wie er sich zu Tibet �u�ert, ob er am Ground Zero f�r die Terroristen betet, f�r welche Partei und welchen Pr�sidentschaftskandidaten er sich wenigstens indirekt aussprechen wird, ob er Missbrauchsopfer treffen und wie er sich zu Priestern �u�ern wird, die sich p�dophil verhalten haben. Ich antworte: das alles sind Nebenfragen. Der Papst kommt, weil er eingeladen ist, vor der UNO zu sprechen. Was er dort sagen wird, verdient volle Aufmerksamkeit. Vermutlich geht es ihm um die Grundlegung der Menschenrechte in einem humanen Menschenbild. Und er m�chte – da er schon in den USA ist – den US-Katholiken Mut und Hoffnung zusprechen, dass sie wieder Tritt fassen sollen. Da die Vereinigten Staaten Weltmacht Nummer eins mit manchmal falschen Politiken sind, braucht ihre Bev�lkerung besonders viel R�ckhalt in den gro�en Idealen, die die USA einst geschaffen hat. Diese Ideale sind ein Glaubensleben in einem religi�s neutralen Staat. Demokratie, Selbst�ndigkeit, Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz. Wer viel Macht hat, hat viel Verantwortung. Der Papst will den US-Katholiken sagen: Ihr seid wichtig f�r die Welt, fasst neue Hoffnung in Jesus Christus. (rv)

 

 

17.04.08

Papstbesuch in den USA (3. Tag)

Papst feiert ersten Gro�gottesdienst in den USA
Papst Benedikt XVI. hat den ersten gro�en Gottesdienst seiner USA-Reise gefeiert. Im Baseballstadion der Nationals - unter freiem Himmel - erwarteten ihn am Donnerstagmorgen (Ortszeit) rund 50.000 Menschen. Sie hatten schon Stunden in der Arena gewartet und ein Vorprogramm mit Musik verfolgt. Bei seiner Ankunft am Stadion wurde das Kirchenoberhaupt vom Erzbischof von Washington, Donald William Wuerl, und politischen Vertretern begr��t. Anschlie�end fuhr Benedikt XVI. im Papamobil durch das Stadion. Dabei sang ein Chor �Gro�er Gott, wir loben dich” auf Englisch und Deutsch. Konzelebranten des Gottesdienstes waren Wuerl und Kardinal-Staatssekret�r Tarcisio Bertone. Die vor allem mit englischen und spanischen Texten gefeierte Messe war den Gl�ubigen der US-Hauptstadt gewidmet. An dem Gottesdienst nahmen auch etwa 250 Bisch�fe, 14 Kardin�le und 1.300 Priester teil. (kna)
 

Papst fordert von US-Bisch�fen moralische Erneuerung des Landes und der Kirche
Klare Worte Benedikt XVI. bei einer Vesper mit den US-amerikanischen Bisch�fen im Nationalschrein der Unbefleckten Empf�ngnis in Washington. Lebensschutz, die St�rkung der Familie, die �tiefe Scham” �ber die Missbrauchsf�lle in der US-Kirche und Kritik an der Handhabung des Problems von Seiten der Bisch�fe, geh�rten zu den Themen der Predigt. (rv)
 

USA: Der Papst und die Juden
Gleich zweimal nimmt der Papst in diesen Tagen freundlich R�cksicht auf US-B�rger j�dischen Glaubens: Um ihr Pesach, ihr Osterfest nicht durcheinander zu bringen, hat er seine Begegnung mit Vertretern anderer Religionen schon f�r den Donnerstag in Washington angesetzt. Und einen Besuch in einer New Yorker Synagoge unternimmt Benedikt XVI. um eine Uhrzeit, die es allen j�dischen Gl�ubigen noch erlaubt, zum Beginn des Sabbat rechtzeitig zuhause zu sein. Ein Bericht von Stefan Kempis.
New York ist die Stadt mit der gr��ten j�dischen Gemeinschaft der Welt: 1624 kamen die ersten 23 j�dischen Gl�ubigen hierhin, die Stadt hie� damals noch Neu-Amsterdam. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, bis 1925, suchten 12 Millionen Juden aus vielen Teilen der Welt Zuflucht in der Stadt: Italiener, Iren, Deutsche, Zentraleurop�er tr�umten von einem besseren Leben. Sie pr�gten die B�rse und mehrere Stadtviertel. Orthodoxe Juden mit schwarzem Hut und gedrehten Schl�fenlocken geh�ren zum Stra�enbild in New York ganz selbstverst�ndlich dazu. Wenn man sie fragt, ob sie den Papstbesuch jetzt mitverfolgen, dann bekommt man immer wieder Antworten wie diese hier: �Nein, wir sind hier sehr besch�ftigt. Wir haben keine Zeit daf�r. Aber ich habe davon geh�rt und finde das sehr sch�n.”
Die Begegnung von Menschen verschiedener Religionen – so etwas ist in New York nichts Besonderes, sondern Alltag. Der Katholik Henry Vosswinkel hat als Finanzexperte in New York jahrzehntelang mit j�dischen Kollegen ganz selbstverst�ndlich zusammengearbeitet. Darum wundert er sich etwas �ber die Frage, ob er denn das Papsttreffen mit Juden und den Besuch Benedikts in einer New Yorker Synagoge wichtig findet.
�Ich wei� nicht, was Sie meinen. Aber ich finde das gut. Wir m�ssen alle zusammenkommen. Ich denke dieser Papst liegt richtig, wenn er sagt, dass er mit allen Religionen sprechen will.”
Im historischen Viertel der j�dischen Einwanderer liegt, gleich an einer viel befahrenen Stra�enkreuzung, der �lteste j�dische Friedhof der Stadt aus dem 17. Jahrhundert: Wackelnde Steine, unleserlich gewordene Schrift. Die Juden sind in ihrem urspr�nglichen Viertel in Manhattan Downtown mit seinen vielen Synagogen l�ngst nicht mehr alleine - die Immigration geht weiter, das Viertel hei�t jetzt Chinatown. Aus den Radios an den vielen Verkaufsbuden pl�rrt asiatische Musik. (rv)
 

USA: Benedikt XVI. spricht an der katholischen Universit�t Washington
Glaube und Vernunft – das k�nnte, wie schon vor zwei Jahren in Regensburg, wieder ein Thema sein, wenn der Papst am Donnerstag die akademische B�hne betritt. An der Katholischen Universit�t von Washington trifft er sich mit Professoren, Dozenten und Studenten. Keine Gesellschaft bringe Moderne und Religion so gut unter einen Hut wie die amerikanische, das hatte Pr�sident Bush dem Papst am Wei�en Haus gesagt, und das sieht Benedikt �hnlich. Warum versteht man in Europa nicht mehr, dass Vernunft und Glaube zusammengeh�ren? So fragt nicht nur der Papst, sondern auch Dan Coleman. Der US-Katholik ist Banker in New York, aber im Rheinland aufgewachsen.
�In Europa ist vielleicht zum Teil auch das Steuersystem schuld: Da sparen die Leute Geld, wenn sie aus der Kirche austreten. Und au�erdem ist es eine Entfremdung zwischen dem Klerus und den Gl�ubigen, die dazu beitr�gt, dass die Gl�ubigen nur noch an die allernotwendigsten Dinge glauben, aber die Details einfach fallenlassen. In Amerika hingegen gibt es sehr viele kirchliche Vereine, auch karitative Organisationen sind sehr stark – und die Kirche hat auf diesem Gebiet einfach mehr zu bieten als alle anderen. Dadurch gibt es dann auch mehr Interesse hier in Amerika an der Kirche, wenn man das so sagen kann. Wenn man erst mal Interesse an den Dingen hat, etwas studiert, an Konferenzen teilnimmt oder in der Heiligen Schrift liest, dann verbindet das einen mehr und mehr mit der Kirche. Dadurch w�chst die Zahl der aktiven Mitglieder der Kirche – das geschieht hier in Amerika. Warum das in Europa nicht so ist? Keine Ahnung.”
 

Eindr�cke des ersten Reisetages
Von New York aus beobachtet Stefan Kempis f�r uns den Papstbesuch. Was sind denn die Eindr�cke des ersten vollen Reisetages?
Zun�chst einmal: Der Empfang des Papstes am Wei�en Haus hat einen sehr entspannten, fr�hlichen Auftakt gesetzt. Das war von den US-Gastgebern perfekt orchestriert, um Benedikt – auch noch an seinem 81. Geburtstag – wirklich das Gef�hl zu geben, dass er in den Vereinigten Staaten willkommen ist. Vorher gab es zwar noch Bef�rchtungen, der scheidende Pr�sident Bush oder seine Republikanische Partei w�rden diesen Moment f�r sich instrumentalisieren, aber ich glaube, die Bef�rchtungen haben sich bei diesen Bildern zerstreut. Bush hat eine griffige, kraftvolle Rede gehalten, Benedikt hat sich auf die protestantischen Gr�ndungsv�ter der USA berufen und freundliche Signale an alle Ethnien und Religionen im Land ausgeschickt – das kommt an. Es war �brigens, wie die Medien betonen, die gr��te Menschenansammlung am Wei�en Haus in der ganzen Epoche der Pr�sidentschaft Bush. Hier in New York reden die Leute tats�chlich auf der Stra�e �ber den Papst; sie freuen sich, dass er da ist, sind neugierig. �Hast du Karten f�r die Papstmesse bekommen?”, fragt heute auf der F�hre nach Staten Island ein Student, der neben mir steht, den anderen, und der antwortet: �Ja, und ich gehe auf jeden Fall hin. Das kann man doch nicht verfallen lassen.” �brigens hat ein gro�er Fernsehsender die erste Papstrede auf US-Boden mit englischen Untertiteln versehen – so ganz scheint man das deutsch gef�rbte Englisch des Papstes hier vielleicht nicht zu verstehen.
Fragen an Stefan von Kempis: Am Mittwoch Nachmittag Ortszeit hat der Papst die US-Bisch�fe getroffen – was ist Ihr Eindruck von diesem Auftritt?
Die Bilder haben mich sehr an das Treffen des Papstes mit lateinamerikanischen Bisch�fen erinnert, letztes Jahr in Brasilien. Das fand n�mlich ebenfalls in der Krypta einer gro�en Marienkirche statt, was zu einer ganz eigenen, konzentrierten Atmosph�re f�hrt. Der Papst wirkte an diesem Nachmittag ziemlich ersch�pft, mit Ringen unter den Augen; zuvor, als er mit dem Papamobil durch die Stra�en der Hauptstadt gefahren war, hatte es viel Beifall gegeben, aber auch ein paar Protestler, die an die P�dophilie-Skandale in der US-Kirche erinnerten. Ich glaube, dass die Rede des Papstes an die Bisch�fe in den Medien und bei den Menschen hier in den USA gut ankommen wird: Da gibt es mitf�hlende Worte zum Terror des 11. September 2001 und f�r die Hochwasser-Opfer von New Orleans, f�r die Immigranten, auch f�r die Laien in der Kirche, ein Lob f�r den tiefen Glauben in Amerika… Die Warnungen vor S�kularismus, vor Materialismus und dem Zerfall der Familie waren gewisserma�en sehr gut �verpackt”. Vor allem aber werden wohl die Worte des Papstes zu den P�dophilie-Skandalen die kommende Berichterstattung bestimmen. Da hat er selbst, den Vorsitzenden der Bischofskonferenz zitierend, kritisiert, die F�lle seien �manchmal sehr schlecht gehandhabt worden”. Diese Worte werden wir wohl am Donnerstag Ortszeit auf mancher Titelseite wieder finden. Den Amerikanern wird diese Deutlichkeit gut tun.
 

US-Presseschau: �Papst heilt die Wunden!”
Bei seinem Besuch in den USA muss der Papst noch deutlichere Worte finden zu dem Missbrauchsskandal, meinen viele Kommentatoren der internationalen Presse. Zudem soll Benedikt XVI. auf den Wandel der US-Kirche reagieren.
Unser Korrespondent vor Ort, Stefan von Kempis, hat die US-amerikanischen Zeitungen genauer unter die Lupe genommen:
Zwei Dinge �berraschen mich beim Blick in die Zeitungen an diesem Donnerstag: Nicht alle zeigen den Papst gro� auf Seite eins, und nicht alle streichen – wie ich das vermutet h�tte – seine offenen Worte zu den P�dophilie-Skandalen besonders heraus.
Die meistgelesene Tageszeitung, �USA Today”, zeigt Benedikt XVI. l�chelnd auf dem Rasen des Wei�en Hauses; daneben steht aber die ernste �berschrift: �Benedikt: Heilt die Wunden! Papst ruft die Kirchenf�hrer zu einem Heilungs-Prozess nach dem Skandal auf.” In sehr deutlichen Worten, so hei�t es dann im Artikel, habe der Papst auch eine St�rkung der Ehe gefordert und sich gegen Relativismus ausgesprochen. Das Blatt zitiert Kardinal Mahoney von Los Angeles, dessen Erzbistum besonders viel mit P�dophilie-F�llen zu tun hatte, mit den Worten: �Der Papst ist nicht gekommen, um irgendetwas unter den Teppich zu kehren.” Im Innenteil: Ein Bericht �ber die Freude vieler Menschen in Washington, den Papst zu sehen, ihm vom Stra�enrand aus zuzuwinken. Tenor: �Our country needs to see this” – unser Land braucht das jetzt.
Die seri�se �New York Times” zeigt auf Seite eins nur ein winziges Foto des Papstes ganz unten in der Ecke; die wenigen danebenstehenden Zeilen sagen, dass Benedikt den S�kularismus kritisiere – dieser hindere die Menschen daran, frei ihre Religion auszu�ben. Im Innenteil, aber weit hinten: Bunte Bilder vom Empfang des Papstes in der Hauptstadt. Berichte, die seine Worte zu den P�dophilie-Skandalen erw�hnen, ohne sie aber gro� hervorzuheben. Ein Kommentar mit dem Titel: �Warmes Willkommen und ein Gef�hl der Einigkeit.” Und eine Analyse all dessen, was Fernseh-Moderatoren in diesen Tagen zum Papstbesuch alles so von sich geben: Eine Papstreise sei offenbar, so die �NYT” mit leichtem Spott, �so etwas wie eine k�nigliche Hochzeit” – da f�hlten viele sich berufen, auch noch ihren Senf dazuzugeben.
Das �Wall Street Journal” betont an diesem Donnerstag mehr die Fernsehdebatte zwischen Barack Obama und Hillary Clinton. Zum Papstbesuch sind die Informationen relativ knapp – die �berschriften: �Papst und Bush einig in Sachen Freiheit und Moral” und �Papst und Bush �u�ern �hnliche Ansichten.” Die weniger seri�se, aber millionenfach verbreitete �Daily News” hingegen zeigt den Papst und den Pr�sidenten auf Seite eins, und dazu den Riesentitel: �God bless America”, Gott segne Amerika. Innen wird ein Teil der ersten Ansprache Benedikts auf US-Boden abgedruckt, und ein Kommentator f�hrt aus: �Selten zeigt ein gro�er Welt-F�hrer solchen Respekt vor amerikanischen Werten wie der Papst. M�ge er weithin geh�rt werden!” Auch in Amerika selbst! - so gibt der Artikel dann noch zu verstehen.
Was bietet die �Daily News” noch? Eine Analyse der Schuhe des Papstes. Ein Bild, wie er im Wei�en Haus die Kerzen auf seiner Geburtstagstorte ausbl�st. Ein paar Worte zu seiner Katzen-Liebe und die Behauptung, er besitze eine Pilotenlizenz und fliege manchmal selbst den Hubschrauber von Rom nach Castelgandolfo. Das Bild von Papst und Geburtstagstorte zeigt �brigens auch die New Yorker Zeitung �Newsday” – mit der sch�nen, amerikanischen �berschrift �He takes the cake”, Er nimmt den Kuchen in Angriff. Die �Newsday” hat aber als Titelbild keinen l�chelnden Benedikt am Wei�en Haus gew�hlt, sondern zeigt ihn streng blickend im Messgewand, und daneben in gro�en Lettern: �Heilt die Wunden!”
Fazit: In den Medien wirkt dieser Besuch bislang doppelgesichtig. Auf der einen Seite Feststimmung, Jubel, Massenauflauf. Auf der anderen Seite das ernste Thema der P�dophilie-Skandale. (rv)

 

 

18.04.08

Papstbesuch in den USA (4. Tag)

Papst: UNO darf Menschenrechte nicht zur Disposition stellen
Die UNO darf nach Worten von Papst Benedikt XVI. die Menschenrechte nicht zur Disposition stellen. In seiner Ansprache am New Yorker Sitz der Vereinten Nationen wandte sich das katholische Oberhaupt am Freitag gegen aktuelle Versuche, die Menschenrechtserkl�rung aufzubrechen und Einzelinteressen zu unterwerfen. Sie k�nne nicht �st�ckweise angewandt werden, je nach Trends oder selektiven Entscheidungen“.
Als paradox kritisierte Benedikt XVI., dass ein von vielen Staaten getragener Konsens �den Entscheidungen einiger weniger untergeordnet“ sei. Konkrete Beispiele nannte er nicht. Die Weltprobleme verlangten ein gemeinsames Handeln durch die internationale Gemeinschaft. Die UNO m�sse nach dem Subsidiarit�tsprinzip ihrer Rolle als globale Ordnungsinstanz entsprechen. Als Aufgaben nannte Benedikt XVI. Sicherheit, Entwicklung, den Kampf gegen Benachteiligungen auf lokaler und weltweiter Ebene sowie den Schutz von Umwelt, Ressourcen und Klima.
Angesichts der Globalisierung mahnte der Papst zu Solidarit�t mit armen L�ndern, die sonst nur deren negativen Auswirkungen erf�hren. Regeln und Strukturen zur F�rderung des Gemeinwohls brauchten mehr Gewicht. "Im Namen der Freiheit muss es eine Wechselbeziehung von Rechten und Pflichten geben", verlangte das katholische Kirchenoberhaupt. Weiter betonte Benedikt XVI., bei �kologischen Fragen gebe es kein Entweder-Oder zwischen Wissenschaft und Ethik. Vielmehr gehe es darum, wissenschaftliche Methoden zu w�hlen, die ethische Forderungen respektierten.
Dritter Papst vor der UNO-Vollversammlung
Mit seiner auf Franz�sisch und Englisch gehaltenen Rede erinnerte Benedikt XVI. auch an die Verabschiedung der Allgemeinen Erkl�rung der Menschenrechte vor 60 Jahren. Nach Paul VI. (1965) und Johannes Paul II. (1979 und 1995) ist er der dritte Papst, der vor der UNO-Vollversammlung am East River spricht. Der Heilige Stuhl unterh�lt seit 1964 einen Sitz als St�ndiger Beobachter bei der UNO.
Eine wachsende Aufgabe der UNO sieht der Papst in internationalen Interventionen zum Schutz der Menschenrechte. Das d�rfe freilich nicht als Beschr�nkung nationaler Souver�nit�t verstanden werden. Oft richteten Gleichg�ltigkeit oder der Verzicht auf Interventionen �den eigentlichen Schaden“ an, schloss Benedikt XVI. Allerdings m�sse man st�rker M�glichkeiten zur Vermeidung und L�sung von Konflikten mit diplomatischen Mitteln suchen. Weiter unterstrich er die Bindekraft internationaler Entscheidungen, die auf der �unver�nderlichen Gerechtigkeit“ gr�nde. Die G�ltigkeit von Menschenrechten h�nge nicht von ihrer Durchsetzbarkeit durch die Gesetzgeber ab.
Die Menschenrechte schl�ssen das Recht ein, den Glauben in seiner individuellen und gemeinschaftlichen Dimension zu leben, hob der Papst hervor. Es sei unbegreiflich, dass Gl�ubige ihr Bekenntnis verleugnen sollten, um ihre b�rgerlichen Rechte zu genie�en. Religionsfreiheit k�nne nicht auf freie Aus�bung des Gottesdienstes beschr�nkt werden; die Einheit der Person verlange, dass sich

Menschen mit ihrem Glauben auch im �ffentlichen Raum engagieren d�rfen. Dabei verwies Benedikt XVI. auf den Einsatz von Religionsgemeinschaften in Schulen und Universit�ten, Gesundheitsdiensten und der Wohlfahrtspflege.
Nachdr�cklich betonte Benedikt XVI. die Verankerung der Menschenrechte im Naturrecht und in der W�rde der Person als Gesch�pf Gottes. �Die Menschenrechte aus diesem Kontext zu l�sen hie�e ihre Reichweite beschr�nken und einer relativistischen Konzeption nachgeben, nach der die Bedeutung und Interpretation von Rechten schwanken und ihre Universalit�t im Namen unterschiedlicher kultureller, politischer, sozialer und sogar religi�ser Anschauungen geleugnet werden k�nnte“, so der Papst.
Empfang durch Ban Ki-Moon
Vor der Rede an die Vereinten Nationen hatte UNO-Generalsekret�r Ban Ki-Moon Benedikt XVI. im Glaspalast am East River empfangen. Im 38. Stock sprachen die beiden rund 20 Minuten unter vier Augen �ber aktuelle weltpolitische Fragen.
Am Nachmittag (Ortszeit) besucht der Papst die Park-East-Synagoge. Dort ist ein Treffen mit dem Rabbiner und Holocaust-�berlebenden Arthur Schneier geplant. Anschlie�end f�hrt Benedikt XVI. in die deutschsprachige Sankt-Josephs-Kirche zu einem �kumenischen Treffen. Am Abend steht ein Essen mit den Kardin�len des Landes und Vertretern der US-Bisch�fe auf dem Programm. Benedikt XVI. bleibt noch bis Sonntag in New York. Zum Abschluss seines Aufenthalts besucht er Ground Zero. Dort will er ein Gebet f�r die Opfer der Anschl�ge vom 11. September 2001 sprechen.

 

Wortlaut der Rede Papst Benedikts XVI. vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen
Arbeits�bersetzung der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan (Marco Schrage)
Herr Pr�sident, meine Damen, meine Herren,
wenn ich meine Rede an diese Versammlung beginne, m�chte ich vor allem Ihnen, Herr Pr�sident, meine ehrliche Dankbarkeit f�r Ihre freundlichen Worte ausdr�cken. Meine Dankbarkeit geht ebenso an den Generalsekret�r, Herrn Ban Ki-moon, f�r die Einladung, den Hauptsitz der Organisation zu besuchen und das Willkommen, das er mir gegeben hat. Ich gr��e die Botschafter und die Diplomaten der Mitgliedsstaaten und alle Anwesenden. Durch Sie gr��e ich die V�lker, die sie repr�sentieren. Sie erwarten von dieser Institution, dass sie ihre Gr�ndungsinspiration fortf�hre, also �ein Mittelpunkt zu sein, f�r die Koordination der Aktivit�t der Vereinten Nationen in der Verfolgung der gemeinsamen Ziele”, den Frieden und die Entwicklung. Wie Papst Johannes Paul II 1995 sagte, sollte die Organisation �ein moralischer Mittelpunkt sein, in dem alle Nationen der Welt sich zu Hause f�hlen, in dem sie das gemeinsame Bewusstsein entwickeln, sozusagen eine �Familie der Nationen’ zu sein.” Friede und Wohlstand mit Gottes Hilfe!...
 

Die UNO – Ein Steckbrief
Der Besuch des Papstes bei der UNO war sicher der H�hepunkt in seinem Reiseprogramm von diesem Freitag. Zur UNO in New York ein Steckbrief, von Stefan Kempis.
UNO in New York: das sind drei Geb�ude, darunter ein Hochhaus, am �East River” ganz am Rand von Manhattan. Au�en eine ber�hmte Skulptur von einer Pistole mit verknotetem Lauf, innen alles etwas sch�big und renovierungsbed�rftig: Treppenh�user, die aussehen wie in einer Tiefgarage, Flure mit Teppichb�den und Lehrtafeln wie in einer Schule. Gleich beim Reinkommen rechts h�ngt eine zerschlissene UNO-Flagge hinter Glas – es ist die, die in Bagdad �ber dem UNO-Compound hing, der vor Jahren bei einem Selbstmordattentat v�llig zerst�rt wurde. Dahinter leuchtet ein blaues Chagall-Fenster. Von einem Flur geht man in einen kleinen Meditationsraum, eingerichtet nach den Vorgaben des frommen ersten UNO-Generalsekret�rs Dag Hammerskj�d: Abstrakte Linien, ged�mpftes Licht, in der Mitte ein altar�hnliches Gebilde….
 

Benedikt XVI.: Interreligi�sen Dialog vertiefen – Papst bekommt Koran geschenkt
Papst Benedikt hat sich f�r eine Vertiefung des interreligi�sen Dialogs ausgesprochen. Bei einem Treffen mit Repr�sentanten der Juden, Muslime, Hindus, Buddhisten und Jains aus den USA meinte er: Dialog diene nicht nur dem gegenseitigen Verst�ndnis, sondern er diene auch der ganzen Gesellschaft. Durch den Dialog werde der Blick auf gemeinsame ethische Werte frei. Religi�se F�hrer haben nach Auffassung von Papst Benedikt eine sehr gro�e Verantwortung f�r die Gesellschaft. Ihnen sei es m�glich, die ganze Gesellschaft auf grundlegende gemeinsame �berzeugungen und Werte hinzuweisen. Wer den interreligi�sen Dialog einengen wolle auf Suche nach Frieden in der Welt, der verk�rze ihn und nutze nicht seine vollen M�glichkeiten. Der Dialog der Religionen k�nne vielmehr die tiefsten Fragen des Menschen nach dem Sinn des Lebens, nach dem Woher und Wohin beantworten.
Der Papst hat bei dieser Gelegenheit einen kostbaren Koran geschenkt bekommen. Benedikt XVI. nahm das in Silber gefasste und mit Perlmutt besetzte Heilige Buch des Islam bei der interreligi�sen Begegnung entgegen. Der von Kunsthandwerkern in �gypten gefertigte Band, den eine junge Muslimin �berreichte, war eines der �Symbole des Friedens“, die Benedikt XVI. von Angeh�rigen der Weltreligionen erhielt. Ein Vertreter des Judentums schenkte dem Papst eine silberne Menorah, den traditionellen Leuchter, als Zeichen des immerw�hrenden Gottesbundes. Zus�tzlich zu den �blichen sieben Arme besa� er einen achten, zur Erinnerung an die Schoah. Ein Angeh�riger des Jainismus, einer traditionellen indischen Religion, brachte Benedikt XVI. einen metallenen W�rfel, der die Prinzipien der Gewaltlosigkeit und des Respekts symbolisieren soll. Aus der Hand eines Hindu erhielt der Papst die heilige Meditations-Silbe �Om“ in Goldblech. Eine Buddhistin schenkte dem katholischen Kirchenoberhaupt eine Meditationsglocke, wie sie in koreanischen Kl�stern verwendet wird. Der Papst traf die Vertreter anderer Religionen am Donnerstagabend in Washington nach seinem Vortrag vor Professoren und Schuldirektoren. (rv)


Gemeinsames Gebet mit Missbrauchsopfern
Papst Benedikt ist am Donnerstagnachmittag mit einer Gruppe von Opfern von sexuellem Missbrauch durch Priester zusammengetroffen. Nach einer Mitteilung des Vatikans haben sie in der vatikanischen Nuntiatur pers�nlich mit dem Papst gesprochen. Der Papst h�rte ihren Worten aufmerksam zu und versprach, f�r sie und ihre Angeh�rigen zu beten. Anschlie�end beteten alle gemeinsam, und der Papst gab ihnen den Segen. Wiederholt war in den letzten Tagen in der Presse der Wunsch ge�u�ert worden, der Papst m�ge doch einige der Missbrauchsopfer treffen. Gleich zu Beginn seiner USA-Reise hatte Papst Benedikt von seiner tiefen Scham �ber die Missbr�uche gesprochen und erkl�rt, dass niemand Priester bleiben k�nne, der sich in dieser Weise schuldig gemacht habe. (rv)

 

Benedikt XVI.: Herzliche Gratulation zum Passahfest!
Papst Benedikt hat in Washington den Juden weltweit zum Passahfest gratuliert. In einer Botschaft, die er w�hrend seiner USA-Reise in Washington donnerstags ver�ffentlichte, sprach er seine N�he zum j�dischen Volk aus und unterstrich seinen Willen, den Dialog mit den Juden fortzuf�hren. An seine �j�dischen Br�der und Schwestern” gewandt hob er ausdr�cklich hervor, dass die Kirche auch heute zu den Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils stehe. Der Dialog zwischen katholischer Kirche und Judentum hat sich nach �berzeugung des Papstes �grundlegend gewandelt und verbessert”. Der Papst hatte in Washington am Donnerstagabend nach einer Begegnung mit Vertretern mehrerer Religionen getrennt einige Repr�sentanten der j�dischen Gemeinschaft in den USA gesprochen. (rv)
 

US-Presse: Positiver Unterton
Die US-Zeitungen berichten generell ausf�hrlich und mit positivem Unterton von der Papstreise. Die Worte Benedikts zu den Missbrauchs-Skandalen in der US-Kirche und seine Begegnung mit einigen Opfern haben viele Emotionen aufger�hrt; �USA Today” bringt das auf der Titelseite auf die Formel �Jubel unter Tr�nen”. Der Artikel im Innenteil f�hrt allerdings aus, dass einige Opferverb�nde das Papst-Treffen mit Missbrauchs-Opfern auch als �Schlag ins Gesicht” werten. Die Titelseite von �USA Today” r�hrt noch an andere, tiefliegende Gef�hle: �Wo war Gott am 11. September”, also bei den Terroranschl�gen des Jahres 2001, fragt eine ausf�hrliche Reportage. Das Gebet Benedikts XVI. an �Ground Zero” n�chsten Sonntag k�nne �f�r die, die vom 11. September tief getroffen wurden, zu einem Wendepunkt im Glauben werden”, so die �berschrift des Artikels.
Die �New York Times” meint auf Seite eins zur Papst-Begegnung mit Missbrauchten: �Das Treffen machte klar, dass von den vielen Botschaften, die Papst Benedikt XVI. hierhin in die USA bringen wollte, die zu den Missbrauchsf�llen zentral ist.” Das Blatt betont auch die positiven Reaktionen von Opferverb�nden. Zur Papst-Rede an der Katholischen Universit�t von Washington bringt die �New York Times” den erstaunten Kommentar eines Professors: �Er hat ja gar keine R�gen erteilt.”
�Pope of Hope”, Papst der Hoffnung – das ist die Schlagzeile der �Daily News”, die auch diesmal wieder ein ganzseitiges Papstfoto auf dem Titelblatt zeigt. Im Innenteil analysiert sie die Lage der katholischen Kirche in New York und sieht ein �erstaunlich gemischtes Bild”: Auf der einen Seite Pfarrei-Schlie�ungen und Priestermangel, auf der anderen Seite eine �sp�rbare Erneuerung”. Pfarreien – so zitiert die Zeitung einen engagierten Katholiken – seien doch �keine Filialen einer Fast-Food-Kette, die man so einfach �ffnen oder wieder schlie�en kann”. Ansonsten: Bunte Berichte zur Messe Benedikts am Donnerstag in Washington, im Stil �Papst k�sst das Baby eines bekannten Baseball-Spielers”.
Die Titelseite der �New York Post” muss sich der Papst mit einem New Yorker Obdachlosen teilen. Dieser Obdachlose hat in einem Papierkorb in der N�he von �Ground Zero” detaillierte Baupl�ne des �Freedom Tower” gefunden, der sich hier einmal erheben soll. Pl�ne, so das Blatt, �die es einem Terroristen leicht machen w�rden, einen Anschlag auf den Turm zu planen”. Das gleiche 11.-September-Trauma wird f�hlbar, wenn die Zeitung im Innenteil Fotos eines Taxis zeigt, das am Donnerstag vor der St.-Patricks-Kathedrale in Flammen aufging. Der danebenstehende Artikel spricht von Angst vor einem Attentat in den n�chsten Tagen. Eine �hnliche Nervosit�t zeigt sich auch in vielen Fernsehberichten am Freitag Morgen �ber die ungew�hnlich scharfen Sicherheitsma�nahmen in New York. Zur�ck zur �New York Post”, zu einem Kommentar im Innenteil: �Trotz Differenzen mit Washington �ber au�enpolitische Themen sieht Benedikt die amerikanische Gesellschaft mit ihrer Verklammerung von Glauben und Vernunft doch als starke Antwort auf einen religi�sen Extremismus, der im Namen Gottes t�tet.” Nachsatz: �Mal sehen, ob er das auch vor der UNO anspricht.” (rv)

 

 

19.04.08

Papstbesuch in den USA (5. Tag)

 

Messe in der St. Patricks-Kathedrale - Papst mahnt zur Bew�ltigung der Missbrauchs-Krise
Papst Benedikt XVI. hat die Priester der Vereinigten Staaten erneut zur Bew�ltigung der Missbrauchs-Skandale aufgerufen. Diese Zeit m�sse eine �Zeit der Reinigung“ und der Heilung sein, sagte er in einer Messe mit US-Klerikern und Ordensleuten am Samstag in New York. Sexueller Missbrauch Minderj�hriger durch Geistliche habe gro�es Leiden verursacht und der Gemeinschaft der Gl�ubigen Schaden zugef�gt. Benedikt XVI. mahnte die rund 3.000 Priester und Ordensleute in der St.-Patrick's-Kathedrale zur Einheit und zur Zusammenarbeit mit den Bisch�fen; diese arbeiteten �wirksam daran, dieses Problem zu l�sen“.
In der Kathedrale von New York, in der die Messe stattfand, treffen sich jeden Tag tausende Menschen aus aller Welt zum Gebet, diese internationale Mischung sei eines der wichtigsten Merkmale der US-Kirche, die seit jeher Elemente unterschiedlicher Kulturen miteinander verbunden habe, betonte der Papst.�Wahres Leben gibt es nur in Vers�hnung, Freiheit und Liebe, die Gottes Gnadengaben sind. Das ist die Botschaft, die wir in einer Welt verk�nden und verk�rpern m�ssen, in der die Gnade in den Herzen der Menschen h�ufig von Egoismus, Gier, Gewalt und Zynismus unterdr�ckt wird“, sagte der Papst in seiner Predigt. Eine solche frohe Botschaft k�nnten Priester und Ordensleute aber nur verk�nden, wenn sie sich nicht zu sehr auf Routine und feste Strukturen der Kirche konzentrierten.�Vielleicht haben wir eins aus dem Blick verloren“, mahnte der Papst: In einer Gesellschaft, in der die Kirche Vielen als legalistische Institution erscheint, besteht unsere wichtigste Herausforderung darin, die Freude am Glauben und die Erfahrung der Liebe Gottes mitzuteilen.“Die Welt von heute habe eine tiefe Sehnsucht nach Spiritualit�t, meinte Benedikt. Umso wichtiger sei die Botschaft der Kirche, die aber von Routine bei der Glaubensaus�bung, S�nden und Schw�chen der Kirchenmitglieder und einer Gesellschaft gehemmt werden k�nne, die mitunter Gott vergessen zu haben scheine und elementare moralische Forderungen ver�bele.Benedikt warf in seiner Predigt auch einen Blick auf die Entwicklungen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Zu den gr��ten Entt�uschungen geh�rten demnach seitdem die Spaltungen zwischen verschiedenen Gruppen, Generationen und Mitgliedern der Kirche. Nur wenn die Vertreter der verschiedenen Str�mungen ihre Aufmerksamkeit wieder auf Christus konzentrierten und einander zuh�rten, k�nnten sie ihre eigenen Fehler eingestehen und wieder gemeinsam ihren Glauben verk�nden, mahnte Benedikt. Geschlossenheit unter den Christen sei f�r die Verk�ndung der christlichen Botschaft heute unerl�sslich. (rv)

Papst besucht East Park Synagoge
Es war ein pers�nlicher Wunsch Benedikts XVI., neben der interreligi�sen Begegnung am Donnerstag auch noch eigens mit Juden zusammenzutreffen. Aus R�cksicht auf dass Paschafest fand die Begegnung am Freitagnachmittag statt, so da� fromme Juden noch rechtzeitig nach Hause kommen k�nnen, wie es die j�dischen Vorschriften verlangen. Mit Gesang empfingen Kinder den Papst. Der Rabbiner der Synagoge, Arthur Schneier, ein �sterreicher begr��te den Papst. Er �berlebte den Holocaust und wanderte 1947 in die USA aus. Er w�rdigte die Bem�hungen der katholischen Kirche und besonders Benedikts XVI. im Dialog mit den Juden.In seinem Gru�wort sagte der Papst, er wolle den Juden �seinen Respekt und seine Hochachtung“ erweisen.
�Ich wei� genau, dass die j�dische Gemeinschaft einen wichtigen Beitrag f�r das Leben in dieser Stadt geleistet hat, und ich ermutige alle dies fortzusetzen und Br�cken der Freundschaft zu bauen mit allen unterschiedlichen ethnischen und religi�sen Gruppen, die mit euch zusammenleben.“
Auch auf das anstehende j�dische Paschafest ging der Papst ein:
�Ich versichere euch meine N�he in besonderer Weise in dieser Zeit, in der Ihr euch vorbereitet, die Gro�taten des Allm�chtigen zu feiern und dem Loblieder zu singen, der so viele Wunder an seinem Volk wirkte. Ich bitte euch alle, meine Gr��e und Gl�ckw�nsche an alle Mitglieder der j�dischen Gemeinde weiterzugeben.“
Auch ein Gastgeschenk hatte der Papst im Gep�ck: Ein Faksimile einer Miniatur aus einem Kodex, der im Vatikan aufbewahrt wird. Es handelt sich um eine Handschrift, die m�glicherweise um das Jahr 1435 in Mantua entstanden ist. Die Miniatur zeigt eine Hochzeitsszene; zum einen wie der Br�utigam der Braut den Ring ansteckt �gem�� dem Gesetz Mose und Israels“ und zum anderen die Hochzeitsgesellschaft bei Musik und Tanz.
Schneier schenkte Benedikt XVI. seinerseits einen Seder-Teller, ein traditionelles Geschirr f�r die j�dische Passah-Feier. Der Papst dankte sichtlich bewegt. �Ich werde diesen Moment nie vergessen", sagte er auf Deutsch. Schneier, 1930 in Wien geboren, hatte die NS-Verfolgungen in Budapest �berlebt; 1947 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus. F�r seinen Einsatz f�r religi�se Toleranz und Dialog erhielt er zahlreiche Ehrungen. Zehn Universit�ten zeichneten ihn mit Ehrendoktorw�rden aus. Seit 1962 leitet Schneier die Park-East-Synagoge. (rv )

Papst erinnert an Fundamente der �kumene
Eine �kumene, die nicht klar an der �berlieferten Lehre festh�lt, ist auf dem Holzweg. Das ist die Botschaft Benedikts XVI. bei dem �kumenischen Treffen, das am Freitagabend in der New Yorker St. Joseph Church stattfand. 250 Vertreter verschiedener Denominationen (Konfessionen) hatten sich in der Kirche der Deutschen versammelt. Wie viele evangelische und evangelikale Kirchen und Sekten es in den USA gibt, wei� wohl keiner genau. Bei dieser Begegnung waren jedenfalls nur die vertreten, die auch beim Weltkirchenrat in Genf dabei sind. Benedikt XVI. beklagte eine s�kularistischen Ideologie, die die transzendente Wahrheit bedroht oder gar verwirft.
�Selbst die M�glichkeit einer g�ttlichen Offenbarung und damit des christlichen Glaubens �berhaupt wird oft von Denkweisen in Frage gestellt, die in universit�ren Kreisen, in den Massenmedien und in der �ffentlichen Meinung weit verbreitet sind. Daher ist ein treues Zeugnis um so n�tiger. Man erwartet daher von den Christen, Rechenschaft abzulegen von der Hoffnung, die in ihnen ist.“
Um so wichtiger sei da ein einheitliches Zeugnis von der Wahrheit. Daf�r sei eine �bereinstimmung in der Lehre notwendig – �ber die Zeiten hinweg. Diese Einheit gr�nde zum einen auf dem Bekenntnis der leiblichen Auferstehung Jesu und zum anderen in der Einheit der Dreifaltigkeit. Ein relativistischer Zugang zur christlichen Lehre helfe hingegen nicht weiter – eine Haltung, die sich auch in anderen Bereichen der Gesellschaft finde.
�Wenn die Christen diese falsche Denkweise �bernehmen, dann verzichten sie darauf, den christlichen Glauben als objektive Wahrheit vorzustellen, denn man m�sste dann nur dem pers�nlichen Gewissen folgen und die Gemeinschaft w�hlen, die dem pers�nlichen Geschmack am besten entspricht. Das Ergebnis davon findet man in der st�ndigen Entstehung neuer Gemeinschaften, die oftmals institutionelle Strukturen meiden und die Bedeutung des Lehrinhalts f�r das Leben hintanstellen.“
Auch innerhalb der �kumenischen Bewegung st�nden die Christen in Gefahr, die Rolle der Lehre hintanzustellen aus Furcht, sie vertiefe eher die Wunden der Spaltung als sie zu heilen. Ein klares und �berzeugendes Zeugnis f�r das Heil in Christus m�sse auf eine normative apostolische Lehre gr�nden.
�Nur wenn wir fest stehen in der sicheren Lehre (Vgl. 2 Tess 2,15), wird es uns gelingen, auf die Herausforderungen zu antworten, mit denen wir uns in einer sich �ndernden Welt auseinandersetzen m�ssen. Nur so geben wir ein sicheres Zeugnis f�r die Wahrheit des Evangeliums und f�r seine moralische Lehre. Diese Botschaft erwartet die Welt von uns.“
Es seien bereits zahlreiche �kumenische Fortschritte gemacht worden, so Bendikt XVI., f�r die man dankbar sein m�sse. Weiter erinnerte der Papst daran, dass ohne das Gebet die Strukturen, die Institutionen und die �kumenischen Programme letztlich herz- und seelenlos seien. (rv)

F�r uns ist Stefan Kempis in New York – der Papst war am Freitag bei den Vereinten Nationen. Was waren Ihre Eindr�cke?
�Offen gesagt: Es war ein seltsamer Moment. Da trafen sich mit UNO-Chef Ban Ki-Moon und Papst Benedikt zwei Menschen, die vor kurzem noch s�dkoreanischer Au�enminister respektive vatikanischer Glaubensexperte waren. Sie wirkten beide etwas eingesch�chtert oder unbeholfen in ihrer jeweiligen Rolle. Ban ging vor dem Papst her, nicht neben ihm – es sah fast so aus, als habe er dem Papst gar nicht viel zu sagen, als ginge es ihm vor allem um das gemeinsame Foto mit Benedikt XVI. vor der UNO-Fahne. Und darum, dass vom Papst etwas Glanz auf ihn, Ban, abf�llt… Bewegend wirkte aber der Moment, als der Papst in den Saal der UNO-Generalversammlung einzog; da gab es sehr freundlichen Beifall und sichtbares Interesse bei den Delegierten. Die Rede des Papstes vor der UNO war dann sicher weltpolitisch ein wichtiger Moment und brachte wichtige Aussagen, zum Beispiel, dass die Staatengemeinschaft intervenieren muss, um schwere Menschenrechtsverletzungen zu unterbinden – dass sich da ein verbrecherisches Regime nicht hinter seiner Souver�nit�t verschanzen darf. Aber der Diplomatenstil der Rede wird zumindest den Amerikanern, den �Gastgebern“ der Vereinten Nationen, den Zugang erschweren. In den Fernsehnachrichten wurde dann besonders betont, dass Benedikt in der Rede den Irak nicht erw�hnt habe. F�r die Amerikaner war der Papst im UNO-Palast am East River f�r drei Stunden im Ausland, und als er die UNO verlie� – da war er wieder in Amerika, da konnte der Jubel weitergehen.“
Jubel – bezieht sich das auf die Fernseh-Berichterstattung zur Papstreise?
�Ja, ganz eindeutig. Das Fernsehen berichtet wirklich ununterbrochen �ber die Visite, und dabei wird das Thema entschlossen von seiner buntesten Seite angepackt. Die Moderatoren informieren ausgiebig �ber die roten Prada-Schuhe Benedikts und fragen Priester im Studio, ob der Papst in seiner Freizeit auch mal Jeans und T-Shirt tr�gt (was die leicht versch�mt verneinen). Ein kleiner New Yorker Junge, der dem Papst Blumen �berreichen darf, wird sofort interviewt und per Live-Schaltung mit seiner Klasse – an einer katholischen Grundschule – verbunden. Dort l�uft eine Reporterin zwischen den B�nken herum und fragt die Kinder Dinge wie: Ist das nicht aufregend, in der gleichen Stadt zu sein wie der Mann, der Gott am n�chsten steht (the man closest to God)? Ich muss aber sagen: Die Kinder antworten jeweils mit einer anr�hrenden W�rde. Ein kleiner Junge erkl�rt, er wolle sp�ter Priester werden, denn es w�re doch fantastisch, Gott so nahe zu sein. – Im Fernsehen ist auch viel von scharfen Sicherheitsvorkehrungen und zusammenbrechendem Verkehr die Rede – aber ganz so schlimm ist es dann gar nicht, wenn man durch die Stra�en von New York l�uft.“
Vor der Reise war kritisiert worden, dass der Papst nicht auch andere St�dte besucht, zum Beispiel das urkatholische Boston…
�Ja, und ich muss zugeben, so habe ich vorher auch gedacht. Aber gerade Boston ist ja sozusagen die H�hle des L�wen, was die Missbrauchs-Skandale betrifft, und wahrscheinlich w�ren die �brigen Botschaften, die der Papst in die USA bringen wollte, bei einem Besuch in Boston vom Thema P�dophilie geradezu erstickt worden. Mir scheint es deshalb ein guter �Schachzug“, wenn man das so sagen darf, dass der Papst dann Missbrauchs-Opfer aus Boston – aber in Washington empfangen hat. – Im �brigen, wenn ich das einmal �berspitzt formulieren darf: Ganz gleich, welche St�dte der Papst besucht, die Menschen bekommen ihn sowieso nicht zu sehen. Es gibt nur wenige �ffentliche Auftritte, Benedikt wird sehr abgeschirmt – und dadurch findet der Besuch vor allem im Fernsehen statt. Was aber dazu f�hrt, dass Benedikt tats�chlich alle Amerikaner erreicht, auch, wenn er �nur“ Washington und New York aufsucht.“
Was werden denn die Amerikaner von diesem Besuch in Erinnerung behalten?
�Ich vermute, sie werden sagen: Ach ja, Papst Benedikt – dieser Deutsche. Ein wirklich frommer Mann. Der war doch bei uns und hat offen �ber die Missbrauchs-Skandale gesprochen. Und ab Sonntag werden sie wohl auch sagen: Der hat doch am Ground Zero gebetet. Ich hoffe, dass sie nicht nur behalten werden, wie gerne Benedikt rote Schuhe tr�gt!“
Noch einmal zu diesem Freitag: Da war Benedikt ja auch in einer Synagoge und bei einem �kumenischen Gottesdienst.
�Ja – zwei interessante Auftritte. Der Moment in der Synagoge war fast intim, der Raum war ja nicht gro�, und Benedikt sagte auf eine sehr nette Weise: �Meine lieben Freunde – Shalom!“ Und beim �kumenischen Gottesdienst hat er viel Beifall f�r eine Rede bekommen, obwohl diese doch sehr deutlich war und f�r viele sicher unbequem. Zum Beispiel mit der Aussage, dass man nicht von der Verk�ndigung der leiblichen Auferstehung Jesu abgehen darf und dass in die Lehre der Christen keine Beliebigkeit einziehen darf.“ (rv)

US-Presse: Papst in Synagoge ist historischer Moment
Gro�e Bl�tter mit internationaler Leserschaft wie die �Herald Tribune“ oder die �Financial Times“ haben an diesem Samstag den Papst vor der UNO als ihr Titelbild ausgew�hlt: Benedikt XVI. habe vor der UNO ein Pl�doyer f�r die Menschenrechte gehalten. Bei der nationalen Presse der USA hingegen dominieren Titelfotos, die den Papst in einer New Yorker Synagoge zeigen. �Shalom“, hei�t dazu in dicken Lettern in mehreren Zeitungen die Schlagzeile, und allgemein wird die Visite als historisch eingestuft.
Benedikt in der Synagoge – das ist auch das Titelfoto der �New York Times“. Der danebenstehende Leitartikel besch�ftigt sich aber mit dem Umgang des Vatikans mit Missbrauchs-Skandalen in der Kirche. Schlagzeile: �Vatikan deutet �nderungen im Kirchenrecht zum Missbrauch an.“ US-Kardinal Levada, der Pr�fekt der Glaubenskongregation, habe bei einem Dinner spontan ge�u�ert, dass der Vatikan vielleicht die Verj�hrungsfristen bei Missbrauchs-F�llen revidieren k�nnte. Vertreter der US-Kirche sind nach Angaben des Blattes froh, dass der Papst das Thema P�dophilie-Skandale so beherzt angesprochen hat. Die Bisch�fe h�tten monatelang im Vatikan Druck gemacht, dass der Papst doch ein Treffen mit Opfern in sein Programm aufnehmen solle; im Februar sei dann eine Zusage gekommen. Dieser Darstellung scheint allerdings ein Zitat des Bostoner Kardinals Sean O`Malley etwas zu widersprechen, das die �New York Times“ im Innenteil wiedergibt: �Wir machten Vorschl�ge, sie machten Vorschl�ge. Aber dieses Treffen mit den Opfern war vor allem eine pers�nliche Initiative des Papstes.“ Den Auftritt Benedikts vor der UNO nennt das Blatt eine �Globale Botschaft der Menschlichkeit“, so die �berschrift des Artikels, und ansonsten bringt es eine interessante Recherche �ber die Geschichte der Deutschen in New York.
�Er zieht sie an den Ohren“ – das ist die Schlagzeile des spanischsprachigen �Diario“ zur UNO-Rede des Papstes. Benedikt habe vor allem �Machtkonzentration angeprangert“. Die Zeitung berichtet �ber Proteste gegen den Papst in der N�he des UNO-Geb�udes, die in anderen Bl�ttern kaum vorkommen, und stellt eine Latina vor, die angibt, auf F�rsprache Johannes Pauls II. geheilt worden zu sein. Die �Daily News“ gibt ein verbl�ffendes Beispiel daf�r, was der Papstbesuch in New York so alles bewirkt: Kinder h�tten, um den Papst sehen zu d�rfen, ihre Zimmer aufger�umt.
�W�ren Sie nicht auch gern ein Papst?“ fragt die �New York Post“ in einem Kommentar. Aber dann geht es, wie sich herausstellt, um Priesterberufungen: �Der Papstbesuch h�tte in keinem besseren Augenblick kommen k�nnen als jetzt, da die US-Kirche am Boden liegt, weil ihr die Priester ausgehen“, urteilt das Blatt. �Vielleicht ist das genau der richtige Augenblick, um eine Wende einzuleiten.“ Wie viele andere Zeitungen bringt das Blatt bunte, teilweise r�hrende Berichte �ber die Menschen, die die Stra�en s�umen, um dem vorbeifahrenden Papst zuzuwinken. Dass eine Star-K�chin f�r den Papst das Dinner zusammenstellen durfte, wird ebenfalls erw�hnt – und dass die Sicherheitsma�nahmen so scharf sind, dass sogar der New Yorker Kardinal Egan einen umgeh�ngten Ausweis um den Hals tragen m�sse. Tenor in den Bl�ttern ist allgemein, was �Newsday“ in einer �berschrift formuliert: �Journey of reconciliation“ – eine Reise der Wiedervers�hnung. (rv)

USA: Die politischen Implikationen des Papst-Besuchs
Die Papstreise ist nicht nur eine rein religi�se Veranstaltung, sie hat auch politische Implikationen – die Stichworte hei�en da Wahlkampf, George Bush, UNO. Dar�ber sprach unser Korrespondent Stefan Kempis mit dem New Yorker Verantwortlichen der deutschen Friedrich-Ebert-Stiftung, die den Sozialdemokraten nahesteht. Erste Frage an J�rgen Stetten: Woher kommt dieses �berraschend gro�e Interesse der Amerikaner am Papstbesuch?
�Die amerikanische Gesellschaft ist sehr stark von Religion beeinflusst, und Religion spielt hier im �ffentlichen Bewusstsein, aber auch im Leben der Menschen eine viel gr��ere Rolle als in Deutschland. Deshalb �berrascht mich das �berhaupt nicht, dass die Amerikaner sehr emotional und auch sehr interessiert auf diesen Papstbesuch reagieren.“
Wie kommt es zu dieser Rolle der Religion, auch in der �ffentlichen Wahrnehmbarkeit? Es gibt doch auch hier in den USA eigentlich die Trennung von Staat und Religionsgemeinschaften.
�Das mag auf den ersten Blick paradox erscheinen, dass ausgerechnet dieses Land, das einerseits historisch sozusagen aus der Abkehr von der Staatskirche in England entstanden ist, der Religion so eine starke Rolle gibt… dass auch der Pr�sident pers�nlich den Papst am Flughafen abholt, ein Privileg, das er keinem anderen Staatschef, der in seiner Amtszeit die USA bereist hat, zuteil werden lie�. Doch man muss andererseits nat�rlich sehen: Im Leben der Menschen spielt Religion eine sehr gro�e Rolle, und die Engl�nder, die damals nach Amerika ausgewandert sind, sind ja hierhin gekommen, um Freiz�gigkeit in der Religionsaus�bung zu haben. Die Amerikaner sehen es auch nicht als Widerspruch an, dass staatliche Funktionstr�ger gegen�ber religi�sen Praktiken oder W�rdentr�gern keinerlei Ber�hrungs�ngste haben. Aber sie nehmen insgesamt eine sehr offene Haltung verschiedenen Religionen gegen�ber ein. Man muss also auch ber�cksichtigen,dass dieses Privileg dem Papst zuteil wird, hat auch damit zu tun, dass man gleichzeitig auch anderen Religionen gegen�ber sehr, sehr offen ist.“
Sie beobachten hier die Sp�tphase der Regierung Bush, und wie Sie gesagt haben, hat Bush den Papst mit allen Honneurs empfangen, die nur m�glich sind. Ist – paradox formuliert – der Papst jetzt aus politischer Sicht so etwas wie Bushs letzter Verb�ndeter im Westen?
�Ja – man kann es schon so sehen, dass Bush diese Gelegenheit nutzt, um auch mal wieder in der �ffentlichkeit stark aufzutreten und sich als beliebter, von au�erhalb der USA von wichtigen Personen gefragter Gespr�chspartner und Gastgeber zu pr�sentieren. Er musste ja in den letzten Monaten und Jahren einige Kritik einstecken, nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg, und solche Gelegenheiten hat er nicht allzu oft – das spielt nat�rlich eine gro�e Rolle. Aber ich glaube, dass auch jeder andere Pr�sident einen solchen Besuch �hnlich genutzt h�tte.“
Benedikt XVI. wird auch an Ground Zero in Manhattan beten, dem Ort der Terroranschl�ge vom 11. September 2001. Was, glauben Sie, wird das f�r ein Bild sein, und wie wird es auf die amerikanische �ffentlichkeit wirken?
�Ich halte es f�r eine sehr gute Entscheidung, dass er dort auftreten wird. Wir haben eben �ber das Thema Emotionalit�t gesprochen – nat�rlich ist der Anschlag vom 11. September 2001 das gr��te, emotionalste Thema, was die amerikanische �ffentlichkeit nach wie vor bewegt. Ich denke, er war gut beraten, dort ein Zeichen zu setzen, und ich denke, dass das von der �ffentlichkeit hier sehr positiv wahrgenommen wird.“ (rv)

New York: St.-Patricks-Kathedrale – Ein Portr�t von Stefan Kempis
Schauplatz der Papstmesse von diesem Samstagmorgen: die St.-Patricks-Kathedrale von New York. Ein Kurzportr�t der Kirche von Stefan Kempis, der sie am Abend vor der Papstmesse besucht hat.Wir sind in �Midtown“, dem Stadtviertel der Wolkenkratzer, schicken Gesch�fte und Menschenmassen. Gelbe Taxis und Polizeiautos rasen durch die – ja, hier kann man wirklich von �Stra�en-Schluchten“ sprechen. Es ist gleichzeitig ein Viertel mit vielen Kirchen: anglikanischen, orthodoxen, protestantischen usw. Katholische St.-Patricks-Kirchen gibt es nun zwei in New York: eine �ltere an der S�dspitze von Manhattan, da wo die italienischen und irischen katholischen Einwanderer als erstes Fu� fassten. Und diese hier, die �Neue“ oder �Gro�e“ St.-Patricks-Cathedral: ein neugotischer Bau aus hellem Stein mit zwei T�rmen, der inmitten dieser Hochh�user zun�chst winzig wirkt.Der Eindruck �ndert sich aber, wenn man die Kathedrale betritt: Sofort umgibt einen gr��ere Stille, und dem Betrachter werden die Dimensionen des Geb�udes klar. 100 Meter L�nge, 50 Meter Breite – ein hoher Raum, w�rdiges 19. Jahrhundert. Etwa 3000 Menschen finden hier Platz. Schon am Eingang eine kleine B�ste von Papst Paul VI., eine gr��ere von Johannes Paul II. – beide haben diese Kirche w�hrend ihrer Amtszeit besucht – und ein Gem�lde von Benedikt XVI., das gerade erst fertig gemalt zu sein scheint. Eine Besucherin erkundigt sich bei einem freiwilligen Helfer von einer Kirchenbank zur n�chsten, wann denn der Papst kommt. Machen Sie sich da keine Hoffnungen, antwortet der – den bekommen Sie nicht zu sehen, da wird hier alles komplett abgesperrt.�berall in der Kirche wei�e Marmordekorationen. Links und rechts Kapellen, die den gro�en Heiligen der Einwanderer geweiht sind, welche hier beten: Die Polen haben zum Beispiel eine Kapelle mit dem enigmatischen Gesicht der Schwarzen Madonna von Tschenstochau. �ber dem Hauptaltar: ein detailfreudig gearbeitetes, goldenes Ziborium. Unter denen, die in dieser Kathedrale beigesetzt sind, ist auch Pierre Toussaint: ein freigelassener haitianischer Sklave mit gro�em religi�sem Charisma. Das Erzbistum von New York bem�ht sich um seine Seligsprechung.Es ist halb sechs Uhr abends: Ein Priester beginnt mit der letzten Messe vor Benedikt. In ein paar Stunden zelebriert hier der Papst. In Washington hat er nicht die Kathedrale besucht – hier in New York tut er es. (rv)

 

 

20.04.08

Papstbesuch in den USA (6. Tag)

�Herr, bring deinen Frieden in unsere Welt der Gewalt .“ - ein Stimmungsbericht von Stefan Kempis
An diesem Sonntag Morgen h�rt man in Manhattan st�ndig Polizeisirenen heulen, und �ber den Hochh�usern knattern Hubschrauber. Es ist ein grauer, nebliger Tag; die Spitze des �Empire State Building“, des seit dem Terror-September 2001 h�chsten Hochhauses hier, verschwindet im Dunst. Rund um Ground Zero: Dutzende von Kaugummi-kauenden Polizisten, abgesperrte Stra�en, viele Fernsehkameras; viele New Yorker auch, die sehen wollen, wie der Papst hier betet. An normalen Wochenenden ist der Ort, wo einmal das �World Trade Center“ stand, eine riesige Baugrube; f�r den heutigen Anlass haben Arbeiter eine riesige Rampe in die Grube hinein gebaut, geschm�ckt mit US-, New-York- und Vatikan-Fahnen.

In der Grube, siebzig, achtzig Meter unter Stra�enniveau, von Scheinwerfern hell angestrahlt: eine f�r diesen Anlass geschaffene Ebene, wo den Papst einige Lokalpolitiker erwarten, �berlebende des 11. September, Angeh�rige von Terror-Opfern und Helfer.

Leise Cellomusik erklingt, als das Papamobil langsam die Rampe zum �Bed Rock“ hinunterf�hrt. Benedikt tr�gt wegen der K�hle einen Mantel, sein Sekret�r und New Yorks Kardinal Egan begleiten ihn; die kugelsicheren Fenster des Papst-Autos sind geschlossen, ein paar Sicherheitsleute begleiten es zu Fu�. Der Papst geht zielstrebig zu einer wei�en Kniebank, die in der Mitte steht, und betet still; derweil hat auch die Musik ausgesetzt, man h�rt nur das Klicken der Foto-Blitzlichter. Dann entz�ndet er, w�hrend immer noch Stille herrscht, eine Kerze und sch�tzt dabei die Flamme mit der Hand, damit sie nicht ausgeht, denn es ist windig hier unten. Und schlie�lich betet er laut ein vorbereitetes Gebet, Kernsatz: �Herr, bring deinen Frieden in unsere Welt der Gewalt.“

Benedikt besprengt den Ground Zero mit Weihwasser, dann erteilt er seinen Segen. Einer nach dem anderen treten die etwa drei�ig Menschen, die hier unten auf ihn gewartet haben, zu ihm, Menschen, die in irgendeiner Weise vom Terror des 11. September betroffen waren; Kardinal Egan stellt sie vor, und sie geben dem Papst die Hand – viele k�ssen auch seinen Ring – und reden kurz mit ihm. Unter ihnen ist auch die Schwester des Franziskanerpaters, der beim Einsturz des Nordturms starb, als er gerade Verletzten zur Hilfe eilte. Um zehn Uhr Ortszeit l�uten kurz die Glocken von der alten St-Pauls-Chapel her�ber. Noch ein H�ndedruck mit den anwesenden Politikern, dann schl�gt Benedikt XVI. ein Kreuzzeichen, verbeugt sich gr��end und besteigt wieder das Papamobil. Sein Besuch an Ground Zero hat keine drei�ig Minuten gedauert. Eine n�chterne, ernste Zeremonie. Seine Kerze ist gleich wieder ausgegangen; eine Frau von der Sicherheit z�ndet sie mit ihrem Feuerzeug wieder an. Einige der Menschen, die gerade am Ground Zero dem Papst begegnet sind, knien sich jetzt auch auf Benedikts Kniebank und beten einen Moment… (rv)


Ground Zero und die Bomben auf K�ln – Gedanken eines alten Amerikaners
Daniel Coleman ist ein New Yorker Banker und Finanzexperte – Amerikaner, aber aufgewachsen im Rheinland. Er h�tte zu gerne den Papst am �Ground Zero“, dem Schauplatz der Terroranschl�ge des 11. September 2001, getroffen, um sich mit ihm zu unterhalten. Unser Korrespondent Stefan Kempis fragte Coleman kurz vor dem Papst-Gebet am �Ground Zero“, was das f�r ein Bild sein wird – der betende Benedikt an der Stelle des zerst�rten �World Trade Center“.

 

Papst an die Jugendliche: �Die Wahrheit ist nichts Aufoktroyiertes“
Einen Vorgeschmack auf das kommende Weltjugendtreffen in Sydney: Papst Benedikt hat in New York Jugendliche und Seminaristen im Priesterseminar �St. Joseph“ getroffen. Zur Begr��ung spielte ein Jugendorchester der Bewegung �Comunione e Liberazione“ ein Willkommenslied. Der Gastgeber des Treffens war Kardinal Edward Egan, Erzbischof von New York. Er stellte Benedikt XVI. 15 Jugendliche vor, zwei davon sind junge Seminaristen und zwei Ordensfrauen. Insgesamt waren �ber 20.000 Jugendliche anwesend. Dann �berreichten die 15 Vertreter der Jugend dem Papst Brot, Reis und Mais als Symbole f�r die kulturelle Vielfalt der amerikanischen Kirche sowie sechs Bilder von Heiligen, Seligen und �Diener Gottes“ aus der ostamerikanischen Metropole. Und da der Papst an diesem Samstag sein drittes Amtsjahr feierte, sangen die Jugendliche ihm zu Ehren ein Lied auf Deutsch. Der Papst bedankte sich daf�r und lobte ihre �Deutschkenntnisse“. Anschlie�end hielt er eine Rede an die Jugend.
�Meine Jahre als �Teenager“ sind ruiniert worden von einem ungl�ckseligen Regime, das glaubte, f�r alles Antworten zu haben; sein Einfluss wuchs – und drang in Schulen und andere gesellschaftlichen Einrichtungen ein, wie auch in die Politik und sogar in die Religion – bevor man erkannte, was f�r ein Monstrum dieses Regime war. Dieses Regime �chtete Gott, und so wurde es unempf�nglich f�r alles, was es an Wahrem und Gutem gab. Viele Eurer Eltern und Gro�eltern werden euch von dem Horror der Zerst�rung erz�hlt haben, der darauf folgte. Einige von ihnen kamen in der Tat nach Amerika, um diesem Terror zu entkommen.“
Die Jugend sei immer auf der Suche nach der Wahrheit, so der Papst weiter.
�Und anstelle der Wahrheit – oder besser ihrer Abwesenheit – hat sich die Vorstellung breit gemacht, dass man die Freiheit dadurch sichert und dadurch das Gewissen befreit, indem man unterschiedslos allem denselben Wert beimisst. Und das genau nennen wir Relativismus. Aber welches Ziel hat eine �Freiheit“, die im Leugnen der Wahrheit das Falsche und Ungerechte verfolgt? Wie vielen Jugendlichen hat sich eine Hand angeboten, die sie im Namen der Freiheit in die Drogensucht gef�hrt hat, zur moralischen oder intellektuellen Verwirrung, zur Gewalt, zum Verlust der Selbstachtung, ja zur Verzweiflung und auf diese Weise tragischerweise bis hin zum Selbstmord? Liebe Freunde, die Wahrheit ist nichts Aufoktroyiertes. Noch ist sie einfach eine Ansammlung von Regeln. Wahrheit bedeutet, jemanden entdecken, der uns nie verr�t; Sie bedeutet, jemand entdecken, auf den wir immer vertrauen k�nnen.“
Freiheit sei ein wichtiges Gut, so der Papst.
�Die fundamentale Bedeutung der Freiheit muss strengstens gesch�tzt werden. Es ist daher nicht �berraschend, dass viele Individuen und Gruppen laut und �ffentlich ihre Freiheit einfordern. Aber die Freiheit ist ein delikater Wert. Sie kann missverstanden oder schlecht gebraucht werden, so dass sie nicht in das Gl�ck f�hrt, das wir uns alle von der Freiheit erwarten, sondern in ein dunkles Szenario der Manipulation, in dem unsere Selbstwahrnehmung und die Wahrnehmung der Welt durcheinander ger�t oder gar verzerrt wird von Leuten, die im Geheimen ihre eigenen Ziele verfolgen.“ (rv)

�Starke Emotionen“ - Ein Tagesr�ckblick auf den Samstag von unserem Korrespondenten in New York Stefan Kempis

Wie war der vorletzte Reisetag des Papstes?

Also, er hat mit starken Emotionen angefangen. Die New Yorker sind schon seit Tagen durch Dauerberichterstattung in den Medien, durch Staus und Polizei auf die Visite vorbereitet worden – jetzt wollten sie den Papst aber auch wirklich sehen. Darum kamen sehr viele am Morgen nach Manhattan, um in der N�he der Patricks-Kathedrale wenigstens einen Blick auf diesen Mann zu werfen, von dem die Presse immer wiederholt, er stehe Gott n�her als irgend jemand sonst. Das war ein besonderer Moment, denn so viele Momente gibt es nicht auf dieser Reise, bei der die Menschen ohne Platzkarten und Schlangestehen den Papst sehen k�nnen. – Die Messe in der Kathedrale wirkte dann irgendwie sehr europ�isch: Sie h�tte vom visuellen Eindruck her auch irgendwo in Europa, in Irland etwa, stattfinden k�nnen. Die Predigt Benedikts war meiner Meinung nach die beste, die er bisher in den USA gehalten hat: Der Versuch, die b�sen Geister der P�dophilie-Skandale und der Entmutigung auszutreiben.
Am Nachmittag gab es dann ein gro�es Jugendtreffen mit dem Papst…
Ja – ein richtiges Fest, wie die Amerikaner das eben k�nnen, mit Popstars und T�nzern, die einheizten, bevor der Papst kam. F�r Benedikt XVI. war das vielleicht fast schon ein bisschen zuviel Geschrei und Jubel, man sah ihm an diesem Samstag eine gro�e M�digkeit an, aber auch eine gewisse innere Bewegung. Der sch�nste Moment war aber wohl gar nicht dieses Jugendfest mit dem Papst, sondern kurz vorher seine Begegnung mit Behinderten; dieser Papst wirkt eben besonders im kleineren Rahmen. Das hat man auch schon am Freitag bei seinem Besuch einer Synagoge gesehen.
Dieser Besuch in der Synagoge ist ja in den amerikanischen Medien wie ein Durchbruch gefeiert worden – woran liegt das?
Ja, das hat mich auch �berrascht. Es wird wieder und wieder betont, das sei der erste Papstbesuch in einer Synagoge auf US-Boden. Wahrscheinlich liegt es an der starken j�dischen Pr�senz in New York, dass dieser Programmpunkt soviel Beachtung fand. Und es war auch von der Stimmung her etwas ganz Anderes als seine Visite in der K�lner Synagoge: Dort dominierte damals die Erinnerung an den Holocaust und das mahnende �Nie wieder“; hier in New York gab es schon die Feststimmung wegen des Osterfestes, das die Juden gerade feiern. Au�erdem sprach in K�ln der Rabbiner nur gebrochen deutsch; hier in New York dagegen war es ein Mann aus dem, sagen wir mal, gleichen Kulturkreis wie der Papst, aus dem �sterreichischen n�mlich. (rv)
 

�Benedikts Charisma der Ehrlichkeit“ – Presseschau vom Sonntag, zusammengestellt von Stefan Kempis
Die New Yorker Zeitungen bringen zum Papstbesuch Sonderseiten mit vielen Fotos und bunten Berichten. �Come to papa“, Kommt zum Papa, titelt die �New York Post“ und zeigt einen Benedikt auf dem ganzseitigen Titelbild, der lachend die Arme ausbreitet. �Die Leute sp�ren sein Charisma der Ehrlichkeit“, meint eine Kommentatorin im Innenteil des Blattes und f�hrt fort: �Wen das nicht anr�hrt, der ist �berhaupt nicht lebendig.“ Der Artikel f�hrt fort: �What a hit, what a trip, what a triumph – welch ein Schlag, welch eine Reise, was f�r ein Triumph! Aber da war noch mehr: Seit dieser Woche ist Benedikt wirklich der F�hrer der Katholiken in Amerika. Ein Durchbruch, den er auf seine sanfte Tour erreicht hat. Die Amerikaner kennen ihn jetzt.“ In einem weiteren Artikel der �New York Post“ wird �ber den baldigen Abgang des bei vielen unpopul�ren New Yorker Kardinals Edward Egan spekuliert – und ausf�hrlich �ber einen Wasserfleck berichtet, der an einer Zimmerdecke in der Stadt aufgetaucht sei und das Gesicht Jesu zu zeigen scheine. Ein Wunder?

Respekt f�r Ground Zero
�City of Love“, Stadt der Liebe – das ist die Schlagzeile der �Daily News“, ebenfalls mit Papstbild auf dem Titel und mit 12 Sonderseiten zur Visite. Ein Kommentator schreibt zum Gebet Benedikts an �Ground Zero“, dem Ort des Terrors vom 11. September 2001: �Dieser Respekt des Papstes f�r Ground Zero macht ihn zu einem heiligen Ort. Und besch�mt alle, die den Ground Zero nur noch wie eine Baustelle behandeln.“ Dass der Papst an diesem Sonntag an die Terror-Opfer des 11. September erinnert, besch�ftigt auch die Zeitung �Newsday“: Sie portr�tiert den Priester, der beim Einsturz des �World Trade Center“ starb: Michael Judge, ein Franziskaner. Feuerwehr-Seelsorger, sozial engagiert, vor allem im Kampf gegen Aids, alkoholkrank – eine Pers�nlichkeit mit Ecken und Kanten. �Ein New Yorker eben“, urteilt �Newsday“ stolz. Und schreibt dann: �Wenn der Papst zum Ground Zero hinabsteigt, dann wird er dort in Gedanken auf Father Michael treffen. Zwei katholische Priester: ein Deutscher und ein New Yorker. Ein majest�tischer und ein ganz gew�hnlicher. Alte und neue Kirche. Gott segne sie alle beide.“

Die Papstreise nimmt in den Medien einen breiten Raum ein
Auch �Newsday“ berichtet mit 16 Seiten ausf�hrlich und sehr positiv �ber den Papstbesuch – vor allem �ber die Freude der Menschen in der Stadt, den Papst bei sich zu haben und wenigstens aus der Ferne einmal zu sehen. Ein Artikel besch�ftigt sich mit dem fr�heren New Yorker B�rgermeister und Ex-Pr�sidentschaftskandidaten Rudy Giuliani, der am Samstag bei der Messe Benedikts in der St.-Patricks-Kathedrale dabei war. Giuliani ist Katholik, aber zum dritten Mal verheiratet und ein Bef�rworter der Abtreibung – und dennoch ging er bei der Papstmesse zur Kommunion. Ob ihm das nichts ausmache, dass er damit ein strenges kirchliches Gebot breche? Seine Antwort: �No.“

Einwanderer – in den USA ein hei�es Eisen
Die �New York Times“ macht auf ihrer Titelseite, aber nicht sehr prominent platziert, den Einsatz des Papstes f�r Einwanderer zum Thema. Benedikt �r�hrt an einen wunden Punkt“, hei�t die entsprechende �berschrift. Zwar habe sich der Papst bem�ht, sich bei seinem Eintreten f�r die Immigranten aus der politischen Debatte in den USA herauszuhalten. Doch ein republikanischer Politiker aus Colorado, den man als Gegner der �Illegals“ kennt, reagiere sehr scharf: Das sei �Marketing auf Glaubens-Basis“. Dem Papst gehe es offenbar darum, �auf Biegen und Brechen neue Kirchenmitglieder zu gewinnen.“ Die �New York Times“ gibt zu bedenken, dass viele der katholischen Latinos, die in die USA kommen, dort zu pfingstkirchlichen Bewegungen ��berlaufen“. In einem weiteren Artikel urteilt die Zeitung, dem �Schatten Johannes Pauls“ k�nne sein deutscher Nachfolger nicht entkommen; die Zuneigung zum fr�heren Papst sei �immer noch au�ergew�hnlich“. (rv)

 

 

20.04.08

Kurienkardinal L�pez Trujillo gestorben

Und eine traurige Nachricht erhielt der Papst w�hrend seines Aufenthalts in den Vereinigten Staaten: Der kolumbianische Kurienkardinal, Alfonso L�pez Trujillo, ist am Samstag im Alter von 72 Jahren gestorben. Der Pr�sident des P�pstlichen Familienrates befand sich seit einem Monat wegen Gesundheitsproblemen in einer r�mischen Klinik. Lopez �u�erte sich immer wieder zu Sexualmoral und Empf�ngnisverh�tung, zu Abtreibung und Euthanasie. Er war bekannt f�r konservative und zum Teil deutlichen Stellungnahmen. Lopez galt als ausdr�cklicher Gegner der Befreiungstheologie. Nach seinem Tod z�hlt das Kardinalskollegium 195 Mitglieder. Von ihnen sind nun 118 j�nger als 80 und d�rften somit an einer Papstwahl teilnehmen.
Lopez wurde am 8. November 1935 als Sohn einer Oberschichtfamilie in Villahermosa im Bistum Ibague geboren. Er studierte in Bogota und Rom, 1962 kehrte er in seine Heimat zur�ck. Bekannt wurde er, als er 1968 bei der zweiten Vollversammlung des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM in Medellin mitwirkte. 1972 wurde der inzwischen zum Weihbischof bef�rderte Geistliche CELAM-Generalsekret�r. Auch bei der Vorbereitung der CELAM-Generalversammlung in Puebla 1979 wirkte Lopez Trujillo mit; im selben Jahr ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof von Medellin, wenig sp�ter wurde er CELAM-Pr�sident. 1990 verlie� Lopez Kolumbien und folgte dem Ruf des Papstes nach Rom. (rv)

 

 

21.04.08

Von der USA-Reise zur�ck

USA-Reise: Papst dankt f�r Gastfreundschaft…
Papst Benedikt XVI. ist von seiner USA-Reise in den Vatikan zur�ckgekehrt. Nach achtst�ndigem Flug traf die Sondermaschine um 10.35 Uhr auf dem r�mischen Flughafen Ciampino ein. Von dort begab er sich in den Vatikan. Benedikt XVI. hatte seit Dienstag Washington und New York besucht. Es war die achte Auslandsreise des Kirchenoberhaupts.
Am Sonntagabend um 22.00 Uhr Ortszeit, also gegen 2.00 Uhr nachts mitteleurop�ischer Zeit, hatte Benedikt XVI. seinen Besuch in den Vereinigten Staaten beendet. Bei der Abschiedszeremonie auf dem Flughafen �Kennedy“ in New York versammelten sich rund 5.000 Menschen der Di�zese Brooklyn, sowie zivile und kirchliche Autorit�ten. Der Vizepr�sident der Vereinigten Staaten, Richard B. (�Dick“) Cheney, dankte dem Papst f�r seinen Besuch an der Ostk�ste.
Benedikt XVI. bedankte sich f�r die herzliche Aufnahme und Gastfreundschaft.
�Es war eine Freude f�r mich, Zeuge des Glaubens und der Hingabe der katholischen Gemeinschaft hier zu sein“, so der Papst w�rtlich. Zugleich erinnerte er an die Treffen mit Vertretern anderer christlicher Konfessionen und anderer Religionen w�hrend seiner Reise. Er sprach ihnen seinen Respekt und seine Wertsch�tzung aus.

…und mahnt zu Gerechtigkeit
Als einen H�hepunkt seines Besuchs nannte Benedikt XVI. die M�glichkeit, vor der UNO-Vollversammlung sprechen zu d�rfen. Erneut erinnerte er an die Verabschiedung der Allgemeinen Erkl�rung der Menschenrechte vor 60 Jahren und �u�erte sich dankbar f�r die erreichten Fortschritte beim Schutz der Grundrechte. Zugleich rief er zu einem unerm�dlichen Einsatz f�r Gerechtigkeit und ein friedliches Miteinander zwischen V�lkern und Nationen auf.
Mit Blick auf Ground Zero sagte der Papst, der Besuch werde seinem Ged�chtnis unausl�schlich eingepr�gt bleiben. Er bete f�r eine Zukunft mit gr��erer Br�derlichkeit und Solidarit�t, wachsendem gegenseitigen Respekt und einem erneuerten Glauben an und Vertrauen in Gott. Zum Abschied rief Benedikt XVI.: �Gott sch�tze Amerika“.
Ein Helikopter der US-Luftwaffe hatte den Papst von Manhattan zum 30 Kilometer entfernten internationalen Flughafen gebracht. Von dort startete Benedikt XVI. an Bord einer Sondermaschine nach Italien. (rv/kna)
 

USA: Gebet am Ground Zero
Vielbeachtet und erwartet: Der Besuch Benedikts XVI. am Ground Zero, wo bis zum 11. September 2001 das World-Trade-Center stand. In der Grube, siebzig, achtzig Meter unter Stra�enniveau, von Scheinwerfern hell angestrahlt, stand eine f�r diesen Anlass geschaffene Ebene, wo den Papst einige Lokalpolitiker, �berlebende der Terroranschl�ge des 11. September, Angeh�rige von Terror-Opfern und Helfer erwarteten.
Papst Benedikt XVI. besuchte den Gedenktort in Manhattan am Sonntag. Dort sprach er ein Gebet f�r die Opfer des Terroranschlags. Es war einer der emotionalen H�hepunkte der sechst�gigen USA-Reise des Kirchenoberhaupts.
 

Vatikan: P. Lombardi �ber die Bedeutung des Besuchs an Ground Zero
Auch der Leiter des vatikanischen Pressesaals und Generaldirektor von Radio Vatikan, Pater Federico Lombardi, zieht ein positives Res�mee. Vor allem der Besuch Benedikts XVI. an Ground Zero habe – neben der Rede vor der UNO - eine entscheidende Bedeutung gehabt:
�Der Papst ist dorthin gegangen, um zu beten. Er hat keine gro�en Reden gehalten. Er ist dorthin gegangen, um in sich zu gehen. Und so ist sein Besuch auch eine Einladung an uns, �ber dieses Geheimnis nachzudenken, das der 11. September darstellt. Es ist das Geheimnis des B�sen, das sich mit einer unverst�ndlichen Aggressivit�t und Gewalt in unserer Geschichte und auch immer wieder in unseren Tagen zeigt. Eine selbstzerst�rerische Gewalt, die den Tod Tausender Unschuldiger in Kauf nimmt, ohne sich darum zu k�mmern, dass damit die Existenzen vieler Menschen ausgel�scht oder zutiefst ersch�ttert werden. Zugleich hat dieser Besuch aber auch daran erinnert, dass sich Menschen in ersch�tternder Weise mit anderen solidarisch gezeigt haben! Mir war nicht klar, dass von den 3.000 Opfern 400 Helfer sind, die bei den Rettungsaktionen ums Leben kamen. Es sind mehr als 340 Feuerwehrm�nner ums Leben gekommen. Zum Tod der Unschuldigen ist also auch noch das Opfer derjenigen gekommen, die ihr Leben hingegeben haben, um anderen zu helfen.“
Das d�rfe man nicht vergessen, so Lombardi.
�Das ist das Element der Hoffnung, das in diesem dramatischen und tragischen Ereignis verborgen liegt. Das gibt uns die Kraft, nach vorne zu schauen, weil wir sagen k�nnen: �Es gibt nicht nur das B�se, es gibt auch das Gute!“ Mit dieser Einstellung m�ssen wir in die Zukunft schauen. Wir d�rfen uns nicht entmutigen lassen, sondern wir m�ssen weiter mitarbeiten an der Gestaltung einer besseren gesellschaftlichen Zukunft auf der Basis der Prinzipien, an die Benedikt XVI. vor der UNO erinnert hat, also die Menschenw�rde, die Anerkennung Gottes als den Sch�pfer und all jene Prinzipien, die zu erkennen Christus, unsere Hoffnung, uns hilft.“ (rv)

 

Vatikan: Papst der Hoffnung – ein Kommentar
Benedikt XVI. ist zur�ck im Vatikan. Ein Kommentar zur achten Auslandsreise des Papstes von Pater Eberhard von Gemmingen:
�Es mag uns erstaunen, dass die USA-Reise des Papstes �dr�ben“ offenbar als gro�er Erfolg wahrgenommen wurde. Die Medien an der Ostk�ste jedenfalls haben den Papst als Hoffnung gefeiert - �The pope our hope“. Registriert wird, dass er nicht von Terrorismus gesprochen, wohl aber f�r alle Menschen gebetet hat, die von Hass bewegt werden. Auch ein herausragender franz�sischer Muslim hat gegen�ber Radio Vatikan den Auftritt von Benedikt sehr gelobt. �hnliche muslimische Stimmen gibt es im arabischen Raum. Wichtiger aber ist das Papstlob aus den USA selbst. Man muss registrieren: Mit den zwei schwersten �beln der USA – Kindesmissbrauch und Anschlag auf das World-Trade-Center – hat sich der Papst meisterhaft auseinandergesetzt. Und vor allem gilt: In den USA sind Modernit�t und Religion keine Gegens�tze. Dort gelten ganz nach Benedikts Geschmack Glaube und Vernunft. Und wenn wir Europ�er heute oft wegen der US-Politik auf Amerika hinunterschauen, so sollten wir vielleicht auch registrieren, dass sie uns voraus sind im entspannten Verh�ltnis zwischen Glaube und Modernit�t. Von Untergang der Religion kann �dr�ben“ nicht die Rede sein. Im Gegenteil. Religion ist so normal wie Elektronik. Wir Europ�er hinken hinterher mit unserem Verstecken des Religi�sen. Wir glauben noch allzu oft den Scheingelehrten, die behaupten, Religion sei vorbei. Millionen Amerikaner, Afrikaner und Asiaten lehren uns: Mit Religion lebt es sich besser.“ (rv)

 

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5/2008

 

 

01.05.08

Vatikan: Papst lobt US-Gesellschaft

Die Kirche muss sich weiterhin f�r internationale Beziehungen im Zeichen von Verantwortung und Solidarit�t einsetzen. Das hat Papst Benedikt XVI. an diesem Mittwoch betont. Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz hielt er R�ckschau auf seine Pastoralreise in die USA. In seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung habe er vor allem die gro�e Bedeutung der Allgemeinen Erkl�rung der Menschenrechte vor 60 Jahren unterstreichen wollen.
Die Vereinigten Staaten bezeichnete das Kirchenoberhaupt als �Heimat der Religionsfreiheit“. Von jeher wirkten dort religi�se, ethische und politische Prinzipien zusammen. Das Land sei ein gelungenes Beispiel f�r eine �gesunde Laizit�t“. Die Kirche k�nnte in voller Freiheit ihren Verk�ndigungsdienst aus�ben und gleichzeitig als �kritisches Gewissen“ zum Aufbau einer menschenw�rdigen Gesellschaft beitragen, betonte Benedikt XVI.
Auf Deutsch sagte er:
�Die ereignisreichen Tage vom 15. bis zum 21. April standen unter dem Motto ,Christus unsere Hoffnung’. Mein Ziel war es, als Nachfolger Petri meine Br�der und Schwestern im Glauben an den Auferstanden zu st�rken und zu einem geisterf�llten Dienst an ihren Mitmenschen und an der Gesellschaft zu ermutigen. Die zahlreichen, auch f�r mich pers�nlich bereichernden Begegnungen und liturgischen Feiern kann ich hier nur kurz ansprechen: der Empfang im Wei�en Haus, das Treffen mit den Bisch�fen und mit den Professoren und den Studierenden katholischer Bildungseinrichtungen, die heilige Messe im Stadion von Washington, der Austausch mit Vertretern anderer Religionen, besonders mit unseren j�dischen Br�dern und Schwestern, die �kumenische Vesper, die Ansprache bei den Vereinten Nationen anl�sslich des 60. Jahrestags der Menschenrechtserkl�rung, die Eucharistiefeier mit Priestern und Ordensleuten in der St.-Patricks-Kathedrale, die stillen Minuten des Gebets am Ground Zero in Manhatten, das Jugend- und Seminaristentreffen und schlie�lich der Abschlussgottesdienst im Stadion von New York.“
An die rund 20.000 Gl�ubigen wandte Benedikt sich in zehn Sprachen. Sein Segenswunsch f�r die deutschsprachigen Pilger:
�Beten wir, dass diese j�ngste Apostolische Reise reiche Frucht bringe und dass der Heilige Geist, den wir in den Tagen vor Pfingsten mit der ganzen Kirche erwarten, unseren Glauben erneuere. Der Herr segne euch und eure Familien.“ (rv)

 

 

14.05.08

Kardinal Bernardin Gantin, fr�herer Dekan des Kardinalskollegiums, ist tot

Der aus Benin stammende westafrikanische Kirchenmann starb am Dienstag im Alter von 86 Jahren in einer Pariser Klinik, wie an diesem Mittwoch bekannt wurde. Gantin, der 1978 zum Pr�sidenten des P�pstlichen Rats Cor unum und 1984 zum Pr�fekten der Bischofskongregation ernannt wurde, war der erste Afrikaner an der Spitze einer Vatikan-Beh�rde. Papst Benedikt XVI. w�rdigte in einem Beileidstelegramm an den �Heimatbischof” Gantins den �fruchtbringenden Dienst” und die �gro�e Treue” des ehemaligen Erzbischofs von Cotonou. Nach Gantins Tod z�hlt das Kardinalskollegium 194 Mitglieder. Von ihnen sind 118 j�nger als 80 und d�rften somit an einer Papstwahl teilnehmen. (rv)

 

 

31.05.08

Vatikan: Exkommunikation bei Frauenordination

Die Glaubenskongregation hat am Donnerstag ein Allgemeines Dekret erlassen zum Thema �Frauenordination”. In dem im �L`Osservatore Romano” ver�ffentlichten Text wird betont, dass alle, die versuchen, Frauen zu Priesterinnen zu weihen, automatisch exkommuniziert sind. Dasselbe gelte f�r die Frauen, die sich an der Weihe beteiligen.
Die Kongregation f�r die Glaubenslehre m�chte mit diesem Dekret �die Natur und die G�ltigkeit des Sakraments der Weihe sch�tzen”, so der Text, der auf Latein und Italienisch ver�ffentlicht wurde. Das Dokument tr�gt den lateinischen Titel �Decretum generale de delicto attentatae sacrae ordinationis mulieris”; es wurde bereits am 19. Dezember letzten Jahres von der Kongregation beschlossen. Von der Exkommunikation seien auch Gl�ubige betroffen, die den mit Rom unierten Kirchen angeh�ren.
Der Sekret�r der Glaubenskongregation, Erzbischof Angelo Amato, h�lt das neue Dokument aus seinem Haus f�r notwendig, weil… �in einigen Regionen der Welt wieder so genannte Frauenordinationen stattgefunden haben. Des weiteren handelt es sich auch um eine Hilfe f�r Bisch�fe, damit alle Oberhirten eine gemeinsame Antwort zu diesem Thema geben k�nnen.”
Zur G�ltigkeit einer Priesterweihe f�r Frauen sagt Amato: �Sie sind von vornherein ung�ltig - und das bedeutet, dass sie nichtig sind. Es handelt sich n�mlich nicht um �Ordinationen” im eigentlichen Sinn. Denn die kanonische Richtlinie der Kirche besagt, dass �die heilige Weihe nur f�r einen getauften Mann g�ltig ist” (Can. 1024).
Die Kirche f�hle sich nicht berechtigt, den Willen ihre Stifters Jesu Christi zu �ndern, so Amato weiter, auch wenn das nicht der Sichtweise anderer christlicher Konfessionen entspricht.
�Das ist aber nicht nur in diesem Fall so. Jedenfalls befindet sich die katholische Kirche in guter Gesellschaft wenn man sieht, dass die altorientalischen Kirchen und die orthodoxen Kirchen dieselbe Praxis beibehalten wie die katholische Kirche. Einige aus der Reformation hervorgegangene kirchliche Gemeinschaften haben mit einer zweitausend Jahre alten Tradition gebrochen.”
Bereits 1994 hatte Papst Johannes Paul II. im Apostolischen Schreiben �Ordinatio Sacerdotalis” betont, dass die Priesterweihe nur M�nnern vorbehalten sei. Er erkl�rte, dass �die Pr�senz und die Rolle der Frau im Leben und in der Sendung der Kirche nicht an das Amtspriestertum gebunden sind”; dennoch �bleiben die Frauen f�r die Kirche absolut notwendig und unersetzbar”. (rv)

 

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6/2008

 

 

02.06.08

Im Fr�hling 2010 darf das Turiner Grabtuch erneut zur �ffentlichen Verehrung ausgestellt werden

Das hat Benedikt XVI. auf Bitte des Turiner Erzbischofs angeordnet, wie der Papst an diesem Montag Pilgern aus der Region der norditalienischen Stadt pers�nlich sagte. Minutenlanger Applaus der Audienzg�ste folgte der Ank�ndigung des Papstes. �Wenn der Herr mit Leben und Gesundheit gibt, hoffe ich, selbst dabei sein zu k�nnen”, f�gte Benedikt in freier Rede hinzu. Das Turiner Grabtuch war zuletzt im Heiligen Jahr 2000 �ffentlich zu sehen gewesen. Rund eine Million Gl�ubige waren damals in die norditalienische Stadt gekommen, um das Tuch zu sehen. (rv)

 

 

02.06.08

Kardinal Kasper zieht positive Bilanz

Die russisch-orthodoxe Kirche will mit dem Vatikan zusammenarbeiten, um die christlichen Werte Europas zu festigen. Das hat Patriarch Alexij II. dem p�pstlichen �kumene-Verantwortlichen Kardinal Walter Kasper bei einem pers�nlichen Gespr�ch im Moskau zugesichert. Der Pr�sident des P�pstlichen Rates f�r die Einheit der Christen bereiste in den vergangenen Tagen Moskau und die Russische F�deration auf Einladung des Metropoliten Kyrill von Smolensk und Kaliningrad. Nach seiner R�ckkehr sagte Kardinal Kasper im Interview von Radio Vatikan: �Der Patriarch und auch der Bischof haben mir sehr deutlich gesagt: Es gen�gt nicht, die Mauern der oft zerfallenen Kirchen nach der kommunistischen Zeit zu restaurieren, wir brauchen eine geistliche Erneuerung. Er will mit uns zusammenarbeiten, um die christlichen Wurzeln, die christlichen Werte Europas zu befestigen.”
Das Gespr�ch mit Alexij, dem Kasper dem Patriarchen auch ein pers�nliches Schreiben Papst Benedikts �bermittelte, habe f�nf Viertelstunden gedauert, sagte Kasper.
�Die Begegnung mit dem Patriarchen ist in einer sehr freundlichen Atmosph�re verlaufen, wir haben �ber meine Reise gesprochen, er hat sich sehr gefreut �ber das Interesse an der orthodoxen geistlichen Tradition; nat�rlich hat er am Ende auch die bekannten Fragen erw�hnt, die die russisch-orthodoxe Kirche immer stellt. Es war aber kein Gegenstand einer langen Diskussion dar�ber, auch was die so genannten unierten Kirchen angeht. Ich habe dann abgehoben auf die positive Entwicklung, die es gegenw�rtig ja auch in der Ukraine gibt.”
Ein wichtiger Punkt im Gespr�ch mit dem Patriarchen sei auch die Fortf�hrung des Dialogs mit allen orthodoxen Kirchen zusammen gewesen, also die Fortf�hrung des Treffens von Ravenna im vergangenen Jahr. Aus Protest gegen die Teilnahme einer estnischen Delegation waren die Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche aus Ravenna vorzeitig abgereist. Dazu Kardinal Kasper: �Das sind Probleme zwischen Konstantinopel und Moskau, das sind innerorthodoxe Probleme �ber den Status der Kirche in Estland; wir k�nnen hier nicht direkt eingreifen, aber wir sind nat�rlich sehr interessiert, und deshalb insistiere ich sehr stark in Moskau und auch in Konstantinopel, dass sie eine L�sung bzw. einen Kompromiss in dieser Frage finden, weil ich es pers�nliche sehr schwierig finde, den Dialog fortzuf�hren ohne die russisch-orthodoxe Kirche, die die gr��te der orthodoxen Kirchen ist und die sich auch theologisch im Augenblick erfreulich weiterentwickelt. Sie entwickelt sich auch weiter, was Jugendpastoral angeht, was soziale Aktivit�ten angeht, was kulturelle Aktivit�ten angeht - auch da ist sozusagen eine neue Phase.”
Kardinal Kasper wollte bei seiner Reise, wie er sagte, die religi�se und spirituelle Tradition, die in Russland sehr reich ist, kennen lernen. So besuchte er auch die Kirche Unserer Lieben Frau von Kazan in der russischen Teilrepublik Tatarstan. Beeindruckt h�tten ihn auch drei Begegnungen mit Studenten.
�Sie haben sehr kluge Fragen gestellt, keineswegs feindselige oder kritische, provokante Fragen. Sie waren gut informiert �ber die katholische Kirche und hatten vor allem ein gro�es Interesse, die katholische Kirche besser kennen zu lernen. Dieses positive Interesse an der katholischen Kirche ohne die alten Vorbehalte und Vorurteile habe ich auch sonst wahrgenommen.” (rv)

 

 

22.06.08

Italien: Kardinalvikar hinterl�sst Testament

Papst Benedikt XVI. hat seinem Generalvikar f�r das Bistum Rom f�r au�ergew�hnlichen Einsatz gedankt. In einer Gru�botschaft zum 25-j�hrigen Bischofsjubil�um von Kardinalvikar Camillo Ruini lobte das Kirchenoberhaupt dessen Engagement vor allem in Rom und als langj�hriger Pr�sident der Italienischen Bischofskonferenz. Ruini war 1991 von Papst Johannes Paul II. mit der Verwaltung der Di�zese Rom betraut worden und wurde damit zum Stellvertreter des Bischofs von Rom. Seither habe der Kardinal sich als �erfahrener, vertrauensw�rdiger und gro�z�giger Mitarbeiter“ f�r seinen Vorg�nger wie f�r ihn selbst erwiesen, so Benedikt XVI.
Die Botschaft wurde bei einem Festgottesdienst in der r�mischen Lateran-Basilika am Samstag Abend verlesen.
�In der Kirche von Rom konnten alle Ihre enorme Arbeitskraft, ihren einfachen und unverf�lschten Glauben, ihre intelligente und kreative Pastoral sehen. … Sie waren in allen Situation auf beispielhafte Weise ihrem Bischofswort treu: ,Die Wahrheit wird uns frei machen’. Im Namen dieser Wahrheit, die Christus selbst ist, haben Sie sich unerm�dlich f�r das Volk Gottes in Rom aufgeopfert. F�r viele Dienste, die Sie der Kirche und der Gesellschaft in diesen 25 Bischofsjahren erwiesen haben, geb�hrt Ihnen Dank.“
Italienische Medien sprechen vom Ende einer �ra. Das Amt des Pr�sidenten der Bischofskonferenz hatte der 77-j�hrige Ruini bereits im M�rz 2007 abgegeben. Rund um sein Amtsjubil�um wird �ber seine Nachfolge im Hauptstadtbistum spekuliert. Der Gottesdienst in der Lateranbasilika gab hier keinen Aufschluss, doch Ruini selbst blickte zur�ck und dankte f�r das von den P�psten in ihn gesetzte Vertrauen:
�Am Ende meines Dienstes als Kardinalvikar gestehe ich, dieses Geschenk noch mehr zu genie�en und in den mir verbleibenden Jahren in Erinnerung und Gebet darauf zur�ck zu kommen.“
Den Glauben �ffentlich zu verk�nden und �an der Seite des Papstes zu stehen“ sei eine der wichtigsten Aufgaben des Bischofs, rief er den zahlreichen Episkopatskollegen im Lateran in Erinnerung: �vor allem, wenn es unbequem ist und Mut erfordert“. �Ich erlaube mir anzumerken, dass, wenn der ganze Episkopat stark und in diesem Sinn deutlich gewesen w�re, manche Schwierigkeiten in der Kirche kleiner gewesen w�ren. Auch f�r die Zukunft kann das ein wirkungsvoller Weg sein, Probleme einzud�mmen und sie zu �berwinden.“
Vor Politikern und Kirchenvertretern jeder Couleur betonte der in Italien sehr respektierte Ruini:
�Dies ist mein kleines Testament, das ich der Di�zese Rom hinterlassen will: Lasst uns der gro�en Herausforderung, die wir zu bew�ltigen haben, ins Gesicht schauen und uns nicht vor ihr verstecken. Packen wir sie an - in ihrer Kraft, ihrer St�rke und ihrer durchdringenden Anziehungskraft, die sie vor allem auf die jungen Generationen aus�bt. Schauen wir mit n�chternem und ebenso durchdringenden Auge auf sie, mit dem Blick des Glaubens, der noch durchdringender ist als ein blo� menschlicher Blick. … Wenn der Herr es mir erlaubt, will ich im Kleinen, das mir m�glich ist, und auf andere Weise weiter arbeiten, damit die Menschen in Rom und Italien die Welt und das Leben mit dem Blick des Glaubens betrachten.“ (rv)

 

 

27.06.08

Papst ernennt Vallini zu Roms Kardinal-Vikar

Papst Benedikt XVI. hat Agostino Vallini zum neuen r�mischen Kardinal-Vikar ernannt. Der 68-j�hrige tritt die Nachfolge von Kardinal Camillo Ruini, dem langj�hrigen Vorsitzenden der italienischen Bischofskonferenz an. Vallini leitete bisher die Apostolische Signatur, das oberste vatikanische Gericht. Neuer Pr�fekt der Signatur wird der US-Amerikaner Raymond Leo Burke, bislang Erzbischof von Saint Louis. (rv)

 

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7/2008

 

 

11.07.08

Reiseprogramm der Papstreise nach Sydney

Samstag, 12. Juli 2008
10.00 Uhr Abflug von Rom-Fiumicino nach Darwin/Milit�rflughafen
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Sonntag, 13. Juli 2008
09.15 Uhr Ankunft in Darwin am Milit�rflughafen und um 10.30 Uhr Weiterflug zum Milit�rflughafen Richmond bei Sydney
15.00 Uhr Ankunft auf dem Milit�rflughafen Richmond
15.15 Uhr Transfer zur privaten Residenz, wo sich Benedikt XVI. bis Donnerstag, 17. Juli zur Erholung aufh�lt
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Donnerstag, 17. Juli 2008
07.30 Uhr Private Messe in der Kapelle des St. Mary's Catheral House von Sydney
09.00 Uhr Begr��ungszeremonie im Governments House von Sydney
09.30 Uhr Fahrt zur "Mary MacKillop Memorial Chapel", wo der Papst ein Gebet sprechen wird
10.00 Uhr Fahrt zum Admiralty House und Treffen mit dem Premierminister
11.05 Uhr Fahrt zum St. Mary's Cathedral House
14.20 Uhr Fahrt zur Rose Bay-Mole. Kurze Begr��ung mit T�nzen und traditionellen Ges�ngen der Aborigines
14.45 Uhr Einschiffen auf der "Sydney 2000" und Transfer zur Mole von Barangaroo East Darling Harbour
15.30 Uhr Ankunft auf der Mole und Fest der Begr��ung mit Jugendlichen
16.45 Uhr Fahrt im Papamobil zum St. Mary's Cathedral House
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Freitag, 18. Juli 2008
07.30 Uhr Messe in der Privatkapelle des St. Mary's Cathedral House
09.30 Uhr Getrennte Privataudienzen f�r den Gouverneur von New South Wales, den Premier von New South Wales und den B�rgermeister von Sydney in der Empfangshalle des St. Mary's Cathedral House
10.30 Uhr �kumenisches Treffen in der Krypta der St. Mary's Cathedral
11.20 Uhr Treffen mit Vertretern anderer Religionen im Kapitelsaal der St. Mary's Cathedral
12.30 Uhr Mittagessen mit Jugendlichen in der Empfangshalle des St. Mary's Cathedral House
15.00 Uhr Er�ffnungsgebet zum Kreuzweg auf dem Vorplatz der St. Mary's Cathedral. Nach dem Gebet der ersten Station verfolgt der Papst den Kreuzweg im Fernsehen in der Krypta der St. Mary's Cathedral
18.45 Uhr Treffen mit einer Gruppe psychisch behinderter Jugendlicher in der Herz-Jesu-Kathedrale der Notre Dame University
19.45 Uhr R�ckkehr zum St. Mary's Cathedral House
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Samstag, 19. Juli 2008
09.30 Uhr Messe mit den Bisch�fen Australiens, Seminaristen, Novizen und Novizinnen
12.15 Uhr Mittagessen mit den australischen Bisch�fen in der Empfangshalle des St. Mary's Cathedral House
18.30 Uhr Fahrt zur Pferderennbahn von Randwick
19.00 Uhr Gebetswache mit den Jugendlichen auf der Pferderennbahn
21.00 Uhr R�ckkehr zum St. Mary's Cathedral House
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Sonntag, 20. Juli 2008
08.30 Uhr Fahrt zum Heliport der Victoria-Barracks und Rundflug �ber die auf der Pferderennbahn versammelten Jugendlichen
09.15 Uhr Fahrt im Papamobil vom Heliport der Victoria Barracks zur Pferderennbahn von Randwick. Rundfahrt im Papamobil
10.00 Uhr Messe zum 23. Weltjugendtag auf der Pferderennbahn von Randwick und Angelusgebet
12.30 Uhr Fahrt zum St. Mary's Cathedral House und Mittagessen mit dem Gefolge
18.00 Uhr Treffen mit den Sponsoren und Organisatoren des 23. Weltjugendtags
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Montag, 21. Juli 2008
08.00 Uhr Messe in der Privatkapelle des St. Mary's Cathedral House
08.35 Uhr Abschied vom St. Mary's Cathedral House
08.45 Uhr Fahrt im Papamobil zur Damain, einem zentralen Platz in Sydney, und Gru� an die ehrenamtlichen Helfer des 23. Weltjugendtages
09.10 Uhr Fahrt zum internationalen Flughafen von Sydney
09.30 Uhr Abschiedszeremonie am Flughafen
10.00 Uhr Abflug nach Darwin
13.50 Uhr Ankunft auf dem Flughafen von Darwin
15.05 Uhr Weiterflug nach Rom - Ciampino
23.00 Uhr Ankunft auf dem Flughafen Rom-Ciampino

 

 

14.07.08

Papst in Australien gelandet

Papst Benedikt XVI. ist am Sonntag in Australien eingetroffen. Nach rund 20-st�ndigem Flug landete er gegen 15 Uhr Ortszeit (7 Uhr MESZ) auf der Milit�rbasis Richmond bei Sydney. Bei k�hlem Wetter und bedecktem Himmel wurde er auf dem Flugfeld vom Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, und dem australischen Premierminister Kevin Rudd begr��t. Rund 100 Menschen hatten sich am Rand des Rollfelds eingefunden. Nach dem informellen Empfang begab sich das Kirchenoberhaupt sofort in das rund 40 Kilometer entfernte kirchliche G�stehaus von Kenthurst. Dort wird er sich in den n�chsten drei Tagen von den Anstrengungen der Anreise erholen.
Der offizielle Empfang durch die australische Staats- und Regierungsspitze ist erst f�r Donnerstag in Sydney vorgesehen. Anlass der neunten Auslandsreise von Benedikt XVI. ist die Teilnahme am Weltjugendtag. H�hepunkte sind am Wochenende eine Gebetswache und eine gro�e Messe, zu denen rund eine halbe Million Menschen erwartet werden.
Nach erstem Eindruck schien das 81-j�hrige Kirchenoberhaupt den langen Interkontinentalflug gut �berstanden zu haben. Vom Flugzeug aus begab er sich nach der kurzen Begr��ung durch die Staats- und Kirchenspitze sofort zu den bereitgestellten Autos. Bis Mittwochnachmittag wird er sich im Studienzentrum von Kenthurst ohne jegliche offizielle Termine aufhalten.

WJT-Botschaft Benedikts XVI.: Missionarische Impulse erwartet
Papst Benedikt XVI. erwartet sich vom Weltjugendtag missionarische Impulse f�r die katholische Kirche und vor allem f�r die jungen Gl�ubigen. Angesichts von d�steren Zukunftsperspektiven und Hoffnungslosigkeit biete der christliche Glaube Kraft und Orientierung, betonte er in einer Botschaft, die bei seiner Ankunft in Australien am Sonntag ver�ffentlicht wurde.
Die Jugendlichen seien herausgefordert durch die Ablehnung des Glaubens, die sie in ihrem Umfeld erfahren. Die Antwort liege in Christus. Der Heilige Geist orientiere die Menschen zu ihm hin, der Leben, Liebe und Wahrheit ist. Benedikt zitiert einen dem Heiligen Augustinus zugeschriebenen Denkspruch: �Wenn Du jung bleiben willst, dann suche Christus“. Mit Blick auf das Motto des Treffens �Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein“ betont Benedikt, dass die Jugendlichen eine besondere Aufgabe bei der Erneuerung des Angesichts der Erde (Ps 104) h�tten. Der Papst w�rtlich: �Es ist meine feste �berzeugung, dass die Jugendlichen dazu berufen sind, Instrumente der Erneuerung zu werden, indem sie ihren Altersgenossen jene Freude weitergeben, die sie im Kennenlernen und in der Nachfolge Christi erfahren haben. Im Teilen der Liebe, die der Geist in ihre Herzen ausgegossen hat, werden sie erf�llt von Hoffnung und Dankbarkeit f�r all das Gute, dass sie von Gott, unserm himmlischen Vater erhalten haben.“
Benedikt XVI. dankt au�erdem den australischen Beh�rden und der Kirchenleitung f�r die Vorbereitung seiner Reise und des Weltjugendtages. Weiter bedankte er sich bei den Pfarreien, den Schulen und den vielen Familien, die w�hrend dieser Tag die angereisten G�ste aus aller Welt beherbergten.

Vermutlich kein Treffen mit australischen Missbrauchsopfern
Benedikt XVI. wird vermutlich nicht mit Missbrauchsopfern zusammentreffen. Das sagte der Koordinator des Weltjugendtags, Weihbischof Anthony Fisher OP am Sonntagmorgen in Sydney. Der enge Zeitplan lasse eine solche Begegnung nicht zu. Und falls sie doch stattfinden sollte, werde sie strikt privaten Charakter haben. Au�erdem sagte Fisher, er teile die Worte des Papstes auf dem Flug nach Australien; dieser habe so seinen Respekt und seine Anteilnahme f�r die Missbrauchsopfer ausgedr�ckt.

Last-Minute-Pilgerflut
Der Weltjugendtag (WJT) in Sydney zieht m�glicherweise doch mehr als die bislang gesch�tzten 200.000 Teilnehmer an. Grund sei eine unerwartet hohe Zahl von unangemeldeten Pilgern, teilte WJT-Chefkoordinator Weihbischof Anthony Fisher OP am Sonntag in Sydney mit. Offiziell h�tten sich 215.000 Personen registriert. In den vergangen Tagen w�rden aber verst�rkt unangemeldete Pilgergruppen in die Stadt �fluten“, so Fisher weiter. In der Nacht zum Sonntag etwa sei eine Gruppe von 250 jungen Katholiken aus den Philippinen eingetroffen.
Der gr��te Teil der angemeldeten Pilger verbrachte das Wochenende in den australischen Di�zesen. Am Montag werden sie in Bussen und Flugzeugen zum WJT nach Sydney kommen. �Wir rechnen mit einem Massenandrang“, sagte ein Sprecher des Flughafens von Sydney. Alles sei aber gut vorbereitet, um die Passagiere reibungslos abfertigen zu k�nnen. Am Dienstag er�ffnet Sydneys Erzbischof Kardinal George Pell das Treffen mit einem feierlichen Gottesdienst unter freiem Himmel in Barangaroo an Sydneys Hafenbucht. Abschluss und H�hepunkt sind dann die Veranstaltungen mit Papst Benedikt XVI. von Donnerstag bis Sonntag. (rv)

 

 

16.07.08

WJT in Sydney: �Jugend hat Verantwortung”

Der katholische Weltjugendtag in Sydney hat an diesem Dienstag offiziell begonnen. Mehr als 225.000 Pilger waren nach Angaben der Organisatoren in die australische Hafenmetropole gekommen, darunter junge Gl�ubige aus 170 L�ndern. Das Oberhaupt der australischen Katholiken, Kardinal George Pell, zelebrierte die Er�ffnungsmesse. Australische Ureinwohner f�hrten einen traditionellen Willkommenstanz auf. Unter den Teilnehmern waren auch 26 Kardin�le, 400 Bisch�fe und bis zu 4.000 Priester.
Kardinal Pell erinnerte auf Deutsch an die Gastgeber des letzten Weltjugendtages.
�Wir erinnern uns mit gro�er Dankbarkeit daran, wie die K�lner Gemeinde uns willkommen gehei�en hat. Herzlichen Dank!”
Kardinal Pell ermahnte die jungen Leute, sich klar zu ihrem Glauben zu bekennen.
�Bleibt nicht auf dem Zaun sitzen, um euch alle Optionen offenzuhalten. Nur verbindliches Engagement bringt echte Erf�llung. Denn die Jugend sollte ihr Leben nicht damit vergeuden, keine Position zu beziehen zu Themen und Ideen, nur weil es einfacher scheint, nicht w�hlen zu m�ssen. Das wahre Gl�ck besteht gerade darin, den eigenen Prinzipien treu zu bleiben. Das wahre Gl�ck besteht auch darin, die t�glichen - einfachen und schwierigen - Aufgaben zu bew�ltigen.”
Der Weltjugendtag solle helfen, die pers�nliche Berufung eines jeden einzelnen zu entdecken, so Pell. Er selbst hoffe darauf, dass viele Jugendliche den �Weg der Priesterberufung” finden werden.
�J�nger Jesu zu sein bedeutet einer Disziplin zu folgen – insbesondere einer Autodisziplin, einer Selbstbeherrschung. Eine solche Einstellung l�sst uns zwar nicht perfekt werden, doch besch�tzt sie uns und l�sst die Liebe in unsere Herzen wachsen. Es geht um die Liebe gegen�ber unserer Familie und unseren Freunden, damit sie nicht von unseren Bosheiten und Schw�chen verletzt werden.”
Der Pr�sident des P�pstlichen Rates f�r die Laien, Kardinal Stanisł?aw Rył?ko, zeichnet f�r den Weltjugendtag gemeinsam mit den Organisatoren vor Ort verantwortlich. Der polnische Kurienkardinal sagte bei der Er�ffnungsmesse:
�Endlich ist der lang ersehnte Moment gekommen: Die Er�ffnung des XXIII. Weltjugendtags. Nach vielen Vorbereitungen und einer langen und beschwerlichen Reise seid Ihr nun in Sydney, der Stadt, die in diesen Tagen zur Hauptstadt der katholischen Jugend der Welt wird. Zu diesem gro�en Treffen mit dem Heiligen Vater Benedikt XVI. habt Ihr vieles mitgebracht: Eure Jugend, Eure Hoffnungen, Eure Zukunftspl�ne, Euren Glauben, der voller Begeisterung ist, aber auch Fragen, auf die Ihr keine Antwort habt, und Probleme, die Ihr alleine nicht l�sen k�nnt.”
In Australien ist Winter. Doch f�r Kardinal Rył?ko gilt das nur meteorologisch:
�Liebe Jugendliche, Ihr habt den ,Fr�hling’ in den australischen Winter gebracht und seid selbst der Fr�hling der Welt und der Kirche; - Euch w�nsche ich von Herzen, dass Ihr hier in Sydney ein neues Pfingsten erleben k�nnt. �ffnet die Tore Eures Lebens weit dem Wirken des Heiligen Geistes! Lasst Euch von ihm formen! Seid seiner Stimme immer folgsam! M�ge der Heilige Geist Eure Kraft und Eure Freude sein! Nochmals: Willkommen in Sydney!”
F�r �berraschung sorgte in Sydney das Gru�wort von Regierungschef Kevin Rudd. Sprachgewandt hie� der Anglikaner die Pilger aus 170 L�ndern willkommen: unter anderem in Koreanisch und – f�r die Jugendlichen von den Philippinen – in Tagalog.
Papst Benedikt XVI. ist bereits am Sonntag in Australien eingetroffen, er erholt sich jedoch zun�chst n�rdlich von Sydney. Am Donnerstag greift er in das Geschehen ein und wird offiziell in Sydney begr��t. Bei seiner Einfahrt in den Hafen werden vor der Kulisse des weltber�hmten Opernhauses Hunderttausende erwartet.


Der Papst fordert eine klare nationale wie internationale Politik, um einen solidarischen und verantwortungsbewussten Umgang mit Wasser zu sichern.

Das schreibt Benedikt XVI. in einer Botschaft zum Tag des Vatikans auf der Weltausstellung Expo 2008 in Zaragossa. Das katholische Kirchenoberhaupt bezeichnet den Zugang zu Trinkwasser als ein �universales und unver�u�erliches Menschenrecht”. Wasser sei nicht nur ein Wirtschaftsgut, so der Papst weiter. Wasser sei inzwischen in ein Gef�ge von sozialem und wirtschaftlichem Druck geraten, obwohl es dem Menschen von Gott zum Lebenserhalt gegeben worden sei. Die Botschaft des Papstes ist an Kardinal Renato Raffaele Martino gerichtet, der den Vatikan bei der Expo vertritt. – Die Expo 2008 steht unter dem Motto: �Wasser und nachhaltige Entwicklung”. (rv)

 

 

17.07.08

WJT in Sydney begonnen: �Jugend hat Verantwortung“

Der katholische Weltjugendtag in Sydney hat an diesem Dienstag offiziell begonnen. Mehr als 225.000 Pilger waren nach Angaben der Organisatoren in die australische Hafenmetropole gekommen, darunter junge Gl�ubige aus 170 L�ndern. Das Oberhaupt der australischen Katholiken, Kardinal George Pell, zelebrierte die Er�ffnungsmesse. Australische Ureinwohner f�hrten einen traditionellen Willkommenstanz auf. Unter den Teilnehmern waren auch 26 Kardin�le, 400 Bisch�fe und bis zu 4.000 Priester.
Kardinal Pell erinnerte auf Deutsch an die Gastgeber des letzten Weltjugendtages.
�Wir erinnern uns mit gro�er Dankbarkeit daran, wie die K�lner Gemeinde uns willkommen gehei�en hat. Herzlichen Dank!“
Kardinal Pell ermahnte die jungen Leute, sich klar zu ihrem Glauben zu bekennen.
�Bleibt nicht auf dem Zaun sitzen, um euch alle Optionen offenzuhalten. Nur verbindliches Engagement bringt echte Erf�llung. Denn die Jugend sollte ihr Leben nicht damit vergeuden, keine Stellungen zu Themen und Ideen zu nehmen, nur weil es einfacher scheint, nicht w�hlen zu m�ssen. Das wahre Gl�ck besteht gerade darin, den eigenen Prinzipien treu zu bleiben. Das wahre Gl�ck besteht auch darin, die t�glichen - einfachen und schwierigen - Aufgaben zu bew�ltigen.“
Der Weltjugendtag solle helfen, die pers�nliche Berufung eines jeden einzelnen zu entdecken, so Pell. Er selbst hoffe darauf, dass viele Jugendliche den �Weg der Priesterberufung“ finden werden.
�J�nger Jesu zu sein bedeutet einer Disziplin zu folgen – insbesondere einer Autodisziplin, einer Selbstbeherrschung. Eine solche Einstellung l�sst uns zwar nicht perfekt werden, doch besch�tzt sie uns und l�sst die Liebe in unsere Herzen wachsen. Es geht um die Liebe gegen�ber unserer Familie und unseren Freunden, damit sie nicht von unseren Bosheiten und Schw�chen verletzt werden.“
Der Pr�sident des P�pstlichen Rates f�r die Laien, Kardinal Stanisław Ryłko, zeichnet f�r den Weltjugendtag gemeinsam mit den Organisatoren vor Ort verantwortlich. Der polnische Kurienkardinal sagte bei der Er�ffnungsmesse:
�Endlich ist der lang ersehnte Moment gekommen: Die Er�ffnung des XXIII. Weltjugendtags. Nach vielen Vorbereitungen und einer langen und beschwerlichen Reise seid Ihr nun in Sydney, der Stadt, die in diesen Tagen zur Hauptstadt der katholischen Jugend der Welt wird. Zu diesem gro�en Treffen mit dem Heiligen Vater Benedikt XVI. habt Ihr vieles mitgebracht: Eure Jugend, Eure Hoffnungen, Eure Zukunftspl�ne, Euren Glauben, der voller Begeisterung ist, aber auch Fragen, auf die Ihr keine Antwort habt, und Probleme, die Ihr alleine nicht l�sen k�nnt.“
In Australien ist Winter. Doch f�r Kardinal Rył?ko gilt das nur meteorologisch:
�Liebe Jugendliche, Ihr habt den ,Fr�hling’ in den australischen Winter gebracht und seid selbst der Fr�hling der Welt und der Kirche; - Euch w�nsche ich von Herzen, dass Ihr hier in Sydney ein neues Pfingsten erleben k�nnt. �ffnet die Tore Eures Lebens weit dem Wirken des Heiligen Geistes! Lasst Euch von ihm formen! Seid seiner Stimme immer folgsam! M�ge der Heilige Geist Eure Kraft und Eure Freude sein! Nochmals: Willkommen in Sydney!“
F�r �berraschung sorgte in Sydney das Gru�wort von Regierungschef Kevin Rudd. Sprachgewandt hie� er der Anglikaner die Pilger aus 170 L�ndern willkommen: unter anderem in Koreanisch und – f�r die Jugendlichen von den Philippinen – in Tagalog.
Papst Benedikt XVI. ist bereits am Sonntag in Australien eingetroffen, er erholt sich jedoch zun�chst n�rdlich von Sydney. Am Donnerstag greift er in das Geschehen ein und wird offiziell in Sydney begr��t. Bei seiner Einfahrt in den Hafen werden vor der Kulisse des weltber�hmten Opernhauses Hunderttausende erwartet.
 

Papst fordert Auss�hnung mit Aborigines

In seiner ersten Rede in Australien hat Benedikt XVI. das historische Unrecht gegen�ber der australischen Urbev�lkerung angesprochen und zu Vers�hnung und gegenseitigem Respekt aufgerufen. Benedikt XVI. hatte am Donnerstagvormittag (Ortszeit) sein Besuchsprogramm in Sydney aufgenommen. Generalgouverneur Michael Jeffery und Premierminister Kevin Rudd empfingen ihn mit einer offiziellen Begr��ungszeremonie im Garten des Government House. Benedikt lobte die �mutige Entscheidung der australischen Regierung, die in der Vergangenheit begangenen Ungerechtigkeiten gegen die indigenen V�lker anzuerkennen“.
W�rtlich sagte der Papst dem Generalgouverneur und dem Premierminister:
�Zu Recht suchen Sie, das Auseinanderklaffen zwischen indigenen und nicht indigenen Australiern hinsichtlich der Lebenserwartungen, der Ausbildungsziele und der wirtschaftlichen Chancen zu �berwinden! Dieses Beispiel der Vers�hnung gibt all jenen V�lkern in der ganzen Welt Hoffnung, die danach verlangen, dass ihre Rechte best�tigt werden und ihr gesellschaftlicher Beitrag anerkannt und gef�rdert wird.“
Mit der Entschuldigung f�r jahrzehntelange Diskriminierungspolitik im Februar dieses Jahres haben die australischen Regierung und das Parlament eine gro�e politische H�rde auf dem Weg zur Vers�hnung mit den Aborigines beiseite geschafft. Die Erkl�rung von Premierminister Kevin Rudd galt den Ureinwohnern, die ihren Familien bis in die 70er-Jahre zwangsweise genommen und in wei�en Waisenheimen oder Pflegefamilien aufgezogen wurden. Sie sollten assimiliert oder als Hausangestellte f�r eine wei�e Elite erzogen werden. �Wir entschuldigen uns f�r den Schmerz, das Leid und die Kr�nkung dieser gestohlenen Generationen, ihrer Nachfahren und der betroffenen Familien“, hie� es in der Erkl�rung. Die Betroffenen erwarten jetzt sozialen Ausgleich und Investitionen in Schulen und Gesundheitseinrichtungen.
Benedikt XVI. lobte das australische Engagement bei internationalen Friedensmissionen. Weiter w�rdigte er die Bem�hungen des Landes im Umweltschutz.
�In diesem Zusammenhang stelle ich fest, dass Australien sich ernstlich engagiert, um sich seiner Verantwortung in der Sorge um die nat�rliche Umwelt zu stellen. Auf gleiche Weise hat dieses Land gegen�ber der menschlichen Umwelt gro�z�gig internationale Operationen zur Friedenserhaltung unterst�tzt, indem es zur L�sung von Konflikten im Pazifikraum, in S�dostasien und anderswo beigetragen hat. Aufgrund der vielen in Australien vertretenen religi�sen Traditionen ist dies hier ein besonders fruchtbarer Boden f�r den �kumenischen und interreligi�sen Dialog.“
Premierminister Rudd hie� seinerseits den Papst auf dem Kontinent mit �einer der �ltesten Kulturen“ der Welt willkommen. Australien habe eine �zeitweise mit Problemen belastete Vergangenheit“, aber arbeite f�r eine bessere Zukunft.
Sydney - das betonte Benedikt XVI. ausdr�cklich - sei ein geeigneter Ort und Gastgeber f�r einen Weltjugendtag:
�Es scheint besonders angebracht, den Weltjugendtag hier zu feiern; denn die Kirche in Australien ist sowohl die j�ngste unter den Kirchen auf den verschiedenen Kontinenten als auch eine der am meisten kosmopolitischen. Seit der ersten europ�ischen Siedlung hier im sp�ten 18. Jahrhundert ist dieses Land nicht nur zu einem Zuhause von Generationen von Europ�ern, sondern von Menschen aus jedem Winkel der Erde geworden.“(rv)

 

 

18.07.08

Gardekommandant Elmar M�der in einem Interview

Im Vatikan werde die Schweizergarde von verschiedener Seite �stiefm�tterlich” behandelt, bedauert der abtretende Gardekommandant Elmar M�der in einem Interview in der aktuellen Ausgabe von �Der Schweizergardist”. Er habe wegen dieser Behandlung der Schweizergarde durch Vatikankreise wiederholt interveniert, doch nun m�sse ein anderer Kommandant �mit neuem Ansatz unsere verbrieften Rechte und Pflichten verteidigen”, sagt M�der weiter. Zu Unstimmigkeiten Anlass gibt unter anderem, dass sich die Vatikanische Gendarmerie derzeit laut M�der �f�r alles zust�ndig” h�lt. Auch bedarf es einer besseren Abstimmung der jeweiligen Zust�ndigkeitsbereiche zwischen und italienischen und vatikanischen Sicherheitsorganen. Den Weiterbestand der Schweizergarde rechtfertige nicht ihre erfolgreiche 500-j�hrige Geschichte, sondern �einzig und allein die Qualit�t unserer Leistung heute”, betont M�der: �Wir sind als Nahsch�tzer auf der H�he der Zeit.” Erfreulich ist f�r den scheidenden Gardekommandanten, dass die j�hrliche Schnupperwoche immer mehr Fr�chte tr�gt. So seien derzeit etwa sieben von 14 Rekruten der Garde Teilnehmer einer Schnupperwoche. – Der St. Galler Elmar Theodor M�der kommandiert die P�pstliche Schweizergarde seit November 2002. Im vergangenen M�rz hat er seinen R�cktritt auf voraussichtlich August bekannt gegeben. (rv)

 

 

19.07.08

Sydney: H�hepunkte am Samstag

 

Eine Gebetswache mit Papst Benedikt XVI. war am Samstagabend (Ortszeit) der emotionale H�hepunkt des Weltjugendtages in Australien. Zuvor feierte der Papst eine Messe mit den Bisch�fen und Ordensleuten des Landes. Dabei versprach er den Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche sein Mitgef�hl und forderte Prozesse f�r die Verantwortlichen.
Vor rund 200.000 Menschen auf dem Gel�nde der Pferderennbahn von Randwick rief er zu einem Zeugnis f�r die Einheit der Kirche und zur aktiven Teilnahme am kirchlichen Leben auf. Mit der Kraft des Heiligen Geistes k�nnten Jugendliche die Gesellschaft ver�ndern. Seit dem fr�hen Morgen waren die jugendlichen Pilger �ber die Hafenbr�cke von Sydney gezogen. Sie verbringen die Nacht unter freiem Himmel am Hippodrom. Dort feiert Benedikt XVI. zum Abschluss des Weltjugendtages am Sonntag einen Gottesdienst. Die Organisatoren erwarten dazu rund 400.000 Teilnehmer aus 170 Nationen. (rv)

Papst: �Es tut mir sehr leid“
Papst Benedikt XVI. hat sich bei den Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche entschuldigt. �Es tut mir sehr Leid f�r den Schmerz und das Leiden, die die Opfer erduldet haben“, sagte der Papst abweichend vom urspr�nglichen Redeskript bei einer Messe am Samstagvormittag (Ortszeit) in Sydney: �Ich versichere ihnen, dass auch ich als ihr Hirte mit ihnen leide“, so der Papst in seiner auf Englisch gehaltenen Predigt vor den Bisch�fen Australiens, den Priesterseminaristen und Ordensleuten. In �bereinstimmung mit dem urspr�nglich vorbereiteten Manuskript fuhr der Papst fort:
�Diese Vergehen, die einen so schweren Vertrauensbruch darstellen, verdienen eine eindeutige Verurteilung. Sie haben gro�en Schmerz verursacht und dem Zeugnis der Kirche geschadet. Im �Kampf gegen dieses �bel“ sollten alle zusammenarbeiten. Die Verantwortlichen f�r diese �bel m�ssen vor Gericht gestellt werden. Es ist eine dringende Priorit�t, eine sicherere und gesundere Umgebung zu f�rdern, besonders f�r die jungen Menschen.“
Vatikansprecher Pater Federico Lombardi sagte vor Journalisten, der Papst habe den Satz eingef�gt, um seine Gef�hle �pers�nlich zu unterstreichen“. Die Frage einer m�glichen Entschuldigung des Kirchenoberhaupts bei Missbrauchsopfern besch�ftigt die australischen Medien seit einer Woche. Benedikt XVI. hatte bei seiner Anreise zum Weltjugendtag nach Sydney am vergangenen Samstag gesagt, er wolle seine Solidarit�t mit den Opfern bekunden und �im Wesentlichen das gleiche sagen wie in Amerika“. Bei seiner USA-Reise im April hatte er sich �tief besch�mt“ �ber die Missbrauchsf�lle ge�u�ert.
Die Organisation �Broken Rites“, die Missbrauchsopfer in Australien vertritt, erkl�rte, das �Sorry“ des Papstes sei unzureichend, wenn den Worten keine Taten folgten. Die Entschuldigung sei ohne Bedeutung, da die Opfer nicht zur Messe eingeladen waren, so der Pressesprecher. �Der Papst muss sich f�r die Weise entschuldigen, wie seine australischen Bisch�fe sexuellen Missbrauch vertuscht haben“, schrieb die Organisation in einer Stellungnahme im Internet. Benedikt XVI. m�sse daf�r sorgen, dass Gerichtsprozesse um Entsch�digungszahlungen an Opfer nicht von Bisch�fen behindert werden. Anthony Foster, dessen zwei T�chter mutma�lich von einem Priester vergewaltigt wurden, kritisierte, zwar h�tten sich Kirchvertreter wiederholt entschuldigt, aber den Opfern keine praktische Unterst�tzung angeboten. �Es hat keine eindeutige, uneingeschr�nkte brauchbare Antwort gegeben, die den Opfern hilft, ein Leben lang“, sagte Foster, der sich um ein Treffen mit dem Papst in Sydney bem�ht hat. (rv)

Papst an Klerus: Gott kann nicht totgeschwiegen werden
Papst Benedikt XVI. hat vor australischen Klerikern und Ordensleuten nicht nur den sexuellen Missbrauch Minderj�hriger durch Geistliche scharf verurteilt: Vor mehr als 3.000 Menschen bei der Messfeier am Samstag Vormittag (Ortszeit) in der Kathedrale St. Mary kritisierte das Kirchenoberhaupt aber auch erneut die Abdr�ngung des Glaubens ins Private.
�Im Namen der menschlichen Freiheit und Autonomie wird Gottes Name schweigend �bergangen, Religion auf private Fr�mmigkeit reduziert und der Glaube in der �ffentlichkeit gemieden. Manchmal kann diese mit dem Wesen des Evangeliums so v�llig unvereinbare Mentalit�t sogar unser Verst�ndnis von der Kirche und ihrer Mission verdunkeln. Auch wir k�nnen versucht sein, das Glaubensleben zu einer reinen Gef�hlssache zu machen und so seine Kraft zu verringern, eine konsequente Weltsicht und einen rigorosen Dialog mit den vielen anderen Ansichten zu inspirieren, die um den Geist und das Herz unserer Zeitgenossen wetteifern.“
Doch die Geschichte zeige, dass die Frage nach Gott niemals totgeschwiegen werden k�nne. Gleichg�ltigkeit gegen�ber der religi�sen Dimension in der menschlichen Existenz sei letztlich jedoch ein Verrat am Menschen, warnte der Papst.
�Wo immer der Mensch herabgew�rdigt wird, verliert auch unsere Umwelt an Wert; sie verliert ihren letzten Sinn und verfehlt ihr Ziel. Was daraus hervorgeht, ist eine Kultur nicht des Lebens, sondern des Todes. Wie k�nnte man so etwas als ,Fortschritt’ betrachten? Es ist ein Schritt zur�ck, eine Form der Regression, die letztlich die Quellen des Lebens selbst f�r den einzelnen Menschen und f�r die ganze Gesellschaft austrocknen l�sst.“
Die Priesteranw�rter und Novizen rief er auf, ihrem Weg auch gegen Widerst�nde treu zu folgen.
�Vergesst niemals, dass die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen bedeutet, ein ganz der Liebe gewidmetes Leben zu ergreifen – einer Liebe, die Euch bef�higt, Euch r�ckhaltlos dem Dienst f�r Gott zu verschreiben und ganz f�r Eure Br�der und Schwestern da zu sein, besonders f�r die in Not. Die gr��ten Sch�tze, die Ihr mit anderen jungen Menschen gemeinsam habt – Euer Idealismus, Eure Gro�herzigkeit, Eure Zeit und Energie – sie sind die echten Opfergaben, die Ihr auf den Altar des Herrn legt. M�gt Ihr dieses wundersch�ne Charisma, das Gott Euch zu seiner Ehre und zum Aufbau der Kirche geschenkt hat, immer sch�tzen und pflegen!“
Aus Anlass seines Besuches weihte Benedikt XVI. den neuen Marmoraltar der Bischofskirche von Sydney. Der neugotische Bau selbst war 1929 nach einer Bauzeit von 63 Jahren geweiht und k�rzlich restauriert worden. (rv)

 

 

20.07.08

Sydney: Gro�es Finale, Abreise Montag

Mit dem gr��ten Gottesdienst in der Geschichte Australiens ist in Sydney der katholische Weltjugendtag zu Ende gegangen. Vor rund 300.000 Menschen rief Papst Benedikt XVI. am Sonntagmorgen (Ortszeit) zu einer Erneuerung von Gesellschaft und Kirche auf. Dabei prangerte er die neuen �geistlichen W�sten” des Materialismus an, die sich �berall ausbreiteten. Stattdessen forderte er eine �neue �ra”, in der Egoismus, Habgier und Oberfl�chlichkeit durch Solidarit�t, Respekt und Hoffnung ersetzt werden sollten. Dazu brauche es eine innere Erneuerung der Christen durch die Kraft des Heiligen Geistes. W�hrend des Gottesdienstes spendete das Kirchenoberhaupt 24 jungen Katholiken aus allen Kontinenten das Firmsakrament. – Zu dem f�nft�gigen Treffen waren auf Einladung des Papstes katholische Jugendliche aus 170 Nationen nach Australien gekommen. Der n�chste Weltjugendtag soll 2011 in der spanischen Hauptstadt Madrid stattfinden, wie Benedikt XVI. am Ende der Messe ank�ndigte.
Benedikt XVI verabschiedet sich am Montagmorgen (Ortszeit) aus Sydney. Nach 20-st�ndigem Flug und technischem Zwischenstopp in Darwin im Norden Australiens wird er gegen 23.00 Uhr in Rom-Ciampino zur�ckerwartet. Von dort f�hrt er zur�ck in die p�pstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo. Den n�chsten offiziellen Termin wird das 81-j�hrige Kirchenoberhaupt dort voraussichtlich am Freitag wahrnehmen: Er empf�ngt laut Vatikanangaben den irakischen Premierminister Nuir al-Maliki. (rv)

Papst feiert Abschlussmesse: �Seid Propheten einer neuen �ra”
An der Messe nahmen insgesamt 420 Bisch�fe und 26 Kardin�le teil. Konzelebranten waren der gastgebende Erzbischof Kardinal George Pell, Kardinal-Staatssekret�r Tarcisio Bertone und Kardinal Stanislaw Rylko als dem Pr�sidenten des P�pstlichen Laienrates. Au�erdem der maronitische Patriarch Nasrallah Sfeir, der Vorsitzende der australischen Bischofskonferenz Erzbischof Philip Wilson und Weltjugendtags-Koordinator Weihbischof Anthony Fisher OP.
Die bekannte Hymne zum Jahr 2000 er�ffnete diese gro�artig inszenierte Eucharistiefeier, die musikalisch gestaltet wurde von einem Orchester aus 80 Instrumentalisten und einem Chor mit 300 S�ngern aus Sydney und ganz Australien. Und doch war die Messe bei allem Effekt auf die eugentliche Mitte konzentriert: Auf die Gegenwart Christi in der feiernden Gemeinde. Mit der Firmung griff die Abschlussfeier des WJT das Motto des Treffens auf: �Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird”.
Mit einer Nachtwache bei k�hlen Temperaturen hatten sich die Jugendlichen auf den H�hepunkt des WJT auf dem Gel�nde der Pferderennbahn von Randwick vorbereitet. Der Papst schien entspannt und konzentriert, auch wenn er am Ende der anstrengenden Messe dann doch etwas m�de wirkte.
Die Messe enthielt zahlreiche Elemente der Kulturen Australiens und Ozeaniens; so trugen Seminaristen und Jugendliche von den Fidschi-Inseln, den Salomonen und von Vanuatu in Bastgew�ndern das Evangeliar auf einer traditionellen S�nfte zur Altarinsel. Diese war ganz in rot gestaltet – der Farbe des Heiligen Geistes und des australischen Outbacks. Die Taubendarstellung �ber der B�hne stammte von der indigenen K�nstlerin Marjorie Liddy von den Tiwi Islands im Norden Australiens.
In seiner Predigt wandte sich Benedikt XVI. direkt an die Jugendlichen und forderte sie dazu auf, etwas aus ihrem Leben zu machen: �Liebe junge Freunde, erlaubt mir, Euch jetzt eine Frage zu stellen. Was werdet Ihr der n�chsten Generation hinterlassen? Baut Ihr Euer Leben auf festen Fundamenten und errichtet Ihr etwas, das Bestand haben wird? Lebt Ihr Euer Leben auf eine Weise, die inmitten einer Welt, die Gott vergessen will oder ihn im Namen einer falsch verstandenen Freiheit sogar ablehnt, Raum schafft f�r den Geist? Welches Erbe werdet Ihr jenen jungen Menschen hinterlassen, die nach Euch kommen?”
Trotz Wohlstands herrsche immer mehr geistliche Leere, so Benedikt.
�In so vielen unserer Gesellschaften breitet sich neben dem materiellen Wohlstand eine geistliche W�ste aus: eine innere Leere, eine namenlose Furcht und ein heimliches Gef�hl der Hoffnungslosigkeit. Wie viele unserer Zeitgenossen haben in ihrer verzweifelten Suche nach Sinn – nach dem letzten Sinn, den nur die Liebe schenken kann – rissige und leere Zisternen gegraben.”
Eine neue Generation von Christen sei dazu berufen, zum Aufbau einer Welt beizutragen, in der das Leben als Gabe Gottes angenommen, geachtet und geliebt und nicht abgelehnt, wie eine Bedrohung gef�rchtet und zerst�rt wird.
�Eine neue �ra , in der die Liebe nicht gierig und selbsts�chtig, sondern rein, treu und wahrhaft frei, offen f�r andere und voll Achtung f�r ihre W�rde ist, ihr Wohl sucht und Freude und Sch�nheit ausstrahlt. Eine neue �ra, in der die Hoffnung uns von der Oberfl�chlichkeit, der Lustlosigkeit und der Ichbezogenheit befreit, die unsere Seele absterben lassen und das Netz der menschlichen Beziehungen vergiften.”
Dann ein starker Appell des Papstes an die Jugendlichen: �Liebe junge Freunde, der Herr bittet Euch, Propheten dieser neuen �ra zu sein, Boten seiner Liebe, die die Menschen zum Vater hinziehen und eine Zukunft der Hoffnung f�r die ganze Menschheit aufbauen.”
Die Kirche habe ohne die Jugendlichen keine Zukunft, unterstrich Benedikt eindringlich: �Sie braucht Euren Glauben, Eure Idealismus und Eure Gro�z�gigkeit, damit sie im Geist immer jung sein kann (vgl. Lumen gentium, 4)! Die Kirche braucht besonders die Gaben der jungen Menschen, aller jungen Menschen.”
Die daran anschlie�ende Firmung war dann so etwas wie das sichtbare Zeichen f�r die Sendung, in die die Christen hineingenommen sind. Zuvor erneuerten alle ihr Taufversprechen. Im Geist �getauft” zu werden bedeute, so Benedikt, von der Liebe Gottes entflammt zu werden.
�Mit dem Geist �besiegelt’ zu werden bedeutet, bei unserem Einsatz f�r den Sieg der Zivilisation der Liebe keine Angst zu haben, f�r Christus einzustehen und unser Sehen, Denken und Handeln von der Wahrheit des Evangeliums durchdringen zu lassen.
Unter den Gefirmten: Der Schweizer Dean Causevic aus Breitenbach (Solothurn) und der deutschst�mmige Matthew Walter Reuzter aus Melbourne in Australien. (rv)

Madrid empf�ngt 2011 Jugend der Welt
�Der Weltjugendtag 2011 wird in Madrid in Spanien stattfinden.” Mit diesen Worten k�ndigte Papst Benedikt XVI. nach dem Angelusgebet am Sonntag den Schauplatz des n�chsten internationalen Jugendtreffens an.
�Es ist jetzt so weit, dass wir uns Lebewohl sagen, oder besser: Auf Wiedersehen! Ich danke Euch allen f�r Eure Teilnahme am Weltjugendtag 2008 hier in Sydney und hoffe, dass wir uns in drei Jahren wieder sehen. Bis dahin wollen wir f�reinander beten und vor der Welt unser freudiges Zeugnis f�r Christus ablegen. Der Herr segne Euch alle.”
Spaniens Kirche hatte sich beim P�pstlichen Laienrat, der f�r die Jugendtreffen verantwortlich zeichnet, angeboten, einen der n�chsten internationalen Weltjugendtage auszurichten. Madrids Kardinal Rouco Varela freut sich auf und �ber seine Rolle als Gastgeber. Im Gespr�ch mit Radio Vatikan betont er die pastorale Aufgabe f�r die Kirche in Spanien.
�Das war f�r mich eine gro�e Freude, verbunden mit einem Gef�hl der Dankbarkeit dem Herrn gegen�ber, aber auch dem Papst gegen�ber. Er hat uns eine gro�e menschliche Sympathie und Ehre erwiesen. Es wird f�r uns nicht nur eine technische Angelegenheit werden, sondern vor allem eine spirituelle, eine geistige und pastorale Aufgabe sein. Wir werden sie aufnehmen mit dem Geist der kirchlichen Gemeinschaft, des apostolischen Eifers und der weiten Sicht auf das Wohl der Jugend in Europa und der ganzen Welt.” (rv)

Sydney: Abschiedsgru� auf Deutsch
Rund 7.000 junge Menschen waren insgesamt aus Deutschland, �sterreich und der Schweiz zum Weltjugendtag gepilgert. Ihnen und allen Jugendlichen deutscher Sprache rief der Papst zum Abschluss in Sydney-Randwick zu: �Auch euch, liebe junge Freunde deutscher Sprache, gilt mein herzlicher Gru�. Der Heilige Geist ist ein Geist der Gemeinschaft und wirkt Verst�ndigung und Kommunikation. Sprecht mit anderen �ber eure Hoffnungen und Ideale, und sprecht von Gott und mit Gott! Gl�cklich ist der Mensch, der in der Liebe Gottes und in der Liebe zum N�chsten lebt. Gottes Geist f�hre euch auf Wegen des Friedens!” (rv)

 

 

21.07.08

Die letzen Worte Benedikts: Abschied von Sydney

Bei der offiziellen Verabschiedung auf den Flughafen von Sydney richtete Benedikt XVI. Dankesworte an die Spitzen von Staat und Kirche in Australien. Vor dem Einstieg in die Maschine, die ihn nach Rom fliegen wird, sagte der Papst:
�Die Hauptakteure auf der B�hne waren in den vergangenen Tagen nat�rlich die jungen Menschen selbst. Der Weltjugendtag ist ihr Tag. Sie sind es, die diesen Tag zu einem weltweiten kirchlichen Ereignis gemacht haben, zu einer gro�artigen Feier der Jugend und zu einer gro�artigen Feier dessen, was es hei�t, Kirche zu sein, Volk Gottes in der ganzen Welt, geeint im Glauben und in der Liebe und bef�higt vom Heiligen Geist, das Zeugnis vom auferstandenen Christus bis an die Enden der Erde zu tragen. Ich danke ihnen f�r ihr Kommen, ich danke ihnen f�r ihre Teilnahme, und ich bete darum, dass sie eine sichere R�ckreise haben.“
Benedikt XVI. zog selbst ein kurzes Res�mee:
�Wenn ich auf diese ergreifenden Tage zur�ckblicke, kommen mir viele Szenen in den Sinn. Diese Erfahrungen des Gebets und unsere frohe Eucharistiefeier waren ein beredtes Zeugnis f�r das Leben spendende Wirken des Heiligen Geistes, der in den Herzen unserer jungen Menschen gegenw�rtig und t�tig ist. Der Weltjugendtag hat uns gezeigt, dass die Kirche sich �ber die jungen Menschen von heute freuen und voller Hoffnung f�r die Welt von morgen sein kann.“ (rv)
 

Papst: Tiefe Anteilnahme f�r alle Opfer sexuellen Missbrauchs
Papst Benedikt XVI. hat sich mit vier Opfern sexuellen Missbrauchs durch Geistliche getroffen. Die zwei M�nner und zwei Frauen nahmen an der Fr�hmesse des Papstes im Cathedral House in Sydney teil. Nach der Messe habe Benedikt XVI. mit jedem einzelnen gesprochen und seine Verbundenheit bekundet, hie� es in einer Erkl�rung des vatikanischen Pressesaals. Laut Vatikanangaben h�rte sich der Papst die Leidensgeschichten der Frauen und M�nner an und sprach ihnen Trost zu. Mit seiner �v�terlichen Geste“ habe der Papst erneut seine tiefe Anteilnahme f�r alle Opfer sexuellen Missbrauchs zeigen wollen. Die Erzdi�zese von Sydney erkl�rte, die Teilnehmer an dem Treffen am Morgen seien von der f�r die Aufarbeitung von Missbrauchsf�llen zust�ndigen Kirchenkommission ausgew�hlt worden. Das Treffen des Papstes mit Missbrauchsopfern zeige das Bem�hen der Kirche, �denjenigen Heilung und Gerechtigkeit zu bringen, die durch sexuellen Missbrauch so schrecklich verletzt wurden.“ Der Papst habe bis zum Ende seines Australienbesuchs mit dem Treffen gewartet, weil er das Thema vom Weltjugendtag trennen wollte, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi. – Bei einem Gottesdienst am Samstag mit dem Klerus und den Ordensleuten des Landes hatte der Papst Sexualvergehen an Minderj�hrigen scharf verurteilt. Den Opfern und Angeh�rigen sprach er sein pers�nliches Bedauern f�r ihre Leiden aus. Sie sollten �Mitgef�hl und F�rsorge“ erhalten, die T�ter m�ssten verurteilt werden. (rv)

Benedikt XVI.: �Thank you“ an die WJT-Helfer
Vor seiner Abreise bedankte sich Benedikt XVI. bei den 8.000 ehrenamtlichen Helfern des Weltjugendtages. Ohne sie w�re das Gro�ereignis nicht durchf�hrbar gewesen, betonte das Kirchenoberhaupt bei einer Begegnung mit den Jugendlichen in der �Domain“ – einem gro�en �ffentlichen Park zwischen den Royal Botanic Gardens und dem Central Business District. Die Durchf�hrung des 23. Weltjugendtages habe es m�glich gemacht, dass mit der Kraft des Heiligen Geistes Jugendliche aus zahlreichen L�ndern und Kulturen zusammengekommen seien. Der Papst w�rtlich an die Helfer und Organisatoren:
�In den Menschenmengen, die hier in Sydney zusammengekommen sind, haben wir einen lebendigen Ausdruck der Einheit-in-der-Vielfalt der Weltkirche erblickt, eine Vision im Kleinen von der geeinten Menschheitsfamilie, die wir ersehnen. Diese Jugendlichen m�gen in der Kraft des Geistes diese Vision in der Welt von morgen Wirklichkeit werden lassen.“
Auch f�r ihn sei diese Woche eine herrliche und einzigartige Erfahrung gewesen, unterstrich Benedikt XVI.. Mit gro�en Opfern sei die Planung dieser herrlichen Tage f�r das Leben der Kirche in Australien m�glich geworden.
�In der Apostelgeschichte lesen wir, dass ,geben seliger als nehmen ist’ (Apg 20,35) – aber ich vertraue darauf, dass Ihr Helfer und Organisatoren dennoch viel von diesen jungen Menschen empfangen habt, f�r die Ihr im Laufe unserer Veranstaltungen so gro�z�gig Euren Dienst geleistet habt. Euch allen sage ich von Herzen ein aufrichtiges �Danke’.“ (rv)
 

Vatikansprecher: �Papst geht in die Tiefe“
Die Texte des Papstes bed�rfen einer intensiven Aufarbeitung. Das betonte vor der Abreise aus Sydney Vatikansprecher Pater Federico Lombardi in einer Pressekonferenz. Auf die Frage eines Journalisten, weshalb der Papst vor allem beim Abschlussgottesdienst eine so anspruchsvolle Botschaft an die Jugend gerichtet habe, antwortete Pater Lombardi:
�Man muss an seinen Texten gut und genau arbeiten, um sich dem Kern anzun�hern. Der Papst wei�, dass es viele Menschen gibt, die bereit sind, auf ihn zu h�ren, auch wenn die Texte auf den ersten Blick nicht immer einfach erscheinen. Bereits in K�ln konnte man feststellen, dass viele Jugendliche sich daran machten, die Texte genauer zu studieren.“
Inhaltlich habe der Papst verschiedene Themen angesprochen, so Vatikansprecher Lombardi.
�Die Ansprachen und Predigten des Papstes beim Weltjugendtag waren eine Art Katechismus auf breiter Ebene. Im Mittelpunkt stand jeweils die Bedeutung des Heiligen Geistes. Der Papst hat viel gesprochen, doch immer klare Worte gefunden. Es war hier in Sydney immer eine sehr intensive Spiritualit�t sp�rbar. Das haben wir besonders in jenem Moment erlebt, als der Papst mit schwer integrierbaren Jugendlichen sprach. Ihnen hat der Papst das christliche Leben als Weg der inneren Erneuerung angeboten.“
Die Wirkung des Papstes sei vielleicht anders als die seines charismatischen Vorg�ngers, r�umte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi ein. Man m�sse vor allem die verschiedenen Pers�nlichkeiten im Blick haben. W�hrend Johannes Paul II. eher spontan und als junger Priester in der Jugendseelsorge t�tig gewesen sei, war Benedikt XVI. Universit�tsprofessor. Der deutsche Papst gehe vielleicht nicht selbst mit gro�en Gesten auf die jungen Leute zu wie sein Vorg�nger, �doch empf�ngt er deren Gesten sehr freudig“, sagte Lombardi. Die Australier habe Papst Benedikt vor allem mit seinen starken Worten zu den Missbrauchsskandalen der Kirche beeindruckt. (rv)

Australien hat im Zuge des Besuchs von Papst Benedikt XVI. seine Vatikan-Botschaft aufgewertet. Das Land werde k�nftig beim Heiligen Stuhl mit einem eigenen, st�ndig in Rom residierenden Botschafter vertreten sein, best�tigte Vatikansprecher Federico Lombardi am Montag w�hrend des R�ckflugs von Sydney nach Rom. Bei der Verabschiedung am Flughafen stellte Premierminister Kevin Rudd dem Papst Tim Fisher als ersten st�ndig und ausschlie�lich in Rom ans�ssigen Vatikan-Botschafter seines Landes vor. In der Vorg�ngerregierung unter John Howard war Fisher stellvertretender Premierminister. Bisher nahm der australische Botschafter in Irland zugleich die Interessen seines Landes beim Heiligen Stuhl wahr. Allerdings unterhielt Australien auch in der Vergangenheit eine eigene Vatikan-Niederlassung und eine Kanzlei in Rom. (rv)

 

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8/2008

 

 

07.08.08

Gedenken an Paul VI.

Papst Paul VI. wusste sehr gut, dass er in bestimmten Punkten seiner Lehre die �ffentliche Meinung gegen sich hatte. Das sagte Kardinalstaatssekret�r Tarcisio Bertone bei einem Gottesdienst in Castel Gandolfo zum Gedenken an den vor 30 Jahren verstorbenen Montini-Papst.

�Einige seiner prophetischen Entscheidungen, denken wir an die Enzyklika �Humanae Vitae“, haben dazu gef�hrt, dass Papst Paul sich nahezu isoliert und unverstanden wieder fand, ungerechterweise sogar von der dominierenden �ffentlichen Meinung bek�mpft. In einer Generalaudienz 1968 vertraute er den Gl�ubigen an, er habe in einer so heiklen Frage wie der ehelichen Moral nach Beratungen mit vielen Fachleuten sein Gewissen ganz in den Dienst der Wahrheit gestellt und versucht, die g�ttliche Norm zu interpretieren. Es war ihm klar, dass ein gro�er Teil der �ffentlichen Meinung gegen ihn war, mit R�ckwirkungen auch auf die kirchliche Gemeinschaft. Aber er z�gerte nicht zu entscheiden. Und er tat es f�r das wahre Wohl des Mannes und der Frau.“

Am Abend fand in Castel Gandolfo auch ein Konzert zum Gedenken an Papst Paul VI. statt. Das Sinfonieorchester des Vereinten Europa (OSEU) unter dem niederl�ndischen Dirigenten Gerard Oskamp spielten Werke von Mendelssohn, Mozart und Beethoven. (rv)

 

 

07.08.08

Vatikan: �Schlie�ung der Bibliothek hat Folgen“

Die Totalschlie�ung der Vatikanischen Bibliothek f�r drei Jahre wird sich negativ auf die Forschung auswirken. Das glaubt die deutsche Kunsthistorikerin Elisabeth Kieven, frischgebackenes Mitglied im P�pstlichen Komitee f�r Geschichtswissenschaften. Zumal j�ngere Forscher seien von der Ma�nahme schwer betroffen, so Kieven, die in Rom die Forschungseinrichtung �Bibliotheca Hertziana“ mit rund 40 Kunsthistorikern leitet.

�Es ist nat�rlich ein Drama, dass die Vatikanische Bibliothek f�r mehrere Jahre geschlossen ist. Das wird sich auf die Forschung auswirken. Denn der Bestand an Manuskripten der Vaticana, fast 100.000, ist durch nichts zu ersetzen. B�cher k�nnen Sie eventuell noch woanders finden. Und wir haben heute auch �ber Internet M�glichkeiten, auf Texte zur�ckzugreifen. Aber die Manuskripte sind einzigartig. Wenn die jetzt f�r Jahre gesperrt sind, bricht in einigen Forschungsbereichen der Geisteswissenschaft wie Religionsgeschichte, Geschichte, Kunstgeschichte die Forschung fast zusammen.“

Auch die Bibliothek der Hertziana – am oberen Ende der Spanischen Treppe - wird soeben umgebaut. Allerdings sind die Best�nde der Bibliothek f�r die Forscher s�mtlich einsehbar. Kieven �u�erte Verst�ndnis f�r die Renovierung der Vaticana.

�Wir haben alle die gleichen Probleme. Die Masse der B�cher w�chst, dann gibt es statische Probleme. Die neuen Brandschutz- und Arbeitsschutzgesetze erfordern sehr umfangreiche Bauma�nahmen. Wir m�ssen diese Ma�nahmen alle durchf�hren, auch die Vaticana.“

Aber: �Es w�re sch�n gewesen, wenn man zumindest die Manuskripte konsultieren k�nnte. Denn ist ein Riesenproblem, weil Sie bestimmte Doktorarbeiten gar nicht schreiben k�nnen, wenn die Manuskriptabteilung zu ist. Ich dr�cke sehr die Daumen, dass die Bauzeit von drei Jahren einzuhalten ist!“ (rv)

 

 

09.08.08

Georgien: Papst besorgt wegen Eskalation der Gewalt

Papst Benedikt XVI. verfolgt mit wachsender Sorge die Krise in Ossetien und die milit�rische Eskalation zwischen Georgien und Russland. Der Papst bete und hoffe, dass der kriegerische Konflikt durch Vernunft und diplomatische Wege wieder beendet werden k�nne, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Samstag in �Radio Vatikan“. Der Heilige Stuhl sei �schockiert“ �ber die Ereignisse im Kaukasus und dar�ber, dass nach einigen Jahren der Ruhe jetzt wieder Gewalt in dieser ohnehin von vielen Spannungen gepr�gten Region ausgebrochen sei.

�Das ist ein schwieriger Moment. Hoffen wir, dass die Vernunft, der Wille zum Frieden und zum Verhandeln siegt �ber die Waffen, die niemals einen guten Weg darstellen, um Frieden zu schaffen.“

Die Situation in der Kaukasusregion war eskaliert, nachdem russische Truppen in die von Georgien abtr�nnige Provinz S�dossetien einmarschiert waren. Der Kreml unterst�tzt seit Jahren S�dossetien und seine 75 000 Bewohner in der Auseinandersetzung mit dem pro-westlichen Georgien. Es begr�ndete die Milit�raktion mit dem Ziel, von Georgiern ausgehende Gewalthandlungen beenden zu wollen. Wir haben Giuseppe Pasotto, den Apostolischen Administrator f�r die Gl�ubigen des lateinischen Ritus in Georgien, telephonisch in Tblisi erreicht:

�Die Situation ist eskaliert, aber warum wei� ich nicht. Man m�sste die verschiedenen Seiten h�ren, denn von hier aus ist es schwierig, die Lage einzuordnen. Man hat gesp�rt, dass etwas passieren w�rde. Manche sagen, von russischer Seite sei alles von langer Hand vorbereitet gewesen.“

Nach ARD-Angaben ist die s�dossetische Provinzhauptstadt Tschinwali weitgehend zerst�rt. Sprecher des russischen Milit�rs sagten, Tschinwali sei unter russischer Kontrolle und keine georgischen Kr�fte mehr in der Stadt. Der russische Staatsrundfunksendung �Voice of Russia“ meldet, dass georgische Truppen mit Streubomben versucht h�tten, die Kontrolle �ber die Provinzhauptstadt wieder zu erlangen. Dabei seien 1500 Zivilisten ums Leben gekommen. Dazu Bischof Pasotto:

�Die Georgier sagen, dass das nicht stimmt. Ich verstehe nicht, warum Bombardierungen durchgef�hrt werden, manchmal auch auf nicht-milit�rische Ziele. Ich kann verstehen, dass es zuweilen schwierige Momente gibt, aber den Konflikt auf diese Weise auszuweiten, dass finde ich sehr schwierig.“

Derzeit, so hei�t es in russischen Quellen weiter, versuche die russische Seite, Georgien zu einem Waffenstillstand zu zwingen. Konvois mit Hilfsg�tern und mobilen Krankenstationen seien in die Krisenregion unterwegs. Nach georgischen Angaben sind 30 000 Menschen auf der Flucht. Die Regierung in Tiflis berichtete, die russischen Luftstreitkr�fte h�tten milit�rische Ziele in Tiflis, weitere Anlagen im Land und die Stadt Gori angegriffen. Vollst�ndig zerst�rt worden sei, so das georgische Au�enministerium, der Schwarzmeerhafen Poti, der ebenfalls f�r die Erd�lversorgung Westeuropas bedeutend ist. Berichtet wird ferner von Angriffen auf georgische Stellungen in der von Georgien abtr�nnigen Region Abchasien. Eine Deeskalation ist nicht in Sicht. Giuseppe Passoto:

�Der Patriarch hat dazu aufgerufen, dass abends um 19 Uhr alle gemeinsam um Frieden beten. Gestern haben wir Vertreter der religi�sen und ethnischen Minderheiten uns getroffen, um eine gemeinsame Erkl�rung zu verabschieden. Wir haben den Abbruch der Kampfhandlungen gefordert und die Respektierung jeder einzelnen Person. Wir haben gefordert, dass andere Staaten nicht die nationale Souver�nit�t verletzen, und Russland haben wir aufgefordert, eine befriedende Rolle zu spielen.“

Antonio Mennini, der Apostolische Nuntius in der Russischen F�deration setzt weiter auf Diplomatie:

�Ich bin davon �berzeugt, dass es noch einen breiten Handlungsspielraum f�r eine gerechte und ehrbare L�sung f�r alle Seiten gibt. Man muss an den Verhandlungstisch zur�ckkehren, denn das ist der einzige Weg, um eine nicht nur dauerhafte, sondern auch f�r alle befriedigende L�sung zustande zu bringen.“ (rv)

 

 

19.08.08

 Neuer Kommandant der Schweizergarde

Die P�pstliche Schweizergarde hat einen neuen Kommandanten. Papst Benedikt XVI. berief am Dienstag Daniel Rolf Anrig in den Vatikan. Der 36-j�hrige Jurist ist derzeit Kommandant der Glarner Kantonspolizei. Er folgt Elmar M�der als Chef der p�pstlichen Schutztruppe nach. Den Dienst tritt er am 1. Dezember 2008 an. Anrig stammt - wie M�der - aus dem Kanton Sankt Gallen. In einer ersten Reaktion sagte er uns:

�Es ist f�r mich nat�rlich eine gro�e Freude, dass ich vom Heiligen Vater ernannt worden bin. Sicher ist es auch eine gro�e Freude, mit jungen Leuten die Visitenkarte f�r die Schweiz und f�r die Kirche insbesondere zu sein. Deswegen ist es auch eine besondere Ehre f�r mich, als Kommandant mit diesem Corps der Kirche dienen zu d�rfen.“
2002 bis 2006 leitete Anrig im Kanton Glarus die Kriminalpolizei, zuletzt war er Kommandant des Corps. Erfahrungen, die ihm als Chef der P�pstlichen Leibgarde unverzichtbar sein werden, glaubt Anrig.

�Hier habe ich einerseits kriminalpolizeiliche Erfahrungen gesammelt, und ich habe in den letzten Jahren ein Corps gef�hrt, das die gesamte Palette der Polizeiarbeit beinhaltet hat. Und diese F�hrungserfahrungen an der Spitze eines kleinen kantonalen Corps war sicher sehr wichtig und wird wahrscheinlich auch f�r die Arbeit in Rom von Gewinn sein.“
Immer wieder war in letzter Zeit von Spannungen zwischen Schweizergarde und vatikanischer Gendarmerie die Rede. Beide sind f�r die Sicherheit im Vatikan zust�ndig. Daniel Anrig:

�Ich kann das von au�en nicht beurteilen, f�r mich ist aber eines ganz klar: Ich bin schon seit sieben Jahren bei der Polizei, und Sicherheit kann man nur im Verbund, im Team generieren. Ich denke, wenn man Sicherheit in Kooperation produziert, dann haben alle einen Nutzen davon. Das ist meine Erfahrung aus der Polizei: Zusammen werden wir Sicherheit produzieren.“
Erfahrungen bei der Schweizergarde hat Anrig ebenfalls: Von 1992 bis 1994 war er Gardist. Sp�ter studierte er Zivil- und Kirchenrecht in Freiburg (Schweiz). Anrig ist mit einer Theologin verheiratet und hat vier Kinder. Die Schweizer Bisch�fe �bermittelten dem neuen Kommandanten ihre Gl�ckw�nsche. Sie dankten gleichzeitig dem zur�ckgetretenen Kommandanten der Schweizergarde, Elmar M�der, f�r seine hervorragenden Dienste. (rv)

 

 

26.08.08

Vatikan: 30 Jahre Johannes Paul I.

Vor 30 Jahren, am 26. August 1978, wurde Albino Luciani zum Papst gew�hlt. Der damalige Patriarch von Venedig gab sich den Namen Johannes Paul I. Sein Pontifikat w�hrte nur 33 Tage. Geschichte schrieben seine menschlichen, liebevollen Unterweisungen. Hier eine Aufnahme aus dem Audioarchiv von Radio Vatikan:

�Gott schenkt uns seine Liebe, die niemals untergeht. Wir wissen, dass er stets die Augen auf uns richtet, auch wenn es Nacht zu sein scheint. Er ist Vater, und noch mehr ist er Mutter. Er will allen Gutes. Wenn ein Kind krank ist, liebt die Mutter es noch mehr. Und wenn wir krank sind, wenn wir vom Weg abgekommen sind, haben wir noch einen Grund mehr, vom Herrn geliebt zu werden.“

Der heutige Patriarch von Venedig, Erzbischof Angelo Scola, im R�ckblick:

�Johannes Paul I. war wirklich eine gro�e �berraschung des Heiligen Geistes. Denn er hat mit seinem intensiven, wenngleich kurzen Pontifikat, aber vor allem mit seiner gro�en Pers�nlichkeit zu einer erweiterten Katholizit�t des Papsttums beigetragen: Er hat den �bergang von einem italienischen Papst zu einem Papst m�glich gemacht, der aus allen Kontinenten kommen kann.“

Albino Luciani wurde �der l�chelnde Papst“ genannt. Scola, der an diesem Dienstag in der Geburtsstadt Lucianis einen Gottesdienst feiert, erinnert an grundlegende Charaktereigenschaften des Mannes aus Canale d’Agordo im Veneto:

�Dieses L�cheln muss interpretiert werden. Es ist die Folge zweier Grundtugenden, die Albino Luciani von Kindheit an pflegte: Bescheidenheit und Gehorsam. F�r ihn geh�rten sie immer zusammen. Das ist also kein billiges L�cheln.“

Johannes Paul I. starb �berraschend in der Nacht auf den 29. September 1978 an einem Herzinfarkt. F�r ihn ist ein Seligsprechungsverfahren im Gang. (rv)

 

 

31.08.08

Apostolische Reise Benedikt XVI. nach Frankreich vom 12.-15.09.2008

Freitag, 12. September
9.00 Uhr Abflug vom Internationalen Flughafen Leonardo da Vinci in Fiumicino                      (Rom) nach Orly (Paris)
11.10 Uhr Ankunft am Flughafen Orly
11.15 Uhr Offizieller Empfang am Flughafen
12.25 Uhr Willkommenszeremonie am Elys�e-Palast
12.30 Uhr H�flichkeitsbesuch beim Staatspr�sidenten
13.00 Uhr Begegnung mit staatlichen Autorit�ten im Elys�e-Palast; Rede des                               Papstes
17.00 Uhr Kurze Begegnung mit Vertretern der j�dischen Gemeinde in der                                   Apostolischen Nuntiatur
17.30 Uhr Begegnung mit Vertretern des Kulturlebens im "Coll�ge des Bernardins";                    Rede des Papstes
19.15 Uhr Vesper mit Priestern, Ordensleuten, Seminaristen und Diakonen in der                         Kathedrale Notre Dame; Rede des Papstes
20.30 Uhr Begr��ung von Jugendlichen auf dem Vorplatz der Kathedrale Notre                           Dame; Gru�wort des Papstes

Samstag, 13. September
9.10 Uhr Kurzer Besuch im "Institut de France"
10.00 Uhr Messe auf dem Vorplatz des Invalidendoms; Predigt des Papstes
12.30 Uhr Mittagessen mit den Bisch�fen der Ile de France und mit dem p�pstlichen                    Gefolge in der Apostolischen Nuntiatur
15.50 Uhr Abschied von der Apostolischen Nuntiatur
16.30 Uhr Abflug vom Flughafen Orly nach Tarbes-Lourdes
17.45 Uhr Ankunft am Flughafen Tarbes-Lourdes

Sonntag, 14. September
10.00 Uhr Messe zum 150. Jubil�um der Erscheinungen auf der Prairie von                                  Lourdes; Predigt des Papstes; Angelusgebet auf der Prairie von Lourdes;                    Ansprache des Papstes
12.45 Uhr Mittagessen mit den Bisch�fen der Region Midi-Pyrenees und mit den                          Kardin�len und Bisch�fen des p�pstlichen Gefolges in der "Hermitage St.                    Joseph"
17.15 Uhr Begegnung mit den franz�sischen Bisch�fen im "H�micycle                                           Sainte-Bernadette"; Ansprache des Papstes
18.30 Uhr Abschlu� der Eucharistischen Prozession auf der Prairie von Lourdes;                          Ansprache des Papstes

Montag, 15. September
Abschied von der Residenz "Hermitage St. Joseph"
8.45 Uhr Besuch im Oratorium des Krankenhauses
9.30 Uhr Messe mit Kranken in der Rosenkranzbasilika; Predigt des Papstes
12.10 Uhr Abflug im Helikopter vom Antoine-B�gu�re-Stadion zum Flughaften                            Tarbes-Lourdes
12.30 Uhr Ankunft am Flughafen; Abschiedszeremonie im Flughafen; Ansprache                         des Papstes
13.00 Uhr Abflug nach Ciampino (Rom)
15.15 Uhr Ankunft am Flughafen Ciampino. Anschlie�end Weiterfahrt nach Castel                     Gandolfo.

 

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9/2008

 

 

06.09.08

Italien: Stippvisite auf der Insel

Papst Benedikt XVI. reist an diesem Sonntag zu einem Pastoralbesuch nach Sardinien. Zehn Stunden wird die Visite dauern, deren Hauptprogrammpunkt eine Messe vor dem Marienheiligtum �Nostra Signora di Bonaria” in der Inselhauptstadt Cagliari ist. Die Gottesmutter von Bonaria ist seit 100 Jahren Patronin Sardiniens. Papst Benedikts Besuch soll den Gl�ubigen neue Horizonte �ffnen, w�nscht sich der Erzbischof von Cagliari, Giuseppe Mani:

�Der Papst ist Oberhaupt der Weltkirche. Und f�r uns als mediterranes Inselvolk z�hlt das besonders. Wir z�hlen rund eineinhalb Millionen Einwohner hier, doch w�hrend des Sommers w�chst die Zahl der Menschen auf der Insel auf sieben oder acht Millionen an, aufgrund der G�ste, die uns besuchen. Der Papst kommt auch, um uns klarzumachen, dass wir Geschwister sind – egal woher wir kommen, ob aus Italien, Afrika oder Asien.”

Vor dem Gottesdienst wird der Papst mit etwa einem Dutzend hundertj�hriger Sarden zusammentreffen und sie segnen. Insgesamt erwartet Cagliari mehr als 50.000 Menschen.

�Der gro�e Reichtum Sardiniens ist seine Volksreligiosit�t, auch heute noch. Auf gewisse Weise kann man nicht Sarde sein, ohne Christ zu sein. Hier wird man als Christ geboren.”

Damit das auch so bleibt, ist am Nachmittag eine Begegnung des Papstes mit sardischen Jugendlichen vorgesehen. Davor steht ein Mittagessen mit den sardischen Bisch�fen auf dem Programm, das einen informellen Gedankenaustausch erm�glichen wird. Au�erdem richtet der Papst in der Kathedrale von Cagliari eine Ansprache an Priester, Seminaristen und Theologen. Am fr�hen Abend fliegt Benedikt XVI. nach Rom zur�ck. Radio Vatikan �bertr�gt den Gottesdienst in Cagliari und den Angelus live und mit deutschem Kommentar ab 10.20 Uhr �ber verschiedene Partnersender. (rv)

 

 

06.09.08

Vatikan: Wer bei der Synode mit dabei ist

Die Weltbischofssynode im Oktober �ber das Wort Gottes nimmt Gestalt an. Papst Benedikt XVI. hat an diesem Samstag die Mitglieder der XII. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode berufen. Au�erdem gab der Vatikan die Ernennung der �Experten” und der �H�rer und H�rerinnen” der Versammlung bekannt.

Unter den 32 vom Papst ernannten Mitgliedern der Bischofssynode befindet sich als einziger aus dem deutschsprachigen Raum der K�lner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner. Die beiden Mitglieder, die nicht aus den R�ngen der Kardin�le und Bisch�fe stammen, sind der Generalobere des Jesuitenordens, P. Adolfo Nicolas, und der Pr�sident von Comunione e Liberazione, Julian Carron.
Vielf�ltiger das Bild bei den quantitativ gr��eren Gruppen, deren Mitglieder vom Generalsekret�r der Bischofssynode ernannt wurden, n�mlich die Experten einerseits und die H�rer und H�rerinnen andererseits. Von den 41 Experten sind rund ein Viertel Laien, so aus Deutschland der in Wuppertal lehrende Neutestamentler Thomas S�ding und der Generalsekret�r der Katholischen Bibelf�deration, Alexander Schweitzer, und aus �sterreich der Exeget Michael Waldstein (Gaming). Sechs der zehn Laien in der Gruppe der Experten sind Frauen, darunter die US-amerikanische Dogmatikerin Sara Butler, die auch der Internationalen Theologischen Kommission angeh�rt. Von den 37 �H�rern und H�rerinnen” sind mehr als die H�lfte Frauen, darunter die in Dresden lehrende Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkowitz, die Vorsitzende der Internationalen Union der Generaloberinnen, Schwester Louise Madore, sowie die neue Pr�sidentin der Fokolar-Bewegung Maria Voce. Au�erdem unter den H�rern der Bibelsynode: Nikolaus Lobkowicz, emeritierter Rektor der Katholischen Universit�t Eichst�tt. Die Weltbischofssynode beginnt am 5. Oktober mit einem Papstgottesdienst in Sankt Paul vor den Mauern. Bei der Versammlung im Vatikan beraten rund 250 Bisch�fe und Fachleute �ber �Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche”. Das Treffen endet am 26. Oktober mit einer gemeinsamen Eucharistiefeier unter Leitung des Papstes im Petersdom. (rv)

 

 

09.09.08

Kardinal Antonio Innocenti ist tot.

Der fr�here Pr�fekt der vatikanischen Klerus-Kongregation starb am Samstag in Rom. Damit z�hlt das Kardinalskollegium derzeit 193 Mitglieder – 116 wahlberechtigt, 77 nicht. Innocenti wurde im August 1915 in der N�he von Arezzo in Mittelitalien geboren. Er studierte in Rom an der P�pstlichen Universit�t Gregoriana. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs rettete er zahlreiche Menschen vor der Deportation und entging daf�r nur knapp seiner Hinrichtung durch die Deutschen. Nach mehreren Stationen an Nuntiaturen in aller Welt wurde er 1967 Bischof und Nuntius in Paraguay und sp�ter in Spanien. 1985 machte ihn Johannes Paul II. zum Kardinal und Pr�fekten der Kleruskongregation. Bis Dezember 1995 leitete Innocenti auch die P�pstliche Kommission �Ecclesia Dei“, die sich um das Gespr�ch mit schismatischen Kr�ften bem�ht. (rv)

 

 

12.09.08

1. Tag der Papstreise (12.09.08)

 

Benedikt XVI. beginnt Apostolische Reise nach Frankreich – Das Programm in K�rze
Benedikt XVI. ist in Frankreich. Am Freitag traf er in Paris ein, wo er bei seiner ersten Ansprache die Trennung zwischen Staat und Kirche w�rdigte. Allerdings leiste Religion einen wichtigen Beitrag zu einem ethischen Grundkonsens in der Gesellschaft, meinte der Papst im Elys�e-Palast, dem Amtssitz von Pr�sident Sarkozy. Am Abend hielt Benedikt eine gro�e Rede zum Thema Glaube und Vernunft. Dabei warnte er vor davor, die Gottesfrage ins Subjektive abzudr�ngen – das w�re eine �Kapitulation der Vernunft” und ein schwerwiegender �Absturz der Humanit�t“. Bei dem Treffen mit rund 700 Vertretern des Kulturwesens nahmen auch Delegierte der muslimischen Gemeinschaft Frankreichs Teil. Mit Vertretern des Judentums hatte sich das Kirchenoberhaupt aus Achtung der Sabbatgebote bereits am Freitag Nachmittag getroffen. In der Kathedrale Notre Dame feiert Papst Benedikt am Abend die Vesper mit Ordensleuten und Mitgliedern des Klerus, auch Gl�ubige anderer christlicher Konfessionen nehmen daran teil. Auf dem Vorplatz findet eine Gebetswache mit Jugendlichen statt, an die der Papst nach der Vesper ein Gru�wort richtet. Gegen Mitternacht bilden die Katholiken einen Lichterzug von Notre-Dame zu den �Invaliden“, wie die Milit�ranlage mit der markanten goldenen Kuppel in der N�he des Eiffelturms hei�t. Dort, auf dem weitl�ufigen Vorplatz, feiert der Papst am Samstagvormittag eine Messe, zu der bis zu 300.000 Gl�ubige erwartet werden. Anschlie�end reist er weiter in den s�dfranz�sischen Wallfahrtsort Lourdes. Dort nimmt er bis Montag an den Feiern zum 150. Jahrestag der Marienerscheinungen teil. (rv)

Empfang durch Pr�sident Sarkozy auf dem Flughafen Orly
Papst Benedikt ist am Freitag Vormittag auf dem Flughafen Orly gelandet. Um 11.12 Uhr �ffneten sich die T�ren der Alitalia-Maschine, die das Kirchenoberhaupt von Rom-Fiumicino aus nach Paris-Orly gebracht hatte. Staatspr�sident Nicolas Sarkozy hie� den Papst willkommen. Diese protokollarische Ehre hatte Sarkozy bislang nur dem ehemaligen s�dafrikanischen Pr�sidenten Nelson Mandela erwiesen. Begleitet wurde er von Ehefrau Carla Bruni und dem Pariser Erzbischof Kardinal Andr� Vingt-Trois. Die Er�ffnungszeremonie sah keine Ansprachen vor, Benedikt nahm die milit�rischen Ehren entgegen und begr��te einige Mitglieder des franz�sischen Episkopats. Die offiziellen Reden und der Besuch im Elys�e-Palast folgten ab 12 Uhr 30. In seiner Botschaft an das Volk der �geliebten Grande Nation” hatte der Papst vor der Abreise betont, er k�me als �Bote des Friedens und der Br�derlichkeit” nach Frankreich. Benedikt XVI. ist in Paris zu Gast in der Apostolischen Nuntiatur. (rv)

Im Elys�e-Palast: Papst und Sarkozy betonen Dialog und Toleranz
Papst Benedikt XVI. hat zum Auftakt seines Frankreichbesuchs die grunds�tzliche Trennung von Religion und Politik gew�rdigt. Im Pariser Elys�e-Palast wies er am Freitag Mittag aber auch auf die wichtige Rolle von Religion f�r die Gesellschaft hin. Hier ein ausf�hrlicher Bericht �ber den Auftakt der Visite.

Elf Uhr an diesem Freitag: Die Alitalia-Maschine mit Benedikt an Bord setzt in Paris auf. Das Wetter ist grau und windig; Pr�sident Sarkozy ist selbst zum Flughafen Orly gekommen, um den Papst zu begr��en – protokollarisch stellt das eine besondere Ehre dar. An der Seite des staatsm�nnisch dreinblickenden Sarkozy ist seine dritte Frau, Carla Bruni, im grauen Kost�m; sie kann eine gewisse Nervosit�t nicht �berspielen. Der Papst im wei�en Gewand verl�sst das Flugzeug, gr��t das Pr�sidentenehepaar und den Pariser Kardinal Andr� Vingt-Trois – den Boden k�sst er nicht. Ein paar herzliche Worte zwischen Papst und Pr�sident, ein Handschlag f�r Bisch�fe und einige Staatsvertreter, ein breites L�cheln des franz�sischen Kardinals Etchegaray, der im Schlepptau Benedikts seine Heimat besucht – dann f�hrt der Papst mit einer dunklen Limousine zum Elys�e-Palast im Pariser Zentrum, �rive droite“, nicht weit von den Champs-Elys�es.

Dort im Hof des Palastes salutiert die Ehrengarde mit wei�en Handschuhen und gezogenem S�bel, als das Papst-Auto um 12.30 Uhr vorf�hrt. Nicolas Sarkozy empf�ngt ihn auf der Treppe, und gleich im Innern dr�ckt auch Premierminister Francois Fillon dem Gast aus Rom die Hand. Dann geht es zu einer Besprechung Papst-Pr�sident ins obere Stockwerk des Elys�e; zum Schluss des Gespr�chs kommen u.a. Carla Bruni, Sarkozys Mutter und einer seiner S�hne hinzu. Benedikt schenkt dem Pr�sidenten einen Piranesi-Stich der Lateran-Basilika, deren Ehren-Domherr Sarkozy seit Dezember letzten Jahres ist und wo er eine Grundsatzrede �ber Laizit�t gehalten hat; von Sarkozy bekommt er ein Portr�t sowie eine alte Ausgabe des Pariser Naturwissenschaftlers und christlichen Denkers Blaise Pascal. Dann freundlicher Applaus f�r Benedikt in der �Salle des fetes“, wo er Vertreter von Staat und Regierung trifft. Ehrengast ist �brigens ein Bruder des unl�ngst im Irak ermordeten chald�ischen Erzbischofs von Mossul Faraj Raho.

Auf einem kleinen Podium mit den Fahnen des Vatikans, Frankreichs und Europas ergreift zun�chst Sarkozy die Gelegenheit, von neuem f�r sein Konzept der �positiven Laizit�t” des Staates zu werben. Der Dialog mit den Religionen sei legitim f�r eine Demokratie und entspreche der Laizit�t. Insbesondere die christliche Religion, mit der Frankreich eine lange Geschichte teile, sei ein lebendiges Erbe des Nachdenkens �ber Gott, den Menschen und die Gesellschaft. �Es w�re verr�ckt, sich dessen zu berauben. Es w�re ein Vergehen gegen die Kultur und gegen die Vernunft“, so Sarkozy: Eine positive, offene Laizit�t sei eine Einladung zu Dialog, Toleranz und Respekt. Nicht ohne Pathos warnt der Pr�sident vor neuen Religionskriegen - das Gespr�ch mit und unter den Religionen sei eines der gro�en Themen des 21. Jahrhunderts. Die politisch Verantwortlichen k�nnten nicht umhin, sich daf�r zu interessieren. Aber sie k�nnten nur dann zu diesem Dialog beitragen, wenn sie die Religionen respektierten. Sarkozy erw�hnt, dass er sich auch im saudischen Riad pers�nlich f�r das Gespr�ch der Religionen engagiert habe – und er zitiert an einer Stelle seiner Rede sogar den Dalai Lama. Der Papst nimmt den Ball namens �positive Laizit�t” dann in seiner Rede auf, weitet aber den Blick und spricht von seiner Sorge �ber die Umwelt, �ber neues S�belrasseln in der Welt, �ber Schwierigkeiten beim Bau der Europ�ischen Union. Noch einmal ein herzlicher H�ndedruck zwischen den beiden Staatschefs, dann f�hrt Benedikt weiter in die nahe gelegene Nuntiatur. (rv)

Die Kerns�tze der Ansprache Benedikts im Elys�e-Palast
In der ersten Ansprache im Pariser Elys�e-Palast erinnerte der Papst an den wichtigen Beitrag der Religion f�r die ethischen Normen der Gesellschaft. Bei offiziellen Empfang am Sitz des Staatspr�sidenten beklagte das Kirchenoberhaupt die wachsende Distanz zwischen Arm und Reich und rief zu konkreten Ma�nahmen gegen den Klimawandel auf. Mit Blick auf die Europa-Politik warnte Benedikt XVI. vor �der Gefahr eines Widererstehens alten Misstrauens“. Frankreich aufgrund seiner Geschichte sei in der derzeitigen EU-Ratsspr�sidentschaft dazu berufen, �Europa zu helfen,…den Frieden aufzubauen“.
Hier Kerns�tze der Ansprache:

�Gegenw�rtig erfreut sich die Kirche in Frankreich einer Ordnung der Freiheit. Das Misstrauen der Vergangenheit hat sich allm�hlich in einen sachlichen und positiven Dialog verwandelt, der sich zunehmend festigt. … Wir wissen, dass einige Bereiche des Dialogs noch offen sind, die wir mit Entschiedenheit und Geduld nach und nach in Angriff nehmen und bereinigen m�ssen…

Ich bin �berzeugt, dass in dieser geschichtlichen Zeit, in der die Kulturen sich immer mehr verflechten, ein neues Nachdenken �ber den wahren Sinn und die Bedeutung der Laizit�t notwendig geworden ist. In der Tat ist es grundlegend, einerseits auf die Unterscheidung zwischen politischem und religi�sem Bereich zu bestehen, um sowohl die Religionsfreiheit der B�rger als auch die Verantwortung des Staates, die er ihnen gegen�ber hat, zu gew�hrleisten, und sich andererseits deutlicher der unersetzlichen Funktion der Religion f�r die Gewissensbildung bewusst zu werden und des Beitrags, den die Religion gemeinsam mit anderen zur Bildung eines ethischen Grundkonsenses innerhalb der Gesellschaft erbringen kann…

Besorgt bin ich �ber die soziale Situation der westlichen Welt, die leider durch eine schleichend wachsende Distanz zwischen Reichen und Armen gekennzeichnet ist. Ich bin sicher, dass es m�glich ist, gerechte L�sungen zu finden, die �ber die notwendige unmittelbare Hilfe hinaus zum Kern des Problems vordringen, um die Schwachen zu sch�tzen und ihre W�rde zu f�rdern…

In einem wesentlich weiteren Rahmen beunruhigt mich auch der Zustand unseres Planeten. Mir scheint der Moment gekommen, konstruktivere Vorschl�ge zu machen, um das Wohl der kommenden Generationen zu gew�hrleisten…

Die Pr�sidentschaft der Europ�ischen Gemeinschaft stellt f�r Ihr Land eine Gelegenheit dar, die Bedeutung, die Frankreich gem�� seiner edlen Tradition den Menschenrechten und ihrer F�rderung zum Wohl der einzelnen wie der Gesellschaft zumisst, zu bezeugen. Insbesondere angesichts der Gefahr eines Wiedererstehens alten Misstrauens, von Spannungen und Gegens�tzen zwischen den Nationen, was wir heute mit Sorge beobachten, ist Frankreich dazu berufen, Europa zu helfen, innerhalb seiner Grenzen und auf der ganzen Welt den Frieden aufzubauen. … Dabei ist andererseits daran zu erinnern, dass "die nationale Identit�t selbst nur durch die �ffnung zu anderen V�lkern und durch die Solidarit�t mit ihnen verwirklicht werden kann" (Nachsynodales Schreiben Ecclesia in Europa, Nr. 112). (rv)
 

Stichwort: Katholische Kirche in Frankreich
Die katholische Kirche in Frankreich z�hlt zu den traditionsreichsten und geistesgeschichtlich bedeutendsten in Europa. Marksteine ihrer Geschichte sind etwa im christlich gepr�gten Mittelalter die Taufe des Frankenk�nigs Chlodwig, die Reichskirche Karls des Gro�en und das �Zeitalter der Kathedralen“; weiter die Religionskriege des 16./17. Jahrhunderts, die Auseinandersetzung zwischen Kirche und Absolutismus, die Epoche der Aufkl�rung und die Franz�sische Revolution.

Rund drei Viertel der gut 61 Millionen Einwohner Frankreichs sind heute katholisch. Doch Bisch�fe und Klerus beklagen die abnehmende Zahl praktizierender Katholiken sowie der Priester. 16.553 Pfarreien geh�ren zu 98 Di�zesen. Seit der Verstaatlichung ihres Eigentums im Zuge der Franz�sischen Revolution finanziert sich die Kirche allein durch Spenden und Beitr�ge der Katholiken; Kirchensteuern gibt es nicht. Der Unterhalt von Kirchengeb�uden, die vor 1905 errichtet wurden, obliegt dem Staat; Neubauten muss die Kirche selbst finanzieren.

Die Bischofskonferenz z�hlt 108 amtierende Mitglieder. Traditioneller Ort der Vollversammlungen ist der Nationalwallfahrtsort Lourdes. Alle Bisch�fe werden bei der Papstmesse am Sonntag und der Begegnung am Nachmittag teilnehmen. Hier darf ein Wort zur aktuellen Lage der Kirche im Land erwartet werden.

Nach wie vor sehr aktiv ist die franz�sische Kirche in den Bereichen Bildung und Medien. Etwa 13 Prozent aller Grundsch�ler sowie 20 Prozent aller Obersch�ler besuchen katholische Einrichtungen. Im l�ndlichen Raum liegt diese Quote sogar bei 30 Prozent. (rv)

Die Kerns�tze der Ansprache Benedikts XVI. in �Les Bernardins“
�Heute Abend m�chte ich zu Ihnen �ber die Urspr�nge der abendl�ndischen Theologie und die Wurzeln der europ�ischen Kultur sprechen. … Dies ist ein Ort, der mit der Kultur des M�nchtums zu tun hat. Geht uns das heute noch etwas an, oder begegnen wir dabei blo� einer vergangenen Welt? Um darauf antworten zu k�nnen, m�ssen wir uns einen Augenblick auf das Wesen des abendl�ndischen M�nchtums selbst besinnen.“

Ziel der M�nche war es nicht, Kultur zu schaffen, so der Papst.

�Ihr Ziel hie�: quaerere Deum (Gott suchen). In der Wirrnis der Zeiten, in der nichts standzuhalten schien, wollten sie das Wesentliche tun – sich bem�hen, das immer G�ltige und Bleibende, das Leben selber zu finden. Sie waren auf der Suche nach Gott. … Gott hatte selbst Wegzeichen ausgesteckt, ja, einen Weg gebahnt, den zu finden und zu gehen die Aufgabe war. Dieser Weg war sein Wort, das in den B�chern der heiligen Schriften vor den Menschen aufgeschlagen war. Die Suche nach Gott verlangt so von innen her eine Kultur des Wortes. … Weil im biblischen Wort Gott unterwegs ist zu uns und wir zu ihm, darum muss man lernen, in das Geheimnis der Sprache einzudringen, sie in ihrem Aufbau und in der Weise ihres Ausdrucks zu begreifen. So werden gerade durch die Gottsuche die profanen Wissenschaften wichtig, die uns den Weg zur Sprache zeigen.“ Bibliothek und Schule geh�ren deshalb zum Kloster hinzu.

�Das Kloster dient der eruditio, der Formung und Bildung des Menschen – Formung letztlich darauf hin, dass der Mensch Gott zu dienen lerne. Aber dies schlie�t gerade auch die Formung des Verstandes, die Bildung ein, durch die der Mensch in den W�rtern das eigentliche Wort wahrzunehmen lernt.“
Das Wort mache wach f�r Gott f�reinander, f�hre in eine Weggemeinschaft des Glaubens. Deshalb muss es laut Benedikt XVI. �bedacht“ und �recht gelesen werden“. Ein n�chster Schritt:

�Das Wort Gottes bringt uns selber ins Gespr�ch mit Gott. … F�r das Beten vom Wort Gottes her reicht das Sprechen nicht aus, es verlangt Musik. … Aus diesem inneren Anspruch des Redens mit Gott und des Singens von Gott mit den von ihm selbst geschenkten Worten ist die gro�e abendl�ndische Musik entstanden. Es ging nicht um private �Kreativit�t“, in der das Individuum sich selbst ein Denkmal setzt und als Ma�stab wesentlich die Darstellung des eigenen Ich nimmt. Es ging vielmehr darum, wachsam mit den �Ohren des Herzens“ die inneren Gesetze der Musik der Sch�pfung selbst, die vom Sch�pfer in seine Welt und in den Menschen gelegten Wesensformen der Musik zu erkennen und so die gottesw�rdige Musik zu finden, die zugleich dann wahrhaft des Menschen w�rdig ist und seine W�rde rein ert�nen l�sst.“
In den Heiligen Schriften komme Gott �durch Menschenwort und Menschenw�rter hindurch zu uns“. Gott, so Benedikts Schlussfolgerung, rede nur durch Menschen, �durch deren Worte und deren Geschichte zu uns“.

�Wir k�nnen es auch einfacher ausdr�cken: Die Schrift bedarf der Auslegung, und sie bedarf der Gemeinschaft, in der sie geworden ist und in der sie gelebt wird. In ihr hat sie ihre Einheit, und in ihr �ffnet sich der das Ganze zusammenhaltende Sinn. … Durch das zunehmende Wahrnehmen der verschiedenen Sinndimensionen wird das Wort nicht entwertet, sondern erscheint erst in seiner ganzen Gr��e und W�rde.“
Das Christentum sei also �nicht einfach eine Buchreligion im klassischen Sinn“.

�Immer nur in der dynamischen Einheit des Ganzen sind die vielen B�cher ein Buch, zeigt sich im Menschenwort und in der menschlichen Geschichte Gottes Wort und Gottes Handeln in der Welt.“
Jede Art von Fundamentalismus sei damit ausgeschlossen, so das Kirchenoberhaupt.

�Die ganze Dramatik dieses Themas ist in den Schriften des heiligen Paulus ausgeleuchtet. … �Der Herr ist der Geist. Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ (2 Kor 3, 17).“
Diese Spannung von Bindung und Freiheit, die weit �ber das literarische Problem der Schriftauslegung hinausreicht, habe Denken und Wirken des M�nchtums bestimmt und die abendl�ndische Kultur zutiefst gepr�gt.

�Sie ist als Aufgabe auch unserer Generation gegen�ber den Polen von subjektiver Willk�r und fundamentalistischem Fanatismus neu gestellt.“
Ausgehend von grundlegenden Prinzipien des abendl�ndischen M�nchtums zog Benedikt XVI. drei wesentliche Schlussfolgerungen f�r die Gesellschaft von heute:

�Es w�re ein Verh�ngnis, wenn die europ�ische Kultur von heute Freiheit nur noch als Bindungslosigkeit auffassen k�nnte und damit unvermeidlich dem Fanatismus und der Willk�r in die Hand spielen w�rde. Bindungslosigkeit und Willk�r sind nicht Freiheit, sondern deren Zerst�rung.“
Stichwort: Ora et labora. In der griechischen Welt galt die k�rperliche Arbeit als Sache der Unfreien; und auch das �Machen“ der Welt war dem Demiurgen, einer untergeordneten Gottheit vorbehalten.

�Anders der christliche Gott: Er, der eine, der wirkliche und einzige Gott ist auch Sch�pfer. Gott arbeitet; er arbeitet weiter in und an der Geschichte der Menschen. In Christus tritt er als Person in die m�hselige Arbeit der Geschichte ein.“
Der Mensch als Gottes Ebenbild darf und kann sich am weltsch�pferischen Handeln Gottes beteiligen, so der Papst. Das gelte auch heute - in Ma�en. Das M�nchtum hat eine Kultur der Arbeit entwickelt,…

�ohne die das Werden Europas, sein Ethos und seine Weltgestaltung nicht zu denken sind. Zu diesem Ethos m�sste freilich geh�ren, dass Arbeit und Geschichtsgestaltung des Menschen Mit-Arbeiten mit dem Sch�pfer sein will und von diesem Mit her ihr Ma� nimmt. Wo dieses Ma� fehlt und der Mensch sich selber zum gottartigen Sch�pfer erhebt, kann Weltgestaltung schnell zur Weltzerst�rung werden.“
Gott, Religion in der Gesellschaft von heute? In dieser Frage, die gerade in Frankreich nicht fehlen darf, gipfelte die �lectio magistralis“ des fr�heren Theologieprofessors. Frankreichs Kirche hatte sich ermutigende Worte des Papstes erhofft. F�r die ersten Christen sei Verk�ndigung, sei Mission, nie Propaganda gewesen, sondern �innere Notwendigkeit, die aus dem Wesen ihres Glaubens folgte“. Die Frohe Botschaft galt allen Menschen, Glaube war keine kulturelle Gewohnheit, sondern geh�rte zur der Wahrheit, die alle gleicherma�en anging.

�Die Neuheit der christlichen Verk�ndigung besteht in einem Faktum: Er hat sich gezeigt. Aber dies ist kein blindes Faktum, sondern ein Faktum, das selbst Logos – Gegenwart der ewigen Vernunft in unserem Fleisch ist. Verbum caro factum est (Joh 1, 14). Gerade so ist im Faktum nun Logos, ist Logos unter uns. Das Faktum ist vern�nftig. Freilich bedarf es immer der Demut der Vernunft, um es annehmen zu k�nnen; der Demut des Menschen, die der Demut Gottes antwortet.“
Die Welt von heute sei voll von Bildern vielf�ltiger Gottheiten, so der Papst.

�Gott ist wirklich f�r viele der gro�e Unbekannte geworden. Aber wie damals hinter den vielen G�tterbildern die Frage nach dem unbekannten Gott verborgen und gegenw�rtig war, so ist auch die gegenw�rtige Abwesenheit Gottes im stillen von der Frage nach ihm bedr�ngt. Quaerere Deum – Gott suchen und sich von ihm finden lassen, das ist heute nicht weniger notwendig denn in vergangenen Zeiten. Eine blo� positivistische Kultur, die die Frage nach Gott als unwissenschaftlich ins Subjektive abdr�ngen w�rde, w�re die Kapitulation der Vernunft, der Verzicht auf ihre h�chsten M�glichkeiten und damit ein Absturz der Humanit�t, dessen Folgen nur schwerwiegend sein k�nnten. Das, was die Kultur Europas gegr�ndet hat, die Suche nach Gott und die Bereitschaft, ihm zuzuh�ren, bleibt auch heute Grundlage wahrer Kultur.“ (rv)


Stichwort: Coll�ge des Bernardins
Freitag Abend hielt Papst Benedikt XVI. eine Ansprache vor Kulturschaffenden und Wissenschaftlern im neuer�ffneten �Coll�ge des Bernardins“. Das dreischiffige gotische Juwel, das sich in der N�he des s�dlichen Seine-Ufers befindet, ist das gr��te franz�sische nicht-liturgische Geb�ude aus dem Mittelalter und gilt als weltweit einzigartig. Als eines der �ltesten Kollegien der Pariser Universit�t wurde das Coll�ge des Bernardins 1245 durch den Zisterzienser Stephen of Lexington gegr�ndet. Das Coll�ge war ein Ort des Dialogs zwischen monastischer und scholastischer Theologie. Bis zur Franz�sischen Revolution haben junge Zisterzienser in gro�er Zahl im Coll�ge des Bernardins und an der Universit�t Paris Philosophie und Theologie studiert.

In der Zeit der Franz�sischen Revolution wurden, nach der im Februar 1792 erfolgten Aufhebung der Theologischen Fakult�t von Paris, im September 1793 auch die Kollegien aufgel�st, darunter das Coll�ge des Bernardins. Das Geb�ude ging in staatlichen Besitz �ber und wurde unter anderem als Feuerwehrkaserne und als Gef�ngnis verwendet.

2001 kaufte das Erzbistum Paris unter dem 2007 gestorbenen Erzbischof Jean-Marie Lustiger das Bauwerk mit Garten von der Stadt Paris. Kardinal Lustiger hatte schon seit den 1990er Jahren den Plan verfolgt, an diesem Ort mittelalterlicher Theologie und Philosophie eine St�tte des Dialogs von Glauben und moderner Kultur einzurichten. Das neue Coll�ge des Bernardins ist ein Ort kirchlicher Bildungsarbeit mit Bibliothek, H�rs�len, Seminarr�umen und Begegnungsm�glichkeiten mitten in Paris. Das Coll�ge ist aber auch Heimstatt der 1984 von Kardinal Lustiger gegr�ndeten �cole Cath�drale (Kathedralschule) und ihrer in der heutigen Form seit 2005 bestehenden Facult� de Notre-Dame. (rv)

Kardinal von Paris: Besteht der Glaube vor der Vernunft?
Der Erzbischof von Paris, Andr� Vingt-Trois, begleitet Papst Benedikt XVI. w�hrend seiner Pastoralreise nach Frankreich. Er war am Flughafen in Paris-Orly im Empfangskomitee, am Abend hielt er im Coll�ge des Bernardins die Begr��ungsansprache. Den Papstworten dort misst er hohe Bedeutung bei. Gegen�ber Radio Vatikan sagte der aus Paris stammende 65-j�hrige Kardinal:

�Die Ansprache im Coll�ge des Bernardins reiht sich ein in die dem Papst eigene Pastoral. Bei vielen Gelegenheiten zeigt er seine Aufmerksamkeit f�r den Dialog zwischen dem christlichen Glauben und der Kultur. F�r uns, um es mit wenigen Worten zu sagen, sind zwei Fragen grundlegend. Einerseits: Ist der Weg des gl�ubigen Christen entsprechend glaubw�rdig um sich der menschlichen Vernunft gegen�ber auszudr�cken? Auf der anderen Seite: Wie k�nnen die menschliche Vernunft und die Weisheit die Entscheidungen der Menschen von heute erhellen, seien sie gl�ubig oder nicht, seien sie Christen oder nicht?”(rv)

Frankreich: Papstbesuch ist gro�e Ehre
Der Frankreichbesuch Papst Benedikts ist vor allem eine Apostolische Reise und kein Staatsbesuch. Das hat der Vatikan in den vergangenen Tagen immer wieder betont. Und doch r�hrt die geplante kurze Begegnung von Benedikt XVI. mit Staatspr�sident Nicolas Sarkozy an eine aktuelle Auseinandersetzung – und an eine lange Geschichte angespannter Beziehungen zwischen Kirche und Staat in Frankreich. Die franz�sischen Herrscher waren Gastgeber der P�pste in Avignon, sp�ter aber auch immer wieder ihr politischer Gegenpart. Seit 1905 gilt die strenge Trennung zwischen Kirche und Staat.

F�r die katholische Kirche, von der sich immer mehr Franzosen abwenden, ist der Besuch Benedikts daher ein wichtiges Ereignis. Das betont der Frankreich-Kenner und deutsche Pilgerseelsorger in Lourdes, Pater Uwe Barzen.
�Ich glaube schon, dass der Besuch des Papstes f�r Frankreich eine wichtige Bedeutung hat. Das gilt insbesondere f�r Lourdes. Denn das ist eine gro�e Ehre f�r diesen Marienwallfahrtsort, dass der Papst zum 150-Jahr-Jubil�um der Marienerscheinungen hierher kommt. Allein was die Pilgerzahlen betrifft - wir erwarten hier 200.000 Gl�ubige. Das ist das Vier- bis F�nffache von dem, was sonst hierher kommt. Da m�ssen besondere Vorbereitungen getroffen werden. Der Papst wird vom franz�sischen Staat wie ein Staatsoberhaupt empfangen. Von daher ist es ein au�ergew�hnliches Ereignis. Das gilt auch f�r Lourdes.“

Die franz�sischen Medien stellen den Papstbesuch in Paris in den Vordergrund. Stiehlt das Treffen mit Pr�sident Sarkozy dem jubilierenden Marienwallfahrtsort die Show? Pater Barzen:

�Nein, das glaube ich nicht. Lourdes war ja der eigentliche Anlass f�r diese Papstreise. Hier werden alle franz�sische Bisch�fe den Papst treffen. Die franz�sische Bischofskonferenz trifft sich normalerweise zweimal im Jahr in Lourdes. Sie werden an diesem Ort geschlossen dem Papst begegnen. Er wird zu ihnen sprechen. Daher kann man sagen, dass das Hauptereignis der Frankreichreise der Besuch in Lourdes sein wird.”(rv)
 

Frankreich: Lourdes zieht viele Jugendliche an
Bei seiner viert�gigen Frankreich-Reise wird Papst Benedikt XVI. nicht nur den franz�sischen Staatspr�sidenten Nicolas Sarkozy und Pilger aus aller Welt in Lourdes treffen. Bei der Grotte, wo vor 150 Jahren die Muttergottes der M�llerstochter Bernadette Soubirous erschien, wird Benedikt bei den Gottesdiensten auch Jugendlichen und armen Menschen begegnen. Lourdes ist nicht nur ein beliebter Pilgerort f�r Kranke und Gebrechliche. J�hrlich pilgern Tausende von jungen Menschen zum wohl weltber�hmtesten Marienwallfahrtsort der Welt. Das Leben der Bernadette Soubirous beeindruckt immer mehr auch zahlreiche Jugendliche. Das sagt der Medienverantwortliche der �Cit� Saint-Pierre“, Jean-Fran�ois Courtille. Am Freitagabend – also wenige Stunden vor der Ankunft des Papstes in Lourdes – feiern rund 450 Jugendliche aus Osteuropa und Afrika den Besuch des Papstes im Treffpunkt in der N�he der Grotte.(rv)

 

 

13.09.08

2. Tag der Papstreise (13.09.08)

Zweiter Tag der Papstreise: Ein �berblick
Mit einer gro�en Messe hat sich Papst Benedikt XVI. am Vormittag des Samstag aus Paris verabschiedet. An dem Gottesdienst vor dem Invalidendom nahmen 260.000 Menschen teil.

Am Vorabend hatte er an einer Vesper mit Priestern, Ordensleuten und Seminaristen in der Kathedrale Notre Dame teilgenommen. Anschlie�end wandte er sich mit einer Rede an mehrere Zehntausend Jugendliche, die auf dem Vorplatz der Kathedrale eine n�chtliche Gebetsvigil begannen. Er �bernachtete in der Apostolischen Nuntiatur, wo er vom Balkon aus sich kurz an anwesende Gl�ubige wandte.

Am Samstag morgen besuchte das Kirchenoberhaupt die Wissenschaftsvereinigung des �Institut de France“. 1992 wurde er dort als Kardinal Joseph Ratzinger Mitglied der �Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften“. Am Mittag stand ein gemeinsames Essen mit den Bisch�fen der Kirchenprovinz ��le de France“ auf dem Programm“.
Am Nachmittag flog der Papst weiter in den s�dfranz�sischen Wallfahrtsort Lourdes. Dort will er sich als Pilger zu den Gedenkorten der heiligen Seherin Bernadette Soubirous begeben. Die Feiern zum 150-j�hrigen Bestehen des Marienheiligtums sind der eigentliche Anlass der Reise von Benedikt XVI.

Am Abend wird Benedikt mit dem Papamobil den �Jubil�umsweg“ in Lourdes gehen, der verschiedene Stationen der Seherin Bernadette widerspiegelt, wie die Pfarrkirche, das Haus, in dem die Familie Soubirous wohnte sowie die Grotte der Erscheinungen. Gegen 21.30 Uhr st��t der Papst zur traditionellen Lichterprozession hinzu, wo er eine Ansprache halten und das Te Deum anstimmen wird. Benedikt �bernachtet in der �Ermitage St. Joseph“. (rv)

Papstmesse im Zentrum von Paris: �Kein Gegensatz zwischen Vernunft und Glaube”
260.000 Menschen haben am Samstag Morgen im Zentrum von Paris an einer gro�en Messe mit Papst Benedikt teilgenommen. Dabei rief der Papst sie dazu auf, modernen G�tzen wie etwa der Geld- oder Machtgier nicht hinterherzulaufen.

Die Kulisse bei diesem Pontifikalamt h�tte kaum prachtvoller sein k�nnen: Hinter dem Papstaltar die goldene Kuppel des Invalidendoms, unter der Napoleon begraben ist. Von der Seite her�bergr��end: die Spitze des Eiffelturms. Zu F��en des Papstes schlie�lich: die G�rten der �Esplanade des Invalides”, der �Pont Alexandre III”, das Grand Palais, der Beginn der Champs-Elys�es auf der anderen Seite der Seine. Und, bei strahlendem Sonnenschein, Tausende von Menschen - darunter viele junge Leute, aber auch bekannte Gesichter aus der Politik, etwa Premierminister Fillon, Justizministerin Dati (eine Muslimin), Innenministerin Alliot-Marie oder die Frau von Ex-Pr�sident Chirac. �Gehen wir zur Quelle des Lebens”, stand in gro�en Lettern auf dem Altar; das liturgische Ger�t bei der Messe stammte zum gro�en Teil aus der Kathedrale Notre-Dame.

In seiner Predigt warnte Benedikt XVI. vor den G�tzen der Moderne: �Haben denn nicht das Geld, die Gier nach Besitz, nach Macht und sogar nach Wissen den Menschen von seinem wahren Ziel abgebracht?” Auch die Verkl�rung der Vergangenheit oder das Herstellen irdischen Gl�cks aus eigener Kraft buchte der Papst unter �G�tzen” und �Trugbildern” ab. Mit Verve vertrat er hingegen (nicht zum ersten Mal), dass Glaube und Vernunft zusammengeh�ren: �Niemals verlangt Gott ... vom Menschen, seine Vernunft zu opfern! Niemals tritt die Vernunft in einen wirklichen Gegensatz zum Glauben!” Was den Menschen �von dieser Perspektive” abbringe, sei �G�tzenkult” – �und die Vernunft selbst kann sich G�tzen schmieden”. Der Papst rief junge �und weniger junge” Leute dazu auf, sich der Frage nach einer Ordens- oder Priesterberufung zu stellen: �Habt keine Furcht, euer Leben Christus zu schenken! Nichts wird je den Dienst der Priester im Leben der Kirche ersetzen. Nichts wird je eine Messe f�r das Heil der Welt ersetzen!”

Noch vor der Messfeier hatte Benedikt eine Stippvisite direkt am Seine-Ufer eingelegt: Im �Institut de France” enth�llte er eine Plakette. Sie erinnert daran, dass vor 16 Jahren der damalige Kardinal Ratzinger feierlich als Mitglied in eine Akademie des �Institut” berufen wurde. An dem Termin in den Hallen der so genannten �Unsterblichen” nahmen nur einige Auserw�hlte teil. Schon ein Kontrast zu den mehr als 200.000 Menschen, die anschlie�end zur Papstmesse vor den Invalidendom kamen... (rv)

Freitag Abend in Notre Dame: Papst ermuntert zur Bibellekt�re
Papst Benedikt XVI. hat die Geistlichen aufgefordert, sich vermehrt der Bibellekt�re zu widmen und auf die Sch�nheit im Gottesdienst zu achten. Bei einer Vesper am Freitag Abend in der Pariser Kathedrale Notre Dame unterstrich er die Bedeutung des Wortes Gottes f�r das Leben der Kirche.

�Habt keine Angst, viel Zeit der Lesung, der Meditation der Heiligen Schrift und dem Stundengebet zu widmen! Das mit der Kirche gelesene und meditierte Wort wirkt, fast ohne da� ihr es merkt, auf euch ein und verwandelt euch. Wenn es als Offenbarung der Weisheit Gottes die �Gef�hrtin“ eures Lebens wird, �gibt“ sie euch �guten Rat“ und ist euer �Trost in Sorge und Leid“ (Weish 8,9).“
An die katholischen Geistlichen gewandt rief er zu mehr Gottesdienstkultur auf. Leitbild der irdischen Liturgie m�sse das himmlische Jerusalem sein. Dabei unterstrich er auch die Grenzen jedes Ritus: Die Sch�nheit der Feiern sei niemals erlesen und durchdacht genug, �weil nichts zu sch�n sein kann f�r Gott, der die unendliche Sch�nheit ist“, so Benedikt XVI.
Der Papst gr��te in seiner Ansprache eigens die Vertreter anderer Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften. Er bete f�r die Einheit der Kirche, f�r die das Wort Gottes �Zeichen, Unterpfand und Garant“ sei.

�Es gibt keine Liebe in der Kirche ohne Liebe zum Wort Gottes; es gibt keine Kirche ohne die Einheit um Christus, den Erl�ser; es gibt keine Fr�chte der Erl�sung ohne Liebe zu Gott und zum N�chsten, gem�� den beiden Geboten, die die ganze Heilige Schrift zusammenfassen!“
Benedikt w�rdigte au�erdem die Kathedrale Notre Dame als �Zeichen der Gegenwart Gottes mitten unter den Menschen“. Gro�e kirchliche und weltliche Ereignisse h�tten in dem Heiligtum stattgefunden. Architekten, Maler, Bildhauer und Musiker h�tten f�r Notre Dame das Beste ihrer selbst gegeben. (rv)

Freitag Nacht - Gru� vom Balkon der Nuntiatur
Der Papst ist ger�hrt �ber seine herzliche Aufnahme in Frankreich. Nach einem anstrengenden Tag zwischen Politik, Kultur und Jugend sagte der Benedikt XVI. am Freitag Nacht bei einem kurzen Gru� vom Balkon der Nuntiatur in Paris:

�Euer so warmherziger Empfang r�hrt den Papst! Danke daf�r, dass Sie mich zu so sp�ter Stunde so enthusiastisch hier erwarten. Diese kommenden Tage in Paris und Lourdes verschaffen mir bereits jetzt viel Freude…. Die Katholiken in Frankreich brauchen mehr als je zuvor ein neues Vertrauen in die Jungfrau Maria, um in ihr ein Modell des Dienstes am Evangelium zu sehen. Ich z�hle auf Sie und Ihr Gebet, damit diese Reise Fr�chte tr�gt!” (rv)

Presseschau am zweiten Tag
Auch am zweiten Reisetag des Papstes st��t der Besuch in Frankreich auf gro�es Medieninteresse. So haben am Samstag alle Zeitungen gro� auf den Titelseiten �ber den ersten Tag der Reise berichtet. Hier die Presseschau unseres Korrespondenten Mario Galgano:

Mit der Betonung der politischen Rolle der Religion hat Benedikt ein hoch sensibles Thema aufgegriffen. So das Fazit der franz�sischen Zeitung �Le Monde” zum ersten Reisetages Benedikts. Die linksgerichtete Zeitung �Lib�ration” kritisierte hingegen, die Haltung des franz�sischen Staatspr�sidenten. Dieser sei �zu freundlich” gegen�ber Religionsgemeinschaften und insbesondere gegen�ber der katholischen Kirche. Die katholische Tageszeitung �La Croix” betonte hingegen, dass Benedikt XVI. die Trennung von Kirche und Staat ausdr�cklich gebilligt habe. Ihm sei aber ebenso wichtig gewesen, darauf zu bestehen, dass die religi�sen F�hrer die M�glichkeit haben m�ssten, die Politik auf ihre Verantwortung hinzuweisen. Der erste Reisetag habe insgesamt zu einer positiven Entwicklung f�r die katholische Kirche in Frankreich beigetragen. Gem�� dem franz�sischen �Le Parisien” haben nach einer aktuellen Umfrage 53 Prozent aller Franzosen eine hohe Meinung vom Papst. (rv)

Stichwort: Lourdes
Im S�dwesten Frankreichs, im D�partement Hautes-Pyr�n�es, liegt die kleine Stadt Lourdes. Lourdes ist einer der ber�hmtesten Wallfahrtsorte der Welt. 1858 ist dort der damals 14-j�hrigen M�llerstochter Bernadette Soubirous 18 Mal Maria erschienen, die Quelle in der Grotte geht auf eine dieser Erscheinungen zur�ck. Nach Worten Bernadette Soubirous beauftragte Maria sie damit, eine Kirche an der Grotte zu errichten. 1862 wurden die Erscheinungen vom Ortsbischof, 1891 von Papst Leo XIII. anerkannt. Bernadette wurde am 8. Dezember 1933 heilig gesprochen.

Jahr f�r Jahr reisen mehrere Millionen Pilger, darunter auch Zehntausende Kranke und Behinderte, nach Lourdes. Immer wieder kommt es zu unerkl�rlich anmutenden Heilungen, die durch ein internationales �rztekomitee gepr�ft werden. 30.000 Heilungen soll es bislang gegeben haben; 6.000 sind dokumentiert, 2.000 gelten als �medizinisch unerkl�rlich”. Die Zahl der kirchlich anerkannten Wunderheilungen liegt bei 67. Dem so genannten Lourdes-Wasser aus der Quelle nahe der Mariengrotte werden heilende Kr�fte zugeschrieben.

Nach Paris verzeichnet Lourdes mit seinen rund 16.000 Einwohnern die zweith�chste Zahl an Hotelbetten und �bernachtungen in Frankreich. Regelm��ig tagt hier die Vollversammlung der Franz�sischen Bischofskonferenz. Papst Benedikt XVI. wird am Samstag Nachmittag in Lourdes eintreffen. (rv)

 

 

14.09.08

3.Tag der Papstreise (14.09.08)

 

Dritter Tag der Papstreise: Ein �berblick
Mit einer gro�en Messe unter freiem Himmel hat Papst Benedikt XVI. am Sonntag der Marienerscheinungen in Lourdes vor 150 Jahren gedacht. Der s�dwestfranz�sische Wallfahrtsort solle ein Ort der Begegnung mit Gott im Gebet und ein Ort des Dienstes an Kranken, Armen und Leidenden sein, sagte der Papst in der Predigt. Vor allem die Kirche in Frankreich ermutigte das Kirchenoberhaupt dabei zu neuem missionarischem Geist. Einmal mehr rief er junge Menschen zu entschiedenem christlichen Einsatz in Kirche und Welt.

Am Sonntagnachmittag traf Benedikt XVI. mit den franz�sischen Bisch�fen zusammen. Dabei mahnte er mit Blick auf die so genannte �Alte Messe” die Einheit der Gl�ubigen an. �Niemand ist in der Kirche �berfl�ssig. Jeder, ohne Ausnahme, muss sich in ihr ,zu Hause’ und niemals abgewiesen f�hlen.” Staat und Kirche in Frankreich m�ssten eine �gesunde Zusammenarbeit pflegen”. Wenn Unabh�ngigkeit und Autonomie jeweils gewahrt blieben, �wird dem Menschen ein Dienst erwiesen, der auf seine volle pers�nliche und gesellschaftliche Entfaltung abzielt”, so Benedikt XVI. w�rtlich.

Am Abend nimmt der Papst an der jeden Sonntag statt findenden Eucharistischen Prozession teil und wird noch einmal zu den Pilgern sprechen. Der Aufenthalt in Lourdes und die Pastoralreise nach Frankreich enden am Montag mit einer Messe f�r Kranke. Danach reist der Papst nach Rom zur�ck. Gegen 15 Uhr 15 wird Benedikt XVI. in Rom-Ciampino zur�ck erwartet. (rv)

Papstmesse in Lourdes: Durch Maria zu Christus
Mit einer gro�en Messe unter freiem Himmel hat Papst Benedikt XVI. am Sonntag der Marienerscheinungen in Lourdes vor 150 Jahren gedacht.

�Die erste Berufung des Heiligtums von Lourdes ist jene, ein Ort der Begegnung mit Gott im Gebet zu sein und ein Ort des Dienstes an den Br�dern, besonders durch die Aufnahme der Kranken, der Armen und all jener Menschen, die leiden.”
Das Wasser f�r den Ritus der Tauferinnerung war von der Lourdesquelle genommen, die in der Grotte w�hrend der Erscheinungen 1858 entsprungen war und in deren Wasser Pilger gebadet werden. 150.000 Gl�ubige hatten sich um die Altarinsel auf der �Prairie” genannten Freifl�che gegen�ber der Grotte und den Badehallen versammelt. Lourdes ist ein internationaler Ort, mehrere Millionen Pilger kommen j�hrlich aus aller Welt hierher. Auch der Gottesdienst mit dem Oberhaupt der Weltkirche zeugte davon, Lieder, F�rbitten und Lesungen wurden in verschiedenen Sprachen vorgetragen. M�chtig wirkte die Musik in diesem Gottesdienst; Pauken ert�nten und Trompeten erschallten zum Fest Kreuzerh�hung.

Papst Benedikt: �Die Kirche l�dt uns ein, dieses glorreiche Kreuz voll Stolz zu erheben, damit die Welt sehen kann, wie weit die Liebe des Gekreuzigten zu den Menschen gegangen ist. Sie l�dt uns ein, Gott zu danken, denn von einem Baum, der den Tod gebracht hat, ist das Leben neu hervorgegangen. … Mitten unter uns ist jener, der uns so sehr geliebt hat, dass er sein Leben f�r uns hingegeben hat, jener, der jeden Menschen einl�dt, vertrauensvoll zu ihm zu kommen.”
Lourdes ist einer der gr��ten Marienwallfahrtsorte �berhaupt; doch die Botschaft bleibt nicht beim Bild der Licht umstrahlten �sch�nen Dame” stehen. Lourdes will durch Maria zu Christus f�hren. Ihre erste Erscheinung vor Bernadette begann mit dem Kreuzzeichen, erinnerte auch der Papst.

�Sie l�dt alle Menschen guten Willens ein, alle, die seelisch oder k�rperlich leiden, die Augen zum Kreuz Jesu zu erheben, um dort die Quelle des Lebens, die Quelle des Heils zu finden. … Heute kommt Maria uns entgegen, um uns die Wege f�r eine Erneuerung des Lebens unserer Gemeinden und unseres eigenen Lebens aufzuzeigen.”
Die Kirche habe einen klaren Auftrag - weltweite Verk�ndigung. In der Annahme des Sohnes liege eine Kraftquelle, so Benedikt XVI. weiter, an der die Kirche sich f�r ihren Dienst st�rken k�nne.

�Jesus, geboren von Maria, ist der Sohn Gottes, der einzige Erl�ser aller Menschen, der in seiner Kirche und in der Welt lebt und wirkt. Die Kirche hat �berall in der Welt die Sendung, diese eine Botschaft zu verk�nden und die Menschen einzuladen, sie durch eine echte Bekehrung des Herzens aufzunehmen.”
Nach dem Dialog �ber die Trennung von Kirche und Staat, dem Pl�doyer f�r die R�ckbesinnung auf christliche Wurzeln in Paris folgte an diesem Sonntag ein Appell an die Kirche Frankreichs:

�Im Gefolge der gro�en Glaubensboten Eures Landes m�ge der missionarische Geist, der im Lauf der Jahrhunderte so viele M�nner und Frauen Frankreichs erf�llt hat, weiterhin Euer Stolz und Eure Aufgabe sein.”
Maria l�dt zum Gebet ein - f�r den Christen eine unverzichtbare Kraftquelle, mahnte der Papst:

�Wer betet, vertut nicht seine Zeit, selbst wenn die Situation alle Anzeichen der Dringlichkeit besitzt und einzig zum Handeln zu treiben scheint. … Sich ganz von den Aktivit�ten in Anspruch nehmen lassen bringt die Gefahr mit sich, dass das Gebet seine spezifische christliche Bedeutung und seine wahre Wirksamkeit verliert.”
Auch das in Lourdes so zentrale Rosenkranzgebet f�hre letztlich �zur Betrachtung des Antlitzes Christi”. Wie die Kirche als Ganzes rufe die Botschaft von Lourdes auch einzelne M�nner und Frauen in die Nachfolge, so Benedikt, der die zahlreichen jungen Pilger und Freiwilligen in Lourdes einmal mehr zum entschiedenen �Ja” zu einer christlichen Berufung animierte, in der Ehe, als Priester oder in einer Ordensgemeinschaft.

Er selbst, betonte der Papst, nenne Maria gern �Stern der Hoffnung”. Ihre m�tterliche Gegenwart begleite alle M�nner und Frauen, die Familien und Nationen. Auch im abschlie�enden Angelusgebet ging der Papst in seinen Gru�worten darauf noch einmal ein. Auf Deutsch sagte Benedikt:

�Maria ist unsere Mutter. … Als ihre Kinder wollen wir Maria unser Leben anvertrauen – Freuden und Sorgen, Krankheit und Leid, all unsere Anliegen. Denn wir wissen: Maria f�hrt uns sicher zu ihrem Sohn Jesus Christus, dem Quell der Hoffnung und des Heils. Der Herr schenke euch und euren Lieben die F�lle seiner Gnade.” (rv)

Papst an Bisch�fe: � Den Ball Sarkozys aufnehmen”
Am Sonntagabend ist der Papst in Lourdes mit den franz�sischen Bisch�fen zusammengetroffen. In einer Grundsatzrede schnitt Benedikt XVI. die aktuellen Probleme in der katholischen Kirche in dem Land an. So hat er der Debatte �ber die Trennung von Kirche und Staat neue Nahrung gegeben, indem er dazu aufrief, die Signale von Pr�sident Nicolas Sarkozy f�r eine �positive Laizit�t” aufzugreifen. Gegen�ber den Bisch�fen unterstrich der Papst, dass in Frankreich �ein neuer Weg gefunden werden muss, um die eigenen christlichen Wurzeln auslegen zu k�nnen”. Die Unterscheidung zwischen Politik und Religion bleibe aber notwendig, denn die Kirche �beanspruche f�r sich nicht die Stelle des Staates”. Im Sitzungssaal �H�micycle Sainte-Bernadette” in Lourdes betonte der Papst in seiner Ansprache an die franz�sische Bischofskonferenz auch die Rolle des Bischofs. Die Gl�ubigen sollten dabei die katholischen Oberhirten �mit Zuneigung und Respekt begegnen”. Auch rief Benedikt die Katholiken in Frankreich auf, die Priesterberufungen zu f�rdern. Zwar bekennen sich offiziell 80 Prozent der etwa 61 Millionen Franzosen heute zum katholischen Glauben, allerdings ist die Zahl der praktizierenden Katholiken seit Jahren ebenso stark r�ckl�ufig wie die der Priester. Der Papst sprach auch sein Motu Proprio �Summorum Pontificum” an: Benedikt hoffe, dass die Gem�ter sich bald beruhigen und es in absehbarer Zeit zu einer �f�r alle befriedigenden L�sung” komme. Jeder Gl�ubige m�sse sich in der katholischen Kirche �zuhause f�hlen”. – Die katholische Kirche in Frankreich z�hlt zu den traditionsreichsten und geistesgeschichtlich bedeutendsten in Europa. Die Bischofskonferenz z�hlt 108 amtierende Mitglieder. Die franz�sische Kirche ist gepr�gt von der 1905 gesetzlich verankerten Trennung von Kirche und Staat. (rv)
 

Frankreich: Kerns�tze der Papstansprache an die franz�sischen Bisch�fe
Papst Benedikt XVI. hat in einer Grundsatzrede an die Bisch�fe Frankreichs einige wichtige Herausforderungen f�r die Kirche des Landes benannt. Er unterstrich u.a. die Unersetzlichkeit des Weiheamtes, erneuerte sein Nein zur Homoehe und ermutigte, die Signale der franz�sischen Regierung f�r eine �neue Laizit�t” aufzugreifen. Lesen Sie hier die Kerns�tze seiner Ansprache:

Unersetzlichkeit des Weiheamtes
Man wird nicht oft genug wiederholen k�nnen, da� das Priestertum f�r die Kirche unentbehrlich ist, im Interesse der Laien selbst. Die Priester sind ein Geschenk Gottes an die Kirche. In dem, was die ihnen eigene Sendung betrifft, k�nnen die Priester ihre Aufgaben nicht den Gl�ubigen �bertragen. … Wendet Eure Aufmerksamkeit ihrer menschlichen, intellektuellen und spirituellen Bildung zu sowie auch ihrem materiellen Unterhalt. Bem�ht Euch trotz der Last Eurer T�tigkeiten, Euch regelm��ig mit ihnen zu treffen und sie als Br�der und Freunde zu empfangen.

Umstrittenes Motu Proprio
Im Motu Proprio Summorum Pontificum wurde ich dazu gef�hrt, die Bedingungen f�r die Aus�bung dieser Aufgabe zu pr�zisieren im Hinblick auf die M�glichkeit der Benutzung sowohl des Me�buchs des seligen Johannes XXIII. (1962) als auch des Me�buchs Papst Pauls VI. (1970). Einige Fr�chte dieser neuen Anordnungen haben sich schon gezeigt, und ich hoffe, da� die unerl��liche Beruhigung der Gem�ter Gott sei Dank voranschreitet. Ich kann die Schwierigkeiten ermessen, denen Ihr begegnet, aber ich zweifle nicht daran, da� Ihr in absehbarer Zeit zu f�r alle befriedigenden L�sungen gelangen k�nnt, damit das nahtlose Gewand Christi nicht weiter zerrissen wird.

Die Familie – Wiederverheiratete Geschiedene - Nein zur Homoehe
Es gibt sicher ein Problem, das �berall von besonderer Dringlichkeit ist: die Situation der Familie. Wir wissen, da� Ehepaare und Familien heute wahrhaften St�rmen entgegentreten. … Seit mehreren Jahrzehnten haben in verschiedenen L�ndern Gesetze die Natur der Familie als Urzelle der Gesellschaft relativiert. Oft versuchen die Gesetze eher, sich den Lebensgewohnheiten und Forderungen von Einzelpersonen oder Sondergruppen anzupassen, als das Gemeinwohl der Gesellschaft zu f�rdern. … Zu Recht haltet Ihr – auch um den Preis, gegen den Strom zu schwimmen – an den Prinzipien fest, die die St�rke und die Gr��e des Ehesakramentes ausmachen. … Besonders schmerzlich ist das Problem der wiederverheirateten Geschiedenen. Die Kirche, die sich dem Willen Christi nicht widersetzen kann, h�lt unverbr�chlich an dem Prinzip der Unaufl�slichkeit der Ehe fest, bringt aber zugleich gro�e Zuneigung denjenigen M�nnern und Frauen entgegen, denen es aus verschiedenen Gr�nden nicht gelingt, es zu befolgen. Deshalb k�nnen Initiativen, die die Segnung von illegitimen Verbindungen anstreben, nicht zugelassen werden.

�Neue Laizit�t”
Die Hervorhebung der christlichen Wurzeln Frankreichs wird jedem Bewohner dieses Landes erlauben, besser zu verstehen, woher er kommt und wohin er geht. Folglich mu� … ein neuer Weg gefunden werden, um im Alltag die grundlegenden Werte, auf denen die Identit�t der Nation aufgebaut ist, auszulegen und zu leben. Euer Pr�sident hat auf diese M�glichkeit hingewiesen. Die gesellschaftspolitischen Voraussetzungen f�r das alte Mi�trauen oder sogar f�r Feindseligkeit verschwinden allm�hlich. Die Kirche beansprucht f�r sich nicht die Stelle des Staates. Sie will sich nicht an die Stelle des Staates setzen.

Interreligi�ser Dialog
Der Zweck des �kumenischen sowie des interreligi�sen Dialogs, die sich sicherlich ihrer Natur und ihrer jeweiligen Zielsetzung nach voneinander unterscheiden, ist die Suche und die Vertiefung der Wahrheit. Es handelt sich um eine edle und f�r jeden gl�ubigen Menschen verpflichtende Aufgabe, weil Christus selbst die Wahrheit ist. … Sicher ist es notwendig, die verschiedenen unternommenen Initiativen aufmerksam zu verfolgen und diejenigen zu erkennen, die die gegenseitige Kenntnis und Achtung sowie den Dialog f�rdern, und andere, die in eine Sackgasse f�hren, zu vermeiden. Der gute Wille allein reicht nicht aus. Ich bin �berzeugt, da� es zun�chst des Zuh�rens bedarf, um dann zur theologischen Diskussion �berzugehen und schlie�lich zur Bezeugung und Verk�ndigung des Glaubens selbst zu gelangen (vgl. Lehrm��ige Note zu einigen Aspekten der Evangelisierung, 3. Dezember 2007, 12). (rv)
 

Samstag Abend in Lourdes: Papst nimmt an Lichterprozession teil
Am Samstag Abend hat Papst Benedikt XVI. an der traditionellen Lichterprozession in Lourdes teilgenommen. In den Mittelpunkt seiner ersten Ansprache in dem Wallfahrtsort stellte er einen Appell zu Hoffnung und Solidarit�t. In Lourdes habe Maria Hoffnung und Liebe aufleuchten lassen, indem sie an diesem Ort den Kranken, Armen und Kleinen den ersten Platz einr�ume. Der Papst erinnerte an unschuldige Opfer von Gewalt und Katastrophen, von Unterdr�ckung und Verfolgung, an Arbeitslose, Kranke, Einsame und Migranten. Mit Maria zu beten bedeute, sich den Leidenden zu �ffnen.

Im Gebet �ffne sich �eine leuchtende Stra�e” in der Geschichte der Menschheit – auch in dunklen Augenblicken, wie sie Bernadette Soubirous in ihrem Alltagsleben kannte. Benedikt schlug am Ende der Lichterprozession einen Bogen zwischen dem einfachen M�dchen Bernadette, dem Licht von Massabielle und dem Kreuz.

Stundenlang harrten die Gl�ubigen im str�menden Regen aus, um gemeinsam mit Benedikt die marianische Prozession zu beschlie�en. In den H�nden trugen die Menschen die traditionellen Pilgerkerzen, die zum Refrain des �Ave Maria von Lourdes” von den Menschen hochgehoben werden. Ein blinkendes Lichtermeer erstrahlte vor der Wallfahrtsbasilika. Zum Anschluss betete Benedikt XVI. mit den Pilgern das Te Deum. (rv)

Der Papst in Lourdes: Auf den Spuren der Hl. Bernadette
Papst Benedikt XVI. ist nach seinem Besuch in Paris am sp�ten Samstag Nachmittag weiter zum Marienwallfahrtsort geflogen. Der knapp zweit�gige Besuch in Lourdes ist der pastorale H�hepunkt der ersten Reise Benedikts als Papst nach Frankreich. Das Oberhaupt der katholischen Kirche kommt als Pilger und macht sich auf dem Jubil�umspilgerweg in Lourdes auf die Spuren der Hl. Bernadette. Mario Galgano war dabei:

Erste Station nach seiner Ankunft war die Pfarrkirche Sacre-Coeur, in der Bernadette 1844 getauft wurde. Anschlie�end suchte er das nahe gelegene �Cachot” auf, das Elternhaus der Heiligen, und sah den Rosenkranz Bernadettes. Zum Abschluss betete er das �Ave Maria”. Auf dem Weg zur Grotte – der dritten Station des Jubil�umsweges – winkten �ber 60.000 Pilger und Schaulustige dem Papst zu. Die Menschenmenge in Lourdes trotzte dabei dem regnerischen Wetter. und begr��ten Benedikt XVI. am Abend mit lang anhaltendem Applaus und zahlreichen Spruchb�ndern an der Felsgrotte Massabielle, wo die 14-j�hrige Bernadette Soubirous 1858 die �Sch�ne Dame” 18 Mal gesehen hatte. Ein als Bernadette gekleidetes M�dchen �berreichte dem Papst beim Betreten der Grotte ein Glas mit Wasser aus der Quelle der Felsh�hle. Benedikt XVI. entz�ndete eine Kerze und kniete zum stillen Gebet nieder. Maria sei ein �Zeichen der Hoffnung” .(rv)

Presseschau am Sonntag: Papst erobert Herzen
Die franz�sischen Zeitungen haben in ihren Sonntagsausgaben auf die gro�e Beteiligung der Gl�ubigen an der Messe am Samstag vor dem Invalidendom hingewiesen. Insgesamt bewerten die Medien der Grande Nation die Papstvisite als �positive Geste”, die den Katholiken in Frankreich Mut schenkt. Unser Korrespondent vor Ort, Mario Galgano, hat Zeitungen genauer unter die Lupe genommen:

Wer an diesem Sonntagmorgen die franz�sischen Zeitungen durchbl�tterte, las nicht nur viel �ber die einzelnen Etappen der Papstreise. �Le Monde” betonte vor allem die Aufrufe Benedikts in der Predigt vor dem Invalidendom. Der Papst warne die franz�sischen Jugendlichen vor einer �ungez�gelten heidnischen” Leidenschaft f�r Macht, Besitz und Geld. Die Jugendlichen haben diese �Klarheit” sehr positiv aufgenommen, so �Le Monde” weiter. Auch �Le Figaro” setzt den Schwerpunkt der Berichterstattung auf diese Predigt. Benedikt XVI. habe mit dieser Predigt die Herzen der Franzosen erobert, schreibt �Le Figaro”. Die katholische Zeitung �La Croix” bezeichnet die Stadt Paris als �eine gro�e Kathedrale”, die den Papst freudig empfangen habe. �Le Figaro” und �Le Monde” kritisierten hingegen die Teilnahme von Mitgliedern der Regierung an der Papstmesse vom Samstag. In einem laizistischen Land d�rfe es nicht vorkommen, dass �Vertreter des Staates” an einem Gottesdienst teilnehmen, war dar�ber zu lesen. (rv)

 

 

15.09.08

4.Tag der Papstreise (15.09.08)

Vierter und letzter Tag der Papstreise: Ein �berblick
Papst Benedikt XVI. hat seine Pastoralreise nach Frankreich beendet; �nicht ohne Bedauern”, wie er in seiner kurzen Ansprache bei der Abschiedszeromie am Flughafen Tarbes-Lourdes selbst sagte. Dem Land w�nschte das Kirchenoberhaupt �Harmonie und menschlichen Fortschritt”. Die Kirche Frankreichs rief er erneut zu mutiger Verk�ndigung auf.

Gegen 15 Uhr landete die Air-France Maschine mit dem Papst an Bord in Rom-Ciampino. Ein Auto brachte ihn in die nahe gelegene Sommerresidenz von Castel Gandolfo. Der viert�gige Aufenthalt in Paris und Lourdes war die zehnte Auslandsreise des Kirchenoberhaupts.

Am letzten Reisetag feierte der Papst einen Gottesdienst mit Kranken. Auf dem Vorplatz der Rosenkranzbasilika erinnerte Benedikt an die W�rde, �die auch ein Kranker niemals verliert”. Zehn M�nnern und Frauen spendete er das Sakrament der Krankensalbung. Die Helfer und Pfleger nannte er �die dienenden Arme der Kirche”.

Zuvor hatte Benedikt XVI. in der Krankenhauskapelle von Lourdes gebetet, in der Bernadette Soubirous (1844-1879) ihre Erstkommunion empfangen hatte. F�r den Papst war es die letzte Station eines Pilgerwegs auf den Spuren der heiligen Seherin, den er seit seiner Ankunft in dem s�dwestfranz�sischen Wallfahrtsort am Samstag zur�ck gelegt hatte.

Vatikansprecher Pater Federico Lombardi zog am Mittag eine positive Bilanz der Reise. Die Begegnung mit der Gesellschaft und der Austausch �ber wichtige aktuelle Fragen seien gelungen. Gleichzeitig habe diese Pastoralreise von tiefen geistlichen Momenten gelebt. (rv)

Papst spendet Krankensalbung
Papst Benedikt hat an diesem Montag einen Gottesdienst mit Kranken gefeiert. Auf dem Vorplatz der Rosenkranzbasilika im Wallfahrtsbezirk von Lourdes erinnerte der Papst an die W�rde, �die auch ein Kranker niemals verliert”. Zehn Kranken spendete der Papst w�hrend der Messfeier das Sakrament der Krankensalbung. 50.000 Menschen f�llen den so genannten Heiligen Bezirk von Lourdes; die Kamera gleitet �ber Kr�cken, Rollst�hle, verh�rmte Gesichter. Vor der Basilika Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz feiert Benedikt die Messe zum Fest �Schmerzen Mariens“ im goldenen Messgewand, das in der Sonne blitzt. Dem Gast aus dem Vatikan ist immer wieder R�hrung anzusehen; es ist eine Feier ohne gro�e Paukenschl�ge, statt dessen mit vielen stillen Momenten. Behutsam forschend macht sich der Papst in seiner Predigt auf die Suche nach dem L�cheln Mariens. Als die kleine Bernadette Soubirous vor 150 Jahren die wei�e Dame, die ihr erscheint, fragt, wer sie ist, da antwortet diese zun�chst nicht, das hei�t: Sie antwortet nur mit einem L�cheln. Eine Episode, an die �Benedetto” die Kranken erinnert. �Das L�cheln Mariens zu suchen, ist keine Frage eines frommen oder altmodischen Sentimentalismus; es ist vielmehr der Ausdruck einer lebendigen und tief menschlichen Beziehung... Der Wunsch, dieses L�cheln der Jungfrau zu betrachten, hei�t nicht, sich von einer unkontrollierten Einbildung g�ngeln zu lassen... Jedes Beten des Magnifikat macht uns zu Zeugen ihres L�chelns.”
In Marias L�cheln, so der Papst eindringlich, �spiegelt sich unsere W�rde als Kinder Gottes wider, jene W�rde, die auch ein Kranker niemals verliert.” Dieses L�cheln sei �Widerschein der Z�rtlichkeit Gottes” und Quelle der Hoffnung. �Wir wissen leider: Lang ertragenes Leiden zerbricht auch das bestgesicherte Gleichgewicht eines Lebens ... und l�sst einen sogar manchmal am Sinn und Wert des Lebens zweifeln. Es gibt K�mpfe, die der Mensch allein, ohne Hilfe der g�ttlichen Gnade, nicht bestehen kann. ... Ich m�chte denen, die leiden, und denen, die zu k�mpfen haben und versucht sind, dem Leben den R�cken zu kehren, voll Demut sagen: Wendet euch Maria zu! Im L�cheln der Jungfrau findet sich geheimnisvoll verborgen die Kraft, um den Kampf gegen die Krankheit und f�r das Leben weiterzuf�hren. Bei ihr findet man ebenso die Gnade, ohne Angst und Bitterkeit den Abschied von dieser Welt in der von Gott gewollten Stunde anzunehmen.”
Das ist kein flammender Appell gegen Euthanasie, wie sie etwa in Belgien oder den Niederlanden legal ist – statt dessen ein verhaltenes Werben daf�r, sich ins Leiden Jesu am Kreuz mit hineinnehmen zu lassen. Christus bleibe �nicht au�erhalb des Leidens, das der Kranke erduldet; er lindert es, indem er in dem von der Krankheit heimgesuchten Menschen Wohnung nimmt, um das Leid mit ihm zu tragen und zu leben. Die Gegenwart Christi durchbricht die Isolierung, die der Schmerz hervorruft.”
Zehn Kranken, die mit Rollstuhl oder an Kr�cken zu ihm kommen, spendet Benedikt das Sakrament der Krankensalbung. Dabei gr��t er jedes Mal auch herzlich die Helfer, die die Kranken begleiten – sie seien �die dienenden Arme der Kirche”, so hat er es in seiner Predigt formuliert. Auch eine der F�rbitten besch�ftigt sich mit allen, die in Lourdes das ganze Jahr �ber Rollst�hle schieben oder behinderte Pilger ins Wasser der wundersamen Quelle tauchen. Am Schluss der Messe wird �Ave Maria, Hilfe der Christen” gesungen – Benedikt, der in seiner Predigt so sensibel nach dem L�cheln Mariens gesucht hat, h�rt mit einem bewegten L�cheln zu. (rv)
 

Abschied: �Gott segne Frankreich”
Mit einer kleinen Abschiedszeremonie am Flughafen Tarbes-Lourdes ist Papst Benedikt XVI. aus Frankreich verabschiedet worden. Premierminister Fran�ois Fillon dankte dem Gast aus dem Vatikan. In einer Zeit der Krisen und Konflikte sei der Besuch Benedikt XVI. ein Zeichen des Friedens und der Br�derlichkeit gewesen, so der Premier. Er verwies besonders auf die gemeinsame Haltung gegen Fanatismus, Gewalt und Diskriminierung. Mit Blick auf die Trennung von Kirche und Staat hob Fillon hervor, dass die zutiefst weltanschaulich neutrale Republik das Religi�se respektiere. Ausdr�cklich verwies der Ministerpr�sident auf den Beitrag des Christentums f�r das franz�sische Kulturerbe.

Benedikt XVI. entgegnete, er betrachte �die Kultur und ihre Vertreter als bevorzugte Vermittler im Dialog zwischen Glaube und Vernunft, zwischen Gott und dem Menschen.” Er habe in Frankreich �ein Volk lebendiger Christen getroffen - stolz und stark in ihrem Glauben”. Die Kirche rief Benedikt einmal mehr zur mutigen Verk�ndigung auf. �Die Kirche sei hier wie ein Sauerteig, um, wie es ihr Auftrag ist, mit Weisheit und ohne Furcht zu zeigen, wer Gott ist.” Der Wunsch an das ganze Land Frankreich: �Auf seinem Boden herrsche Harmonie und menschlicher Fortschritt.”
Pers�nliche Worte des 81-j�hrigen Papstes zum Schluss: �Nun kommt der Moment des Abschieds. Werde ich nochmals in Ihr sch�nes Land zur�ckkommen k�nnen? Ich w�nschte es und vertraue diesen Wunsch Gott an. Von Rom aus werde ich Ihnen nahe bleiben, und wenn ich vor der Nachbildung der Lourdesgrotte innehalte, die sich seit �ber hundert Jahren in den Vatikanischen G�rten befindet, werde ich an Sie denken. Gott segne Sie!” (rv)
 

Papstsprecher: �Reise war Erfolg”
Die Papstreise nach Frankreich war ein Erfolg. Das ist das erste Fazit von Vatikansprecher Pater Federico Lombardi SJ. Die Begegnung mit der Gesellschaft und der Austausch �ber wichtige aktuelle Fragen seien gelungen. Gleichzeitig habe diese Pastoralreise von tiefen geistlichen Momenten gelebt.

Birgit Pottler hat mit Pater Lombardi gesprochen und ihn – noch in Lourdes – gefragt, ob eine erste Bilanz der Reise m�glich ist:

�Ja, wir k�nnen sagen dass es ein Erfolg war, ich m�chte sagen ein geistlicher Erfolg. Die Ziele, die der Papst hatte, sind erreicht worden: eine gute Begegnung mit der Gesellschaft von Frankreich und mit der Kirche, der katholischen Kirche in Frankreich. Die Begegnung mit der Gesellschaft war sehr positiv. Wir haben auch Pr�sident Sarkozy von der positiven Laizit�t sprechen geh�rt. Und das bedeutet, dass wir jetzt wirklich eine Zeit erleben, in der Kirche, Gesellschaft und Staat gut zusammen f�r das Gemeinwohl arbeiten k�nnen. Und das war nat�rlich etwas, was die Kirche vom Zweiten Vatikanischen Konzil an w�nschte. Die Kirche hat sehr viel von dieser Beziehung zwischen Staat und Kirche gesprochen. Und wir sehen, dass es jetzt auch die M�glichkeit gibt, gut zusammen zu arbeiten – ohne Spannungen und ohne Polemik.”
 

Aus kirchlicher Sicht zentral war die Rede an die Bisch�fe Frankreichs. Der Papst habe hier konkrete pastorale Probleme angesprochen, so Lombardi. Die 150-Jahr-Feiern der Marienerscheinungen in Lourdes waren der Anlass der Frankreichreise gerade jetzt. In seinen Predigten habe der Papst eine Katechese �ber die Erscheinungen geboten und die Zeichen von Lourdes, das Licht und das L�cheln, erkl�rt. W�hrend man vor der Reise f�r Lourdes diese besondere geistliche Atmosph�re schon erwartet haben mag, war sie in Paris dagegen �vielleicht etwas besonderes”, so Lombardi.

�Was f�r den Papst aber sehr wichtig war, war auch eine Zeit des Gebets, das Gebet mit den Bisch�fen und mit dem Volk. Wir hatten die Erfahrung dieser gro�en Messe in Paris mit �ber 200.000 Menschen. Die Atmosph�re war wirklich so geistlich, so tief, das war wunderbar. Man konnte sp�ren, dass die Leute wirklich im Gebet mit dem Papst verbunden waren. Der Papst ist ein Papst der nicht nur redet oder lehrt, sondern auch ein Papst, der mit dem Volk Gottes beten will.”
Der �pers�nlichste, innigste Moment” dieser Reise f�r Papst Benedikt selbst? F�r einen Mann, dem Frankreich am Herzen liegt und der schon als kleiner Junge regelm��ig zur Mutter Gottes von Alt�tting pilgerte?

�Das ist schwer zu sagen, aber ich glaube, der Besuch an der Grotte war sehr, sehr tief bewegend. Aber auch die Messe mit den Gebeten f�r die Kranken, mit der Krankensalbung; das war wirklich tief bewegend. Und der Papst hat die Predigt so sch�n gesprochen, das war auch f�r mich einer der besten Augenblicke in der ganzen Reise. Es war wirklich ein Moment, ein Augenblick der Gnade.” (rv)
 

Presseecho: �Papst st�rkt Christen im Glauben“
Die franz�sische Presse bewertet die Papstreise insgesamt positiv. Zum Abschluss seiner Visite r�umen alle auflagenstarken Zeitungen des Landes den Reden und Gesten Benedikts viele Seiten ein. Der Papst hat seine Aufgabe erf�llt. So lautet die Schlussbilanz der meisten franz�sischen Zeitungen. Benedikt habe die Katholiken Frankreichs im Glauben gest�rkt. Der Papst sei deshalb eine �wahre Offenbarung” f�r die Franzosen geworden. Das schreibt die Tageszeitung �Le Figaro” in der Montagsausgabe. Insbesondere die rege Teilnahme so vieler Jugendlicher an den Gottesdiensten in Paris und Lourdes beweise, dass der 81-j�hrige Pontifex auch bei j�ngeren Generationen beliebt sei. Das katholische Blatt �La Croix” betont, dass das katholische Oberhaupt �sanft und gutm�tig” mit der Kirche des Landes umgegangen sei. Die Zeitung unterstrich, dass es fast keine polemische Reaktionen der antikatholischen Franzosen zur Papstreise gab. Vielmehr h�tten die Papst-Kritiker die �offene Haltung” Sarkozys kritisiert. So glaubt die linksgerichtete �Liberation”, dass Sarkozys �positive Laizit�t” in naher Zukunft eine �heftige Auseinandersetzung” in Frankreich ausl�sen wird. (rv)

 

 

20.09.08

P�pstlicher Legat in Waldsassen

Papst Benedikt XVI. hat Kardinal Franc Rod� zum P�pstlichen Legaten f�r das Jubil�um der Zisterzienserinnenabtei Waldsassen ernannt. Der Pr�fekt der Ordenskongregation wird Benedikt am 23. November beim Abschluss der Feierlichkeiten zum 875. Jubil�um der Gr�ndung des Klosters vertreten. - 1133 wurde Waldsassen als erste der f�nf bayrischen Zisterzen gegr�ndet. Nach der S�kularisierung wurde 1863 das Kloster durch Zisterzienserinnen wiederbesiedelt. (rv)

 

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10/2008

 

 

14.10.08

Kardinal Gonz�lez Zum�rrage gestorben

Der emeritierte Erzbischof von Quito in Ekuador, Antonio Jos� Kardinal Gonz�lez Zum�rraga ist am 14.10.2008 im Alter von 83 Jahren in seiner Heimatstadt gestorben. Am 21.01.2001 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Kardinal ernannt. 1985 �bernahm er die Leitung der Erzdi�zese Quito und hatte sie bis zu seinem altersbedingten R�cktritt im Jahr 2003 inne. Mit seinem Tod z�hlt das Kardinalskollegium 192 Mitglieder.

 

 

25.10.08

Synode: Vorschl�ge an Papst �bergeben

 

Mit der �bergabe von 55 Vorschl�gen an Papst Benedikt XVI. sind die Arbeiten der Weltbischofssynode im Vatikan an diesem Samstag zu Ende gegangen. Das lateinische Original dieser so genannten Propositiones wurde nicht ver�ffentlicht, es liegt lediglich eine italienische Arbeits�bersetzung vor. Der Papst hat jetzt die Aufgabe, die Beratungen und Ideen der Bisch�fe aufzugreifen und ein nachsynodales Schreiben zu verfassen. Seit dem 5. Oktober debattierten rund 400 M�nner und Frauen aus allen Erdteilen �ber das �Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche“. Ein Gottesdienst im Petersdom beschlie�t die XII. Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode am Sonntag.

�Die Synode war eine echte Erfahrung der Gemeinschaft.“

Kardinal Marc Ouellet, Generalrelator der Synode, betonte das kurz nach Ende der letzten Versammlung in der Aula ausdr�cklich.

�Wir sind gemeinsam vorangegangen, haben Fragen vertieft, aufeinander geh�rt und wirklich verstanden, wie notwendig es ist, das Wort Gottes heute zu verk�nden.“

F�r den Erzbischof von Quebec ist das die Hauptbotschaft des dreiw�chigen Bischofstreffens, auch und nicht zuletzt weil die Vorschl�ge alle mit sehr gro�er Mehrheit in der Aula angenommen wurden. Experten, H�rer und Bisch�fe haben sie gemeinsam erarbeitet, Stimmrecht hatten nur die 253 Synodenv�ter.

F�r die Mission sei mit dieser Synode �eine neue Jahreszeit“ angebrochen, so Ouellet.

�Die Kirche lernt ihr Fundament neu kennen, und das ist das Wort Gottes. Ihr Seinsgrund ist das Wort Gottes. Und ihr Auftrag ist es, das Wort Gottes in der Welt zu verk�nden, auf ihre Fragen zu antworten und sie zu hinterfragen.“
Die Synode bringt eine Wende, eine neue Erkenntnis, so Ouellet:

�Die Bibel muss wieder das Buch aller werden, nicht nur der Spezialisten. Sie ist vor allem ein Buch des Gebets, der Meditation und der inneren Erneuerung. Und die f�hrt zu Mission, zu Kommunikation.“
Der vom Papst bestellte Art �Controller“ des Bischofstreffens ist Dogmatiker und lehrte fr�her an der P�pstlichen Universit�t Gregoriana. Mehr als bislang habe die Synode betont:

�Wort Gottes meint das lebendige Wort, das Buch kommt an zweiter Stelle und ist schriftliches Zeugnis.“

Besonderer Ort f�r diesen Dialog mit Gott sei die Liturgie. Viele Vorschl�ge an den Papst behandeln daher die Liturgie, fordern eine �berarbeitung der Leseordnung, ein Direktorium f�r die richtige Predigt und teilweise so konkrete Dinge wie einen angemessenen Ort f�r die Aufbewahrung der B�cher oder gute Mikrofonanlagen.

Besondere Wertsch�tzung erf�hrt die Wortgottesfeier am Sonntag, dort wo der Besuch einer Eucharistiefeier nicht m�glich ist. Deren Vorsteher sollen besonders ausgebildet sein, und sie d�rfe nicht mit der Eucharistiefeier verwechselt werden k�nnen.

Eine Propositio gilt den Frauen, unterstreicht ihre Rolle in der Familie und als Katecheten. In den Wortmeldungen der Synode war das mehrmals unterstrichen worden. An den Papst geben die Synodenv�ter nun den Vorschlag weiter, das Amt des Lektorats f�r Frauen zu �ffnen. Faktisch keine Neuigkeit, f�r das Kirchenrecht schon.

Die Vorschl�ge spiegeln die gro�en Linien der Wortmeldungen und Debatten der Synode wieder. Mit ihrer Weitergabe an den Papst erf�llen die Synodalen ihre Aufgabe als Berater des Papstes. Wie schon in der abschlie�enden Botschaft an das Volk Gottes unterstreichen sie die untrennbare Verbindung von wissenschaftlicher Bibelforschung und geistlicher Lekt�re. Allein sieben Propositiones behandeln die Exegese – im Miteinander mit dem Blick auf den gesamten theologischen Sinn der Schrift, in der Ausbildung der Priesterkandidaten oder wenn es um die Zusammenarbeit von Exegeten, Theologen und Priestern geht.

Auch die anderen gro�en Themen der Synode tauchen in den Propositiones wieder auf: die �kumene, der Dialog mit dem Judentum, mit dem Islam, der gemeinsame Einsatz f�r die W�rde des Menschen, die Verbreitung der Bibel in allen Sprachen dieser Erde, neue pastorale Methoden und der Einsatz der Medien.

Ein weiterer Punkt der Klimaschutz, da Gottes Wort in der Sch�pfung gegenw�rtig sei. Die Propositiones schlie�en mit dem Verweis auf Maria, sie sei in ihrer Art, das Wort aufzunehmen und zu h�ren, Beispiel f�r den Gl�ubigen und die Kirche, das Angelus- und Rosenkranzgebet sollen weiter verbreitet werden.

Die Synodalen h�tten die Erfahrung der J�nger von Emmaus gemacht, h�tten �brennende Herzen“. Wer Ouellets R�hrung sieht, glaubt ihm und seiner �berzeugung, dass der Ertrag dieser Synode sich in der Zukunft zeigt. Das Wort Gottes m�sse jetzt durch alle m�glichen Formen des Dialogs verk�ndet werden, �mit diesem Herz, das vom Wort ber�hrt wurde, und jetzt nichts anderes will, als es weiter zu erz�hlen“. (rv)

Synode: Ostkirchen fordern Frieden

Mit einem eindringlichen Friedensappell haben sich die bei der Weltbischofssynode anwesenden Patriarchen und Oberh�upter der katholischen Ostkirchen an den Papst und die Welt�ffentlichkeit gewandt. Gerechtigkeit und Religionsfreiheit seien Voraussetzung und Garantie f�r Frieden, betonten sie in der am Freitag �bergebenen Botschaft. Besonders forderten sie f�r das Heilige Land sowie f�r den Libanon, f�r Irak und Indien rechtliche und soziale Bedingungen, die ein Leben in W�rde und ohne Diskriminierung erlaubten. Die Kirchenf�hrer �u�erten die Hoffnung, dass die Christen an den Ursprungsst�tten der christlichen Erl�sung leben und bleiben k�nnen. Zugleich baten sie um Hilfe f�r diejenigen, die aus religi�sen Gr�nden zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen wurden. �Wir betrachten es als unsere Pflicht, uns zu Sprechern all derjenigen zu machen, die zu Recht auf Garantien f�r ein menschenw�rdiges Leben und ein akzeptables soziales Zusammenleben warten“, hei�t es in dem Schreiben der elf bei der Synode anwesenden Patriarchen und Delegaten. (rv)

Synode: Kardinal Kasper in Bischofsrat

Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper geh�rt zu den 15 Mitgliedern des neuen �Ordentlichen Rats der Generalsynode der Bisch�fe“. Dieses Gremium muss die Nacharbeiten f�r die am Sonntag zu Ende gehende Bischofssynode erledigen und die n�chste Synode in drei Jahren vorbereiten. Zu den Aufgaben geh�rt vor allem die Unterst�tzung des Papstes bei der Abfassung des nachsynodalen Schreibens, mit dem die Ergebnisse des dreiw�chigen Bischofstreffens zusammengefasst werden. Zw�lf Mitglieder wurden im Lauf der Synode gew�hlt, drei vom Papst bestimmt. Die Zusammensetzung wurde erst an diesem ver�ffentlicht. Pro Erdteil werden drei Bisch�fe gew�hlt. Aus Afrika ist unter anderem Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson (Ghana) dabei. Aus Europa wurden zudem der irische Erzbischof Diarmuid Martin (Dublin) und der vatikanische Kulturminister Gianfranco Ravasi bestimmt, der bereits den Entwurf f�r die von der Synode verabschiedete �Botschaft an das Volk Gottes“ verantwortet hatte. (rv)

Synode: Rolle der Frau gew�rdigt, aber verk�rzt

Die Synode hat in den vergangenen drei Wochen mehrfach die Rolle der Frau als �erste Verk�nderinnen“ als M�tter oder Katechetinnen betont. Gleichzeitig waren unter den Experten und H�rern so viele Frauen - auch aus anderen Positionen - wie noch bei keiner Synode zuvor. Hat sich das positiv ausgewirkt? Schwester Nuria Calduch Benages h�lt das Ergebnis f�r verk�rzt. Die Spanierin ist Mitglied der Kongregation der T�chter der Heiligen Familie von Nazareth und Professorin f�r Altes Testament an der P�pstlichen Universit�t Gregoriana. Birgit Pottler hat sie nach ihren Eindr�cken befragt. (rv)

 

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11/2008

 

 

06.11.08

Kardinalstaatssekret�r Tarcisio Bertone w�nscht sich ein Ende der Polemiken rund um Papst Pius XII.

Vorw�rfe, der Weltkriegspapst sei gleichg�ltig gegen�ber dem Schicksal der Polen und besonders der Juden gewesen, seien beleidigend und historisch unhaltbar, sagte Bertone bei einem Kongress zum 50. Todestag des Pacelli-Papstes in Rom. Zum Seligsprechungsverfahren stellte der Kardinalstaatssekret�r klar, dieses sei �eine rein religi�se Sache“, und nur der Heilige Stuhles sei daf�r zust�ndig. Vor wenigen Tagen hatten Vertreter des Judentums den Papst gebeten, die Causa vorl�ufig auf Eis zu legen. (rv)

 

 

19.11.08

Vatikan: Kardinal Cordes lobt US-Caritas

Kardinal Paul Joseph Cordes ist beeindruckt von der Arbeit der Caritas in den USA. Das sagte der Pr�sident des P�pstlichen Rates �Cor Unum“ nach seiner R�ckkehr von einer USA-Reise. Trotz Finanzkrise k�mmere sich die dortige Caritas sehr um die Randgruppen in der US-Gesellschaft. Der deutsche Kurienkardinal war Anfang des Monats in New York, Denver und Newark. Dort traf er sich mit Bisch�fen und Caritas-Vertretern und sprach �ber das christliche Profil von katholischer N�chstenhilfe und Entwicklungsarbeit.

�ber die weltweiten Aktivit�ten des von ihm geleiteten P�pstlichen Hilfswerks meinte Kardinal Cordes im Gespr�ch mit Radio Vatikan:
�Wir hatten in den vergangenen Monaten sehr viele Bitten von Bisch�fen und auch von den Nuntien - auch Staaten haben den Vatikan um Hilfe gebeten. Wir haben immer im Namen des Papstes geantwortet. So haben wir den Opfern des Erdbebens in Pakistan unsere Hilfe versichert. Etwas Neues war f�r uns die Hilfe f�r die Opfer des Erdbebens in Festlandchina: Es ist ja bekannt, dass die Beziehungen zwischen Volksrepublik und Kirche nicht immer ganz einfach sind. Doch die Hilfe, die der Vatikan dort nach dem Erdbeben geben konnte, hat gro�en Anklang gefunden... und hat sicher auch die Beziehungen zwischen Vatikan und China verbessert.“
Die Unterst�tzung des Papstes sei vor allem ein wichtiges Zeichen, so der deutsche Kardinal.

�Diese Zeichen sind nie so gro� wie bei anderen, staatlichen Entwicklungshilfen. Doch es ist wichtig, dass der Papst seine Hilfe auch in solchen schwierigen Situationen zeigt. Denn in der Gestalt des Papstes zeigt sich die Pr�senz der katholischen Kirche, und die Menschen k�nnen dabei neue Hoffnung sch�pfen.“
W�hrend seines USA-Besuchs nahm Kardinal Paul Joseph Cordes die Ehrendoktorw�rde der �Seton Hall University“, der �ltesten katholischen Di�zesan-Universit�t der USA, entgegen. (rv)

 

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12/2008

 

 

01.12.08

Neuer Garde-Kommandant tritt offiziell an

Der kleinste und �lteste Heer der Welt hat einen neuen Kommandanten: Der 36-j�hrige Schweizer Jurist Daniel Anrig tritt an diesem Montag seinen Dienst als 34. Kommandant der P�pstlichen Schweizergarde an. Er wird Nachfolger von Elmar M�der (45), der das gut 500 Jahre alte Korps w�hrend der vergangenen f�nf Jahre gef�hrt hatte. Der in Walenstadt im Schweizer Kanton St. Gallen geborene Anrig hatte zwischen 1992 und 1994 als Hellebardier der vatikanischen Schutztruppe gedient. Anrig ist mit einer Theologin verheiratet und Vater von vier Kindern. An diesem Sonntag fand nun die Fahneneinweihe des neuen Kommandanten der Schweizergarde statt. Damit wird Anrig offiziell zum Heerf�hrer. Vor dem offiziellen Amtsantritt feierte der vatikanische Innenminister, Erzbischof Fernando Filoni, mit der Schweizergarde und ihrem neuen Kommandanten einen Gottesdienst in der Kirche des Campo Santo Teutonico.
Unser Schweizer Redakteur Mario Galgano hat mit dem neuen Kommandanten gesprochen.
Die Schweizergarde gilt zwar als �kleinste Armee der Welt“, doch das Interesse an ihr ist gro�; und die Aufgaben, die sie hat, zeigen, dass es keine einfache Sache ist, in der Garde zu dienen. Herr Anrig, wie f�hlen Sie sich? Sind Sie nerv�s?

�Mein jetziges Gef�hl w�rde ich nicht als Nervosit�t bezeichnen. Ich konzentriere mich sehr auf meinen neuen Auftrag. Diese Konzentration mischt sich mit einer gro�en Motivation und Freude.“
Der Vatikan ist bekanntlich klein und �bersichtlich. Damit aber alles reibungslos funktioniert, braucht es eine gute Zusammenarbeit. So gibt es neben der Schweizergarde noch weitere Institutionen, die f�r die Sicherheit hinter den vatikanischen Mauern zust�ndig sind. Wie sehen Sie die Zusammenarbeit beispielsweise mit der vatikanischen Gendarmerie?

�F�r uns Schweizer ist Zusammenarbeit eine Selbstverst�ndlichkeit. Wir haben ja in der Eidgenossenschaft ein f�derales Polizeisystem, aber auch die Armee ist mit ihrem Milizsystem vor allem auf Zusammenarbeit ausgerichtet. Deshalb habe ich keine Bedenken, was die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen betrifft. Im Gegenteil, das ist eine St�rke der Schweizer.“

Was m�chten Sie Ihrer Truppe weitergeben? Gibt es eine Botschaft, die Sie den Gardisten anvertrauen m�chten?

�Das Leben in der Schweizergarde zeigt, dass wir den Dienst in den Mittelpunkt stellen. Wir helfen unseren Mitmenschen und sind f�reinander da. Am Wochenende kann man sich als Gardist nicht einfach ausklinken. Denn wir sind eine Lebensgemeinschaft. Jeder Gardist erlebt hier, wenn er offen daf�r ist, das Gef�hl, nicht nur ein Individuum zu sein. Er ist ein Teil eines Kollektivs. Ein weiterer Aspekt ist, dass man hier nicht einfach einem Konsumismus nacheifert. Jeder muss sich hier pers�nlich etwas weitergeben.“

Ihr besonderes Anliegen?

�F�r mich als Kommandant ist es vor allem wichtig, dass junge Schweizer sehen, wie eine solche Institution wie die Garde existieren kann. Wer dazu geh�ren m�chte, muss zwar etwas daf�r tun, doch man kann von dieser Erfahrung sehr viel profitieren. Denn wer im Zentrum der katholischen Kirche dient, erh�lt sehr viel f�r seine berufliche und private Lebensentwicklung. Das ist meine Hauptbotschaft als junger Kommandant, die ich unbedingt weitergeben m�chte. Der Dienst hier im Vatikan bereichert einen mehr als alles andere.“ (rv)

 

 

09.12.08

Vatikan: Neuer Kongregationspr�fekt

Der spanische Kardinal Antonio Canizares Llovera ist von Papst Benedikt XVI. zum neuen Pr�fekten der Vatikan-Kongregation f�r den Gottesdienst und die Sakramentenordnung ernannt worden. Der spanische Kardinal l�st an der Kurie den Nigerianer Francis Arinze ab, der die Kongregation seit 2002 geleitet hatte.
Canizares Llovera, der am 15. Oktober 1945 in Utiel bei Valencia geboren wurde, leitete seit 2002 die Erzdi�zese Toledo. Er verf�gt �ber keine spezifische liturgietheologische Ausbildung, ist aber seit Jahren Mitglied der Glaubenskongregation. Unmittelbar nach seiner Kardinalsernennung 2006 berief ihn Benedikt XVI. in die Kommission �Ecclesia Dei“, die f�r Belange der Liturgie nach dem �au�erordentlichen Usus“ von 1962 zust�ndig ist. (rv)

Kardinal Canizares: ein Portrait
Wer ist der neue Spanier an der Kurie? Skizzen zu einem Portr�t von Stefan von Kempis.

�Der gehorsame Kardinal“ – so �berschreibt die eher linke Zeitung �El Pais“ einen Artikel �ber Canizares. Gehorsam sei ein wesentlicher Zug an dem schm�chtigen, kleingewachsenen Intellektuellen; schlie�lich laute sein Wahlspruch ja �Dein Wille geschehe“, und dem Papst sei Canizares immer schon besonders treu ergeben gewesen. Schon, als dieser noch gar nicht Papst war: Kardinal Joseph Ratzinger berief den Theologen, der aus der Region von Valencia kommt, 1995 an die Glaubenskongregation, wo Canizares an der spanischen Fassung des Weltkatechismus mitarbeitete. Der neue Papst Benedikt machte den Spanier 2006 schon in seinem ersten Konsistorium zum Kardinal. Und kleiner Ratzinger, �Ratzingerin“, wurde Canizares fr�her oft von Studenten genannt. �El Pais“ hat daher schon lange den Wechsel von Canizares nach Rom vorhergesagt – an die Glaubenskongregation oder, wie jetzt verwirklicht, an die Liturgiekongregation. Das sei zwar nur ein nachgeordnetes Ministerium, aber in der �ra des liturgie-interessierten Papstes Benedikt doch besonders wichtig.

Der neue spanische Kardinal an der r�mischen Kurie war schon mit 47 Jahren Bischof von Avila, vier Jahre sp�ter von Granada. 2003 wurde er Erzbischof von Toledo – und damit Primas von Spanien. Von den zehn Purpurtr�gern seines Landes ist er der j�ngste. Ver�ffentlicht hat Canizares nur eine Handvoll B�cher, doch hat ihn die renommierte Akademie f�r Geschichtswissenschaften in ihre Reihen aufgenommen. Einen Namen hat Canizares sich in den letzten Jahren mit seinen klaren Stellungnahmen zu Projekten der Madrider Linksregierung gemacht. Die Sch�rfe seiner Kritik hielt ihn aber nicht davon ab, mit eben dieser Regierung ein solides neues System der Kirchenfinanzierung auszuhandeln. Bekannt ist auch sein gutes Verh�ltnis zu Vize-Ministerpr�sidentin Maria Teresa Fernandez de la Vega. Canizares gilt als bed�chtiger Zuh�rer – und zugleich als Mann des klaren Wortes, mit einem Faible f�r den Stierkampf. Mit Blick auf sein neues Amt ist von Interesse, dass er zur Kommission �Ecclesia Dei“ geh�rt, die sich um einen Ausgleich mit Traditionalisten bem�ht, und dass er im Sommer eine Messe im au�erordentlichen Ritus zelebriert hat. Er interessiert sich f�r Kirchenmusik – und f�r den mozarabischen Ritus, der sich in seinem Erzbistum �ber die Jahrhunderte erhalten hat. (rv)

 

 

10.12.08

Sozialenzyklika von Papst Benedikt wird  Anfang 2009 erscheinen

Das hat Vatikan-Kardinal Renato Raffaele Martino am Donnerstag bekr�ftigt. Das Dokument, das auf soziale Aspekte der Globalisierung eingehen soll, sei derzeit in der Schlussredaktion. (rv)

 

 

 

15.12.08

Kardinal Avery Dulles ist tot

Der Jesuit, der als einer der gro�en Theologen des 20. Jahrhunderts galt, starb im Alter von neunzig Jahren in New York. Das hat die dortige Jesuitenprovinz jetzt bekannt gegeben. Dulles war ein Sohn des fr�heren US-Au�enministers John Foster Dulles – und der Neffe eines CIA-Direktors. Als Protestant geboren, entwickelte er sich zun�chst zum Agnostiker, bekehrte sich aber w�hrend seiner Studien in Harvard 1940 zum katholischen Glauben. Eine amerikanische Karriere, wenn man so will: Zwar nicht vom Tellerw�scher zum Million�r, aber doch aus dem Umfeld des �State Department”, das hei�t, des US-Au�enministeriums, in den Kreis der Kardin�le - den eine US-Nachrichtenagentur einmal den �exklusivsten M�nnerclub der Welt” nannte. 1956 trat er in den Jesuitenorden ein. Eine reiche akademische Karriere begann: Dulles schrieb 23 B�cher und unz�hlige Aufs�tze, leitete nacheinander das �Woodstock College” und die Katholische Universit�t von Amerika. Seine Ver�ffentlichungen sind von einem starken �kumenischen Interesse gepr�gt - nicht erstaunlich, wenn man bedenkt, dass einer seiner Onkel ein ber�hmter protestantischer Theologe war. Als Papst Johannes Paul II. ihn 2001 zum Kardinal machte, bekam damit erstmals ein amerikanischer Nicht-Bischof den Purpur. Mit dem Tod von Avery Dulles gibt es jetzt sechzehn US-Kardin�le; von ihnen sind 13 papstwahlberechtigt. Das Kardinalskollegium besteht jetzt insgesamt aus 190 (Anmerkung von VH = 191) Personen; 116 von ihnen h�tten das Recht, an einem Konklave teilzunehmen. In einem Beileidstelegramm nennt Papst Benedikt den Verstorbenen einen ��berzeugenden Zeugen” des Zusammengeh�rens von Wissenschaft und Glauben. Dulles sei von �unersch�tterlicher Liebe zu Gott” beseelt gewesen und habe sich durch ein �klares Urteil” ausgezeichnet. (rv)

 

 

25.12.08

Urbi et Orbi: Papst verurteilt Hass und Terrorismus

Papst Benedikt XVI. hat in seiner traditionellen Weihnachtsbotschaft zu Frieden, Gerechtigkeit und Solidarit�t in der Welt aufgerufen. Vor mehreren Zehntausend Gl�ubigen auf dem Petersplatz verurteilte er am Donnerstag Hass, Ausbeutung, Terrorismus und jede Verletzung der Menschenw�rde. Besorgt �u�erte er sich �ber die Krisenherde in Afrika sowie �ber die Lage im Nahen Osten, die sich erneut zu verfinstern scheine. Gerechte und dauerhafte L�sungen lie�en sich nicht durch eine �niedertr�chtige Logik der Konfrontation und der Gewalt“ erreichen.

�Das Licht von Weihnachten befruchte die Bem�hungen all jener, die dem Weg des Dialogs und der Verhandlungen den Vorzug geben, um die Spannungen innerhalb der einzelnen L�nder zu �berwinden und gerechte und dauerhafte L�sungen f�r die Konflikte zu finden, die die jeweilige Region bedr�cken.“
Ausdr�cklich nannte der Pontifex Simbabwe, die Demokratische Republik Kongo mit der geplagten Region Kivu, Darfur im Sudan sowie Somalia. Wenn jeder nur an seine eigenen Interessen denke, k�nne die Welt nur zugrunde gehen, so der Papst.

�Wo die W�rde und die Rechte des Menschen mit F��en getreten werden; wo der pers�nliche Egoismus oder die Interessen von Gruppen sich �ber das Gemeinwohl hinwegsetzen; wo man Gefahr l�uft, sich an den bruderm�rderischen Hass und an die Ausbeutung des Menschen durch andere Menschen zu gew�hnen; wo interne Konflikte gesellschaftliche und ethnische Gruppen entzweien und das Zusammenleben verletzen; wo weiterhin der Terrorismus zuschl�gt; wo man besorgt in eine Zukunft blickt, die immer unsicherer wird, auch in den wohlhabenden L�ndern: �berall dort leuchte das Licht der Weihnacht und ermutige alle, sich in einer wahrhaft solidarischen Gesinnung einzubringen.“
Eindringlich unterstrich der Papst die Universalit�t der christlichen Heilsbotschaft.

�Br�der und Schwestern, die ihr mir heute zuh�rt, die Verk�ndigung der Hoffnung, die den Kern der Weihnachtsbotschaft darstellt, ist f�r alle Menschen bestimmt. Jesus ist f�r alle Menschen geboren, und wie Maria ihn in Bethlehem den Hirten dargeboten hat, so zeigt ihn die Kirche heute der ganzen Menschheit, damit jeder Mensch in jeder Situation die Kraft der heilbringenden Gnade Gottes erfahren kann, die allein B�ses in Gutes zu verwandeln vermag, die allein das Herz des Menschen ver�ndern und zu einer �Oase“ des Friedens machen kann.“
Er bat in seiner Weihnachtsbotschaft um Frieden f�r jene V�lker, die weiterhin �in der Finsternis und im Schatten des Todes“ wohnten.

Nach seiner Festtagsbotschaft w�nschte das Kirchenoberhaupt frohe Weihnachten in 64 Sprachen; in diesem Jahr erstmals auf isl�ndisch. Auf Deutsch sagte er:

�Die Geburt Jesu Christi, des Erl�sers der Menschen, erf�lle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede m�ge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!“
Anschlie�end spendete der Papst den traditionellen Segen �Urbi et Orbi“, der Stadt und dem Erdkreis. Die Weihnachtsfeierlichkeiten mit dem Papst aus dem Vatikan wurden in diesem Jahr von mehr als 90 Fernsehanstalten in �ber 60 L�nder �bertragen. (rv)

 

 

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